Der linken Hand, ist damit gemeint. Angeregt von diesem Blogpost auf scienceblogs.com habe ich mal nachgebohrt, und in der Tat waren wohl sechs der zwölf Nachkriegs-Präsidenten Amerikas (einschließlich Barack Obama) Linkshänder: Obama, Bill Clinton, George H.W. Bush (der Vater), Ronald Reagan, Gerald Ford und Harry Truman (dazu ein Artikel aus der Washington Post im vergangenen Sommer).

Sicher, da man zwei Hände hat, könnte ja rein statistisch die Chance, die eine oder andere Hand zu bevorzugen, bei 50 Prozent liegen. Aber so simpel ist das ja nicht: Laut Wikipedia (für den Zweck dieses Postings mal gut genug) bevorzugen etwa 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung die rechte Hand. Demnach wären also die Linkshänder am politischen Ruder weit überrepräsentiert. Hat jemand eine gute These, warum?

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Kommentare (19)

  1. #1 Tobias
    21. Januar 2009

    Wir sind einfach besser.

  2. #2 Anhaltiner
    21. Januar 2009

    auf der deutschen Wikipedia finden sich Sätze wie:
    “Genannt wird etwa, dass Linkshänder im Durchschnitt intelligenter seien als Rechtshänder.”
    “Auch wird angenommen, dass Linkshänder kreativ denken und handeln, während Rechtshänder in der Mehrzahl eher rational vorgehen.”
    Die eine Erklärung wird es wahrscheinlich nicht geben, aber gerade Kreativität (z.B. beim Spenden sammeln und den Umgang mit den Medien) macht vielleicht den Unterschied vom Kandidaten zum Presidenten

  3. #3 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    Na, da muss es doch noch ein bisschen mehr geben … Mal im Ernst: Jeder zweite US-Präsident seit 1945 ein Linkshänder, das kann doch kein Zufall sein. Und die deutsche Wikipedia-“Erklärung” (die sich so liest, als sei sie von einem Linkshänder geschrieben worden – sorry!) bietet ja auch nur vage Spekulationen. Ich hatte ja erst gedacht, dass es an der zusätzlichen Gehirnleistung liegen muss, der erforderlich wurde, wenn Linkshänder in der Vergangenheit ja zwangsweise auf Rechtshändigkeit (zumindest beim Schreiben) umtrainiert wurden. Aber zumindest bei Clinton und Obama war dies ja wohl nicht mehr der Fall. Vielleicht liegt’s ja nicht an den Linkshändern per se, sondern an irgend welchen besonderen Anforderungen des Präsidentenamtes, für das “Southpaws” (wie man Linkshänder hier nennt) einfach besser geeignet sind …

  4. #4 Marcus
    21. Januar 2009

    @Jürgen
    genau das wäre die Frage, die zuerst zu klären wäre. Kann das Zufall sein. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob so etwas kein Zufall sein kann. Aber: wir lassen uns da, glaube ich, zu oft täuschen. Wir sind Muster- und Zusammenhangerkenner, wo meist keine sind.

    Es müsste sich also erst einmal einer der Statistik-Cracks an die erste Frage heranmachen. Wenn die definitiv geklärt ist, kann man weiter sehen.

    Oder?

  5. #5 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    @Marcus
    “Wir sind Muster- und Zusammenhangerkenner, wo meist keine sind.”
    Klar doch, ist nun mal ein Berufsrisiko für uns Journalisten. Ich wär’ ja schon zufrieden, wenn ein Statistiker da was knacken kann – ich zieh’ nämlich selbst gerade einen inzwischen neunjährigen Linkshänder groß, und wüsste halt gerne, ob ich schon mal was für die Wahlkampf-Kasse ansparen sollte 😉

  6. #6 Marcus
    21. Januar 2009

    da gabs irgendwas, vielleicht in Freakonomics?, zu dem Thema … ich weiß nicht mehr.

  7. #7 lukas anton
    21. Januar 2009

    Könnte man evtl. Nachforschungen zu den Nobelpreisträgern machen. Wie viele davon Linkshänder waren. Das wäre durchaus interessant .

