Falls diese Überschrift kryptisch erscheint – sie bezieht sich auf vorangegangene Posts zur Frage, warum Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern oft stark unterrepräsentiert sind (namentlich die Einträge Frauen und Mathe – eine Frage des Wollens, nicht des Könnens, oder … sowie … und am Hirn liegts auch nicht). Ein Artikel über Reducing the Impact of Negative Stereotypes on the Careers of Minority and Women Scientists in der aktuellen Ausgabe von Science zeigt hingegen auf, woran es liegt: An den Stereotypen, die sich – bewusst oder unbewusst, aber das ist letztlich beinahe nebensächlich – in den Hirnen von Mädchen festgesetzt haben und die ihnen suggerieren, dass sie tatsächlich schlechtere Fähigkeiten für Mathematik und Naturwissenschaften haben. (Das dem verlinkten Artikel zu Grund liegende Paper über Reducing the gender achievement gap in college science: A classroom study of values affirmation wurde unter der Federführung des Psychologieprofessors Akira Miyake an der University of Colorado in Boulder verfasst.)

Doch dies lasse sich, so der Science-Artikel, oft schon durch einen einfachen Aufsatz als Prüfungsvorbereitung verbessern: Wenn sich die Studentinnen dadurch die Zeit nehmen konnten, sich auf das zu konzentreren, was ihnen lieb und wichtig ist (Freunde oder Freundinnen, Familie, Musik, ihr Studium – was auch immer), verbesserten sich ihre Noten im Schnitt um etwa eine ganze Stufe. Im Einzelnen gibt Science die folgenden Tipps:

Recommendations for Institutions on Reducing the Impact of Negative Stereotypes

1. Demonstrate institutional commitment to diversity through strategic plans, mission statements, and other communication to employees.

2. Educate organizational leaders on how stereotypes, especially those that are unconscious, affect hiring and evaluation decisions.

3. Consider educating all employees about how stereotypes affect decisions.

4. Diversify the members of all hiring committees.

5. Make efforts to diversify candidate hiring pools in order to avoid creating “tokens.”

6. Create ground rules for hiring discussions, including keeping job criteria front and center and focusing on evidence rather than opinions.

7. Appoint at least one senior leader who is responsible for monitoring institutional fairness.

8. Although numbers are important, focus equally on creating an inclusive organizational culture that supports diversity.

9. Help build and support professional networks that connect scientists of different backgrounds and ages.

10. Develop leadership-development programs for scientists that incorporate diversity training.

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Kommentare (18)

  1. #1 Christoph Moder
    26. November 2010

    Ich weiß nicht, irgendwie überzeugt mich das nicht ganz. Mädchen sollen also glauben, sie seien nicht so begabt in Mathe? Nach meiner Erfahrung gab es aber in der Schule gerade in Mathe kaum Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen; und an der Uni war die Zahl der Studentinnen nicht in den “trockenen, theoretischen” Studiengängen (wie Mathe und Informatik) am kleinsten, sondern bei den Ingenieuren und Physik. Also nicht, was man mit der Annahme “Angst vor Theorie und Mathe” erklären kann.

    Nicht, dass ich die Existenz von Stereotypen generell bezweifle, aber die Sache scheint mir komplizierter zu sein. Wie sieht es denn umgekehrt aus, mit den Stereotypen der Jungs? Es ist ja nicht nur die Frage, was die Mädchen von den Naturwissenschaften fern hält, sondern ebenso, was die Jungs von den Geisteswissenschaften abhält. Gibt es bei den Jungs vielleicht viel mehr die Denkweise, sie dürften sich keine brotlose Kunst erlauben, weil von ihnen erwartet wird, die Familie zu ernähren? Warum wird immer nur gefragt, was abschreckt, aber nicht, was anzieht, und vor allem, wie priorisiert wird?

  2. #2 Al Burger
    26. November 2010

    Also dass bei Ihnen die Mädls nicht schlecht waren in Mathe schreibe ich als Einzelschicksal ab. Bei mir wars genau andersrum.
    Im Schnitt also keine Aussage machbar bis jetzt 😛

  3. #3 noch'n Flo
    26. November 2010

    Was ich interessant fand: in meinem Abiturjahrgang waren in den Leistungskursen Mathematik und Physik die Jungen tatsächlich weit in der Überzahl (in Physik hatte sich gar nur ein einziges Mädchen getraut, dieses Leistungsfach zu wählen), in Chemie und Biologie war es aber genau umgekehrt.

