Dieser Eintrag – das sei als Warnung vorweg gesagt – hat nichts mit Wissenschaft, sondern nur mit Bloggen zu tun. Genauer gesagt, mit den Kommentaren und Kommentatoren. Und obwohl ich mich hier auf den Meinungsbeitrag Where Anonymity Breeds Contempt beziehe, den die Facebook-Produktentwicklerin Julie Zhuo vor einigen Tagen in der New York Times veröffentlich hatte, ist der Anlass doch ein ganz persönlicher (auch wenn ich aus Gründen der Diskussionsvereinfachung hier darauf verzichten werde, die ganz konkreten Auslöser zu markieren; wer regelmäßig hier mitliest, kommt da wahrscheinlich sowieso von alleine drauf). Es geht um die Frage, ob das von vielen Webseiten – nicht nur Blogs, auch Medien aller Art – gewährte Recht, anonyme Kommentare zu hinterlassen, nicht geradezu zum “Trollen” herausfordert, weil dies eben in der menschlichen Natur liege.


Julie Zhuo greift dabei weit zurück, mehr als 2300 Jahre: In seinem Werk Politeia lässt Plato seinen Bruder Glaukon die Geschichte vom Hirten Gyges und seinem Unsichtbarkeitsring erzählen, deren Moral darin besteht, dass jeder Mensch, befreit von der Sorge, erkannt zu werden und damit befreit von der Angst vor Strafe, sich unmoralisch und unrechtmäßig verhalten würde.

Die Gelegenheiten zu Königsmorden sind in Kommentarspalten natürlich extrem selten, und es ist sicher kein Verbrechen im juristischen Sinn, durch unsinnige, unsachliche oder einfach nur unpassende Kommentare eine Diskussion zu (zer-)stören. Und aus eigener Erfahrung hier würde ich erst einmal bestreiten, dass Kommentare und Diskussionsbeiträge zwangsläufig störend sein müssen, nur weil die Kommentatoren unbekannt beziehungsweise nur durch ein selbstgewähltes Alias anonym bleiben können (und umgedreht ist nicht jeder Kommentar, der unter vollem Klarnamen abgesondert wird, eine Bereicherung der Diskussion). Aber im Prinzip kenne ich das Problem, dass man sich als Blogger – was faktisch auch heißt: Hausherr der jeweiligen Diskussion – gelegentlich wünscht, den ein oder anderen Störer gar nicht erst reingelassen zu haben. Denn obwohl es in der Praxis ein paar (mehr oder weniger zuverlässige) Möglichkeiten gibt, einzelne Kommentarautoren zu sperren – es ist unerfreulich und wirkt kleinlich.

Was eine Sperrung jedoch ausdrücklich nicht ist: Zensur. Denn die ist ein politisches Verhalten, zumeist direkt oder indirekt vom Staat ausgeübt (siehe hier auf Wikipedia). Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung heißt nicht, dass jeder immer und überall alles sagen darf – und schon gar nicht, dass Blogger jeden Kommentar hinnehmen müssen. Ich zitiere hierzu mal die Blogger-Autorität Bora Zivkovich, der sich dazu auf unserer Konkurrenz-Website WissensLogs dazu geäußert hatte (der dem Zitat vorausgehende Satz bezog sich auf die Webseiten von Zeitungen):

They have this absolutely idiotic idea that people posting comments have the right of free speech. It’s your site, you moderate the comments, and if they say something stupid, you delete. There is no freedom of speech in comments on your article, that’s an absolutely ridiculous idea.
Sie haben diese absolut idiotische Vorstellung, dass Leute, die Kommentare posten, ein Recht auf freie Meinungsäußerung hätten. Es ist deine Seite, du moderierst die Kommentare zu deinem Artikel, und wenn sie etwas Dummes sagen, dann löschst Du es. Es gibt keine Redefreiheit in den Kommentaren zu deinem Artikel, das ist eine absolut lächerliche Idee.

Das ist drastischer als ich es formulieren würde. Aber es bleibt festzustellen, dass mancher Kommentarstrang davon profitiert hätte, wenn der ein oder andere “Senf” gar nicht erst abgesondert worden wäre (es ist in der Praxis fast unmöglich, die Störeffekte wieder zu eliminieren – nur den Original-Störbeitrag zu tilgen hilft auch nicht mehr, wenn erst mal andere Kommentatoren dadurch provoziert wurden).

In ihrem Times-Beitrag zeigt Julie Zhuo auf, wie einige Webseiten versucht haben, dieses Problem zu lösen. Reuters zum Beispiel erlaubt auf seiner US-Website Kommentare nur von registrierten (und verifizierten) Usern; Gizmodo erprobt ein System, in dem die ersten Einträge neuer Kommentatoren erst nach Sichtung durch einen Moderator freigeschaltet werden – erst nach einer erfolgreich absolvierten “Probezeit” können die Kommentatoren dann frei posten. Und die Blogger-Diskussionsseite Disqus entwickelt ein Bewertungssystem, das sie Clout nennt: Kommentatoren können andere Kommentatoren bewerten; die daraus entstehende Bewertungsskala soll helfen, eventuelle Trolle auszusortieren.

Ohne dass ich hier für alle Scienceblogger sprechen kann, denke ich doch, dass wir uns bisher einig waren, die Einstiegsschwelle für Leser und Kommentatoren so gering wie möglich zu halten. Ich weiß auch gar nicht, welche technischen Möglichkeiten unsere Software kennt, diese Hürden höher zu legen, ohne Kollateralschäden in der Form zu unrecht blockierter Leser entstehen würden. Aber ich wüsste hier schon mal ganz gerne, aus purer Neugier, ob und wenn ja welche Hürden sich die Leser und Kommentatoren – ja, Ihr seid gemeint – wünschen beziehungsweise erträglich vorstellen könnten. Und ja, Antworten werden auch anonym akzeptiert.

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Kommentare (177)

  1. #1 KommentarAbo
    2. Dezember 2010

  2. #2 Oliver
    2. Dezember 2010

    Hej!

    Um es kurz zu machen: für mich darf es keine Hürden geben zum Kommentieren – schon wenn ich mich registrieren muss, verzichte ich lieber darauf.
    Auch hier poste ich unter einem Pseudonym, ja, sorry, auch meine Email-Adresse, die ich leider angeben muss, ist eine erfundene.
    Kann man sehen wie man möchte, verstehe, dass es andere Blickweisen gibt, aber ich glaube, ich habe gelernt, dass “meine Daten” mir gehören, und dass die mir “wertvoller” sind, als die Möglichkeit, irgendwo meinen Senf zu hinterlassen.

    Ach, und in der Tat – ich bemühe mich (meist), sachlich und bei der Diskussion zu bleiben und glaube nicht, dass meine Kommentare anders wären, müsste ich meinen Real-Namen angeben.

