Eigentlich ist es ja fast ein Witz, dass man immer noch darüber streitet, ob es nun einen wissenschaftlichen Konsens über die Existenz des globalen Klimawandels und die menschliche Rolle dabei gibt. Wer jedoch die einschlägigen Blogs hier verfolgt, wird in den Kommentaren immer wieder auf das Argument stoßen, dass es diese globale Erwärmung gar nicht gebe oder dass es zumindest keinen wissenschaftlichen Konsens dazu gebe. Aber vielleicht hat sich ja tatsächlich niemand die Mühe gemacht, mal bei den wissenschaftlern rumzufragen? Doch.

Der Geowissenschaftler Professor Peter Doran von der University of Illinois in Chicago hat bei mehr als zehntausend seiner Kollegen weltweit nachgefragt, wie sie zur Frage des Klimawandels stehen, und welche Rolle sie dem Menschen dabei zuschreiben. Immerhin 3146 haben geantwortet, und der Konsens, der dabei zum Ausdruck kam, ist unübersehbar: Mehr als 90 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die globale Durchschnittstemperatur gegenüber dem Niveau vor dem Jahr 1800 gestiegen ist, und 82 Prozent sehen menschliche Tätigkeit als einen signifikanten Faktor dabei. Die Ergebnisse wurden in einem Artikel für Eos/Transactions der American Geophysical Union veröffentlicht, der hier auf Dorans Website abrufbar ist (bei der AGU kostet’s Geld).

Natürlich würde man sich die Zahlen noch überzeugender wünschen, denn Wissenschaft findet ihre Erkenntnisse ja nicht einfach durch mehrheitliche Abstimmung. Aber hundertprozentige Einigkeit gibt es ja (leider) nie, nicht mal unter Akademikern. Doch bei der Sondergruppe der Klimatologen, die ihre Arbeit auf das Thema Klimawandel konzentriert haben (und das sind immerhin 79), herrscht immerhin zu etwa 97 Prozent Einigkeit über den Klimawandel und die Rolle des Menschen.

flattr this!

Kommentare (156)

  1. #1 Fischer
    21. Januar 2009

    *Natürlich würde man sich die Zahlen noch überzeugender wünschen, denn Wissenschaft findet ihre Erkenntnisse ja nicht einfach durch mehrheitliche Abstimmung.*

    Diesen Satz finde ich bei Lichte betrachtet ein wenig seltam… 😉

    82 Prozent sind schon ein verdammt gutes Votum unter Wissenschaftlern. Das sollte man nicht unterschätzen. Normalerweise wollen zwei Driitel sowas erstmal ausdiskutieren.

  2. #2 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2009

    @Fischer
    Sorry, wenn ich etwas seltsam formuliert habe. Ich wollte nur den Eindruck vermeiden, dass ich “Mehrheiten” mit “Beweisen” gleichsetze.

  3. #3 JKatins
    21. Januar 2009

    Wieder mal ein Beitrag zum Thema: Fragen, die man besser gar nicht erst stellt, weil man mit dem Ergebnis sowieso nichts anfangen kann.

    Wie so häufig bei Umfragen ist die Fragestellung schon so gewählt, dass die Antworten eigentlich wertlos sind: “Halten Sie die menschengemachte Klimaerwärmung für real existent?”
    Von den 3146 antwortenden Geowissenschaftlern sind nicht mal drei Prozent mit Klimaforschung vertraut und damit überhaupt fachlich in der Lage, diese Frage zu beantworten. Alle anderen beantworten eine ganz andere Frage, nämlich:
    “Glauben Sie, dass die Klimaforscher, die eine menschengemachte Klimaerwärmung behaupten, korrekt gearbeitet haben?”

  4. #4 Ludmila
    21. Januar 2009

    @JKatins: Wo kommt eigentlich die irrige Meinung her, dass nur Klimaforscher etwas von der Klimaerwärmung merken? Wenn man sich heutzutage mit Geophysik oder auch mit Biologie befasst, dann führt kein Weg an der Klimaerwärmung vorbei. Weil man die Effekte inzwischen überall sieht.

    Gletscher schmelzen ab, Habitate verändern sich, Regenverteilung und Erosion verändert sich, Ozeantemperaturen steigen, der Säuregehalt steigt.

    Insofern sind Geophysiker durchaus in der Lage zu bewerten, ob ihnen Klimaforscher etwas sagen, was deren Beobachtungen erklärt. Das ist weitaus mehr als Glaube, Liebe, Hoffnung.

  5. #5 Joerg
    21. Januar 2009

    Und warum sollten die Antworten wertlos sein, nur weil die Frage durch die Zielgruppen unterschiedlich gut beantwortet werden kann? Dazu gibt es doch eine Diskussion der Daten und nicht nur eine Zahl als Ergebnis. In einer Umfrage wird sich doch nie eine Frage finden lassen, die aufgrund der Heterogenität der Zielgruppe eineindeutig ist. Andersherum, wenn die Zielgruppe völlig homogen wäre brächte man keine Umfrage…

  6. #6 JKatins
    22. Januar 2009

    @Ludmilla: Sie bieten hier ein schönes Beispiel für: Ich sehe das, weil ich es sehen will.
    In hundert Jahren wird die Klima-Erwärmung sichtbar sein, jetzt sieht man davon aber noch nichts. Gar nichts.
    Es ist nämlich schon immer so gewesen, dass manche Jahre wärmer waren und manche kälter. Der derzeitige Winter ist zum Beispiel eher kälter. Genau so ist es auch mit dem Gletscherwachstum, der Habitatveränderung, der Regenverteilung usw. Dass es eine Klima-Erwärmung gibt, kann man daraus nicht ersehen, auch wenn uns Greenpeace und Co. das gerne einreden möchten.
    Die Klima-Erwärmung sieht man erst, wenn man all diese Größen statistisch analysiert, und auch dann ist die Wirkung (bis jetzt jedenfalls) sehr gering.
    Dass die Klima-Erwärmung menschengemacht ist, kann man erst recht nicht “sehen”. Dazu braucht man sehr, sehr aufwendige Computer-Simulationen.

    Gerade weil man die Klima-Erwärmung nicht direkt sehen kann, versuchen manche Leute, spektakuläre Phänomene wie Gletscherschmelze oder Hurricanes auf sie zurück zu führen. Das Beispiel mit den Hurricanes (die mit der Klimaerwärmung eigentlich zunehmen sollten) zeigt aber schon, dass das Unsinn ist. Sie sollten nicht auf solche Leute herein fallen!

