Der Unsinns-Kommentar des Monats stammt von einem Ferienwohnungs-Betreiber, der um die Idylle der Fränkischen Schweiz bangt und Windräder mit Mülldeponien vergleicht.

Aus den “Nürnberger Nachrichten”:

Pfefferle geht es wie den meisten um eines: Um den Erhalt einer möglichst unverbauten Fränkischen Schweiz. Pfefferle hat Angst, die Idylle zu verlieren. «Der Begriff Naturpark bröckelt. Wir haben doch keine Alternative zum Tourismus. Heute baut man Windräder, morgen vielleicht eine Mülldeponie.« Gegen Energie aus Wind habe er nichts. Aber nicht hier.

Ist ja auch der nächstlogische Schritt. Heute Windpark – morgen Müllkippe der Nation.

Ich will jetzt gewiß nicht auf Herrn Pfefferle herumhacken, dem ich abnehme, dass sein “missionarischer Eifer” (Nürnberger Nachrichten) gegen die Windenergie dem ehrlichen Glauben entspringt, dass der touristische Wert seiner Heimat und damit auch sein Lebensunterhalt ernsthaft gefährdet ist. Darüber hinaus ist das Argument an sich ja nicht neu – lediglich der Vergleich mit einer Müllkippe ist mir so noch nicht begegnet. Auch in Thierhaupten will man keine Windräder – aus Sorge um Spaziergänger. Und in Bräunlingen sollen sogar die Solardächer verschwinden, um das historische Stadtbild nicht zu gefährden.

All denen, die Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung generell für touristenfeindlich halten, und die immer betonen, dass sie sich saubere Energie – aber bitte von woanders – wünschen, möchte ich nur folgendes entgegenhalten:

(1) Woher stammt eigentlich der feste Glaube, Windräder oder Solaranlagen seien der Ruin des Tourismusgeschäftes? Hat es bereits einmal einen Ort gegeben, in dem der Tourismus merklich eingebrochen wäre, weil dort saubere Energie erzeugt wird? (Und ja, hier wird nach einem kausalen Zusammenhang gefragt, nicht nach einem “post hoc ergo propter hoc”.)

(2) Wie genau soll das funktionieren, wenn jeder zwar die Windkraft und die Solarenergie unterstützt, aber möglichst kein Windrad und keine Kollektorfläche im eigenen Lebensradius sehen möchte? Herr Pfefferle schlägt beispielsweise vor, die Anlagen sollten doch lieber an der Küste gebaut werden. Aber auch dort gibt es Anwohner, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass die schöne Küste von Windrädern “verschandelt” wird – und die der Meinung sind, Windräder wären das Ende des Tourismusgeschäfts. Wie soll es also gehen, wenn jeder die Anlagen zwar nutzen, nicht aber sehen möchte?

(3) Welche Rolle spielen eigentlich die durch den Kilmawandel zu befürchtenden Schäden für die Tourismuswirtschaft der Fränkischen Schweiz oder anderer Urlaubsgebiete bei der Diskussion der Frage, ob man sich dort regenerative Energieanlagen wünscht oder nicht? Welche Rolle spielt das durch die Fortsetzung der aktuellen Energiepolitik in anderen Gegenden der Erde bereits heute ausgelöste Leid in solchen Diskussionen?

Wer mir das beantworten kann, darf gerne gegen Windräder missionieren gehen…

Kommentare (85)

  1. #1 Fischer
    7. Januar 2009

    Ich muss dir hier mal widersprechen: ich finde, dass man im Grunde gar nicht genug auf solchen Knallköpfen rumhacken kann. Vielleicht kapieren sie’s ja irgendwann und denken, bevor sie reden…

  2. #2 Erhard
    7. Januar 2009

    Den Unsinns Kommentar möchte ich noch toppen bezüglich einer Photovoltaikanlage an einer Lärmschutzwand:

    “Durch das ideale Klettergerüst für Kinder seien schwere Verbrennungen, Stromschläge und Knochenbrüche sowie Augenschäden vorprogrammiert.”

    http://www.sonnenfluesterer.de/?p=105

    Oder…

    “Wir wollen eine grüne Oase und keine Siliziumwüste”.

    http://www.sonnenfluesterer.de/?p=102

  3. #3 Klima-Fraktal
    7. Januar 2009

    Unabhängig davon, welche Auswirkungen Windkrafträder auf den Tourismus haben, ist der wirtschaftliche Sinn eines weiteren Ausbaus wohl mehr als fraglich.

    Hier ein paar aktuelle Angaben zur Windenergieerzeugung:

    E.ON z.B. hat nach eigenen Angaben am 16.12.2008 über 24 Stunden nur zwischen 17 und 86 MW Leistung an Windenergie in das Netz eingespeist und das bei einer installierten WKA-Leistung im eigenen Regelbereich von ca. 6.500 MW.
    Es musste zu diesem Zeitpunkt also ausreichend konventionelle Kraftwerksleistung bereitgestellt und damit vorgehalten werden.

    Wenn hier die Sinnfrage beantwortet ist, kann bei dieser Art Energierzeugung über die Berechtigung von Eingriffen in Natur, Umwelt und Tourismus diskutiert werden.

  4. #4 Joerg
    7. Januar 2009

    Hat irgendjemand behauptet, Strom soll ausschließlich aus Windenergie gewonnen werden? Dass es die richtige Mischung aus allen möglichen regenerativen und ubiquitären Energieformen sein muss, ist klar. Dass das Problem dezentraler Stromspeicherung und -leitung schleunigst mit großem Einsatz angegangen werden muss, sollte auch klar sein.
    Es gibt keine Sinnfrage zu beantworten, das ist doch nur ein Strohmann. Selbst ein Klimawandel-Leugner kann doch eigentlich nichts gegen “freie”, nicht endende Energiequellen haben?

  5. #5 User
    8. Januar 2009

    Hey,

    auch Windenergie sollte differenzierter betrachtet werden und nicht so optimistisch wie in diesen Blogbeitrag.

    Wie schon oben von Herrn Pfefferle zitiert wurde, will keiner Windanlage in direkter Nähe stehen haben und dieser Aussage stimme ich zu. Auf der anderen Seite sind diese aber auch als Energiequellen nicht zu vernachlässigen und es sollten „Plätze“ gesucht werden, auf denen die Windanlagen gestellt werden können, ohne die Bewohner in nächster Nähe zu belästigen.

    Ansätze:
    *weitläufige Wald- und Ackerflächen
    *In Nord- & Ostsee hinter den Horizont der Küstenlinie
    *dünn besiedelte Flächen
    *Sandkasten des Kindergartens
    *Grünanlangen der Städte & Naherholungsgebiete (so nahe war Ökostrom noch nie)
    ++ Wie, mit den letzten beiden nicht einverstanden? Warum?

    Ich denke, dass es nur eine vernünftige Regelung gibt, wenn man die einzelnen Einwände der Anwohner genau betrachtet und nicht einfach verallgemeinert.

    Das andere große Problem ist noch die Netzstruktur der elektrischen Energieversorgung, die von lokalen Einspeisepunkten mit hoher Leistung (Kraftwerke) ausgehen und nicht von vielen „kleinen“ Windparks, die dynamisch geregelt werden müssen.

    Des Weiteren verschleißt ein Windrad genauso wie das Fahrrad/Auto und muss gewartet/repariert und später durch ein neues ersetzt werden. Diese Kosten sehen oder wollen leider einige Windrad Freaks nicht sehen.

    Auf Grund der obigen Einwände und noch einigen mehr, sind Windparks noch keine ideale Lösung aber doch schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man diese nicht einfach nach den Dartverfahren in Deutschland platziert.

    @Christian Reinboth

    Gibt es Studien zu den Auswirkungen der jetzigen Energiepolitik in den letzten 10 bis 50 Jahren?

    Nein, die Klimaerwärmung ist jetzt keine Antwort, da diese nicht nur auf der Energieversorgung basiert sondern auch noch einige andere Faktoren beinhaltet.

    Falls ja, würde ich mich über Links freuen. 🙂

    Auch kleinere Ansätze wie eure AuLEDs zeigen Wirkung beim Umweltschutz, wenn man diese überall einsetzt, also bringt diese schnell in den Städten!!

    Oder doch lieber Windräder im Stadtpark?

    MfG

  6. #6 Christian Reinboth
    8. Januar 2009

    @Klima-Fraktal: Genau das ist der Grund, weshalb kein mir bekanntes Energiekonzept darauf baut, dass die Gesamtversorgung nur durch Windenergie gesicher wird. Die Probleme der Speicherung von Strom sind – wie Jörg ja bereits angemerkt hat – hinreichend bekannt und verdienen die höchste Aufmerksamkeit. Ein Argument, zukünftig auf den Bau neuer Windkraftanlagen zu verzichten, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Da in Zukunft ohnehin eine Entwicklung in Richtung einer eher lokalen Energieversorgung zu erwarten ist, ist auch die Errichtung von kleineren Windparks durchaus sinnstiftend…

    Was die “Sinnfrage” angeht: Ich habe nie begriffen, warum viele Klima-Skeptiker meinen, auch gegen die regenerative Energietechnik kanten zu müssen. Wenn Sie sich mit dem Begriff von der “CO2-neutralen Energie” partout nicht anfreunden können, betrachten Sie die Windkraft doch bitte einfach mal unter den Stichpunkten “Ölscheich-Diktatur-neutrale Energie”, “US-Außenpolitik-neutrale Energie” oder auch “Nuklearunfall-neutrale Energie”. Die “Sinnfrage” sollte sich dann nicht mehr stellen.

  7. #7 Christian Reinboth
    8. Januar 2009

    @User: Windenergie sollte in der Tat differenziert betrachtet werden – bei objektivem Hinsehen muß man aber doch zugeben, dass im Grunde nicht viel dagegen spricht. Wenn der Bau einer Anlage beispielsweise von Vogelschützern angefochten wird (wie das wohl auch in der Fränkischen Schweiz bei einigen Anlagen der Fall ist), dann sollte man durchaus hinhören, auch wenn ich bis jetzt noch keinen klaren Beweis dafür gesehen habe, dass Windkraftanlagen hier tatsächlich eine signifikante Bedrohung darstellen.

    Weniger Geduld habe ich allerdings mit den beiden Argumenten: “Das sieht doch aber hässlich aus – da kommen dann keine Touristen mehr” und “Natürlich wünsche ich mir so viel saubere Energie wie möglich – aber produziert werden soll sie woanders.” Beides ist in meinen Augen grober Unfug, denn noch gibt es meines Wissens nach keinen einzigen Ort, in dem der Tourismus tatsächlich eingebrochen wäre – und wenn – wie oben geschrieben – jeder sich Windräder und Solaranlagen wünscht, aber keiner sie sehen will….

    Wie schon oben von Herrn Pfefferle zitiert wurde, will keiner Windanlage in direkter Nähe stehen haben und dieser Aussage stimme ich zu.

