Am Wochenende haben meine Frau und ich zur Feier unseres ersten Hochzeitstags einen Kurzurlaub in Zella-Mehlis verbracht und dabei das dortige Meeresaquarium besucht. Ein paar fotografische Eindrücke vom “Meeres-Zoo” habe ich für das Blog zusammengestellt.

Auch wenn die ScienceBlogs natürlich keine Werbeveranstaltung sind, halte ich ein kleines Foto-Posting ab und an für vertretbar, um auf etwas wirklich Sehenswertes wie eben das Meeresaquarium in Zella-Mehlis hinzuweisen, zumal jeder Besucher mit seinem Eintritt indirekt auch die zahlreichen Naturschutzprojekte von Ehepaar Landeck unterstützt, die diesen besonderen Zoo betreiben. In Aquarien mit einem Fassungsvermögen von mehr als einer Million Litern Wasser sind über 200 faszinierende aquatische Tierarten untergebracht.

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Die Clownfische (Amphiprion percula) gehören zu den Anemonenfischen und kommen in den Korallenriffen an den Küsten Neuguineas und Melanesiens vor. Durch den Film “Findet Nemo” erlangte der Clownfisch eine gewisse Berühmtheit, was allerdings zu einer teils erheblichen Überfischung und Ausdünnung der natürlichen Populationen geführt hat.

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Beeindruckend fand ich vor allem die Steinfische (Synanceiinae). Diese sind – wie das Foto zeigt – nicht nur extrem gut getarnt sondern auch äußerst giftig. Das Gift, welches sich in den (im Bild nicht sichtbaren) Rückflossenstacheln befindet, kann unter Umständen sogar einen Menschen töten, weshalb Tauchurlauber regelmäßig vor den Fischen gewarnt werden.

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Ebenfalls giftig ist der Indische Rotfeuerfisch (Pterois miles), dessen Lebensraum Rotes Meer und Indischer Ozean sind. Genau wie der Steinfisch gehört der Rotfeuerfisch zur Gattung der Skorpionfische. Im Gegensatz zu den Steinfischen ist jedoch das Gift der Rotfeuerfische für den Menschen nicht tödlich, Stiche sollen aber extrem schmerzhaft sein.

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Der Gelbe Segelflossendoktor (Zebrasoma flavescens) gehört zur Familie der Doktorfische und wird auch Gelber Segeldoktorfisch genannt. Doktorfische sind beliebte Zierfische und finden sich – ebenso wie Anemonenfische – in vielen Heimaquarien. Als kleine Besonderheit lässt sich die Stimmungslage des Fisches anhand der Augenfarbe bestimmen: Ist das Auge hell, verhält sich der Fisch friedlich, verfärbt es sich dagegen dunkel, ist mit aggressivem Verhalten zu rechnen – das gibt es sonst nur im Esoterik-Forum…

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Enorm beeindruckend fand ich persönlich das Haifischbecken mit einem Fassungsvermögen von ganzen 250.000 Litern. Das Foto zeigt einen (schwangeren?) Sandtiegerhai (Carcharias taurus), eine von drei Hai-Arten, die sich in Zella-Mehlis aus der Nähe betrachten lassen.

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So sehen übrigens Haifisch-Eier aus der Nähe aus, hier die von einem Epaulettenhai, der zur Familie der Bambushaie (Hemiscylliidae) gehört. Auch mehrere kleine Junghaie ließen sich beobachten (aber bedauerlicherweise nur sehr schlecht fotografieren…).

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Zum Abschluß noch dieses schöne Foto eines Wels (Silurus glanis), der auch in unseren Breitengraden beobacht- und teilweise sogar angelbar ist. Gut zu sehen ist die praktisch kiesfreie Stelle unter dem Wels, die dieser mit seiner konstanten Bewegung erzeugt. Die Eier dieser Fische werden übrigens – das war mir bis gestern auch neu – hierzulande als “Quasi-Kaviar” gehandelt. Der Wels ist einer der größten Jäger in unseren heimischen Gewässern, größere Exemplare dieser Art gehen sogar auf die Jagd nach Wasservögeln.

Alles in allem ein hochinteressanter Besuch, der sicher irgendwann wiederholt wird. Wer sich in der Gegend aufhalten sollte und für aquatische Ökosysteme begeistern kann, dem kann ich den Besuch dieses ganz besonderen Zoos nur wärmstens empfehlen.

Kommentare

  1. #1 Maxi Hoffmann
    20. Januar 2010

    hallo wollte nur mal sagen das es dort jetzt ein 1 millionen Liter becken gibt für die Großen haie sehr empfehlenswert

  2. #2 Krass
    18. März 2010

    Mittags findet dort eine Hai-Fütterung statt. Absolut sehenswert!

  3. #3 Thorsten
    24. März 2010

    Scheint hier doch sehr interessant zu sein und ich muss nicht soweit fahren wie beim letzten Mal. Denn Lissabon ist eine Ecke weiter weg.