    Und im Studienfach Medizin (dass, entgegen anderslautenden Behauptungen (siehe: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/11/medizin-ist-keine-naturwissenschaft.php ) ja eine Naturwissenschaft ist, sind Frauen als Studentinnen mittlerweile sogar leicht in der Überzahl. Und schneiden im Vorexamen (ehemals Physikum), in dem ja vor allem naturwissenschaftliche Grundlagen abgefragt werden, meistens sogar besser ab, als ihre männlichen Kommilitonen.

  4. #4 radicchio
    26. November 2010

    diese stereotypnummer ist ja schon vielfach dingfest gemacht worden. z.b. auch beim einparken. dass frauen kein mathe und nicht einparken können, dafür aber zwanghaft schuhe sammeln und telefonieren müssen, wird doch heute von boulevard- bis “wissenschafts”-journalismus unters volk geblasen. es vergeht kein tag, wo nicht ein “leitmedium” diesen käse hochjazzt. heute findet der “geschlechterkrampf” z.b. auf dem kulturkanal 3sat statt. und für leute mit tagesfreizeit wird im zdf “männer gegen frauen” gekocht, natürlich nicht ohne mehr oder minders subtiles insistieren des moderators auf geschlechtstypische fähigkeiten der kombattanten.

    das schlimme ist: die leute WOLLEN das. sie versichern sich mittels dieser stereotype ihrer gruppenzugehörigkeit und identität und geben das an ihre kinder weiter.

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/-weil-ich-im-stehen-pinkeln-kann/1971882.html

  5. #5 Sven Türpe
    26. November 2010

    Spricht irgend etwas gegen die Vermutung, dass Stereotype von der Realität geprägt werden und sich mit dieser ändern? Wenn ich mir beispielsweise einen Rasenmäher, eine Heckenschere oder einen Laubbläser instinktiv in den Händen eines Mannes vorstelle, dann bildet diese Vorstellung schlicht die Realität einer jeden deutschen Reihenhaussiedlung ab. Über mögliche Fähigkeiten der Damen im Umgang mit solchen Geräten sagt das natürlich nichts aus, wohl aber über jene im Umgang mit den Herrschaften, die dass Stereotyp prägen und es in der Realität verankern.

    Handelt es sich tatsächlich um ein Henne-Ei-Problem und man kann sich aussuchen, ob man die Henne oder das Ei perturbiert, um einen neuen Zustand herbeizuführen?

  6. #6 Serge l'Eternel
    27. November 2010

    Ich glaube, dass mit Unternehmen nur für Frauen, es wird weniger Problemen für sie, über einer Arbeit zu finden.

  7. #7 radicchio
    27. November 2010

    Spricht irgend etwas gegen die Vermutung, dass Stereotype von der Realität geprägt werden und sich mit dieser ändern?

    da spricht nichts dagegen. allerdings muss man änderungen dann auch aktiv herbeiführen. das heißt, sich der stereotype bewusst werden und ebenfalls bewusst dagegen “verstoßen”.

    leider haben stereotype die eigenschaft, sich in einer art “bieterwettbewerb” aufzuschaukeln. ein solches phänomen ist die zunehmende reduzierung von (und durch) mädchen und frauen auf äußerlichkeiten in den medien und im alltag.

    http://www.amazon.de/Living-Dolls-Return-Natasha-Walter/dp/1844084841

    wer aus den stereotxpen ausbricht, riskiert allerdings anerkennung und gruppenzugehörigkeit zu verlieren.

  8. #8 radicchio
    27. November 2010

    Also nicht, was man mit der Annahme “Angst vor Theorie und Mathe” erklären kann.

    @christian moder

    es geht ja viel offensichtlicher: “fraun und technik” ist quasi ein geflügeltes wort. jedes mädchen wird von frühester kindheit an damit konfrontiert, dass technik und weiblich angebl. nicht zusammen gehen. die meisten mädchen werden nicht zu technischem spielzeug ermutigt, ihre neugier an technik wird nicht geweckt und bestärkt und sie sehen auch keine frauen, die sich mit technik beschäftigen. und erwartungsgemäß sieht die mehrheit der erwachsenen frauen (und männer) das dann als tatsache an.

    sollte sich ein mädchen wider erwarten gegen die interventionen der umwelt für technik interessieren, muss es möglicherweise damit klarkommen, dass an seinem geschlecht gezweifelt wird.