    Warum nicht? Nur wegen des Aussehens? Sind denn Autobahnen, Telefonfunkmasten und Stromleitungen so viel schöner? Auf die verzichten wir doch auch nicht, bloss weil sie nicht ästhetisch aussehen. Und kann das Aussehen allein ein Grund dafür sein, die Erzeugung von sauberem Strom zu verhindern? Was ist mit den Folgen der aktuellen Energiepolitik, den Folgen des Klimawandels, unserer Abhängigkeit von teils äußerst undemokratischen Drittstaaten, der Gefahr nuklearer Unfälle oder terroristischer Anschläge auf AKWs? Kann man das wirklich alles mit dem Argument beiseite wischen, ein Windrad würde nicht so hübsch aussehen und Touristen verscheuchen?

    Zu den Wartungskosten: Natürlich sind die bekannt und werden bei der Planung von Anlagen ganz sicher nicht übersehen (zumindest nicht von denjenigen, die sie später finanzieren müssen…). Aber sind denn Wartungskosten wirklich ein brauchbares Argument gegen die Windenergie? Welche Form der Energieerzeugung gibt es denn, bei der keine Wartungskosten anfallen? Welche Wartungskosten haben konventionelle Kraftwerke – und welche externen Kosten (die wirklich kaum jemand beachtet) sind mit dem Betrieb von Kohle- oder Atomkraftwerken noch verbunden?

    Dazu übrigens ein dezenter Link auf einen passenden Artikel:

    http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/02/externalitaten-wer-fur-kohlekraftwerke-wirklich-bezahlt.php

    Gibt es Studien zu den Auswirkungen der jetzigen Energiepolitik in den letzten 10 bis 50 Jahren?

    Möglicherweise gibt es die – wenn ich die Zeit dazu finde, sehe ich mich gerne mal im Internet um. Ganz ohne Studie kann ich aber auf einige aktuelle Folgen der jetzigen Energiepolitik verweisen, die sicher weniger wünschenswert sind: Klimawandel (OK, den sollte ich ja nicht bringen…), Abhängigkeit von undemokratischen Drittstaaten wie Saudi-Arabien und Venezuela, Verwicklung in Konflikte zwischen Rußland und der Ukraine, unschöne und bis heute nicht zufriedenstellend erklärte Vorfälle in den AKWs Krümmel, Brunsbüttel und Forsmark. All dies sind Konsequenzen aus der aktuellen Energiepolitik, die sich mit Windkraft sicher nicht von heute auf morgen beseitigen lassen werden – das glauben nicht einmal die größten Idealisten. An ihrer Beseitigung arbeiten sollten wir aber trotzdem…

  8. #8 Christian Reinboth
    8. Januar 2009

    @Fischer: Ich versuche trotzdem, mich mit so etwas zurückzuhalten. Bei dem Argument, welches Herr Pfefferle hier exemplarisch so perfekt verkörpert, kommt mir inzwischen aber leider die Galle hoch: Windenergie nein – das schadet dem Tourismus. Und dann im gleichen Atemzug betonen, wie sehr man für Windenergie ist – aber bitte von woanders…

  9. #9 Chris
    8. Januar 2009

    Das ist doch nichts Neues. Kraftwerke jeglicher Art will keiner haben. Strom will jeder, aber Kraftwerke bitte woanders….

  10. #10 Ronny
    8. Januar 2009

    Lol, erinnert mich an uns Ösis.
    Atomkraft … PANIK !!
    Wasserkraft … NATURSCHUTZ !!
    Gas/Öl … KLIMASCHUTZ !!
    Wind … TOURISMUS !!

    Aber Strom und (wie derzeit besonders aktuell) Gas wolln ma schon …

    Ich finds nur lustig wie sich unsere Grünlinge derzeit winden wenn man sie fragt, ob man nicht vielleicht über neue Wasserkraftwerke nachdenken soll 🙂

  11. #11 Christian Reinboth
    9. Januar 2009

    @Erhard: Unglaublich, auf was für sinnlose Argumente manche Menschen verfallen. Als ob der Anblick der bloßen Lärmschutzwand so viel ästhetischer ist als der Anblick einer Kollektorfläche… Und: “Die Büsche sind ein idealer Unterschlupf für Drogensüchtige”? Das ist wirklich hart…

    Dabei ist es im Grunde eine hervorragende Idee, Lärmschutzwände auf diese Weise zu nutzen. Schade nur, wenn die Anwohner sich nicht damit anfreunden können. Was meiner Ansicht nach von dem Argument “Wir sind sehr für Solarenergie – aber muss es denn hier sein?” zu halten ist, hatte ich ja schon im Beitrag geschrieben…

  12. #12 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal Ich finde es schon lustig, daß wir immer noch dieses Argument vorgehalten bekommen Wind weht zu bestimmten Zeiten nicht. Seit 2000 haben wir den Atom Ausstiegsbeschluß und wir wissen, daß wir erneuerbare Energien ausbauen wollen. Wind weht seit Jahrtausenden wann er will. Inzwischen gibt es sehr gute Vorhersagen dank ISET. Diese Veränderung der Stromproduktion von zentral auf dezentral ist also schon lange bekannt und könnte angegangen werden. Nur die großen vier tun es nicht. Deshalb bei denen beschweren. Wir von den erneuerbaren Energien bauen weiter denn:
    100% ist das Ziel.

    @User Die Standort Überlegungen die Sie hier kommentieren werden seit 10 Jahren schon bei der Planung von Windräder berücksichtig und genausolange gibt es diese “Gegen-Argumente”
    ist nicht schön,
    laut
    und überall nur nicht hier.
    Planer von Windkraftanlagen können nicht an jedem Standort wieder mit diesen Uraltargumenten ausgebremst werden. Wir brauchen demokratisch akzeptierte Regeln und nicht die Möglichkeit, daß einzelne verhindern.

    Bezüglich Tourismus frage ich mich, wann die Bundesregierung den Nordseegemeinden endlich Milliardenunterstützungen wegen den ausbleibenden Touristen zukommen läßt? Oder gehen da tatsächlich noch Touristen hin?

  13. #13 Klima.Fraktal
    9. Januar 2009

    @ Erhard

    “@Klima-Fraktal Ich finde es schon lustig, daß wir immer noch dieses Argument vorgehalten bekommen Wind weht zu bestimmten Zeiten nicht.”

    Wenn um 06.00 Uhr nur 5 % der installierten Leistung eingespeist und die Sonne erst in anderthalb Stunden aufgeht ist es ohne konventionelle Energie nicht mehr lustig sondern nur kalt.

    “Wir von den erneuerbaren Energien bauen weiter denn:
    100% ist das Ziel.”

    Dieser Energiegau bleibt uns hoffentlich erspart.
    Zum Glück bleibt aber jede Ideologie irgendwann auf der Strecke.

  14. #14 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Joerg

    “Hat irgendjemand behauptet, Strom soll ausschließlich aus Windenergie gewonnen werden?”

    Klemmts vielleicht daran, dass Sie nicht verstanden haben, was geschrieben wurde?

    “Selbst ein Klimawandel-Leugner kann doch eigentlich nichts gegen “freie”, nicht endende Energiequellen haben?”

    Habe ich irgendwann einen Klimawandel “geleugnet”?
    Ansonsten habe ich nichts gegen wirtschaftlich sinnvolle regenerative Energieerzeugung. Auch bei mir ist eine regenerative Wärmeerzeugung im Einsatz.

    Was soll also das rumgetröte?

  15. #15 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima Fraktal
    Wir von den erneuerbaren Energien würden um 5.30 Uhr die Biogasanlage anwerfen und Wärme uns Strom erzeugen. Denn wir wissen wann die Sonne aufgeht und wann der Wind weht.
    Oder zur Not so wie heute auch wenns klemmt die Wasserkraft bemühen.
    Let’s do it. Das nächste Dach für PV wartet…

    Irgendwann werden wir 100% erneuerbare Energien haben, die Pyromanen sorgen schon dafür.

  16. #16 Christian Reinboth
    9. Januar 2009

    Wenn um 06.00 Uhr nur 5 % der installierten Leistung eingespeist und die Sonne erst in anderthalb Stunden aufgeht ist es ohne konventionelle Energie nicht mehr lustig sondern nur kalt.

    Erstens schlägt exakt aus diesem Grund niemand vor, die gesamte Energieversorgung solle ausschließlich auf Windenergie oder ausschließlich auf Solarenergie basieren. Wenn von einer 100%-Versorgung die Rede ist (die ich mir ohne Lösung des Speicherproblems auch nur schwer vorstellen kann, obwohl sie absolut wünschenswert wäre), dann steckt dahinter die Vorstellung eines Energiemix, der beispielsweise auch Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Gezeitenkraft einschließt. Mit keiner dieser vier Energieformen gibt es Probleme wenn um 6.00 Uhr morgens noch kein Wind weht…

    Zweitens – und das ist wohl der entscheidende Punkt – ist der limitierende Faktor nicht die Energietechnik selbst sondern die mangelden Speichermöglichkeiten. An diesen müssen wir unbedingt verstärkt arbeiten, was ja aber keinesfalls ein Grund dafür sein kann, keine Windkraftanlagen zu bauen. Der Atomausstieg ist nun mal beschlossene Sache – und dass es mit Öl und Gas nicht die nächsten 100 Jahre so weiterlaufen kann wie bisher, sollte doch inzwischen auch jeder mitbekommen haben… Was also spricht dagegen, jetzt schon an der Infrastruktur von morgen zu arbeiten? Außer natürlich, man lehnt die Idee einer 100%-Versorgung aus RE aus ebenfalls ideologischen Gründen ab…

  17. #17 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Christian Reinboth

    “Da in Zukunft ohnehin eine Entwicklung in Richtung einer eher lokalen Energieversorgung zu erwarten ist, ist auch die Errichtung von kleineren Windparks durchaus sinnstiftend…”

    Wohl eher nicht, was die in den Startlöchern stehenden Offshore-Parks sicherlich bestätigen.

    “Wenn Sie sich mit dem Begriff von der “CO2-neutralen Energie” partout nicht anfreunden können, betrachten Sie die Windkraft doch bitte einfach mal unter den Stichpunkten “Ölscheich-Diktatur-neutrale Energie”, “US-Außenpolitik-neutrale Energie” oder auch “Nuklearunfall-neutrale Energie”. Die “Sinnfrage” sollte sich dann nicht mehr stellen.”

    Oder vielleicht auch “Hochsubventionierte Nischenenergie”

    Ob sich allerdings unsubventionierte Windenergieerzeugung (und nicht nur diese) am Markt behaupten kann, wird die Zukunft zeigen.

  18. #18 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Erhard

    “Irgendwann werden wir 100% erneuerbare Energien haben, die Pyromanen sorgen schon dafür.”

    Das Sie für Ihre Ziele auch Pyromanen bemühen würden, glaube ich Ihnen aufs Wort.

  19. #19 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Christian Reinboth

    Sorry, ich hatte noch auf einen vorhergehenden Beitrag von Ihnen geantwortet.

    “Außer natürlich, man lehnt die Idee einer 100%-Versorgung aus RE aus ebenfalls ideologischen Gründen ab…”

    Man kann diese Idee aber auch aus wirtschaftlichen bzw. Versorgungssicherheits-Gründen ablehnen. Wobei ich einen Anteil von ca. 30 – 50 % durchaus aber für realistisch halte.
    Es steht natürlich jedem Beteiligten dieser RE-Branche frei, Maximalforderungen zustellen und nach der Politik bzw. dem Gesetzgeber zu rufen.

