Heute gibt es mal keinen gründlich recherchierten Artikel, sondern nur eine persönliche Beobachtung zu einem Thema, das seit Jahren immer wieder durch die Medien geistert:
Der Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen.

Nachdem mich ein dienstlicher Termin gestern mal wieder ins nahegelegene Magdeburg verschlagen hatte, fand ich mich am Haltepunkt SKET in unmittelbarer Nähe einer kleinen Anlage des Windrad-Herstellers Enercon wieder, dessen Firmenzentrale sich in Magdeburg befindet. Zu hören war: nichts. Und das bei kaum mehr als 30m Luftlinie.

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Nachdem ich mich eine Weile konzentriert hatte, konnte ich irgendwann ein leises Surren wahrnehmen, das aber nicht nur von jedem in der Nähe des Bahnhofs vorbeifahrenden Auto sondern sogar vom Vogelgezwitscher mühelos übertönt wurde. Nachdem dann noch eine auf dem Bahnsteig wartende junge Frau ihr Handy gezückt und ein Telefongespräch begonnen hatte, konnte ich das Geräusch beim besten Willen nicht mehr “erlauschen”.

Ausgehend von dieser Tabelle würde ich die Lautstärke der Rotorgeräusche irgendwo zwischen 25dBA (Atemgeräusche) und 35dBA (Zimmerventilator) verorten – auf jeden Fall ein ganzes Stück weit entfernt von den 40-45dBA, die in der TA Lärm als Obergrenze für nächtliche Immissionen in bewohnten Gebieten vorgesehen sind. Diese Beobachtung deckt sich mit zahlreichen Messungen wie beispielsweise in diesem Fall in Langenmosen, bei dem ein Gericht den Betrieb einer Anlage gestattete, da die festgestellten 35dBA innerhalb des Toleranzbereichs lagen. Auf der anderen Seite existieren Studien (wie beispielsweise diese von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe durchgeführte Untersuchung), in denen Windkraftanlagen eine erhebliche Lärmentwicklung bescheinigt wird.

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Wovon aber hängt es ab, ob Windräder als Lärmbelästigung wahrgenommen werden? Zum einen sicher von der Größe und Anzahl der Anlagen (Windrad vs. Windpark), zum anderen natürlich auch von den konkreten Windverhältnissen. Wie groß aber ist wohl der Einfluss subjektiver Faktoren – nehmen aus anderen Gründen ohnehin schon kritisch eingestellte Menschen die Geräusche stärker wahr, oder “blenden” Windkraft-Freunde sie vielleicht aus? Wie kommt es, dass der eine den Geräuschpegel für vollkommen unerträglich hält, während der andere jedes Vogelgezwitscher als lauter empfindet? Und was ist mit den Geräuschen, die wir nicht hören können – dem Infraschall?

Ich habe mir diese Fragen – gerade bei heftigen Diskussionen zwischen Windkraftgegnern und -befürwortern – schon häufig gestellt, konnte mir aber bisher nur einen mäßigen (und vermutlich eher subjektiven) Einblick in die Problematik verschaffen. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, werde ich mich in nächster Zeit mal auf die Suche nach entsprechenden Studien und Gutachten begeben – ein passendes Thema für den “Frischen Wind” ist die Lärmdiskussion ja allemal…

Kommentare

  1. #1 KommentarAbo
    12. Mai 2010

  2. #2 Christian Reinboth
    12. Mai 2010

    Kleiner Nachtrag: Hinweise auf Studien etc. sind natürlich herzlich willkommen!

  3. #3 Klaus
    12. Mai 2010

    War sehr interessant für mich über deine persönlichen Beobachtungen zu lesen. Das Thema ist für mich von großem Interesse.

  4. #4 schlappohr
    12. Mai 2010

    Dabei spielt die persönliche Wahrnehmung eine große Rolle. Mir macht z.B. ein rauschender PC-Lüfter nichts aus, aber eine tickende Wanduhr treibt mich in den Wahnsinn, auch wenn das Ticken leiser ist als das Rauschen. Ich kenne Leute, die wohnen in der Nähe der Autobahn, aber fahren im Urlaub nicht ans Meer, weil sie wegen der Brandung nicht einschlafen können. Diese Dinge sind messtechnisch kaum zu erfassen.

  5. #5 Stephan
    12. Mai 2010

    die Dinger sind wie Klimaanlagen in Gebäuden, man glaubt nichts davon zu hören bis man wirklich nichts mehr davon hört weil man rausgegangen ist. Erst dann merkst du wie laut und nervend das geräusch ist

  6. #6 Hans Brandl
    13. Mai 2010

    @Christian:
    “Heute gibt es mal keinen gründlich recherchierten Artikel, sondern nur eine persönliche Beobachtung “.
    Ein kleines Körnchen Wissenschaft hätte da “persönlich” sehr gut getan. Es ist ziemlich fahrlässig von solch einer kleiner Vorzeige-Maschine auf die richtig grossen Brocken im 5 MW Berreich zu schliessen. Berücksichtigt man die einfache Schulphysik, die uns sagt dass genau wie z.B bei Autos die Geräuschemission mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zunimmt , dann sieht das schon ganz anders aus. Ein kleines Frühjahrslüftchen sollte da nicht verallgemeinert werden.
    Windräder sind eben nichtlineare Systeme , auch die Energieausbeute nimmt ja mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit zu. Aus diesem Grund produzieren ja die vielen Turbinen , die da die Gegend verschönern und sich fast immer lustig drehen während der meisten Zeit des Jahres bei der typischen Hochdruckflaute im Sommer und Winter kaum einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung. Erst bei den Herbst und Frühjahrsstürmen wird dann immer so viel Energie produziert, dass man den potentiellen Energieversorgern auch noch Geld zahlen muss, dass sie denn den Strom da auch abnehmen.
    Als Lobbybeitrag des Bundesverbands für Windenergie wäre dieser Beitrag aber durchaus akzeptabel.

