Wie schon Max Beckmann Liebermann wusste: Manchmal kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte. Da ist einerseits der populistische (er selbst verwechselt das hartnäckig mit populäre) Bauunternehmer und Möchtegern-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der im Telefoninterview mit Fox News ganz unverblümt zugibt, dass das Ziel politischen Handelns nicht etwa eine Steigerung des Gemeinwohls oder Mehrung des Nutzens des Volkes oder sonst so ein sozialistischer Quatsch ist (davon ist ja auch im Amtseid der US-Politiker mit keiner Silbe die Rede), sondern einzig und allein die Vernichtung des politischen Gegners, egal um welchen Preis (den natürlich sowieso nur das depperte Volk zahlen müsste):

Für alle, die keine Zeit oder Lust haben, sich das Trumpsche Gelabere anzuhören, hier die Kernaussage: Republikaner sollten jeglichen Kompromiss bei der Staatsverschuldung ablehnen, selbst wenn dies, wie Experten befürchten, schwerwiegende Konsequenzen für die US-Wirtschaft hätte – weil die Schuld daran sowieso bei Obama verortet würde: “When it comes time to default, they’re not going to remember any of the Republicans’ names. They are going to remember in history books one name, and that’s Obama.”

Aber den Kotzbrocken der Woche serviert mal wieder Glenn Beck, der in seiner Radiosendung die jungen Opfer der Schießerei auf der Insel Utoya mit der Hitlerjugend vergleicht (was offenbar seine Lieblingsparabel ist):

Kein Wunder, dass mir schlecht ist …

flattr this!

Kommentare (56)

  1. #1 Thilo
    27. Juli 2011

    Das Zitat ist von Max Liebermann.

  2. #2 Jürgen Schönstein
    27. Juli 2011

    Stimmt! Und ich habe es oft genug als ein Max-Liebermann-Zitat schon verwendet, um dies nicht wissen zu können. Der “Beck” ist mir hier ganz Freud’sch reingerutscht.

  3. #3 HaDi
    27. Juli 2011

    Beckmann ohne Max wäre das dann das dritte Brechmittel gewesen.

    Übrigens habe ich gerade nach “Beckmann Brechmittel” gegoogelt, und dieser artikel war – Obwohl erst 2 Stunden alt – auf Platz 1. Spricht für eine hohe Reputation des Blogs, Glückwunsch!

  4. #4 jitpleecheep
    27. Juli 2011

    @Jürgen Schönstein:

    “[…] mit der Hitlerjugend vergleicht (was offenbar seine Lieblingsparabel ist)”

    Enter Lewis Black: http://www.youtube.com/watch?v=JngI1_8beoA

    (Der Mann ist ja selten schlecht, aber das ist mein absoluter Lieblingsrant)

  5. #5 ali
    27. Juli 2011

    @jitpleecheep

    Ja, den wollte ich auch gerade verlinken. Nazi Tourette’s. Der wahr herrlich.

  6. #6 bereitsgrünimGesicht
    27. Juli 2011

    Jepp, unglaublich die Sache. Aber wie ich gerade hier in Erfahrung gebracht habe: http://www.youtube.com/watch?v=Iljva1EoVzc

    Glenn Beck hat selber ein politisches Camp! Das “9/12 Project”! Etwaige Vergleiche, wie diese Glenn Beck getätigt hat, verkneife ich mir an dieser Stelle.

  7. #7 Dr. Webbaer
    28. Juli 2011

    Der populäre Donald Trump, bekannt als “The Donald” wie ein buntes Huhn in den Staaten – und nicht nur dort, hat vor mehr als zwei Monaten eine bestehende Präsidentschaftskandidatur zurückgewiesen; The Donald steht also nicht als “Möchtegern-Präsidentschaftskandidat” bereit, wie der Artikel fälschlicherweise angibt.