  20. #20 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal
    Als ob ich die Pyromanen ermuntern würde. Die machen das aus Geldgier.

    Wir aus der erneuerbaren Branche agieren weil unsere Energiequelle noch ein paar Milliarden zur Verfügung steht und wenn wir einmal 100% EE geschafft haben dann ist Ruhe im Karton.

    Übrigens sind Windkraftanlagen bereits heute hoch wirtschaftlich ohne “Subventionen”. Besonders dann wenn sie schon abgeschrieben sind… und ich sage ihnen es werden immer mehr. Windräder sind ein langfristiges Wirtschaftsgut.

  21. #21 Christian Reinboth
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal: Zum Thema “hochsubventionierte Nischenenergie”: Auch andere Energiebranchen werden in diesem Land hochgeradig subventioniert, darunter auch die Atomenergie (insbesondere, wenn man die ganzen versteckten Kosten mitbetrachtet). Verglichen mit den Summen, mit denen momentan die Banken rausgehauen werden, sind die Subventionen für die erneuerbaren Energien aber vermutlich ohnehin nur Makulatur…

  22. #22 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Erhard

    In Ihrer Branche mag man ja durchaus die staatlich garantierte Einspeisevergütung nicht als “Subvention” sondern als “Geschenk des Himmels” bezeichnen.

    “Hoch wirtschaftlich” heisst bei Ihnen also Stromerzeugungskosten von
    ca. 8 €cent/kWh bei Offshore-Parks gegenüber ca. 3 €cent/kWh bei Kohlekraftwerke bzw. ca. 2,5 €cent/kWh bei Gaskraftwerke.

    Träumen Sie aber ruhig weiter.

  23. #23 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Christian Reinboth

    Für oder wider Atomkraft, die Entscheidung hierfür sehe ich nun wieder ideologisch begründet.

    Mit den versteckten Kosten ist das sicherlich so eine Sache und man ist oft auf die manchmal nicht objektiven Angaben der jeweiligen Branche angewiesen.

    Auch bei den RE werden nicht alle möglichen versteckten Kosten ausgewiesen.
    Man denke hier nur an NF3 aus der Halbleiterbranche oder den zukünftigen mit Kadmium belasteten Sondermüll bei der Entsorgung von Solarmodulen.

    Aber das jetzt alles aufzurechnen wäre ein bisschen müßig.

  24. #24 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal
    Leider verwechseln sie (bewußt?) Kosten und Preis. 8 Cent war die EEG Vergütung 2008 für Onshore Windkraftanlagen. Die Offshore Anlagen von denen Sie schreiben sind noch nicht (weniger als 3 Anlagen) in Deutschland gebaut. Dort gibt es allerdings dann 15 Cent je kWh. Das Geld greifen dann die großen vier ab…

    Ich habe von 10 Jahre alten Windräder geschrieben bei mir um die Ecke in Südhessen die zu KALKULATORISCHEN-KOSTEN von 2 Cent produzieren. Versteht doch jeder oder? Wenn die Produktionsanlage vorhanden ist, die Eingangsenergie nix kostet und kein Mensch mehr sich um das Ding kümmern muß. Dann muß diese Technik doch günstiger sein wie alle fossilen atomaren Kraftwerke.

  25. #25 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal
    Cadmium wird bei max 3% der derzeit verbauten Solarmodulen verwendet. Zur Info diese spezielle Art nennt sich Dünnschicht! Nicht alles in einen Topf werfen.

  26. #26 Jürgen Schönstein
    9. Januar 2009

    @Christian
    Sind denn Autobahnen, Telefonfunkmasten und Stromleitungen so viel schöner? Auf die verzichten wir doch auch nicht, bloss weil sie nicht ästhetisch aussehen.
    Verzichten wohl nicht, aber darüber diskutieren, wo sie gebaut werden sollen, damit sie die Landschaft nicht verschandeln, das tun wir schon seit Generationen.
    Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen: Ich bin absolut für erneuerbare Energien, und Windkraft ist sicher noch die mit den geringsten negativen Nebenwirkungen. Und natürlich müssen die irgendwo gebaut werden, und irgendwer wird sich immer über die Standortwahl ärgern. Aber gerade deshalb darf man, wie ich finde, den Betroffenen (über das Thema hatte ich meine Diplomarbeit geschrieben, drum fühle ich mich hier angesprochen) nicht das Recht absprechen, ihre Meinung auszudrücken. Wenn Herr Pfefferle (wie ich mal auf die Schnelle recherchiert habe) Ferienwohnungen vermietet, dann ist es doch begreiflich, dass er sich nicht durch Windräder die Landschaftsästhetik – denn das ist seine “Ressource” verbauen lassen will. Mit dem gleichen Argument – und, ganz ehrlich, mit dem gleichen Recht – würde er sich gegen Mülldeponien, Autobahnen oder auch Großkliniken wehren. Alles notwendige Einrichtungen, die aber niemand (nicht nur ein Herr Pfefferle) vor seinem Fenster haben will. Als jemand, der selbst mal die Landesplanung als Berufsziel in Erwägung gezogen hatte (und Planungsbehörden bei diversen Praktika von innen kennen gelernt hat), weiß ich, dass diese Bürgeraktionen und -Initiativen, so lästig und uneinsichtig sie einem manchmal vorkommen mögen, ein wichtiges und notwendiges Element im Planungsprozess sind. Lasst dem Mann doch seine Meinung.

  27. #27 Christian Reinboth
    9. Januar 2009

    @Jürgen: Ich will dem Mann doch nicht absprechen, eine Meinung äußern zu dürfen. Ich ärgere mich eben nur über die Art und Weise, wie immer wieder gegen Anlagen aus dem Bereich der regenerativen Energietechnik Front gemacht wird, seien es Windräder, Solarkollektoren oder anderes. Würde er sich hinstellen und sagen: “Ich mache mir Sorgen um mein Geschäft, da ich befürchte, dass möglicherweise weniger Touristen herkommen” wäre das in Ordnung. Das sagt er aber nicht, statt dessen stellt er es so dar, als ob der Rückgang des Tourismus eine Tatsache wäre, die man eben erwarten müsste. Dabei hat es meines Wissens nach noch keinen einzigen Fall gegeben, in dem tatsächlich ein Rückgang eingetreten wäre. Die Aussage vom Schaden für den Tourismus ist demnach nichts anderes als eine Spekulation, noch dazu eine, für die wirklich wenig spricht. Verkauft wird es aber anders, und dies nicht nur von Herrn Pfefferle, sondern von Windkraftgegnern überall im Land.

    Was mich darüber hinaus ärgert, ist die Aussage: “Windenergie / Solarenergie – klar wollen wir die. Super Sache. Aber bitte woanders und nicht vor meiner Tür”. Diese Form der Argumentation kann man nicht immer unkommentiert durchrutschen lassen, ich habe das schon viel zu oft erlebt, auch in anderem Zusammenhang. (“Behindertenwerkstatt – großartiges Projekt! Aber sehen müssen wir die nicht, oder?”; “Ausländer integrieren – das ist sogar enorm wichtig. Aber muss es denn ausgerechnet in der Schule meiner Kinder sein?” etc. etc. etc.) Die Vorstellung mancher Menschen, das Recht zu haben, durch absolute Positiv-Projekte, von denen sie selbst teils erheblich profitieren, nicht belästigt werden zu wollen, löst bei mir gelegentlich einfach den Beißreflex aus.

    Wer so argumentiert wie Herr Pfefferle, von dem erwarte ich dass er (a) die Idee vom Tourismusgau irgendwie mit Argumenten oder Beispielen untermauern kann und (b) einen vernünftigen Vorschlag macht, wo man Anlagen alternativ aufstellen könnte (und nicht “woanders” oder “irgendwo am Meer”).

    Was mich natürlich noch brennend interessiert: Worum genau ging es denn bei der Diplomarbeit? Konkret um die Bewilligung von Windanlagen oder allgemein um die Planung von Großvorhaben? Ein entsprechender Post wäre natürlich hochspannend…

  28. #28 Jürgen Schönstein
    9. Januar 2009

    Worum genau ging es denn bei der Diplomarbeit?
    Es ging konkret um eine Umgehungsstraße in Gauting bei München – allerdings als ein Beispiel für Großvorhaben generell. Speziell war meine Aufgabenstellung, einen Weg zu finden, wie man die diversen “Betroffenheiten” eines solchen Projekts operationalisieren könnte. Das Fazit war, wenn ich es mal ganz simpel ausdrücken darf, sehr ernüchternd (und wurde daher auch nicht gerade mit einer Glanznote honoriert): Der beste Weg ist immer noch, möglichst viele Meinungen zu Wort kommen zu lassen.
    Das ist doch wie in jeder politischen Diskussion: Ausgewogenheit bedeutet nicht, dass man nur “Ausgewogenes” von sich geben darf, sondern dass möglichst viele verschiedene – und für sich genommen völlig voreingenommene – Positionen vertreten werden. Es ist die Aufgabe der Entscheidungsträger, diese Positionen abzuwägen und möglichst viel davon umzusetzen.
    Ich spiele hier wirklich nur mal den Teufelsadvokat, aber wenn Ägypten beschließen würde, Solarzellen auf die Pyramiden zu legen oder ein Windrad neben die Sphinx zu bauen, fänden wir das doch bestimmt auch nicht gut. Dem Herrn Pfefferle ist die Landschaft der Fränkischen Schweiz (bin selber Franke und daher mit der Region vertraut) sicher ebenso lieb und teuer. Und darum hat er ein Recht, dort keine Windräder sehen zu wollen und sich entsprechend zivilisiert zu wehren (Bürgeraktionen sind ein Teil des demokratischen Prozesses). Und wenn er es so engagiert tut, dass ihm die “Nürnberger Nachrichten” dafür sogar “missionarischen Eifer” bescheinigen, dann verdient er nach meiner Ansicht zumindest Respekt für sein Engagement. Denn ich glaube, dass unsere politische Kultur noch nie an zu viel Partizipation gelitten hat – im Gegenteil. Den Ausgleich zwischen diesen Positionen zu finden – das ist dann die Aufgabe der Politiker, nicht der Pfefferles.

  29. #29 Christian Reinboth
    9. Januar 2009

    @Jürgen: Ich verstehe ja die Rolle des Teufels Advokaten, aber gehört nicht aber zum geforderten Pluralismus auch, dass man mit dem gleichen Eifer, den Herr Pfeffele an den Tag legt, Argumente der Sorte “Windräder vergraulen alle Touristen” und “Windkraft ja – aber bitte woanders” kritisch betrachtet und entsprechen Kontra gibt?

    Dass es Teil des demokratischen Prozesses ist, dass man auch Meinungen zu hören bekommt, die man nicht teil oder nicht einmal nachvollziehen kann – das versteht sich von selbst, daher sei es auch jedem unbenommen, solche Positionen zu vertreten. Dass man solche Positionen aber auch kritisieren darf – mit der gleichen Schärfe, in der die Protagonisten diese vertreten – gehört für mich aber ebenso dazu.