  7. #7 Le Webbaer
    13. Mai 2010

    Ein leichtes Surren, vergleichbar mit derjenigen nächtens in direkter Meereslage oder zirpenden Grillen, muss ja auch nicht weiter schlimm sein, muss man nicht toll finden, früher gabs auch Elektrizitätswerke mit einem akustischen Output, einem Brummen, kann ein wenig nerven, kann aber sogar beruhigend wirken.
    Laufende Rechner wären noch vergleichbar, alles nicht so pflimm.

    “Lichtverschmutzung” aber auch nicht pflimm.

    MFG
    Wb

  8. #8 Alexander
    14. Mai 2010

    Aus eigener Beobachtung, bei einer etwas größeren Anlage: niederfrequentes Wupp Wupp Wupp, immer wenn ein Flügel am Mast vorbeiläuft. Das hört man NICHT oder kaum, wenn im Hintergrund irgendwelche anderen, höherfrequenten Geräusche sind: Vogelgezwitscher, Blätterrauschen. Sobald es aber in der Umgebung ruhig ist (nachts), geht dieses Geräusch durch und durch. Ich möchte definitiv nicht in der Nähe einer WKA wohnen. Mein Tipp an Christian: such dir mal eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe einer 2 MW-Anlage.

  9. #9 ali
    14. Mai 2010

    In der Schweiz (die kaum Windkraft nutzt) gibt es eine Kontrovers um die Windräder in einem kleinen Dorf in den Freibergen mit Namen St. Brais. Anscheinend kommt es auch auf die Umgebung an. Dort wurden 43 Dezibel gemessen.

    Ich kann schon verstehen, dass in einem Dorf wo sich sonst Fuchs und Hase gute Nacht sagen ein mehr oder wenig konstanter Brummteppich von dieser Lautstärke als störend empfunden wird. Aber es ist halt das gleiche Problem wie immer: Das Problem sehen alle, aber niemand will Komforteinbussen in kaufen nehmen.

  10. #10 Le Webbaer
    14. Mai 2010

    Natürlich nervt der akustische Output, wenn eben auch nicht jeden. :)

    Überhaupt ist die Windenergie nicht wirklich cool, was die Kosten betrifft und den Schaden für die Landschaft; wissen darf man noch, dass das Leistungsverhältnis zwischen einem Windkraftrad (oder wie die Dinger genau heissen) und einem AKW bei 1:1.000 ist – um es mal ganz grob zu bezeichnen.

  11. #11 Christian Reinboth
    14. Mai 2010

    @Le Webbaer:

    “Lichtverschmutzung” aber auch nicht pflimm.

    Naja – da Windräder Energie produzieren während durch Lichtverschmutzung Energie verschwendet wird, hat das Problem schon eine andere Dimension – zumal man die Lichtverschmutzung ja auch ohne größere negative Folgen beseitigen könnte.

    @Alexander:

    Aus eigener Beobachtung, bei einer etwas größeren Anlage: niederfrequentes Wupp Wupp Wupp, immer wenn ein Flügel am Mast vorbeiläuft. Das hört man NICHT oder kaum, wenn im Hintergrund irgendwelche anderen, höherfrequenten Geräusche sind: Vogelgezwitscher, Blätterrauschen. Sobald es aber in der Umgebung ruhig ist (nachts), geht dieses Geräusch durch und durch.

    So ähnlich sind auch meine Eindrücke in der Nähe größerer Anlagen oder Windparks. Dass so ein Geräusch nachts mehr auffällt als tagsüber, versteht sich von selbst. Im Grunde ist es doch aber so: Ein Störgeräusch, das bereits von Blätterrauschen oder Vogelgezwitscher überdeckt wird, müsste doch in einem geschlossenen Raum nicht mehr zu hören sein – ich höre ja nachts auch nicht die Blätter vor der Tür rauschen. Zahlreiche Menschen scheinen das so zu empfinden, wieder andere fühlen sich dagegen bis in die eigenen vier Wände verfolgt. Ich vermute da – ähnlich wie auch Kommentator schlappohr weiter oben – einen Wahrnehmungseffekt, der irgendeinen psychologischen Hintergrund hat. Oder nicht?

    @ali:

    In der Schweiz (die kaum Windkraft nutzt) gibt es eine Kontrovers um die Windräder in einem kleinen Dorf in den Freibergen mit Namen St. Brais. Anscheinend kommt es auch auf die Umgebung an. Dort wurden 43 Dezibel gemessen.

    Ein Fall der meine eigentliche Frage gut unterstreicht (zumindest vermute ich das, da meine letzte Französischstunde schon 10 Jahre zurückliegt). 43 Dezibel entspricht in etwa dem Geräuschpegel “in einer ruhigen Bibliothek”:

    http://www.sengpielaudio.com/TabelleDerSchallpegel.htm

    Im Prinzip dürfte man das (zumindest bei geschlossenen Fenstern) in der Nacht kaum noch wahrnehmen – und tagsüber ohnehin nicht, da jedes Vogelgezwitscher lauter ist. Dennoch fühlen sich manche Anwohner stark beeinträchtigt, andere jedoch überhaupt nicht. Die persönliche Wahrnehmung und möglicherweise auch die generelle Einstellung gegenüber Windanlagen (hübsch/hässlich etc.) scheinen mir hier doch eine große Rolle zu spielen – Studien konnte ich aber – zumindest auf Anhieb – noch keine finden. Vielleicht lassen sich ja noch welche auftreiben…

  12. #12 Le Webbaer
    14. Mai 2010

    Bei der Geräuschverschmutzung ist neben dem Bel oder Dezibel noch die Qualität des “Bells” wichtig, wenn nicht sogar entscheidend, entsprechende Kommentarbeiträge unterstützen diese Sicht.
    Und Beschaffenheiten sind nun einmal oft nicht direkt messbar, und, hey, geht nicht auch beim “Bell” Energie verloren?

