Mal ein etwas anderes Introbild zu Oshkosh: während der Fahrt aus einem Ford Model T. Die Farbe des historischen Gefährts? Schwarz natürlich.

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rodmach1Zurück zum Ernst des Fliegens. Nun ja, nicht so ganz, denn selbst der erhobene Zeigefinger ist (beim sicher weltweit einzigen Cessna150-Fluglehrer mit 10000 Stunden) in Humor gepackt.

Der Anteil der Humorverpackung schwankt bei den einzelnen Vorträgen von Rod Machado – je nach Zielgruppe der Zuhörer. Der Kern der Botschaft an die Piloten aber bleibt.

Seinem Bushido-Appell (nein, nicht der Sänger, sondern die originale japanische Bedeutung der Verhaltensregeln für Krieger) habe ich schon mehrmals gelauscht:

Irgendwann kommt der Moment bei jedem Piloten, an dem das eigene und das Leben der Passagiere davon abhängt, ob man seine Grenzen kennt und sich daran hält.

Mit Bushido meint Machado, dass man sich in Ruhe am Boden überlegt, wo die eigenen Limits liegen. Mit wieviel Rest-Sprit fliege ich noch weiter zum Ziel (unabhängig von gesetzlichen Vorgaben)? Wo liegen meine (und die des Fluggerätes) Wetterminima? Wann kehre ich um, obwohl ich eigentlich weiterfliegen sollte/möchte? Welchen Crosswind oder welche Windshears kann ich mit meinem Flugzeug handeln? Und so weiter…

Auch wenn es immer wieder der gleiche Appell ist – das tägliche Fliegerleben zeigt, dass sich doch etliche im Ernstfall nicht an die eigenen Vorgaben halten. Oder sie – noch schlimmer – gar nicht gesetzt haben.

Das Analoge gilt für Fallschirmspringer (und Autofahrer und viele andere…). Bei welchen Windbedingungen (Abwinde, Windrichtungsänderungen in Relation zur Windstärke, Wolken…) springe ich noch? Manchmal ist es mehr cool, am Boden zu bleiben, als von der Rettung abgeholt zu werden…

Zurück zu Oshkosh 2016 und zu einigen Bewegungsmöglichkeiten ebendort.

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“Mein” Model-T (leider darf man nicht selber fahren) mit Eigentümer und Chauffeur Jack.

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Alles original und spartanisch. Halt: nicht ganz, der USB-Stecker zum Laden des Smartphones…

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Ein Segway verhilft – wie auch auf anderen Luftfahrtmessen wie in Le Bourget, Frankreich, – zur schnelleren Fortbewegung…

Jetzt müssen wieder ein paar Mädels her. Nicht nur ein paar, sondern besser gleich eine Menge: Insgesamt 5000 grüne T-Shirts für Pilotinnen wurden dieses Jahr bei Vorzeigen der Pilotenlizenz verteilt…

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Tammera Holmes heißt die schmucke Lady im weißen Kleid. Sie weiß als Geschäftsführerin einer Luftfahrtfirma in Illinois bestens, wie man sich präsentiert. So kommt das grüne T-Shirt fürs Foto eben oben drüber.

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Bis zum offiziellen Foto dauerte es in diesem Jahr noch länger als gewohnt. Das lag daran, dass einige Mädels noch ein Flugzeug rangieren mussten. Genauer gesagt, eine Boeing 737-900ER, die fürs Women Venture von Alaska Airlines mit einer 100% weiblichen Crew geflogen wurde.

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Das sieht nicht nur auf diesem Foto eng aus. Mehrfach vor und zurück, da war die Frauen-Crew im Flugzeug und die einweisenden Männer am Boden am Arbeiten.

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Warten im Schatten. Das war einer der wenigen Zeitpunkte, als die übliche brütende Midwest-Summer-Heat auf die Teilnehmer knallte. Später in der Woche überwog dann Regen und erstaunlicherweise Kälte…

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Jetzt aber. Die (einzigen) vier auf Stühlen sitzenden Pilotinnen mit den weißen Hemden sind WASPs. WASPs sind Pilotinnen, die zwar nicht im Kampfeinsatz des 2. Weltkrieges fliegen durften/mussten, aber trotzdem damals alles Fluggerät fliegen konnten.

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Das offizielle Women Venture Foto 2016.

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Und nun ein wenig Raumfahrt, zur NASA:
Modell der Orion Kapsel

 

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Wie kommuniziert man von der Erde am besten bei Langzeitmissionen mit Astronauten und was kann man tun, wenn etwas nicht nach Plan läuft? Das soll das SCaN Testbed der NASA herausfinden.

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Auch die Raumanzüge haben sich weiterentwickelt: Der da sieht ganz schön schwer aus.

