Wo ist der wilde Affe, der mich eben gebissen hat? Hab’ ich denn aus vergangenen Kommentarschlachten nichts dazu gelernt? Um ehrlich zu sein: nö. Und wenn in der aktuellen Ausgabe von Rheumatology ein Artikel erscheint, der den sehr ausführlichen Titel trägt Homeopathy has clinical benefits in rheumatoid arthritis patients that are attributable to the consultation process but not the homeopathic remedy: a randomized controlled clinical trial , dann muss ich dazu einfach ein paar Worte verlieren. Obwohl der Titel des Beitrags eigentlich schon alles sagt: Homöopathie wirkt zwar nicht, aber durch die Tatsache, dass den Patienten – die sowieso schon eine konventionelle Arthritis-Therapie erhalten – jemand (in diesem Fall der Homöopath) zuhört, verbessert sich deren Zustand. Trotzdem würde ich alle Hüte, die ich besitze, darauf verwetten (kein großer Einsatz, zugegeben – es sind nur zwei Baseballkappen), dass just dieses Paper schnell zum Kanon der Homöopathie-Rechtfertiger zählen wird – es ist peer-reviewed, doppelt verblindet, in einem angesehenen Fachjournal, kurz: alles, was bisherigen H-Papern immer fehlte.

Obwohl man sich schon sehr anstrenegen muss, den Beitrag in diesem Sinn auszuschlachten. Denn begleitend zu diesem Artikel, für den Sarah Brien von der Complementary & Integrated Medicine Research Unit der University of Southampton verantwortlich zeichnet, ist in Rheumatology auch ein Artikel von Edzard Ernst erschienen, der noch einmal klar betont, dass die Erkenntnisse der Southampton-Studie nicht – wie man aus dem Paper selbst heraus lesen könnte – irgend etwas Spezifisches zur “Behandlung” mit homöopathischen Mitteln und Methoden gefunden hat, sondern letztlich nur den Nutzen eines einfühlsamen Umgangs mit Patienten betont:

I therefore suggest that we avoid unnecessary complications and take the results of Brien et al. at face value. Homeopathic remedies are ineffective and empathetic therapeutic encounters are helpful. So, we should discard the ineffective and adopt the helpful.

Die Hervorhebung ist von mir, aber mehr muss man dieser Aussage eigentlich gar nicht hinzu fügen – klarer geht’s nicht mehr.

flattr this!

Kommentare (317)

  1. #1 Andrea N.D.
    23. November 2010

    Dass und wie der Hoppe auf den Zug aufgesprungen ist, hat mir die Sprache verschlagen. Seine hochwissenschaftliche Begründung war, dass es bei seinen Enkeln helfe, wenn ihnen schlecht werde. Mir ist auch schlecht.

    So komme ich wieder zu meinem bereits genannten Fazit: Es wird nichts anderes helfen, als über Jahrzehnte diese Stümper und Betrüger zu bezahlen und zuzulassen und wenn sie dann gescheitert sind endlich ad acta legen zu können. Was eine Verschwendung von Energie und Ressourcen, anstatt die angehenden Ärzte und Ärztinnen zu verpflichten im psychosomatsichen Bereich (oder von mir aus im Zuhören) Extrasemester zu belegen.

    Seufz. Ich bin ein so toleranter Mensch. Jede kann tun und glauben, was sie will. Aber wieso muss ich sinn- und nutzlose H.-Behandlungen bezahlen oder Milliarden im zweistelligen Bereich für die Kirche, nur weil meine Mitmenschen glauben wollen? Können die das nicht ein bisschen günstiger für mich und die Allgemeinheit tun?

  2. #2 noch'n Flo
    23. November 2010

    Nachtrag zu meinem Kommentar von heute 12:20 Uhr:

    Ich war da wohl etwas voreilig. Den Bachelor in Medizin wird es zwar tatsächlich geben, aber er berechtigt nicht zur ärztlichen Tätigkeit, sondern nur zu “allen Tätigkeiten im Bereich der Medizin, ausser der kurativen” (was auch immer das dann sein soll).

    Das hat wohl der Kollege Hoppe genauso missverstanden, wie diverse Medien, weswegen eine Richtigstellung des Wissenschaftsrates erfolgte:

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/629759/wissenschaftsrat-stellt-baek-darstellung.html?sh=1&h=-398630946

    Was aber sagt uns dies (auch in Verbindung mit seinen Aussagen zur AM) über den Präsidenten der Bundesärztekammer? Hmmm…

  3. #3 pogobi
    24. November 2010

    @Andrea N.D.: Exakt.

