aufmacher

porscheMännerträume. Bei der Wahl des ersten Fotos habe ich zwischen Flugzeug hinter Glas und knallrotem Porsche geschwankt. Und mich, wie man sieht, für das Co-Piloten-Auto entschieden. Mit einem Ausstellungsstück aus dem Porsche-Museum in Stuttgart: Auch das gibt es auf der Buchmesse. Wenn einem die Bücher und die stickige Luft in den Hallen zu viel werden und man/frau nach draußen lechzt…

Nicht Anfassen.plane Das Flugzeug hinter Glas gehört zu einem Buch, das ebenfalls hinter Plexiglas präsentiert wird. Erinnert mich an eine Lilienthalausstellung vor Jahren auf der ILA, deren Besprechung ich als fliegermagazin-Redakteurin übertitelte: Lilienthal würde sich im Grabe umdrehen. Alle Exponate waren hinter Plexiglas-Scheiben versteckt. Keine beweglichen Teile, keine Modelle, sondern viel Text zu lesen.

Otto Lilienthal war ein Experimentator, ein Mensch der selbst auch unter Einsatz seines Leben ausprobierte und forschte und flog. Im Gegensatz zu distant, theoretisch, hinter Glas. Da muss auch die Präsentation zum Anfassen sein, zum Ausprobieren und selber Tüfteln. Dann wird es diesem großen Pionier gerecht. Gilt das nicht auch für Bücher? Oder soll das nur ein Prestigeobjekt sein: Schaut her, was ich mir leisten kann?

croTeenieträume. Weiter zu Gekreische und Gedränge um eine Pandamaske. Der Rapper Cro sang nur einige Songs, und die Agora (Freifläche) inmitten der Buchmesse war gleichermaßen von johlenden Jugendlichen und Body Guards okkupiert. Wozu braucht ein Rapper Personenschutz? In den Mengen? Ist das nicht kontraproduktiv fürs Rapper Image?

buecherbusBücherbus. Wenn in Helsinki keine Bibliothek in der Nähe der Wohnung ist, dann kommt der Bücherbus. Es gibt einen für Erwachsene, und einen für Kinder, der zu Schulen und Kindergärten fährt.

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Mumins – die zauberhafte Mischung aus Nilpferd und Troll – waren lange in der Versenkung verschwunden. In Finnland und vielleicht mit der Buchmesse auch hier erleben die fröhlichen Geschöpfe von Tove Jansson eine Renaissance.

anselmgruenAusspannen. Manchmal trifft man auf der Buchmesse auf dem Weg zum nächsten Termin auf ein Event, das man unbedingt auch noch mitnehmen muss. So heute ein Interview mit Pater Anselm Grün im Lesezelt. Der charismatische Geistliche berät Manager, ist Bestsellerautor und Lebenshelfer für viele Menschen. Er lebt seine geschriebenen Worte. Das sieht man, wenn man seinen Erzählungen lauscht. Ein Tipp von ihm zum Ausspannen: “Einfach mal eine Viertelstunde aufs Bett legen und nichts tun. Das Nichtstun genießen.” Das ist sein Geheimnis, um wieder Kraft und Fröhlichkeit zu tanken, trotz der Widrigkeiten des Alltags.

Self-Publishing. Weg von den angestammten Verlagen, hin zu Startups, die dann doch wieder das gesamte Verlagsangebot für einen Autor vorhalten – das ist das große Thema auf der Buchmesse 2014. Da wird es noch einiges an Marktbereinigung geben. Genauso wie bei den angestammten, großen Dinosaurier-Verlagen.

Hier einen Anbieter durch eine Abbildung herauszuheben wäre nicht opportun. Muss nicht sein: In Halle 4.1 gibt es noch Buchdruck zu bestaunen wie zu Gutenbergs Zeiten. Der Besucherandrang ist dementsprechend. Vielleicht schließt sich nach der Buchmesse ein Besuch des Gutenberg Museums in Mainz an.

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ESA. In den letzen Jahren waren Wissenschaftler der Europäischen Forschungseinrichtung CERN auf der Messe. Mit spannenden Videos, Bildern und vielen interessanten Talks. Die Frage allerdings, was vor dem Urknall war, konnte mir da auch keiner beantworten und Erklärungen stattdessen über noch genauere Annäherung an den Urknall von der Zeit danach ergeben bei mir nur ein sattes Gähhn.

Heuer steht die Raumfahrt im Fokus der angewandten Wissenschaft auf der Buchmesse. Leider tauchte der französische Kommunikationschef der ESA heute aber auf der Messe nicht auf – zwei Stunden vor der geplanten Veranstaltung zu den Herausforderungen, mit 20 Mitgliedsstaaten Satelliten und Raketen zu starten, wusste keiner im Business Club von der Absage. Dafür war die ESA Darmstadt im Forum Wissenschaft vertreten mit dem derzeitigen ESA Thema Nummer 1 (wenn es nach den Presseveröffentlichungen geht): Rosetta und der Landung auf dem Kometen.

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Kommentare (2)

  1. #1 Flyboy
    10. Oktober 2014

    Sehr schöne Ergänzung zu den trögen Berichten über zahlreiche Autoren und deren oft endlose Stotterlesungen auf der Buchmesse.

    Eine Frage: Das erste Foto? Ist da nicht schon eines davor?

    • #2 Helga Kleisny
      10. Oktober 2014

      :-)
      erste Foto:
      Ja, das ist aus Sicht des Leser sicher richtig. Als Journalist unterscheidet man zwischen dem Aufmacherbild, das mehr oder minder den gesamten Artikel reflektieren soll, und den folgenden Einzelbildern zu einzelnen Passagen aus dem Text.
      Meist ist in Zeitschriften der Titel und ein Vorspann in längeren Beträgen bereits in das Aufmacherbild eingebunden. Die Möglichkeit habe ich aber hier nicht als Autor bei dem sehr restriktierten CMS-System.