    Zum Thema Zensur: klar ist der Autor der “Hausherr”. Aber wenn in einer “Diskussion” nur noch Beiträge erscheinen, wie sie diesem Hausherren gefallen, ist es dann wirklich noch eine Diskussion? Wegen mir ist der Begriff “Zensur” etwas weit hergeholt oder sachlich falsch, aber das ist ein fließender Übergang.

    Schöne Grüße vom flaschen Oliver

  3. #3 Oliver
    2. Dezember 2010

    tja, wenn man registriert wäre, könnte man vielleicht seine alten Kommentare editieren und aus “flaschen” “falschen” machen…

  4. #4 Frank Quednau
    2. Dezember 2010

    Der Vollständigkeit halber sei noch das Bewertungssystem von digg.com genannt, wo jeder registrierte Benutzer einmal Daumen hoch und Daumen runter pro Kommentar abgeben kann, wobei ein Kommentar ausgeblendet wird, sobald dieser einen Schwellwert unterschreitet. Dies führt dazu, dass idiotische Kommentare ausgegraut werden.

    Ich könnte mir eine moderierte Variante vorstellen, wo der Blogger das Recht hat den “Daumen runter” zu setzen. Wenn jetzt noch die Kommentare “Threaded” wären, erwischt man damit auch alle Reaktionen auf einen entsprechenden Troll-Eintrag.

    Übrigens, eine humoristische Kategorisierung der verschiedenen Troll-varianten findet sich hier: http://redwing.hutman.net/~mreed/index.htm

    Welche hatten Sie angetroffen?

  5. #5 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Ich könnte mir eine moderierte Variante vorstellen, wo der Blogger das Recht hat den “Daumen runter” zu setzen. Wenn jetzt noch die Kommentare “Threaded” wären, erwischt man damit auch alle Reaktionen auf einen entsprechenden Troll-Eintrag.

    Die Entscheidung könnte man dann auch den Lesern überlassen. Der Witz ist, dass es die ausgefeilte Technik schon einmal gab: für Newsgroups. Gute Newsreader konnten Kommentarverkettung, Navigation im Kommentarbaum und filtern auf Threads und Teilthreads. Das alles leserindividuell, so dass jeder die Diskussion sehen und führen konnte, die ihm gefiel. Mit dem Übergang zu Blogs und ihren primitiven Kommentarfunktionen ist das alles verloren gegangen.

    BTW, ein weiteres vorbildhaftes Bewertungs- und Reputationssystem kann man sich bei Slashdot anschauen. Dass es mich wenig beeindruckt, wenn einzelne Scientoblogger mich zur Kompensation ihrer eigenen Argumentationsschwäche als Troll fehlklassifizieren, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass mein Betragen dort mehrheitlich und regelmäßig als sozialadäquat bewertet wurde.

  6. #6 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Zum Thema Zensur: klar ist der Autor der “Hausherr”. Aber wenn in einer “Diskussion” nur noch Beiträge erscheinen, wie sie diesem Hausherren gefallen, ist es dann wirklich noch eine Diskussion?

    “… / They’ll kick you, then they beat you, / Then they’ll tell you it’s fair / … ”

    Der Zensurbegriff dient in diesem Zusammenhang vorwiegend als bequemer Strohmann. Wer immer das Betragen eines Kommentarputzers kritisiert, wird beschieden, es handele sich ja nicht um Zensur und überhaupt dürfe man in seinem Blog tun und lassen, was man wolle. Gerne auch, ohne den Zensurvorwurf überhaupt erhoben zu haben. Die Aussage mag formal richtig sein, das spielt aber gar keine Rolle, wo es um unsouveränes Betragen im Angesicht eines geschickter argumentierenden Gegners oder von mir aus auch nur einer hartnäckigen Nervensäge geht. Manche halten so etwas aus, während andere sich in die Vorstellung hineinsteigern, die Welt — zumindest in ihrem Reihenhausgarten — von solchen Übeln befreien zu müssen. Welche Zeitgenpssen er für die angenehmeren hält, muss sich jeder selbst überlegen. Aus das ist keine Zensur.

  7. #7 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Aber ich wüsste hier schon mal ganz gerne, aus purer Neugier, ob und wenn ja welche Hürden sich die Leser und Kommentatoren – ja, Ihr seid gemeint – wünschen beziehungsweise erträglich vorstellen könnten.

    Hürden für die Blogger, damit sie nur unter Schmerzen den bequemen Weg gehen und sich Scheuklappen aufsetzen können. Macht verführt zu Missbrauch, die Macht zur Kommentarlöschung und -bearbeitung ist keine Ausnahme.

  8. #8 michael
    3. Dezember 2010

    > Die Entscheidung könnte man dann auch den Lesern überlassen

    Genau das ist falsch. Dies führt nur dazu, dass sich die Kommentarbereiche mit Müll füllen. Gerade in den Newsgroups kann man Beispiele dafür finden.

    Kommentare zu entfernen, die offensichtlich nicht zum Thema
    gehören, ist m.E. in Ordnung.

  9. #9 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2010

    @Sven Türpe

    Macht verführt zu Missbrauch, die Macht zur Kommentarlöschung und -bearbeitung ist keine Ausnahme.

    Aber auch ein ungehindertes, ungefiltertes Recht, nach Belieben anonym zu kommentieren, ist eine Form der Macht. Und eine, die vermutlich öfter missbraucht wird als die des Löschens. In Ihren Augen muss also der eine Missbrauch geduldet werden, der andere – der nicht wirklich “miss”-braucht, da nahezu jeder Blogger in einer im- oder expliziten “Hausordnung” klarstellt, was in seinem Blog akzeptabel ist und was nicht – hingegen ist verwerflich. Aber ich nehme an, Sie würden sowieso die eben konstatierte “Eigentümerschaft” an Blogs bestreiten …

  10. #10 H.M.Voynich
    3. Dezember 2010

    Mal ganz abgesehen davon, daß der Blogbetreiber für die Kommentare haftbar gemacht werden kann, wie das Landgericht Hamburg längst entschieden hat …

  11. #11 H.M.Voynich
    3. Dezember 2010

    (Ein ganz schlaues Kerlchen hatte einen justiziablen Kommentar bei stefan-niggemeier.de hinterlassen, einen Screenshot davon gemacht und Niggemeier daraufhin wegen ebendieses Kommentars verklagt und gewonnen. Da half es Niggemeier auch nichts, daß er den Kommentar bereits nach wenigen Minuten gelöscht hatte. Soviel zur Macht anonymer Kommentatoren und derem Mißbrauch.)