  4. #4 Ireneusz Cwirko
    24. November 2010

    Es schein sich unter Scienceblogers ein Zusammenschluss von echt seltsamen Typus der Menschen gefunden zu haben, bei dem eine Diskrepanz zwischen den realen Taten und ausgesprochenen Absichten kaum noch größer sein könnte.

    Diejenigen die so mit vollem Einsatz die Homöopathie verteufeln seien gleichzeitig wie die sprichwörtliche chinesische drei Affen, taub stumm und blind wenn es um die Schamanismus innerhalb der Schulmedizin (bzw. Unwissenschaft) geht. Es ist doch nicht so lange her als die gleichen Leute die heute die Homöopathie beschimpfen bei der Behandlung von Ulcus ventricul keine Hemmungen gehabt haben die Betroffenen mit schwermentalen zu vergiften oder Alkalose zu verursachen von solchen Grausamkeiten wie Magenentfernung oder Trennung von Nervenbahnen ganz zu schweigen. Wo war den die wissenschaftliche Methode damals versteckt, wo waren es die Studien die Wirksamkeit bestätigen sollten.

    Ich muss ehrlich sagen von diesen beiden Vertreter der Schamanismus par excellence ist mir die Homöopathie doch lieber, es wirkt vielleicht nicht aber es ist mindestens nicht so Menschenverachtend wie Schulmedizin.

  5. #5 noch'n Flo
    24. November 2010

    @ IC:

    Du übersiehst einen ganz wichtigen Punkt: die Schulmedizin hat sich wenigstens weiterentwickelt – eben weil der Wunsch da war, bessere und für den Patienten angenehmere Verfahren zu entwickeln.
    Die Homöopathie verharrt seit 200 Jahren auf der Stelle. Kritische Reflexion und Weiterentwicklung unerwünscht.

    Wem willst Du glauben: dem, der sagt “Ich weiss alles, ich kann alles, niemand darf mich in Frage stellen”, oder dem, der sagt “Ich weiss nicht alles, ich kann auch nicht alles, aber ich gebe immer mein Bestes und bemühe mich, immer mehr zu wissen und zu können”? (Solltest Du tatsächlich Ersterem glauben wollen, bist Du tatsächlich so strohdumm, dass sich wohl jegliche weitere Diskussion erübrigt.)

  6. #6 miesepeter3
    24. November 2010

    @noch`nFlo

    “Du übersiehst einen ganz wichtigen Punkt: die Schulmedizin hat sich wenigstens weiterentwickelt – ….”

    Ja, hat sie unzweifelhaft. Bedauerlicherweise auch, was die Unmenschlichkeit angeht.
    Irgendwer hat mal hier irgendwo und irgendwann kommentiert, dass h e u t z u t a g e die Medizin Sterbenden bei lebendigem Leibe das Herz herausreißt. Dass man die “Spender” als hirn t o t bezeichnet, ist wohl das Feigenblatt, dass man sich noch nicht traut, fallenzulassen.
    Bei aller Abgedrehtheit, ein Eso hat sowas noch nicht gebracht.
    Und wenn man sich die ganz schlimmen Vorfälle anguckt, die sich unter dem Mäntelchen “alternativ” verstecken, sind es meist Mediziner, die da ganz abstruse Dinge praktizieren. Auch nicht menschenfreundlicher, aber das waren sie ja von vornherein nicht anders gewohnt.

  7. #7 tomtW
    24. November 2010

    @IC

    “schwermentalen”

    Legasthenicum D100 oder eine unterschwellige Implikation?
    *kicher*

  8. #8 noch'n Flo
    24. November 2010

    @ miesepeter3:

    Irgendwer hat mal hier irgendwo und irgendwann kommentiert, dass h e u t z u t a g e die Medizin Sterbenden bei lebendigem Leibe das Herz herausreißt. Dass man die “Spender” als hirn t o t bezeichnet, ist wohl das Feigenblatt, dass man sich noch nicht traut, fallenzulassen.

    Ja, so etwas nennt man Organspende, die meisten Spender entschliessen sich zeitlebens freiwillig dazu (ich habe auch einen Spenderausweis, meine Frau ebenso), und die Empfänger der Organe sind sehr glücklich, weil ihnen ein neues Leben geschenkt bzw. ein Leben abseits der Apparatemedizin ermöglicht wird (z.B., wenn man durch eine Nierentransplantation von der Dialyse wegkommt – dafür muss der Spender übrigens nicht einmal tot sein). Wenn Du sterbenskrank wärst, würdest Du Dich auch über ein Spenderorgan freuen, das Dir das Überleben ermöglicht.

