curie
Marie Curie. (c) Merck

Mitarbeiter in Führungspositionen (Management oder Ähnliches) haben die höchsten Neugier-Indexwerte. Mehr als acht von zehn Befragten (84 %) gaben an, dass eine neugierige Person am ehesten eine Idee in die Tat umsetzt. Die meisten dieser Mitarbeiter definieren sich selbst jedoch nicht als neugierig (knapp ein Drittel).

Das alles und mehr zeigt eine Studie der Firma Merck. Sie wurde 2015, um Definitionen zu entwickeln, zunächst mit Neugier-Experten in den USA erstellt. Die Umfrage misst, wie neugierig Mitarbeiter sind und in welchem Maße Neugier von ihren Arbeitgebern unterstützt wird. 2016 wurden auch Angestellte in China und Deutschland befragt (n = 3015).

Hier geht es zu den Ergebnissen der Studie im Detail.

Tony Vartanian, Mitgründer von Lucktastic, kürzlich in einem Interview auf CIO.com:

Wer Menschen einstellt, die ein hohes Maß an intellektueller Neugier mitbringen, der hat am Ende Mitarbeiter, die nicht nur qualifiziert und umsichtig sind, sondern auch hinausdenken können, über die Grenzen des Jobs, für den sie sich beworben haben.

Und noch ein Zitat zur Studie von Dr. Jaap Boonstra, Professor für Change-Management von Veränderungen in Unternehmen an der Universität von Amsterdam

Neugierig zu sein bedeutet, dass man unvoreingenommen an die Dinge herangeht; dass man bereit ist, Risiken auf sich zu nehmen, an Orte zu gehen, an denen man noch niemals war; und dass man in der Lage ist, mit anderen Menschen und anderen Kulturen zu interagieren.

Hier geht es Mit Neugier auf zu zwei Nobelpreisen und Wissenswertem über Marie Curie. Einer Wissenschaftlerin, die unbeirrt von Häme und widerwärtigen Zeitgenossen mit Neugier, Wissen und Intelligenz ihren Weg ging.

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Kommentare (11)

  1. #1 hubert taber
    1. Februar 2017

    neugier, wissensdurst, ist eine wichtige triebfeder der gattung mensch.
    künstliche intelligenz wird nie diese und auch keine andere triebfeder haben.

    mfg. hubert taber

  2. #2 Marcus Anhäuser
    1. Februar 2017

    Aber warum macht jetzt ein Pharmaunternehmen eine solche Studie?

    • #3 Helga Kleisny
      1. Februar 2017

      Das nennt sich Content Marketing und bedeutet schlichtweg, dass die Aussage: Unser Produkt ist das beste keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor holt.
      Eine Firma muss mit all den Add Blockern und sonstiger Werbevermeidung des Durchschnittskonsumenten einen Mehrwert bieten, um das eigene Image zu stärken oder zu heben.
      Dazu zählen beispielsweise auch Hochglanzmagazine für High End PKWs, in denen es nur am Rande umd die Marke geht, sondern eher um ebenso hochpreisige Dinge, die die Kunden-Zielgruppe interessiert. Sehr subtil eben.

  3. #4 Joseph Kuhn
    1. Februar 2017

    Hier gibt es etwas mehr zu dieser “Studie“:

    Eine wissenschaftliche Publikation in einer Fachzeitschrift habe ich nicht gefunden. Was die “Studie” taugt, lässt sich nicht sagen, weil die Methodik nur oberflächlich und teilweise sinnentstellend beschrieben ist. Offensichtlich haben Marketingleute alles endredigiert. Da kommen dann z.B. solche Nonsens-Sätze raus (Seite 18): “Die Daten wurden nach Alter, Bildungsstand, Standort und anderen Variablen gewichtet, um die große Anzahl der Studienteilnehmer angemessen zu repräsentieren.”

    Auch bei vielen Befunden ist völlig unklar, was da eigentlich steht. Beispielsweise werden Maßnahmen des Arbeitgebers berichtet, um Neugier zu fördern. Die Antworten sind so unkonkret, dass man sich alles Mögliche zurechtreimen kann, was sie wohl bedeuten mögen. Auf der Ebene lohnt sich die Diskussion nicht.

