Damit ich mich vom Verdacht befreien kann, der heimliche Esowatch-Betreiber zu sein, schmeiß’ ich hier einfach mal den Hinweis auf ein Paper hin, das in der aktuellen Ausgabe des Journal of Clinical Oncology erschienen ist und das den Titel trägt: Randomized, Blinded, Sham-Controlled Trial of Acupuncture for the Management of Aromatase Inhibitor-Associated Joint Symptoms in Women With Early-Stage Breast Cancer. Untersucht wurde diese Wirkung von Akupunktur als Schmerzlinderer bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium am Columbia University Medical Center in New York. Heraus kam, dass bei “sachgemäß” – will heißen: nach den Vorschriften der Tradition – gesetzter Akupunktur eine schmerzlindernde Wirkung festgestellt wurde, die bei der “Sham-Akupunktur” (d.h. willkürlich gepieksten Nadeln) nicht beobachtet werden konnte. Oder so ähnlich. Im Abstract wird es so ausgedrückt:

Women with AI-induced arthralgias treated with TA had significant improvement of joint pain and stiffness, which was not seen with SA. Acupuncture is an effective and well-tolerated strategy for managing this common treatment-related side effect.

Was an der Studie dran ist, kann ich nicht beurteilen – dass sie aber als Argument für die Wirksamkeit der Akupunktur verwendet wird, traue ich mich vorherzusagen. Und das ist auch schon alles …

flattr this!

Kommentare (179)

  1. #1 pogobi
    22. März 2010

    Wolfgang, lass es. Du wirst nichts neues von rop mehr erfahren außer Beleidigungen gegen deine Intelligenz, gemischt mit “du verstehst das doch nicht!”

    Dont feed the troll!

  2. #2 bert ringel
    23. März 2010

    Eine Frau hat starke Schmerzen im Brustkorbbereich. Geht zum Arzt. Diagnose : Interkostalneuralgie.Er gibt ihr ein Mittel. Meint von oben herab : zwei Tage und die Sache ist erledigt. Nach zwei Tagen ist der Schmerz grösser als zuvor und ist auch nach einer Woche unverändert und nur durch Schmerzmittel erträglich zu halten.
    Darauf homöopathische Behandlungf. 3 x 5 Globuli während eines Tages. Nächsten Tag sind ca. 2/3 der Schmerzen verschwunden. Noch eine Gabe in höherer Potenz. Nach 3 Tage ist vom Schmerz fast nicht mehr zu spüren und die Frau berichtet dass sie seit 20 Jahren zum ersten Male die Regel hat ohne schwere Krampfschmerzen, was der Homöopath gar nicht im Auge hatte bei der Mittelwahl. Seither nahezu schmerzfrei ohne Schmerzmittel. Das habe ich vor 3 Wochen erlebt. Doch es darf nicht sein, weil es die Jungs aus dem Konzept bringen würde. Es ist aber so.

  3. #3 rop
    23. März 2010

    bert ringel· 23.03.10 · 13:09 Uhr

    Sie wollen es nicht kapieren!

    Die Frau war schon mit dem Schmerzmittel geheilt. Sie hat es aber noch nicht gemerkt!

    Als sie die HP genommen hat, da hat die Einbildung mit dem Placebo zusammen gewirkt und sie hat die Schmerzen nicht mehr gespürt.
    So gilt diese Erleichterung aber nicht.

    Wenn die “Studie” sagt dass so etwas nicht möglich ist dann ist es aber auch so.

    Verstanden?

  4. #4 bert ringel
    23. März 2010

    @ rop

    Sie war geheilt, hat es aber nicht gemerkt. Noch blöder gehts wohl nimmer. Ein Schmerzmittel ist doch nicht therapeutisch, sondern nur symptomrelevant. Und die Schmerzen haben mit dem Mittel ganz klar zugenommen.
    Leuten mit ihrer Denkfähigkeit kann man wohl Alles erzählen.