    Bei aller Abgedrehtheit, ein Eso hat sowas noch nicht gebracht.

    Weil sie allesamt zu dämlich sind. Und weil ihr ganzer Esokram nicht funktioniert.

    Und wenn man sich die ganz schlimmen Vorfälle anguckt, die sich unter dem Mäntelchen “alternativ” verstecken, sind es meist Mediziner, die da ganz abstruse Dinge praktizieren.

    Also ich habe schon eine ganze Reihe Nichtmediziner getroffen, die unter dem Deckmäntelchen des Heilpraktikers ihren Schwachsinn praktizierten – da war weitaus Schlimmeres dabei, als bei den meisten Ärzten. Die wissen wenigstens meistens noch, wann die AM am Ende ist und man doch besser schulmedizinisch behandelt.
    O.K., ein guter Zuverdienst ist es (bei den permanenten Honorarkürzungen für niedergelassene Ärzte) auch.

  9. #9 miesepeter3
    24. November 2010

    @noch`nFlo

    “…die meisten Spender entschliessen sich zeitlebens freiwillig dazu…”

    Nö, eben nich! Die meisten Spender können nicht mehr gefragt werden nach entsprechend schweren Unfällen. Da werden dann die Hinterbliebenden Familienangehörigen bearbeitet, und zwar so suggestiv, wie es in jedem Gerichtsverfahren zu recht verboten ist.
    Und ich rede auch nicht von den eher harmlosen Heilpraktikern, sondern von den Medizinern, die z.B. aus Gründen der besseren Verkäuflichkeit ihrer obskuren Mittelchen krebskranke Kinder als “geheilt” auf diversen Veranstaltungen herumreichen. Diese Beispiele gibt es leider viele.

  10. #10 noch'n Flo
    24. November 2010

    @ miesepeter3:

    Und ich rede auch nicht von den eher harmlosen Heilpraktikern, sondern von den Medizinern, die z.B. aus Gründen der besseren Verkäuflichkeit ihrer obskuren Mittelchen krebskranke Kinder als “geheilt” auf diversen Veranstaltungen herumreichen. Diese Beispiele gibt es leider viele.

    O.K., dass diese Leute zu verachten sind – da sind wir uns ja endlich einmal einig. Vor allem, wenn sie ihren Doktortitel missbrauchen, um dem Ganzen mehr “Seriosität” zu verleihen.

  11. #11 segeln141
    24. November 2010

    ich habe jetzt eine mail-adresse von Prof.Hoppe und werde ihm zu seinen Äußerungen im “SPIEGEL” und in der Ärztezeitung einen Kommentar senden.

    Da ich ihm in einem höflichen Ton schreiben will,dauert es noch eine Zeit,bis ich diesen Ton zu seinen unsäglichen Aussagen gefunden habe.

    Meinen Kommentar zu ihm werde ich hier einstellen und über seine Reaktion berichten.

    Da seine Reaktion,wenn sie denn erfolgt,nicht öffentlich ist ,kann ich sie nicht einstellen,sondern nur darüber berichten.

  12. #12 segeln141
    24. November 2010

    @noch`nFloh

    verschwende doch nicht Deine guten Kommentare für die Trolls miesepeter und IC !

    “Perlen vor die….” !

  13. #13 Kuchlbacher Rudolf
    24. November 2010

    @ IC

    Es ist doch nicht so lange her als die gleichen Leute die heute die Homöopathie beschimpfen bei der Behandlung von Ulcus ventricul keine Hemmungen gehabt haben die Betroffenen mit schwermentalen zu vergiften…

    ad Ulcus ventriculi:

    Bei Wikipedia liest sich dazu:

    Die früher übliche operative Therapie (z. B. Magenteilresektionen nach Billroth) ist in den letzten Jahren von effektiven medikamentösen Behandlungen verdrängt worden und heute nur noch bei Komplikationen notwendig.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Magengeschw%C3%BCr

    Klären sie mich auf: “Es-ist-doch-noch-nicht-so-lange-her-dass-…-Sätze” sind ein Beleg wofür?

    ad Schwermetalle (schwer Mentale?)

    http://www.hom-gmunden.com/pdf/artikel.pdf

  14. #14 miesepeter3
    24. November 2010

    @segeln141

    Kritiker von gängigen Organentnahmehandlungen sind also S…..?
    Ziemlich bezeichnende Geisteshaltung!