  12. #12 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    Ich möchte auch zu dem Thema mein Senf abgeben, weil ich mich direkt angesprochen fühle und ich glaube ich bin es aufgrund meiner Biografie sogar dazu prädestiniert über das Thema freie Meinungsäußerung und freies Denken zu reden.

    Leider haben die Eliten aus Westdeutschland einen etwas lässigen Umgang mit dem Begriff Freiheit. Ich möchte hier nicht über jeden einzelnen Blogger aus dem Scienceblogs ein psychologisches Profil abgeben, es lässt sich aber nicht verheimlichen dass die Diskussionskultur seitens der Blogger selbst, sagen wir so, Verbesserungsfähig ist.

    Es ist nicht die schlechteste Angewohnheit sich zuerst selbst auf die Nase zu fassen, bevor man den „dummen“ normalen Menschen die Schuld zuschiebt, für die Ausarten der Diskussion verantwortlich zu sein. In diesem fall ist mein Vorwurf nicht expliziert auf Sie gerichtet, weil ich Ihre Vorgehensweise mit Umgang mit Andersdenkenden noch in Ordnung finde.

    Es gibt hier aber auch ein Paar Blogger, die einfach mit dieser Aufgabe (ein Blog zu führen), schlicht überfordert sind.
    Besonders, dass nicht wenige über Dinge plappern, von denen sie leiseste Ahnung haben, und sind gleich beleidigt wenn man denen widerspricht.
    Überhaupt ist der Umgang mit anderen Meinungen beim Scienceblogs eine Katastrophe. Auch Sie haben damit offensichtlich Ihre Probleme.

    Das wundert mich aber sehr weil man eigentlich schon nach kurzer Zeit merken sollte, dass so etwas wie Konsens zu irgendwelcher Thema kaum möglich ist.
    Meine Landsleute lachen über sich selbst, dass wenn bei uns zwei Diskutieren dann haben sie mindestens 3 Meinungen zum Thema.

    Eine andere Meinung zu haben ist kein Grund die Anderen als Trolle zu bezeichnen. Ich selbst nehme das sogar als Anzeichen, dass meine Meinung richtig ist und die andere Seite keine andere Argumente hat als Beleidigungen.

    Und es ist noch etwas was mich bei euch Scienceblogers stört, dass ist diese unverschämte Art unter falschen Namen in die Diskussion eingreifen um zu trollen.

    Und ich habe für die Blogger ein Vorschlag. Wenn ihr meint, dass im Internet zu viel Schwachsinn gibt, dann hört auf mit dem Bloggern. Sofort wird es um ein Paar Narren weniger.

  13. #13 Logiker
    3. Dezember 2010

    “Und die Blogger-Diskussionsseite Disqus entwickelt ein Bewertungssystem, das sie Clout nennt: Kommentatoren können andere Kommentatoren bewerten; die daraus entstehende Bewertungsskala soll helfen, eventuelle Trolle auszusortieren.”

    Jau, solche Verfahren (X “Daumen runter”, und der Kommentar wird gelöscht bzw. der Kommenattor wird gesperrt) gibt es, aber es ist die sinnloseste Möglichkeit. Nähmen wir an, die BLÖD-Zeitung hätte solch ein System. Und die BLÖD-Zeitung veröffentlicht mal wieder eine Lobeshymne auf Thilo S. Wenn jetzt ein einigermaßen normal denkender mensch einen kritischen Kommentar zu besagtem herrn schreiben würde, müsste man die Zeit in Nanosekunden messen, bis der Kommentar oder der Kommentator fliegt…. obwohl es er einzig sinnvolle Beitrag unter all den hirnlosen Kommentaren wäre…

  14. #14 Logiker
    3. Dezember 2010

    btw: Editierfunktionen gibt es auch bei anonymen Kommentaren ohne Registrierung. Siehe hierzu den Spiegelfechter.

  15. #15 miesepeter3
    3. Dezember 2010

    @Jürgen Schönstein

    es gibt so etwas wie eine mitteleuropäische Umgangsform bei Diskussionen. Wer die als anomymer Kommentator nicht einhält, der tut das auch nicht bei voller Namensnennung.
    Wer durch einen Blogeintrag zur Diskussion auffordert, darf sich nicht wundern, wenn auch Menschen mit gegenteiligen Meinungen sich zu Wort melden. Auch die eine oder andere geschickte Beleidigung, um etwas Spannung in die Angelegenheit zu bringen, müßte ein Blogger ertragen können.
    Als bestes Beispiel für eine herausragenden Diskussionskultur kann man die jungen Leute anführen, die die jüdische Religion studieren. Die haben sogar eine spezielle Bezeichnung dafür, ich komm im Moment nicht auf den Namen.
    Dumpfe Pöbelei ist unangenehm, ein typischer Fall für Fremdschämen. Ob da Sperren hilfreich ist wage ich allerdings zu bezweifeln.

  16. #16 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Genau das ist falsch. Dies führt nur dazu, dass sich die Kommentarbereiche mit Müll füllen.

    Na und? Speicherplatz kostet praktisch nichts. Eine rein technische Problemdefinition kann keinen Aufwand für die Problemlösung rechtfertigen. Setzen wir hingegen beim tatsächlichen Problem an, dem Signal-Rausch-Verhältnis und Zeitverbrauch beim Leser, landen wir zwangsläufig bei dezentralen Lösungen.

  17. #17 Serge l'Eternel
    3. Dezember 2010

    In einem Blog, es gibt Dinge, dass es nicht möglich zu tun ist, denn es muss auch in den Kommentare sein. Aber Opposition ist normal und wichtig (Dafür sehen “Conjectures and Refutations” Von Karl R. Popper).

  18. #18 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Aber auch ein ungehindertes, ungefiltertes Recht, nach Belieben anonym zu kommentieren, ist eine Form der Macht.

    Aber keine große und keine ungewöhnliche und auch keine gänzlich schrankenlose. Die Existenz solcher Kommentare ist in aller Regel zumutbar.

    Und eine, die vermutlich öfter missbraucht wird als die des Löschens.

    Das Recht, etwas nach Belieben zu tun, lässt sich nicht missbrauchen.

    In Ihren Augen muss also der eine Missbrauch geduldet werden, der andere – der nicht wirklich “miss”-braucht, da nahezu jeder Blogger in einer im- oder expliziten “Hausordnung” klarstellt, was in seinem Blog akzeptabel ist und was nicht – hingegen ist verwerflich. Aber ich nehme an, Sie würden sowieso die eben konstatierte “Eigentümerschaft” an Blogs bestreiten …

    Ich bestreite lediglich, dass das Säubern von Blogkommentaren eine sinnvolle Verhaltensweise und ein sinnvoller Einsatz von Energie und Lebenszeit ist. Und zwar selbst dann, wenn man damit die Intention verfolgt, das Kommentieren im eigenen Blog für eine Zielgruppe attraktiv zu halten. Das ist selbstverständlich ein legitimes Ziel. Aber wir wissen, wie ich oben bereits schrieb, wie man die Technik gestalten muss, um diese Arbeit überflüssig zu machen bzw. auf die Nutzer zu verteilen. Wer Kommentare moderiert, erledigt damit eine Aufgabe, die sich nur aus technischen Unzulänglichkeiten ergibt und die er gar nicht erledigen müsste. Applaus gibt es dafür nicht.