  5. #5 rop
    23. März 2010

    bert ringel· 23.03.10 · 15:46 Uhr
    @ rop
    Sie war geheilt, hat es aber nicht gemerkt. Noch blöder gehts wohl nimmer.

    Nicht aufregen, der Ironischer Beitrag war nicht für Sie bestimmt.

  6. #6 wolfgang
    23. März 2010

    Was haben eigentlich die letzten 4 Kommentare mit dem Thema Akupunktur zu tun?

    oder ist es für rop und ringel egal wo sie posten, Hauptsache, dass?

  7. #7 bert ringel
    23. März 2010

    @ wolfgang

    Stimmt, wir haben uns abtreiben lassen. Es hat nur insofern damit zu tun als Homöopathie und Akkupunktur ein ähnliches Schicksal haben in den strengen Augen der Wissenschaft. Dass sie wirken ist bewiesen, nur sind die halt geil auf Studien,
    und was zählen da Menschen die von einer Krankheit geheilt wurden.
    Da reden Menschen über Akkupunktur die gerade einmal wissen was eine Nähnadel ist. Aber natürlich genau wissen, dass das alles Humbug ist. Soweit ist die Diskussion der über Homöopathie sehr ähnlich.
    Alles was sie nicht wissen, gibt es nicht und ist Blödsinn. Ein erschreckendes Weltbild.
    Ich bin mir ganz sicher dass die Welt morgen untergehen würde, wenn nur das existierte was ich weiss. Aber soweit sind die noch nicht. Sie wissen noch nicht einmal dass sie nicht wissen. Ich aber weiss das und darum fühl ich mich klüger als sie.

  8. #8 rop
    23. März 2010

    wolfgang· 23.03.10 · 17:21 Uhr
    Was haben eigentlich die letzten 4 Kommentare mit dem Thema Akupunktur zu tun?
    oder ist es für rop und ringel egal wo sie posten, Hauptsache, dass?

    Und was haben alle deine Beiträge mit dem Thema AK zu tun, eigentlich?
    Hauptsache Unsinn darüber zu verbreiten.

  9. #9 pogobi
    23. März 2010

    rop würde wirklich keinen Turingtest bestehen.

    @bert: “Da reden Menschen über Akkupunktur die gerade einmal wissen was eine Nähnadel ist. Aber natürlich genau wissen, dass das alles Humbug ist. Soweit ist die Diskussion der über Homöopathie sehr ähnlich. ”
    Schön, dass du das einfach mal so in den Raum wirfst, aber hast du dafür Belege?
    Ich habe mir schon einiges über Homöopathie angelesen, aus dem einfachen Grund, dass diese in meinem Elternhaus verwendet wird.
    Anekdotische Berichte zählen für die Wissenschaft aus vielen Gründen nicht, aber ich kann dir ja mal meinen Eigenen berichten.
    Ich bin früher als Kind (ohne überhaupt zu wissen, was Homöopathie ist bzw wieso sie nicht wirkt) jahrelang homöopathisch gegen Migräne behandelt worden – ohne irgendeinen Erfolg. Auch Schüssler-Salze wurden getestet. Wir haben währenddessen 4 Ärzte durchgetestet. Ich habe, nebenbei, ohne Kenntnis davon, dass es homöopathisch ist, erkannt, dass Meditonsin bei mir keinerlei Wirkung zeigt.