    Noch kurz zum “Kotzbrocken” (vgl. StGB §185) noch kurz, also es waren schon junge Sozialisten, die ein Agitationscamp besuchten und als internationale Sozialisten eben “nicht ganz” problemlos sind. – Selbstverständlich hätte man mit dieser Beobachtung auch warten können, bspw. bis aus dieser Ecke etwas Antisemitisches kommt, vgl.: -> http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1148007/

    Man vergleiche gerne auch mit dem Antisemitismusproblem der deutschen LINKSpartei, das zurzeit medial erörtert wird.

    MFG
    Dr. Webbaer

  8. #8 Jürgen Schönstein
    28. Juli 2011

    @WB
    Mal wieder so ein Häufchen. Erstens ist Trump seit mehreren Wahlperioden immer als Möchtegern-Kandidat in Erscheinung getreten (aber dann zu feige, wirklich anzutreten und die voraussichtliche Schlappe einzustecken), und wird dies bei nächstbester Gelegenhheit wieder tun. Ich bleibe also bei meiner Bezeichnung. Zweitens: Sparen Sie sich Ihre ahnungslosen Rechtsbelehrungen. Denn auch die US-Justiz kennt das Prinzip, dass einstecken können muss, wer austeilen will – wer sich also wie Trump und Beck aus wirtschaftlichem Interesse provozierend in die Öffentlichkeit drängt, muss auch damit rechnen, dass ihm harter Wind entgegen pfeift. Und drittens war das kein Agitationscamp, sondern ein Ferienlager. Danke schön, dass Sie sich hier öffentlich auf die gleiche Stufe stellen wie Glenn Beck – das genügt mir, um Sie zu bitten, künftig auf weitere Kommentare zu verzichten. Wenn Sie’s dennoch nicht bleiben lassen können, ihre geistigen Häufchen (braun und stinkig) hier abzusetzen, mach’ ich’s genau so, wie schon früher: Dann werfe ich sie leicht angewidert weg.

  9. #9 Dr. Webbaer
    28. Juli 2011

    @Jürgen Schönstein
    Hier noch ein Beleg für die Aktivitäten der sozialistischen Jugendgruppe: -> http://politisk.tv2.no/nyheter/st%C3%B8re-om-israel-palestina-konflikten-%E2%80%93-okkupasjonen-ma-opph%C3%B8re-muren-ma-rives-og-det-ma-skje-na/

    Wenn Sie Belege für das je nach Sichtweise antisemitische oder antizionistische Auftreten dieser Gruppe wünschen, kann Dr. W diese demnächst beibringen.

    Vorhalte irgendwie sozialistisch oder gar braun zu sein, weist der Schreiber dieser Zeilen streng zurück. Was sollen solche Vorhalte nur bezwecken?

    MFG
    Dr. Webbaer

    PS: Wenn Sie zensieren wollen wg. falscher Meinung, nur zu! Sie sind dann einen Kommentator los. Bisher haben Sie auf Zensur verzichten können. – Beleidigungen prallen am Schreiber dieser Zeilen ab, lassen Sie sich also dbzgl. nicht stören.

  10. #10 michael
    28. Juli 2011

    @WB
    Die Jugendlichen fordern die Anerkennung Palaestinas. Und das geht voll in Ordnung.

  11. #11 Sven Türpe
    28. Juli 2011

    *Shrug,* wenn Freiheit nicht ab und zu wehtut, ist sie keine.

  12. #12 Bullet
    28. Juli 2011

    PS: Wenn Sie zensieren wollen wg. falscher Meinung, nur zu! Sie sind dann einen Kommentator los.

    Jürgen, bist du bestechlich? ^^

  13. #13 Christian
    28. Juli 2011

    Habt ihr in USA nicht ganz konkrete Probleme?

  14. #14 Jürgen Schönstein
    28. Juli 2011

    @Christian
    Ja, das konkrete Problem ist eben genau jene Staatsverschuldung, zu der sich Trump so geistreich geäußert hat. Die Sache ist eben nicht trivial …

    @alle
    Es ist schon witzig, wenn jemand auf die Bitte, sich künftig fern zu halten, mit der “Drohung” reagiert, dass er/sie dann nicht mehr vorbeikäme. Bitte, BITTE machen Sie diese Drohung wahr!