  15. #15 KeiSaturne
    24. November 2010

    Wo liegt das Problem bei der Organentnahme? JEDER kann dieser zu Lebzeiten widersprechen – wenn er es nicht tut, ist er selber Schuld. Zumal man in D sich ja sowieso mit einem Ausweis erst einmal bereiterklären muss bzw. auf diesem widersprechen kann, und nur wenn dieser nicht vorhanden ist, werden die Angehörigen gefragt. Und wenn diese die Meinung/Einstellung des Opfers nicht kennen, dann wird in einem Gespräch versucht, sie zu überzeugen…
    @miesepeter: Wie viele Leute kennen Sie denn, die so suggestiv bearbeitet wurden?

  16. #16 miesepeter3
    24. November 2010

    @KeiSaturne

    “@miesepeter: Wie viele Leute kennen Sie denn, die so suggestiv bearbeitet wurden? ”

    Wenige, wahrscheinlich zu wenige für eine allgemeingültige Aussage.

    Aber ich kenne den Arzt, der an unserer Uni-Klinik für diese Gespräche zuständig ist. Und dem glaube ich.

  17. #17 KeiSaturne
    24. November 2010

    Das ist schön für Sie, ich kenne allerdings ebenfalls einige ärzte aus verschiedenen Kliniken, die mir bei einer hitzigen Diskussion glaubwürdig versichern konnten, dass es zwar einige schwarze Schafe geben mag, ein “Bearbeiten” der Angehörigen hätten sie aber noch nicht miterlebt und sei dementsprechend definitv die Ausnahme… und wie gesagt, es KANN jeder, der wirklich ein Problem mit einer Organspende hat, sich dieser einfach durch dieses Pappkärtchen verweigern.

  18. #18 BreitSide
    24. November 2010

    @KeiSaturne: verschwende Deine guten Argumente nicht als Trollfutter an Miese. Obwohl wir immer was draus lernen können:-)

  19. #19 noch'n Flo
    24. November 2010

    Das mit dem “Bearbeiten” der Angehörigen findet man immer wieder in TV-Arztserien. Wenn miesepeter3 dies für die Wirklichkeit hält…

  20. #20 Ireneusz Cwirko
    24. November 2010

    @Kuchlbacher Rudolf
    “Klären sie mich auf: “Es-ist-doch-noch-nicht-so-lange-her-dass-…-Sätze” sind ein Beleg wofür?”

    Es ist ein Beleg, dass man zwar die Magengeschwüre zum Glück und dank Hartnäckigkeit von zwei Forscher (leider eine zu seltene Ausnahme) jetzt heilen kann. Aber diese Geschichte zeigt doch auch Eindeutig wie heutige Wissenschaft verlogen und dumm ist. Es soll zeigen, dass Vieles was heute als bewiesen gilt sich schon Morgen als reine Schamanismus entpuppen wird. Die Haltung von solchen Leuten wie BlödSide und die Zustimmung durch schweigen zu diese Haltung durch die Mehrheit der Unwissenschaftler ist eine Schande.

  21. #21 BreitSide
    24. November 2010

    Letztens hat ein allgemein als kluger Kopf Bezeichneter (war es Geißler?) eine dritte Lösung angeboten: die “Entscheidungslösung”.

    Danach müsste jeder sich entscheiden, ob er sich teilrecyclen lassen will. Ohne “vielleicht”.

    Ob er dann gleich “tit for tat” meinte, also dass ein Spendeverweigerer auch keine Organe erhält, weiß ich nicht. Konsequent wäre es.

    Ich muss gestehen, dass ich auch einige Anläufe brauchte bis zu meinem ersten Spenderausweis. Und für die Knochenmarktypisierung brauchte es auch einen Leukämiefall im Nachbarkaff.

    Jetzt ist der Käs gegessen und sie können alles wiederverwenden. Wie sagte doch der hochgewachsene singende Filosof mit der rumänischen Warze: “Und wenn ich gehe, geht nur ein Teil von mir…”

    Passend zum Thema:


    http://www.youtube.com/watch?v=M-aa7TaAshE&feature=related

  22. #22 BreitSide
    24. November 2010

    Au, der Irre C. Wirrkopf hat wieder zugeschlagen. Irgendwo hat er wohl einen Vorrat Trollfutter gefunden und gleich geplündert. Kennt keiner einen Spezialisten für solche Fälle?