    Also, worüber willst du mit mir diskutieren? Über das Heilprinzip des Gründers Hahnemann, nach dem es nur 4 Grundkrankheiten gibt und man mit dem passenden Gift Gleiches mit Gleichem (Simile-Prinzip) behandeln kann, indem man es verdünnt? Dass dieser die Gifte in Eigenversuchen testete, und dabei auf Chinin eine allergische Reaktion hatte und nicht die des Chinins selbst. Daraus folgt, dass in diesem Wirkbereich nach Homöopathenlogik selbst keine Wirkung feststellbar sein sollte, da das Simile-Prinzip hier nicht wirkt.
    Oder reden wir über mögliche beeinträchtigende Faktoren: http://www.esowatch.com/ge/images/b/b6/Organon.png eigentlich sollte die Homöopathie wiederum aus ihren eigenen Axiomen heraus nicht wirken. Oder, nur in den seltensten Fällen, da beinahe jeder etwas auf dieser Liste erfüllt.
    Oder reden wir darüber, dass verschiedene Deutungen der Homöopathie sich gegenseitig ausschließen, die klassische besagt, dass nur ein Mittel gleichzeitig genommen werden darf, die Komplexmittelhomöopathie dagegen mischt immer mehrere Mittel.
    Ich weiß ich weiß, Nazivergleiche sind dämlich, aber das hier ist auch immer wieder interessant in der Lektüre: http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie_im_Nationalsozialismus
    Oder reden wir über Potenzierung: chemisch gesehen unterscheidet Homöopathie nichts von Zucker, Wasser etc. Die erklärenden “Theorien” sind alle grundweg falsch, gehen wir es der Reihe nach durch:
    – Wasser hat kein Gedächtnis. Das wurde in unzähligen Widerholungen des Versuchs belegt, und der Effekt konnte nie mehr nachgewiesen werden.
    – Wasser ist eines der Moleküle, dass am wenigsten ein Gedächtnis haben KANN, da die H-Brücken ununterbrochen aufbrechen und sich neu verbinden, ein Kristall z.B. wäre hier logischer.
    – chemisch unterscheiden sich Zucker und Wasser sehr stark. Allein dass sie in verschiedenen Aggregatszuständen vorliegen, aber die Information gleich speichern sollen, ist unsinnig.
    – Zucker könnte auch kristallisieren und wäre somit ein besserer (wenn auch immer noch nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten absolut unzureichender) Informationsträger. Wieso lässt man den Zucker nicht auskristallisieren?
    Kurz, alle Theorien, die vorgebracht werden, sind für einen Chemiker oder Physiker blanker Unsinn.
    Ach, und Verdünnungen unter D12 enthalten noch nachweisbare Spuren des Gifts, und angesichts mancher Inhaltsstoffe wie Polonium gab es auch bereits tödliche Unfälle mit Leuten, die auch mal schnell 30 Globuli am Tag genommen haben.
    Deine Geschichte selbst zeigt übrigens wieder einige Fehler, wie sie in Anekdoten auftauchen:
    – Homöopathie DARF nicht gegen Regelschmerzen gleichzeitig helfen, da hier ganzheitlich kuriert werden soll und somit nur dieser spezielle Brustschmerz.
    – Interkostalneuralgie vergeht, wie vom Arzt richitg gesagt, nach einiger Zeit selbst. Nach Gabe der Globuli dauerte es dennoch noch 3 Tage, was eine sehr lange Zeit ist, Placebo hin oder her.
    Die homöopathische Arzneimittelprüfung ist übrigens auch, grob gesagt, Bullshit. Man weißt die Testgruppe sogar darauf hin, was sie zu fühlen HAT. Alle Symptome, die am Ende im Tagebuch stehen und nicht zum erwarteten Bild passen werden herausgestrichen und so weiter…
    Und nun zum wichtigsten Punkt:

    Wer heilt, hat Recht.
    Stimmt ja auch. Leider versagt die Homöopathie hier auf ganzer Linie, jeder sauber durchgeführte Versuch doppelt verblindet mit Kontrollgruppe zeigt _exakt_ dasselbe Ergebnis. Alle Versuche, die bisher die Wirksamkeit “beweisen” konnten, laufen nach folgendem Schema ab:
    “40 “Skeptiker” sollten doch 2 Monate lang jeden Tag das Mittel “Alumina 200C” einnehmen. Sie würden dann feststellen, dass am Ende mindestens 10% der Teilnehmer up to 10% or more mit “leichten” oder “schweren” Symptomen einer Obstipation (Verstopfung) kämpfen würden.[27] Eine Obstipation ist allerdings ein relativ häufiger Zustand, sodass es auch spontan bei einer Minderheit von Menschen innerhalb von 2 Monaten dazu kommt.[28]”
    Die Argumente, dass es bei Tieren und Säuglingen doch auch helfe, wurde ebenfalls sehr ausführlich bereits widerlegt.