    Und noch etwas: Ich zensiere nicht. Denn erstens ist Zensur per Definition (ich verlinke hier mal auf das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache) ein “amtliches oder staatliches Handeln” – und ich bin weder eine Behörde noch ein Staat. Zweitens sind vor dieser Zensur per Gesetz zwar die Medien geschützt (ich zitiere aus dem einschlägigen Artikel 5 des Grundgesetzes: “Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”) – ansonsten ist aber “nur” die Meinungsfreiheit gewährleistet. Aber nicht alles, was gesagt wird, ist eine Meinung, und nicht jede Meinung ist geschützt – Artikel 5, Satz 2 stellt beispielsweise das “Recht der persönlichen Ehre” über das Recht der Meinungsfreiheit. Wer mir beispielsweise fälschlich und absichtlich eine strafbare Handlung unterstellt, der kommt dieser Grenze schon extrem nahe. Außerdem sind Kommentare in Blogs eher den Leserbriefen in einem Printmedium vergleichbar, also keine eigenständigen Publikationen – es gibt kein Recht darauf, einen Leserbrief veröffentlicht zu sehen, und es gibt keinen Anspruch darauf, dass jeder Kommentar, und sei er noch so unqualifiziert, hier stehen bleiben darf.

    Machen wir’s doch ganz grundsätzlich klar: Wer in Zukunft in meinem Blog mit der “Zensurkeule” um sich hauen will, muss damit rechnen, dass er einen Platzverweis erhält. Und nein, das ist keine Ironie (auch wenn ich schon die Trolle hecheln höre, die selbiges gar nicht schnell genug in ihre Tastaturen hacken können), sondern eine Frage der Bloghygiene.

  15. #15 Christian
    28. Juli 2011

    Ach ja, es ist unglaublich was im Bretterbuden und schiefe Strommastenland alles möglich ist. Tj tj tj….
    Wahrscheinlich haben viele Reps auf einen fallenden Dollar spekuliert. Viellicht will man aber auch mit einem Schlag die Staatsverschuldung loswerden.
    Ich las neulich das er, wenn er denn Präsident wird ( was das Universum verhindern möge) den Chinesen erst mal richtig was auf die Mütze kloppen wird. Jei jei jei…..

  16. #16 michael
    28. Juli 2011

    @Juergen

    OT:
    Was soll eigentlich ‘Clone of Basisblog’ auf der Blog-index Spalte sein?

  17. #17 rolak
    28. Juli 2011

    Das ist ein nicht spezifizierter dummy- oder default-Listeneintrag, michael, entspräche einer nicht initialisierten Variablen beim Programmieren.

  18. #18 Klaus
    29. Juli 2011

    Diese ganze Obergrenzen-Diskutiererei ist reine Show!
    Amerikanisches Geld ist chartalistisches Geld! In den USA läuft das Spiel anders als sonst irgendwo auf der Weilt.
    Im Gegensatz zu uns haben die USA ihre Währungshoheit ja nie aufgegeben und können also beliebig viel Geld drucken und es je nach Bedarf auf- oder abwerten. Einst konnten wir das auch, als wir noch die D-Mark hatten. Heute müssen wir die Firma Draghi & Smaghi (a.k.a. EZB) um Erlaubnis bitten.
    Im vergangenen Monat erzielte die Fed abermals einen neuen Verkaufsrekord von US-Staatsanleihen an ausländische Kunden, davon allein 25 % an China.

  19. #19 Klaus
    29. Juli 2011

    Für die Laien:
    Obama weist Geithner an, sich bei der FED soviel Kohle drucken zu lassen, wie er benötigt; und danach sagt er zu den Bankern: Freunde, wenn ihr nett seid, dann finanzieren wir einen Teil dieses Geldes um über öffentliche Schulden. Das ist in eurem Interesse und in meinem.
    Hört sich total gaga an. Ich hab’s auch selber lange nicht geglaubt.
    Medium Term Notes…..MTNs

  20. #20 Dr. Webbaer
    29. Juli 2011

    @michael

    Die Jugendlichen fordern die Anerkennung Palaestinas. Und das geht voll in Ordnung.

