Klimaforschern wird ja regelmäßig vorgeworfen, sie würden ganz bewusst Ängste schüren, um die Bedeutung des eigenen Forschungsgebietes künstlich zu erhöhen und auf diesem Weg möglichst viele Fördergelder zu kassieren. Wie aber finanzieren sich die Kritiker?

Wie der Independent berichtet, unter anderem durch Spenden von ExxonMobil:

Free-market, anti-climate change think-tanks such as the Atlas Economic Research Foundation in the US and the International Policy Network in the
UK have received grants totalling hundreds of thousands of pounds from the multinational energy company ExxonMobil. Both organisations have funded international seminars pulling together climate change deniers from across the globe. […] ExxonMobil is a key player behind the scenes, having donated hundreds of thousands of dollars in the past few years to climate change sceptics.

Und was machen die Atlas Foundation und andere Einrichtungen wie das Heartland Institute mit diesem Geld? Unter anderem wird damit die Ausrichtung von Events wie einem 2009 in New York abgehaltenen Workshop mit dem vielsagenden Namen “Global Warming: Was it ever really a crisis?” finanziert, auf dem beispielsweise der Viscount Monckton of Brenchley seine bereits mehrfach wiederlegten Thesen zum Klimawandel verbreiten durfte.

Bemerkenswert ist auch, dass ExxonMobil erst kürzlich behauptet hat, keine Einrichtungen mehr zu unterstützen, die sich dem primär dem Klimaskeptizismus verschrieben haben.

Alan T. Jeffers, a spokesman for Exxon Mobil, said by e-mail that the com- pany had ended support “to several public policy research groups whose position on climate change could divert attention from the important discussion about how the world will secure the energy required for
economic growth in an environmentally responsible manner.”

Just sayin’.

Kommentare (30)

  1. #1 Jörg
    19. Februar 2010

    Och, so Konferenzen gibt es in Deutschland auch

    http://www.freiheit.org/webcom/show_article_bb.php/_c-151/_nr-13328/i.html

  2. #2 Bison
    19. Februar 2010

    ich glaube, dass alles nicht stimmt…klimaerwärmung? was ist daran so schlimm? schaut euch den winter diesen jahres an…man friert sich die hintern ab und mit der klimaerwärmung wirds anders…also ich finde dieses ganze geschwärzte von wegen die welt geht unter total unnötig!

  3. #3 Christian A.
    19. Februar 2010

    @Bison: Parodie?

  4. #4 Christian Reinboth
    19. Februar 2010

    @Jörg: Wie EIKE sich finanziert, würde mich auch mal interessieren. Da man dort ja den Standpunkt vertritt, Klimaforschung habe bis zur letzten E-Mail öffentlich zu sein, sollte ja eigentlich auch nichts gegen eine diesbezügliche Offenlegung sprechen…

    @Bison: Da Klima nicht gleich Wetter ist, sagt allein die Tatsache, dass wir momentan einen kalten Winter haben, wenig über die Frage nach dem Klimawandel an sich aus…

  5. #5 Ulrich Berger
    19. Februar 2010

    Bei uns finanziert sich der Klimaskeptizismus offenbar so: http://www.andreas-unterberger.at/appell-an-die-freunde-des-tagebuchs/

  6. #6 Jörg
    19. Februar 2010

    Tja also die personellen Verbindungen lassen wenigstens auf die verwandetn Einrichtungen schließen…
    http://bit.ly/aJEw4R
    http://bit.ly/9d1zqx
    http://bit.ly/cBwzmP

    usw…plausibel wäre es, dass es ähnlich aussieht für EIKE

  7. #7 Christian Reinboth
    19. Februar 2010

    @Ulrich: Darüber habe ich mich heute dank Florians Tweet auch schon amüsiert. Ein halbes Dutzend technischer und administrativer Mitarbeiter für einen Blog – und bitte keine Spenden oberhalb von 1.200 Euro. Wirklich unglaublich, auf was für Ideen manche Leute so kommen… Illustriert meines Erachtens nach hervorragend den Gap zwischen den Medienschaffenden verschiedener Generationen.