  7. #7 Jürgen Schönstein
    22. Januar 2009

    @JKatins
    Wenn ich Sie richtig verstehe: Beobachtungen und Zeitreihen-Analysen gelten nichts, weil sie ja “nur” Beobachtungen sind. Aber statistische Berechnungen, die man damit anstellen kann, sind andererseits auch wertlos, weil sie den Beobachtungen, die SIE gemacht haben, widersprechen. Wobei diese “Beobachtungen” wiederum ohne wissenschaftliche Basis sind. Versteh ich nicht. Denn die Sache mit den Wirbelstürmen beispielsweise sieht aus wissenschaftlicher Sicht so aus: weniger Stürme, aber die dann heftiger. Nachzuschlagen hier: http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/08/sturmische-aussichten.php

  8. #8 Klima-Fraktal
    22. Januar 2009

    @Jürgen Schönstein

    “Denn die Sache mit den Wirbelstürmen beispielsweise sieht aus wissenschaftlicher Sicht so aus: weniger Stürme, aber die dann heftiger. Nachzuschlagen hier: http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/08/sturmische-aussichten.php

    Wie die Sache mit den Wirbelstürmen aus wissenschaftlicher Sicht aussieht, lesen Sie vielleicht auch hier nach.
    http://www.naturgewalten.de/hurrikan/hurrfaq.htm

    Im Zeitraum 1995 – 2005 lag die Anzahl und auch die Intensität der tropischen Wirbelstürme auf dem Atlantik deutlich über dem Durchschnitt. Seit 2006 ist aber wieder ein deutlicher Rückgang festzustellen.

    Laut Sävert gibt es noch keine Nachweise für einen Einfluss des Klimawandels auf die Zahl oder die Stärke der Hurrikane. Umstritten ist derzeit, ob nicht ein natürlicher Zyklus, mit dem die Hurrikanaktivität in 20 bis 30jährigen Phasen schwankt, vorherrscht.

  9. #9 Joerg
    22. Januar 2009

    @JKatins: Schon fantastisch, wie man Aussagen wie “Ich sehe das, weil ich es sehen will. ” andere projiziert, wenn diese in Wirklichkeit auf die eigene Einstellung am besten zutreffen.
    Warum um Himmels Willen sollte die Klimaerwärmung sehen WOLLEN?? Das macht doch beim besten Willen nie und nimmer Sinn. Niemand WILL das sehen, aber das ist nun einmal die wissenschaftliche Beobachtung, und da zählt halt nicht was man will.
    Ihre Aussagen dagegen sind das beste Beispiel dafür. Sie wollen akzeptieren dass es anthropgen verursachte Klimaerwärmung gibt, also leugnen Sie das unbeirrt von all den lästigen Bergen von Fakten.
    Da helfen auch keine STrohmann-Debatten über Hurricanes…

  10. #10 Popeye
    22. Januar 2009

    Die Frage des Klimawandels und der Einfluss des Menschen ist zu einer Schlammschlacht verkommen, es geht “Klimawandelhysteriker” gegen “Klimawandelleugner”. Für mich als Laien haben beide Seiten gute Argumente, aber das ist völlig unwichtig.
    Wichtig ist, das es möglich ist und das Menschen unter den Folgen zu leiden hätten.
    Außerdem gibt es genug Gründe, umweltgerecht zu produzieren und zu leben und Strategien für Küstengebiete, von Dürre oder Überschwemmung bedrohte Länder usw. zu entwickeln und umzusetzen.
    Der Alarmismus und Aktionismus vor der Finanzkrise war abschreckend und hilft niemanden. Denn das sind die Folgen: “RWE-Chef Jürgen Grossmann hat angekündigt, in Westeuropa keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu bauen. Als Grund nennt er die Kosten, die durch den Emissionshandel entstehen. Ein Verzicht auf Kohle steht nicht dahinter: Die Kraftwerke sollen stattdessen in Osteuropa entstehen.”
    http://www.premiumpresse.de/rwe-kohlekraftwerke-nur-noch-in-osteuropa–PR368313.html

    Mich stört auch, das Maßnahmen zur Veringerung des menschlichen Einflusses auf den Klimawandel so hochgepuscht werden, von Projekten, die die Menschen auf ein verändertes Klima vorbereiten, hört man gar nichts.

    Ich wünsche mir, das endlich an Konzepten gearbeitet wird, die Ökologie und Ökonomie verbinden und global wirken, denn was nützen uns Erfolge in einem Land, die von einem anderen Land zunichte gemacht werden?

  11. #11 Ludmila
    22. Januar 2009

    @JKatins: Och bitte. “Ich seh das nicht, also kann das nicht sein.” Das Argument begegnet mir auch immer wieder von Relativitätstheorien und ist genauso schwachsinnig.

    Ich hab Ihnen im letzten Kommentar ein paar Datenreihen gezeigt, wo man das mit dem Klimawandel auch als Geowissenschaftler sieht. Einfach mal googeln und informieren und nicht mit den Händen wedeln und behaupten, die gibt es nicht. Und Datenanalyse und Statistik ist nicht “wir sehen nur, was wir sehen wollen.” Genau um das zu verhindern gibt es diesen Bereich de Mathematik.

    Hier geht es um Wissenschaft und um Daten und um Zahlen und auch um Statistik. Sammeln Sie die Daten, machen Sie eine Analyse und belegen Sie bitte Ihre Behauptung, dass ein paar hundertausend Leute (Geowissenschaftler und Klimaforscher) zu doof sind, ihren Job zu machen.

    @Popeye:
    Grundsätzlich hast Du das Recht mit den widerstreitenden Maßnahmen, aber das liegt auch daran, dass sich genug Leute in Klimawandelleugnung ergehen.

    Im Übrigen, wenn auf der einen Seite Menschen dogmatisch behaupten, dass die Welt eine Scheibe ist und leidenschaftliche Physiker meinen, dass das ja wohl hanebüchener Schwachfug ist, dann wird dadurch die Erde nicht automatisch ein bisschen Scheibe.

    Das mit dem Klimawandel scheint ein paar Leute so extrem gegen den Strich zu gehen, dass die immer und immer wieder mit den gleichen leeren und widerlegten Argumenten den Leuten auf’s Dach steigen, die einfach versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen herauszufinden, wie es wirklich ist.

    Das nervt auf die Dauer. Kann man denen wirklich zum Vorwurf machen, dass die sich irgendwann hinstellen und laut sagen: “Jetzt reicht’s aber! Schnauze, wenn Du nichts Lonstruktives beizutragen hat!”

    Wo hätte denn je ein Klimaleugner konstruktiv irgendetwas mal erklärt? Das würde ja mal harte Arbeit bedeuten.

    Bei denen heißt es nur Mäkel, Mäkel. Ne, das glaub ich nicht, das ist Scheiße und überhaupt alle sind total doof. Ja, das ist einfach, das kann jeder und sich total toll dabei fühlen.

  12. #12 Joerg
    22. Januar 2009

    Für mich als Laien haben beide Seiten gute Argumente, aber das ist völlig unwichtig.

    Och bitte, ein Argument besteht aus einer objektiven Prämisse aus denen logische Schlüsse gezogen werden. Ich hab noch nie jemals etwas was dieser Beschreibung nahe kommt auf Seiten der Leugner gesehen, und ja, dann ist Leugner auch der absolut richtige Begriff.
    Ich kann ja verstehen, dass das Akzeptieren das ein Paradigmenwechsel bevorsteht (bevorstünde?) gegen vieles geht, was uns lieb und wertvoll ist, aber das ändert nichts an Fakten.

