Der Ausbau Köthens zur “Stadt der Homöopathie” schreitet zügig voran: Das Köthener Ludwigsgymnasium strebt eine Zusammenarbeit mit der neueröffneten Europäischen Bibliothek für Homöopathie an. Die ersten “Schnupperstunden” fanden bereits statt.

Seit der Kontroverse um das Millionen-Investment des Landes Sachsen-Anhalt in diverse Homöopathie-Projekte in Köthen bekomme ich regelmäßig Artikel zum Thema zugeschickt. Eigentlich wollte ich ja von der Homöopathie eine Weile Abstand halten und mich wieder meinen Kernthemen widmen, weshalb ich das meiste eher still zur Kenntnis nehme. Diesen aktuellen Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung kann ich aber nicht einfach ignorieren:

Ungewöhnlicher Andrang, man könnte fast sagen “Tanz in allen Sälen” herrschte am Donnerstag über viele Stunden in der Europäischen Bibliothek für Homöopathie. Ganze Scharen zukünftiger Abiturienten aus den 10., 11. und 12. Klassen traten in drei Schichten an, sie näher kennen zu lernen. Hintergrund dafür: Die Bibliothek und das Köthener Ludwigsgymnasium streben für die Zukunft eine Kooperation an. Davon versprechen sich sowohl Schule als auch Bibliothek einiges – obwohl der Donnerstag dafür lediglich ein erster Schritt gewesen ist.

Tatsächlich werden die Homöopathie-Bibliothek ebenso wie die Homöopathie-Stiftung des DZVhÄ und die Homöopathie- und Wissenschaftsservice Köthen GmbH auf der Webseite des Landesgymnasiums bereits als neue Kooperationspartner vorgestellt.

Martina Eisenberg sagt: “Wir werden versuchen, über interessierte Schüler etwas aufzubauen. Es finden sich bestimmt einige, die die Räumlichkeiten hier intensiver nutzen werden als andere. Denen wollen wir anbieten, diese Bibliothek mit zu nutzen. Wir haben zwar selbst eine gut ausgestattete Büchersammlung, doch hier könnten die Jugendlichen ihr Spektrum noch stark erweitern.” […] “Wir wollen allerdings nicht für Homöopathie missionieren”, lächelt Frau Radtke. “Aber diejenigen Schüler, bei denen wir Interesse wecken können, würden wir gern weiter begleiten.”

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich der Bericht und das dazugehörige Foto der MZ (ein Raum voller Zehntklässler mit der Bildunterschrift: “Hier werden die Gymnasiasten mit den Grundlagen der Homöopathie bekannt gemacht”) ein wenig entsetzt haben. Obwohl ich Diskussionen pro und contra Homöopathie persönlich ganz interessant finde, wage ich doch zu bezweifeln, dass das Thema ins Klassenzimmer gehört. Noch stehen klare Beweise für die Wirksamkeit der homöopathischen Prinzipien aus – und da einige ihrer Annahmen – wie die vom Gedächnis des Wassers – sich nicht einmal mit den Grundprinzipien der Physik vertragen, hat Homöopathe an Schulen meines Erachtens nach nichts verloren.

Sehe ich das zu eng – oder greift in Köthen jetzt die Gegenaufklärung um sich?

Kommentare (49)

  1. #1 Stefan
    10. November 2009

    Auweia! Gegenaufklärung ist ein freundliches Wort, vor allem, weil der klassische Journalismus seinen Auftrag zur Aufklärung mal wieder nicht nachkommt. Statt kritisch zu hinterfragen wird lediglich berichtet, als träfe sich der Landfrauenverein zum Kaffeetrinken. Warum müssen Blogger immer die ganze Arbeit der “Profis” machen?

  2. #2 Christian A.
    10. November 2009

    Ist die Mitteldeutsche Zeitung auch so ein regionales Käseblatt?Wenn ja, dann traue ich denen sowieso alles zu. Achten schon auf Seriösität im Vergleich zur Bild, aber wenns um wissenschaftliches geht, dann wissen die einfach nicht wos langgeht.

  3. #3 Christian Reinboth
    10. November 2009

    @Christian A.: Nein, die MZ ist eigentlich eine recht gute Zeitung. Das Problem scheint mir zu sein, dass solche Dinge in Köthen mit einer Selbstverständlichkeit geschehen, die einfach nicht zur Kritik einlädt. Landesregierung, Stadtverwaltung, Uni und jetzt auch die Gymnasien – bei der Unterstützung des Homöopathie-Image sind alle voll dabei. Wenn man als Journalist mit dem Begriff Homöopathie vielleicht nicht viel verbindet, was sollte einen da bei einer derartigen Konstellation schon auf kritische Gedanken bringen? Wenn die Gymnasiasten ins Landesmuseum nach Halle fahren, um sich dort die Himmelsscheibe von Nebra anzusehen, wird das ja auch nicht kritisch hinterfragt. Auf diesem Level der Akzeptanz ist man in Köthen ja vielleicht inzwischen angekommen…

  4. #4 Happy
    10. November 2009

    Das siehst du überhaupt nicht zu eng. Ganz im Gegenteil. Homöopathie in der Schule ist eine bildungspolitische Katastrophe! Von wegen “Interesse wecken”… Genau wie die Religionen es vormachen versucht hier ein Haufen Esoteriker, Kinder rechtzeitig mit ihrem WahnUnsinn zu indoktrinieren – je früher, desto einfacher. Wenn die Leute erstmal mit gesunder Skepsis und naturwissenschaftlichem Hintergrundwissen immunisiert wurden, wird das nämlich deutlich schwerer.

  5. #5 Tina
    10. November 2009

    Homöopathen sind doch im Grunde wissenschaftlich genauso zu behandeln wie Kreationisten. Würde eine Schule meiner Kinder derart mit “Wissenschaft” umgehen, dann wäre ich ziemlich lautstark auf den Barrikaden. Egal ob es der Besuch einer homöopathischen Bibliothek oder das Lehren des intelligenten Designs wäre.