  8. #8 Skeptiker
    19. Februar 2010

    @ Christian Reinboth: “Da Klima nicht gleich Wetter ist, sagt allein die Tatsache, dass wir momentan einen kalten Winter haben, wenig über die Frage nach dem Klimawandel an sich aus…”

    Dabei sind es gerade die Klimaforscher, die Wetterphänomene als Beleg zur Klimaerwärmung ansehen.

  9. #9 Popeye
    19. Februar 2010

    Na das ist doch mal ein Beweis für die Verkommenheit von Ölkonzernen und Klimaskeptikern (Was für ein bescheuerter Begriff!)

    “Nun sind 2,9 Millionen Dollar nicht viel im Vergleich zu den 100 Millionen Dollar, die Exxon Mobil 2003 der Universität Stanford für die Klimaforschung stiftete.”
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/558/325423/text/

    Nun gut, die 2,9 Millionen sind nur vom letzten Jahr, aber kommen die Gesamtausgaben an die Spende für Stanford heran?

  10. #10 Frosch
    19. Februar 2010

    Ohne die Kompetenz der Mehrheit der Wissenschaftler in Frage zu stellen: Die veröffentlichten Klimawandelszenarien sind extrem alarmistisch. Eigentlich geht Wissenschaftlern bei Weltuntergangsszenarien der Hut hoch – das ist etwas für Propagandaabteilungen. Maxeiner und Miersch beispielsweise sind gut informiert, sie sind keine Verschwörungstheoretiker und werden z.B. bei Esowatch als Quelle verwendet: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Biologisch-dynamische_Landwirtschaft, http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=%C3%96kologismus. Gleichzeitig sind sie so etwas wie Ikonen des Klimaskeptizismus. Sehr interessant ist etwa der Artikel “Die Klimahysterie” von Miersch: http://www.cicero.de/97.php?item=1891&ress_id=1

    Auch Penn & Teller ordnen Global Warming unter “Bullshit” ein (http://www.youtube.com/watch?v=ONd-Yk48R8E)

    Der Gedanke, dass es sich beim Weltuntergangsszenario um eine Art religiöse Hysterie handelt, ist also in der Tat nahe liegend. Der Schauspieler Danny Glover (Lethal Weapon) hat es sogar fertig gebracht, das Erdbeben von Haiti mit Klimawandel in Verbindung zu bringen.

    Unbestreitbar ist: Unsere Umwelt (Boden, Wasser, Luft) ist in den letzten Jahrzehnten sauberer geworden und der Hunger hat weltweit trotz Bevölkerungswachstum abgenommen. Das verdanken wir dem technischen Fortschritt ( besonderen Dank an Norman Borlaug) und der freien Marktwirtschaft, die den Austausch von Gütern und Ideen ermöglicht. Sollte die Aufgabe der Wissenschaft nicht also vor allem die Schaffung neuer Möglichkeiten sein? Konstruktivismus statt Alarmismus?

  11. #11 Skeptiker
    19. Februar 2010

    “… Hitzewellen, Stürme, Überflutungen. Auch die Folgen der gestiegenen Durchschnittstemperaturen, der milderen Winter, werden sich bemerkbar machen in Zeckenplagen, Ausbreitung von Insekten und Krankheiten.”

    Klingt wie ein Psalm aus der biblischen Apokalypse, ist jedoch ein Zitat von Prof. Stefan Rahmstorf im Stern vom Jan. 07. Fehlen nur noch die Engel die voher die Posaunen blasen.

  12. #12 lab
    19. Februar 2010

    @Frosch
    Ihre ersten beiden Links zu Esowatch führen auf leere Seiten – was soll uns das sagen? Maxeiner und Miersch mögen vielleicht “gut informiert” sein (was immer das heißen mag), aber als selbsternannte Kämpfer wider den “Ökologismus” alles andere als objektiv.

  13. #13 Scientist
    20. Februar 2010

    Obwohl ich durchaus skeptisch bin was den Klimawandel angeht, finde ich es wichtig, dass die Gelder die die Klimaskeptiker für PR ausgeben thematisiert werden. Zeigen diese doch die eigentliche Motivation. Es geht nicht darum, den Stand der Wissenschaft wissenschaftlich in Frage zu stellen, sondern darum eine Politik im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft zu verhindern.