    Also, worüber möchtest du diskutieren, oder wo kenne ich mich nicht aus? Im Gegenteil behaupte ich, mich in Physik und Chemie wesentlich besser auszukennen als du. Aber das ist vollkommen egal, da das versuchte Argument über Autorität absolut nichts aussagt. Die Argumente müssen widerlegt werden.
    Viel Spaß mit den Anregungen.
    Ob das jetzt noch zum Thema zählt, bezweifle ich aber, deswegen schätze ich eh, dass das jetzt alles vergebene Liebesmüh war da das Thema bald geschlossen wird. Was solls.

  10. #10 pogobi
    23. März 2010

    Im übrigen, wie kann ganzheitlich geheilt werden, wenn man gleiche Symptombilder von verschiedenen Krankheiten mit dem gleichen Mittel behandelt?

  11. #11 rop
    23. März 2010

    Die anhänger der Glaube an die Flache Erde haben ihre reaktionäre Haltung nie aufgegeben.
    Als sie diesen Glauben nicht mehr öffentlich vertretten konnte haben, sind sie gegen anderen fortschritlichen Ideen losgegangen.

    “Nichts was schwerer ist als die Luft kann fliegen”
    So die wissenschaftliche Autoritäten der damaligen Zeit

    (die Flugzeuge konnten trotzdem fliegen)

    “Ein Wechselstromgenerator zu bauen ist wissenschaftlich unmöglich”

    (so hatte man Tesla damals auseinandergenommen als er diese Idee hatte.
    Trotz alle wissenschaftliche Unmöglichkeit hat er den Generator gebaut und so haben wir seitdem Wechselstrom.
    Die Anhänger der Flachen Erde betreiben damit ihre PCs und können dadurch ihren Unsinn noch besser verbreiten- mit der Erfindung den sie vor etwa 110 Jahren bekämpft haben.
    Das ist ein Perpetuum Mobile!)

  12. #12 rolak
    23. März 2010

    Hey, rop, sind jetzt alle synapsen mit am-Leben-bleiben beschäftigt? Daß Vögel schwerer als Luft sind, ist seit langem bekannt und Wechselstromgeneratoren liefen schon lange vor Teslas Geburt.

    Oder die Software für bullshit-Kommentare ist abgestürzt.

  13. #13 Rose
    23. März 2010

    @Wolfgang:
    Danke für die interessante Argumentationshilfe und Aufklärungsarbeit!
    Daneben schaut das übliche Schulmedizinbashing ziemlich alt aus. 🙂

  14. #14 rop
    23. März 2010

    rolak· 23.03.10 · 21:24 Uhr
    Hey, rop, sind jetzt alle synapsen mit am-Leben-bleiben beschäftigt? Daß Vögel schwerer als Luft sind, ist seit langem bekannt……

    Darin kannst du sehen wie Oberidioten diese Skeptiker der Luftfahrt gewesen sind.

    und Wechselstromgeneratoren liefen schon lange vor Teslas Geburt.

    Das ändert an die Geschichte Teslas und die seiner Kritiker kein Deut.

    Da kannst du noch einmal sehen wie abgrundtief stupid diese Skeptiker gewesen sein müssen, etwas für unmöglich zu halten was schon lange erfunden worden war.

    Du kannst es 1:1 auf die Naturheilkunde und ihre Kritiker übertragen.

    (hast du vielleicht Information über diese PreTesla WS Generatoren? Würde mich sehr interessieren. Danke im Voraus)

    Oder die Software für bullshit-Kommentare ist abgestürzt.

    Das wollen wir nicht kommentieren, nicht?