    • #5 Helga Kleisny
      2. Februar 2017

      Eine Diskussion über die “Studie” an sich ist auch nicht gewünscht. Sie soll nur als Anregung dienen und die eigene Neugier fördern. Als Anlass dienen, den Stand der eigenen Neugier zu hinterfragen. Wenn das bei Dir nicht klappt*…
      Generell zur 101: dies ist hier keine Plattform für gesellschaftspolitische Diskussionen.
      Nichts destotrotz wird es weiterhin ab und zu Anregungen, geben, die das Zeug dazu haben, das eigene Denken anzustossen. Nicht mehr und nicht weniger.
      Keine Metadiskussionen über den Blog. *Wer Probleme hat, den Sinn des Blogs zu verstehen oder wem er nicht gefällt, bitte ganz schnell weitersurfen. Der FlugundZeit-Blog ist wie vieles andere ein Angebot. Das kann man nehmen oder auch lassen.

      Offensein für Neues, offen sein für Anregungen hat noch keinem geschadet, das aus der Box denken würde auch die Wissenschaft wesentlich schneller voranbringen, egal in welcher Disziplin. 😉

      **Der Flugundzeit-Blog ist ein Forum für Piloten und andere, die sich für die Fliegerei interessieren. Wie auch die Öffentlichkeit krass bei der Hudsonlandung gesehen hat, sind zumindest die exceptionellen Piloten keine Scheuklappendenker, sondern interessieren sich auch für andere Dinge (das war hie rso etwas normal und unwichtiges wie der Fahrplan der Fähre, den er vor der Landung im eiskalten Wasser mitbedacht hat), die wiederum auch der Fliegerei zu Gute kommen.

      Dieses Umfeld wird hier geboten. Leider springen bei solchen auflockernden Randthemen immer auch andere (Nichtpiloten) auf, die meinen, das müsste jetzt nach ihrer Façon breitgetreten werden. Nein, tut es nicht. Siehe **

  4. #6 2xhinschauen
    1. Februar 2017

    Aufregendes Thema. Hätte ich in Flug&Zeit nicht danach gesucht… :-)

    Ich halte “Neugier” ja für eine der stärksten Trieb- und Erhaltungskräfte nicht nur des Menschen, sondern des Lebens überhaupt, vom Virus aufwärts. Nun bin ich weder Philosoph noch Biologe und könnte nichts Fundiertes über die Kausalitäten beitragen …

    Lebewesen suchen nach, und kämpfen und sterben für, Nahrung und Gelegenheiten zur Fortpflanzung: Zum Selbsterhalt, zum Erhalt der Art und implizit des Lebens als solchem. Ob Neugier eine Folge davon oder Voraussetzung dafür ist, weiß ich nicht. Ohne die kreative Suche nach neuen Gelegenheiten wird das aber alles nichts, egal ob aus Übermut (die Santa Maria segelt nach Westen) oder genötigt (die Mayflower segelt nach Westen). Ich meine, das gilt notwendigerweise so für alle Lebewesen.

    Und das sich evolutionär entwickelnde Bewusstsein entwickelt die Neugier zur Sinnsuche, die zumindest auf der Erde nur uns Menschen zu eigen ist, wobei ihn (den Sinn) die einen religiös und die anderen wissenschaftlich suchen, und manche beides gleichzeitig. Die Triebkraft ist dieselbe: Neugier. Wissen wollen. Erkennen wollen.

    Was immer an meinen Überlegungen dran ist, sie werden durch die obigen Studienergebnisse gestützt.

    p.s. Das Zitat von Prof Boonstra passt noch viel mehr auf Maria Sybilla Merian, deren 300. Todestag sich soeben gejährt hat (https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Sibylla_Merian) und die man mit Flug und … sorry, mit Fug und Recht als die erste selbstfinanzierte Langstreckenreisende (um das Wort Touristin zu vermeiden, sie war Forscherin, noch vor Humboldt) bezeichnen darf, die auch wohlbehalten in die Heimat zurückgekehrt ist.

    • #7 Helga Kleisny
      2. Februar 2017

      Aufregendes Thema. Hätte ich in Flug&Zeit nicht danach gesucht…

      :-) das ist relativ. Die hier mitlesenden Piloten sehen das vermutlich anders, sind aber entspannter und nicht so borniert, wenn sie aufgefordert sind, über ihren Tellerrand zu blicken.