    Bei den Kreationisten hätte ich vermutlich mehr Mitstreiter, während die Homöopathie gerade sehr in ist.

  6. #6 Bernd
    10. November 2009

    Alle homöopathischen Produkte sollten den Hinweis enthalten “Wirknachweis nicht vorhanden!” Der missionarische Eifer der Homöopathen muss gebremst werden.

  7. #7 rolak
    10. November 2009

    /zu eng?/ imho nein

  8. #8 Micha
    10. November 2009

    @Bernd
    Da steht zwar etwas drauf, das “nix getestet, nur von Homöopathen als wirksam angesehen” bedeuten soll, aber das ist geschickt kaschiert.

    Ich würde mich schon freuen, wenn die Inhaltsstoffe im Detail und mit einer “üblichen” Benennung (z.B. in mg) draufstehen müssten. Das wäre recht lustig, wenn statt der heutigen Beschreibung (hier am Beispiel des Komplexmittels Zappelin N (http://bit.ly/1TBHC5) auf der Packung stehen müsste:

    1g Zappelin enthalten:
    0,0000000000000025 mg Chamomilla
    0,0000000025 mg Kalium phosphoricum
    0,0000000000000025 mg Staphisagria
    0,0000000025 mg Valeriana
    999,999999994999995 mg Sonstirgendwas

    … und bei D30 müsste dann dastehen, dass es 1000 mg des Sonstirgendwas sind.

    Damit wäre meines Erachtens schon viel gewonnen, aber die Homöopathielobby hat durchgesetzt, dass so ein Blödsinn wie “Chamomilla Dil. D12 2,5 mg” draufstehen darf…

  9. #9 hatlopicker
    11. November 2009

    @ micha

    Was heisst das, die Homöopathenlobby hat durchgesetzt. Die Mittel sind so beschrieben weil die Homöopathen wissen, was das ist. Und dich als Gegner kann das doch nicht berühren. Du kriegst was Anderes und bist glücklich damit. Nimm einfach deine Pfoten aus der fremden Suppe und die Sache hat sich.

  10. #10 vaclav
    11. November 2009

    @ bernd

    Ja, und auf den anderen Medikamenten müsste ganz gross draufstehen: VORSICHT!!! Schwere und gefährliche Nebenwirkungen, macht bei länger dauernder Einnahme krank. Ich könnte gut damit leben. Sie auch?

  11. #11 Micha
    11. November 2009

    @hatlopicker
    Dass die Homöopathen wissen was das ist ist ja schön und gut, aber als Verbraucher wüsste ich schon gerne, was in dem von mir eingenommenen Mitteln (das gilt nicht nur für echte oder angebliche Arzneimittel) drin ist. Und das sollte ich wissen, auch ohne erst einen Kurs in Homöopathie gemacht zu haben – die Mengenangaben sollten schlicht allgemein verständlich sein. Sie sind es auch bei “normalen” Arzneimitteln, denn dort steht drauf, wieviel mg der Wirksubstanz in einer Tablette zu finden ist.

    Ich weiß, dass “Chamomilla Dil. D12 2,5 mg” nichts anderes bedeutet, als 0,0000000000025 mg Chamonilla – aber viele Menschen wissen genau das nicht (wenn ich Homöopathieanwender darauf anspreche sind sie in der Regel ziemlich überrascht – dabei geht es mir gar nicht darum, denen ihre Globuli auszureden).

    Und wieso darf bei einem homöopathischen Mittel D30 ein Inhaltsstoff drauf stehen, der dann gar nicht drin ist? Wäre solches bei einem “normalen” Arzneimittel der Fall, es wäre ein Skandal aller erster Güte! Die Schlagzeile “Pharmakonzern XXX betrügt seine Kunden – kein ZZZZZ in der ZZZZZ-Tablette” würde – selbstverständlich zurecht – durch alle Gazetten rauschen. Warum gilt das nicht für Homöopathika?

    Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn – in obigem Beispiel – die homöopathische Bezeichnung auf der Packung steht, nur sollte auch eine allgemein verständliche Beschreibung ebenfalls draufstehen müssen (… und ggf. die Tatsache, dass bei D30 die Wirksubstanz NICHT vorhanden ist).

    Btw: hab mich im letzten Posting ein wenig vertan: die Angaben hinter den homöopathischen Ingredienzen sind natürlich g und nicht mg.

  12. #12 GeMa
    11. November 2009

    Gibt das denn auch gymnasiale Schnupperstunden in der Hochschulbibliothek Köthen oder gar Schnupperstunden in moderner Medizin? Was haben die Homöopathen an Schulen zu suchen (bzw. @hatlopicker, was haben die ihre Pfoten in fremde Suppe zu stecken) – seit wann gehört die theoretische Rolle der praktischen Bedeutung einer mittelalterlichen Drecksapotheke zur schulischen Ausbildung.

    Aber gut, derlei ist eben auch eine ganz klare Antwort zur Frage Bildungs- und Ausbildungsniveau im internationalen Vergleich und Zukunft des Technologiestandortes Deutschland.

    Man verneige sich einfach 3x gen Mekka, Außenstelle Köthen.

  13. #13 Bernd
    11. November 2009

    @ vaclav
    Ja, ich auch. Medikamente sind keine Spielwaren. Ich vermute, dass der Verbrauch ohnehin deutlich zu hoch ist. Ich kenne auch die Wochenpillensortierdosen, gerade bei älteren Menschen.

    Ärzte wie Homöopathen verdienen ihr Geld nur mit kranken Menschen! Die Fünf-Minuten-Diagnose hier und das Globuli für eine erfundene Befindlichkeitsstörung dort. In weiten Bereichen der Medizin sind wir nicht viel weiter wie im Mittelalter. So kommt es zumindest mir vor. Krankheit ist vornehmlich ein Geschäft. Mediziner und Homöopathen nehmen sich da nicht viel. Aber die Wahrscheinlichkeit bei einem Schulmediziner korrekt behandelt zu werden ist dennoch höher als bei anderen Heilsversprechern.