  9. #9 Sven Türpe
    27. November 2010

    es geht ja viel offensichtlicher: “fraun und technik” ist quasi ein geflügeltes wort. jedes mädchen wird von frühester kindheit an damit konfrontiert, dass technik und weiblich angebl. nicht zusammen gehen.

    Warum lehnen sie sich nicht dagegen auf, wenn sie merken, dass das gar nicht stimmt? Und sind sie auch so brav, wenn man ihnen ihre Puppenstube wegnimmt?

  10. #10 noch'n Flo
    27. November 2010

    @ Sven Türpe:

    Und sind sie auch so brav, wenn man ihnen ihre Puppenstube wegnimmt?

    Dafür jetzt aber bitte 5 Euro in die Chauvi-Kasse.

  11. #11 Sven Türpe
    27. November 2010

    Dafür jetzt aber bitte 5 Euro in die Chauvi-Kasse.

    Damit ich mir später wieder den Vorwurf gefallen lassen muss, Männer könnten nicht mit Geld umgehen? 😉

  12. #12 noch'n Flo
    27. November 2010

    Damit ich mir später wieder den Vorwurf gefallen lassen muss, Männer könnten nicht mit Geld umgehen?

    Stimmt doch! Selbst Mohammed liess sein Geld von seiner Frau verwalten und riet dies auch anderen an, weil er dazu neigte, alles auszugeben.

  13. #13 radicchio
    27. November 2010

    Warum lehnen sie sich nicht dagegen auf, wenn sie merken, dass das gar nicht stimmt?

    weil sie* es eben nicht merken. einige, die es doch merken, würden damit nicht hausieren gehen, weil technisches verständnis oder andere vermeintl. männliche attribute als unweiblich gelten. und welche frau will schon “unweiblich” sein?

    * die meisten, nicht alle.

    Und sind sie auch so brav, wenn man ihnen ihre Puppenstube wegnimmt?

    vermutlich nicht. denn die puppenstube (als methapher) stellt ja einen teil ihrer geschlechtsidentität, ihres “doing gender” dar. viele frauen (männer auch) bezweifeln sogar wissenschaftliche studien, die ihre stereotypes selbstbild als solches entlarven. da liest man dann sowas wie “ich kann aber definitiv kein mathe” oder “mein orientierungssinn ist aber miserabel und der von frau schmidt auch”.

    viele menschen definieren ihre geschlechtsidentät nicht nur über ihre körperlichkeit, sondern auch explizit über äußerlichkeiten und verhalten. wenn man ihnen das nimmt, bedroht man ihre identität.

  14. #14 noch'n Flo
    27. November 2010

    @ Sven Türpe:

    Kleiner Nachtrag: Frauen können selbstverständlich nur dann besser mit Geld umgehen als Männer, wenn gerade kein Schuhgeschäft in der Nähe ist.

    Ich glaube, dass war jetzt auch eine Stereotype. Gut, ich zahl ja schon in die Chauvi-Kasse… schieb mal die Sparsau rüber!

  15. #15 Christoph Moder
    27. November 2010

    @noch’n Flo (3): Ja, die Zahlenverhältnisse in Physik/Chemie/Bio waren bei mir in der Schule ähnlich, während der Mathe-LK relativ ausgeglichen war. Aber interessant ist doch, wie sehr das später auseinander geht; in der Schule sind die Fähigkeiten recht ähnlich, aber bei der Entscheidung für ein Studium später geht es dann auseinander. Wie als würde dann Zweifel an seine Fähigkeiten einsetzen – das kann doch nicht sein.