    , denn was nützen uns Erfolge in einem Land, die von einem anderen Land zunichte gemacht werden?

    Ja dann kann die logische Schlussfolgerung nur lauten, Europa und mehr sind wichtiger denn je, aber sieht man ja wie kläglich das scheitert. Und nochmal, och bitte, immer sind es die anderen schuld. Ehrlich, wir machen einfach hier das Beste das wir können und dann sehen wir mal weiter.

  13. #13 Popeye
    22. Januar 2009

    @Joerg
    Na klasse, meine Frage aus dem Zusammenhang reißen und lächerlich machen, das bringt es! Ich bin nicht dafür, Umweltschutzmaßnahmen bei uns abzuschaffen, sondern alle Länder aktiv einzubinden.
    Gerade beim wirtschaftlichen Aufholen der Entwicklungs- und Schwellenländer dürfen die Fehler, die wir gemacht haben, nicht wiederholt werden. Und ja, Europa ist wichiger denn je, nur wenn wir ein gutes Beispiel geben und andere unterstützen, können die Menschen überzeugt werden. Wir haben unseren Wohlstand ohne Blick auf die Umwelt entwickelt, deshalb tragen wir in der jetzigen Situation eine große Verantwortung.

  14. #14 Jürgen Schönstein
    22. Januar 2009

    @Alle
    Betrachten wir die Sache doch mal aus einem etwas anderen Blickwinkel, indem wir sie, sagen wir mal, mit dem Rauchen vergleichen – nicht als wissenschaftliches Argument, sondern als ein gesellschaftliches Gedankenspiel. Es gibt eine Menge wissenschaftlicher Belege dafür, dass im Tabakrauch karzinogene Stoffe enthalten sind, und dass das Inhalieren dieses Rauches nicht nur Krebserkrankungen, sondern auch kardiovaskuläre Schäden zur Folge haben kann. Aber es gibt auch immer noch Leute, die diesen Zusammenhang negieren. Insofern würde der Vergleich also passen.
    Nun mal zu den praktischen Konsequenzen: Selbst wenn ich von den wissenschaftlichen Daten nicht ausreichend überzeugt wäre, sagt mir doch schon mein “common sense”, dass das Inhalieren heißer Aerosole, in denen sich neben Kohlenmonoxid und Nikotin auch noch eine ganze Masse nicht sehr appetitlicher chemischer Sustanzen befinden, nicht gerade gesundheitsfördernd sein kann – Grund genug, mal die Alternativen abzuwägen:
    Auch wenn ich die gesundheitlichen Aspekte negieren würde, blieben noch die ökonomischen und sozialen Lasten (Rauchverbote etc.) übrig, die mit dem Zigarettenkonsum verbunden sind. Diese Kosten könnte ich in jedem Fall schon sparen, wenn ich mir das Qualmen abgewöhne. Aber welche neuen Kosten würden auf der anderen Seite entstehen, wenn ich das Rauchen aufgäbe? Mit ein bisschen Selbstdisziplin (damit meine ich: moderaten Zuwachs des Konsums an Gummibärchen) nur ein Bruchteil derer, die aufs Rauchen zurück zu führen sind.
    So, nun von der Analogie zurück zum Klima. Selbst wenn ich den direkten – und m.E. ausreichend belegten – Zusammenhang von atmosphärischem CO2-Anstieg und der Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur negiere und die Rolle des Menschen bei all dem noch geringer einstufe, kann ich doch nicht darüber hinweg sehen, dass das Verbrennen fossiler organischer Substanzen in großem Stil eine Reihe von extrem unerwünschten Konsequenzen hat: karzinogene Emissionen, Abhängigkeit von geopolitischen Unwägsamkeiten, Belastungen der Handelsbilanz usw. Der Nutzen, sich diesen Konsum ein wenig abzugewöhnen, luage nicht nur in diesen Einparungen, sondern wäre sogar noch größer: Weniger Autoverkehr würde auch weniger Verkehrstote bedeuten, und weniger Versiegelung der Landschaft durch Verkehrsflächen, was sich wiederum eher positiv auf den Hochwasserschutz auswirken könnte etc. Weniger Kohleabbau würde der Landschaft sicher auch nicht schaden …
    Warum also diese Feindseligkeit der “Klimaskeptiker” (oder wie man sie auch immer nennen sollte)? Selbst wenn die Prognosen der “Klimawarner” (oder wie man sie auch immer nennen sollte) falsch wären, gäbe es einen messbaren Nutzen für die Menschheit und die Umwelt, wenn man ihren Empfehlungen folgen würde, der eventuelle Schäden (weniger Einnnahmen für Öl- oder Kohleproduzenten) sicher überwiegen wird.
    Dies soll die wissenschaftlichen Argumente natürlich nicht ersetzen – wer etwas behauptet, der muss es auch belegen können, selbst wenn er moralisch im Recht ist. Aber ich wüsste schon mal gerne, welche feindseligen Motive man den Klimaforschern hier eigentlich unterstellen kann.

  15. #15 Joerg
    22. Januar 2009

    @Popeye: Ne sorry, da hab ich das wirklich falsch verstanden und stimme mit dir überein.
    Aber leider ist es doch oft so, dass es als Scheinargument gegen Maßnahmen hier zu vernehmen ist: Ne, weil Indien und China tun es ja nicht *fingerzeig*

  16. #16 Klima-Fraktal
    22. Januar 2009

    Hier sind Ihre “feindseligen Klimaskeptiker”
    vielfach hier auch als “Klimaleugner” bezeichnet (was auch immer Klimaleugner sein mögen)

    Alles klar!

    Gibt vielleicht auch einen Hinweis zu “feindseligen Motiven der Klimaforscher”.

  17. #17 Ludmila
    22. Januar 2009

    @Klimafraktal: Das heißt Klimawandel-Leugner. Leute, welche die Finger in die Ohren stecken und “Kann nicht sein, Kann nicht sein” schreien, wenn man sie mit Daten und Argumenten bewirft.

  18. #18 Anhaltiner
    22. Januar 2009

    @Popeye Maßnahmen zum Schutz gegen den Klimawandel gibt es schon: vor Venedig baut man eine Staumauer, deutsche Unis untersuchen neue Getreidesorten, bei Aufforstungen kommen andere Baumsorten zum Einsatz und Deiche werden erhöht. (nur so als Beispiel)

    Diese Maßnahmen, der Klimawandel oder dessen Leugnen wird eines nicht ändern: die fosilen Brennstoffe sind bald alle! (gilt auch für atomare Brennstoffe) Mich wundert wie sehr über Klimawandel oder Prozentpunkte bei der CO2-Reduktion diskutiert wird und wie wenig über “100% erneuerbare Energie – je eher, je besser”

  19. #19 Jürgen Schönstein
    22. Januar 2009

    @Klima-Fraktal
    Könnten wir uns darauf verständigen, dass Argumente hier auch als solche vorgetragen werden? Links auf YouTube-Videos sind nur dann hilfreich, wenn Sie erklären, warum Sie darauf verweisen. Ich jedenfalls hab’s nicht nachvollziehen können, was Sie mit diesem Link ausdrücken wollen – versuchen Sie es bitte mal mit Worten?