    Auf youtube gibt es dazu ein interessantes Video:

    Vorsicht: Es ist lang und die Frau hat eine etwas anstrengende Stimme.

    Ich persönlich fände es super, wenn die Klimaskeptiker massiv in die Klimaforschung investieren würden, um den Stand der Wissenschaft zu verändern. Dass aus dieser Ecke in den letzten 50 Jahren nichts brauchbares gekommen ist spricht für sich.

  14. #14 Frosch
    20. Februar 2010

    @lab: Als ich den Kommentar geschrieben habe, waren die Seiten noch nicht leer, wie sicher hier einige bestätigen können – eine interessante Entwicklung, ich nehme an, die Esowatch-Betreiber sind durch meinen Kommentar darauf aufmerksam geworden, dass ihr Verhalten unlogisch ist. Und was die Objektivität von Maxeiner und Miersch betrifft: Sie haben zwar unbestreitbar eine Agenda, aber bisher ist es anscheinend noch nie jemanden gelungen, ihnen einen wissenschaftlichen Fehler nachzuweisen – und selbst wenn, wäre einer, sofern sie ihn eingestehen, als Nachweis mangelnder Objektivität noch nicht ausreichend.

  15. #15 Skeptiker
    20. Februar 2010

    @ Frosch,

    hast du die Links evtl. falsch gesetzt? So funktionieren sie einwandfrei.

    Biologisch-dynamische Landwirtschaft:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Biologisch-dynamische_Landwirtschaft

    Ökologismus:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=%C3%96kologismus

  16. #16 Skeptiker
    20. Februar 2010

    Aus dem Esowatch Artikel “Ökologismus”.

    Charakteristische Merkmale für den Ökologismus sind u.a.:

    * Angstmache vor vermeintlichen Umweltkatastrophen, Verbreitung von Endzeitstimmung
    * Einreden von schlechtem Gewissen, wenn man sich nicht nach Ansicht von Ökologisten umweltfreundlich verhält (z.B. PKW-Nutzung, Vielfliegerei, Mülltrennung)
    * Betonung von Gegensätzen zwischen Natur und Zivilisation (Natur = gut, Mensch = böse)
    * Rückwärtsgewandte Naturromantik (“früher war alles besser”)
    * Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit
    * Kapitalismuskritik
    * Konsumfeindlichkeit

    Das könnte man 1 zu 1 auf die Klimahysterie übertragen.

  17. #17 Frosch
    20. Februar 2010

    Aus unbekannten Gründen, sind bei der automatischen Umwandlung bei mir das Komma und der Punkt in den URLs mit einbezogen worden, deshalb funktionieren die Links nicht.

  18. #18 Webbaer
    21. Februar 2010

    Die Energieproduzenten unterstützen je nach Interessenlage Pro- und Contra-Vertretungen. Sollte hier der Eindruck erweckt werden, dass die Skeptiker des prognostizierten Erwärmungstrend finanzielle Zuwendung bedürfen, da sie ansonsten nicht ihre Kritik formulieren würden, so ist das falsch.

    Der “Klimaskeptiker” ist der oben beschriebenen Prognose aus verschiedenen Gründen nicht zugetan, zum einen weil noch nie eine Grossprognose dieser Art gestimmt hat (Erdöl, Waldsterben, Gesundheitsschäden durch Eisenbahn-, Handynutzung etc.) und zum anderen, weil der Glaube an die Prognostik verdammt teuer werden wird.

    Und natürlich, weil die Klimaprognostik in weiten Teilen der Welt keine Sau interessiert.