    @radicchio (8 + 13): Interessiert man sich denn erst für etwas, wenn man dazu persönlich ermutigt wird? Nicht wirklich. Es sich dann auch zuzutrauen, ist zwar etwas anderes, aber nachdem zu Schulzeiten die Fähigkeiten recht gleich sind und es den meisten Frauen auch nicht unbedingt an Selbstvertrauen fehlt, überzeugt mich das nicht. Zugegeben, es gibt sehr unterschiedliche Arten von Selbstvertrauen, und niemand hat in allen Bereichen ein gleich hohes Maß davon. Aber für mich kann das nur ein Teilaspekt sein.
    Geschlechteridentität: Hmm. Ja, ich trage auch keine rosa Kleidung, um nicht schief angeschaut zu werden. Das ist es mir einfach nicht wert. Lieber graue Maus und man hat seine Ruhe. Aber beim Studium sind die Kriterien doch hoffentlich anders! Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand sein Studienfach danach aussucht, was die Mehrheit macht. Gerade, weil die meisten nach der Schule weggezogen sind und alleine ein Studium begonnen haben, nicht als Clique und einem damit verbundenen Gruppenzwang. Mir fällt kein Studiengang ein, der mir für einen Mann oder eine Frau unpassend erscheinen würde, und ich hätte auch keine Probleme gehabt, ein von Frauen dominiertes Fach zu studieren, wenn es mich interessiert hätte.

    Ich bleibe dabei, es muss irgendeine subtile Störung des Gleichgewichts zwischen anziehenden und abstoßenden Faktoren sein. Also das persönliche Zuckerbrot-Peitsche-Verhältnis in den jeweiligen Studienrichtungen. Nachdem ich aus meinen persönlichen Beobachtungen effektiv weder unterschiedliche Begabung noch unterschiedliche Behandlung von Jungs und Mädchen erkennen kann, bleiben eigentlich nur gesellschaftliche Erwartungen; aber wie können die so stark sein, einen teilweise so deutlichen statistischen Unterschied zu erzeugen?

  16. #16 noch'n Flo
    27. November 2010

    Ich möcht an dieser Stelle einmal ein sehr interessantes Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld einbringen: meine Frau (ebenfalls Ärztin, wie ich).

    Obgleich sie sich schon früh eher für “Jungen”- als für “Mädchen”-Spiele interessierte (Bauklötze und Werkezeuge waren einfach viel interessanter als Puppen), hatte sie in der Schule mit Mathe und Physik ganz schöne Probleme. Physik wählte sie in der Oberstufe ab, als LK hatte sie Deutsch und Biologie.

    Als wir uns an der Uni kennenlernten, konnte sie weder einen einfachen Dreisatz lösen, noch Multiplikationen von ein- mit zweistelligen Zahlen (was eigentlich beides Stoff der 8. Klasse ist).

    Ich habe ihr im Laufe der Jahre dann die Mathematik etwas näher gebracht. Auf meine persönliche Weise. Heute multipliziert sie ohne Probleme binnen kurzer Zeit dreistellige Zahlen miteinander und zieht die Wurzeln aus vier- bis fünfstelligen Zahlen – auf 1-2 Stellen nach dem Komma genau! (mehr braucht es in der Medizin nun wirklich nicht!)
    Bei der Beurteilung der Ergebnisse medizinischer Studien (4-Felder-Tafeln, Beurteilung von sozialmedizinischen Kohortenstudien etc.) ist sie mittlerweile manchmal sogar schneller (und gründlicher!) als ich.

    Könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass man bezüglich Mädchen in so manchen Fächern einfach nur die falschen Lehransätze (bzw. gravierende didaktische Mängel) hat?

  17. #17 radicchio
    28. November 2010

    Aber beim Studium sind die Kriterien doch hoffentlich anders!

    zu zeiten des studium sind in sachen geschlechtsidentität die messen längst gesungen.

    und ja, man interessiert sich für etwas, weil man es von anderen, z.b. den eltern oder der peer group, als “interessant” angeboten und positiv bestärkt bekommt. (wir reden hier ja nicht von interessen, die sich im erwachsenenalter ausbilden.)

    hier ein iteressanter link:
    http://www.ph-ludwigsburg.de/3328+M501364fd797.html

    “Mädchen weisen in allen Schulfächern mit zunehmender Klassenstufe Einbrüche im Selbstvertrauen auf (Horstkemper 1987). In mathematisch-naturwissenschatlichen Fächern zeigt sich die Diskrepanz zu den Jungen jedoch besonders deutlich. Ergebnisse verschiedener Studien weisen nach, dass Mädchen trotz guter Leistungen im Fach Mathematik kein angemessenes Selbstvertrauen entwickeln (Brehmer et al. 1989; Kaiser-Meßmer 1993).”

    das ist zwar schon etwas älter, aber heute siehts nicht viel besser aus:
    “Jungs rechnen von Natur aus nicht besser als Mädchen. Doch weil sich viele Lehrerinnen für Mathe-Nieten halten, beeinflussen sie ihre Schülerinnen negativ, belegt eine aktuelle Studie. Die Mädchen übernehmen das Klischee der Lehrkraft – und rechnen fortan schlechter als männliche Mitschüler.”