  19. #19 Roel
    3. Dezember 2010

    Ich habe gerade die Erfahrung gemacht, dass meine Beiträge einfach gelöscht worden sind. Ich überlege hier überhaupt noch irgendetwas zu kommentieren. Ich habe großen Respekt gegenüber den Autoren und ihren Meinungen hier und denke das zumindest etwas Respekt auch den Kommentatoren entgegengebracht werden sollte. Leider gibt es Blogger, die sich aufführen als seien Sie unfehlbar, die beleidigen und verunglimpfen wie es ihnen beliebt, die aber auch einen Hinweis auf einen Fehler als Frontalangriff auf die gesamte Wissenschaft empfinden und sich anscheinend beleidigt und persönlich angegriffen fühlen.

    Die gleichen Blogger kämpfen in Ihren Blogs gegen Diskriminierung und merken nicht einmal wie sehr sie andere diskriminieren und rausmobben. Es ist nicht damit getan anstatt Experten Expertinnen zu sagen. Der/Die andere muß auch respektiert werden.

    Das Löschen von Kommentaren und das Sperren der Kommentatoren darf nicht dem einzelnen Blogger erlaubt sein und sollte nur mit Begründung durch eine unabhängige Person erfolgen oder zumindest bestätigt werden können. Denn diese Macht wird zur Zeit misbraucht, da gebe ich Sven Türpe einmal vollkommen Recht.

  20. #20 Bullet
    3. Dezember 2010

    Lustig. In einem Blogartikel, in dem es um das Thema “Moderieren” geht, kommentiert hauptsächlich Sven Türpe.
    Das kann ja noch heiter werden. Fragst du dich eigentlich nie nach dem Mechanismus, der immer wieder zur selben Symptomatik führt?

    wenn einzelne Scientoblogger mich zur Kompensation ihrer eigenen Argumentationsschwäche als Troll fehlklassifizieren

    Steile Behauptungen.
    a) “Sciento-”
    b) “fehlklassifizieren”
    Im übrigen:

    dass mein Betragen dort mehrheitlich und regelmäßig als sozialadäquat bewertet wurde.

    Du meinst “inadäquat”. Genau das kenn ich nämlich von dir. Wenig Sache, viel Meinung, wenig Nachdenken über die Konsequenzen dessen, was du da “mal so andenkst”. Ich habe nichts gegen Querdenker, nur sollten diese Denker ihrem Titel auch gerecht werden. “Quer-” alleine bringt gar nichts. Andere Leute haben das erkannt. Du nicht.
    Aber es ist ja noch nicht alles verloren: hier, eine Dosis Mitleid. *pschhhhhhhhhhh*

    Zum Thema: der Blogautor ist der Haftbare – also entscheidet er, was im Kommentar stehenbleiben kann und was nicht. Im Ernstfall kommentiere ich eben dort nicht, wenn meine Kommentare verändert oder gelöscht werden.

  21. #21 MartinS
    3. Dezember 2010

    @Bullet. Ich denke mal, dass es dem Blog-Autor weniger um rechtlich bedenkliche Kommentare geht, die er sowieso löschen ‘muss’, sondern mehr um sinnlose Wortgefechte oder OT-Beiträge.
    Im Hinblick auf Leser, die erst später der Diskussion folgen wollen, sind seitenlange Wortgefechte, OT-Beiträge oder faktenlose Leugnung naturwissenschaftlicher ‘Gesetze’ (also ab einem gewissen Punkt “Trollen”) langweilig und stören den Lesefluss. Da ich von einem Blogger nicht erwarten kann, dass er nur gebannt auf den Monitor starrt, um rechtzeitig einzugreifen (Verwarnung, Drohung der Löschung, Sperrung etc) wird es sicherlich immer wieder zu solchen ‘Exzessen’ kommen – damit muss jeder Interessierte leben können.
    Aber ich würde jederzeit “der Hausherrin / dem Hausherren” das Recht zusprechen, unliebsame Kommentatoren zu löschen oder zu sperren. Ab einer gewissen Schwelle bitte ich auch zu Hause einen Gast zu gehen, wenn er sich markant daneben benimmt. Das hat mMn nichts mit Zensur zu tun, sondern mit “angesagten Spielregeln”.
    Bisher habe ich daher Sperrungen auf SB nur in Extremfällen erlebt, wobei eigentlich immer mehrere Kommentatoren beteiligt waren (zu viel fütterten den Troll).
    Wer nach Ermahnung immer weiter stört, der sollte tatsächlich ohne Murren gesperrt werden können. Im Übrigen bin ich selbst schon knapp daran vorbeigeschrammt und da mir die Möglichkeit hier zu kommentieren viel bedeutet, habe ich mich entschuldigt und bemühe mich jetzt die ‘Spielregeln’ einzuhalten. So what?! Jedem steht es frei SB zu verlassen, wenn die Rahmenbedingungen nicht gefallen – und die Bedingungen geben nun mal die Blogger vor.
    So einfach sehe ich das!
    ICH bin hier der Gast.

  22. #22 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    @MartinS
    “Aber ich würde jederzeit “der Hausherrin / dem Hausherren” das Recht zusprechen, unliebsame Kommentatoren zu löschen”

    Das ist ein Scheinargument, dass vor der Tatsache ablenken soll , dass der Blogger selbst zu der Kommentaren fordert in dem er ein Bolgg eben betreibt,
    Ich würde es umgekehrt sehen. Es zwingt niemand den Blogger die Beiträge in Internet zu stellen. Und Internet ist ein Medium zum Veröffentlichen, in dem Moment verliert er ein Teil der Rechte an seinem Text und muss mit der Kritik leben. Besonders für die “Wissenschaftler” muss es eine selbstverständliche Sache sein.

    Diese Argument mit Hausrecht ist nur ein Vorwand eigene ethisch fragwürdige Vorgehensweise zu rechtfertigen.

    Die sogenanten Trollen sind in 90 % der Fälle die Blogger selbst (unter Nicknammen), die es als Mittel nutzen die Leserschaft unter Druck zu setzen und einzuschüchtern. Nur wenige wagen es unter diesen Umständen eigene Meinung zu Sagen wenn sie von ein Paar Idioten ständig blöd eingeredet werden. So ist diese so charakteristische für Scienceblogs Diskussionskultur nur ein Mittel eigene propagandistische Ziele öffentlich durchzusetzen.