    Als alter Amerikakenner regt Dr. Webbaer ergänzend zum Artikel des freundlichen Inhaltemeisters gerne folgende Sicht auf die Dinge an:

    Der erfolgreiche Unternehmer Trump und der rechte Fernsehmensch Beck sind als orthogonale und etwas pflegeleichte öffentliche Meinungsträger gelegentlich einfachen Sichten verpflichtet (die nicht falsch sein müssen).

    Beck hat womöglich den Informationsstand “Jungsozialistentreffen bei Oslo”, sieht (bspw. hier) die Milchgesichter einiger, die jünger als 14 Jahre zu sein scheinen, also indoktriniert scheinen, sieht dann die Aufforderung Israel zu boykottieren, was -je nach Meinungslage- als antisemitisch oder antizionistisch aufzufassen ist, und kriegt dann als “alter Amerikaner”, dessen Vorfahren vielleicht schon zweimal in Europa in Weltkriegen ausgeholfen haben und auch am Abrauchen des internationalen Sozialismus nicht schuldlos waren, das kalte Grausen.

    Klar, Beck, ein alter Isreal-Freund btw, und der eitle Trump sind nicht DIE Bringer, aber eben auszuhalten. – In Doitschland werden solche Kollegen ja gerne ausgegrenzt und per Anzeige kriminalisiert.

    Und mal ganz im Ernst: Der Sozialismus war das Verbrechen des letzten Jahrhunderts. Schwer zu sagen, warum junge Leute auch heute noch von Pädagogen und Medien auf sozialistisch getrimmt werden mit “Antizionismus” und Che Guevara und so…

    MFG
    Dr. Webbaer

  21. #21 cydonia
    29. Juli 2011

    Gut, die Trollversammlung hat sich von Christian Reinboth hierher verlagert. Und die Herren sagen immer noch dasselbe, ohne sich im Geringsten verpflichtet zu fühlen, ihre Position auch zu begründen.
    Und Wb….kein Schamgefühl? Kann man Ihnen nicht verordnen, ok. Aber seien Sie versichert, dass ihre Posts immer noch zum Ekelhaftesten gehören, das hier rumspukt. Indoktrinierte Jugendliche, denen man die Indoktrination Ihrer Meinung nach an der Nase ansieht, gehören erschossen…oder zumindest sollte man Verständnis dafür haben.
    Oder was wollten sie damit sagen?

  22. #22 Dr. Webbaer
    29. Juli 2011

    @klein(geschrieben)e Cydonia

    Aber seien Sie versichert, dass ihre Posts immer noch zum Ekelhaftesten gehören, das hier rumspukt.

    Es ist ja auch ekelhaft, wenn Kinder “Boykottiert Israel!”-Schilder tragen, schauen Sie sich noch mal die Milchgesichter an:
    http://politisk.tv2.no/nyheter/st%C3%B8re-om-israel-palestina-konflikten-%E2%80%93-okkupasjonen-ma-opph%C3%B8re-muren-ma-rives-og-det-ma-skje-na/

    Wer wie Dr. W schon mit sozialistisch pädagogisierten Jugendlichen zu tun hatte – Und erzähle hier niemand, dass die Kinder auf dem Foto die Zusammenhänge verstehen! -, wird sicherlich zwingend unfroh.

    Fehlt Ihnen ausgedrücktes Mitgefühl für die Opfer des Attentats? – Daran mangelt es dem Webbaeren sicherlich nicht.

    MFG
    Dr. Webbaer

  23. #23 Wernherr
    29. Juli 2011

    Es ist ein Machtkampf. Es geht einfach darum Obama los zu werden. So einfach ist das.
    Ein Land mit einer eigenen konvertierbaren Währung wird nie an den Schulden ersticken können, weil:
    1. Geld beliebig gedruckt werden kann
    2. damit auch ausländische Schulden bedient werden
    und im Falle der USA
    3. die Währung durch Flugzeugträger gestützt wird.