    Der freundliche und geneigte, wie verständige Leser dieser Zeilen wird vielleicht ahnen, dass auch derartige Fragen letztlich Gesinnungsfragen und nur schwer wissenschaftlich fassbar sind.

    Gesellschaftliche Bedürfnisse, die bspw. im Kontext “Lichtverschmutzung, LHC oder Atomkraftwerke entstehen, sind nicht andersartig als diejenigen, die beim Nutzen der Windenergie entstehen. A gut, B nicht gut, funzt hier nicht.

    MFG
    Wb

  13. #13 Rabe
    15. Mai 2010

    Wb, der 1:1000 Vergleich ist wunderschön. Nur können wir uns ganz schwer vorstellen, was das denn bedeutet, schließlich sind es nur 3 Größenordnungen, wie dieser herrliche Kommentar von E.W.Dijkstra (RIP) veranschaulicht:
    “…worse than comparing, as a means of transportation, the supersonic jet plane with a crawling baby, for that speed ratio is only a thousand.”
    aus:
    http://userweb.cs.utexas.edu/users/EWD/transcriptions/EWD10xx/EWD1036.html

  14. #14 Wb
    15. Mai 2010

    “3 Größenordnungen” im Dezimalsystem, das bekanntermaßen der Fingerzählweise angelehnt ist – was aber sicherlich bemerkenswert ist, ist dass aufgeklärte Kräfte, stehen sie nun einer humanistischen Vereinigung oder einer GWUP oder einer sonstwie gearteten Skeptikervereinigung [1] nahe, bei bestimmten Themen nicht ganz frei von Religiösität [2] zu sein scheinen.

    MFG
    Wb

    [1] alles durchaus eher positiv zu sehen, zumindest wenn man die “Jungs” der anderen Ligen kennt
    [2] im übertragenden Sinne bzw. im ursprünglichen Sinne – jeder ist natürlich irgendwie religiös, aber man bindet üblicherweise seine “Religion” schon ein wenig an die moderne Wissenschaftlichkeit

  15. #15 Froscher
    15. Mai 2010

    Ich vermute ja, dass die extrem unterschiedliche Bewertung der Windkraft-Geräusche auch dadurch zustande kommt, dass die Geräusche extrem unterschiedlich sind, und zwar auch bei gleich großen Anlagen und identischen Windverhältnissen. Das ist zumindest meine Beobachtung: Bei uns in der Gegend gibt es einen größeren Windpark mit Anlagen diverser Hersteller. Die Vestas-Anlagen sind in der Tat so laut, dass ich auf Dauer davon genervt wäre. Die meisten Anlagen sind aber so leiser, dass es mir egal wäre. Die Anlagen von Enercon wiederum hört man überhaupt nicht (zumindest nicht den Rotor, dafür fiept es aus dem Turm). All diese Anlagen sind etwa gleich groß und stehen nur ein, zwei Kilometer auseinander. Ist sowas sonst noch jemandem aufgefallen?

  16. #16 Andrea N.D.
    16. Mai 2010

    @Christian Reinboth:
    Ich weiß nicht, ob ich die Angelegenheit lediglich als psychologisches Phänomen abtun würde. Dass das ständige Drehen eine Art “Discokugeleffekt” auslöst mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen, wurde bereits untersucht, allerdings habe ich keinen Link zu einer Studie parat, nur dieses:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/263/326127/text/

    “Ein Störgeräusch, das bereits von Blätterrauschen oder Vogelgezwitscher überdeckt wird, müsste doch in einem geschlossenen Raum nicht mehr zu hören sein – ich höre ja nachts auch nicht die Blätter vor der Tür rauschen.” – Das funktioniert aber nur, wenn Du bei geschlossenem Fenster schläfst, was viele nicht tun.

    Ich bin generell der Ansicht, dass Gebiete, in denen Menschen Wohnen, von derartigen Anlagen verschont werden sollten. Es gibt doch so viele Flächen (auch für Solaranlagen) wo sie niemanden stören – warum müssen diese immer direkt neben einem Wohnhaus aufgestellt werden?

  17. #17 Pavel
    17. Mai 2010

    Also, ich kann da einiges aus persönlicher Sicht zu beitragen, da ich für einen Namhaften Hersteller mal gearbeitet habe und lange nach “Fehlern” bei Windenergieanlagen gesucht habe, da ich auch Probleme mit den Dingern hatte und sie nicht mochte. Ich beschäftige mich beruflich und studientechnisch damit und verusche das mal sehr nüchtern zu sagen ohne eine einge Meinung da reinfließen zu lassen.

    Es gibt laute und es gibt leise Anlagen, was kaum was mit der Größe und Wind zu tun hat sondern vor allem mit dem Zustand der Anlage, dem Typ und dem Alter. Prinzipiell sind die gesetzlichen Vorschriften (die Streng kontrolliert werden) so, dass die Emissionen in einem Bereich sein müssen der für jeden Menschen wirklich leise ist. Ich versuch mal die Sachen zu begründen:

    Warum hat das wenig mit der Größe zu tun?
    Die Drehgeschwindigkeit der Flügelspitzen ist bei jeder Anlage fast gleich. Kleine Anlagen drehen schneller, große Langsamer, immer etwa mit 40 (größere) – 60rpm (kleinere). Dadurch ergeben sich Umfangsgeschwindigkeiten von 250-300kmh. Wer es nicht glaubt: Anlagendaten aus Internet suchen und sich mit Taschenrechner und Stoppuhr vor ne Anlage stellen. Da die Winkelgeschwindigkeit bei großen Anlagen kleiner ist, sind die wenn dann eher leiser.

    Warum hat das wenig mit der Windgeschwindigkeit zu tun?
    Klar: Je mehr Wind, je lauter wird die Anlage durch die Verwirbelungen. Aber, je mehr Wind, desto mehr “Windgeräusche” gibt es, die nichts mit der Anlage zu tun haben. Die Drehgeschwindigkeit wird durch Pitchbare Flügel schon bei sehr wenig Wind erreicht, so dass die auch nicht (viel) schneller drehen (man muss die um sie optimal zu betreiben auf einer Nenngeschwindigkeit halten). Damit wirklich die Anlagengeräusche deutlich lauter als der Wind werden muss es wirklich so kabacheln, das man sich nicht draußen hinstellt und versucht auf die Anlagen zu hören.