  23. #23 MartinB
    3. Dezember 2010

    “Die sogenanten Trollen sind in 90 % der Fälle die Blogger selbst (unter Nicknammen), die es als Mittel nutzen die Leserschaft unter Druck zu setzen und einzuschüchtern.”
    Für diese Behauptung gibt es sicher gute Belege, oder?

  24. #24 Bullet
    3. Dezember 2010

    “Gute Belege” bei Cwirko? Du machst Witze.
    Im Übrigen würde mich ja mal interessieren, wie mich ein Blogger unter Druck setzen will. Oder einschüchtern. Vielleicht, indem er meine e-Mail gegen mich verwendet und mir via Gra solche Anhebepillenwerbung schickt??
    Los, Jürgen, schüchter mich mal ein.

  25. #25 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2010

    @Alle
    Mal eine paar kurze Zwischenfragen: Wenn ein Blog, wie einige hier vertreten (zu denen ich mich selbst auch zählen würde) ein “öffentlicher Raum” ist – heißt das, dass in so einem öffentlichen Raum dann keine Regeln gelten dürfen? Dass jeder, der sich hier befindet, nach Lust und Laune agieren darf? Wo liegt dann die Grenze zwischen individueller Freiheit und Soziopathie?

  26. #26 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Lustig. In einem Blogartikel, in dem es um das Thema “Moderieren” geht, kommentiert hauptsächlich Sven Türpe.

    Magst Du mir erläutern, was daran lustig ist?

    Fragst du dich eigentlich nie nach dem Mechanismus, der immer wieder zur selben Symptomatik führt?

    Nein. Ich kenne ihn.

  27. #27 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    “dass in so einem öffentlichen Raum dann keine Regeln gelten dürfen?”

    nein bestimmt nicht aber in meisten Fällen bleiben die Kontrahenten auch sachlich und korrekt zu einander wenn die Blogger als Gemeinschaft die Beteiligten ernst nehmen und die Rechte auf eigene Meinung der Anderen achten.

    Als Beispiel nehmen wir diese Diskussion wo die Meinungen kontrovers sind und trotzdem die Beteiligten die Achtung vor dem Diskussionspartner bewahren.

    http://www.astirn.de/blog/2010/11/was-sich-im-wissenschaftsjournalismus-aendern-muss-sechs-thesen/

    Der Unterschied zu Scienceblogs ist um so erstaunlicher, als der Autor noch vor Kurzem selber ein Scienceblogger war.

    Die Antwort warum es funktioniert liegt wahrscheinlich bei der Tatsache, dass er jetzt alleine für den Blog verantwortlich ist.

  28. #28 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Dass jeder, der sich hier befindet, nach Lust und Laune agieren darf?

    Was spräche denn dagegen? Von wenigen Ausnahmen abgesehen, über deren Behandlung vermutlich leicht ein Konsens zu erzielen wäre, bleibt diese Freiheit bei benutzergerechter Gestaltung der technischen Plattform praktisch kostenneutral. Zudem sind ungewollte physische Wirkungen aufgrund des Mediums aussgeschlossen, das Agieren beschränkt sich auf schriftsprachliche Äußerungen. Außer Eitelkeit und der Fehlannahme, die Welt sei unter dem eigenen Management am besten eingerichtet, kann ich mir wenige Gründe vorstellen, die gegen Lust und Laune sprächen. Hier geht nichts kaputt, hier wird nichts verbraucht — welches Ziel sollen Eingriffe eigentlich verfolgen?

  29. #29 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2010

    @Sven Türpe

    Was spräche denn dagegen?

    Machen wir’s mal an einer praktischen Analogie deutlicher: Ein Musikverein gibt ein Gratis-Konzert in seiner eigenen, kleinen Halle. “Jeder ist willkommen”, steht sogar auf den Plakaten, die dafür ausgehängt werden. Nun weiß ich zwar, dass sich dieser Verein auf Musik von Schönberg konzentriert, die ich eh’ nicht mag, aber der Eintritt ist frei, und da “jeder” willkommen geheißen wird, geh’ ich auch hin. Doch nun gibt’s tatsächlich ein volles Schönberg-Programm – aber weil ich diese Musik nicht mag (mir wär’ Black Sabbath lieber gewesen), fange ich an, dazwischen zu reden und rumzumeckern, was Schönberg doch für ein Bockmist sei. Auf die Beschwerden meiner Nachbarn gehe ich entweder gar nicht ein oder lasse sie nochmal wissen, wie blöd Schönberg eigentlich ist. Ansonsten rufe ich weiter unbeirrt “Buh”. Und wenn dann jemand vom Verein mich auffordert zu gehen, dann schrei’ ich herum, dass dies eine Behinderung meiner Meinungsfreiheit wäre und dass ich das gleiche Recht hätte, hier zu sein, wie alle anderen.

    * Mit der Bitte um Entschuldigung an alle Schönberg-Freunde: Irgend einen Komponisten musste ich wählen, und habe mich daher für einen entschieden, der mir im Alphabet sehr nahe steht.

    Nochmal, Herr Türpe: Nach Ihrer Auffassung bin ich als Störer völlig im Recht, so eine kleine Störung muss man verkraften, hier geht ja nichts kaputt.

    Und Herr Cwierko, da das Konzert öffentlich war, verliert der Verein sein Hausrecht “und muss mit der Kritik leben”?

    Und wenn nicht (die Frage geht an Sie beide): Wo liegt dann der Unterschied zu der “öffentlichen” Veranstaltung eines Blogs?

  30. #30 Helmut E.
    3. Dezember 2010

    Meiner Meinung nach wäre es angebracht, Trolle viel früher und öfter zu sperren um die Lesbarkeit sicherzustellen. Die Kommentare bei SB sind meist sehr wertvoll: man findet feine Zusatzinformationen zum Artikel, weiterführende Links und oft auch interessante Diskussionen zu anderen Sichtweisen. Bis die Diskussionszerstörer ankommen und ihren Müll abladen.

    Wer an Meinungsaustausch interessiert ist, kann doch immer gerne mitdiskutieren – auch wenn seine Meinung von der des Blogautors abweicht.

    Wer aber seinen eigenen Standpunkt überhaupt nicht darlegen will, wer nur Pauschalkritik übt und konkrete Beispiele schuldig bleibt (z.B. ihr Wissenschaftler seid alle blöd und dieser Artikel ist total falsch), wer nicht lernfähig ist und eine Behauptung zum hundertsten Mal aufstellt obwohl sie schon 99 mal widerlegt wurde, kurz gesagt: wer nur stänkern und zerstören will, der hat seine Kommentatorenrechte halt verspielt.

