Anders, wenn einige Meter unter der Erde das Steinfundament erhalten bleibt und damit die Stelle zu einem weniger Feuchtigkeitspeichernden kargen Bodenteil führt. Der Pflanzenwuchs darüber verkümmert, die Farbe wird fahl.

Wenn man dann noch weiß, wie der Grundriss einer römischen Villa auszusehen hat, oder wie und wie oft der römische Grenzwall Limes von Wachtürmen gesäumt wurde, dann sieht der Fachmann schon, wo es sich lohnt, nach weiteren Fundorten zu suchen. Übrigens: Bereits die Suche nach archäologischen Kulturdenkmälern bedarf der Genehmigung, auch Zufallsfunde sind zu melden. In Hessen ist die zuständige Behörde das Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

 

Marschlager Hochheim

Übertrag der Konturen als Zeichnung.
Foto: Archiv Universität Frankfurt

Aus den Luftbildern entstehen dann sogenannte Übertragsskizzen. Diese sind von Verzerrungen befreit und zeigen die Fundstelle(n) schematisch, eingeordnet in geografische Merkmale wie umgebende Straßen oder Häuser. Am Boden sieht man die geringen Farbunterschiede nämlich nicht, die zwei Zentimeter höheren Ähren auch nicht wirklich. Gegraben wird auch erst nach der Ernte des Feldes, in Absprache mit dem Eigentümer. Viele Stellen sind aber auch einfach nur notiert und bekannt, die finanziellen Mittel fehlen, um alles ans Tageslicht zu befördern, was unsere Vorfahren hinterlassen haben. Die Dokumentation ist aber schon einmal dazu gut, um weitere Bauten und damit Vernichtung von Kulturschätzen zu verhindern.

Nun werden wir in diesem Frühsommer gezielt drei potentiellen Fundstellen bei unterschiedlichem Licht, unterschiedlicher Feuchte und Bewuchsgrad unter die Linse nehmen. Vom Flugzeug aus, mit etwas mehr Übersicht aus der Luft als bei der Begehung am Boden.

Auch mit dem Auto lässt sich das Römer-Such-Feeling im Rhein-Main-Gebiet durchaus umsetzen: Die A66, nach Westen aus Frankfurt raus, liegt ziemlich genau über einem alten Römerweg: Der führte einst vom heutigen Wiesbaden in Richtung Frankfurt.

unten

Eine ganz normale Litfaßsäule am Boden…
Foto: hkl

 

Aus der Vogelperspektive sieht man – mit mehr Überblick, was einem am Boden alles entgeht.

 

Litfassaule

…und aus der Luft. Mit Überblick.
Foto: hkl

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Kommentare (11)

  1. #1 rolak
    11. März 2013

    Joseph Beuys lässt grüßen…

    Schöne Reminiszenz an die Wanne 😉 Zum Inhalt der Kiste: Als Anfang der 70er in Neuß-Innenstadt eine recht große Baugrube ausgehoben wurde, fanden sich darin ungemein viele Töpferwaren aus der Römerzeit, die in einer unglaublichen Geschwindigkeit in die Neußer Haushalte diffundierten. War für die Kinder der Kracher der Saison.

    • #2 Helga Kleisny
      15. März 2013

      Findest Du das gut?

      • #3 rolak
        15. März 2013

        Das war eine Feststellung, keine Wertung — aber wenn Du eine möchtest: Auch wenn ich es negativ einschätze, als Kind hätte ich es höchstwahrscheinlich trotzdem für ungemein spannend und abenteuerlich gehalten.

        Doch bevor jetzt Stimmung gegen die ach so ‘unbedarften zerstörerischen Plünderer’ gemacht wird: Wie findest Du es denn, daß damals nach kurzer oberflächlicher Sichtung von offizieller Seite und der erfolgten Einschätzung ‘nicht würdig’ mit Bagger und Caterpillar alles zu Krümeln gegraben wurde?

        • #4 Helga Kleisny
          15. März 2013

          Um das selber zu beurteilen, müsste ich wissen, was “alles” bedeutet, meaning, wer war der Eigentümer, wie lief das ab, welche Entschädigungen wurden gezahlt usw.