    Wie hängt das mit dem Typ zusammen?
    Manche hersteller bringen Leistungselektronik rein, die bei großen Anlagen laut brummen können, dafür ist der Kram in einer Hütte/im Turm und dadurch nciht so schlimm. Durch die hohen erforderlichen Geschwindigkeiten (Generatoren müssen mit 1500rpm drehen) die durch Getriebe erreicht werden entstehen Geräusche die aber im Vergleich zum “WuppWupp” der Flügel eher höherfrequent sind und in Entfernung nahezu nicht wahrnehmbar sind. Steht man allerdings daneben können die laut sein. Enercon bietet eine Ausnahme, die verbauen keine Getriebe, das reduziert auch Emissionen.
    Was an dieser Stelle auch gemacht wird/werden kann, ist die Anlagen nicht Leistungsoptimal zu fahren, sondern Geräuschoptimal. Dadurch hat man Verluste um 10-15% Leistung und dafür sind die Anlagen VIEL leiser, was nahe Wohngebieten (vermutlich erst nach langem Klagen) gemacht werden kann.

    Schäden?
    Hat die Anlage einen Schaden (schon ein kleiner z.B. in einem Lager reicht da) können sich die Dinger so anhören als wenn einer mit Vorschlaghammer da drin sitzt und eskaliert. Dann am besten bei dem Betreiber anrufen, der wird das schnell ändern, weil das Ding ja auch überleben soll ;). Ist wirklcih nicht der Normalfall. Andere Fehler können laut sein und sind kaum zu reparieren (teuer) und das sind vermutlich die Hauptgründe für nervige Anlagen. Dazu gehören vor allem Lackschäden an Blättern oder Ablösen von Erosionsfolien auf den Blättern. Dadurch macht das jeweilige Blatt ein Geräusch was wirklcih deutlich sein kann. (rauschen im Wind)

    Alter?
    Alte Anlagen waren schlichtweg nicht daraufhin ausgelegt möglichst leise zu sein, die sind im normalfall lauter.

    Also um es kurz zusammenzufassen. WEA’s können laut sein, im Normalfall muss man da aber keine Angst haben, vor allem wenn neue Anlagen gebaut werden braucht man keine Angst um die Nächtliche Ruhe zu haben.

    Was man sonst damit für Probleme hat, aussehentechnisch, landschaftlich, Vogelschutz muss jeder selbst wissen.

    Meine 10ct persönlich dazu sind einfach: Es gibt KEINE perfekte Art Energie zu erzeugen (aktuell) und man muss die negativen Effekte abwiegen, und im Vergleich zu globalen Veränderungen, Endlichen Brennstoffen oder der Unfähigkeit strahlende Substanzen Endzulagern sind “landschaftliche Schäden” eher ein Luxusproblem

    Ein kleiner Klugscheißkommentar sei mir noch erlaubt: Die Firmenzentrale von Enercon ist in Aurich und nicht in Magdeburg :P

  18. #18 inga
    17. Mai 2010

    Das mit der Lärmempfindlichkeit ist schon so eine Sache. Natürlich braucht es objektiv messbare Größen, um eine Regelung zu finden (Emissionsgrenzen). Trotzdem ist Lärmempfindlichkeit extrem subjektiv. Und ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob die persönliche Einstellung (Windkraft ist super/doof) wirklich eine große Rolle spielt. Ich z.B. wohne seit Jahren direkt neben einem Kindergarten, dessen Lärmemission vermutlich sämtliche Grenzwerte übersteigt, was mich aber kein bisschen stört. Auch stört mich das Brummen meines Kühlschrankes nicht, finde es sogar ganz gemütlich. Aber ich glaube, dass so ein permanentes Surren von einer Windkraftanlage mich in den Wahnsinn treiben würde, auch oder gerade wenn es sehr leise ist. Dann fängt man nämlich unwillkürlich an zu lauschen. Und ich bin ganz klar für Windkraft. Oder nehmen wir die Rettungshubschrauber, die bei mir täglich mehrmals übers Haus donnern (ich wohne direkt neben einem Krankenhaus). Die Erkenntnis, dass die eine tolle Einrichtung sind und Leben retten, hindert mich nicht daran, das Geräusch als massiv störend zu empfinden.

  19. #19 inga
    17. Mai 2010

    Ah, noch ein Beispiel: Meine Eltern haben im Wohnzimmer zwei antike Wanduhren, die unterschiedlich schnell ticken (und zwar sehr leise). Ich höre das gar nicht, aber wir hatten schon Gäste, die den Raum verlassen mussten, weil sie es nicht aushielten…

  20. #20 Christian Reinboth
    17. Mai 2010

    @Andrea:

    Ich weiß nicht, ob ich die Angelegenheit lediglich als psychologisches Phänomen abtun würde.

    Ich auch nicht – von daher interessiert mich ja die Studienlage. Einige interessante Artikel konnte ich auch schon auftreiben, aber leider noch nichts Definitives…

    Dass das ständige Drehen eine Art “Discokugeleffekt” auslöst mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen, wurde bereits untersucht.

    Über die Möglichkeit habe ich noch gar nicht nachgedacht, das stelle ich mir in der Tat (zumindest zu bestimmten Uhrzeiten) belastend vor. Leider wird die zugehörige Studie im SZ-Artikel nicht genannt (oder habe ich was überlesen?).

    Das funktioniert aber nur, wenn Du bei geschlossenem Fenster schläfst, was viele nicht tun.