    Also liebe Blogautoren: Eure Artikel sind toll und euer Umgang mit Kommentatoren meistens auch. Aber habt etwas mehr Mut, Störenfriede rechtzeitig zu verbannen damit es für den Rest Eurer Leser übersichtlich bleibt.

    @Sven Türpe
    Ich bin beeindruckt, mit welcher Leidenschaft und in welcher Tiefe Sie zu diesem Thema Stellung nehmen und wie sachlich Sie diskutieren können. Als ginge es um die eigene (Kommentatoren-)Existenz. Normalerweise liest man von Ihnen nur Kommentare, die meiner obigen Beschreibung entsprechen.

  31. #31 Radicchio
    3. Dezember 2010

    trolle im eigentlichen sinne gibts hier ja kaum. nicht jeder, der eine nicht mehrheitskonforme meinung vertritt, ist ein troll, sondern leute, die andere ihrer meinung wegen persönlich zu beleidigen versuchen und die sachebene verlassen.
    eine diskussion entsteht auch durch kontroverse, insofern sind verschiedene meinungen der sache eher dienlich. sie fordern auseinandersetzung und argumente heraus und eröffnen einem oft neue einsichten in eine thematik, eben weil man sich mit gegenargumenten beschäftigen muss.

    wenn überhaupt, dann könnte man m.e. persönliche angriffe moderieren. aber auch das ist keineswegs trivial. viele verpacken ihre verachtung zwischen den zeilen. schreibt jemand z.b. wiederholt: “willst du damit etwa behaupten, dass … (strohmann)?” könnte man das als beleidigung aufassen. muss man aber nicht. ich z.b. nehme im www gar nichts persönlich.

    ich glaube auch nicht, dass die verachtung aus der anonymität entsteht, denn, das hab ich im www gelernt, menschen mit anderer meinung und enstprechenden argumenten werden auch mit bekannten daten verachtet. das wirklich schlechte benehmen benötigt die anonymität gar nicht.

  32. #32 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Machen wir’s mal an einer praktischen Analogie deutlicher: Ein Musikverein gibt ein Gratis-Konzert in seiner eigenen, kleinen Halle. (…)

    Diese Analogie passt nicht. Wie könnten Kommentare hier im Netz, selbst wenn es viele und unpassende sind, den Genuß anderer Inhalte stören? Und wieso wäre dieselbe Argumentation nicht anwendbar, fühlte sich jemand durch Scienceblogs beim Konsum von Horoskopen gestört?

    Noch einmal: wir haben es hier mit einer für alle praktischen Belange unbeschränkten Infrastruktur zu tun, die jedem Nutzer eine eigene Sicht mit eigenen Filtern ermöglichen kann. Daran muss sich der Störungsbegriff orientieren.

    Stellen wir uns also eine Halle vor, in der abwechselnd Schönberg-, Punkrock- und Volksmusikkonzerte stattfinden und einen Verein, dessen Mitgliederversammlung einem Antrag der stark vertretenen Schönbergfreunde zustimmt, andere Musikrichtungen künftig nicht mehr zuzulassen. Fände sich dann eine andere Begründung als jene, dass man die Macht des Faktischen eben akzeptieren müsse und das Eigentum an der Halle zur willkürlichen Entscheidung berechtige?

  33. #33 Grundumsatz
    3. Dezember 2010

    Ich finde die Lösung von YouTube ziemlich gut. Wenn x Leute einen Kommentar als Spam gekennzeichnet haben, dann ist er automatisch eingeklappt. Auf die Art zensiert man nicht, weil der Kommentar ja noch da ist, aber trotzdem wird er mehr oder weniger überlesen. (Bzw. _kann_ einfach überlesen werden.) Die zweitbeste Lösung wäre eine Ignorier-Funktion.

  34. #34 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Normalerweise liest man von Ihnen nur Kommentare, die meiner obigen Beschreibung entsprechen.

    Da müssen Sie jenen aufgesessen sein, die immer mal wieder versuchen, mich zu Troll zu stempeln, weil ihnen hartnäckiger Widerspruch nicht ins Selbstbild passt und ihnen eine echte Diskussion überhaupt viel zu anstrengend ist. Gut zu wissen, dass sich auf lange Sicht aber doch das eigenständige Denken durchsetzt.

  35. #35 michael
    3. Dezember 2010

    > Wenn ein Blog, wie einige hier vertreten (zu denen ich mich selbst auch zählen würde) ein “öffentlicher Raum” ist – heißt das, dass in so einem öffentlichen Raum dann keine Regeln gelten dürfen?

    Seit wann ist ein Blog ein öffentlicher Raum. Sie sind für den Inhalt verantwortlich, und das unterscheidet ihn von einem öffentlichen Raum.

    > Na und? Speicherplatz kostet praktisch nichts. Eine rein technische Problemdefinition kann keinen Aufwand für die Problemlösung rechtfertigen. Setzen wir hingegen beim tatsächlichen Problem an, dem Signal-Rausch-Verhältnis und Zeitverbrauch beim Leser, landen wir zwangsläufig bei dezentralen Lösungen.

    Blödsinn. Das tatsächliche Problem sind Leute, die eine Newsgroup oder einen Blog mit ihren Kommentaren zumüllen. Und die bekämpft man am besten, indem man sie sperrt.

  36. #36 S.S.T.
    3. Dezember 2010

    @IC

    Die sogenanten Trollen sind in 90 % der Fälle die Blogger selbst (unter Nicknammen), die es als Mittel nutzen die Leserschaft unter Druck zu setzen und einzuschüchtern.

    Beleg?
    Beispiele aus den SB?

    Diese Behauptung inklusive der Prozentangabe kommt mir doch höchst unwissenschaftlich vor.

    Oder sind Sie in der Tat ein Alias von @ Jürgen Schönstein o.a. Bloggern hier?

  37. #37 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    “Wo liegt dann der Unterschied zu der “öffentlichen” Veranstaltung eines Blogs?”

    Das kann ich nicht beantworten aber ich weiß wo ein unterschied beim Scienceblogs liegt.

    Wenn wir bei dem Vergleich mit dem Konzert bleiben, dann hat Scienceblogs die Plakaten ausgehängt, dass es ein Konzert mit der Musik von Wissenschaft veranschtaltet. Als die Gäste aber gekommen sind hat sich herausgeschtelt dass die Musiker keine Noten kennen und nur Luftgitare spielen.

    Einige sind sogar so frech, dass sie auf Buu-Rufe aus der Publikum mit Beleidigungen reagieren und behaupten die Kritiker haben keine Ahnung wie meisterlich ihre Künste sind.

    Ist jetzt Ihnen der Unterschied klar?