    Mit Solarzellen auf den Pyramiden wären wir sicher aus Gründen der Bewahrung eines einmaligen Kulturgutes alle nicht glücklich. Aber ein Windrad irgendwo in der Umgebung der Pyramide. Da würden sich, vermute ich mal, die Geister bereits scheiden. Bislang hat mir jedenfalls noch niemand erklären können, was an einem Windrad so furchtbar hässlich sein soll, dass man den Anblick nicht ertragen kann. Ich finde dies, gelinde gesagt, auch beleidigend für Menschen, die ihren Unterhalt damit verdienen, dringend benötigte Anlagen zur sauberen Erzeugung von Energie herzustellen und zu warten. Die sind sicher nicht begeistert, wenn sie immer wieder zu hören bekommen, wie furchtbar hässlich doch ihre Produkte sind, während sich bei vielen anderen ebenso sichtbaren und weniger nützlichen Bauten und Technologien weitaus weniger Menschen über die Ästhetik beklagen.

    Was ich nicht nachvollziehen kann ist, wie es solchen Anti-Windkraft-Initiativen immer wieder gelingt, ihre Interessen durchzusetzen. Die Kohleindustrie fordert mitunter die Enteignung von ganzen Dörfern und die Vernichtung der Heimat vieler Menschen, damit neue Fördergebiete erschlossen werden können. In der Regel gelingt es den Anwohnern in solchen Fällen nicht, sich gegen den schwerwiegenden Eingriff in die persönlichen Rechte erfolgreich zur Wehr zu setzen, da die Versorgung mit Kohle von der Politik (noch) als übergeordnetes Interesse wahrgenommen wird. Dagegen gelingt es Anti-Windkraft-Initiativen immer wieder, ein Recht auf “schöne Aussicht” zu etablieren (noch absonderlichere Beispiele für Anti-Solar-Initiativen hatte Erhard ja schon erwähnt – auch diese durchaus von Erfolg gekrönt). Darin drückt sich meines Erachtens nach auch ein unterschwelliger Bias in der Politik aus, unter dem der Auf- und Ausbau der regenerativen Energieversorgung leidet.

    Summa summarum finde ich eine derartige Situation unbefriedigend und nehme daher auch mein demokratisches Recht in Anspruch, Argumente wie die von Herrn Pfefferle kritisch zu prüfen 🙂

  30. #30 Klima-Fraktal
    9. Januar 2009

    @Erhard

    “Leider verwechseln sie (bewußt?) Kosten und Preis. 8 Cent war die EEG Vergütung 2008 für Onshore Windkraftanlagen.”

    Lt. dena liegen die Stromgestehungskosten von Offshore-Anlagen bei
    7,4 bis 8,1 €cent/kWh. Eine Vergrößerung der Anlagenleistung könnten event. zu einer Verringerung führen.

    Ein anderer Vergleich bestätigt diese Angabe
    http://reisi.iset.uni-kassel.de/pls/w3reisiwebdad/www_reisi_page_new.show_page?page_nr=238&lang=ger

    “Cadmium wird bei max 3% der derzeit verbauten Solarmodulen verwendet. Zur Info diese spezielle Art nennt sich Dünnschicht! Nicht alles in einen Topf werfen.”

    Und die sind in Zukunft nicht zu entsorgen?
    Übrigens der Anteil von Dünnschicht-Modulen beträgt z.Z. ca. 10 % und soll sich in den nächsten 2 – 3 Jahren fast verdoppeln.
    Aber vielleicht wird Kadmium (korrekterweise CdTe) in der Zukunft ja durch GaAs abgelöst.

  31. #31 Jürgen Schönstein
    9. Januar 2009

    @Christian
    Summa summarum finde ich eine derartige Situation unbefriedigend und nehme daher auch mein demokratisches Recht in Anspruch, Argumente wie die von Herrn Pfefferle kritisch zu prüfen 🙂
    Genau! Das ist die Grundlage eines jeden Diskurses. Es ging mir ja auch nicht um Dein Posting, sondern um den Ton einiger Kommentare – daher der Plural in “Lasst ihm doch seine Meinung”.
    Aber Du wirst sicher selbst zugeben, dass Landschaftsschutz ein berechtigstes politisches Interesse ist. In welcher Entfernung von der Pyramide wäre das Windrad denn akzeptabel? Sicher nicht so nahe, dass es auf den Erinnerungsfotos der Touristen unausweichlich drauf sein muss. Alles ist eine Frage der Dimensionen.
    Meine Fahrten durch Deutschland beschränken sich ja auf sporadische Heimatbesuche – und dabei fällt mir übrigens auf, dass es nur wenige Momente bei Zug- oder Autobahnfahrten durch Süd- und Norddeutschland gibt, in denen kein Windrad irgendwo am Horizont zu sehen ist. Sooo erfolgreich scheinen die “Schönen-Aussichtler” also auch wieder nicht zu sein. Was mich als Geograph interessiert: Gibt es eigentlich ein Raumordnungskonzept für Deutschland, das solche Standortaspekte von Windkraftanlagen berücksichtigt?

  32. #32 Erhard
    9. Januar 2009

    Ich habe mal die Landschaftsverschandelung in meiner Heimatstadt durch Windmühlen dokumentiert.

    http://www.sonnenfluesterer.de

    Natürliche unberührte Landschaften sind kein Privileg von irgenwelchen Kurorten. Die Kurortbewohner leben meist auf Kosten von anderen.

  33. #33 Erhard
    9. Januar 2009

    @Klima-Fraktal
    Das freut mich, daß die dena die Kosten für Offshore Anlagen kennt.
    Ich schreib es noch einmal. Es gibt momentan in Deutschland maximal 3 Windräder die man als Offshore bezeichnen könnte.

    Der Dünnschicht Anteil beträgt insgesamt ca. 10 % darin enthalten sind aber auch andere Techniken wie amorphes Silizium und CIS etc.

    http://ralos.de/blog/2008/11/dunnschicht-anteile-der-einzelnen-techniken.html

    Ich bin kein Freund der CdTe Modulen aber First Solar gibt tatsächlich eine Rücknahmegarantie…

  34. #34 Jürgen Schönstein
    10. Januar 2009

    @Erhard
    Selbstverständlich sind Windmühlen nicht die einzigen Landschaftsverschandler. Die Strommasten der Kernkraftwerke sind ja für sich alleine schon (und waren, im konkreten Fall von Grafenrheinfeld, nahe meiner Heimatstadt Schweinfurt) waren mit ihrem Landschaftsverbrauch und ihrer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ein Argument der Kernkraftgegner. (Aber wie Christian oben schon erwähnte: Gegen die Energielobby sind Bürgeraktionen oft machtlos.)
    Naiv, aber doch mt ernstem Hintergrund gefragt: Hat mal jemand abgeschätzt, welche Leistung man gewinnen könnte, wenn man all diese KKW-Megamasten durch Windanlagen ersetzen würde?

  35. #35 Erhard
    10. Januar 2009

    @Jürgen
    wir haben knapp 20.000 Windräder in Deutschland stehen
    http://www.wind-energie.de/de/statistiken/

    Bei Strommasten kenne ich die Zahl 200.000 weiß aber leider nicht mehr die Quelle.
    Ich mache nur die einfache Rechnung verzehnfachung der Standorte = verzehnfachung des derzeitigen Stromanteils 7,2% wären also ca. 70% des Strombedarfs.
    Bitte mir jetzt nicht erklären wollen welche Ungenauigkeiten (und Unsinn) in dieser Aussage stecken. Wir sollten eher das nächste Windrad bauen als über die Maxima babbeln.

    Zu deiner Frage wegen Raumordnungskonzept. In jedem Bundesland gibt es einen Regionalplan in dem festgeschrieben wird was mit der “Region” gemacht (Wald, Wohngebiet, Gewerbegebiet, Naturschutzgebiet) wird. Dieser Plan wird z.B. gerade in Hessen überarbeitet. Leider mit wenig Fachkompetenz und viel Scheinheiligkeit. Einige Länder haben 1% ihrer Landesfläche als Vorzugsgebiete für Windkraft ausgewiesen. In Hessen wird momentan um 0,x% gefeilscht allerdings mit ausschließender Wirkung. Das bedeutet, daß laut Regionalplan auf 99,x% nicht gebaut werden darf. Andere Bundesländer sagen da wenn die Gemeinden vor Ort einverstanden sind soll es uns egal sein…

    Mich ärgern diese Pfefferles deswegen weil diese Personen sich ein Leben lang nicht drum scheren was weltweit passiert. Im Blick nur um ihr eigenes Heiligtum herum. Wenn dann ihr Heiligtum angekratzt wird sind sie zu keinerlei Kompromissen bereit. Aber am Netz vom Atom-Kohlekraftwerk hängen…

  36. #36 Klima-Fraktal
    10. Januar 2009

    @Jürgen Schönstein

    Wenn der Strom von den Offshore-Anlagen nach Sachsen, Bayern oder Baden-Württemberg transportiert werden soll, braucht man dann keine “Megamasten”?
    Pläne für den Ausbau der Stromverteilungsnetze liegen doch schon in den Schubladen.
    Vielleicht haben Sie ja dann an Ihrem Wohnort noch die Wahl zwischen
    360 kV- Hochspannungsmasten bzw. eine dezentrale Energieversorgung durch einen regionalen Windpark.

    Ihrer Meinung zur Bürgerbeteiligung an der Regionalplanung der Energieversorgung kann ich aber durchaus zustimmen.
    Ein gutes Beispiel ist sicherlich die erfolgreiche Bürgerinitiative gegen den weiteren Ausbau der “Nauener Platte”. Auf einer Fläche von 27 km² mit bisher 150 WKA´s sollten weitere 15 errichtet werden mit teilweise Abstandsflächen von nur 800 m zur umgebenden Wohnbebauung (zugelassen in Brandenburg 500 m). Hier wurde selbst zum “Hungerstreik” gegriffen mit dem Ergebnis, dass weitere Anlagen auf dieser Fläche nicht gebaut und landesweit keine weiteren Flächen für neue WKA´s ausgewiesen werden.

    “… ich finde, dass man im Grunde gar nicht genug auf solchen Knallköpfen rumhacken kann. Vielleicht kapieren sie’s ja irgendwann und denken, bevor sie reden…”

    Ja auf diese “Knallknöpfe” wurde wohl nicht genug “rumgehackt”.

  37. #37 Wolfgang Flamme
    11. Januar 2009

    @Christian

    “Erstens schlägt exakt aus diesem Grund niemand vor, die gesamte Energieversorgung solle ausschließlich auf Windenergie oder ausschließlich auf Solarenergie basieren.”

    Es hat mW aber bisher auch noch niemand eine funktionierende, sichere und ökonomische Alternative erarbeiten können.

    ” (…) dann steckt dahinter die Vorstellung eines Energiemix, der beispielsweise auch Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Gezeitenkraft einschließt.”

    Die _äußerst vage_ Vorstellung, wohlgemerkt. Wird von mir daher seit Jahren als ‘Ausredenmix’ bezeichnet, da eigentlich nie mit belastbaren Zahlen hinterfüttert.

    “Zweitens – und das ist wohl der entscheidende Punkt – ist der limitierende Faktor nicht die Energietechnik selbst sondern die mangelden Speichermöglichkeiten. An diesen müssen wir unbedingt verstärkt arbeiten, was ja aber keinesfalls ein Grund dafür sein kann, keine Windkraftanlagen zu bauen.”