          Aber es ist auch ziemlich egal, wie ich das finde, denn Tatsache ist, dass das Recht des staatlichen Eigentums (welchen Ministeriums auch immer im jeweiligen Bundesland) an Kulturschätzen verbrieft ist, das Klauen aber nicht. Das kann man mögen oder nicht, an der rechtlichen Situation ändert es nichts.

          Wenn ich einen Garten/eigenen Grund besitzen würde, und mich das persönlich treffen würde durch Verzögerungen bei baulichen Massnahmen, würde ich dem Ganzen auch sehr grimmig gegenüberstehen. Verständlich. Aber Klauen halte ich trotzdem für keine gute Antwort. (Just my 5 cent)

          • #5 rolak
            15. März 2013

            Hi Helga, auch wenn es nach Reparatur von ‘Auch wenn es’ zum richtigen ‘Auch wenn ich es’ etwas besser verständlich ist – schon vorher kann ich in meinen Kommentaren beim besten Willen kein Gutheißen von Fundstellenplünderung im Besonderen noch von Diebstahl im Allgemeinen finden.
            Dafür einen Zuordnungsfehler: Auf der bewußten Baustelle fand sich eine Töpferei aus der Zeit Karl des Großen, Baustellenvermischung meinerseits.

            welche Entschädigungen wurden gezahlt

            Wie bitte? Worum geht’s? Die Bürgergesellschaft Neuß baute ihr neues Gesellschaftshaus, bei den Ausschachtungen fand sich besagte Töpferei, Baustop, bei einigen der Anwohner brach IndianaJones durch, Absperrung, Landesmuseum sichtet, entnimmt Weniges und der Rest wird im Rahmen der üblichen Bauarbeiten unter Aufsicht geschreddert, auf daß kein halbwegs ansehnliches Teil mehr entnommen werde. Dergleichen ward in NE unter Brüdern unglaublich schnell geregelt, das lief wie geschmiert.

            btw: Bin ja mal gespannt, wie weit noch eingerückt wird…

          • #6 Helga Kleisny
            16. März 2013

            Hi Rolak,
            ok, das wollte ich auch nicht unterstellen, der Urspungskommentar kam für mich nur etwas locker flockig daher.

            Für Schreibfehler bin ich auch bestens aufgestellt ;-), je kreativer der Mensch, umso leichter überliest man seine eigene Wortkreationen… Die anderen Dreher aber sieht man immer 🙂 Mit Verlaub: dann ergänze ich mal das ich.
            Funktioniert übrigens auch im Cockpit: der in der zweiten Reihe (da sitzt meistens der Checker, aber es funktioniert auch bei anderen Piloten) sieht Fehler und kleinere (größere kommen nicht vor 😉 ) Nachläßigkeiten der verantwortlichen Piloten in der ersten Reihe auch eher…

            –> Karl der Große: Für die gerade diskutierten Sachen ist es eh egal aus welcher Zeit das Häferl ist, solange es als Geschichte gewertet wird. Ich habe mein Interview halt mit einem Dozenten des Instituts für Archäologische Wissenschaften: Abteilung II: Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde gemacht. (Herzlichen Dank nochmals an Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel und Dr. Thomas Maurer.)

            –> Einrücken: Bin Experimentalphysiker…
            Schaun wir mal.

          • #7 rolak
            31. März 2013

            ..und was fällt mir bei einem der diesjährigen Osterbesuche auf: Tadaaaa!, wie gesagt, Jahrgang so bummelig 800±; weniger geklaut als in der letzten Nacht vor dem Schreddern ‘gerettet’. Da ist kein Töpfchen ganz, manche stehen nur geschickter – und das ganz rechts ist irgendein Urlaubsmitbringsel.

            Frohe Rest-Ostern!

          • #8 Helga Kleisny
            31. März 2013

  2. #9 advanced space propeller
    13. März 2013
  3. #10 Rainer
    14. März 2013

    In diesem Zusammenhang kann man auch die Bilder der Feldflieger des Asien-Korps aus dem ersten Weltkrieg erwähnen. In jüngster Zeit wurden diese wieder für Archäologen interessant, da dort Monumente zu sehen sind die heute verschwunden sind.
    Link zur Bildsammlung:
    http://www.gda.bayern.de/findmittel/ead/index.php?fb=478

    • #11 Helga Kleisny
      15. März 2013

      Welche Archäologen und wo (“dort”) sind Monumente zu sehen?