  19. #19 Jörg Zimmermann
    21. Februar 2010

    “Ohne die Kompetenz der Mehrheit der Wissenschaftler in Frage zu stellen: Die veröffentlichten Klimawandelszenarien sind extrem alarmistisch.”
    Das ist schon eine interessante Einleitung. Entweder stellen Sie die Kompetenz der Wissenschaftler nicht in Frage. Oder Sie stellen fest, daß die Szenarien des Klimawandels alarmistisch sind, und dann stellen Sie eben die Kompetenz der Klimaforscher dazu in Frage.
    Woran würde man merken, daß die Szenarien des IPCC alarmistisch sind? Sie müßten unplausible Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Emissionen und andere Randbedingungen machen. Derzeit gehen die IPCC-Szenarien davon aus, daß sich die Emissionen entsprechend dem Weltsozialprodukt entwickeln, wobei schon eine stetige Effizienzsteigerung mit einbezogen ist, also bereits besser als einfach bussiness-as-usual. Bei den B-Szenarien werden gegenüber den A-Szenarien zusätzliche drastische Einsparungen berücksichtigt. A und B-Szenarien zusammen zeichnen ein eher optimistisches (also eben nicht alarmistisches Bild der Zukunft), was man auch daran erkennt, daß die Emissionsentwicklung im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends schlechter war als selbst im pessimistischsten Szenario des IPCC. Die Fakten widersprechen also Ihrer Annahme, die IPCC-Szenarien seien alarmistisch.

    Es ist aber möglich, daß Sie sich falsch ausgedrückt hatten und nicht meinten, die Szenarien seien alarmistisch, sondern die für die Szenarien berechnete Klimaentwicklung. Auch hier müßte ich Ihnen wiedersprechen. Die in den IPCC-Entwicklungen modellierte Klimasensitivität liegt im Bereich von 2 bis 4,5 Grad je Verdopplung des CO2-Mischungsverhältnisses. Das ist genau der Bereich, mit dem man auch gute Ergebnisse erhält, wenn man zum Beispiel die Eiszeiten reproduzieren möchte. Alarmistisch wäre eine Klimasensitivtät, die eher in den Bereich von 6 Grad geht, und auch das nur, wenn man sich dabei ausdrücklich nur auf die schnellen Rückkopplungen in der Klimaentwicklung bezieht.

    Sie beziehen sich nun auf Maxeiner und Mirsch, die angeblich gut informiert wären. Diese beiden sind Journalisten und keine Wissenschaftler. Und leider fand ich vieles von dem, was diese Herren geschrieben hatten, sehr tendenziös und fehlerhaft. Es gibt auf der Webseite von Stefan Rahmstorf auch die Dokumentation seiner Auseinandersetzung mit diesen Herren. Mir ist die Zeit zu schade, ausführliche Widerlegungen zu schreiben. Aber das einfache Strickmuster, daß jede Äußerung, die etwas mit Umweltschutz zu tun hat, nur ideologisch motiviert und alarmistisch war, muß zwangsläufig irgendwann scheitern, und spätestens bei der Klimaforschung verleitet dieses Dogma der Herren Maxeiner und Mirsch dazu, gegen seriöse Forschung anzureden.

    Wenn Sie meinen, die Grundfeststellungen des IPCC seien falsch, müßten Sie das faktisch belegen. Irgendwelche Links, in denen irgendwelche Journalisten oder Schauspieler irgendwas sagen, sind dafür ungeeignet.

  20. #20 Christian Reinboth
    21. Februar 2010

    @Frosch

    Der Schauspieler Danny Glover (Lethal Weapon) hat es sogar fertig gebracht, das Erdbeben von Haiti mit Klimawandel in Verbindung zu bringen.

    Das beweist lediglich, dass Danny Glover keinen blassen Schimmer von Plattentektonik hat, als Argument gegen die Glaubwürdigkeit des IPCC-Berichts taugt die kleine Episode jedoch herzlich wenig. Man stelle sich vor ein Diabetespatient würde zukünftig auf Insulin verzichten wollen, nur weil ihm Otto Waalkes nicht erklären konnte, wie der Effekt mit der beschleunigten Glukoseaufnahme funktioniert…

  21. #21 Skeptiker
    21. Februar 2010

    @ Jörg Zimmermann: “Sie beziehen sich nun auf Maxeiner und Mirsch, die angeblich gut informiert wären. Diese beiden sind Journalisten und keine Wissenschaftler.”

    Ja und? Glauben Sie tatsächlich Wissenschaft kann nur von Wissenschaftlern verstanden und bewertet werden?

  22. #22 Jörg Zimmermann
    21. Februar 2010

    @Skeptiker, es geht nicht um das verstehen, sondern darum, wer in der Lage ist, ein glaubwürdigeres Urteil zum Stand der Klimaforschung abzugeben:

    2 voreingenommene Journalisten, die mit dem Muster “Umweltschützer machen immer nur Panik” ihr Geld verdienen

    oder

    Dutzende auf einschlägigen Gebieten arbeitende und publizierende Wissenschaftler, die die Arbeiten von Hunderten Kollegen aus über 1000 Publikationen zusammentragen und daraus eine Synthese erstellen.