    Man sollte Ärzte endlich für das Patientengespräch und eine ordentlich Diagnose bezahlen, anstelle das Geld der Pharmaindustrie hinterher zu werfen. Dann wäre auch der Zulauf zu den Homöopathen deutlich gebremst.

  14. #14 Boson
    11. November 2009

    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen aber habe schon gesehen, dass Tina den gleichen Punkt anspricht wie ich im folgenden.

    Nämlich, wieso wird diese absurde, irrationale und lächerliche Ideologie der Homöopathie (aber auch ALLE entsprechenden bzw. ähnlichen Ideologien) nicht mit der gleichen Ablehnung begegnet wie den (wenn das noch zu steigern ist …) noch viel lächerlicheren Kreationisten die im Prinzip exakt das selbe in die Schule bringen möchten! Es geht nicht um Wasser das sich erinnert oder um Jesus der auf Wasser läuft und ohnehin alles ohne Handumdrehen vor 6000 Jahren erschafft sondern schlichtweg um UNWISSENSCHAFTLICHKEIT. Dieses Schlagwort umfasst alle diese Themen, die sich durch keine faktenorientierte Erkenntnisgewinnung auszeichnen können und keiner wissenschaftlichen Untersuchung standhalten können.

    Es ist wirklich beachtlich, wie man bei solchen Themen Unterschiede machen kann. Es geht hier, um das nochmal zu betonen, nicht um die absurden Ideen im Speziellen (ob Homöopathie, Akupunktur, Quantenheilung oder Kreationismus) sondern um die grundsätzliche Methodik die diesen Ideen zu Grunde liegt.

  15. #15 vaclav
    11. November 2009

    @ boson

    Die Homöopathie /und auch die Akkupunktur) ist nur dann absurd, wenn die unausgesprochene Maxime der Wissenschaft, dass sich alles Leben nur im Materiellen manifestiert, stimmt.
    Wenn es sowas wie einen Geist gibt, der sich der Messbarkeit entzieht, dann sieht die Sache wieder anders aus.
    Wenn man sich die meisten postings hier durchliest ist das Urteil recht klar. Es gibt keinen Geist.

  16. #16 vaclav
    11. November 2009

    @ Bernd

    Warum reden denn die Mediziner mit ihren Patienten nicht? Hat ihnen das irgendwer befohlen? Oder interessiert es sie gar nicht was ihre Patienten zu sagen haben?
    Müssen sie sich das wirklich von den Homöopathen vorzeigen lassen, das man einen Patienten ausführlich befragen soll.
    Was sie betrifft, haben sie wahrscheinlich an Beiden recht ordentlich verdient.
    Ich halte das für eine schräge Praxis Medikamente zu verkaufen, die man selbst für wirkungslos hält. Vielleicht irre ich hier, aber ich denke eher nicht.
    Die Anklage der Pharma riecht hier gewaltig nach Krododilstränen. Die haben Sie sicher ganz kräftig mitverdienen lassen.
    Es geht um Geld und wenns nicht ums Geld geht, gehts um viel Geld hat mir eine Ärztin vor Kurzem erklärt. Und so sieht die beste Medizin aller Zeiten auch aus.

  17. #17 Dolemite
    11. November 2009

    @ steffan

    “Stefan· 10.11.09 · 14:00 Uhr
    Auweia! Gegenaufklärung ist ein freundliches Wort, vor allem, weil der klassische Journalismus seinen Auftrag zur Aufklärung mal wieder nicht nachkommt. Statt kritisch zu hinterfragen wird lediglich berichtet, als träfe sich der Landfrauenverein zum Kaffeetrinken. Warum müssen Blogger immer die ganze Arbeit der “Profis” machen?”

    Weil Mister Gonzo Hunter S. Thompson seit 2005 tot ist.

  18. #18 boson
    12. November 2009

    vaclav: An dem kurzen Posting kann ich erkennen, dass du scheinbar nicht im Ansatz verstehst, was Leben ist und wie es funktioniert aber auch, wie du vermutlich denkst, dass die Welt aufgebaut ist. (ich möchte im moment nicht so weit gehen, zu sagen, dass ich sogar zu ahnen glaube, dass du (dem O-Ton deiner Aussage nach)glaubst, die bösen Wissenschaftler wären mit der bösen Industrie im Bunde und ohnehin wird “das System” von hinterhältigen Eliten geleitet die des Geldes Willen die wahre Natur des Menschen und des Kosmos verschweigt!)

    Es gibt einen “Geist” aber der ist “nichts weiteres” als 100 Milliarden Nervenzellen die über rund 100 Billionen Synapsen das komplexeste Netzwerk schaffen, dass das uns bekannte Universum kennt.
    Wozu wollt ihr Esoteriker eigentlich immer “Geister” ?! Verdammt nochmal, die Erkenntnisse die uns die Naturwissenschaft über die Natur gibt sind viel phantastischer und phänomenaler als irgendeine an den Haaren herbeigezogene, lächerliche Esoterikgeschichte die Natur jemals aussehen lassen könnte! Die Aufdeckung der Geheimnisse der Natur lässt uns (uns Wissenschaftler, da spreche ich zumindest von mir und alle die die ich kenne) jeden tag aufs neue vor Ehrfurcht staunen und immer wieder denken – GEIL!

    so ..das war vieleicht etwas zu ausgeholt aber ist auch egal. Man kann es nicht oft genug sagen. Esoterik banalisiert die Natur, die Wissenschaft zeigt ihre wahre Größe auf.