    Übrigens:
    Was in den USA ist nicht Show? Was in der Politik ist kein Theater?

    Naivität hilft da wenig.

  24. #24 Inuit
    29. Juli 2011

    Der ökonomische Kollaps der USA wie der der EUdSSR ist so unausweichlich wie der Tod. Wir wissen doch alle, dass diese verfaulten, hoffnungslos überschuldeten Systeme gar keine Chance mehr haben KÖNNEN! Aber wie beim Sterben haben viele eine Heidenangst davor, lamentieren, kurieren, prognistizieren wie blöd herum. Und können doch nichts ändern am unerbittlichen Finale. Höchstens, es hinausschieben, die Zeit der Qual, der Ungewissenheit etwas verlängern.

    Nein! Ich bin froh, wenn es endlich soweit ist. Wenn dieser totkranke, globalisierte finanzindustriell-kapitalistische Komplex in sich zusammenfällt. Okay, ein, zwei Jahre Chaos sind in Kauf zu nehmen danach. Aber dann fängt etwas Neues an. Wie immer in der Geschichte wird es spannend.

    Wie sagte Schiller in seinen “Die Räuber” doch so treffend:

    “Das Alte stirbt. Und neues Leben blüht aus den Ruinen.”

    Meine einzige Hoffnung ist, dass die verlogenen und verluderten Berufspolitiker-Eliten, die den weltweiten ökonomischen Kollaps hätten verhindern oder doch zumindest drastisch abmildern können, strafrechtlich verfolgt und angeklagt werden. Wegen Hochverrates! Denn es darf doch nicht sein, dass diese korrupte Elite ihre Schäfchen rechtzeitig ins Trockene bringen kann, während viele Millionen Unbedarfte, für die sie ja die Verantwortung übernommen haben, Haus, Hof, Rente und Lebensversicherungen verlieren.

  25. #25 Jürgen Schönstein
    30. Juli 2011

    @michael @rolak
    Es ist zwar eine alte Ausrede, “dem System” die Schuld zu geben – aber irgendwie hat es Movable Type (unsere beknackte Blogplatform) mal wieder geschafft, Mist zu bauen. Im Blogindex taucht nun plötzlich wieder jedes alte, längst nicht mehr aktive Blog (und auch die zum Anlegen neuer Blogs nötigen Interims-Seiten, die dann solche Namen wie “Basisblog” oder “Bastelblog” oder “Testblog” oder “Clone of …” oder wasauchimmer tragen) auf. Und dabei ist der Code ganz klar, dass diese nicht aufzulisten sind … Mal sehen, ob ich das wieder gebacken kriege.

  26. #26 Jürgen Schönstein
    30. Juli 2011

    @Klaus

    Für die Laien: Obama weist Geithner an, sich bei der FED soviel Kohle drucken zu lassen, wie er benötigt;

    Für die Ahnungslosen: Die Federal Reserve Bank druckt kein Geld – das obliegt dem Department of Treasury (also Geithners Behörde), zu dem das Bureau of Engraving and Printing gehört (man beachte die nicht ganz unironische URL desselben). Die Fed kontrolliert zwar die Geldumlaufmenge, aber nur dadurch, dass sie entsprechende Münz-, Noten- oder auch Kreditvolumina aus dem Verkehr zieht oder wieder in Umlauf bringt. In dieser Entscheidung ist sie allerdings autonom; außerdem ist die Fed nicht dem Präsidenten oder dem Finanzminister weisungsgebunden, sondern lediglich dem Kongress rechenschaftspflichtig. Aber das ist für Parolenschwinger sicher zu komplex.

  27. #27 rolak
    30. Juli 2011

    Auch wenn gerne (‘immer und überall’) als Ausrede benutzt, ist diese Zuordnung deswegen nicht generell falsch, Jürgen 😉 Allerdings sind derart große script-Knäuel (afaik perl und js bei diesem MT) imho nicht nur wegen ihrer Komplexität, sondern auch wegen des sprachtypischen laissez-faire beim Erstellen, Abändern und Ausbau des Codes besonders anfällig für (enthaltene und) dazukommende, typischerweise sehr schwer zu lokalisierende Fehler durch unbeabsichtigte Nebenwirkungen.

