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Das ist der düstere Titel der Coverstory im aktuellen Time-Magazin. Ursache des Aussterbens ist der Klimawandel, Schauplatz des ökologischen Massakers die Insel Madagaskar. Keine Überraschungen, schließlich hatte ich sogar auf diesem Blog schon über Madagaskar und seine “Chronik eines angekündigten Aussterbens” geschrieben. Aber Bilder sagen halt manchmal mehr als tausend Worte (oder auch 2252, wie dieser Time-Artikel). Und die Schlussworte dieses Artikels sollten einem zumindest in den Ohren klingen:

“We live on a very special planet — the only planet that we know has life,” says Mittermeier*. “For me, conservation is ultimately a moral obligation and simply the right thing to do.” That leaves us a choice. We can save life on this special planet, or be its unwitting executioner.
* Russell Mittermeier, Vorsitzender von Conservation International

Wer es nicht für nötig hält, das Leben auf der Erde zu erhalten, der wird unwissentlich zu seinem Henker …

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Kommentare (5)

  1. #1 Wolfgang Flamme
    4. April 2009

    “Ursache des Aussterbens ist der Klimawandel, Schauplatz des ökologischen Massakers die Insel Madagaskar.”

    ?

    Nur daß da eben keine besondere Erwärmung zu sehen ist:

    http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/do_nmap.py?year_last=2009&month_last=02&sat=4&sst=0&type=anoms&mean_gen=0112&year1=1951&year2=2008&base1=1951&base2=1961&radius=250&pol=reg

    http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/gistemp_station.py?id=125670830002&data_set=1&num_neighbors=1

    Auch der verlinkte Time-Artikel schreibt lediglich:
    “Once lushly forested, Madagascar has seen more than 80% of its original vegetation cut down or burned since humans arrived at least 1,500 years ago, fragmenting habitats and leaving animals effectively homeless. Unchecked hunting wiped out a number of large species, and today mining, logging and energy exploration threaten those that remain.”

    Übrigens ist das alles völlig übereinstimmend mit den Ergebnissen von IUCNRedList.org, wo auch keine konkrete Gefährdung endemischer madegassischer Spezies durch einen Klimawandel aufgeführt ist. Die ‘alte’ Version der DB führte solche hypothetische Bedrohungen noch unter “Climate Change (future)”…

  2. #2 Ronny
    7. April 2009

    Über 90% aller Arten sind bereits ausgestorben ohne dass Menschen auf diesem Planeten wandelten. Obwohl wir den Prozess nachweislich beschleuningen, finde ich es ein bißchen anmaßend hier jetzt eingreifen zu wollen. Evolution lebt von Veränderung, wir müssen nur aufpassen dass sie uns nicht überrollt.

  3. #3 Christian A.
    9. April 2009

    Im Prinzip stimme ich dir zu, Ronny. Die Evolution wird dafür sorgen, dass die frei gewordenen Nischen, die die ausgestorbenen Tierarten zurückgelassen haben, wieder besetzt werden. Vielleicht schafft es höheres Leben sogar, die toten Bereiche in den Meeren wieder zu beleben (so dass dort nicht nur Einzeller) Andererseits muß ich immer an die folgenden Punkte denken:
    1. (Und das ist der schwächste Punkt) Mich befällt bei dem Gedanken an die aussterbenden Tierarten immer ein tiefes Gefühl der Trauer, hervorgerufen durch unwiderruflichen Verlust. Dazu sei auch die Lektüre von “Die letzten ihre Art” von D. Adams empfohlen.
    2. Abstrakt: Der Mensch lebt auf einer Erde, von der er ein Stück ist, und mit der zusammen er sich entwickelt hat. Die Menschheit hat die Erde zu sehr weiten Teilen schon verändert. Wird irgendwann eine Veränderung verursacht, die tiefgreifende negative Folgen für die Menschheit hat?
    3. Konkret: Der globale Ozean ist ein Ökosystem, das durch die industrialisierte Fischerei schon sehr stark durcheinandergewirbelt wurde. Nicht nur, dass lange nicht mehr soviel Fisch wie früher dort rumschwimmt. Ich kann mir vorstellen, dass dadurch wirklich irreparable Schäden verursacht werden, die als Folge haben, dass eine als Speisefisch ungeeignete Art auf einmal die Ozeane dominiert (z.B. weil größere Raubfische (die uns als Speisefisch dienen) fehlen). Die Fischerei ist ein wichtiger Versorger für die Menschheit, es kann also gut sein, dass uns diese bald wegbricht.

  4. #4 Ronny
    10. April 2009

    @Christian
    Ich teile deine Argumente, auch ich finde es schade, dass wir andere Arten ausrotten. Nur das machen andere Tierarten auch. Es stellt sich jetzt die Frage, ob der Mensch jetzt aufgrund seiner evolutionären Überlegenheit dies nicht erkennen sollte und entsprechend reagieren. Irgendwie ist die Evolution beim Menschen in einen kleinen Deadlock gelangt. Der Druck immer anpassungsfähigere Mechanismen hervorzubringen hat dazu geführt, dass jetzt ein so überlegenes Wesen erzeugt wurde, dass die anderen kaum mehr eine Chance haben (abgesehen von Viren).

    Der einfachste Weg wäre es, die Anzahl der Menschen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, nicht mit Atombomben, sondern langsam. Damit würden fast alle Probleme der modernen Zeit behoben. Ich fürchte nur solange Genetik, Wirtschaft und Religion auf Wachstum plädieren wird das hart 🙂

    Solange sich die Menschheit unkontrolliert vermehrt, werden zwangsweise andere Spezies und wir selbst über Umweltzerstörung darunter leiden. Ich frage mich oft, ob dies der Preis für persönliche Freiheit ist.

    Oder wie George Carlin sagte: Don’t save the planet, save us from the revenge of the planet.

  5. #5 Christian A.
    10. April 2009

    Ok, dann hab ich dich erst ein bißchen falsch verstanden. Und ich stimme dir zu 100% zu. Und ich denke, dass dies der Preis für persönliche Freiheit ist, zumindest bis jetzt. Ich hoffe ja noch auf den Ausweg, dass man die Geburtenrate der Menschen durch verbesserte Ausbildung für alle (für Entwicklungsländer!) senken kann, wie, so meine ich, Studien gezeigt haben.