  20. #20 Klima-Fraktal
    22. Januar 2009

    @Ludmila Carone

    “Wo hätte denn je ein Klimaleugner…….”

    Schön, dass Sie sich selber korrigieren können.

    “…wenn man sie mit Daten und Argumenten bewirft.”

    Das mag vielleicht Ihre Art der Argumentation sein.
    Wenn mich jemand mit was auch immer “bewirft” (auch “leidenschaftliche Physiker” die “nach bestem Wissen und Gewissen” arbeiten und “Schnautze” rufen, wenn ihnen eine Meinung nicht passt), bin ich sehr vorsichtig.

    “Hier geht es um Wissenschaft und um Daten und um Zahlen und auch um Statistik.”

    Hier auch

    http://www.climateaudit.org/

  21. #21 Ludmila
    22. Januar 2009

    @Klimafraktal: Nur dann, wenn man darauf steht, selektiv nur die Daten rauszupicken, welche die eigene vorgefertigte Meinung untermauern und die restlichen 90% , die gegen einen sprechen, ignoriert.

    Klimawandel-Leugnung auf höchstem Niveau. Und auch bei Climateaudit gilt: “Niemals erklären, immer nur schlecht machen und das mit den Daten anderes Leute, denn selbst machen, geht ja nicht.”

  22. #22 Ludmila
    22. Januar 2009

    @Klimafraktal: Wir sind nur dann versucht “Schnauze” zu rufen, wenn mit Dummheit argumentiert wird. Aber klar, dass Sie direkt mit der Moralkeule “Meinungsfreiheit” kommen, um das Recht für sich zu beanspruchen, mit Dummheit und Unwissenheit anderen Leuten gegen das Schienbein zu treten und sich auch noch so wahnsinnig kritisch dabei zu fühlen.

  23. #23 Eddy
    23. Januar 2009

    Einer der bekanntesten Klimaforscher weltweit “Roger Pielke Sr” sagt dies:

    http://climatesci.org/2009/01/13/protecting-the-ipcc-turf/

    “The IPCC is actually a relatively small group of individuals who are using the IPCC process to control what policymakers and the public learn about climate on multi-decadal time scales.

    This NRC planning process further demonstrates the intent of the IPCC members to manipulate the science, so that their viewpoints are the only ones that reach the policymakers.” #

    Eine ähnliche Umfrage, wie oben zitiert, sagt auch dies:

    ****Frage: „Damit das Klima berechenbar ist, müssen eine Reihe Voraussetzungen erfüllt sein.
    Welche Voraussetzungen sind schon erfüllt, welche sind noch nicht erfüllt, aber in Zukunft erfüllbar, und welche sind prinzipiell nicht erfüllbar?“

    „Klima-Modelle müssen hinreichend präzise sein.“
    Erfüllt 14 Nicht erfüllt 65 Erfüllbar 14 Nicht erfüllbar 7

    „Klimatische Prozesse müssen hinreichend verstanden sein.“
    Erfüllt 10 Nicht erfüllt 84 Erfüllbar 2 Nicht erfüllbar 5

    „Empirische Daten müssen hinreichend verfügbar sein.
    Erfüllt 13 Nicht erfüllt 72 Erfüllbar 9 Nicht erfüllbar 6****

    Das Problem bei euch Leuten ist, dass ihr Kritik nicht von Kritik unterscheiden könnt. In dem ganzen Zirkus passieren euch dann Fehler, die euch eher wie unreife Kinder, als wie Wissenschaftler aussehen lassen.

    Wenn berechtigte Kritik an falschen oder übertriebenen Aussagen nicht mehr zulässig ist, erinnert mich diese “Wissenschaft” mehr an Scientology denn an etwas das Wissen schafft!

    Wenn Leute wie ich euch in 90% der Aussagen zum Klima zustimmen, merkt ihr es nicht einmal mehr. Ich weiss nicht wie eine solche Wissenschaft echten Erkenntnisgewinn bringen soll, wenn sie sich in politischen und kleinkrämerischen Grabenkämpfen verliert, wo nur noch Rechthaberei und Linientreue ausschlaggebend sind?!

    Danke für die Scienceblogs
    aber denkt doch lieber nach bevor ihr im Konzert so etwas schreibt
    Eddy

    # http://cires.colorado.edu/science/groups/pielke/pubs/

  24. #24 Eddy
    23. Januar 2009

    SORRY, das war der Sohn! Hier bei Wiki zum Vater Pielke:

    “Professor Pielke has published more than 300 scientific papers, 50 chapters in books, and co-edited 9 books.”

  25. #25 Rabe
    23. Januar 2009

    @Eddy
    Ich sehe das auch so, wie du. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich mir eben nicht FUD als Fakten verkaufen lasse. Mag jemand Beispiele?
    http://climatedebatedaily.com/

  26. #26 Joerg
    23. Januar 2009

    Ich verstehe es nicht, ich kapiers nicht. Was soll das? Wieso ist ein einzelner der etwas erzählt die große Autorität, aber die 97% der Klimaforscher die aufgrund der FAKTEN (die werden nicht verkauft, mein lieber Rabe, die sind halt so) sind alles Dummschwätzer oder Betrüger? Wieviel Veröffentlichungen mögen die zusammen haben? 10000? 100000? 1000000? Wieso zählt das nichts aber bei Pielke ist es plötzlich das Argument an die Autorität?
    Trägt das irgendwie zur Steigerung des Selbstwerrtgefühl bei, wenn man sich Seiten reinpfeift, die das riesige Faktengebäude ignorieren und stattdessen über ein bißchen schlecht aufgetragene Farbe an der Fassade meckern? Cherrypicking, Fakten verdrehen, Lügen so lange wiederholen bis sie geglaubt werden, falsche wissenschaftliche Methoden wiederholen, auf Widerlegungen der eigenen Lügen nicht eingehen, das sind die Taktiken dieser Seiten. Wie kann man da auch noch STOLZ darauf sein?

    Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich mir eben nicht FUD als Fakten verkaufen lasse.

    Oh was ein großer unabhängiger Freigeist!

  27. #27 Ludmila
    23. Januar 2009

    Auch immer schön, ist das riesige Spektrum der Klimawandel-Leugner:
    1. Klimawandel findet nicht statt.
    2. Klimawandel findet statt, aber es ist nicht der Mensch schuld.
    3. Klimawandel findet statt, es ist der Mensch schuld, aber ist doch gar nicht so schlimm.
    4. Klimawandel findet statt, es ist der Mensch schuld, es auch schlimm, aber wir können eh nichts gegen tun.
    5. Es gibt gar keinen Treibhauseffekt.
    6. So etwas wie Klima gibt es nicht.

    Oft kommen sogar Argumente der unterschiedlichen Standpunkte von ein und derselben Person. Arggh.

    Alle diese Leute, die kaum unterschiedlicher Meinung sein könnten, widersprechen sich niemals gegenseitig. Weil es ihnen nicht darum geht, die Wahrheit rauszufinden. Sie wollen einfach nur gegen die bösen, bösen, verblendeten Wissenschaftler treten.

