Im Fernsehen ist es ja immer ganz toll, wenn die forensischen Experten der diversen CSI-Serienableger mit angewandten Wissenschaften dem Täter auf die Spur kommen (vermutlich um so toller, je weniger man von der Materie versteht, aber das kann ich nicht wirklich beurteilen). In der Realität sieht es mit den wissenschaftlichen Leistungen der amerikanischen Kriminallabors eher traurig aus, wie ein Bericht der National Academy of Sciences feststellen wird, der auf Anweisung des US-Kongresses seit gut drei Jahren erarbeitet wurde und noch im Februar publiziert werden soll. Laut einem Artikel in der New York Times, die sich mit Leuten unterhalten hat, die diesen Bericht schon vorab sahen, wird es eine “weitreichende Kritik vieler foresnischer Methoden […] einschließlich Fingerabdruck-Analyse, Schusswaffen-Identifizierung und die Analyse von Bissspuren, Haar- und Handschriftenproben” sein.

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Kommentare (4)

  1. #1 Chris
    5. Februar 2009

    vermutlich um so toller, je weniger man von der Materie versteht, aber das kann ich nicht wirklich beurteilen

    Zumindest auf der molekularbiologischen Seite sträuben sich mir die Haare…
    Aus einem offen stehenden Becherglas wird etwas pipettiert, in eine Tischzentrifuge gestellt und in der nächsten Szene kommt das Ergebnis aus dem Drucker.
    Hier wurden ja nur etliche Arbeitsschritte mit mehreren Stunden übersprungen…

  2. #2 Gluecypher
    6. Februar 2009

    Naja, ne PCR dauert nun mal 8 Stunden (wenn man keine Fehler macht und alles glatt läuft), das würde den Handlungsfluss doch erheblich stören. Und ein DNA-LAbor, das soooo schlampig mit den Proben umgeht würde in der Realität ziemliche Probleme mit Kontamination bekommen. Schön ist natürlich auch, dass die leckeren Mädls immer ohne Gesichtsmaske und Einweg-Papieroverall am Tatort nach Spuren suchen. Wäre auch dumm für die Frisur und das Make-Up. Irgendwannn gab es auch mal eine Szene, wo mit einem optischen Mikroskop eine EDX von einem Kuststoff gemacht wurde und nach 3 Sekunden kam der Handelsname des Kunstsoffs aus dem Drucker gerauscht. Und dass die Laserstrahlen immer so schön sichtbar sind ist auch ein netter Brüller. Fazit: also Unterhaltung ganz nett, mit der Realität hat das doch eher wenig zu tun.

  3. #3 Chri
    6. Februar 2009

    Ha, jetzt habe ich ihn endlich gefunden:
    http://tinyurl.com/af433h

  4. #4 GeMa
    6. Februar 2009

    Das liest sich aber nicht gut. So hohe Fehlerquoten, mein lieber Mann. Mit sowas werden Indizienprozesse durchgezogen. Dann noch das Taxiproblem – da sollte eigentlich klar sein, weswegen man besser immer wissen sollte, wo man am 30.06. 2003 um 14.27 Uhr war.