    Und vor allem, ist “diese 2 voreingenommenen Journalisten halten nichts davon” ein seriöses Argument, um festzustellen, daß die genannten Wissenschaftler “Alarmisten” seien? Sie haben tatsächlich noch kein plausibles Argument für die von Ihnen vertretene Ansicht vorgebracht. Ich habe hingegen ein Argument vorgebracht, warum diese Wissenschaftler wohl keine “Alarmisten” sind. Dieses Argument haben Sie noch nicht mal zur Kenntnis genommen.

  23. #23 Skeptiker
    21. Februar 2010

    @ Jörg Zimmermann,

    wie kommen Sie denn darauf, dass Maxeiner und Mirsch voreingenommen sein?

    Das die Klimawissenschafler Alarmisten sind, bedarf keiner Diskussion.

  24. #24 Jörg Zimmermann
    21. Februar 2010

    “wie kommen Sie denn darauf, dass Maxeiner und Mirsch voreingenommen sein?

    Das die Klimawissenschafler Alarmisten sind, bedarf keiner Diskussion.”

    Das ist ein sehr klärendes Zitat. Ich lasse Ihnen gerne das letzte Wort, falls Sie sich das auch noch antun wollen.

    😉

  25. #25 Skeptiker
    21. Februar 2010

    … und ich lasse Ihnen gerne das vorletzte Wort, falls Sie sich dann besser fühlen.

  26. #26 Webbaer
    22. Februar 2010

    @Jörg Zimmermann

    Die in den IPCC-Entwicklungen modellierte Klimasensitivität liegt im Bereich von 2 bis 4,5 Grad je Verdopplung des CO2-Mischungsverhältnisses.

    Nur am Rande:
    Die hier behauptete Linearität ist falsch, die Klimaerwärmung ginge natürlich gegen einen Grenzwert.

    Dass Klimawissenschaftler (Rahmstorf und Schellnhuber sind hier an erster Stelle zu nennen, v.Storch u.a. sind hier ausgenommen) alarmistisch auftreten, ist unübersehbar. Lustig wird es dann noch, wenn bspw. Schellnhuber einerseits eine Irrtumswahrscheinlichkeit im Prozentbereich einräumt und anderseits den Meeresspiegel um 40 Meter steigen sieht.

    Ältere können sich an das Waldsterben erinnern, da sassen ebenfalls besorgte und alarmistische Wissenschaftler in den Debatten, waren von ihren Theorien höchst überzeugt und warben aggressiv.

    Der Ökologismus als Glaubens- und Werteersatz spielt hier hinein.

    Webbaer

  27. #27 Thilo Kuessner
    22. Februar 2010

    @ Webbär:
    Och bitte, Sie müssen doch jetzt hier nicht jede Woche aufs Neue die Schlachten aus den 70ern schlagen. Die Klimaforscher sind keine Aussteiger oder Weltverbesserer, sondern überwiegend Physiker und Ingenieure. Und politisch geht es beim Klimathema eher um die Förderung neuer Technologien als um die von Ihnen jede Woche aufs Neue herbeifantasierte Machtübernahme der Klimatologen.
    Und daß es mit dem Waldsterben nicht ganz so schlimm gekommen ist, hat eben damit zu tun, daß man rechtzeitig umgeschaltet hat, also Katalysatoren in Autos, Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken etc. Fahren Sie mal nach Tschechien, da können Sie echtes Waldsterben besichtigen.

  28. #28 Webbaer
    22. Februar 2010

    @Thilo
    Der Webbaer ist gerade in Tschechien, wandert gerne auch mal, bärentypisch so zu sagen. Sehen gut aus die Wälder.
    Seien wir zudem einmal präzise: Das Waldsterben gab es seinerzeit nur im deutschsprachigen Raum.