    Komischerweise sind denen aber die Studien und Daten der verblendeten, bösen, bösen Wissenschaftler gerade gut genug, wenn sie meinen darin irgendein Staubkorn zu finden, das ihnen in den Kram passt. Denn eigene Studien und Daten sind bei denen irgendwie Mangelware. Ja ne ist klar, diese Leute sind so unheimlich kritisch, dass die anscheinend nicht fähig sind, selbst Messungen und Studien zu verfassen, die ihren eigenen Standpunkt untermauern und die einer Prüfung standhalten.

  28. #28 Eddy
    23. Januar 2009

    @Ludmilla

    Lesen Sie bitte einmal Georgs Märchen zum Thema Welternährung, und dann lesen Sie bitte einmal was die Spezialisten, die Welternährungsorganisation FAO zum Thema sagt. Finden Sie da irgendetwas das Georgs Blogartikel bestätigt? NEIN, der Artikel ist von hinten bis vorne kompletter Unsinn, purer Klimakatastrophismus! Nicht dass alle Aussagen des Artikels falsch sind, aber die finale Aussage die aus pseudologischen Schlussfolgerungen resultiert. (Ich versuche bloss Arroganz, Fehldarstellung, Fehlbeurteilung, bewusste Irreführung, hemmungslose Übertreibung, Unterdrückung und/oder Beleidigung/Bedrohung Andersdenkender, Rufmord, Cargokultwissenschaft usw.. usf… richtig zu stellen)

    http://www.fao.org/corp/publications/en/
    (die letzten 2 Berichte “conclusion”)

    ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/011/i0100e/i0100e07.pdf

    There is
    an urgent need to review existing biofuel
    policies in an international context in order
    to protect the poor and food-insecure and to
    promote broad-based rural and agricultural
    development while ensuring environmental
    sustainability.

    ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/011/i0291e/i0291e04.pdf

    “The dramatic rise in global food
    prices poses a threat to food
    and nutrition security. It also
    creates many economic, social,
    political and environmental
    challenges with knock-on effects for
    both development and humanitarian
    activities.

    Immediate and short term
    Measures should focus on:
    • responding urgently to requests for
    assistance to address hunger and
    malnutrition food assistance
    emergencies through expanded relief
    and safety net programmes;
    • providing budget and/or balance of
    payments support, reviewing debt
    servicing and simplifying the eligibility
    procedures of existing financial
    mechanisms to support agriculture
    and environment;
    • increasing smallholder access to
    appropriate seeds, fertilizers, animal
    feed, technical assistance and other
    inputs;
    • improving market infrastructure;
    • ensuring that food, agricultural trade
    and overall trade policies are
    conducive to fostering food security for
    all through the successful and urgent
    completion of the Doha Round of trade
    negotiations and minimized use of
    restrictive measures that could
    increase volatility of international
    prices.”

    Liebe Grüsse
    Eddy

  29. #29 Rabe
    23. Januar 2009

    @Ludmilla:
    Einen hätte ich noch,
    7. Klimawandel ist mir egal.

    @Joerg:
    Calm down, please. Ich bin ja willens und in der Lage, die Fakten anzuschauen. Bedauerlicherweise kommen sie nicht aus ihren Verstecken hervor, wenn man, wie du, nach ihnen schreit. Mehrmals (nein, nicht mehrfach, auch ich kann nur eine Sache zu einer Zeit gescheit machen) habe ich mich durch Artikel gearbeitet. Der bisher beste war von Spencer Weart und enthält eine Fülle von ausgezeichneten Infos und Links, so, wie man sich ein nützliches Hilfsmittel vorstellt. Verglichen damit ist die Presse für mich ungenießbar, einschließlich climatedebate. Ich meine dort die Befürworter. Mag ja sein, dass die Zielgruppe eine Mischung aus eso/homöo/astrolo/reli/crea Dumpfbacken ist, aber deshalb in Kauf zu nehmen, dass neutrale Interessierte sich angewidert dem anderen Lager zuwenden?

  30. #30 Eddy
    24. Januar 2009

    Ich wüsste nicht wieso jemand, der die Leute aufs Gröbste beleidigt (Joerg), irgend etwas interessantes zum Thema zu sagen hätte, wo sich seine Posts meistens auf höchtens ein bis zwei Sätze beschränken, und trotzdem von Fehlern nur so wimmeln, er aber nichts besseres zu tun hat als anderen dieselben Fehler vorzuhalten.

    Übrigens DANKE an den Bloghalter, dass er meinen Beitrag an Ludmilla gelöscht hat.

    Das nenne ich offenes Umgehen mit dem Laien!

  31. #31 Eddy
    24. Januar 2009

    Heir noch einmal die Infos für Lumilla:

    http://www.fao.org/corp/publications/en/

    Die Publikationen der Welternährungsorganisation zeigen, dass die Problene die Georg anspricht komplett an den Haarn herbeigezogen sind. Wieso tut ein KLimatologe so etws?

  32. #32 Jürgen Schönstein
    24. Januar 2009

    @Eddy
    “Übrigens DANKE an den Bloghalter, dass er meinen Beitrag an Ludmilla gelöscht hat. Das nenne ich offenes Umgehen mit dem Laien!”
    “Heir noch einmal die Infos für Lumilla: http://www.fao.org/corp/publications/en/ Die Publikationen der Welternährungsorganisation zeigen, dass die Problene die Georg anspricht komplett an den Haarn herbeigezogen sind. Wieso tut ein KLimatologe so etws?”
    Diese Bemerkungen sind wohl im falschen Forum gelandet … ich sehe jedenfalls nicht, worauf sie sich beziehen.

  33. #33 Sven Türpe
    24. Januar 2009

    Jürgen Schönstein schrieb:

    Betrachten wir die Sache doch mal aus einem etwas anderen Blickwinkel, indem wir sie, sagen wir mal, mit dem Rauchen vergleichen – nicht als wissenschaftliches Argument, sondern als ein gesellschaftliches Gedankenspiel. Es gibt eine Menge wissenschaftlicher Belege dafür, dass im Tabakrauch karzinogene Stoffe enthalten sind, und dass das Inhalieren dieses Rauches nicht nur Krebserkrankungen, sondern auch kardiovaskuläre Schäden zur Folge haben kann. Aber es gibt auch immer noch Leute, die diesen Zusammenhang negieren. Insofern würde der Vergleich also passen.

    Damit der Vergleich passt, fehlen noch ein paar Details:

    • Ausgehend von den gemessenen Daten über die bisherigen Schäden und einer Theorie, welche diese Daten erklärt, wird vorausgesagt, dass in hundert Jahren weite Landstriche unter Zigarettenkippen versunken oder aufgrund von Rauchwolken unbewohnbar sein werden.
    • Diese Voraussage wird in den Medien und in der Politik ernst genommen, obwohl sie nach Einschätzung der Wissenschaftler noch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden ist. Zu den wissenschaftlichen Fragen kommen politische hinzu: was sollen wir tun, was sollen wir lassen, wieviel Zeit haben wir zum Nachdenken, welche Nebenwirkungen des Handelns oder Nichthandelns wollen wir hinnehmen?
    • Jetzt ist etwas Phantasie gefragt, aber dieser Punkt ist wichtig: Das Rauchen spiele eine wesentliche Rolle in der Art und Weise, in der wir wichtige Infrastrukturen (Verkehr, Energieversorgung) betreiben; Infrastrukturen, ohne die unsere Gesellschaft eine andere wäre und auf deren Dienste wir nicht verzichten wollen.

