Als Journalist ist man privilegiert, solche Starts in einem der ESA-Zentren anzusehen. Man kann sich aber auch beim Public Viewing unter die Menge mischen und gemeinsam dem Start entgegenfiebern.

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HR-Info Moderator Dirk Wagner vor seinem selbst gebauten Modell der Sojus. Aufgrund der zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen an diesem Abend war die ESA knapp an eigenen Modellen. Rechts neben ihm Astronaut Gerhard Thiele, der fachkundig kommentierte, und Sylvia Kuck, wartend auf die Live-Schaltung nach Baikonur.

Genau das haben wir gestern Abend gemacht und uns den Start der Sojus Rakete in Baikonur angesehen – auf einer gemeinsamen Veranstaltung vom Hessischen Rundfunk und der ESA in Frankfurt.

Die Crew am Boden im Sendesaal: Astronaut und ESA-Mitarbeiter Gerhard Thiele, die HR-Moderatoren Sylvia Kuck und Dirk Wagner sowie Martin Zell von der ESA.

Für den Astronauten Thiele ist das “Hinaus”, das Erforschen, das Unbekannte die

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Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Besucher Kuno, der Raumfahrer

Treibkraft für sein Interesse in seinem Raumfahrt-dominierten Leben. Leicht nachzuvollziehen (für mich). Gerst sieht das wohl pragmatischer. Er denkt durchaus bereits an die Rückkehr und die Zeit nach dem Weltraumeinsatz.

Viel Publikum beim  Start auch vor den zahlreichen Leinwänden im Sendezentrum, mit dabei etliche “Nachwuchsastronauten”, die schon ganz genau wissen, was sie einmal werden wollen.

Die Crew an Bord der Sojus: der sympathische Deutsche Alexander Gerst mit seinen beiden Teamkollegen, dem russischen Kosmonauten Maxim Surajew und dem Amerikaner Reid Wiseman.

Alle drei sind nach sechs Stunden Flug mittlerweile (um 5.52 Uhr MESZ) gut auf der internationalen Raumstation ISS eingetroffen.

Nach Thomas Reiter und Hans Schlegel ist Alexander Gerst nun der dritte Deutsche an Bord der ISS und insgesamt der elfte deutsche Raumfahrer.

Expedition 40/41 flight engineer Alexander Gerst

Expedition 40/41 flight engineer Alexander Gerst of the European Space Agency (left), Soyuz commander Max Surayev of the Russian Federal Space Agency (center) and flight engineer Reid Wiseman of NASA (right), dressed in their Russian Sokol suits, ready for launch to the International Space Station, on 28 May 2014 from Baikonur Cosmodrome, Kazakhstan. Copyright ESA–S. Corvaja, 2014

Sechs Monate, bis zum 10. November 2014, soll der Geophysiker und Vulkanologe Gerst an Bord der Internationalen Raumstation ISS zahlreiche wissenschaftliche Experimente im europäischen Columbus-Labor durchführen.

Ein anderes Problem ist dem 1976 geborenen Gerst ebenfalls fremd: die Rivalität des kalten Krieges, die sich noch wesentlich später auf die Astronauten auswirkte. Wie mir unabhängig mehrere amerikanische NASA-Astronauten erzählten, war es für sie extrem seltsam, nach Jahren als Kampfpilot, bei denen „der Russe“, der „Iwan“ immer der Böse war, nun auf einer Raumstation mit dem früheren Feind Hände zu schütteln. Ihm gegenüber zu stehen, oder besser zu schweben und auf der Station bei einer extrem unwirtlichen Aussenwelt zusammenzuarbeiten.

Menschen, die die Gelegenheit haben (oder besser: sich erarbeitet haben), auf eine Raumstation zu kommen, sind eher anspruchslos in ihren persönlichen Wünschen. Bei der Planung der ISS waren es die Amerikaner, die unbedingt auf einer Dusche bestanden. (Und sich dann auch durchsetzten.) Die Russen hatten keine auf der MIR und hätten aus Komplexitiätsgründen durchaus auch weiterhin auf der Internationalen Raumstation feuchte Tücher zur persönlichen Hygiene eingesetzt. Aber die kamen ja auch mit Bleistiften in der Schwerelosigkeit klar, während die Amerikaner „Weltraumkugelschreiber“ erfanden, mit denen man auch auf der Erde dann senkrecht an einer Wand schreiben konnte.

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(Kostbares) maßstabsgetreues Modell der ISS, Eigentum der ESA. Leider mit allen Andockpunkten rückwärts Richtung Wand.

Multikulti auf der Raumstation hat eben auch seine Herausforderungen. Obwohl Gerhard Thiele dazu abwiegelnd sagt: „Wir sind alle Raumfahrer und das verbindet mehr als die kulturellen Unterschiede auf der Erde.“

Lautstärke und Geruch auf der Raumstation sind auch stets Themen, die die Menschen am Boden interessieren. An die 80 bis 100 dB, die auf der MIR konstant vorherrschten (sofern alle System funktionierten) gewöhnten sich die Kosmonauten und Astronauten (zwangsweise) schnell. Da gab es kein Gemecker und keine Forderung nach „Schalldämpfern“ oder Nachtruhe.

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Kommentare (3)

  1. #1 Duchamp
    3. Juni 2014

    Kleine Anmerkung zum Bleistift: Das ist eine Urban Legend.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Space_Pen

    Ist auch glaubhaft, abgebrochene Bleistiftspitzen können in der Schwerelosigkeit zur Gefahr werden, von der el. Leitfähigkeit mal ganz abgesehen.

    • #2 Helga Kleisny
      4. Juni 2014

      Kleine Anmerkung:
      Mir haben das sowohl (russische) Kosmonauten bei der ESA als auch amerikanische Astronauten bei der NASA erzählt, als Beispiel für die unterschiedliche Herangehensweise an Herausforderungen. (Und genau deshalb hatte ich es hier erwähnt.)
      Die Russen sind noch viele Missionen und einige Jahre ohne Space Kuli geflogen, nachdem die NASA ihn schon eingesetzt hatte.

      NASA:

      During the first NASA missions the astronauts used pencils. For Project Gemini, for example, NASA ordered mechanical pencils in 1965 from Tycam Engineering Manufacturing, Inc., in Houston. The fixed price contract purchased 34 units at a total cost of $4,382.50, or $128.89 per unit. That created something of a controversy at the time, as many people believed it was a frivolous expense.

      😉 Und ja, das Leben weg von der Erde ist gefährlich. Je weiter weg umso mehr.

  2. #3 Helga Kleisny
    10. Juni 2014

    Tweet von Claudia @KauaGC
    @DLR_next Den #ISS Überflug in Hamm gut erwischt und der Mond “grinst” dazu 😉
    @Astro_Alex pic.twitter.com/Uej1JHGYWC