    Ist auf der einen Seite zwar richtig, auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob kleine Komforteinbußen nicht in Kauf zu nehmen sind. Auch das Geräusch von vor dem Fenster vorbeifahrenden Autos ist in der Nacht nicht schön (und tagsüber auch nicht), dennoch würde ich nicht davon ausgehen, dass dort kein Verkehr mehr stattfinden könnte, um mein Recht auf eine ruhige Umgebung zu gewährleisten. Interessanterweise stören sich an nächtlichen Autofahren (mit oder ohne offene Fenster) nach meiner Beobachtung viel weniger Menschen als an Windrädern, was sicher zum einen auf die Prävalenz (weniger Betroffene) zurückzuführen ist, auf der anderen Seite – zumindest meines Erachtens nach – auch einen psychologischen Background haben könnte, immerhin sind Autos ja zweifelsohne lauter. Vielleicht liegt es aber auch an den immer wiederkehrenden Geräuschintervallen – und wenn ja, warum empfindet Anwohner A die als störend, während Anwohner B sie gar nicht wahrnimmt? Ich finde solche Fragen grundsätzlich nicht uninteressant – eventuell eröffnet sich bei eingehender Untersuchung ja sogar eine Möglichkeit zur Schaffung einer größeren Akzeptanz der Windenergie im Anwohnerumfeld.

    Ich bin generell der Ansicht, dass Gebiete, in denen Menschen Wohnen, von derartigen Anlagen verschont werden sollten. Es gibt doch so viele Flächen (auch für Solaranlagen) wo sie niemanden stören – warum müssen diese immer direkt neben einem Wohnhaus aufgestellt werden?

    Da stimme ich Dir nicht zu. Windanlagen sollten idealerweise an den Standorten errichtet werden, welche die besten Windvoraussetzungen bieten und damit einen möglichst effizienten Betrieb und eine möglichst hohe Stromausbeute ermöglichen. Störende Einwirkungen auf die Anwohner sind zwar wo möglich zu minimieren, es sollte aber – zumindest meiner Einschätzung nach – nicht oberstes Planungsziel sein, diese ganz auszuschließen. Viele Einrichtungen, die für die Gesellschaft einen postiven Nettonutzen abwerfen oder aus zwingenden Gründen erforderlich sind, üben einen störenden Einfluss auf Anwohner aus.

    Sicher möchte kaum jemand neben einem Krankenhaus wohnen, im Falle einer schweren Verletzung liegt es aber trotzdem im Interesse jedes Einzelnen, dass das Krankenhaus in zentraler Lage und gut erreichbar ist. Auch der negative Effekt von Behindertenheimen auf die Preise der umliegenden Grundstücke ist seit langem bekannt – trotzdem würde kaum jemand wollen, dass solche Einrichtungen künftig nur außerhalb von Wohngebieten betrieben werden. Will sagen: In vielen Fällen gehen von wichtigen und gesellschaftlich gewinnbringenden Einrichtungen für die Anwohner störende Effekte aus, was aber in der Regel als alleiniges Argument gegen deren Betrieb nicht ausreicht.

    Wobei mich im Falle der Windräder immer noch primär interessiert, wodurch genau die empfundenen Störungen ausgelöst werden und inwiefern es eine Basis für meine Vermutung gibt, dass die generelle Einstellung zu Windkraft (beispielsweise deren ästhetische Bewertung) einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung bestimmter Eigenschaften ausübt. Vielleicht liege ich damit ja aber auch daneben…

  21. #21 Christian Reinboth
    17. Mai 2010

    @inga: Die geschilderten Beispiele (Kindergarten, Uhr, Rettungshubschrauber) zeigen genau den Punkt auf, der mich auch an der Diskussion um Windräder immer verwirrt. Warum beispielsweise werden gelegentliche Helikoperüberflüge als störend empfunden, während die Geräuschkulisse des Kindergartens überhaupt nicht negativ bewertet wird? Ich vermute, es würde sich bei näherer Suche im Wohnumfeld auch jemand finden lassen, der sich nicht an den Helikoptern stört, dafür aber den Kindergarten ganz furchtbar findet…

  22. #22 Pavel
    17. Mai 2010

    Nur zu dem Diskokugeleffekt:
    Dafür gibt es Richtwerte wie weit Wohnhäuser entfernt sein müssen, was je nach Sonnenstand nicht immer reicht. Der Schattenwurf ist WIRKLICH übel und macht einen bekloppt wenn es immer Hell / Dunkel wird. Das kann man aber verhindern, moderne Anlagen haben “Schattenabschaltungen” und werden je nach Jahres/Uhrzeit für Intervalle abgeschaltet, so dass kein Schatten auf einem Wohnhaus steht

  23. #23 Andrea N.D.
    17. Mai 2010

    @Christian Reinboth:
    “Interessanterweise stören sich an nächtlichen Autofahren (mit oder ohne offene Fenster) nach meiner Beobachtung viel weniger Menschen als an Windrädern, …”

    Nach meiner Beobachtung wollen viele Menschen einfach nicht noch eine weitere Belästigung in Kauf nehmen :-). Vielleicht haben sie sich auch einfach noch nicht daranin dem Maße gewöhnt, in dem sich alle an den Verkehrslärm gewöhnen mussten.
    Nein, das war ein kleiner Scherz, da viele Windräder “in der Landschaft” stehen und da könnte meines Erachtens auch das ästhetische Argument durchaus greifen.

    Die Studie habe ich auch nicht gefunden, deshalb schrieb ich ja, ich habe keinen Link.