    Sie sind doch Mathematiker, wie bewerten Sie eigentlich das Klimasystem mit seinen Faktoren und deren Zusammenspiel? Leuchtet Ihnen ein, dass aus der vorhandenen Datenlage ein zuverlässiges Modell herausgearbeitet werden kann, das einen einzigen Faktor als bestimmend erkennt? Haben Sie sich mal mit der zugrundeliegenden Mathematik der Klimaprognostik (es gibt dort unzählige Modelle, die fortlaufend angepasst werden, also “schön viel” Mathematik) beschäftigt? Halten Sie das zugrundeliegende System für sehr komplex, also chaotisch? Falls ja, wie ist der Versuch ein solches System zu prognostizieren einzuschätzen? [1]

    Beste Grüße!
    WB

    [1] Muss nicht geantwortet werden, LOL, das würde ja auch etwas zu weit führen, aber auf der Hand liegend und “selbsterklärend” ist die Erwärmungstrendprognostik nicht gerade; es könnte auch kälter werden und es wären dann Modelle zur Hand, die das voraussagen könnten, ex post so zu sagen.

  29. #29 Thilo Kuessner
    22. Februar 2010

    Auch das Thema hatten wir schon ein paar mal: es gibt durchaus so etwas wie Ordnung im Chaos – sehr komplexe Systeme, deren einzelne Komponenten nicht vorhersagbar sind, ergeben in der Summe doch ein mathematisch beschreibbares System.
    Klima in groben Zügen vorhersagen ist realistischer als Wetter vorhersagen, die “Welt-Durchschnittstemperatur” ist weniger chaotisch als die Temperatur am Ort XY.
    Wobei ich nicht weiß, was das mit meinem vorigen Kommentar zu tun hat.
    Daß das Waldsterben in Deutschland ein größeres Thema war als in Frankreich oder Italien könnte übrigens schlicht damit zu tun haben, daß es in Deutschland mehr Wald gibt. Und was Tschechien betrifft, war dort vor 20 Jahren der Wald in einem sehr schlechten Zustand. Falls das inzwischen besser geworden sein sollte (ich bin schon lange nicht mehr dort gewesen) ist das natürlich sehr erfreulich, ist aber doch wohl eher eine Folge der technologischen Verbesserungen im Umweltschutz als den Skeptikern zu verdanken.

  30. #30 Webbaer
    22. Februar 2010

    es gibt durchaus so etwas wie Ordnung im Chaos – sehr komplexe Systeme, deren einzelne Komponenten nicht vorhersagbar sind, ergeben in der Summe doch ein mathematisch beschreibbares System.

    Einverstanden. “Beschreibbar” irgendwie ja, aber nicht prognostizierbar.
    Es wundert mich, dass Mathematiker hier anfällig sind, denn gerade diesen ist doch eigentlich klar wie schnell Komplexität erzeugt werden kann, bspw. mit ein paar Strassen, ein paar Autos und ein paar Ampeln oder mit einem kleinen Spiel (Go, Schach, WoW etc.), die zwar beschreibbar ist, aber auch sehr schnell, wie der Webbaer findet, die Grenzen der Erfassung, Berechnung und der Erkenntnis aufzeigt.

    Ehrlich gesagt weiss der Webbaer nicht, wie der Wald vor 20 Jahren in der CSF(S)R aussah, obwohl er oft da war. Die Sozialisten haben halt alles verkümmern lassen, Dreck, kaputte Fassaden, Strassenzüge ohne nächtliche Beleuchtung und wilde bissige Hunde. LOL

    Eine Nachbereitung des “Waldsterbens” wäre sehr interessant, ein Kollege hier hat sich an der Nachbereitung der Schweinegrippe bemüht, sehr verdienstvoll, gell.
    Eine Nachbereitung der Gefahren des Personentransports mit Zügen, der Gefahren des Nutzens mobiler Telefonanlagen, eine Nachbereitung der Prognose “Erdölende 1990” (die dbzgl. Ressourcen reichen wohl doch noch mindestens 200 Jahre), der Prognose des Endes des wirtschaftlichen Wachstums (Club of Rome, LOL), all das wäre interessant.
    Zurzeit wird das baldige Ende der Atomkraft prognostiziert, das Ozonloch wird wohl auch nicht kleiner, tja, kommt das EURO-Ende?
    Spannende Fragen, aber keiner kennt hier das letztliche genaue Ergebnis.

    MFG
    WB