    Seit wann kennt die ‘Energietechnik’ da keine Grenzen? Wieso kennen die Speichermöglichkeiten dann Grenzen? Und für was sollte diese Behauptung entscheidend sein? Wieso müssen wir -wieso ‘unbedingt’- ‘verstärkt daran arbeiten’? Und wieso können bekannte, aber ungelöste Probleme kein Grund sein, über den weiteren Ausbau einer Technologie ein Moratorium zu verhängen?

    In diesem Absatz wird einfach nur völlig sinnfrei ein ideologisches Feuerwerk abgebrannt – Aaaaah … Ohhhh … vorbei, wie schade.

  38. #38 Ronny
    12. Januar 2009

    Zitat Wolfgang : Zweitens – und das ist wohl der entscheidende Punkt – ist der limitierende Faktor nicht die Energietechnik selbst sondern die mangelnden Speichermöglichkeiten
    Exakt, hier fehlt noch viel Gehirnschmalz. Was nützt mir der schönste Wind wenn ich keinen Strom brauche und umgekehrt Flaute bei Spitzenbedarf. Mit alternativen Energien ist es nur schwer möglich eine 100% Netzabdeckung zu halten selbst wenn man mehr als 100% Spitzenleistung zur Verfügung hat.
    Optimal wäre ein Speicher den es jetzt schon gibt z.B: Methan oder noch besser Benzin so nach der Formel nCO2 + nH2O + nEnergie = CnH2n+1 + O2. Wär auch super für die Umwelt 🙂
    Findet man eine venünftige Methode Energie zu speichern, dann machen alternative Energien durchaus Sinn, derzeit braucht man aber für die Grundversorgung einfach noch fossile Brennstoffe oder Kernkraft und auf die Fusion werden wir noch lange warten müssen.

  39. #39 Rincewind
    12. Januar 2009

    @Ronny: Ich stehe genauso baff vor der ganzen Diskussion. Das zentrale Problem ist doch genau die Speichermöglichkeit für Strom. Da gibt es momentan gar nichts, was als Lösung im großtechnischen Sinn auch nur denkbar wäre. Pumpspeicher-Wasserkraftwerke wären eine Möglichkeit, aber vom benötigten Umfang in D. völlig unrealisierbar.

    Man muss sich doch bloß mal die momentane Lage anschauen: Es ist seit Tagen arschkalt und so gut wie windstill. Wo soll jetzt da der Strom herkommen, wenn nicht aus Kraftwerken, die liefern, wenn man ihn braucht?

    Es ist doch irre: Eine theoretisch mögliche Kapazität von Windkraftanlagen nützt doch nichts, wenn man sie im Bedarfsfall nicht abrufen kann!

    Die Speichermöglichkeit ist *die* zentrale Frage, über die aber stets lockerst hinweggegangen wird.

  40. #40 anton lukas
    12. Januar 2009

    Und unsere Politik fordert die Windenergie.

  41. #41 Erhard
    12. Januar 2009

    Wer sich über Speichertechnologie informieren will kann ja mal zur Eurosolarkonferenz (http://eurosolar.de/de) gehen. Die 4. Internationale Konferenz zur Speicherung erneuerbarer Energien ist in Vorbereitung und wird im Herbst 2009 stattfinden. DIe dritte war gerade im November in Berlin.

    @Anton Lukas
    Kennst du Länder die keine Windenergie bauen? Es ist nun mal die Zukunft.

  42. #42 Rincewind
    12. Januar 2009

    Na toll, Erhard. Der Ober-Lobbyist Scheer als Referenz. Der berühmteste Dampfplauderer der Szene. Mit zahlreichen Auszeichnungen seiner eigenen “Institute” und Einrichtungen.

    Auf der Seite findet sich exakt nichts, was eine realistische Option zur Stromspeicherung bieten könnte.

  43. #43 Klima-Fraktal
    13. Januar 2009

    @Rincewind

    Um hier den usern mitzuteilen, dass früh um 6.00 Uhr bei fehlender Windenergie und Sonnenschein die verbleibenden 100 % Energiebedarf für Deutschland aus Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Gezeitenkraft – ein toller Nischenmix – bereitzustellen wären, gehört fast schon religiöser Glauben.
    Die Suche nach funktionierenden, sicheren und ökonomischen Lösungen für Großspeicher hört sich in diesem Thread schon an wie die Hoffnung auf den “Messias” für die anstehenden Energieprobleme.

    Übrigens auf Ihrer Internetseite fehlt nicht eigentlich auch dieses hier?
    http://www.eu-china-energy-climate.net/img/logo-pik.gif

  44. #44 Erhard
    13. Januar 2009

    @rincewind
    Ober Lobbyist – das ist doch eine tolle Auszeichnung für Hermann Scheer. Jemand der sich für eine Sache einsetzt finde ich toll. Jemand der sich offen hinstellt und für die Sache kämpft ist mir lieber wie irgendwelche anonymen dummbabbler.

    Müsste die “realistische Option” nicht von den Netzbetreibern/Energieversorgern zur Verfügung gestellt werden?

    Übrigens habe ich geschrieben du sollst zur Konferenz gehen nicht auf die HP!

  45. #45 Wolfgang Flamme
    13. Januar 2009

    Hier mal die Ergebnisse anhand von Daten aus dem Jahre 2006 (durchschnittliches Windjahr), um die sich die 100%-EE-Befürworter ständig herumdrücken, obwohl die gar nicht so schwer zu ermitteln sind (Quellen: kombikraftwerk.de, BDEW, DONG)

    Eine EE-Mischung von 30%…50% PV – der Rest Windenergie – hätte die erforderlichen Speicherkapazitäten auf etwa 30..40 Tagesverbräuche minimiert (Wind alleine hätte eine Speicherkapazität von etwa 60 Tagen erfordert, PV alleine eine von 100 Tagesverbräuchen). Übertragungs- und Umwandlungsverluste beim Ein-/Ausspeichern sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

    Ausgehend von einem Stromjahresbedarf von ca. 550TWh wäre also eine Speicherkapazität von deutlich über 60 TWh erforderlich gewesen, um mit einer speicheroptimierten Mischung aus Wind und PV über die Runden zu kommen.

    Deutschland allein hätte also zum optimierten Ausgleich mehr als die Hälfte aller skandinavischen Hydrospeicher-Kapazitäten (120 TWh) benötigt. Was sowieso nur einen Vergleichswert und keine Option darstellt, denn bei den skandinavischen Hydrospeichern handelt es sich aber ganz überwiegend um Stauseen mit natürlichem Zufluß – ohne die passenden Unterbecken, die man beim Pumpspeicherbetrieb leider nun mal benötigt.

  46. #46 Wolfgang Flamme
    13. Januar 2009

    Die Ausgleichskapazitäten für die Windenergieproduktion lassen sich wie folgt abschätzen:

    Windenthusiasten sollte ja bekannt sein, daß im windstärkeren Halbjahr etwa 2/3 der Jahresproduktion anfallen.
    Um hier einen Ausgleich zwischen den beiden Halbjahren zu schaffen, muß man also die Hälfte der Produktionsdifferenz beider Halbjahre (1/2 * 1/3 der Jahresproduktion oder 2 Monate Durchschnittsproduktion) aufheben und später abrufen können.

    Meine Güte, war das wieder mal schwierig!

  47. #47 Wolfgang Flamme
    13. Januar 2009

    Hier nochmal ein Beispiel in R-Project zum Nachrechnen; ist ja ein Wissenschaftsblog, wo alles mit rechten Dingen zugehen soll.

    Der Einfachheit halber habe ich statt der EEG-Windproduktion lt. BDEW den seltsam ausgeglichenen Kombikraftwerk-Wind angezogen, für dessen höchst sonderbaren Verlauf die Projektleitung bei ISET/Herr Mackensen keine Erklärung hatte – anscheinend hat sich da niemand die Leistungsdauerlinien angeguckt. Wir sehen also, der ökologische Umbau unserer Stromversorgung liegt in qualifizierten Händen.

    http://i171.photobucket.com/albums/u304/wflamme/kombi2006_Wind-Leistungsdauerlinien.png

    Dennoch ergibt sich auch so ein optimierter Speicherbedarf von 20… 25 mittleren Tagesproduktionen; die Größenordnung von mehreren Wochen Speicherbedarf, die ich oben behauptet hatte, ist also belastbar.

    ***
    library(XML)
    # Datenquelle des Applet
    url = “http://www.kombikraftwerk.de/fileadmin/flash/ts_2006.xml”
    xml = xmlTreeParse(url, useInternal=TRUE)

    # Last (ld), PV (f) und den merkwürdig wehenden Kombikraftwerk-Wind (w) abholen
    kombi = as.data.frame(1:(365*24)) # Kombikraftwerk-Zeitreihe vorbereiten, 8760 Stundenwerte

    # kombi Frame füllen
    kombi$ld = as.numeric(unlist(xpathApply(xml,
    “//wpms:time_series/itX/lcX/vlX[@tpX=’ld’]”,xmlValue)))
    kombi$f = as.numeric(unlist(xpathApply(xml,
    “//wpms:time_series/itX/lcX/vlX[@tpX=’f’]”,xmlValue)))
    kombi$w = as.numeric(unlist(xpathApply(xml,
    “//wpms:time_series/itX/lcX/vlX[@tpX=’w’]”,xmlValue)))

    # normieren auf 100% Mittelwert
    kombi$ld = kombi$ld/mean(kombi$ld)
    kombi$f = kombi$f/mean(kombi$f)
    kombi$w = kombi$w/mean(kombi$w)

    # z wird den Speicherbedarf bei unterschiedlichen PV-Anteilen aufnehmen
    z = as.data.frame((0:100)/100) # PV-Anteile von 0-1 in 1%-Schritten
    names(z) = “PVAnteil”
    z$Speicher = NA #wird später gefüllt

    # Alle PV-Anteile (EE-Mischungsverhältnisse) durchlaufen
    for (i in 1:101) {
    v = z$PVAnteil[i] # akt. Mischungsverhältnis

    # Produktion des akt EE-Mixes abzgl. Last
    prod = v*kombi$f+(1-v)*kombi$w-kombi$ld

    # Verlauf der kumulierten Überschüsse/Defizite
    cumprod = cumsum(prod)

    # erf. Speicherkapazität in mittleren Tagesproduktionen
    z$Speicher[i] = (max(cumprod) – min(cumprod))/24
    }

    plot(z$PVAnteil, z$Speicher, type=”l”); grid()