  24. #24 inga
    17. Mai 2010

    Christian: “Warum beispielsweise werden gelegentliche Helikoperüberflüge als störend empfunden, während die Geräuschkulisse des Kindergartens überhaupt nicht negativ bewertet wird?”
    Ich weiß es nicht. Ein Aspekt ist sicherlich die dahinterliegende Intention. Spielende Kinder sind nun mal einfach laut, ganz automatisch und ohne bösen Willen. Wenn mein Nachbar aber seine Anlage bis zum Anschlag aufdreht, dann ist das rücksichtslos und ich ärgere mich fürchterlich darüber. Und der Hubschrauber ist einfach nur wahnsinnig laut (man versteht einige Sekunden lang sein eigenes Wort nicht). Über die Wohnung von Bekannten von mir fliegen übrigens auch Helikopter, allerdings handelt es sich hier um diese unglaublich wichtigen Leute, die per Heli zum Flughafen geflogen werden müssen, weil man ihnen eine Auto- oder gar S-Bahnfahrt dorthin nicht zumuten kann. Ich vermute, dass mich das in der Tat noch stärker stören würde als die Rettungshubschraubereinsätze, die ja wenigstens Leben retten. Also ja, der Kontext macht sicher etwas aus, aber manchmal weiß man es auch einfach selbst nicht, warum man sich jetzt von einem Geräusch so sehr gestört fühlt.

  25. #25 Andrea N.D.
    18. Mai 2010

    @Inga:
    Grundsätzlich würde ich der “psychologischen” Variante ja zustimmen. Wissen tun wir es aber erst, wenn wir eine Studie finden, bei der dem einen Teil der “Probanten” die Begleitumstände/Kontext mitgeteilt wurde und dem anderen nicht.

  26. #26 inga
    18. Mai 2010

    @Andrea:
    Danke für den Hinweis. Deshalb steht da ja bei mir auch “ich weiß es nicht” bzw. “ich vermute” und nicht: So isses. Aber bevor man eine Hypothese prüft, muss man sie ja wohl erst mal entwickeln. Und dafür sind Alltagsbeobachtungen durchaus hilfreich.

  27. #27 Wolfgang Flamme
    18. Mai 2010

    Ich blende Umgebungsgeräusche wie selbstverständlich aus, zB den sog. ‘Fluglärm’ hier (angeblich gelbe Zone) nehme ich gar nicht bewußt wahr. In meinem Elternhaus hatte ich das Kinderzimmer auf dem Speicher und wenn der Wind durch die Oberleitungen fuhr, heulte das die ganze Nacht lang, als säße ein Wolfsrudel auf dem Dach … hat mich nicht gestört.

    Es gibt aber wohl Menschen, die sich dem nicht einfach entziehen können und deren Aufmerksamkeit davon gar nicht los kommt. Manche können sich nicht konzentrieren, sobald Radio oder Fernseher leise im Hintergrund laufen, andere können auf Bahnhöfen oder an Haltestellen nicht lesen, weil ihnen da zuviel Bewegung im Hintergrund ist usw.

    Ganz transparent ist mir der Zweck der Übung hier allerdings nicht. Geht es um den objektiven Nachweis, daß WEA-Gegner überwiegend Spießer sind, die ihre Hypochondrie benutzen, um ihrer Umgebung ihre Nimby-Auffassungen aufzudrücken?
    Also dann würde ich spontan sagen, das stimmt. Das trifft aber auf Bürgerinitiativen/Petenten typischerweise auch zu.

  28. #28 stefanos
    15. Juni 2010

    Die Lautstärke ist auch abhängig von der Größe der Anlage. Und der Trend geht immer mehr zu großen Anlagen. Aber auch hier ist das -subjektiv- nicht laut. Der Schattenwurf dieser großen Anlagen ist da schon übler. Aber hier muss man einfach Abstand zur nächsten Ortschaft halten…

  29. #29 Sonnemeyer
    24. Juni 2010

    Ich wohne in der Nähe neu errichteter Windräder. Ganz klar, die machen Lärm. Die zwei nächsten sind etwa 1 km entfernt. Je nach Windrichtung und Windstärke hört man deutliches Rauschen, ähnlich einem entfernten Düsentriebwerk, und die Druckstöße der drei Flügel. Manchmal schließe ich deshalb nachts die Fenster. Vorher war es hier ruhiger. Wer natürlich mitten im Großstadtlärm steht, der wird nicht viel hören. Es ist nicht eigentlich laut, aber wenn es vorher leise war, stört es schon. Das meine nicht nur ich.

  30. #30 Mike
    4. Juli 2010

    Ich finde, das Windräder einfach DIE Zukunft für Energie sein wird….aber ja…leider sind sie sehr laut…

  31. #31 Matthias
    15. Juli 2010

    Hallo Christian,
    zu deiner Frage nach den Lärmquellen bei Windenergieanlagen (WEA) kann ich aus meiner Erfahrung zwei wesentliche Punkte nennen. Die wurden auch schon von Pavel beschrieben, gehen dort aber vielleicht etwas unter.

    Lärmquelle 1 sind Strömungsgeräusche
    Bis vor ca. 20 Jahren galt die Stall-Regelung bei WEA noch als Stand der Technik. D.h. die Flügel konnten im Anstellwinkel nicht verstellt werden und die Abregelung der Anlage bei starkem Wind geschieht durch Strömungsabriss. Heute ist die Pitch-Regelung Stand der Technik, dabei werden die Blätter im Anstellwinkel verstellt und können damit auf jede Windgeschwindigkeit angepasst werden. Das führt gleichzeitig zu besserem Wirkungsgrad und weniger Strömungsgeräuschen.

    Lärmquelle 2 sind Getriebe, speziell bei älteren Anlagen

    Das Ausmaß des Lärms hängt dann natürlich noch stark von der Windgeschwindigkeit ab. Eine Stall-geregelte Anlage bei Windstärke 4 würde ich auf 60 bis 70 dB schätzen (Entfernung in Luv 50m, in Lee 200m), auf jeden Fall weit über 40 dB.
    Bei einer älteren Getriebe-WEA habe ich einen Lärmpegel erlebt von ca 50 dB in 150m Entfernung quer zur Windrichtung bei Windstärke 3.

    Mein Fazit: Lärm ist tatsächlich ein Problem bei älteren Anlagen, aber nicht beim heutigen Stand der Technik. Daher würde mich interessieren um was für einen WEA-Typ es sich bei “Sonnemeyer” handelt, bei denen ein Rauschen über 1km Entfernung zu hören ist. Werden etwa doch noch Stall-geregelte Anlagen aufgestellt? Das würde mich sehr wundern.

