Anne Lehmann ist Designerin, viel gebucht für Visualisierungen auf Workshops, Tagungen und Konferenzen.

ewanmorrisonEwan Morrison versuchte zu beweisen, dass die Menschheit in Einheiten der Zahl sieben lebt und denkt. Und, dass man das daher in einer guten Geschichte nutzen sollte: 7 Basic Plots für Geschichten von Christopher Booker (2004), sieben Basisemotionen (traurig, zufrieden, ängstlich…), sieben Todsünden, sieben Götter der Griechen (die Auswahl erschließt sich mir nicht), sieben Genres für Geschichten, sieben Bedürfnisse in der Maslow’schen Pyramide und so weiter.

Nun ja, wenn es hilft, eine gute Geschichte zu erzählen…

lindaobstAls Highlight und zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltung erzählte Lynda Obst, Produzentin aus Hollywood, wie die Sachlage in der (Noch-)Filmhauptstadt ist. Nicht ganz so rosig, wie sie einmal war.

Die amerikanische Filmindustrie krankt an den drei Anforderungen an einen Film, damit er überhaupt in Erwägung gezogen wird zur Produktion:

  • Pre-awareness (“pre-Bewusstsein”): Die Idee, dass der Zuseher mit dem Konzept des Films bereits vertraut ist – damit die Studios Marketing-Ressourcen sparen
  • der Film muss sich auch außerhalb der USA verkaufen
  • der Film muss für Fortsetzungen geeignet sein

 

alle Bilder (c) hkl

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Kommentare (4)

  1. #1 DH
    13. Oktober 2014

    Die eigentliche Antwort gibt der Artikel in seiner Gesamtheit. Den Königsweg ,gibt es nicht , gute Geschichten entstehen aus der Vielfalt der Versuche.

    Hochinteressant ist , was “Cyber-Philisoph” Alexander Bard sagt – die Erhebung der Crowd über das Individuum.
    Da zeigt sich etwas , was es schon seit den 90ern gibt , der alte Kollektivismus hat sich ein neues Feld gesucht (Teile des Internets) und glaubt heute ein weiteres Mal , im Namen des Guten zu sprechen , wie schon seinerzeit in Faschismus und Kommunismus .
    Sehr passend dazu die unaufgeforderte Mitlieferung der Aussage , selber zu den coolen Angesagten zu gehören , die “jung” denken , im Gegensatz zu den “alten” Idioten.

    Das ist ein Standard , der immer aufgerufen wird von Leuten , die Progressivität mit Herdenverhalten verwechseln und in Wahrheit selber zu den mentalen Greisen gehören , leider repräsentiert Bard hier eine regelrechte Volkskrankheit.

    • #2 Helga Kleisny
      14. Oktober 2014

      Alexander Bard ist eine schillernde Gestalt. Bin auch nicht unbedingt seiner Meinung – die wenigsten wohl in der Zuhörerschaft waren es. Aber immerhin hat er einen Standpunkt, zu dem er steht und ihn verteidigt.
      Was ich gar nicht abkann, ist das Hinterherlaufen einer Masse/Bewegung ohne selbst zu denken und zu urteilen.
      Das meiste Geraune gab es, als er auf die mangelnde Praktikabilität seiner Ansichten* angesprochen wurde und er meinte dazu, er sei Philosoph, der das Leben beschreibe, aber keine Anleitungen zur Umsetzung gebe…

      *wer bezahlt den Künstler, wenn alles Allgemeingut ist.

      Die eigentliche Antwort gibt der Artikel in seiner Gesamtheit.

      Ja. Und sicher gibt es dazu noch mehr, als die Anwesenden dozierten.

      Den Königsweg ,gibt es nicht , gute Geschichten entstehen aus der Vielfalt der Versuche.

      Na ja, nur Herumprobieren bringt es sicher auch nicht. Einen Ansatz und ein wenig Hintergrundwissen, wie Geschichten funktionieren, sollte man schon haben, sonst geht es nie über Schulaufsatz oder die Küchenlyrik hinaus.

  2. #3 DH
    15. Oktober 2014

    @Helga Kleisny

    Nicht jeder Standpunkt ist respektabel , diesen hier kann man aber noch unter der Kategorie “Denkanstoß” abheften , stimme zu.
    Wobei es aber schon interessant ist , wie er dann bei “Geraune” ausweicht , gute Provokateure tun das nicht , das ist eher ein Hinweis auf das typische Modeverhalten , “sind die Leute etwa anderer Meinung , als ich dachte ? Dann aber schnell relativieren”
    Der Mann will auf der Welle oben schwimmen , mehr nicht , leider ist er aber zu doof , zu erkennen , wo selbige hinschwappt.

    “Na ja, nur Herumprobieren bringt es sicher auch nicht. ”

    Ohne Zweifel.
    Je mehr es versuchen , desto höher ist die Chance , daß brauchbare Versuche darunter sind , es ging mir nicht darum , alle Versuche zu integrieren in die tatsächliche Umsetzung.
    Wie im Spitzensport , je breiter die Talentsuche , desto mehr echte Spitzentalente darunter, aber dann wird natürlich ausgesiebt .
    Der große Rest verliert ja deshalb nicht seine Würde , hat es versucht und hat dann eben andere Talente.

  3. #4 DH
    16. Oktober 2014

    @Helga Kleisny

    Hatte schon eine Antwort abgeschickt , hat aber wohl nicht geklappt , daher noch einmal der Versuch.

    Bei Bard bleibe ich mißtrauisch , der Mann will oben auf der Welle schwimmen , mehr nicht.
    Erkennbar an seiner einknickenden Reaktion bei “Geraune” , ein guter Provokateur tut so etwas nicht.

    “Herumprobieren”

    Ohne Zweifel richtig , mir ging es eher um die Verschiedenartigkeit der Versuche , aus denen dann im Idealfall die besten herausgefiltert werden .
    Gut ist , was gut ist , auf Formate oder Herangehensweisen sollte man sich nicht von vorneherein einengen .
    Neuere amerikanische Serien scheinen zum Beispiel in genau diese Richtung zu tendieren .
    Dort gibt es in der Regel so zwischen 10 bis 15 Drehbuchautoren , was zur Folge hat , daß das Niveau selten unter ein gewisses Minimum fällt , aber eben auch dazu führt , daß die Ausreißer nach oben fehlen.