  15. #15 rolak
    23. März 2010

    rop, die von Dir unterstellte Kritik gab es so einfach nicht, bestenfalls analog zu den aktuellen cranks, die die Realität der Relativitätstheorie leugnen. Nicht immer nur VT-Seiten lesen! look look, see see

  16. #16 rop
    23. März 2010

    rolak· 23.03.10 · 22:16 Uhr
    Nicht immer nur VT-Seiten lesen! look look, see see

    Quatsch!

    Hier wird Tesla der “Vater des Wechelstroms” genannt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nikola_Tesla#Teslas_Erfindungen_und_technisches_Gesamtwerk

    Am Polytechnicum in Graz wo Tesla 1875 studierte hatte sein Lehrer, Prof. Poeschl, Teslas idee von einen rotierenden Magnetfeld ganz “wissenschaftlich” auseinandergenommen und für unmoglich erklärt:

    “Herr Tesla wird in Zukunft sicherlich noch grosse dinge vollbringen, aber hier wird ihm kein Erfolg beschieden sein. Genausogut könnte er sich daran machen, eine stationäre ugkraft, wie zb. die Gravitationskraft in eine gleichmässige Drehung umzuwandeln .Was er will ist ein Perpetuum Mobile- ein Prinzip das allen Grundsätzen widerspricht.”

    Poeschl, als Vertretter und Mitglied der Wissenschaftliche gemeinschaft war davon überzeugt alles zu wissen, und er konnte es sogar wissenschaftlich belegen.

    Dem war es aber nicht so. Alle wissenschaftlichen belege zum Trotz!
    Das will manchen aber trotzdem nicht in den Kopf gehen, und wiederholen, wie ein Pepetuum Mobile, immer wieder dem gleichen Kasperle.

  17. #17 rop
    24. März 2010

    rolak· 23.03.10 · 22:16 Uhr
    rop, die von Dir unterstellte Kritik gab es so einfach nicht, bestenfalls analog zu den aktuellen cranks, die die Realität der Relativitätstheorie leugnen.

    Die Kritik der Etablierten und ihrer Kampf gegen den Fortschritt ist immer gleich- unsinnig. Es verändern sich nur die Umständen und die Protagonisten.

  18. #18 Vera
    27. März 2010

    Der unseriöse wolfgang hat bis heute seine Behauptung nicht belegen können, dass Hepatitis B in China durch Akupunktur verbreitet wird?

  19. #19 MoritzT
    30. März 2010

    pogobi, es tut mir aufrichtig leid, dich so lang allein gelassen zu haben mit diesen Irren hier. Hab versucht, beim Marcus Anhäuser den rop argumentativ zu fressen – was, glaub ich bei aller Bescheidenheit, ganz gut funktioniert hat.

    Deine Einwände vom 08.03. um 16.23 sind allesamt stimmig. Wie immer löst eine einigermaßen ordentliche Studie ein Rätsel nicht. Ausdrückliche Zustimmung verdient der letzte Absatz des genannten Posts, ich stell ihn (für die Faulenzer, die nicht scrollen wollen) hier nochmal rein:

    Kommen wir nun zum problematischten Thema: Wieso wirkt Akupunktur besser als eine medikamentöse Behandlung? Traurige Wahrheit: gegen chronische Schmerzen gibt es keine wirkliche Behandlung abgesehen von Schmerztabletten. Hat man Schmerzen ohne Ursprung, helfen als Riesenhammer in manchen Fällen Psychopharmaka, aber das sollte auch nicht der Sinn der Sache sein.
    Das effektivste (da invasivste) Placebo ist in diesem Fall sogar eine Scheinoperation. Das ist auch der Grund, dass ich langsam mantrahaft wiederhole: “wenn ich einen wissenschaftlich unbescholtenen Freund habe, der an Migräne leidet, empfehle ich ihm auch mal Akupunktur. Bei Migräne ist die psychische Komponente stark. Aber wie gesagt, nur als Placebo dazu.”
    Was wir brauchen, ist nicht eine Stärkung der esoterischen Medizin, wir brauchen vielmehr eine Versorgung an Placebos und psychologischer Ausbildung für Ärzte. Es ist traurig, dass man als Arzt verpflichtet hinzufügen muss, dass ein verschriebenes Placebo keine Wirkung hat. Ein Arzt mit homöopathischer Ausbildung muss das nicht tun. Alternativ schickt ein Arzt seinen Patienten zur Akupunktur und muss paradoxerweise NICHT darauf hinweisen, dass der Effekt nur ein Placebo sein kann (bewusster Konjunktiv aufgrund unserer Diskussion hier).
    Das ganze System ist hier ein Problem.