  48. #48 Christian Reinboth
    22. Januar 2009

    @Wolfgang Flamme: Ich habe immer noch nicht verstanden, was eigentlich Ihr Punkt ist. Dass eine deutschlandweite Vollversorgung mit Windkraft technisch nicht machbar ist? Das bestreitet doch aber niemand. Selbst eine Abdeckung jenseits der 50% ist meines Erachtens nach nur mit einer Kombination verschiedester Techniken vorstellbar, von denen eben eine die Windkraft ist. Eine Vollversorgung wird nicht leicht zu erreichen sein und wäre vermutlich nur dann stabil zu gewährleisten, wenn man regenerativ erzeugten Strom aus Drittstaaten zukauft. Spanien beispielsweise bietet sich für die Produktion von Solarstrom in ungleich höherem Maße als die Bundesrepublik an, ebenso natürlich die nordafrikanischen Staaten. Lokal begrenzt ist eine Vollversorgung dagegen leichter zu gewährleisten. Aktuelles Beispiel dafür ist Basel, wo man inzwischen eine Deckungsrate jenseits der 80% erreicht hat:

    http://www.sr-online.de/nachrichten/29/867942.html

    Und ja, natürlich existiert ein Problem mit den Speicherkapazitäten. Auch das bestreitet niemand. An der Thematik wird zur Zeit intensiv geforscht und man kann nur darauf hoffen, dass technisch gangbare Lösungen bereits in den nächsten fünf Jahren verfügbar sein werden. Vollkommen unabhängig davon ist doch der Ausbau der für die Erzeugung der Energie benötigten “Infrastruktur” (d.h. Anlagen und ggf. auch dezentrale Netzsysteme) trotzdem sinnvoll. Die Alternative kann wohl kaum so aussehen, dass erst dann weitergebaut wird, wenn die Speicherproblematik zu aller Zufriedenheit gelöst ist. Wenn die Energiewirtschaft bisweilen solches fordert, macht sie sich nur unglaubwürdig – ich erinnere da nur an das Problem der Endlagerung von atomarem Abfall. Hier erfolgte die Aufnahme der Atomstrom-Produktion lange vor dem Zeitpunkt, an dem ein finales Konzept zum Umgang mit den Endlasten vorlag (im Prinzip existiert ja noch immer keines)…

  49. #49 Wolfgang Flamme
    25. Januar 2009

    @Christian Reinboth

    Ihre Stellungnahme ist doch genau mein Punkt – die faszinierende Quantenwelt der erneuerbaren Energien.

    Man kann wahllos nahezu unbestimmte erneuerbare Energiequellen in eine Kiste legen und diese verschließen – immer werden sich ihre Wellenfunktionen sofort zu einem 100%-Erneuerbare-Potentialfeld überlagern.

    Sie dürfen die Kiste jedoch niemals öffnen, um nachzusehen, was genau drin ist, sonst bricht das 100%-Erneuerbare-Potentialfeld sofort und unwiderruflich in sich zusammen. Um es wieder aufzubauen, müssen Sie eine zuerst unbestimmte Veränderung am Kisteninhalt vornehmen und diese wieder verschließen, dann ist auch sofort das Feld wieder da.

  50. #50 Alanka
    8. Februar 2009

    “Wir von den erneuerbaren Energien bauen weiter denn: 100% ist das Ziel” – das sagt weiter oben der Erhard. Was ist mit 100% zu verstehen.
    100% EE für eine Person, für eine Familie, für ein Dorf, für eine Stadt, für eine Region, für einen Ballungsraum, für Deutschland oder für die ganze Welt? Das wäre erst einmal zu definieren.
    Beginnen wir bei einer Person. Bei Robinson auf seiner Insel ist das sicherlich kein Problem. Auch nicht, als der Freitag dazukam. Am Tag die Sonne, bei Nacht den Wind und wenn beide ausbleiben, dann halt Bioenergie oder Geoenergie. Außerdem müssen sie auch mal schlafen. Auf einer Tropeninsel kein Problem. Aber in Schweden, Finnland, Sibirien, Mongolei etc. Lassen sich Bodenschätze und Rohstoffe einfach mit EE-Energien aus Sonne und Wind gewinnen? Mit Solarzellen ist z.B. nicht möglich, Schwermaschinen zu betreiben – statische Generatoren haben ohne Akkumulatoren im Synchronbetrieb keine Spannungsfestigkeit.

    100% können bei uns sicherlich sogar einige Bauernhöfe. Für seine paar Kilowattstunden benötigt der Bauernhof aber schon mal eine teure Solarplatte, ein Windrad und eine Biogasanlage. Insgesamt nicht recht billig. Aber er hat ja den Platz. Sonst funktioniert der flächenfressenede ‘Energiemix’ ja nicht.

    Nun stelle man sich ein Dorf vor. Jeder eine Solaranlage, ein Windrad und eine Biogasanlage – möglichtst vor der eigenen Haustüre. Könnte ja noch gehen, falls die Leute fähig sind, das zu bezahlen. Auf dem Land gibt es ja noch ‘unendlich’ viel Platz. EE-Energien haben nun mal die Eigenschaft eines hohen Flächenbedarfs – wegen ihrer geringen Leistungsdichte in W/m2.

    Und in der Stadt? Jeder ein Windrad, eine Solaranlage und ein Biogaswerk. Ab damit in die Bürgerparks als Sammeleinrichtung. Langt da der Platz für alle sonstigen Ansprüche und Bedürfnisse? Und in einem Ballungsraum, wo 1 Million Menschen mit hoher Leistungsdichte beieinander wohnen? Gibt es bei der geringen solaren Einstrahl- und Windflächendichte in W/m2 wirklich genüg Flächen? Auch für WKA oder BioKW? Möchte ich erheblich bezweifeln.

    Nun stelle man sich das dichtbesiedelte Deutschland wie einen Haushalt vor – dann mit hektarweiten Solarplattenfarmen, himmelhohen Windkraftanlagen an jeder Ecke und Biogasanlagen in jedem Straßenzug. Gibt es da noch genügend Platz für die Nahrungsmittelproduktion, für Urlaub, für Landschaft, für Wälder, Flußauen und freie, nicht spiegelnde Bergkuppen ohne PV?

    Wind- und Solaranlagen liefern zwar Strom, kommen aber zu den Wärmekraftwerken hinzu und nicht anstatt Kohle- oder Kernkraftwerke. Biokraftwerken mangelt es an der notwendigen Beschaffung von Brennstoffen. Ein Baum von 10 m Länge und 1 m Dicke ist innerhalb einer knappen Stunde verheizt – zum Nachwachsen benötigt er 100 Jahre. Ist das etwa nachhaltig? Wieviele solcher Bäume haben wir und wie lange?

    EE-Anlagen liefern zwar Strom aber benötigen einen erheblichen Ressourcenaufwand. Wenn demnächst die 400 kV-Stromleitungen aus Nord- und Ostsee ins Binnenland gebaut werden, dann bedarf es für abertausende Hoch- und Höchstspannungsmasten, Riesentrafos und Schaltanlagen 1 Million Tonnen Stahl, massenweise Aluminium für die Leitungsseile und ebenso Kupfer für die Elektrik. Also auch kein Ressourcenschutz sondern Ressourcenverbrauch. Man könnte endlos weiterschreiben…
    Also: was bedeuten 100% EE-Versorgung?
    Grüße von Alanka

  51. #51 Krishna Gans
    8. Februar 2009

    Als jemand, der das gesamte Trubachtal kennt, seine Funktion als Biotop, kan ich den Mann voll und ganz verstehen und seine Meinung nur unterstützen.
    Was da geplant ist ist einfach nur als Frevel zu bezeichnen, Frevel an der Natur und einer zumindest dort noch intakten Umwelt.
    Unabhängig von Energie-Fragen zeigt das einmal mehr, das idelogisierter Klimaschutz das das absolute Gegenteil von Naturschutz ist.
    http://www.trubachtal.com/
    images.google.de/images?ndsp=18&um=1&hl=de&q=trubachtal&start=0&sa=N

  52. #52 Krishna Gans
    8. Februar 2009

    @Erhard
    Aber am Netz vom Atom-Kohlekraftwerk hängen…
    In der Fränkischen Schweiz wir noch einiges mit Wasserkraftwerken bewältigt, siehe Ebermannstadt / Forchheim. Die schaffen es zwar nicht allein, aber einen schönen Anteil.
    Es ist nicht übermäßig lange her, daß sie sich an das große Verbundnetzt anhängen mußten.

  53. #53 Erhard
    8. Februar 2009

    @Alanka
    “Was ist mit 100% zu verstehen.”
    Vollständige Versorgung mit der einzigen Energiequelle die wir weltweit haben.
    Der Sonne.
    Es wird immer so getan als ob die Sonne dazu nicht in der Lage wäre. Dabei ist es genau umgekehrt. Die atomar fossilen Energien sind läppisch gering im Vergleich zur Sonne. Wir müssen nur lernen damit umzugehen.
    http://www.sonnenfluesterer.de/?p=472

  54. #54 Krishna Gans
    8. Februar 2009

    @Erhard
    Da müssen wir aber noch viel lernen 🙂
    Aber bis dahin dürfen wir noch “fossil” benutzen, ja ?

  55. #55 Erhard
    8. Februar 2009

    @Krishna Gans
    Ich bin mir sicher ihr (wir) werden alle fossilen und atomaren Vorräte verbrennen.
    Denn alle Menschen sind Pyromanen.

  56. #56 Wolfgang Flamme
    8. Februar 2009

    Lieber Erhard,

    da habe ich dann aber einen ganz anderen Vorschlag auf Basis dieser genialen Berechnungsgrundlage: Wir senken unseren Energieverbrauch einfach um 0,007% auf 99,993% ab und können auf das ganze Erneuerbare-Brimborium verzichten. Einfach die Heizung um 1/100°C niedriger stellen, einmal im Jahr zum Abendbrot Schnittchen statt warme Mahlzeit, alle fünf Jahre einmal mit der Bahn fahren. So einfach ist das.

  57. #57 Erhard
    8. Februar 2009

    @Wolfgang Flamme
    Danke für die “geniale Berechnungsgrundlage” aber diese Sichtweise zeigt doch auf, daß die Sonne viel Energie liefert die keiner mehr wahrnimmt. Auch nicht in den offiziellen Statistiken.
    Deine Berechnung ist allerdings falsch! Den Energieverbrauch müssen wir leider um 100% reduzieren. Die Betonung liegt auf Verbrauch wir müssen in Zukunft erneuerbare Energien nutzen…
    Es ist schade, daß die Potentiale erneuerbarer Energien immer ins lächerliche gezogen werden. Die Wahrheit sieht anders aus.

  58. #58 Krishna Gans
    8. Februar 2009

    @Eduard
    “Erneuerbare” Energien ( bewußt in ” ” ) werden nicht einfach in’s Lächerliche gezogen, sondern die manchmal abstrusen Vorstellungen, die damit einherkommen – sicher werden dann die Energien gleich mit in den Strudel gesogen.

    Die Sonne wird gern vergessen, allerdings wird sie vom IPCC Chefschreiber für die aktuelle Abkühlung ins Gespäch gebracht.
    Also, wir lernen:
    CO2 heizt, Sonne kühlt.

  59. #59 Krishna Gans
    8. Februar 2009

    Nachtrag, zuschnell auf’s Icon gedrückt:

    Die Wahrheit sieht anders aus.

    Vollkommen richtig, ganz anders sieht sie aus 🙂

  60. #60 Eddy
    9. Februar 2009

    @Fischer
    “Ich muss dir hier mal widersprechen: ich finde, dass man im Grunde gar nicht genug auf solchen Knallköpfen rumhacken kann. Vielleicht kapieren sie’s ja irgendwann und denken, bevor sie reden…”

    Dass jemand sich Gedanken um den Tourismus macht? Seinen Berufsstand? Darf das niemand?

    Allmählich stellt man sich einige Fragen!