    Was dann schon fast wieder on topic wäre, wenn als Nebenwirkung der Freiheit becksche Proemetika sich etablieren und im Nachhinein keinem so recht klar ist, wie das passieren konnte…

  28. #28 michael
    30. Juli 2011

    @Rolak

    ‘Proemetika’ ? Was ist das? Selbst Google ist ahnungslos.

  29. #29 rolak
    30. Juli 2011

    Hey, keine Panik michael, suche auf der dunklen Seite und werde fündig.

    Es war mein heutiger, kleiner bescheidener Beitrag zur Orthogonalisierung der Umgangssprache 😉

  30. #30 Klaus
    30. Juli 2011

    “Realwirtschaft” und Wertschöpfung sind seit Jahren schon verbannt aus dem amerikanischen Modell.
    Es interessiert nicht, wieviel Dollars gedruckt werden.
    Und vor allem – wofür.
    Solange die Flugzeugträger noch schwimmfähig sind, sollte man seinen gesunden Verstand in eine Schlafposition bringen.

    Schulden, Wachstum und andere ökonomische Kategorien
    sind irgendwie irreführend; wenn es um die Supermacht geht.

  31. #31 Wernherr
    30. Juli 2011

    “Erst blockierten störrische Republikaner erneut jede Lösung des Schuldenproblems.” – Was wird denn hier für ein Unsinn geredet? Obama ist weder fähig noch willens, das Schuldenproblem zu lösen. Er will einfach MEHR SCHULDEN machen! Weiter wie gehabt.

    Das bedeutet massive Inflation, die die kleinen Sparer und die Ärmsten im Lande am härtesten trifft. Aber ist natürlich unspektakulär und gibt deshalb keine Blogzeile her. Wie wäre
    es denn damit: Obama schröpft die Armen – er will weiter Krieg spielen! Aber die bösen Reps machen nicht mit.

  32. #32 KLaus
    30. Juli 2011

    Fegen wir erst mal vor der eigenen Haustür. Griechen-Kurzläufer rentieren über 30%, analoge Iren- und Portugiesen-Anleihen über 10 %. Damit wird das Rating, dass die Betroffenen weitere “Finanzhilfen” europäischer Steuerzahler benötigen, weiter den Charakter von sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Die 10-jährigen Spanier- und Italiener-Staatsanleihen haben sprunghaft die 6%-Renditen überschritten. Der Euro/CHF notiert unter 1,14. Der Goldpreis in Euro im Bereich neue Allzeithochs. Die Spritpreise an den Tankstellen sagen jedem Normalo, was der Euro wirklich wert ist.

    Jetzt zum Dollar. Natürlich kann er nicht pleite gehen. Das erste, was einem Deutschen in den USA auffällt, ist dass alles, einschließlich der Benzinpreise, “spottbillig” ist. Das bedeutet der Dollar ist vergleichsweise überbewertet. Das war er schon seit langem.

    Letztlich wäre die Implosion der heutigen Finanzmärkte ein Segen für die Menschheit. Um die Millionen Geldgeier die bankrott wären, braucht man sich nicht sorgen. Das heutige Geldsystem ist ein prima gemachter Betrug am Finanzmarkt-Sparer.

  33. #33 Wernherr
    30. Juli 2011

    So funktioniert nun mal Demokratie langfristig: Herrschaft von Dummen durch Dumme über Dumme.

    Und bevor nun jemand meckert: Die Zyklen der Entartung von politischen Systemen wurde bereits vor über 2300 Jahren beschrieben.

  34. #34 Franz K.
    30. Juli 2011

    @Klaus

    Mein Gott. Jetzt habe ich überhaupt erst durchschaut, was da bewerkstelligt wird: beide Parteien wollen gezielt die Zinsen auf amerikanische Staatsanleihen erhöhen, als Klientelpolitik für die Finanzindustrie. Das Ganze reiht sich nahtlos in die lange Reihe der “Bankenrettungspakete” in Billionenhöhe ein.