    Schon die zwei Dimensionen Wissenschaft und Politik liefern uns vier verschiedene Positionen, die man in der Debatte einnehmen kann: man kann die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinnehmen oder ablehnen und man kann für oder gegen politische Reaktionen sein, und das in jeder Kombination. Damit wirklich etwas herauskommt, müsste man noch viel feiner differenzieren und einzelne Aussagen der Wissenschaft sowie einzelne politische Interpretationen diskutieren, ohne das Gesamtbild aus dem Auge zu verlieren.

    Diese Mühe macht sich nur kaum jemand. Statt dessen haben ihren Auftritt:

    • Politische Aktivisten, die schon immer und vor allem aus einem Gefühl heraus gegen den Tabak waren und nun endlich ein Argument haben.
    • Neoreligiöse Phantasten, die die Rückkehr zur Kiemenatmung fordern.
    • Jungwissenschaftler mit Kulturkampfattitüde, die sich allerorten von Horoskopen, Homöopathen, Kreationisten und nun eben auch Rauchern verfolgt fühlen.
    • Hollywood-Opfer, die auf die Rettung der Welt durch den Amerikanischen Präsidenten warten, weil die im Film immer gelingt und sie danach endlich aufs Klo können.
    • Technikfeinde, denen die Infrastrukturen in ihrer heutigen Form ohnehin ein Dorn im Auge sind, und die auch keinen Hehl daraus machen, dass ein Umbau zur Lösung konkreter Probleme nicht ihr eigentliches Ziel ist.
    • Leugner der politischen Dimension, die unter Verweis auf die Wissenschaft die Meinungshoheit auch über die politische Komponente beanspruchen.

    Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Die gefühlte Bullshit-Quote kann sehr hoch sein, wenn man sich mit Leuten unterhält, die auch bloß keine Ahnung von der Wissenschaft haben, die aber “für Klimaschutz” (und gerne auch gleichzeitig “gegen Atom”) sind. Dass die Diskussion dann meistens in dieselben Abgründe abgleitet, liegt wohl an mehreren Faktoren. Erstens spielt selten jemand den Moderator und es ist vielleicht auch kaum jemand in der Lage dazu. Zweitens sind für beide Seiten Standardargumente verfügbar, d.h. man kann sich leicht einem Lager zuschlagen und bekommt dort seine Munition. Nicht umsonst tauscht man gerne Links anstelle von Argumenten. Drittens folgen unmoderierte Diskussionen im Netz sehr stark einem Reiz-Reaktions-Modell: jemand sagt etwas, ein anderer antwortet auf das Gesagte, worauf wieder jemand antwortet … Standpunkte werden dabei nicht in der nötigen Klarheit herausgearbeitet, nur eine Frontenbildung bietet Orientierung.

    Eine Eins in Medienkompetenz bekommt übrigens jeder, der sich angesichts solcher Diskussionen Popcorn kauft und amüsiert zuschaut.

  34. #34 Eddy
    24. Januar 2009

    überall dieselben Probleme mit den Klimarüpeln:

    Roger Pielke Senior zu der vorhin zitierten Diskussion:

    “I have tried repeatedly to constructively interact with Real Climate and Gavin Schmidt, in particular, but my interactions with him at the NRC meeting and through his blog comments clearly demonstrate that he is not interested in scientific discourse. He only supports discussing viewpoints that agree with his, and both undertakes himself, and supports ad hominin attacks by others, on those who differ with him in their scientific perspective.”

    Liebe Leute und Wissenschaftler. Ihr seht es, ihr lest mit, lasst es zu, verteidigt es und tut nichts damit es aufhört. Ich denke, das ist wirklich neu in der Wissenschaft!

  35. #35 Ludmila
    24. Januar 2009

    @Eddy: and supports ad hominin

    Die Ironie ist wohl Ihnen nicht bewusst oder? Alleine das Wort “Klimarüpel”, das Sie verwenden ist ein ” ad hominem”. Ihre Auslassungen über Jörg sind “ad hominem”.

    Kennen Sie die Worte: “Sie zeigen auf den Dorn im Auge des Nächsten und übersehen den Balken in Ihrem eigenen?”

    Und könnten Sie um Himmels Willen einmal in Ihrem Leben beim Thema bleiben und nicht wild irgendwo Links hinspammen?

    Und wenn Sie was von mir wollen, dann schicken Sie mir eine Email.

  36. #36 Jürgen Schönstein
    25. Januar 2009

    @Sven Türpe
    Danke für diese “erleuchtende” Antwort. Rauchen ist gesund, und der Kliamwandel findet nicht statt. Dass ich da nicht seblst drauf gekommen bin …*Ironie aus*

  37. #37 Eddy
    25. Januar 2009

    @Ludmilla

    1) Soll Joerg sich doch BITTE erst einmal für diesen Satz entschuldigen:

    “@Eddy und Krishna Gans: Ich bin hocherfreut darüber, dass die Kommentar auf KlimaLounge endlich wieder lesbar werden und ihre beharrlichen Spam-Attacken unterbunden wird. Das ist ein Gewinn für jeden mündigen Menschen.
    Ich hoffe, dass ihr dümmlicher Stammtisch auch auf ScienceBlogs schnell rausgeworfen wird.”

    Er kannte mich nicht und war sich trotzdem nicht zu schade mich “ad hominem” zu beleidigen!

    2) Wenn Ihr Leute dauernd solche Blogthemen eröffnet, die die Realität zumindest leicht verdreht wiedergeben, muss es doch wenigstens erlaubt sein das Gegenteil zu BEWEISEN.

    Mittlerweile ist diese Eigenart Foren zu schliessen und Blogthemen in andere Blogs zu verschieben, wo die Behauptungen wahrscheinlich unkritisiert bleiben sollten, einfach nur noch eine riesige Enttäuschung.

    Gerade in Georgs Blog wird auch für den laienhaftesten Laien offenkundig, dass er die Meinung der Öffentlichkeit mit unlauteren Tricks versucht zu beeinflussen.

    Allein der Hinweis in diesem Blog, der sich doch offensichtlich um genau dieses Thema dreht, nämlich was die Mehrheit der Klimatologen wirklich denkt, dass ein Blogger von Scienceblogs die Wissenschaft falsch darstellt, genügt dann wieder um den Beitrag nicht und den Hinweis auf diese Verbrechen an der Wissenschaft nicht zu publizieren.

    Sollen diese Leute, die offensichtlich mehr “ad hominem” Attacken lancieren als wissenschaftlich zu argumentieren doch erst einmal DAMIT aufhören!

