Ist eigentlich ein alter Hut (und vor allem in Nordeuropa nach der letzten großen Eiszeit beobachtbar gewesen), aber da heute eine Titelstory in der New York Times dazu erschienen ist und Klimawandelgegner ja gerne auf alle möglichen Argumente aufspringen, die sie in ein “ist-ja-alles-nicht-so-wie-Ihr-behauptet”-Szenario umgemünzt werden, will ich’s noch einmal ansprechen: Durch das Abschmelzen der Gletscher – das nachweisbar, messbar und dramatisch ist – werden nicht nur küstennnahe Landstriche und vor allem Inselstaaten als Folge des steigenden Meeresspiegels verloren gehen. Es wird auch Land aus dem Meer auftauchen, weil es vom Gewicht der Eismassen befreit ist. Aber hier findet kein letztlich positives “Tauschgeschäft” für ein Jamballa wie bei Jim Knopf statt – nicht zuletzt, weil auch diese Anhebung des Geländes in den arktischen Zonen Lebensräume bedrohlich verändern kann. Und das wollte ich, wie schon gesagt, hier nur mal erwähnt haben.

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Kommentare (7)

  1. #1 Krishna Gans
    18. Mai 2009

    Das Ansteigen der Ostskandinavischen Platte ist seit dem Ende der Eizeit noch immer im Gange, was soll in Alaska unbeding anders sein ?

  2. #2 Jürgen Schönstein
    18. Mai 2009

    @Krishna Gans
    “was soll in Alaska unbeding anders sein ?”
    Kurze Antwort: das Tempo.
    Längere Antwort: Natürlich hebt sich Skandinavien seit der vergangenen Eiszeit. Doch das ist ja gerade das, was beim Argument “alles halb so schlimm, Klimawandel gab’s auch schon in der Vergangenheit” gerne übersehen wird: Es ist nicht der Prozess an sich, der so bedrohlich ist, es ist sein Tempo. Selbst ein Fußgänger weiß, dass Tempo einen entscheidenden Unterschied zwischen Anrempeln und Umrennen macht. Ein Flugzeug, dass in 15 Minuten aus 5000 Metern Höhe auf dem Boden aufsetzt, landet sanft – wenn es den gleichen Höhenunterschied in 15 Sekunden durchliefe, wäre dies ein Absturz. Ist doch auch in Ihrer Welt nicht das gleiche, oder? Und jemand, der wie Sie immer für Anpassung an die veränderten Klimagegebenheiten plädiert (und daher Klimaschutzmaßnahmen als lächerlich oder unnötig ablehnt), sollte eine Antwort darauf haben, wie man all die Anpassungen (nicht nur im Hinblick auf die menschlichen Lebensumstände, aber auch auf Ökosysteme etc.) in so kurzer Zeit bewältigen soll.

  3. #3 Krishna Gans
    18. Mai 2009

    nur mal so zum reinschauen:
    http://allgemeine-geologie.suite101.de/article.cfm/nacheiszeitliche_landhebungen

    Aus Urheberrechtsgründen, wie dort vermerkt ist:

    Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors.

    Read more: “Nacheiszeitliche Landhebungen: Dünen und Muscheln in Wald und Flur | Suite101.de” – http://allgemeine-geologie.suite101.de/article.cfm/nacheiszeitliche_landhebungen#ixzz0FtGmTmZ3&A

    Daher kommen keine Zitate, ich kann also nur empfehlen, den ganzen Artikel zu lesen und festzustellen,daß da von Klimawandel keine Rede ist.

    Wikipedia berichtet folgendes:

    In Bygdeå, 17 Kilometer südlich von Robertsfors, liegt eine alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die ursprünglich an einer Meeresbucht lag, aber aufgrund der skandinavischen Landhebung nun einige Kilometer im Landesinneren liegt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Robertsfors_(Gemeinde)

    Nicht alles was “bedrohlich” erscheint ist dem “Klimawandel” anzulasten, nur um ein bedrohliches Szenario zu haben.

    Die Gegebenheiten in Alaska und Nordeuropa bezüglich der Vereisung währen der Eiszeit sind nicht zu vergleichen würde ich mal sagen, wie die Tektonik Alaska / Nordeuropa sich unterscheidet ließe sich ggfs auch noch feststellen.

  4. #4 Krishna Gans
    18. Mai 2009

    Das oben im Logo angeführte Zitat von Teller sollte man generell für alles gelten lassen, auch für den s.g Klimawandel 🙂

  5. #5 Jürgen Schönstein
    19. Mai 2009

    @Krishna Gans
    “Nicht alles was “bedrohlich” erscheint ist dem “Klimawandel” anzulasten, nur um ein bedrohliches Szenario zu haben.”
    Sicher. Aber wie kommen Sie von dieser an sich ja trivialen Aussage zu dem Schluss, dass dann folglich nichts dem Klimawandel anzulasten ist, selbst wenn es noch so augenscheinliche und wissenschaftlich belegbare Anzeichen dafür gibt? Ich weiß ja schon aus früheren “Diskussionen”, dass dies zu nichts Sinnvollem führen wird, aber trotzdem bin ich immer wieder von Ihrer offenbar extrem ausgeprägten Fähigkeit zur kognitiven Dissonanz überrascht …

  6. #6 Engywuck
    22. Mai 2009

    Da die NYT mal wieder eine Registrierung haben will: welchen Geschwindigkeitsunterschied soll es denn geben? Skandinavien habt sich ja einige cm(?) pro Jahr, mehr als eine Größenordnung darüber wird es wohl doch auch in Alaska nicht sein oder unterschätze ich da die Viskosität/Elastizität von Gestein?
    Natürlich wären z.B. 30cm/a viel, aber doch nicht so viel dass ein Vogel heute sich am Strand schlafen legt und morgen 20km zur Küste laufen muss 😉

  7. #7 Flug
    4. August 2009

    Fakt ist, dass sich die Kontinente, auf denen es größere Bereiche von Inlandeis gibt, sich im Zuge des “Klimawandels” heben. Der Unterschied im Tempo hängt doch im Grunde genommen von der Dichte der Gesteine der sich hebenden Landmasse und der Menge des aufliegenden Eises ab. Der Temperaturfaktor ist aus der Rechnung natürlich nicht wegzudenken.
    Und wie oben schon richtig angegeben, wird das Abschmelzen der Gletscher eine Erhöhung des Meeresspielgels zur Folge haben und Inselstaaten und Holland irgendwann überschwemmen. Ich denke, dass eine Hebung der Landmassen könnte diesen Prozess nicht kompensieren.