  23. #23 segeln141
    24. November 2010

    @BreitSide

    Wir alle können Spezialisten für solche Fälle sein:

    we don`t feed the trolls

  24. #24 BreitSide
    24. November 2010

    Hast Recht, da zeigten grad wieder 3 Finger auf mich zurück…:-)

  25. #25 S.S.T.
    24. November 2010

    @IC

    …und dank Hartnäckigkeit von zwei Forscher (leider eine zu seltene Ausnahme)

    Erfolgreiche Forscher sind regelmäßig ziemlich hartnäckig. Hartnäckigkeit ist zwar keine hinreichende, aber üblicherweise eine notwendige Bedingung für einen Erfolg.

    Und was “Unwissenschaftler” angeht, Ihre eigene Nase ist Ihnen immer noch am nächsten.

  26. #26 noch'n Flo
    24. November 2010

    @ IC:

    Es soll zeigen, dass Vieles was heute als bewiesen gilt sich schon Morgen als reine Schamanismus entpuppen wird.

    Und die AM hat sich schon gestern als reiner Schamanismus entpuppt.

  27. #27 Kuchlbacher Rudolf
    24. November 2010

    @ IC

    und kein Kommentar zu meinem zweiten link? naja…. vielleicht besser so

  28. #28 S.S.T.
    24. November 2010

    @ IC
    und kein Kommentar zu meinem zweiten link? naja…. vielleicht besser so

    Tja, liegt ihm wohl ein wenig schwer im Magen. Vor allem, wenn man als “Unwissenschaftler” nichts besseres vortragen kann.

  29. #29 Ireneusz Cwirko
    24. November 2010

    @KR
    was soll ich dazu sagen? Vielleicht ist dass nur ein Fall für einen Staatsanwalt?

  30. #30 Ireneusz Cwirko
    24. November 2010

    @noch’n Flo
    “Und die AM hat sich schon gestern als reiner Schamanismus entpuppt.”

    Ich bestreite es nicht. Ich bin aber der Meinung, dass für ein reines Hokuspokus hält sich die Homöopathie erstaunlich Lange. Und ich glaube nicht dass die Menschen so dumm sind um es nicht durchzuschauen. Besonders wenn man berücksichtigt, dass die besonders dummen schon längst in die Unwissenschaft, Politik und zu den Banken gegangen sind. Das bedeutet der Rest muss also relativ rationell denken können.

    Deswegen mein Versuch hinter diesem ganzen Hokuspokus nach eine Erklärung zu suchen die ausreichend oft für ein Erfolgserlebnis sorgt.

  31. #31 segeln141
    24. November 2010

       

    Deswegen mein Versuch hinter diesem ganzen Hokuspokus nach eine Erklärung zu suchen die ausreichend oft für ein Erfolgserlebnis sorgt.

    Das war offensichtlich zu schwer für Dich :

       

    segeln141· 21.11.10 · 15:31 Uhr

    @IC

    Das die Homöopathie… Bestand hat und sogar den Zulauf der Patienten erlebt, muss also ein Grund haben

    Der Grund ist simpel:

    Nach Umfragen nehmen ca.60% der Bevölkerung Homöopathika.

    Demnach in D etwa 45 millionen.

    Bei einer Selbstheilungstendenz von 70-80% der Erkrankungen insgesamt erleben etwa 35 Millionen eine Heilung,die dann im post-hoc-ergo-propter-hoc -Fehlschluss den Homöopathika zugerechnet werden.

    Diese Leute sagen dann “mir hat es geholfen” und dieses Totschlagargument wird nicht hinterfragt(was denn eigentlich geholfen hat).

    Somit verbreiten ca.35 Millionen die Meinung HP hilft.

    Gute,preiswerte und authentische (persönliche Erfahrung) PR für HP.

    Hier kannst Du dieses und andere Totschlagargumente hinterfragen:

    http://www.patientenfragen.net/alternativmedizin-kritisch-betrachtet/argumente-homoeopathie-hp-deren-betrachtung-t25859.html

  32. #32 Ireneusz Cwirko
    24. November 2010

    @segeln141
    “Bei einer Selbstheilungstendenz von 70-80%”

    Das weiß ich. Im Umkehrschluss muss der Erfolg von Schulmedizin bei 99,99% liegen wenn man die die Chirurgie Zahnmedizin, Impfungen und Antibiotika berücksichtigt.
    Die Menschen handeln meistens rationell und orientieren sich nach dem Prinzip größte Nutzen bei minimalen Koste.
    Würde aber bedeuten dass sie das Nutzen ignorieren weil die Kosten der Behandlung (das Risiko das ganze mit dem Leben zu bezahlen) für sie zu groß ist.