    Gruß, Matthias

  32. #32 Stefan W.
    18. Juli 2010

    Die sich bewegenden Rotorblätter im Video sind ja gräßlich – gut, man kann sie kaum sehen, weil der Busch davor hin- und herschwankt, aber das nervt ja auch tierisch – vielleicht kann man den gleich mit der Anlage zusammen rausreißen und entsorgen.

    Zu tickenden Uhren kann man sagen, daß Freud dazu geäußert hat – ich glaube im Aufsatz über die moderne Nervosität – dass das Ticken der Uhr an die rhythmischen Bewegungen beim Geschlechtsakt erinnert, und dass, wer Probleme mit seiner Sexualität hat, davon gestört hat.

    Ob das stimmt kann ich nicht sagen, aber keiner, dem ich das erzählt habe, hat je wieder über tickende Uhren geklagt – niemand. :) Das nennt sich Heilung durch Aufklärung, und Ihr wisst ja, wer heilt hat recht! :)

    Apropos Webbär: Heute gibt es doch gar keine richtige Religion mehr. Selbst die Kardinäle glauben nicht mehr wirklich an Gott. Alles nur noch Skepsisgeladene Folklore, und Reminiszenzen.

  33. #33 Angela Evers
    22. Juni 2011

    Moin, ich wohne in Norddeich und habe nach 13 Jahren mit meiner Familie mein Traumhaus gefunden. Wir können es Kaufen doch das Bauamt und der Stadtrat gibt uns nicht die Zusage der Bauvoranfrage da in der Nähe Windräder (300m entfernt) stehen. Man sollte alle Anti-Windmühlen-Menschen doch ein Atomkraftwerk vor die Tür setzen ich glaube dann kommt die Einsicht. Ich fühle mich in keinster Weise gestöhrt und finde die Bäume sind lauter. Dazu kommt : Möchten “WIR” nicht die Welt für unsere Kinder retten oder gibt es tatsächlich nur noch egoisten!!!!

  34. #34 s.s.t.
    26. Juni 2011

    Geräusche werden in der Tat sehr subjektiv empfunden (Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.), hinzu kommt die individuelle Sensibilität. Darauf wurde hier schon hingewiesen.

    Das Gros der Einwände sind dennoch NIMBY-Einwände (s. Nebenan): Storchennester, Wachtelkönige, Kröten u.v.a.m. müssen dann als Alibi zur Verhinderung von ‘störenden’ Projekten hinhalten. Nicht vorhandene Sendemasten können auch funktionieren.

    So ungefähr jeder will alles in Reichweite und jederzeit verfügbar, aber selbstredend unsichtbar und gefälligst auch unhörbar.

    Psychische Störungen mancher Art lassen sich durchaus via Einbildung erzeugen.

  35. #35 K.Görtz
    31. Oktober 2011

    Wie schön, das einige Menschen sich nicht an diesen unmöglichen,häßlichen,naturverschandelden und geräuschvollen Ungetümen stören. Schlage vor, doch bei denen solche Teile vor die Tür zu bauen.
    Ganz abgesehen davon, das die Leute,die so etwas beschließen, nie davon betroffen sein werden. Die wissen schon, warum!

  36. #36 Helga Hung
    11. November 2011

    In Portugal wurden Bewohner und Tiere in der Nähe von 4 WKA (Abstand von 320 bis 800m) von 2006 bis 2011 regelmäßig untersucht.

    Die Gehirnaktivitäten des 10 Jahre alten Jungen stiegen stetig. Folge erhebliche Lernprobleme.

    Bei den Tieren wurden für niederfrequente Lärmbelastung typische Einlagerungen von Collagen festgestellt. Bei einem Kontrolltier hingegen keine.

    Beides sind Bestandteil der Lärmkrankheit VAD. Langfristige Folgen sind neurologische Störungen (Depressionen, Epilepsie, Psychische Veränderungen, Aggressivität)

    Langfristige Folgen der Einlagerung von Collagen sind Herzbeutelverhärtung und Lungenerkrankungen (Sidereose).

    Vor kurzem war ein Artikel in der Zeitung, dass die Siderose bald die dritthäufigste Todesursache sein wird. Ebenso steigt die Zahl der neurologischen und psychischen Erkrankungen.

    Die vorgegebene Begrenzung der dBA-Werte durch die TA-Lärm hat dazu geführt, dass die Konstrukteure sich darauf konzentriert haben, den von den dBA Werten erfassten Lärm in den weniger berücksichtigten tieffrequenten Bereich zu verlagern.

    In den meisten Fällen ist das Vorhandensein von tieffrequenten Lärm mit lautem hörbarem Lärm verbunden (Verkehr).

    Bei Windkraftanlagen ist der hörbare Lärm jedoch gering im Vergleich zu dem tieffrequenten Anteil.

    Dadurch ist es so schwer nachzuempfinden, warum so viele Menschen über gesundheitliche Problem klagen.

    Ein weiterer Faktor ist die „Rechtslage“. Maßstab ist der verständige durchschnittlich empfindliche Mensch in vergleichbarer Lage. Anders Formuliert, die Richtwerte orientieren sich an der mittleren Hörschwelle.

    Das Robert Koch Institut nimmt an, um im tieffrequenten Bereich 95 % der Bevölkerung zu schützen müßten die Grenzwerte 10 dB unter der mittleren Hörschwelle liegen.

    Momentan liegen die Grenzwerte der DIN 45680 noch 5 dB über der mittleren Hörschwelle, allerdings soll in absehbarer Zeit die mittlere Hörschwelle um 5 dB gesenkt werden.

    Durch die unterschiedliche Wahrnehmung (abhängig von der individuellen Hörschwelle) fühlen sie einige Anwohner belästigt und andere nicht belästigt.