  19. #19 Bernd
    12. November 2009

    @ vaclav

    Warum Ärzte sich (zu) wenig Zeit für ihre Patienten nehmen? Weil sie nicht dafür bezahlt werden. Ärzte rechnen nach Leistungsziffern ab. Und mit einer Leistungsziffernstatistik überprüfen sie die Budgetzuordnungen. Um es kurz zu machen, dieses System erlaubt in aller Regel keine eingehende Beschäftigung mit dem Patienten.

    Bei Homöopathen sieht das ganz anders aus. Diese können eigentlich machen was sie wollen. Natürlich auch nur so lange der Patient geneigt ist dafür zu bezahlen. Es gibt ja auch genügend Ärzte die sich mit der Homöopathie oder anderem Mumpitz ein nettes Zubrot verdienen. Es gefällt, was bezahlt wird.

    Die Wirknachweise der Homöopathie beschränken sich auf den Plazeboeffekt. Wenn das dem Patient ausreicht, soll er das machen. Man muss dabei unbedingt berücksichtigen was das Wort Patient bedeutet: aushaltend, fähig zu ertragen oder auch der Leidende, der Erduldende.

  20. #20 pti
    12. November 2009

    Bernd· 12.11.09 · 09:01 Uhr
    @ vaclav
    Warum Ärzte sich (zu) wenig Zeit für ihre Patienten nehmen? Weil sie nicht dafür bezahlt werden. Ärzte rechnen nach Leistungsziffern ab. Und mit einer Leistungsziffernstatistik überprüfen sie die Budgetzuordnungen. Um es kurz zu machen, dieses System erlaubt in aller Regel keine eingehende Beschäftigung mit dem Patienten.

    Ein Arzt der sich vom System verschreiben lässt wie er mit seiner Patienten umgehen soll, erschwerend hinzu aus finanziellen Ursachen, ist in der Tat kein Arzt

  21. #21 erich egermann
    12. November 2009

    VACLAV, BERND und alle:
    Zigeuner sind Hühnerdiebe, Juden unterwandern unser Volk, Neger fressen die Entwicklungshilfegelder und arbeiten nix und die verdammten Ärzte nehmen sich Keine Zeit für die armen Patienten ( und das noch aus “finanziellen” Gründen ! oh wie böse !! ) . Jeder der faschistoide Vorurteile über Neger , Ausländer , Zigeuner etc… von sich gibt , ist ein böser Rassist und Faschist.
    Jeder der die üblichen stereotypen Vorurteile über uns Ärzte nachplappert ist ? .. ein “kritischer Intellektueller” oder fühlt sich zumindest so.
    – – ich bin es müde, immer denselben Sch.. lesen und anhören zu müssen !

  22. #22 erich egermann
    12. November 2009

    auch kleine Krankenkassenvertragsärzte nehmen sich Zeit für die Patienten !
    Unser niedrigschwelliges Angebot heißt , daß man sich ohne Voranmeldung
    in unren Warteraum setzen kann ! Da sind dann manchmal sehr viele, oder auch wenige Patienten, die ( mal sehr lange , mal kürzer ) warten müssen. Wenns nötig ist , braucht der Patient länger, wenns nicht unbedingt nötig ist, gehts auch schneller. Das kann ich aber nie von vernherein sagen. Leider müssen wir uns in
    Österreich sehr wohl etliches von den KrankenKassen vorschreiben lassen, was meist zu Lasten der Patienten fällt. Noch vor wenigen Tagen hatten wir genug Troubles
    ein OffLabel Medikament für einen schwerkranken Patienten(AutoImmun-Rheuma ) von der KrankenKasse ( über E-Card System in Österreich ) bewilligt zu bekommen.
    Meine Gattin( auch Medizinerin ) die sich um den ganzen administrativen Kram kümmert, saß – mit dem Patienten – eine Stunde vor dem Guckkastel .
    Es war dem anonymen Chefarztbewilliger nicht beizubringen, daß das große AKH Univ.Klinik Wien für unseren Patienten eine bestimmte sauteure “OrphanDrug” gegen eine nicht in den Griff zu bekommende rheumatische autoimmunErkrankung haben wollte !,
    Erst nach etlichen Telefonaten tags darauf und FaxVerkehr konnten wir die Bewilligung bekommen. Dies nur als pars pro toto für die obigen Bemerkungen über die “Ärzte , die sich keine Zeit für die Patienten nehmen”

  23. #23 hüppi
    13. November 2009

    Dass die Homöopathie-Sympathisanten immer darauf rum reiten, dass sich die Homöopathen ach so viel Zeit für ihre Patienten nehmen und die Schulmediziner nicht, finde ich schon ein ziemlich scheinheiliges Argument!
    Bei Stundensätzen von 100 Euro und mehr für ein Erstanamnese-Gespräch kann man ja auch wirklich entspannt sein. Der Kassenarzt kommt da viel schlechter weg.

  24. #24 s0kr4t3s
    13. November 2009

    die kommentare sind sehr amüsant, vor allem wenn die ein seite versucht auf die andere zu hacken und umgekehrt…ein typisches dialektisches dilemma

    ob es um die pharmaindustrie und deren promovierten docs geht oder um heilpraktiker/homöopathen, eines haben sie gemeinsam, den profit !

    ich wäre schön blöd, immer mehr neue medikamente auf den markt zu schmeißen die krankheiten heilen. irgendwann hätte ich doch einen fast gesunden menschen und würde keine großen gewinne mehr machen…

    am besten ist es doch die hilfreichen stoffe zu “entdecken” die eine lange “forschung” vorraus setzten, um daraus schlagzeilen generieren zu lassen, man hätte einen durchbruch zur heilung von krankheit xy. somit habe ich eine stetige aber langsame gewinnmaximierung. für den fall der fälle das es einer meiner pillendreher buden schlecht geht, habe ich ja noch viele externe docs bzw. akademische berater die meine interessen in der politik vertreten, um eine farce wie die sog. schweinegrippe zu inzenieren bzw. hypen.
    ich mag steuergelder 😉 vor allem bürger die ich mit irgendwelchen chemikalien vollpumpen kann.