  38. #38 MartinS
    3. Dezember 2010

    @IC, Türpe, roel
    Sie argumentieren alle so, als gäbe es nur die SBs, wo Sie sich unbedingt austoben wollen. Was suchen Sie denn in einem Blog, wo angeblich die Blogger die Trolle sind, Machtmissbrauch betrieben wird, kaum noch jemand auf Sie eingeht und Ihr Internet-Dasein eher als kläglich zu bezeichnen ist?
    Ich persönlich finde es bezeichnend, dass die Kommentatoren, die hier für ‘Redefreiheit’ argumentieren, gleichzeitig SB-Blogger beleidigen und dann wahrscheinlich noch rumstänkern würden, wenn sie gesperrt würden. Über Ihre Beurteilung anderer Kommentatoren erspare ich mir einen Kommentar (siehe IC 18.44).
    IHR Verhalten – oder Benehmen – steht hier letztlich zur Debatte! Auch wenn es Ihnen nicht gefällt.

  39. #39 Gluecypher
    3. Dezember 2010

    @I C

    Die Antwort warum es funktioniert liegt wahrscheinlich bei der Tatsache, dass er jetzt alleine für den Blog verantwortlich ist.

    Und Jürgen Schönstein, Ulrich Berger oder andere Blogger hier sind nicht für ihren eigenen Blogg verantwortlich? Bitte um Erklärung.

    Wo liegt dann der Unterschied zu der “öffentlichen” Veranstaltung eines Blogs?”
    Das kann ich nicht beantworten aber ich weiß wo ein unterschied beim Scienceblogs liegt.

    Und wo liegt der Unterschied zwischen SB und anderen Blogs? Bitte um Erklärung.

    Nur wenige wagen es unter diesen Umständen eigene Meinung zu Sagen wenn sie von ein Paar Idioten ständig blöd eingeredet werden. So ist diese so charakteristische für Scienceblogs Diskussionskultur nur ein Mittel eigene propagandistische Ziele öffentlich durchzusetzen.

    Welche propagandistischen Ziele? Bitte um Erklärung?

    Besonders, dass nicht wenige über Dinge plappern, von denen sie leiseste Ahnung haben, und sind gleich beleidigt wenn man denen widerspricht.

    Bitte bringen Sie 3 Beispiele von Bloggern hier auf Sb, die sich zu Dingen äußern, von denen sie “nicht die leiseste Ahnung haben”, zu denen Sie wesentlich qualifiziertere Aussagen machen können. Dazu bitte die Begründung, warum Sie besser qualifiziert sind, sich zu den genannten Themen zu äußern. Tip: “Ich weiß es eben besser!” ist keine Begründung.

  40. #40 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2010

    @michael
    Die Verantwortlichkeit ändert nichts an der Öffentlichkeit – auch für den ordnungsgemäßen Zustand von Spielplätzen, Gehwegen und Parkbänken ist jemand verantwortlich, und dennoch hat jeder ein Recht, diese zu benutzen.

    @Sven Türpe

    Diese Analogie passt nicht. Wie könnten Kommentare hier im Netz, selbst wenn es viele und unpassende sind, den Genuß anderer Inhalte stören? Und wieso wäre dieselbe Argumentation nicht anwendbar, fühlte sich jemand durch Scienceblogs beim Konsum von Horoskopen gestört?

    Doch, die Analogie passt. Wenn nicht mehr zum Thema diskutiert werden kann, weil jemand hartnäckig die Diskussion in einer andere Richtung drängt oder durch Beschimpfungen anderen Diskutanten die Lust auf Beteiligung nimmt, dann ist das störend. Und auch die Horoskopfreunde können ihrem Spaß ungestört nachgehen, so lange die Kritik an ihrem Aberglauben nicht in ihrem Foren, sondern hier bei ScienceBlogs geäußert wird. oder, um zur Analogie zurückzukehren: So lange der Schönberg-Fan nicht im Black-Sabbath-Konzert rumpöbelt (wo man ihn allerdings auch nicht hören würde – das ist aber ein anderes Phänomen), kann den Sabbath-Fans egal sein, was er von ihrer Musik hört. Es geht nicht darum, keine andere Meinung zu dulden, sondern darum, ob diese andere Meinung immer und überall angebracht ist.

    @Ireneusz Cwirko

    Ist jetzt Ihnen der Unterschied klar?

    Nein, das einzige, was durch Ihre Antwort klar wird, ist Ihre tiefe Abneigung gegen den Wssenschaftsbegriff, wie ihn die meisten (nicht nur hier, sondern in der Gesamtheit der Wissenschaft) verstehen. Und selbst wenn Sie recht hätten – was tun Sie dann ständig auf dem (ihnen inzwischen als solchen bekannten) Airguitar-Festival, das wir ScienceBlogs nennen? Irgend etwas muss sie ja zur ständigen Wiederkehr animieren, und ich wüsste manchmmal schon ganz gerne, was das ist.

  41. #41 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    @ Jürgen Schönstein
    “ist Ihre tiefe Abneigung gegen den Wssenschaftsbegriff”
    Das stimmt nicht ich bin ein begeisterte Fan von Wissenschaft aber ein Kritiker dessen wie diese Begriff in die Praxis umgesetzt ist.
    Ich bin mir sicher Sie wissen es sehr gut zu unterscheiden.

    “und ich wüsste manchmmal schon ganz gerne, was das ist.”

    Oh dass ist ganz einfach, der Kreis der Wissenschaftsbegeisterten ist sehr begrenzt und diese Leute erreiche ich hier auch manchmal.
    Dass für viele ein Schock bedeutet mit meiner Ansichten konfrontiert zu sein, stört mich nicht, es geht mir in erster Linie um den Impuls zum Umdenken. Das ich die Scienceblogger dazu bewege, solche unrealistische Vorstellungen habe ich nie gehabt.
    Und ich mache es weil ich einfach so dumm bin und glaube man sollte es tun.

  42. #42 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Was suchen Sie denn in einem Blog, wo angeblich die Blogger die Trolle sind, Machtmissbrauch betrieben wird, kaum noch jemand auf Sie eingeht und Ihr Internet-Dasein eher als kläglich zu bezeichnen ist?

    Streit. Mit Menschen, die reifer sind als Du und mit denen man über Ideen diskutieren kann statt über Leute.

    Was übrigens ein in der Diskussion unterbeleuchteter Aspekt ist: die Kommentarfunktion dient, anders als ihr Name suggeriert, nicht nur der Kommunikation mit dem Blogger, sondern oft auch der Diskussion der Leser untereinander. Wer dazwischenhaut, fällt also ganz banal anderen Menschen ins Wort. Auch dafür darf man sich eine gute Begründung suchen, wenn man nicht als unhöflich gelten möchte.