  8. #8 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    @Marcus
    In meiner Ausgabe von “Freakonomics” steht nichts über Rechts- und Linkshändigkeit, leider.

  9. #9 Marcus
    21. Januar 2009

    mhm, ich find es nicht. Aber: Es gab 44 Präsidenten. Wie viele von denen waren Linkshänder? Warum sollte man nur die herausgreifen, die nach dem 2. Weltkrieg Präsident wurden? Eine zeitliche Häufung kann ja vorkommen, das gibts ja auch beim Würfeln.

    Und in Freakonomics wurde das mal erklärt, wie leicht wir eine zufällige Häufung in einer Reihe von irgendwas als HInweis/Beleg irgendwelche Muster oder versteckte Zusammenhänge halten.

    Irgendwo stand da was …

  10. #10 Marcus
    21. Januar 2009

    … oder war das in Stefan Kleins: Alles Zufall.?

  11. #11 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    @Marcus
    Klar, das ist alles möglich. Aber zwischen der Zufälligkeit eines Würfelspiels und der einer Präsidentenwahl besteht sicherlich ein Unterschied. Epidemiologisch würde man solch eine Häufung sicher ernst nehmen müssen. A propos Freakonomics: Die Autoren sind selbst ja auch nicht gerade ungeübt darin, kausale Zusammenhänge zu konstruieren, die sonst keiner sah. Ich verweise nur mal auf den Aspekt der Verbrechensreduzierung durch legalisierte Abtreibung – das war ziemlich gewagt und, zumindest in den USA, schon ein großer Aufreger.

  12. #12 marcus
    21. Januar 2009

    was auffällt: wenn du zeitlich zurück gehst, verändert sich schon das Verhältnis:

    bis 1974 zurück: fünf von sieben
    bis 1945 zurück: sechs von zwölf

    Es war Kleins: Alles Zufall.

    Da geht´s um Münzwürfe. Wenn wir uns einfach mal eine fiktive Reihe von Münzwürfen vorstellen, 20-mal, wie könnte die aussehen? In Tests kam raus, dass in Reihen, die wir uns ausdenken, Kopf und Zahl viel häufiger wechseln als es in Wirklichkeit der Fall ist.

    Wenn man dann mal richtig würfelt und das vergleicht wundern sich die meisten Leute, wie oft tatsächlich ein Kopf nach dem anderen folgt.

    Im Buchbeispiel gibt es eine Reihe, in der Zahl neunmal hintereinander folgt.

  13. #13 Marcus
    21. Januar 2009

    upps, jetzt warst Du schneller mit deinem Post.

    Ich muss ins Bett, vielleicht schaut ja ein Statistiker vorbei. Spannend ist das? Aber erst, wenn gesichert ist, dass es kein Zufall ist 😉

    Gute Nacht …

  14. #14 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    @Marcus
    Was die Nachkriegs-Präsidenten angeht, ist hier natürlich eine gewisse Beliebigkeit gegeben. Sicher ist wohl, dass man über die Rechts- oder Linkshändigkeit früherer Präsidenten sehr wenig weiß (außer den genannten sechs waren noch Herbert Hoover und James Garfield als Linkshänder bekannt – letzterer starb übrigens im September 1881, etwa sechs Monate nach seinem Amtsantritt, an den Folgen eines Attentats). Aber diese Acht wären immer noch gut 18 Prozent aller Präsidenten – klar mehr als die zehn oder elf Prozent, die Linkshänder an der Gesamtbevölkerung ausmachen.

  15. #15 kamenin
    21. Januar 2009

    Also bei aller Vorsicht, an statistischen Daten nachträglich rumzudeuteln: wenn meine Stochastik mich nicht verlassen hat und die 10%-Angabe oben stimmt, liegt die Wahrscheinlichkeit für 6 oder mehr Linkshänder in einer Gruppe von 12 in etwa bei 0,05%. Das klingt einerseits beeindruckend, andererseits weiß man ja nicht, wieviele hundert Gruppen von 12 Leuten man sich angeschaut hat, bevor man eine (zugegeben ziemlich bedeutende) gefunden hat.
    Das sollte man aber leicht überprüfen können, indem man sich zum Beispiel die Linkshänder im US-Senat anschaut. Die werden schließlich ganz ähnlich gewählt und ausgesiebt, da sollte ein solcher Effekt, wenn er auch nur annähernd in der Größenordnung liegt, deutlich sichtbar sein.