    Dass die kläglichen Überreste des amerikanischen Sozialstaats dabei unter die Räder kommen und die Handlungsfähigkeit der amerikanischen Regierung zerstört wird, wird achselzuckend hingenommen.

    Unfassbar, was hier geschieht. Wer stoppt diese Verbrecher, die uns in ihrem globalen Privatisierungswahn alle versklaven wollen?

  35. #35 KLaus
    30. Juli 2011

    Wir haben mit richtigen Bösewichten und Kriminellen zu tun.

    Schwer zu verstehen ist: Warum der Marktwirtschaft Nachfrage fehlen kann und wie diese auch mit dem Geld “aus nichts” möglich ist zu kompensieren (auch wenn es bessere Methoden gibt). Anders gesagt, es ist schwierig zu verstehen, warum ohne “aus nichts geschaffenen” Kredite nichts läuft.

  36. #36 Sven Türpe
    30. Juli 2011

    Machen wir’s doch ganz grundsätzlich klar: Wer in Zukunft in meinem Blog mit der “Zensurkeule” um sich hauen will, muss damit rechnen, dass er einen Platzverweis erhält.

    NO TRESPASSING, NO LAUGHING.

  37. #37 Sven Türpe
    30. Juli 2011

    So funktioniert nun mal Demokratie langfristig: Herrschaft von Dummen durch Dumme über Dumme.

    Dummkopf.

  38. #38 Sven Türpe
    30. Juli 2011

    Wer stoppt diese Verbrecher, die uns in ihrem globalen Privatisierungswahn alle versklaven wollen?

    James Bond.

  39. #39 Georg
    30. Juli 2011

    @Klaus

    Naiv sind die deutschen Eliten … ach was, nicht naiv, die sind unendlich dumm, wie es schon die ganze Geschichte des 20. Jahrh zeigt. Sie meinen, die Amis werden immer:
    – Mit dem Gelddrucken für deutsche Exportüberschüsse sorgen
    – Nebenbei werden sie für deutsche Exportüberschüsse die Länder marktreifbomben. (Und in DE werden die “Gutmenschen” für Frieden demonstrieren.)

    Was merken die Amerikaner allmählich?

    Ja, es war angenehm, sie drucken Geld, die anderen schicken Güter. Aber was war die Folge? Die hat schon Hegel (ähhhhhhhh …der schon wieder !!!) mit seiner “Dialektik von Herr und Knecht” 100% erklärt. Kurz: Die Amis haben vergessen, wie man produziert. Und weil sie die Welt doch nicht besiegen können, wie es noch Bush hoffte – Stichwort BRICs – sieht es düster aus. Die Idee, sie werden nur spekulieren, die Welt wird für sie schuften, klappt nicht mehr.

  40. #40 Dr. Webbaer
    30. Juli 2011

    Man kann in den Staaten den Kampf zwischen denjenigen, die die Ausbreitung der Einnahmenseite befürworten und denjenigen, die staatlicherseits Einschränkungen wünschen, beobachten.

    Aus Sicht der doitschen Staatsbürger mit einer Staatsquote um die 50% mit ansteigender Tendenz mag die Sicht von Trump und Beck nicht nachvollziehbar sein, scheint der Staat doch leistungsföhig und gerecht; andere Nationalitäten sind hier anders gebildet und dementsprechend renitent.

    Viel Staat ist S, meinen diese, ungerecht im Sinne der Richtigkeit (davon leitet sich die “Gerechtigkeit” ab) und das Soziale betreffend. – Der Sozialist sieht’s naturgemäß anders, kluge Leute meinen aber, dass dieser seine Chance gehabt hat.

    MFG
    Dr. Webbaer

  41. #41 Dr. Webbaer
    30. Juli 2011

    Oder war das jetzt wieder Hundescheiße und Kotzbrocken? – Dann gerne löschen!