    es muss aber gesagt werden, daß auch medikamente produziert, weiterentwickelt und “entdeckt” werden die wirklichen nutzen zur heilung und auch zum gewinn der pharmakonzeren beitragen (z.b. antibiotika)

    homöopahtie assoziiere ich gleich mit einem Heilpraktiker, der auf natürlichem wege versucht heilung zu erzeugen z.b. über globulis, tcm, kräuter und “besondere therapiearten”. auch hier gibt es den einen oder anderen therapeut, der dieses und jenes aufquatschen will und man ordentlich dafür blechen darf!

    in mexico ist es so, das man in den ländlichen gegenden eher einen heilpraktiker (dort schamanen) aufsucht und sich von ihm heilen lässt, als gleich zum arzt zu rennen um sich Medikamente verschreiben zu lassen. es sei denn der schamane kann die krankheit(beschwerden) nicht heilen, dann geht man natürlich zum arzt. In den städten ist es eher in umgekehrter reihenfolge.

    ob homöopahtische heilmittel chemisch bzw. biologisch wirken, kann und will ich nicht beurteilen, wenn sie aber einen positiven placeboeffeckt hervorufen ist es doch alle mal besser, als sich wirksame (schädigende) chemie reinzupfeifen oder nicht?

    mal schauen ich wollte schon immer zu einem heilpraktiker hier in deutschland gehen um meine gräserpollenallergie zu mildern bzw. zu heilen. wenn es nicht klappt, wurde ich eines besseren belehrt 😉

    zum abschluss des ganzen bin ich der meinung, daß heilung und medizin an sich “nichts kosten sollte” bzw. nur um die betriebskosten zu decken und nichts anderes. nur leider ist unser System so aufgebauscht, daß selbst der arzt zusehen muss wie er über die runden kommt und seine patienten nach kassenvorschriften ab(be)handelt.

    das system dient im endeffekt nur einem…den pharmakonzernen und denen die globulis herstellen.

  25. #25 60FE
    13. November 2009

    @s0kr4t3s
    “das system dient im endeffekt nur einem…den pharmakonzernen und denen die globulis herstellen.”

    Eher den Globuli-Herstellern. Den die haben effektiv keinerlei Kosten für F&E 😉

  26. #26 nata
    13. November 2009

    Heilpraktiker verabreichen gerne Homöopathie und man kann es ihnen kaum vorwerfen. Immerhin reicht ein Hauptschulabschluss und ein simpler Sachkundenachweis beim Gesundheitsamt, um sich ein Schild an die Tür hängen zu dürfen. Genaueres steht im Heilpraktikergesetz. http://de.wikipedia.org/wiki/Heilpraktikergesetz

    Warum es allerdings Ärzte gibt, die Homöopathie anbieten, verstehe ich nicht. Sicher ist nur, dass an breiter Front daran gearbeitet wird, eine allgemeine Akzeptanz dafür zu schaffen. Wer Homöopathie als “harmlos” bezeichnet hat nicht verstanden, dass dies nur der Anfang ist.

    Von harmlosen Kügelchen, die Mutti schnell mal gegen Bauchweh, Bettnässen und Angststörungen verabreichen kann, ist es nur ein ganz kleiner Schritt zu völligem Realitätsverlust.

  27. #27 vaclav
    15. November 2009

    @ nata

    Nicht alles was man nicht versteht, muss deshalb falsch sein. Der Grund kann auch am eigenen Nichtwissen liegen. Die bekannten Homöopathen waren durchwegs Ärzte. In Österreich müssen sie es auch heute noch sein.
    Wenn die Welt nur aus dem bestehen würde, was Du verstehst, würde sie recht sicher gar nicht existieren.

  28. #28 radicchio
    15. November 2009

    vaclav, das sind ja ganz mundgerechte gemeinplätzchen, die du da anbietest.

    einen nachweis für die wirkung von HP kannst auch du nicht liefern. und ich rede hier nicht um das verstehen des wirkprinzips, sondern einfach erstmal über eine feststellbare wirkung.

  29. #29 Ronny
    16. November 2009

    Ich glaube ja, dass viele Ärzte Glaubulis verschreiben damit sie die Patienten mit Placebos versorgen können, ohne sich strafbar zu machen.

    Unsere seltsamen Gesetze machens möglich. Denn wenn der Arzt ein Placebo verschreibt und der Kunde ihm dies nachweist, kann er ihn verklagen. Gibt er ihm ein Homöopathikum (= genau dasselbe) dann kann der Kunde nicht klagen. Voll pervers.

    Kunden wollen behandelt werden. Punkt. Ein Arzt der sagt: ‘ Ja mein lieber Herr/Dame, ein bißchen mehr Sport und weniger essen/rauchen würde ihr Leiden lindern, kann (und vor allem WILL) man ja nicht ernst nehmen. Da ist es doch viel besser man bekommt ein Pillchen und spielt weiter den Couchpotatoe.

  30. #30 Pianoman
    17. November 2009

    Zitat von vaclav:
    Warum reden denn die Mediziner mit ihren Patienten nicht? Hat ihnen das irgendwer befohlen? Oder interessiert es sie gar nicht was ihre Patienten zu sagen haben?
    Müssen sie sich das wirklich von den Homöopathen vorzeigen lassen, das man einen Patienten ausführlich befragen soll.

    Die “Anamnese” eines Homöopathen beschäftigt sich in erster Linie mit irrelevanten Aspekten, die für die Behandlung der Krankheit allerhöchstens marginale Bedeutung haben.

    Der Fragenkatalog der homöopathischen Anamnese dient nur dazu,
    a) sich in dem Tollhaus Materia Medica nicht vollends zu verirren, und
    b) dem Patienten umfängliche Fürsorge zu suggerieren.

