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Das geht solange, bis man so langsam ist, dass man den maximalen Anstellwinkel erreicht hat. Wird man nun noch langsamer, dann verursacht die weitere Erhöhung des Anstellwinkels, dass die Strömung der Wölbung der Fläche nicht mehr folgen kann, und „abreißt“. Sie verwirbelt nun hinter der Flächenvorderkante und der Auftrieb bricht zusammen.

Bei Start und Landung ist die Fluglage des Flugzeugs in der Nähe dieses maximalen Winkels, dieser minimalen Geschwindigkeit. Ändert sich nun plötzlich die Windgeschwindigkeit, dann kann das problematisch werden.

Windscherungen treten auf:

  • wenn sich Luftschichten in verschiedenen Höhen verschieden schnell bewegen. Steigt oder sinkt man durch die Höhenbänder, dann ändert sich sowohl die Richtung, als auch die Geschwindigkeit der Luft abrupt
  • wenn Fallwinde auf den Boden treffen, da sie dann horizontal abgelenkt werden. Fliegt man da durch, erhöht sich zunächst die Geschwindigkeit, da einem die Luft nun „entgegen“ kommt. Nach Durchfliegen des Kerns kommt sie aber nun plötzlich von hinten und man verliert an Geschwindigkeit.
  • bei einer sich ablösenden Thermikblase (heiße Luft) ist es genau andersrum.
  • wenn Wind durch geographische Besonderheiten (Berghang, Baumreihe, hohe, breite Gebäude) abgelenkt wird.
  • Wind dreht in Bodennähe auf den letzten 1000 Metern über Grund in der Regel immer. Das liegt an folgendem: Luft strömt vom Hoch zum Tief. So entsteht Wind. In großen Höhen wird er dabei von der Coriolis Kraft abgelenkt. Am Boden hingegen wird diese Ablenkung und die Geschwindigkeit durch die Reibung der Luft am Boden abgebremst. Auf der Nordhalbkugel bedeutet das, dass der Wind im Sinkflug von 1000 Meter über Grund zum Boden hin um 30 Grad nach links dreht und an Stärke abnimmt. Auf der Südhalbkugel dreht er entsprechen nach rechts. Habe ich nun noch Turbulenz (z.B. durch geographische Besonderheiten, Thermik, Gewitter, Starkwind) dann kann es vorkommen, das der Wind der in 1000 Meter herrscht, auf den Boden „durchschlägt“, also die Richtung um 30 Grad dreht und damit die Geschwindigkeit zulegt. So kann ganz plötzlich aus einer Gegenwind- eine Rückenwindkomponente werden.

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Kommentare (1)

  1. #1 PeterD
    20. September 2016

    Vielleicht ist das noch interessant dazu:

    https://www.youtube.com/watch?v=pP5Z7_x9UEk

    Ein Pilot erklärt, wie man sich da rein technisch verhält, den Unterschied zwischen Warnung und tatsächlichem Eintreten.