    Ich habe gerade Herr Pielke zitiert, weil sein Ruf als Wissenschaftler mindestens unumstöslich und etabliert ist, wie der von Chris Landsea, weil ihr Leute ja immer bloss darauf verweist, dass eine Kritik an der etablierten IPCC-Klimatologie bloss von Trolls, Spammern und leugnenden Skeptikern stammt.

    UND DAS STIMMT ABSOLUT GAR NICHT!

    Mir ist es schon ein wenig unheimlich wie hier offenbar falsch dargestellte Wissenschaft unkritisiert himgenommen und sogar verteidigt wird. Sollte so ein Blog öffentlich sein, dann entzieht euch doch bitte nicht jeglicher echter fundierter Kritik indem ihr dauernd auf eurer persönliches Recht auf “Unkritisiertsein” pocht.

    Dann hört BITTE auch auf mich und andere dauernd zu beleidigen. Ich werde quasi nie unhöflich, wenn ich nicht zuerst beleidigt werde und versuche immer mit objektiven und nachvollziehbaren Argumenten zu arbeiten.

    Komisch, dass Sie mir bei Chris LANDSEA Recht gaben, jetzt aber schon wieder die Augen vor der Realität verschliessen!

    Ciao
    Eddy

  38. #38 Sven Türpe
    25. Januar 2009

    Häh?!?

  39. #39 Eddy
    25. Januar 2009

    Noch kurz zu dem gesagten:

    Immer wieder fällt einem auf, dass die Diskussion zum Klimawandel viel mit Ideologie und Glauben zu tun hat.

    Der eine verteidigt alle Theorien indem er am Ende auf den Nutzen des Klimaschutzes hinweist, der andere indem er auf die negativen Folgen des fanatischen Klimaschutzes verweist.

    Wenn ich persönlich eine Frage stelle, die mir seit Jahren mittlerweile mit Wut und Beleidigungen beantwortet wird, fragt sich der Laie selbstverständlich was da los ist.

    Wieso darf man das Wort Hockeyschläger nicht einmal auf Englisch aussprechen ohne abgewatscht, beleidigt und sogar zensiert zu werden.

    Wieso stehen gerade moderate und objektive Klimawissenschaftler auf der Abschussliste der Rahmstorfs, Georgs, Joergs, Gavins usw….?

    Warum ist in der Klimatologie, der der am lautesten schreit, der der Recht hat?

    Ich kann sehr wohl verstehen, dass einige es nicht mögen, wenn man den katastrophalen Anteil am Klimawandel bezweifelt. Das tun aber m.E. MINDESTENS 50% der Bevölkerung. Was die Klimatologen selbst denken gilt ja auch schon, wenn es als wissenschaftliche Arbeit verfasst wurde, als Leugnen der Tatsachen.

    Angesichts dieser komischen Sachlage wird einem jeden doch klar, dass da offensichtlich Kräfte am Werk sind, die mit Wissenschaft nicht mehr das geringste zu tun haben.

    Unterdrückung von Meinungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen ist an sich schon ein Verbrechen an der Menschheit und alle Versuche dies flächendeckend zu tun sind bisher gescheitert.

    Wenn jemand denkt Recht zu haben sollte er also eher versuchen die Leute zu überzeugen. Fällt euch immer noch nicht auf, dass die bösen Klimaleugner sich zu einem grossen Teil selbst an die Spezialisten wenden, wo und wie sie nur irgendwie können.

    Wenden sich die Neonazis an den Zentralrat der Juden, die Ufologen an Wissenschaftler? NEIN

    Es handelt sich also offensichtlich um einen ehrlichen und echten Wunsch hinzu zu lernen und eine objektive Wahrheit heraus zu finden. Diese Beleidigungen sind sicherlich fehl am Platz und derjenige sollte sich was schämen und sich entschuldigen!

    Ciao
    Eddy

  40. #40 Eddy
    25. Januar 2009

    Spam und Umfragen:

    Diese Umfragen kenne ich erst seit und wegen der Klimalounge. Vorher hatte ich davon noch nichts gelesen. Und jetzt, wo ich Pielke zitiere, kommt der Vorwurf des Spam. Auch von der Umfrage von Pielke wusste ich bisher nichts. Hier also was er erlebt hat:

    http://climatesci.org/2008/02/22/is-there-agreement-amongst-climate-scientists-on-the-ipcc-ar4-wg1/

    “From this experience, it is clear that the AGU EOS and Nature Precedings Editors are using their positions to suppress evidence that there is more diversity of views on climate, and the human role in altering climate, than is represented in the narrowly focused 2007 IPCC report.”

    Jetzt verstehe ich, wieso ihr jetzt versucht das als “Spam” zu diskreditieren.

    Dabei kommt Herr Pielke zu fast genau derselben Schlussfolgerung, wie all diese “seltsamen Umfragen” (Rahmstorf).

    Ja, die Wahrheit ist seltsam und was heute hier und jetzt mit der Wissenschaft passiert ist SEHR BEDENKLICH.

    Ich hoffe dass wenigstens einige der Wissenschaftler, die hier mitlesen, aufhören über solche Diskussionen zu “schmunzeln und dass sie aktiv eingreifen und die unlauteren Methoden und Taktiken öffentlich anprangern und in der Community verbreiten. Wer nur noch durch Gewalt und Beleidigungen, bzw. Zensur und Häme überzeugen kann, muss sehr wenige echte Argumente parat haben!

  41. #41 Krishna Gans
    25. Januar 2009

    @Eddy,
    so leid es mir tut, Fragen ist verboten, eine Meinung haben, die abweicht, dito, wehrt man sich gegen Anfriffe ist man selbst der Schuldige.
    Was hier abgeht ist Blockwart Wissenschaft, Meinungshoheit durchdrücke auf Biegen und Brechen.
    Ja, es ist bedenklich, wenn Fanatisten mit teils religiösem Anstrich sich der Wissenschaft bemächtigen und die Umwandlung der Gesellschaft (Transformation) offen fordern, in irgendwelchen Manifesten GAIA wieder hochleben lassen und mit Ideen, die eigentlich in die Kosmologie oder Quantenmechanik à la Capra gehören der Menschheit Gutes tun wollen, das neue Manhattan-Projekt der Wissenschaft fordern und im Zusammenhang mit dem s.g. Klimawandel auch die Sklaverei zumindest als Vokabel ins Spiel bringen.
    Da staunst Du, Eddy, das Du nicht gehört wirst.
    Ich freue mich, das ich ich noch ins Internet darf
    :-)

  42. #42 Krishna Gans
    25. Januar 2009

    @Autor
    Was bitte sollen Umfragen zu vermeintlichen wissenschaftlichen Fragen?
    Sollen sie etwas aussagen und was?
    Wollen sie eine so nicht vorhandenen Konsens konstruieren, der zwar imme wieder gern beschworen wird, in Realität nicht existiert ?
    Geht es um Selbstbeweihräucherung nach dem Motto, sind wir nicht gut ?