    Da zwischen homöopathischer “Arznei” und der zu behandelnden Krankheit keine wirkliche kausalität besteht, aber der Patient dennoch eine Arznei bekommen soll
    – die als Placebo um so “magischer” ist, je mehr Patient und “Heiler” von deren Wirksamkeit überzeugt sind – wird ein absurder Tanz aufgeführt, den naive Geister dann als umfängliche Begutachtung “des gesamten Menschen” auffassen.
    Jedoch ist nichts abwegiger, denn kein Homöopath ist in der Lage, aufgrund dieser Anamnese eine konkrete Erkrankung abzuleiten.

    Aber wozu auch ?
    Er hat ohnehin kein Heilmittel.

    Pianoman

  31. #31 vaclav
    17. November 2009

    @ pianoman

    Wenn ein System einem Arzt verbietet, mit dem Patienten ausführlich zu reden, dann sollte er halt so mutig sein, dieses System hinter sich zu lassen.

    Sie haben sich sicher sehr ausführlich mit der Homöopathie beschäftigt wenn sie da so sicher urteilen. Oder vielleicht auch nicht und sie plappern einfach irgendwas nach, weil der Tag ist lang und manchmal will man halt was sagen.

  32. #32 vaclav
    17. November 2009

    @ radiccio

    Ich liefere den Nachweis von Homöopathie immer wieder.
    Dort wo es auch Sinn macht, beim Menschen.

  33. #33 Christian Reinboth
    18. November 2009

    @vaclav:

    Wenn ein System einem Arzt verbietet, mit dem Patienten ausführlich zu reden, dann sollte er halt so mutig sein, dieses System hinter sich zu lassen.

    Erstens “verbietet” unser System dem Arzt nicht, sich vernünftig mit dem Patienten zu unterhalten – und zweitens gibt es natürlich sehr viele Ärzte (meine Hausärztin eingeschlossen), die sich sehr wohl die Zeit für ein persönliches Gespräch nehmen, wenn es ihnen notwenig erscheint. Für ausgedehnte Befragungen über mehrere Stunden, wie sie in der Homöopathie offenbar praktizert werden (siehe z.B. die homöopathische Anamnese in diesem HR-Beitrag: http://blogs.hr-online.de/nightline/2009/11/16/liebe-fernsehkollegen/), hat ein nicht-homöopathischer Arzt natürlich weniger Zeit. Wovon soll denn der Arzt auch leben, wenn er sich drei Stunden mit einem Migräne-Patienten über dessen Reisegewohnheiten unterhält, von denen nur fünf Minuten von der Kasse bezahlt werden?

  34. #34 Micha
    18. November 2009

    @vaclav
    OK, dann müsste es doch für sie ein Leichtes sein in einem Doppelblindtest ein Homöopathikum ihrer Wahl von einem “leeren” Globuli zu unterscheiden. Ich würde gerne einen solchen Test organisieren und durchführen und suche noch freiwillige Testpersonen …
    Mehr dazu: http://bit.ly/1ofVVM und http://bit.ly/2VZyWd

  35. #35 radicchio
    18. November 2009

    “Ich liefere den Nachweis von Homöopathie immer wieder.
    Dort wo es auch Sinn macht, beim Menschen.”

    alles klaro, vaclav. und ich tanze jeden morgen den sonnenaufgang herbei.

  36. #36 Pianoman
    19. November 2009

    Zitat Vaclav: Sie haben sich sicher sehr ausführlich mit der Homöopathie beschäftigt wenn sie da so sicher urteilen. Oder vielleicht auch nicht und sie plappern einfach irgendwas nach, weil der Tag ist lang und manchmal will man halt was sagen.

    Mit dem ersten Satz habe Sie wirklich recht, Vaclav. Sie können mir also ruhig glauben.
    Ob ich – sicher im Gegensatz zu Ihnen – irgend etwas nachplappere, können Sie vielleicht beurteilen, wenn Sie hier mal schauen:

    http://www.patientenfragen.net/alternativmedizin-kritisch-betrachtet/homoeopathie-informationen-methode-t4397.html

    Ach ja, mein Motiv, Aufklärung über Schamanen-Medizin zu betreiben, basiert auf gemachten Erfahrungen. Ich habe die Unfähigkeit der Homöopathie (und anderer Quacksalbereien) in ihrer gesamten Bandbreite registriert.
    Nichts von dem, was Homöopathen behaupten, stimmt. Deshalb können sie auch keine Beweise liefern. Das ganze System beruht ausschließlich auf der falschen Interpretation einer physiologischen Erscheinung.

    Pianoman

  37. #37 vaclav
    26. November 2009

    @ pianoman

    Ich weiss nicht wie zu Ihren Ansichten kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht dass
    die homöopatischen Mittel sehr wohl wirken und zwar eindeutig. Darüber gibt es für mich keinen Zweifel mehr, obwohl es die jahrelang gab. Ich habe mich immer gefragt, wie so etwas wirken könne. Klar ist es schwierig, die richtigen Medikamente zu finden, dagegen ist es ein Klacks Antibiotika oder Schmerzmittel anzuwenden. So was lernt man ziemlich leicht. Nur haben die so gut wie keinen therapeutischen Wert, sondern behandeln nur Symptome.
    Dass sich in der Alternativmedizin jede Menge Gaukler herumtreiben ist wahr. Aber sie deshalb in Bausch und Bogen zu verurteilen ist nicht richtig. Richtig angewandt ist Homöopathie eine absolut segensreiche Sache. Ich komme jetzt schon 20 Jahre damit zurecht und möchte das nicht mehr missen.
    Wichtig ist nur, die Spreu vom Weizen vom trennen, aber das ist in vielen Gebieten so.
    Besonders im 19. Jhdt. gab es eine Reihe von Leuten die grossartige Dinge damit vollbracht haben. Von Denen kann man eine Menge lernen.