    Kein wunder bei 30000 Toten durch fehlende Hygiene ist fast jede Bürger persönlich betroffen.

  33. #33 segeln141
    24. November 2010

    @IC

    hier geht es dann weiter:

    http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2010/11/studie-homoopathie-hilft-aber-sie-wirkt-nicht.php#comment161803

    aber Achtung,wiederum sehr schwer!

    Nimm vorher LegasthenikumC100

  34. #34 noch'n Flo
    24. November 2010

    @ IC:

    Und ich glaube nicht dass die Menschen so dumm sind um es nicht durchzuschauen

    .

    Doch!

    Besonders wenn man berücksichtigt, dass die besonders dummen schon längst in die Unwissenschaft, Politik und zu den Banken gegangen sind.

    Und dort dafür gesorgt haben, dass HP & Co. einen Anstrich von Seriosität bekommen haben.

    Das bedeutet der Rest muss also relativ rationell denken können.

    Nö! Sieht man ja an Dir.

    Kein wunder bei 30000 Toten durch fehlende Hygiene ist fast jede Bürger persönlich betroffen.

    Du hast übrigens bisher immer noch nicht gesagt, worauf sich diese Zahl bezieht (Berlin, Bayern, Belgien oder was?), und bist uns auch noch eine Referenz schuldig.

  35. #35 michael
    24. November 2010

    Er wird vielleicht das gelesen haben (~ 600.000 Infektionen ~ 40.000 Tote bezogen auf D):

    http://www.n-tv.de/wissen/600-000-Erkrankungen-jaehrlich-article1339306.html

  36. #36 Ulrich
    25. November 2010

    Noch eine Frage an die Mediziner hier. Wie seht ihr das eigentlich mit Akkupunktur? Die wird mittlrweile auch für alles und jedes versucht zu nutzen. Die soll ja angeblich von der “TCM” kommen die es ja auch so in der Form nicht gibt(?). Angeblich soll es während der Kulturrevolution zu dramatisch schlechter Untervorsorgung von Medizinern auf dem Land gekommen sein, so dass Mao in einer “Schnellkurs” ein Leute zu Medizinern ernannt hat (heutzutage würde man die wohl Heilpraktiker nennen?) und diese mit den Nädelchen ausgeschickt hat. So, was ist also jetzt mit den Körpermedianen und den Akkupunkturpunkten? Irgendwie wirken tut das wohl auch? Placebo, oder doch mittlerweile anerkannt?

    Gruß Ulrich

  37. #37 miesepeter3
    25. November 2010

    @Ulrich

    “Placebo, oder doch mittlerweile anerkannt?”

    Anerkanntes Placebo, was sonst?

  38. #38 noch'n Flo
    25. November 2010

    @ Ulrich:

    In diversen Studien konnte für die Akkupunktur bislang kein Effekt nachgewiesen werden, der über den Placebo-Effekt hinausginge. Man muss allerdings auch wissen, dass das, was in Europa als Akkupunktur betrieben wird, in vielen Fällen nicht mehr viel mit der chinesischen Urlehre zu tun hat. Vor allem die sog. “Ohrakkupunktur” ist eine europäische Erfindung (als “Weiterentwicklung” des chinesischen Originals).

    Es gibt aber noch einen anderen interessanten Aspekt, der weniger mit der Wirksamkeit, als vielmehr mit der Geschichte der Akkupunktur zu tun hat:

    Als vor Jahren die Gletscherleiche “Ötzi” entdeckt wurde, wunderten sich die Wissenschaftler, warum er am unteren Rücken 4 parallele Linien neben der Lendenwirbelsäule tätowiert hat. Später fiel einem Orthopäden, der auch Akkupunktur praktizierte, auf, dass sich diese Linien genau an der Stelle befinden, an der bei Hüftschmerzen in der Akkupunktur genadelt wird. Und tatsächlich hatte “Ötzi” eine fortheschrittene Hüftgelenksarthrose.

    Was kann man daraus schliessen? Akkupunktur-Befürworter halten es für einen Beweis, dass die Akkupunktur in verschiedenen Kulturen unabhängig voneinander entwickelt wurde.
    Aber wenn Akkupunktur – wie oben dargelegt – nicht wirksam ist, wie konnte dies dann geschehen?
    Es könnte nämlich auch ein Beleg dafür sein, dass das “Wissen” um die Akkupunktur erstens viel älter ist, als bisher angenommen und zweitens die Wege des Wissensaustausch vor tausenden von Jahren bereits viel weiter reichten, als bisher angenommen. Entweder wurde die Akkupunktur tatsächlich in Ostasien entwickelt und fand bereits in der Bronzezeit ihren Weg nach Europa. Oder die Akkupunktur ist in Wirklichkeit in Europa entstanden und dann allmählich nach China gelangt.