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Fast zum Abschluss noch ein auch leider hierzulande fliegerisch aktuelles Thema: Drohnenflug. Erst vor wenigen Tagen irritierte eine Drohne im kurzen Endanflug einen Airbus der Lufthansa am Münchner Flughafen. Drohnen sind leider nicht mehr wegzuschweigen, wir müssen mit ihnen leben und den Drohnen”Piloten” am besten zeigen, wie man diese richtig und sicher fliegt.

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Kommentare (4)

  1. #1 gedankenknick
    9. August 2016

    Ich ziehe schon mal den Kopf ein, wenn ich bemerke, dass die “Martin JRM Mars” das größte aktuelle Flugboot sein dürfte, und auch das mit dem höchsten zulässigen Startgewicht. Im zivilen Bereich war meines Wissens nach die “Donier Do X” das von den Außenmaßen her größte fliegende Flugboot; und die “Huges H-4” war wohl das größte (und schwerste) jemals gebaute Flugboot – auch wenn letztere nur Bodeneffektflüge durchgeführt hat und die Flugeigenschaften zweifelhaft sind. Das größte Bodeneffektgerät dürfte das “KM-1” (Kaspisches Seemonster) gewesen sein.

    Aber nichts desto trotz ist die “Martin Mars” ein beeindruckendes Stück Technik, und Waldbrandlöscheinsätze demonstrieren immer wieder für jeden ersichtlich, wie sinnvoll diese eingesetzt werden kann. Wobei ich (unwissender Weise) denke, dass diese Einsätze alles andere als ungefährlich und Routine sind – sowohl bei der Tankbefüllung im Flug, als auch beim Flug über vermutlich sehr turbulente Waldbrandgebiete.

    Ansonsten ein schöner Bericht. Danke dafür.

    • #2 Helga Kleisny
      9. August 2016

      Ich zitiere aus dem Wiki zu Do X:

      Der Einsatz wurde aufgrund noch vorhandener diverser sicherheitsrelevanter Probleme und wegen noch ungenügender Wirtschaftlichkeit, aber auch wegen mangelnder militärischer Eignung von den neuen Machthabern in Deutschland 1933 eingestellt.

      Schreibtischzeichnungen und Boden-Effekte sind für mich keine F L U G zeuge. 🙂

      “aktuelle” wäre sicher eineindeutiger…

      Ich finde es schade, wenn sich Menschen an solchen Sachen “besserwisserischer” aufhängen und das große Ganze als nebensächlich betrachten.

  2. #3 gedankenknick
    10. August 2016

    Huch. Besserwisserisch wollte ich nicht sein. Ich bitte um Entschuldigung. Wenn ich die Wiki-Seite richtig lese, flog die Do-X auch über Norfolk in den USA, also sogar über den Atlantik. Ich zitier auch mal Wiki: Als Prototyp ohne Vorbilder konnte die Do X naturgemäß noch keine Wirtschaftlichkeit vorweisen. „Kinderkrankheiten“ waren kaum vorhanden. Prototypen sind selten wirtschaftlich, wie man sicher auch an den ganzen Rekordflugzeugen sieht, die oft allein für einen einzelnen Rekord modifiziert bzw. umkonstruiert wurden.

    Das Projekt Do-X wurde m.E. politisch abgesägt. Die “Führung” Deutschlands stand zu diesem Zeitpunkt wohl eher auf Zeppeline… Dabei darf man nicht vergessen, dass a) Anfang der 1930er Jahre noch die Weltwirtschaftskriese herrschte (und damit Transatlantikflüge Luxusartikel waren) und b) die Lufthansa dem NS-Regieme wohl sehr nahe stand…

    Der E-Plane-Airbus dürfte z.Z. auch noch nicht “wirtschaftlich” sein, und trotzdem werden große Hoffungen in ihn gesetzt. Würde die Regierung hier “eingreifen”, könnte der Prototyp sehr schnell einen ähnlichen Wiki-Kommentar erleiden. Ich finde den übrigens auch spannend, allein schon der vermutlich geringen Geräuschemission wegen. E-Motor kombiniert mit einem Mantelpropeller unterstelle ich wesentlich geringeren Lärm als einem Verbrenner mit ungemantelter Luftschraube.

    Ansonsten bitte ich um Nachsicht – Luftfahrt ist nur ein Spleen von mir. Beruflich habe ich ganz anderes zu tun, und Luftfahrt-Ahnung habe ich mir nur angelesen, begrenzt natürlich. Daher ist es immer schön, eine Antwort von jemandem mit Ein- und Durchblick zu erhaschen – auch wenn diese nicht mit den eigenen Ansichten deckungsgleich ist… 😉

    • #4 Helga Kleisny
      11. August 2016

      Nur so nebenbei:
      In meinem Besprechungszimmer hängt seit 15 Jahren eine große Zeichnung (!) einer fliegenden Do X.
      🙂 Weil man halt auch als Wasserflieger so seine Träume hat.
      Trotzdem halte ich sie für eine Fehlentwicklung.