  38. #38 AlteWeser
    26. November 2009

    @vaclav:
    …sondern behandeln nur Symptome…

    Ja, die Homöopathie behandelt tatsächlich nur Symptome. Sowohl bei der Arzneimittelprüfung als auch die Anamese dreht sich alles nur um Symptome.

    Die wissenschaftliche Medzin aber, die behandelt den ganzen Menschen. Dort kennt man Blutwerte, Mikroorganismen, Blutdruck, Insulin, Blutgruppen und was es alles gibt.

  39. #39 Pianoman
    26. November 2009

    Zitat vaclav: Besonders im 19. Jhdt. gab es eine Reihe von Leuten die grossartige Dinge damit vollbracht haben. Von Denen kann man eine Menge lernen.

    Na klar doch, vaclav.

    Beispielsweise Kent, von dessen Arzneimittelbildern der in der Zeit des Nationalsozialismus amtierende Vorsitzende des Deutschen Zentralverbandes homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Hanns Rabe behauptete, dass “möglicherweise” der größte Teil der in AMP gefundenen Symptome, beispielweise von Sepia, reine Einbildungen seien.

    Oder der angebliche Tumorspezialist J.C. Burnett, der nicht in der Lage war, bösartige und gutartige Tumoren voreinander zu unterscheiden; wie auch, ohne histologische Untersuchung.
    Was aber die Homöopathen-Gemeinde nicht daran hindert, ihn wegen seiner lächerlichen Anekdoten-Sammlung “Die Heilbarkeit von Tumoren durch Arzneimittel”
    zum größten aller Krebsspezialisten zu erheben…

    Ich weiß nicht, vaclav, wie alt Sie sind, und welche Krankheiten sie in den letzten 20 Jahren hatten.
    Aller Wahrscheinlichkeit nach sind es solche gewesen sein, die auch ohne ärztliche Intervention heilen. Ich habe deshalb volles Verständnis für Ihren Selbstbetrug, die Homöopathie sei dafür verantwortlich zu machen.
    Allerdings hätte in solchen Fällen auch eine Jungfrauenverbrennung die Heilung herbeigeführt. Oder schamanisches Gewedel mit getrocknetem Bisamrattensterz.

    Deshalb (möglicherweise habe ich Ihnen das schon geschrieben) wünsche ich Ihnen, nur um Ihren Erkenntnisprozess angesichts einer wirklichen Bedrohung zu fördern, irgendwann in ihrem Leben eine schwerwiegende (allerdings gut behandelbare) Krankheit, bei der Sie eine definitive Entscheidung treffen müssen: Wissenschaftsmedizin oder Homöopathie.
    Und ich wäre gerne dabei, um sehen, wie weit Ihr Dogmatismus wirklich geht, wie echt Ihre Überzeugung tatsächlich sind.

    Homöopathen haben immer gute Gründe Homöopathen zu sein, weil sie genau wissen, dass letztlich der Notarzt und die Intensivstation auch für sie bereit steht. Trotz aller Diskreditierung.

  40. #40 Pianoman
    26. November 2009

    Apropos: J.C. Burnett

    Welch groteskes Menschbild müssen Homöopathen eigentlich von Medizinern haben, die in der Onkologie z.B. mit dem Mammakarzinom kämpfen (und trotz aller Bemühungen, etwa 30 % ihrer Patienten an diesen Krebs verlieren), wenn es doch nur einer homöopathischen Behandlung bedarf, um den häufigsten Krebs der Frauen zu heilen; glaubt man dem Herrn Burnett.

    Interessant ist allerdings, was Burnett in einer seiner Anekdoten schreibt:

    Die Heilbarkeit von Tumoren durch Arzneimittel / Neuauflage 1991, Müller & Steinicke
    Kapitel XXIX (Die Behandlung der Mamma-Tumoren…) S.135/136

    Tumor der linken Brust / Patientin, 42 Jahre
    (…) Ich fand in der im unteren Drittel ihrer linken Brust einen harten Tumor von der Größe eines Hühnereis, der manchmal sehr schmerzhaft war.
    (…) Thuja C 30 und Mag. Sulf. D 3 ermöglichten es mir, sie nach 4 Monaten als völlig geheilt entlassen zu können.
    (…) Der Grund, warum der Tumor so prompt ansprach, lag offenbar in der Tatsache, dass er nur eine verhärtete Masse normalen Gewebes war…

    Ich habe mir alle Krankheitsgeschichten in Burnetts Traktat genau angesehen, und behaupte, dass kein “Tumor”, der von Burnett “geheilt” wurde, tatsächlich eine Krebsgeschwulst war.

  41. #41 klauszwingenberger
    26. November 2009

    “Ich habe mir alle Krankheitsgeschichten in Burnetts Traktat genau angesehen, und behaupte, dass kein “Tumor”, der von Burnett “geheilt” wurde, tatsächlich eine Krebsgeschwulst war”

    …also nicht anderes als ein Morbus Hamer. Der ging doch auch so vor.

  42. #42 GeMa
    26. November 2009

    @Klauszwingenberger
    Ja, durchaus vergleichbar. Denn auch bei Burnett waren die Patienten selbst schuld, wenn die “Heilung” misslang. Bei Brusttumoren z.B. genügte schon der Verzehr von Milch und Milchprodukten. Bekannte DenkArt der Alternativen : Brust-> Milch, Biene -> Stich und Sepia treibt nicht etwa die Tinte in den Füller, sondern die Wirkung leitet sich von der _Bewegung_ des Tintenfischlies ab 😉

  43. #43 hüppi
    27. November 2009

    @vaclav,
    ich habe mich und mein Umfeld in den letzten Wochen mal genau beobachtet:
    -Vor zwei Wochen hatte ich morgens extreme Halsschmerzen mit starken Schluckbeschwerden, die im Laufe weniger Stunden durch „Nichtstun“ einfach verschwanden und nicht wieder kamen.
    -letzten Freitag hatte ich vormittags sehr starkes und schmerzhaftes Sodbrennen, dass wieder nach zwei Stunden durch „Nichtstun“ verschwand
    -Heute morgen rannte meine Tochter gegen die Wand und schlug sich die Lippe auf. Die Lippe hörte nach einer Minute durch „Nichtstun“ auf zu bluten.