    Subjektiv habe ich übrigens auch das Gefühl, dass Linkshänder zum Beispiel in der Wissenschaft überrepräsentiert sind. Möchte ich aber nur aufgrund anekdotischen Beweises als Rechtshänder gerade auch nicht deuten müssen 🙂

  16. #16 marcus
    21. Januar 2009

    nochmal upps. Das Fragezeichen hinter “Spannend ist das.” ist ein Vertipper. Wirklich Zeit für´s Bett.

    zu deinem letzten Post: Da könnte ich entgegnen: “Mhm, es nähert sich also immer mehr dem Verhältnis an, dass dem in der Bevölkerung entspricht, je mehr Präsidenten wir hinzuziehen.

    Problem: Wir wissen nicht wirklich wie die Verteilung vor dem Weltkrieg war. Außerdem spielt da wahrscheinlich noch mehr dieser Aspekt der “antrainierten Rechtshändigkeit” eine Rolle, nehme ich an. Das heißt, der Anteil könnte sogar höher sein, was meiner These wieder widersprechen würde.

    Schwierig.

    Ich schlaf mal drüber. 🙂 Bis morgen.

  17. #17 Marcus
    21. Januar 2009

    das noch: “The American trend, however, is not replicated in other countries; while only two British post-war prime ministers were left-handed (Winston Churchill and James Callaghan),[3] no Canadian prime minister since at least 1980 has shown this trait.[1]

    http://en.wikipedia.org/wiki/Handedness_of_Presidents_of_the_United_States

    Jetzt aber. Gute Nacht.

  18. #18 Marcus
    21. Januar 2009

    das noch: “The American trend, however, is not replicated in other countries; while only two British post-war prime ministers were left-handed (Winston Churchill and James Callaghan),[3] no Canadian prime minister since at least 1980 has shown this trait.[1]

    http://en.wikipedia.org/wiki/Handedness_of_Presidents_of_the_United_States

    Jetzt aber. Gute Nacht.

  19. #19 Claudia
    28. April 2009

    Also, als Linkshänderin muss ich mich hier mal zu Wort melden:

    Linkshänder gibt es real in der Bevölkerung in etwa genauso viele wie Rechtshänder.
    Die Natur verteilt alles so ziemlich gleichmäßig.

    Bei einem Linkshänder ist die rechte Gehirnhälfte dominant, bei einem Rechtshänder ist es die linke Gehirnhälfte, also alles seitenverkehrt.

    Die Ursachen für die noch heute stattfindende Unterdrückung der Linkshändigkeit
    findet man in den monotheistischen Religionen, aber auch bei fanatischen und
    faschistischen Ideologien.
    Das Machtstreben dieser Religionen und Ideologien verhindert das eigene selbständige und kreative Denken und Handeln des einzelnen Menschen (dies gilt übrigens auch für Rechtshänder).
    Die Linkshändigkeit wird in besonderem Maße auch noch heute unterdrückt und
    ist in allen Gesellschaftsschichten ein Tabuthema.

    Linkshändige Menschen müssen sich von Geburt an in einer dominant rechtshändigen
    Welt orientieren, das bedeutet, dass Linkshänder schon allein aus diesem Grund
    nicht nur ihre Linkshändigkeit leben, sondern gezwungen sind als Pseudo-Rechtshänder zu leben, weil die meisten Produkte des täglichen Lebens allein
    für Rechtshänder gefertigt sind. Nur wenige Ausnahme gibt es mittlerweile und oft
    kommt es vor, dass Produkte als Linkshandprodukte angepriesen werden, die sie
    in Wirklichkeit gar nicht sind, weil sie von Rechtshändern hergestellt wurden, ohne
    auf die spezifischen Eigenheiten eines Linkshänders einzugehen, ein besonders gutes
    Beispiel hierfür sind die sogenannten Linkshänder-Tasturen, die nun wirklich alles andere als linkshändertauglich sind.
    Ein weiteres Beispiel sind gesellschaftliche Regeln, denen linkshändige Kinder entgegen ihrer Natur ausgesetzt sind, z.B. die Knigge-Regeln / Esskultur.