    Ich würde noch hinzufügen, auch zur Provokation von rops Widerspruch, dass es bei den genannten Schmerzsyndromen in vielen Fällen um die emotionale Konnotation des Schmerzes geht, die mit herkömmlichen Mitteln kaum zu beeinflussen ist. Außerdem gibt es bei überzufällig vielen Schmerzpatienten einen auffälligen sekundären Krankheitsgewinn – sie profitieren von ihrer Krankheit auf eine Weise, die eine Gesundung nicht sinnvoll erscheinen lässt. Psychodynamisch hochspannend, und medikamentös mit größter Wahrscheinlichkeit nicht fassbar!

  20. #20 michael
    30. März 2010

    @ MoritzT
    > – sie profitieren von ihrer Krankheit auf eine Weise, die eine Gesundung nicht sinnvoll erscheinen lässt. < Kannst Du das mal etwas erläutern ? Ich hab zwar mal davon gehört, dass das Gehirn sich einen Schmerz merken und zu einem späteren Zeitpunkt wieder 'abspielen' kann, aber wie man von einem chronischen Schmerz profitieren kann ???

  21. #21 michael
    30. März 2010

    Ok, aber zuerst Begriffsklärung: primärer und sekundärer Krankheitsgewinn sind im eigentlichen Sinne Konzepte aus der Psychoanalyse. Das Konzept des primären Krankheitsgewinns ist in diesem Sinne auch nur auf dissoziative Störungen (früher Konversionsneurosen genannt) anwendbar: auf die psychogene Gangstörung etwa. Die Idee von den Psychoanalytikern war, dass Menschen ihren intrapsychischen Konflikten durch ihre körperliche Symptomatik – die wohlgemerkt unbewusst entsteht – ausweichen. Wer also eine psychogene Gangstörung hat, der ist nicht körperlich krank, sondern weicht diesem gedanklichen Konzept zufolge seinen intrapsychischen Konflikten aus. Das funktioniert natürlich nur, wenn es leichter ist, die körperlichen Symptome zu tragen als die intrapsychischen Konflikte zu lösen.

    In Ergänzung dazu steht der sekundäre Krankheitsgewinn, der darin besteht, dass an kranke Menschen eine gewisse Rollenerwartung geknüpft wird. Sie haben z.B. Anspruch auf körperliche und geistige Schonung und Mitleid, aber eigentlich auch die Pflicht, alles zu tun, was ihrer Genesung förderlich ist. Manche Patienten, und hier insbesondere die, die aufgrund hoher psychischer Anforderungen erkrankt sind, empfinden – mehr oder weniger unbewusst – die Vorzüge der Rolle Patient als große Entlastung und fürchten sich vor dem Verlust dieser Privilegien. Klingt nun zynisch, wenn man so über schmerzgeplagte Menschen spricht; ich denke, dass es aber schon vorstellbar ist, dass man sich lieber länger als kürzer krankschreiben lässt, wenn die Situation in der Arbeit psychisch belastender ist als die Leiden.

    Es geht also logischerweise (auch wenn rop das immer für unmöglich hält) darum, das Leben zu ändern – krank zu sein ist ein gesellschaftlich akzeptierter und möglicher Ausweg. Dass die zugrundeliegenden Probleme, nämlich die enorme psychische Belastung nicht gelöst wurde, ist aber problematisch.
    Mit dem Thema kann man ganze Vorlesungsreihen organisieren … also, wenns zu unklar war, einfach nochmal fragen.