    Jeder könnte sicher zahllose solcher Anekdoten erzählen.

    Meine Schwägerin hätte bei solchen Fällen augenblicklich einer der zahlreichen homöopathischen Präparate gegeben, und die Genesung natürlich auf die wirkstofffreien Zuckerkügelchen geschoben. Für Argumente, dass die meisten Wehwehchen von alleine verschwinden, und bei Kindern ein bisschen Trösten ausreicht, ist sie schon lange nicht mehr zugänglich.
    Merkst du was?

  44. #44 klauszwingenberger
    27. November 2009

    @ hüppi:
    Ein Geschäft draus machen! Nichtstun potenzieren. Auf Fläschchen ziehen oder mit Milchzucker verreiben. An alle Pappnasen als “Nihil Facer D irgendwas” verticken. Was mit Mondlicht, Vakuum und Antimaterie geht, geht auch mit Nichtstun.

  45. #45 hüppi
    27. November 2009

    @klauszwingenberger,
    Mensch, tolle Geschäftsidee, endlich mal mit “Nichtstun” Geld verdienen, und das völlig legal!

  46. #46 AnnaG.
    7. Dezember 2009

    Interessant, wieviel Energie hier ver(sch)wendet wird um auf der Homöopathie herumzuhacken. Da die Diskussion von den meisten sehr theoretisch geführt wird, hier mal eine praktische, vierjährige Erfahrung in der eigenen Familie:

    Heuschnupfen, jahrelange vergebliche Hyposensibilisierungstherapie beim Arzt, durch zweimalige Gabe einer Hochpotenz den vergangenen Sommer völlig beschwerdefrei verbracht.

    Migräne: geheilt, zeitgleich sind Gelenk- und Rückenschmerzen verschwunden.

    Medikamentenpflichtiger Bluthochdruck, geheilt, da keine schulmedizinischen Medikamente mehr eingenommen werden müssen sind auch gleichzeitig alle Nebenwirkungen des Blutdruckmittels verschwunden.

    Neurodermitis, geheilt.

    Eiternde Speicheldrüsen, die jedem Arzt und jedem Antibiotikum getrotzt haben, geheilt.

    Ein Basaliom, auch wenn es ein halbmaligner Tumor ist, der gehört da nicht hin, bildet sich jetzt zurück.

    Borreliose, geheilt.

    Diverse Verletzungen wie Zerrungen, Brüche, Riss- oder Schnittwunden, Brandwunden, Sonnenbrände, Insektenstiche, blaue Flecken, gezogene Weisheitszähne etc., alles, im Gegensatz zu unserer vorhomöopathischen Zeit in nur der Hälfte der Zeit verheilt, narbenfrei und jedesmal gänzlich ohne Antibiotika oder Schmerzmittel.

    Dazu noch die ganzen, wie sie hier genannt wurden, “Befindlichkeitsstörungen” wie Warzen, chronisches Sodbrennen, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, klimakterische Beschwerden, Fersensporn, Nebenhöhlenentzündungen, Erkältungen milder oder heftiger Art und nicht zuletzt die Schweinegrippe, alles durch Homopathie sanft und schnell geheilt.

    Im Gegensatz zu allen Menschen in unserer Umgebung werden wir immer gesünder und sparen in Bezug auf unsere Gesundheit/Befindlichkeitsstörungen jede Menge Zeit, wir müssen nicht mehr stundenlang beim Arzt herumsitzen. Und dem Gesundheitssystem sparen wir noch mehr Geld, wir hatten außer für unserere Erstanamnesen (40 Euro Zuschuss haben wir pro Anamnese von unserer Kasse bekommen) und die homöopathischen Mittel (zahlen wir selber, pro Fläschchen Tropfen ca. 9 Euro) keinerlei finanziellen Aufwand mehr. Die homöopathischen Mittel halten ewig wenn sich nicht aufgebraucht werden. Die Erfahrung der vier vergangenen Jahre zeigt, dass innerhalb unserer Familie für die diversen “Befindlichkeitsstörungen” immer wieder dieselben Mittel gebraucht werden, die Anschaffung neuer Mittel hält sich also in Grenzen.

  47. #47 rolak
    7. Dezember 2009

    Die postulierten Einzelfälle müssen draußen bleiben, zu den Kosten gibt es allerdings klare Zahlen: Nach der Helsana-Studie (Sommer JH, Bürgi M, Theiss R: Komplementärmedizin in der Krankenversicherung. Schweizer Medizinischen Wochenschrift, 128 (Suppl.), 1-128, 1998) ist AltMed insgesamt teurer.

  48. #48 Thomas J
    7. Dezember 2009

    @rolak

    Wie kommts, dass sie teurer ist? Längere Beratungszeiten?
    Hätte jetzt gedacht, dass man eh nur bei kleinen Wehwechen zum Homöopathen geht und die kostenintensive Medizin über den Allgemeinarzt/Spezialisten läuft?
    Oder werden die verschriebenen Medikamente nicht in die Rechnung einbezogen?

  49. #49 rolak
    7. Dezember 2009

    Zur Studie finde ich auf die Schnelle nur =»Sekundäres im Netz. Kann man meiner Meinung nach kurz so zusammenfassen: Einerseits wird normalerweise nicht Behandeltes, weil z.B. von selbst Abheilendes, behandelt + nochmals anamnesiert, andererseits fallen bei real behandlungsbedürftigen Krankheiten nach/neben dem AltMed-Gedöns noch die üblichen Therapiekosten an. Liegt halt in der Natur der Sache – wenn ich Unnützes zusätzlich finanziere, habe ich spätestens sobald es einer in Anspruch nimmt insgesamt höhere Kosten.