      Wobei ich aufregen gerne durch anregen ersetzen würde. 😉

  5. #8 DH
    1. Februar 2017

    Diese Neugier ist wahrscheinlich auch der Grund für den innovativen Umgang mit den ökologischen Ressourcen , den Menschen und der Zukunft unseres Landes.

    Sie inspiriert zu technischen Modifikationen in der Autoindustrie , zu knallharter Abführung von Konzernsteuern , zu einer gerechten Verteilung von Vermögen und Einkommen , zum humanistischen Lobbyismus , zur völligen Drogenfreiheit in den Chefetagen , zur Offenheit gegenüber demokratischer Kritik und zur Analyse , daß bei uns auch diejenigen hochkommen , die es verdient haben.

    [gestrichen hkl]

  6. #9 Laie
    1. Februar 2017

    Wie wahr doch diese Aussagen über Neugier ist.
    Ergänzend denke ich:
    Neugier ist die Triebfeder und steckt in jedem Menschen – bis man diese durch das Umfeld wie Eltern, Schule, berufliches Umfeld und im Geiste träge Machtausüber (Politiker, Beamte) reduziert wurde.

    Oder gibt es noch andere Ursachen dafür, woher die natürlich vorhandene Zerstörung erfolgen könnte?

  7. #10 roel
    *******
    2. Februar 2017

    @Helga Kleisny “Eine Diskussion über die “Studie” zur Neugier ist auch nicht gewünscht.” Warum wohl, weil sie zur weltbewegenden, ganz neuen Schlußfolgerung kommt? Oder weil sie einfach nur altbekanntes versucht aufzuwärmen?

    “Schlussfolgerung

    Wenn sie genährt und gefördert wird, kann Neugier dazu beitragen, viele der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu lösen, um im sich fortlaufend wandelnden Marktumfeld immer einen Schritt voraus zu sein sowie Produkte zu erfinden und zu gestalten, die unsere Gesundheit fördern, gut für die Umwelt sind und uns selbst erfreuen.

    Neugier ist für viele ein Motivator. Ohne sie gibt es keine Innovationen, dank ihr entwickeln sich dagegen unzählige berufliche Karrieren und Geschäfte erfolgreich. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht von zukunftsorientierten Unternehmen und Führungskräften lernen sollten, die Freiräume schaffen und Ressourcen bereitstellen, damit Ideen wachsen können. Wenn
    wir zusammenarbeiten, können wir das Potenzial der Neugier auf allen Ebenen eines Unternehmens freisetzen.

    Neugierige Menschen setzen ihre Ideen in die Tat um. Neugierige Mitarbeiter lernen schneller, behalten Informationen besser und sind ihrer Position gegenüber positiver eingestellt, ganz gleich, welche Funktion sie ausüben. Neugierige Arbeitnehmer sind am Entscheidungsprozess beteiligt. Sie sind hochmotiviert, organisiert, umsichtig und tatkräftig. Neugier kennt kein Alter, aber die Generation Y ist sich sehr wohl
    bewusst, dass ihr die Zukunft gehört. Sie strebt Innovative Arbeitsplätze dort an, wo Veränderungen stattfinden, wo Disruption nicht nur eine Floskel bleibt.
    Wie schwierig ist es, Neugier in die Tat umzusetzen? Es erfordert einen klaren Katalog an Zielen und eine unbeirrt auf die Zukunft ausgerichtete Perspektive. Man muss ein Ziel vor Augen haben und es allen Beteiligten gegenüber kommunizieren. Um Neugier zu fördern, muss man sein Kontrollbedürfnis ausschalten können, um ungeachtet des Drucks von außen kurzfristige Ziele zu erreichen. Es erfordert die Bereitschaft, Risiken einzugehen und die Fähigkeit, Scheitern nicht nur als
    Möglichkeit, sondern sogar als Sprungbrett zu akzeptieren.

    Denn es geht um unsere Zukunft. Und unsere Neugier wird bestimmen, wie sie aussieht.”

  8. #11 hubert taber
    2. Februar 2017

    noch eine ergänzung zu # 1
    die künstliche intelligenz wird nie neugierig werden.
    sie wird nie bewusstsein erlangen, nie eine triebfeder ausbilden, also nie wirklich intelligent werden.

    ich glaube hier irrte alan turing.
    mfg. hubert taber

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