  22. #22 michael (und nicht MoritzT)
    30. März 2010

    @MoritzT

    1. verwende als Absender bitte nicht meinen Namen.

    2. Ich habs verstanden. Ich kenne Leute, bei denen körperliche Störungen verschwanden, nachdem sie in eine andere Umgebung kamen, bezweifle aber, dass sie diese Störungen als ‘Gewinn’ emfanden, und auch Leute, die einen ‘sekundärer Krankheitsgewinn’ hatten.

    3. Aber diese Aussage kannst Du ruhig noch erläutern:

    > Außerdem gibt es bei überzufällig vielen Schmerzpatienten einen auffälligen sekundären Krankheitsgewinn < Wie kommt man auf das 'überfällig zuviel' ?

  23. #23 MoritzT
    31. März 2010

    1. sorry, Lapsus meinerseits

    2. Naja, Dein Beispiel trifft nun leider auf keines von beidem zu; eine neue Umgebung ist einfach oft die Lösung – weil die den therapierefraktären Schmerzsyndromen zu Grunde liegenden (oder schmerzverstärkenden) Ursachen einfach sehr oft auch im sozialen und beruflichen Umfeld zu finden sind.

    Deine Zweifel sind unbegründet: primärer und sekundärer Krankheitsgewinn sind in erster Linie unbewusste Prozesse. Man sucht sich das nicht bewusst aus. Der Begriff ist einem psychoanalytischen Konzept entnommen und ausdrücklich nicht gewählt worden, um leidenden Menschen zu unterstellen, dass sie sich asozial verhielten. Der primäre Krankheitsgewinn ist bei körperlichen Erkrankungen ohnehin meist so schwach ausgeprägt, dass der eigentlich nur in der Psychosomatik und Psychiatrie noch eine größere Rolle spielt.
    Man muss sich wirklich deutlich machen, dass Menschen in aller Regel gerade nicht krank spielen oder sich der Gesundung aktiv widersetzen und ihre Erkrankung bewusst als Gewinn wahrnehmen (gibts auch, und zwar als Münchhausen- und Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, ist aber wirklich sehr selten). Wenn aber beispielsweise Rücken- oder Knieschmerzen dazu führen, dass man sich der belastenden Situation oder dem Mobbing in der Arbeit nicht mehr aussetzen muss, dann wird man der Genesung und dem Ende der Krankschreibung eher mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Und manchmal ist die Angst vor dem Mobbing und der psychischen Belastung so groß, dass es (UNBEWUSST!!) dazu kommt, dass eine Symptomverstärkung eintritt. Man hofft also mehr oder weniger unbewusst, der belastenden Situation aus dem Weg gehen zu können, indem man die Rollenprivilegien des Kranken weiter beansprucht. Das geht aber nur, wenn man die Symptomatik und den Leidensdruck aufrecht erhält: es würde ja sonst unglaubwürdig. Das klingt jetzt alles unglaublich falsch und berechnend, ist aber ausdrücklich KEIN in erster Linie bewusster Prozess! Das ist wie das Bauchweh, das Kinder oft angeben, wenn sie Angst haben: sie haben sehr oft keine organischen Probleme, haben aber gelernt, dass kranke Kinder mit Bauchweh geschont werden.

    Man kann sich also, wie man nun will und welcher Schule man sich zugehörig fühlt, psychodynamisch oder verhaltenstheoretisch erklären, wie es zum sekundären Krankheitsgewinn kommt. Ich persönlich halte das Konzept aus meiner geringfügigen Erfahrung für sehr brauchbar, weil es den Blick auf die Begleitumstände der Entstehung einer Erkrankung erweitert.

    3. Von der ulkigen Wortverdrehung im Zitat mal abgesehen: Persönliche Erfahrung, also anekdotisch, glauben Nicht-Mediziner praktisch nie (auch das ist eine anekdotische persönliche Erfahrung ohne repräsentativen Wert). Ich glaub trotzdem, dass ich Recht hab. Wenn ich über eine Literaturstelle stolpere, geb ich Bescheid. Wenn hier jemand anders über eine Stelle stolpert, bitte auch Bescheid geben.

