Die Redensart “aus Sch… Gold machen” soll ja eigentlich etwas umschreiben, das unerquicklich und zumeist auch unergiebig ist. Doch die Betreiber der Kläranlage in Nagano, Japan, extrahieren laut einem Bericht in China Daily angeblich 1890 Gramm Gold aus jeder Tonne verbrannten Klärschlamms – ein Vielfaches dessen, was man in kommerziellen Goldminen pro Tonne Abraum gewinnen kann (der Bericht zitiert die japanische Hishikari-Mine, die etwa 20 bis 40 Gramm pro Tonne Erz liefert). Quelle des Goldes im Abwasser sind offenbar umliegende metallverarbeitende Betriebe. Für die Bezirksverwaltung als Betreiber der Kläranlage ist dieser “Griff ins Klo” jedenfalls ein lohnendes Business: Sie erwartet aus der Goldabscheidung einen Netto-Profit von umgerechnet etwa 126.000 Euro.

Wer mehr darüber erfahren will, welche Mühen und Gesundheitsrisiken Menschen auch heute noch auf sich nehmen, um ans Gold zu kommen, und welche Gefahren für Mensch und Umwelt dies zur Folge hat, kann es in dieser Story in National Geographic nachlesen.

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Kommentare (4)

  1. #1 b-age
    8. Februar 2009

    wow, 2 promille goldgehalt ist wirklich beeindruckend. kommt aber wohl auch nur zustande weil es durch die verbrenung des klärschlamms ja bereits weiter konzentriert ist.
    die redewendung “griff ins klo” als umschreibung von etwas das unerquicklich und unergiebig ist, ist mir auch geläufig, aber “aus sch*** gold machen” bedeutet und bezieht sich auf doch etwas völlig anderes, nämlich aus etwas scheinbar geringwertigem und auch so angesehenem trotzdem erhebliche wertschöpfung zu generieren. beispiel: dieter bohlen 😉 oder liege ich da falsch?

  2. #2 Jürgen Schönstein
    8. Februar 2009

    @b-age
    Gute Frage. Vielleicht ist das ja etwas Dieter-Bohlen-Spezifisches? In den meisten anderen Fällen dürfte diese Transmutation eher erfolglos und frustrierend sein …

  3. #3 books
    8. Februar 2009

    Ach so, jetzt kapier ich, Dieter Bohlen ist der einzig erfolgreiche Alchimist.

  4. #4 Lutz
    10. Februar 2009

    Ich habe das Thema aufgegriffen: http://www.geoberg.de/blog/lagerstaettengeologie/goldgrube-klaerschlamm#more-519

    Es ist schon beachtlich, wieviel Gold bei denen im Klärschlamm steckt. Knapp 2 kg Gold pro Tonne Ausgangsmaterial – davon träumen viele Lagerstättengeologen!