  43. #43 Sven Türpe
    3. Dezember 2010

    Doch, die Analogie passt. Wenn nicht mehr zum Thema diskutiert werden kann, weil jemand hartnäckig die Diskussion in einer andere Richtung drängt oder durch Beschimpfungen anderen Diskutanten die Lust auf Beteiligung nimmt, dann ist das störend.

    Wann die Bedingung erfüllt ist, unterliegt zum einen der subjektiven Einschätzung des Einzelnen. Zum anderen ist die Bedingung regelmäßig bereits bei einem völlig normalen Diskussionsverlauf erfüllt. Mehr als eine Handvoll Kommentare, mithin also jegliche echte Diskussion gleich welcher Intensität und Richtung, unterstützt die mangelhafte Technik hier nicht besonders gut. Dieses Defizit lässt sich beheben und liegt deshalb in der Verantwortung der Blogger und nicht der Kommentatoren. Die einschlägigen Vorbilder Slashdot und Usenet-Newsreader habe ich genannt.

  44. #44 S.S.T.
    3. Dezember 2010

    @IC

    Dass für viele ein Schock bedeutet mit meiner Ansichten konfrontiert zu sein, stört mich nicht, es geht mir in erster Linie um den Impuls zum Umdenken. Das ich die Scienceblogger dazu bewege, solche unrealistische Vorstellungen habe ich nie gehabt. Und ich mache es weil ich einfach so dumm bin und glaube man sollte es tun.

    Boah, ey! Endlich mal wieder ein altruistischer, empathischer Wissenschaftsfreak. Ein Aufklärer aus Leidenschaft, eine U2 am Wissenschaftshimmel! Nach dem Motto: “Ich mach mich gern zum Narren, wenn es meiner Wahrheit dient.”

    Sie Wissenschaftler Sie, wo bleiben eigentlich Ihre Belege zu Ihrer Behauptung, dass 90 % der Blogger ihre eigenen Trolle sind?

    P.S. Diese Behauptung bekommen Sie Wissenschaftler solange unter die Nase gerieben, bis Sie sie entweder belegen oder zurücknehmen, frei nach Cato dem Älteren.

  45. #45 Ireneusz Cwirko
    3. Dezember 2010

    @S.S.T
    “Sie Wissenschaftler Sie, wo bleiben eigentlich Ihre Belege zu Ihrer Behauptung, dass 90 % der Blogger ihre eigenen Trolle sind?”!

    Sie Blogger Sie, niks ferstejen

    “Die sogenanten Trollen sind in 90 % der Fälle die Blogger selbst “

  46. #46 MartinS
    3. Dezember 2010

    Don’t feed them!

  47. #47 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2010

    @Ireneusz Cwirko
    Q.e.d.

    @Sven Türpe

    Wann die Bedingung erfüllt ist, unterliegt zum einen der subjektiven Einschätzung des Einzelnen.

    Sind Sie ganz sicher, dass Sie nicht “der subjektiven Einschätzung des Sven Türpe” schreiben wollten? Denn aus allem anderen muss man lesen, dass Sie das subjektive Einschätzungsrecht der Blogautoren verneinen; Zitat Sven Türpe: “Außer Eitelkeit und der Fehlannahme, die Welt sei unter dem eigenen Management am besten eingerichtet, kann ich mir wenige Gründe vorstellen, die gegen Lust und Laune sprächen. Hier geht nichts kaputt, hier wird nichts verbraucht — welches Ziel sollen Eingriffe eigentlich verfolgen?”

    Mit der Einschätzung der Schwächen des Kommentarsystems in Blogs haben Sie sicher recht. Aber ein imperfektes System bedeutet ja nicht, dass damit alle Etikette über Bord geworfen werden kann. Ein Telefon ist auch nur ein begrenztes (einkanaliges) Kommunikationsmittel; würden Sie darauf bestehen, dass Flüstern und Zeichensprache angemessene Verhaltensweisen für Telefongespräche sind? Man muss manchmal mit dem leben, was man hat, nicht mit dem, was man gerne hätte – und sein Verhalten entsprechend gestalten. Suchen Sie mal nach alten CB-Funkern und fragen Sie die mal nach ihrer Funketikette, wenn Sie Fallbeispiele dafür brauchen.

  48. #48 Schmidts Katze
    3. Dezember 2010

    Ich finde eine Thread-Struktur wie bei heise.de sehr gut.
    Jeder Troll kann schreiben, was er will, und wenn er jemanden findet, der ihn füttert, kann er nach Belieben mit ihm diskutieren; wen das nicht interessiert, der ignoriert den Thread einfach und diskutiert in einem anderen Teil-Thread weiter.
    Das schränkt die Möglichkeit eines Trolls, eine Diskussion zu zerschießen, schonmal ziemlich ein.

  49. #49 Richard Head
    3. Dezember 2010

    @Irenäus (der sich mit totalitären Systemen auskennt) Cwirko

    Auch wenn Ihnen das nicht passt und Sie unangenehme Fragen gerne ignorieren, wie wäre es, wenn Sie mal auf die oben gestellten Fragen eingehen:

    Gluecypher schrieb:

    Jürgen Schönstein, Ulrich Berger oder andere Blogger hier sind nicht für ihren eigenen Blogg verantwortlich? Bitte um Erklärung.

    Und wo liegt der Unterschied zwischen SB und anderen Blogs? Bitte um Erklärung.

    Welche propagandistischen Ziele verfolgen die SB? Bitte um Erklärung?

    Bitte bringen Sie 3 Beispiele von Bloggern hier auf Sb, die sich zu Dingen äußern, von denen sie “nicht die leiseste Ahnung haben”, zu denen Sie wesentlich qualifiziertere Aussagen machen können. Dazu bitte die Begründung, warum Sie besser qualifiziert sind, sich zu den genannten Themen zu äußern. Tip: “Ich weiß es eben besser!” ist keine Begründung.

    S.S.T. schrieb:

    Sie Wissenschaftler Sie, wo bleiben eigentlich Ihre Belege zu Ihrer Behauptung, dass 90 % der Blogger ihre eigenen Trolle sind?

    Haben Sie keine Antwort auf diese Fragen?? Oder ist Ihr geistiger Horizont zu begrenzt, die Fragen zu verstehen? Ich bin gerne bereit, die Fragen detaillierter zu erläutern.

  50. #50 roel
    3. Dezember 2010

    @MartinS· 03.12.10 · 19:11 Uhr “Ich persönlich finde es bezeichnend, dass die Kommentatoren, die hier für ‘Redefreiheit’ argumentieren, gleichzeitig SB-Blogger beleidigen und dann wahrscheinlich noch rumstänkern würden, wenn sie gesperrt würden.” Bitte einen Beleg, dass ich einen SB-Blogger beleidigt habe.