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Nun ist die kollektive Intelligenz endlich für alle einsehbar und darum gibt es hier den Hinweis auf ein spannendes Internetprojekt des TV Senders Arte: World Brain.

Die Welt zum Entdecken und Ausprobieren: World Brain untersucht Utopien, Mythen und Ideologien, die mit der Entstehung einer kollektiven Intelligenz und der Hypothese eines weltweiten Netzwerks verbunden sind. Es ist ein Transmedia-Projekt der beiden französischen Künstler Stéphane Degoutin und Gwenola Wagon.

Zunächst entführt die interaktive Website den Anwender in einem 70-minütigen Film in die physischen Untiefen des Internets. Der französischsprachige Film mit englischen Untertiteln folgt einer Gruppe von Forschern, die versuchen, anhand von Wikipedia im Wald zu überleben. Ihr Ziel ist die Schaffung eines alternativen Projekts für das Überleben der Menschheit.

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Gwenola Wagon:

Der Film ist eine Mischung aus einer rein fiktiven Geschichte mit Schauspielern und Forschern, deren Arbeit im Film dokumentiert wird, und einem Teil mit „echten“ Forschern, die ihre Arbeit in Workshops erklären, die sie im Wald oder in den Bergen abhalten. Sie alle sind miteinander vernetzt und versuchen, ein alternatives Projekt zur Rettung der Menschen zu gründen. Wir haben uns gezielt Personen aus der Forschung ausgesucht und diese mit den – nicht zwangsläufig professionellen – Schauspielern konfrontiert. Es sollte zugleich eine fiktive Geschichte und eine Art Dokument – weniger eine Dokumentation – werden.

Es ist nicht einfach, ein Projekt zu realisieren, das man gleichzeitig wie ein Buch lesen, wie eine Karte erforschen und wie einen Film ansehen kann. Wir haben drei Lieblingsmedien: Karten, Bücher und Filme, und da diese Medien heute bis in die Netzwerke reichen, schauen wir uns diese im Internet an. Diese Medien werden sich unablässig verändern.

Zu Beginn gibt es einen linearen Film, der den Zuschauer mitnimmt, mit einem Anfang und Ende. Bei der Karte ist es genau umgekehrt: Hier ist es, als wäre das Thema einfach explodiert. Sämtliche Themen, die im Film auftauchen, sind hier bunt verstreut. Zwischen diesen Fragmenten gibt es keinen direkten Zusammenhang, sie sind lediglich durch die thematischen Zonen verbunden, und der Zugang erfolgt über Details. Dennoch finden sich dort sämtliche Elemente des Films wieder. Mit dem Unterschied, dass es kein lineares Muster gibt. Es sind also zwei gegensätzliche Strukturen, die zwar aus ein- und denselben Elementen bestehen, aber auf sehr unterschiedliche Weise erschlossen werden. Im Idealfall sieht man sich zuerst den Film an und erkundet dann die Karte.

 

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