    99% der Leute wollen keine Windkraftanlagen in ihrer Nähe! In den Alpen wirds auch voraussichtlich keine an schönen Bergpanoramas geben.

    Ist hier jemand für den flächendeckenden Ausbau der Photvoltaik in Deutschland?

  61. #61 Gluecypher
    9. Februar 2009

    @Eddy
    “Dass jemand sich Gedanken um den Tourismus macht? Seinen Berufsstand? Darf das niemand?
    Allmählich stellt man sich einige Fragen!
    99% der Leute wollen keine Windkraftanlagen in ihrer Nähe!”

    Heiliger Sankt Florian………..
    Und es will natürlich auch niemand eine Einrichtung der forensischen Psychaitrie in seiner Nähe haben. Nach Ihrer Argumentation dürfen die dann auch nicht gebaut werden.
    Aber wie wäre es mal mit Daten? Vergleich der Umsätze aus der Tourismusbranche in einem Gebiet VOR und NACH der Installation von Windkraftanlagen.
    Und was ist denn gegen Solarpanels auf den Dächern einzuwenden? Gefällt Ihnen nicht? Hmmmmmmmmm…….schlagendes Argument. Mir gefallen Autobahnen nicht. Weg damit!!

  62. #62 Krishna Gans
    9. Februar 2009

    @Gluecypher

    Nun, für diese Gebiet gibt es kein Vorher / Nachher Vergleich.

    Fakt ist, die meisten Leute die dort wohnen, sind Teilzeit – Landwirte als Nebenerwerb, ggfs, irgendwo Schichtarbeit o.ä. Beschäftigung in der nächsten Stadt, und einige haben u.U. noch ein paar Zimmer / 1- 2 Wohnungen zu vermieten.
    Haupt-Tourismus Zeit ist Frühjahr / Sommer/ bei gutem Wetter auch Herbstferien.
    Wenn übers Jahr 3 oder 5 Buchungen ausfallen, haben die Leute teilweise ein Problem.

    Ansonsten ist die Ecke da oben Biotop z.B. für Segelfalter und Schwalbenschwanz.
    Es gibt ein weitverzweigtes Heckennetzwerk, in der Trubach Forellen. Ich umschreibe das mal mit “heile Welt”.
    Das endet schlagartig mit den Quirlen, man merkt an meiner Benennung der Teile meine Ablehnung der Teile, insbesondere wenn sie versuchen, den durchaus wichtigen Naturschutz auszuhebeln.
    Teilweise ist der NABU bereits mit den Quirl-Lobbyisten im Clinch – mit recht.
    Irgendwo muß Schluß sein mit mit der idiotischen Klima”schutz”-Lüge auf Deubel komm raus.

  63. #63 Krishna Gans
    9. Februar 2009

    @Gluecypher – PS
    Aber wie wäre es mal mit Daten? Vergleich der Umsätze aus der Tourismusbranche in einem Gebiet VOR und NACH der Installation von Windkraftanlagen.
    Oben im Artikel gibt es einen Link zu den NN.
    Bei dem Artikel unten ein weiterer mit dem Interview Betroffener.
    Einfach mal lesen – vielleicht auch in Ansätzen verstehen.

  64. #64 Gluecypher
    10. Februar 2009

    @Krishna Gans
    “Nun, für diese Gebiet gibt es kein Vorher / Nachher Vergleich.”
    O.K., dann mal aus anderen Gebieten? BTW, ich kenne das Trubachtal sowie die fränkische Schweiz ganz gut. Ich habe in ER studiert und bin dort oft unterwegs gewesen, Fossilien sammeln. Auch hin und wieder in diesen schönen, amtlich anerkannten Luftkurort, durch den direkt die B470 geht. Sie wissen, was ich meine? Scheint dem Kurbetrieb keinen grossen Abbruch getan zu haben. Und seltsam, dass Menschen, denen sonst Umweltschutz offensichtlich am Ar**** vorbeigeht, auf einmal das grosse Heulen und Zähneklappern ergreift, wenn es um Segelfalter geht. Und ansonsten kann ich mich nicht wirklich daran erinnern, dass z.B. in Pottenstein oder Gößweinstein “heile Welt” wäre. Schon mal die Autos gezählt, die an einem durchschnittlichen Wochenende durch die fränkische fahren?

    “Bei dem Artikel unten ein weiterer mit dem Interview Betroffener.”
    Die Mehrzahl von Anektdoten ist nicht Daten

  65. #65 Krishna Gans
    11. Februar 2009

    @Gluecypher
    Sicher ist mir die B470 ein Begriff, und die 2 Kurorte dito. in einem habe ich früher eine Zeitlang gelebt.
    Wie kommen Sie zu der Aussage. Umweltschutz ginge mir Achterwärts vorbei ?
    Umweltschutz hat mit Klimaschutz nur das Wort “schutz” gemein.

    Trubachtal ist nicht Pottenstein, und das der Verkehr dort am Wochenende z.T unerträglich ist, da sind wir uns einig.
    Btw – Erlangen mag ich ausgesprochen gern, wann immer wir in der Gegend sind, ist mindestens ein längerer Ausflug dorthin eingeplant.

  66. #66 Eddy
    11. Februar 2009

    Hattet Ihr schon über den Spiegelartikel diskutiert?

    “Even more surprising, the European Union’s own climate change policies, touted as the most progressive in the world, are to blame. The EU-wide emissions trading system determines the total amount of CO2 that can be emitted by power companies and industries. And this amount doesn’t change — no matter how many wind turbines are erected.

    Experts have known about this situation for some time, but it still isn’t widely known to the public. Even Germany’s government officials mention it only under their breath. No one wants to discuss the political ramifications.”

    Manchmal verstehe ich nicht, wieso so viele Leute auf den scienceblogs den anderen dauernd den Gutmenschen vorhalten. Ihr denkt Ihr wärt 1)intelligenter als alle anderen und 2) die einzigen die am Umweltschutz interessiert sind. Ausserdem habt ihr scheinbar von dem Wort “Demokratie” noch nie etwas gehört?!

    Allmählich nervt mich das ganze ein wenig! Wenn ihr Leute nicht fähig seid euch ausgiebig über ein Thema zu informieren, dann schreit eure Unwissenheit doch bitte nicht so laut in die Nacht hinaus.

    Nichtsdestotrotz
    Liebe Grüsse
    Eddy

  67. #67 Christian Reinboth
    11. Februar 2009

    @Eddy: Der SpOn-Artikel ist eine journalistische Katastrophe, über die ich mich gar nicht weiter aufregen will, um keinen Schlaganfall zu riskieren…

    Daher nur soviel: Der Grund dafür, warum der Gesamt-CO2-Ausstoß nicht mit jedem Windrad oder jeder Solaranlage sinkt, sind eben nicht(!) Windrad oder Solaranlage selbst, sondern die Tatsache, dass innerhalb der EU mit Emissionszertifikaten gehandelt werden kann. Der erzeugte Strom ist natürlich trotzdem “sauber”, es wird lediglich anderswo mehr verschmutzt – Problem ist hier aber der Handel und nicht die Energietechnik. Das kommt in dem Spiegel-Artikel auch durchaus rüber, allerdings ist es so versteckt, dass man sich schon fragt, ob der Schreiber nicht vielleicht doch einen ganz anderen Eindruck erzeugen wollte:

    Mehr Infos zu diesem unerfreulichen Artikel finden sich bei Sebastian Keil:

    http://sebastiankeil.wordpress.com/2009/02/10/grober-unfug-am-journalismus-und-klimawandel/

    Was die “Demokratiedefizite” angeht, da werden Sie mir erklären müssen, was Sie konkret stört, bevor ich Ihnen eine vernünftige Antwort geben kann…

  68. #68 Krishna Gans
    11. Februar 2009

    @Gluecypher

    Am besten, btw, behandelt man die Ammoniten mit Pluviol, dann heben sie sich farblich schön ab, glänzen leicht und sind Wasserabweisend.
    Kann ich nur empfehlen.

  69. #69 Krishna Gans
    11. Februar 2009

    @Christian Reinboth
    Also von versteckt kan eigentlich nicht die Rede sein, der halbe Artikel, Teil 2 läßt sich über
    das Thema Ablaßhandel aus.

    Das ist arg tendenziös interpretiert, was Sie da schreiben.
    Sie können das höschstens in Bezug auf die Schlagzeile gelten lassen.

  70. #70 Christian Reinboth
    11. Februar 2009

    @Krishna Gans:

    Aber eben wegen des “Ablaßhandels” kommt es doch dazu, dass die CO2-Reduktionen so mager ausfallen. Also nichts mit “Windräder schützen das Klima nicht” – wenn die SPON-Schlagzeile nicht tendenziös war, dann weiß ich auch nicht.

    Eine sehr gute, ausführliche Besprechung des Artikels finden Sie auch hier:

    http://www.klima-luegendetektor.de/2009/02/11/spiegelonline-wie-don-quijote-gegen-windrader/

  71. #71 Krishna Gans
    11. Februar 2009

    @Christian Reinboth
    Der Artikel ist eine Sache, da ist nichts versteckt,
    hat aber nichts mit der Schlagzeile zu tun.
    Schreib ich doch.

    Die Kritik die Sie meinen kann sich eigentlich:
    Sie können das höschstens in Bezug auf die Schlagzeile gelten lassen

    Das:
    Das kommt in dem Spiegel-Artikel auch durchaus rüber, allerdings ist es so versteckt, dass man sich schon fragt, ob der Schreiber nicht vielleicht doch einen ganz anderen Eindruck erzeugen wollte:
    Betrifft eben nicht den Artikel, sondern die Schlagzeile, die nur unsauber wiedergibt, was im Artikel steht.

  72. #72 Eddy
    11. Februar 2009

    @Herr Reinboth

    Demokratie heisst für mich, dass jeder das Recht hat eine Meinung zu haben, ohne angepöbelt zu werden. Durch Windkraft kann kein Co2 eingespart werden. Das ist das Fazit des Spiegelartikels. Wenn er nicht stimmt, dann nehme ich die Kritik selbstverständlich zurück!

    Ich bin nicht gegen Diskussionen über alternative Energien und wo man sie einsetzen kann, ganz im Gegenteil. Ich möchte bloss dass die Diskussion objektiv wissenschaftlich und nachvollziehbar bleibt.

    Leider habe ich auf Scienceblogs Dinge erlebt die alles was ich für möglich gehalten hatte von Rufmord bis zur tödlichsten Beleidigung übertreffen.

    Entschuldigen Sie bitte, dass sich dachte dies wäre bloss der verlängerte Arm des Vllhrnmptrtn “Joerg” http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2009/02/etablierte-klimaforscher-sehen-menschgemachte-klimaerwarmung.php

    Nichts für ungut und danke für die Infos!!!!! vor allem SORRY

    Eddy

  73. #73 Krishna Gans
    11. Februar 2009

    @Eddy
    Das sind hier die Scienceblogs.
    Hier stellt sich die junge Elite der Wissenschaft Deutschlands vor.
    Man kan hier hervorragende (psyhologische) Studien über die kommende Generation der Leute bekommen, die u U unseren späteren Regierungen Rat”schläge” erteilen wollen.
    Im Moment üben sie noch an den Nacken”schlägen”.
    Das vergeht, Eddy.