    Oder das mit den Linien auf “Ötzis” Rücken und seiner Hüftarthrose ist einfach nur Zufall.

  39. #39 noch'n Flo
    25. November 2010

    Mir fällt gerade auf, dass ich ein zum Verständnis meines letzten Kommentars wichtiges Detail vergessen habe:

    Unter Akkupunkteuren gibt es u.a. die Meinung, dass eine Tätowierung wie eine permanente Akkupunktur dieses Bereiches wirkt.

    Es gibt da auch noch eine weitere interessante Geschichte, die mir einmal ein Akkupunkteur erzählte:
    In Nordamerika gibt es unter den Irokesen bestimmte Stämme, die anscheinend extrem resistent gegen Höhenangst sind. Die Mitglieder dieses Stammes werden deshalb sehr gerne beim Bau von Hochhäusern als sog. “Ironworker” eingesetzt.
    Angeblich bekommen alle heranwachsenden Männer dieser Stämme irgendwann während der Pubertät im Rahmen eines Initiationsritus’ eine Tätowierung an einer bestimmten Stelle unterhalb des rechten Knies. Und genau diese Stelle ist in der chinesischen Akkupunktur als sog. “Meisterpunkt der grossen Gelassenheit” bekannt und soll u.a. bei Ängsten hilfreich genadelt werden können.

    Ich nehme dies erst einmal als nette Anekdote, da ich zwar das seltene Auftreten von Höhenangst bei Irokesen nicht jedoch die Akkupunktur und den Initiationsritus durch Recherche bestätigen konnte. Vielleicht weiss ja jemand von Euch mehr?

  40. #40 cydonia
    25. November 2010

    Also……auch wenn das jetzt blöd rüberkommt: Akupunktur hat nichts mit Akkus zu tun, genau deswegen schreibt es mit einem k! Das, was ihr meint sind Elektroschocks, oder zumindest unterstelle ich das in Zukunft, wenn ichs nochmal mit zwei k lesen muss.
    Und noch zum Thema:
    Es dürfte mittlerweile den meisten bekannt sein, dass der große Vorsitzende Mao im Jahre 1953 auf den Tisch gehauen, und verlangt hat, man möge den Wust an sich widersprechenden Lehren zu Akupunktur und Meridianen doch endlich vereinheitlichen, sonst mache sich eine der ältesten Techniken der TCM weiter lächerlich in den Augen der westlichen Medizin. Gesagt, getan…
    Wer dann aber, mit diesem Wissen ausgestattet, noch glaubt, dass an Akupuntur und Meridianen irgendwas dran ist, ist selber Schuld.

  41. #41 noch'n Flo
    25. November 2010

    @ cydonia:

    Hast ja recht – ich muss wohl auch mal wieder Legasthenie D10 einnehmen…

    Aber wie wäre es einmal mit einer Kombination aus Nadelungen und Elektroschocks?

  42. #42 miesepeter3
    25. November 2010

    @cydonia

    Hab ich das jetzt richtig verstanden? Die Originalakupunktur (oder eben mehrere) wurde auf Anordnung eines Typen, der davon keine Ahnung hatte, verhunzt und das gilt nun als Beweis dafür, dass das nie funktioniert hat?
    Astreine Beweisführung!

  43. #43 Jürgen Schönstein
    25. November 2010

    @noch’n Flo

    Aber wie wäre es einmal mit einer Kombination aus Nadelungen und Elektroschocks?

    Gibt’s auch schon: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektroakupunktur

  44. #44 cydonia
    25. November 2010

    Das wäre dann tatsächlich die moderne Akkupunktur! Allerdings vermute ich, dass sie sich eher zu Folterzwecken als zur Gesundheitsvorsorge eignet…..Moooment….
    Das ist es! Die Chinesen, diese hinterhältigen Schlaumeier, haben eine uralte Foltertechnik dem Westen als hochwirksame medizinische Behandlungstechnik verkauft, und kriiegen sich jetzt gar nicht mehr ein vor Lachen, weil die Europäer sich jetzt selber Foltern. Aber nicht mit mir!
    Beleg gefällig? Ich bin seit vielen Jahren mit einer Chinesin verheiratet: wenn sie Akupunktur hört schmunzelt sie immer verräterisch, allerdings ist sie auch naturwissenschaftlich gebildet. Daran könnte es natürlich auch liegen.