    Wer solche Umfragen startet, sucht sich die Fragen und die zu Fragenden doch mehr oder weniger gezielt aus.

    Oreskes hat sich da auch schon mal drin versucht und mußte dann per Erratumn zugeben, daß sie, anders als in ihrer Arbeit angegeben ein anderes, falschens Suchkriterium verwendet hat, was wohl so nur 1/10 der Veröffentlichungen erfaßte.

    Ich bin mir noch nicht so ganz darüber im klaren, für welche politischen Zwecke solche Umfrageergebnisse später als Rechtfertigung dienen sollen.
    Interessant ist nur, das sich wissenschaftliche Umfragen, zumindest die, von denen man liest sich nur mit dem Klimawandel beschäftigen, eine s.g. Wissenschaft, die mit finanziellen und wirtschaftlichen Dimensionen plus oder minus umgeht, die ganze Länderetats ins Wanken bringen kann.
    Das macht mir Sorge.
    Und selbst größte Anstrengungen bringen so gut wie keine umwerfende Ergebnisse.
    Wozu das ganze also ?

  43. #43 Krishna Gans
    25. Januar 2009

    @Eddy – Nachtrag
    Es ist so, daß die Wissenschaft einerseits “Bush”isiert ist nach dem Motto, bist Du nicht mein Freund, dann bist Du mein Feind
    andererseits wir auch hier mit der digitalisierung leben müssen:
    schwarz – weiß, ja – nein, gut – schlecht.
    Zwischenstufen, Schattierungen, eben “analoges” Denken ist den Leuten offensichtlich abhanden gekommen.
    Schmalspur-Denken, das auch noch am liebsten eingleisig scheint auch angesagt zu sein.

  44. #44 Eddy
    29. Januar 2009

    Bitte nur Kommentare, die sich auf das Thema des Artikels beziehen.

  45. #45 Eddy
    30. Januar 2009

    Also wenn das hier nicht passte?!

    Die Diskussion auf Georgs Blog wird hier weitergeführt, ohne dass wir das wussten, wobei aber selbstverständlich HIER über uns (anscheinend Skeptiker) hergezogen wird.

    Das ist schon recht lustig. Vielleicht solltet ihr ein geheimes Blog machen, wo alle ausser mir Zugang haben, um dann da ungestört über mich reden zu können….

    Und dann müssen Sie sich selbstverständlich beim Blogwart beschweren, weil es nicht zum Thema passt,wenn jemand mich verteigigen will!

    Wie hiess das Thema hier? Konsens ja? Sorry, diesen Konsens gibt es nicht, mehr will ich damit nicht sagen!

  46. #46 Jürgen Schönstein
    30. Januar 2009

    @Eddy
    “Wie hiess das Thema hier? Konsens ja? Sorry, diesen Konsens gibt es nicht, mehr will ich damit nicht sagen!
    90 Prozent, 82 Prozent, 97 Prozent … da ist das Wort “Konsens” schon angebracht. Einstimmigkeit wäre natürlich noch etwas anderes, aber dieser Begriff wird nicht gebraucht. Und alles weitere in Ihrem Kommentar, von der Wortwahl bis zur Denkweise, spricht ausreichend für bzw. gegen sich selbst.

  47. #47 Krishna Gans
    31. Januar 2009

    @Jürgen Schönstein

    …zu einem Prozeß, dem man selbst nur 90 % zumißt.
    Und was die “Vorhesagbarkeit” angeht weiß man beim IPCC selbst, daß das nicht möglich ist ( nonlinear, stochastic – unpredictable ).
    Aber es wird den Politikern als “zu fürchten” verkauft.
    Und was man von s.g. Mehrheitswissenschaft halten soll, nun, das ist……
    ich werde nicht beleidigend.

    Ich vermute es wird Leute geben, die AGW dann immer noch anstimmen, wenn ihnen ganzjährig die Eiszapfen von der Nase hängen.

    Mir fällt auf, daß Meteorolgen die besseren Klimafachleute zu sein scheinen.
    :-)

  48. #48 Jürgen Schönstein
    31. Januar 2009

    @Krishna Gans
    Das war hier nicht das Thema. Es ging darum, ob und in welchem Maß der – von der einen Seite behauptete, von der Gegenseite bestrittene – wissenschaftliche Konsens existiert. Alles andere müsste man in einem anderen Thread diskutieren.

  49. #49 Krishna Gans
    31. Januar 2009

    @Jürgen Schönstein
    Ich werde weder das eine noch das andere belegen können, aber solange es genug Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, daß ein AGW nicht existiert und die Veröffentlichungen sich mehren, die das zu bestätigen scheinen in dem sie darlegen, daß die natürlichen Faktoren stärker als die sg. anthropogenen zu sein scheinen kann man man von Konsens nicht reden.
    Und wie bereits gesagt, selbst wenn es Konsens gäbe, wie z.B. auch über “die Wegnersche Idee ist Quatsch” dann ist der Konsens gewissermaßen für die Tonne.
    Dann irren die Damen und Herren eben im Konsens.
    Das wären auch nicht die ersten, und sie werden nicht die letzten sein.
    Wobei ich aber gestehen muß:

    Einigen Herren würde ich es von Herzen gönnen und es wird mir hoffentlich vergönnt sein, das noch zu erleben.

    :-)

  50. #50 Ludmila
    1. Februar 2009

    @Gans: Machen wir mal Kommentar-Hopping. Bei Christian drüben spucken Sie auf einmal ganz andere Töne.

    Da heißt es dann auf einmal.
    Peer-Review

    – Qualitätssicherung bei der Evaluation wissenschaftlicher Leistungen –

    Peer Review ist ein inherent konservativer Prozess. Er erschwert innovative Forschung und verzögert Paradigmenwechsel.
    Peer Review ist ein langsamer und ineffizienter Prozess.
    Es werden Biases bezüglich Geschlecht, Sprache, positiver Ergebnisse und dem Prestige der Einrichtung festgestellt.#

    Ach sooo, wenn es Ihnen in den Kram passt, sind Ihnen Veröffentlichungen gut genug. Ach, belegen Sie das auch mal, mit den angeblich ach so vielen Veröffentlichungen, die Ihren Eindruck mehren? Und das ohne Verweise auf Nachrichten und dubiose Webseiten?

    Aber Sie haben die Marschrichtung ganz klar vorgegeben:
    Selbst wenn es Konsens gäbe, dann ist der Konsens gewissermaßen für die Tonne.

    Ja, wie praktisch. Erst sagen wir “Es gibt keinen Konsens, wir haben gewonnen” und dann sagen Sie “selbst wenn es Konsens gäbe, die irren sich, wir haben gewonnen”

    Aha Regel Nummer 1 : Ich hab Recht
    Regel Nummer 2: Hab ich Unrecht, tritt automatisch Regel Nummer 1 in Kraft.

    Ja, wie praktisch Sie sich das zurecht gelegt haben. Sie haben auf jeden Fall Recht. Egal, was andere für Argumente oder Arbeit investieren.

    Es muss schön sein, von seiner eigenen Unfehlbarkeit so überzeugt zu sein.