  74. #74 Christian Reinboth
    12. Februar 2009

    @Eddy: Über das Fazit des Spiegel-Artikels werden wir uns vermutlich nicht einig werden. Im Grunde ist es so: Wenn ich mit einem Windrad Strom produziere, ist dieser (fast) CO2-neutral, im Gegensatz zu – beispielsweise – aus Kohle erzeugtem Strom. Wenn ich aufgrund der Tatsache, dass Windräder Strom liefern, weniger Strom aus Kohle erzeugen muss, habe ich CO2 eingespart. Durch Windkraft kann also sehr wohl CO2 eingespart werden. Das starre Emissionshandel-System sorgt nun aber leider dafür, dass diese Einsparungen an anderer Stelle wieder zunichte gemacht werden. Die “Schuld” hierfür kann man aber kaum der Windkraft anlasten, die liegt beim Emissionshandel.

    Ansonsten stimme ich Ihnen natürlich zu: In einer Demokratie sollte jeder eine Meinung vertreten dürfen, ohne dafür angepöbelt zu werden. Natürlich kommt es dann ebenfalls darauf an, wie man diese Meinung vertritt. Wenn Sie sich in den Kommentaren vor allem beim Kollegen Georg Hoffmann umschauen, werden Sie schnell feststellen, dass die Emotionen bei manchen Themen schnell hochschlagen und Klimaforscher schon mal mit Nazis oder anderen unfreundlichen Gestalten verglichen werden. Sowas kann man leider nicht mehr als “Meinung” durchgehen lassen – und dass manche Kollegen dann an manchen Tagen keine Lust mehr auf Diskussionen haben, kann man – denke ich – auch nachvollziehen.

  75. #75 Christian Reinboth
    12. Februar 2009

    @Krishna Gans: Die Idee vom Übungsplatz für künftige Regierungsberater kann mit der bei Florian diskutierten Verschwörungstheorie vom geheimen “Anti-Astrologie-Papier”, dass jeder Astronom angeblich unterzeichnen muss, zwar noch nicht ganz mithalten, sie hat aber einen gewissen Unterhaltungswert.

    Ich hoffe mal, dass Sie das nicht ernsthaft glauben. Die Zahl der (Natur-) Wissenschaftler mit Mandat oder in einflussreicher Beraterposition ist in der Bundesrepublik äußerst gering. Auf den ScienceBlogs schreiben unter anderem Astronomen, Biologen, Mathematiker und Physiker – und Sie glauben doch nicht wirklich, dass diese Berufsgruppen viel Einfluss auf die Politik hätten, oder dass man ihnen Beraterverträge nachwerfen würde?

    Dazu kann ich nur sagen: Schön, wenn es so wäre 🙂

  76. #76 Krishna Gans
    12. Februar 2009

    @Christian Reinboth
    Dazu kann ich nur sagen: Schön, wenn es so wäre 🙂
    Also bei denen die ich meine besser nicht, das wären Auswanderungsgründe……
    ‘:}
    Nee, ansonsten ist das schon klar, aber die Art mit anderen umzugehen, auch mit welchen, die ihnen nichts getan haben außer eine andere Meinung zu haben, das stellt ihnen wahrlich kein gutes Zeugnis aus.
    Ich finde da definitiv nichts verteidigungswürdiges.

  77. #77 Eddy
    13. Februar 2009

    @Herr Reinboth

    Doch, ich stimme Ihnen zu, hab mich bloss schlecht ausgedrückt. Sorry, Ich hatte diesen Artikel nur auszugsweise auf Englisch vorliegen. Ich habe nichts gegen Windkraft, solange niemand damit die fossilen Energien ersetzen will.

    Oben habe ich nur die extreme Kritik an dem Mann bemängelt der keine Windräder in seiner Nähe haben will. Natürlich sind Mülldeponien weit schlimmer, aber der Vergleich ist irgendwie nicht ganz von der Hand zu weisen 😉

    Sie sind sehr freundlich und es macht Spass mit Ihnen zu diskutieren. Danke für die Richtigstellung! Ich bin auch nicht immer so begeistert von den Spiegelartikeln. Die Windkraft kann nichts für die Zertifikatpolitik und die Bilanz ist ja besser als ich bisher dachte. Ich hab mich kurz schlau gemacht. Ich frage mich bloss wie weit man das ausbauen kann und will. Wir Luxemburger werden offshore bauen, obschon wir keine Küste haben 😉 Die Politiker sind bei uns halt besonders “schlau” und an Geld fehlts auch nicht ;-)))

    Danke und bis bald

    Eddy

  78. #78 Christian Reinboth
    13. Februar 2009

    @Eddy:

    Ich habe nichts gegen Windkraft, solange niemand damit die fossilen Energien ersetzen will.

    Das ultimative Ziel des ganzen Windkraft-Ausbaus ist es natürlich schon, die fossilen Energien zu ersetzen. Selbst wenn Sie alle Umweltprobleme mal außer Acht lassen, ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass fossile Energien auf jeden Fall begrenzt sind und daher irgendwann ersetzt werden müssen, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen. Es gilt unter Fachleuten schließlich als nicht unwahrscheinlich, dass der “peak oil”, der Zeitpunkt der höchsten Ölfördermengen, bereits überschritten ist.

    Oben habe ich nur die extreme Kritik an dem Mann bemängelt der keine Windräder in seiner Nähe haben will. Natürlich sind Mülldeponien weit schlimmer, aber der Vergleich ist irgendwie nicht ganz von der Hand zu weisen 😉

    Ich denke, den Mann kritisiere ich schon zu Recht. Es kann nicht angehen, dass man sich hinstellt und sagt, man wünscht sich saubere Energietechnik – aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Irgendwo müssen die Dinger schließlich gebaut werden. Mit der gleichen Logik könnte ich mich hinstellen und sagen, dass ich mir eine gute medizinische Versorgung wünsche – aber bloß kein Krankenhaus in der Nachbarschaft. Dass ich mir eine gute Betreeung von Behinderten wünsche – aber bloß nicht dort, wo ich sie sehen kann. Dass ich mir bessere Schulen wünsche – aber nicht finanziert mit meinen Steuergeldern etc. pp.

    Wenn jeder etwas haben aber niemand es sehen, riechen, hören oder finanzieren möchte, dann haben wir ein Problem – und genau aus diesem Grund kann ich die Argumentation “bitte mehr Windräder – aber nicht bei mir” nicht mehr hören. Die Leute sollen sich klar positionieren, entweder sie sind vollständig gegen die Windkraft (und bieten eine sinnvolle Alternative an), oder aber sie sind aus ganz bestimmten, klar nachvollziehbaren Gründen gegen ein spezielles Windkraft-Projekt. Nur “die sehen nicht schön aus, also baut sie bitte woanders” ist nun wirklich kein besonders sinnvoller Standpunkt…

  79. #79 Eddy
    13. Februar 2009

    Hallo noch einmal,

    Die Windkraft kann nur einen kleinen Teil der fossilen Energien ersetzen? Ich denke nicht, dass die Bevölkerung schon bereit ist Stadt und Land vollzupflanzen.

    Es ist auch kaum vorstellbar, dass man die Natur schützen kann, wenn man sie mit Windkraftanlagen spickt.

    Ich weiss nicht welche Dichte realistisch wäre, aber soweit ich es verstehe, wird sogar bei sehr hoher Dichte immer nur ein kleiner Teil der Energie ersetzt werden können. Ich würde mich aber über gute Infos freuen, die das Gegenteil beweisen.

    Ich kann Sie sehr gut verstehen, wenn sie “bitte mehr Windräder – aber nicht bei mir” nicht mehr hören können. Die Frage wäre, welche Alternative übrig bliebe. Ich vermute, dass Solarkraftwerke in der Sahara weit wirtschaftlicher wären als diese Windkraftanlagen.

    Wie könnte Ihnen zufolge denn ein Mix aussehen, mit den heute schon zur Verfügung stehenden Mitteln und denen die wir in spätestens 10 Jahren nutzen könnten?

    Wohlverstanden, ich bin der erste der einen gangbaren Weg mitgehen würde. Den ganzen Wald voller Windturbinen gefällt mir aber persönlich überhaupt nicht. Ich denke, dann bliebe ich lieber zuhause.

    Liebe Grüsse
    Eddy

  80. #80 Eddy
    13. Februar 2009

    Zusatz:

    Ich verfolge die Diskussion um Wind und Solar etwas nebenbei. Wenn Sie Links und/oder Dokumente zum Thema hätten würde mich das sehr freuen. Ich könnte eine kleine Auffrischung vertragen.

    Hier ist eins meiner Infogebiete:

    http://www.3sat.de/nano/bstuecke/52753/index.html

    Zum Beispiel: “*Obwohl die Alpen mit ihren konstanten Winden gute Bedingungen für Windkraft bieten und sich auch die Vereisung der Rotoren in den Griffe bekommen lässt, wird das Gebirge wohl nicht zum Windpark werden, meint Elektroingenieur Markus Russi.”

    Ansonsten schönes Wochenende und vielleicht bis bald
    Eddy

  81. #81 Krishna Gans
    13. Februar 2009

    http://www.mazarchiv.de/_suche/11598/maz2009/c_200902/gegenwind__protest_dabergotzer_wollen_am.html

    Es gibt auch andere Gründe, gegen WKA zu sein, die auch nachvollziehbar sind

  82. #82 Eddy
    16. Februar 2009

    Nichts positives zur Windkraft zu vermelden???

  83. #83 Krishna Gans
    18. Februar 2009

    @Eddy
    Sollte es etwa was geben ???
    Würde mich erstaunen.

  84. #84 Thomas
    9. Januar 2010

    Schade, dass die Schreiber gegen Windenergie das Zeichen der Zeit nicht sehen wollen oder können.
    GB wird jetzt gross in Windenergie investieren, im Meer. Ja, das ist gut, aber sicher nicht so einfach, wie wir das uns vorstellen. Bequem und warm in der Stube vor dem Computer im Binnenland. Sinn machen unsere WEA auch, weil sie das Netz schonen. Wer Sicherheit in der Versorgung will, der schaut, dass er möglichst viel Energie aus der Region beziehen kann. Ist ja auch logisch, oder? Alles was nicht weit transportiert werden muss verursacht weniger Störungen. Was uns noch fehlt ist das Krisenbewusstsein, welches sich aber nach ein paar kalten und windigen Wintern bald einstellen wird. Dann will ich sie wieder einmal schreiben sehen und nach Strom rufen. In Frankreich sind einige Haushalte ohne Strom und Gas. Schöne Bescherung, wer seine heimische regenerative Energie verschwendet und nicht nutzt.
    Thomas

  85. #85 Stephan Forstner
    31. März 2011

    So unverschämt und scheinheilig war noch keine andere Bundesregierung wie diese. Mit dem Hauptprojekt Laufzeitverlängerung – mehr hatte die Bundesregierung letztes Jahr nicht geschafft – ging man jetzt so baden, wenn der Anlass nicht so fürchterlich wäre, könnte man glatt Häme empfinden. Das ist jetzt der oft angekündigte Anfang vom Ende der Regierung Merkel, davon wird sie sich nicht mehr erholen.