    Ein weiterer Punkt ist unser Umweltrecht. Immissionen unterliegen keiner Grundrechtskontrolle, was Bedeutet Menschen dürfen durch Immissionen krank werden und sie dürfen typisiert werden.

    Menschen deren Hörschwelle unterhalb der mittleren Hörschwelle liegt sind atypisch empfindlich und als solche nicht zu berücksichtigen. Das habe ich schriftlich durch drei Gerichturteile vorliegen.

    Es gibt noch einen weiteren Punkt. Die EU-Staaten konnten sich noch nicht einigen Forschungsergebnisse aus anderen EU-Ländern Gegenseitig zu akzeptieren.

    Aus diesem Grunde wird eine Langzeitstudie (10 Jahre, 140 Probanden) über tieffrequenten Lärm nicht akzeptiert. Die Studie endete ca. im Jahr 2000, inzwischen wird angegeben das über 1000 Menschen entsprechend untersucht wurden und die Studie immer wieder aufs neue Bestätigt wurde.

    Die Herren von den Bundes- und Landesumweltämter können leider nicht nachvollziehen, dass der tieffrequente Lärm die Ursache sein soll. Bei den Verwaltungsgerichten gilt immer noch die total veraltete Studie von Issing aus dem Jahre 1982.

    Mit den Folgen der gesundheitlichen Belastung kann sich dann die nächste Generation beschäftigen.

    Es gibt einen Abschlußbericht des BMU in dem ist von mehr wie 10% sogenannter atypisch sensibleren Menschen im Umkreis jedem Windparks die Rede.

    Die Familie in Portugal war übrigens vorher gesund, also nicht atypisch. Laut gerichtlicher Anordnung darf eine WKA nicht mehr betrieben werden und die anderen drei nachts nur noch reduziert.
    Die Familie ist weggezogen und der Mann betreibt tagsüber weiter den Hof mit den Tieren.
    Wir sind auch weggezogen, allerdings sind wir laut Gericht hochgradig atypisch sensible Menschen die nicht zu berücksichtigen sind.

    MfG
    Helga Hung

  37. #37 Berta
    1. September 2012

    Ich finde es nicht gut dass Leute, die von gesundheitlichen Beschwerden reden, ins lächerliche gezogen werden! Und auch als überempfindlich oder als Spinner hingestellt werden ! Dasselbe gilt ja auch für Fluglärm ! Solche Dinge machen manche krank, auch dann, wenn sich das nicht auf die Gesamtheit bezieht ! (was sich immer anhand verschiedener sehr logischer Kriterien begründet!!) und nicht den Leuten zum Vorwurf gemacht werden darf !! Das schlimme kommt dann nämlich noch dazu, nämlich dass die betroffenen Leuten sich beleidigen lassen müssen von diversen Verharmlosern ! …aber es ist ohnehin manchmal anzunehmen es gäbe 2 Spezies Der Mensch!

  38. #38 Klaus Meiser
    2. September 2012

    Guten Tag,

    anbei möchte ich den Windkraftbefürwortern etwas sagen:

    1. Windkraft löst die Energieprobleme der nächsten Jahre nicht. Alle 15 Jahre verdoppelt sich der Energiebedarf durch unsere Geldzinssystem.
    2. Die Energiebilanz von Windkraftanlagen ist erst nach ca. 9 Jahren auf Null. Ergo wird erst nach 9 Jahren CO2 eingespart.
    3. Der Lärm von Windkraftanlagen ist auch bei Einhaltung der Grenzwerte nach TA Lärm Körperverletzung. Durch Lobbyarbeit ist es den Herstellern gelungen den Gesetzgeber zu sittenwidrigen Abstimmungen zu nötigen. Siehe Beweislast in Einspruchverfahren.

    In einigen Jahren werden wir den Lärm bekämpfen wie einst die Pest.

  39. #39 Hans
    24. Dezember 2012

    Mit dem Gesetzeserlass Betrieb ziviler Drohnen ist es genau das gleiche – und noch viele andere. Die Leute die das ausüben, können machen wie sie lustig sind, filmen, beobachten, Leute draussen verfolgen, lärmmässig belästigen (sind ja alle aufgemotzte Teile) – und (fast) keiner kriegt was davon mit. Und wenn man es mitkriegt muss man es erst mal beweisen können, Frage ist nur wie man das anstellen soll ha ha. An solchen Dingen sieht man dass da nichts anderes als Korruption und Dreckspolitik im Spiel ist. Wie die Firma, die die Drohnen herstellt, heisst weiss ich gerad nicht. Ist aber längst bekannt dass da Lobbyarbeit im Spiel war. Sowas ist asozial im wahresten Sinne….

  40. #40 Klaus Blömeke
    BONN
    22. Januar 2013

    Lärmempfindung ist eine sehr individuelle Sache. Dazu zwei Beispiele:
    hab lange in einer extrem ruhigen Wohnung in der Stadt gewohnt. Das völlige Fehlen urbanen Untergrundgrummelns hat mich irgendwann zum Umziehen gebracht.

    Wir haben in einem Reihenhaus einen Proberaum. Vor Inbetriebnahme habe ich die Nachbarn schriftlich informiert, mit Telefonnummer und der Bitte, falls es störend laut sein sollte, kurz anzurufen. Ist nie passiert.
    Geräusche, die man abstellen kann, werden als weniger störend empfunden. hatte dazu sogar mal ne Studie gesehen, hab sie aber jetzt nicht mehr gefunden….

  41. #41 Hendrik Fauer
    Stockelsdorf
    22. September 2013

    Zur Energieamortisation gerne mal hier nachlesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor
    Für Windkraft sind es einige Monate. Warum Herr Meiser da wohl 9 Jahre angegeben hat?
    Unklar ist auch warum er davon aus geht, dass durch Zinseszins theoretisch notwendiges Wirtschaftswachstum so realisiert werden kann. Wenn das so wäre hätten wir keine Finanzkrise.