  45. #45 noch'n Flo
    25. November 2010

    @ miesepeter3:

    Nö, es gibt bis heute keine einheitliche Akupunktur-Lehre. Aber diverse unterschiedliche Schulen (chinesische wie europäische) wurden untersucht, und keine konnte bisher einen besseren Effekt erzielen als Placebo.

    @ Jürgen:

    Die Elektroakupunktur kanne ich schon – ich hatte bei meinem Kommentar eher leicht sadistische Gedanken… in Richtung eiserne Jungfrau und Hochspannungsgenerator… ist ja auch nicht so wichtig!

  46. #46 cydonia
    25. November 2010

    Nein miesepeter, als Beweis oder eher Beleg wollte ich das nicht gesehen haben.
    Aber es gibt eben keine Originalakupunktur, sondern sehr viele verschiedene Schulen, die sich in ihren Vorgehensweise derart widersprachen, dass man nicht ernsthaft davon ausgehen kann, dass es irgendwie wichtig ist, wo man welche Nadeln wie tief unter die Haut treibt.
    Was bleibt ist eher sowas wie Massage, mit viel Zeit und viel Zuwendung.
    P.S.: Könnte jemand den köstlichen Werbespot einer (niederländischen?) Versicherungsfirma noch mal verlinken, der ganz klar belegt warum Akupunktur hochgefährlich sein kann?

  47. #47 cydonia
    25. November 2010

    Also, noch’n Flo, die Meridiane wurden Definitiv unter Mao vereinheitlicht, und es sind auch die, die heute in einer TCM-Ausbildung als Grundlage genommen werden!

  48. #48 miesepeter3
    25. November 2010

    @cydonia

    es gibt also unter Akupunkteuren unterschiedliche Ansichten darüber, wo der korrekte Akupunkturpunkt sich tatsächlich befindet. Und das nehmen wir zumindestens als Anhaltspunkt dafür, dass das Pieksen nicht wirkt.
    Wieviele verschiedene “Schulen” gibt es in unserer Medizin, ob und wie irgendwas wirkt, wieviel davon gegeben werden muß oder ob sogar eine Operation nötig ist?
    Ist das auch ein Anhaltspunkt, dass da die Medizin nicht deshalb wirken kann?
    Sozusagen “alte Schule”?

  49. #49 cydonia
    25. November 2010

    miesepeter, bitte!
    So schwer war meine Argumentation nun auch nicht zu verstehen, dass du gleich mit einem dreiviertel Strohmann darauf reagieren musst, oder?
    Eine der wichtigsten Behauptungen der Akupunktur ist, dass man eine jahrelange Ausbildung braucht, um die richtigen Punkte auf den Millimeter genau zu treffen.
    Ob das Pieksen aus ganz anderen Gründen nicht doch irgendwie wirkt, ist eine ganz andere Frage. Da aber selbst die umfangreichsten Untersuchungen keinen Effekt jenseits von Placebo vermuten lassen, bin ich vorerst mit dem Thema durch.
    Und du musst dich nicht nach den Prinzipien westlicher Medizin behandeln lassen. Mach was du willst. Wenn du Akupunktur klasse findest, dann lass dich akupunktieren.
    Nur zwinge mich bitte nicht dazu, dran zu glauben. Ich habe gute Gründe, dem Ganzen skeptisch gegenüber zu stehen.

  50. #50 Bjoern
    25. November 2010

    @segeln141: Ich hätte da mal eine Frage an dich als offensichtlichen Homöopathie-Kenner (und Arzt; deine Artikelserie auf patientenfragen.net fand ich übrigens klasse!).

    In Apotheken bekommt man ja leider inzwischen sehr häufig homöopathische Mittelchen verschrieben (meistens Komplexmittel, die ja laut Hahnemann eh nicht wirken sollen – aber was kümmert’s die Hersteller…). Allerdings enthalten diese sehr häufig nur sehr schwache Verdünnungen einiger Stoffe, nur D1 oder D2.

    Ist von diesen Stoffen in den Pillen also noch genug vorhanden, dass sich da tatsächlich eine medizinische Wirkung einstellen kann – oder ist selbst bei so schwachen Verdünnungen nur noch so wenig von den Stoffen vorhanden (ein paar Milligramm), dass das im Körper nichts ausmacht?