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,673946,00.html

    sehr interessant ist das hier:
    “Empirische Bildungsforscher haben festgestellt, dass das Feedback, das Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern mit Noten geben, alles andere als geschlechtsneutral ist. Nachweislich werden Mädchen im Mathe-Unterricht nämlich bei gleicher Leistung besser bewertet als Jungen. Studien belegen zudem, dass Lehrer bewusst nicht nur Leistung und Talent, sondern auch Einstellung und soziale Kompetenz von Schülern in die Fachnote einfließen lassen. Nur auf den ersten Blick sieht es wie ein Vorteil für die Mädchen aus, dass die Mathelehrer sie bevorzugen. Dagegen wird die Bevorzugung zum Nachteil, wenn die Mädchen vermuten, dass die gute Note eher auf Sympathien des Lehrers oder eigenen Fleiß (statt Talent) zurückzuführen ist und daher beginnen, ihren guten Zensuren zu misstrauen – sogar, wenn diese gerechtfertigt sind. Das mangelnde Vertrauen der Mädchen in gute Mathematiknoten kann wiederum einen Effekt auf die Mathelehrer haben: Sie fühlen sich in der Bevorzugung der Mädchen noch bestärkt.

    Die Spieltheorie zeigt, dass am Ende die mathematisch begabten Mädchen als Verliererinnen dastehen. Sie werten nämlich die gute Note ab, die sie zu Recht erhalten haben. Obwohl sie begabt sind, glauben sie nicht wirklich an ihr Talent. Deshalb
    erbringen sie weniger Spitzenleistungen als die begabten Jungen mit guten Noten. ”

    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/geschlechtsverwirrung/2010-09-14/jungs-werden-im-mathe-unterricht-diskriminiert.-und-was-das-wzb-daraus-folgert

    die leistungn von mädchen und jungen sind überigens keineswegs gleich:

    “Die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen nehmen im Laufe der Schulkarriere zu. Ein Grund dafür sind laut Pisa-Studie geschlechtsspezifische Vorurteile, die auch die Berufswahl beeinflussen.

    Die Bildungsergebnisse in den unterschiedlichen Fächern sind weniger auf soziöökonomische Faktoren oder unterschiedliche Begabungen zurückzuführen. Vielmehr spiele das stereotype Denken eine große Rolle für die schulischen Leistungen. Das legen auch die Ergebnisse im Pisa-Testbereich „Problemlösung“ nahe: Hier schneiden 15-jährige Mädchen ähnlich gut ab wie ihre männlichen Altersgenossen, während sie beim Lösen mathematischer Probleme hinterherhinken. Die Autoren der Studie schreiben diese Leistungsunterschiede dem Kontext zu, in dem mathematische Probleme im Unterricht vermittelt werden, als auch der Tatsache, dass Mädchen häufig ihre Fähigkeiten für das Zahlenfach anzweifeln. „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Vorurteile wie ´Lesen ist nichts für Jungen´ oder ´Mathe ist nichts für Mädchen´ weiter bestehen. Solche Ansichten führen dazu, dass unseren Gesellschaften wichtiges Bildungspotenzial verlorengeht“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.”

    http://www.focus.de/schule/schule/unterricht/gleichberechtigung/pisa-auswertung-schlecht-in-mathe-typisch-maedchen_aid_402520.html

  18. #18 Sven Türpe
    28. November 2010

    Könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass man bezüglich Mädchen in so manchen Fächern einfach nur die falschen Lehransätze (bzw. gravierende didaktische Mängel) hat?

    Wieso bezüglich Mädchen? Können Jungs besser rechnen oder lassen sie sich nur in ihrer Selbsteinschätzung weniger von der Realität beirren?