    Am schlimmsten sind jedoch die Fälle, die auch heute noch praktiziert werden,
    das ist die zwangsweise Umerziehung eines Linkshänders auf das Schreiben und
    Arbeiten mit der rechten Hand.
    Je nachdem wie früh in der Kindheit diese geistig-psychische Vergewaltigung des
    Gehirns meist von Eltern, Kindergartenpersonal und Lehrern durchgeführt wird,
    ist das Kind sich nicht mehr bewußt, das es natürlichen Ursprungs ein Linkshänder war und meint es sei ein Rechtshänder, was wieder zu den grob fehlerhaften
    Angaben über die Anzahl der Linkshänder gemessen an der Gesamtbevölkerungs-
    anzahl führt.
    Diese Art der Vergewaltigung hat durchweg negative Folgen für das gesamte weitere Leben des Kindes. Dies ist auch der Grund, warum immer wieder behauptet wird,
    Linkshänder seien psychisch krank. Selbstverständlich ist ein vergewaltigtes Gehirn
    nicht mehr das gleiche wie vorher, zumal ganz andere Gehirnregionen Aufgaben
    übernehmen müssen, für die sie nicht vorgesehen waren. Auch die Vernetzungen
    innerhalb des Gehirns, die in der Kindheit geprägt werden sind völlig anders.
    Die Folgen bei einer zwangsweisen Umerziehung sind z.B., dass die linke Gehirnhälfte
    des Linkshänders völlig überbeansprucht wird, während die rechte Gehirnhälfte
    verkümmert und nicht die Aufgaben übernehmen kann, für die es bei einem Linkshänder gedacht war. Dass es da schon bei kleinen Kindern und auch bei Erwachsenen vermehrt zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen und ähnliches kommen kann, ist doch ganz selbstverständlich. Es interessiert sich
    nur keiner dafür. Weder Ärzte noch Therapeuten haben ein offenes Ohr für diese
    Thematik, das ist Tabu, nach Ursachen wird nicht geforscht, von Linkshändigkeit und Folgen der zwangsweisen Umerziehung will keiner etwas wissen.

    Die Profiteure dieser Ablehnung von Ursachenforschung sowohl in der Psychiatrie
    als auch bei sonstigen Erkrankungen ist die Pharma-Industrie. Und diese Gesundheits-
    industrie hat ein profitgieriges Interesse daran, dass alles so bleibt wie es ist.

    Die Gesundheitsministerien der jeweiligen Regierungen sind meiner Ansicht nach
    nur Erfüllungsgehilfen der Pharma-Industrie und in keiner Weise interessiert, dass
    Krankheiten tatsächlich geheilt werden könnten.

    Ich könnte sicher ein ganz Buch über diese Thematik schreiben, da ich selbst
    von dieser zwangsweisen Umerziehung auf die rechte Hand und damit Vergewaltigung
    meines Gehirns in der Kindheit durch Lehrer betroffen bin.

    Mein Lebenslauf macht deutlich, was einem Menschen blühen kann, wenn er
    gehirnvergewaltigt wurde (ich bin seit dem 45. Lebenssjahr in Erwerbsunfähig-keitsrente).

    Ich bin der Meinung, dass mir auf Grund der zwangsweisen und von Staatswegen (Lehrer) zugefügten Gehirnvergewaltigung eine Opferentschädigung und Entschädigungsrente zusteht.

    Wer sich näher für das Thema Linkshändigkeit interessiert, dem wird die folgende Internet-Adresse viele Informationen bieten:

    http://www.linkshaender-beratung.de/deutsch/index.htm

    Ich bin gerne bereit auf Fragen (seriöse) zu diesem Thema zu antworten.