    … und, so viel sei erlaubt zu sagen: sekundärer Krankheitsgewinn ist nicht, was man sich durch schlechten Lebenswandel und Faulheit holt, sondern ein Ausdruck einer getarnten Belastung, die eruiert werden muss!

  24. #24 rop
    31. März 2010

    @michael

    MoritzT macht so viele schwerverständliche Sprüche weil er keine Ahnung hat wie man Schmerzen effektiv behandeln kann, und weil er keine Ahnung hat dann zitiert er das gelaber anderer die auch sehr wenig dagegen unternehmen können.
    Sich vertrackt ausdrücken vermittelt oft das Gefühl bei Anfänger dass da etwas noch versteckt ist im Schmerz was nur noch mit eine komplizierte Sprache zu erklären ist. Genau genommen ist nur Ignoranz und die Zeche bezahlt der Armer Teufel der seine Schmerzen solcher Ingnoranten anvertraut.
    Der Körper verlangt nur die Erleichterung seiner Anspannung um sich vom Schmerz zu erholen. Wenn die Ursache der Anspannung alt ist umso besser weil der Psychischer Inhalt lässt sich zusammen mit der Verspannung auflösen. Wenn die Ursache aktuell ist dann wird es schwieriger weil die Verspannung immer noch als Schutz aufrecherhalten wird.
    Das ist umgefähr alles was die Theorie betrifft. Der Rest ist können. MoritzT versteht offensichtlich von beiden sehr wenig.

  25. #25 pogobi
    1. April 2010

    @MoritzT:
    Siehst du? Mit rop diskutieren macht (keinen?) Spaß, er ist wie ein übel gelaunter Chatbot. “Ihr seid alle nur dumm!”
    Deinem an mich gerichteten Beitrag kann ich eigentlich nur zustimmen und somit bleibt mir für die Diskussion hier leider nichts mehr. Lets agree to agree!

  26. #26 MoritzT
    1. April 2010

    Übel gelaunter Chatbot … das wär doch mal was! Den programmieren wir und dann lassen wir ihn in einem HP-Forum rumblödeln. Oder hier als advocatus diaboli … und nennen ihn ropzwo oder W. Alfert

  27. #27 Der Heilender
    1. April 2010

    @alle
    ich persönlich bin kein großer freund von “Studien” lesen, weil kenn mich nicht so damit aus. Das sich “viele” (nicht die meisten & schon garnicht alle) durch Akkupunktur geholfen vorkommen, damit kann ich auch noch leben.
    Aber nicht mit ihrer begründung wie: …der Meridian des Dreifach-Erwärmers, blockaden des chi´s etc…
    WAS FÜR ´N SCHEISS…

    ..es kann nur einen geben

  28. #28 wolfgang
    19. April 2010

    Ja und da gibts auch noch einen Ausbruch einer Infektion in Zusammenhang mit Akupunktur.

    http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-2334-6-6.pdf

    Diesmal Mycobaterien.

    Also vielfache Infektionsrisken bei Akupunktur bei nicht belegter Wirksamkeit.
    Und immer noch keine Antwort auf die Frage, ob über die Infektionsrisken aufgeklärt wird und auch dass keine Wirksamkeitsbelege vorliegen, wie man so woanders sehr wohl verlangt.

  29. #29 Arne
    19. April 2010

    Ich habe auch nie an Akkupunktur geglaubt, bis ich einen bei mir immer wieder auftretende Zerrung der Rückenmuskulatur, die mich normalerweise sportlich für Wochenlahmlegte, durch Akkupunktur behandeln lassen habe. Das war aber auch bei einem alten koreanischen Meister in Seoul…aber nach 2 Tagen, waren de Schmerzen und die Zerrung wie weggeblasen!

    Uni-Kontakt: Freie Universität Berlin, Institut für Management

    Firmenkontakt: Linara – häusliche Pflege