  42. #42 Dr. Webbaer
    31. Juli 2011

    Nachtragend:
    Die Hintergründe des “Haushaltskrieges” in den Staaten werden hier kenntnisreich beschrieben: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13516966/Die-USA-sind-nicht-das-neue-Griechenland.html

    Also, wen interessierts…, BTW der Autor ist kein Rechter, kein “Populist” und kein “Kotzbrocken” – auch wenn “Tear down this wall!” von ihm zu stammen scheint, lol.

    MFG
    Dr. Webbaer

  43. #43 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2011

    @WB
    Und? Natürlich hat Kornblum sich intelligent und kohärent zum Thema geäußert – was man ja nicht von jedem sagen kann. Aber dass Trump und Beck Schaum vorm Mund bekommen,wenn sie Kornblums Artikel lesen, ist Ihnen wohl auch klar – in welcher Weise widerspräche das meiner Aussage, dass Trump und Beck zwei “populistische Brechmittel” sind? Und wenn Sie sich die Mühe machen würden, meine Texte zu lesen (anstatt nur auf Reizwörter anzuspringen und dann loszulabern), hätten Sie gesehen, dass ich keine Person als Kotzbrocken bezeichnet habe, sondern die Aussage einer Person (= Beck).

  44. #44 Dr. Webbaer
    31. Juli 2011

    Sr, aber wenn sich die ‘Brechmittel’, ‘Kotzbrocken’ und ‘Hundehaufen’, äh, häufen, dann wird nicht mehr soo genau hingeschaut. – Korrekt: Trump und Beck sind ‘populistische Brechmittel” und keine ‘Kotzbrocken’, setzen ‘Kotzbrocken’ ausschließlich ab.

    Immerhin hat man sich auf die Verständigkeit der Kornblumschen Analyse einigen können. – Dem armen Mann scheint in Berlin ja böse zugesetzt worden zu sein; auch eine Folge des doitschen Antiamerikanismus, Sie könnten als “Amerikadeutscher” hier aufklärend(er) wirken. Es ist eben nicht so, wie Kornblum einmal amüsiert in einem Interview festgestellt hat und wie einige Doitsche zu denken scheinen, dass die USA jederzeit vor dem Umkippen in den Faschismus stehen. Und pleite sind sie auch nicht, jedenfalls verglichen mit dem EURO-Land oder Japan.

    MFG
    Dr. Webbaer

  45. #45 michael
    31. Juli 2011

    @WB
    >Sie könnten als “Amerikadeutscher” hier aufklärend(er) wirken.

    Könnte der Bär sich etwas mit seinen sicher gutgemeinten aber ungebetenen Ratschlägen zurückhalten!

    Sonst braucht er sich nicht zu wundern, wenn jemanden beim Lesen die Gedanken abschweifen.

    SCNR und so.

  46. #46 Dr. Webbaer
    31. Juli 2011

    @michael

    Könnte der Bär sich etwas mit seinen sicher gutgemeinten aber ungebetenen Ratschlägen zurückhalten!

    Sr, der unangefragte Rat ist die rhetorische Verteidigungsbasis des Webbaeren. Gut erkannt! – Ist zwar unangenehm, aber eben doch besser als die nackte Befindlichkeitsäußerung (“Find Dich S!”, “Find Dich Hundehaufen!”), die Psychogrammerstellung und die Personenbewertung, oder?

    MFG
    Dr. Webbaer (der auch Ihnen zum Rat rät)

  47. #47 Wernherr
    31. Juli 2011

    Hätte da eigentlich ja eine Bombenidee!

    Haben wir nicht – gerade wir Deutschen – jahrzehntelang von den USA profitiert? Haben wir nicht alle Coca-Cola, McDonalds und Starbucks kennen und lieben gelernt?

    Nun ist es an der Zeit davon wieder etwas zurück zu geben. Wir müssen uns unserer Verantwortung – auch für die USA – stellen. Schliesslich exportieren wir ja auch many much Sachen da hin.

    Deswegen meine Lösung für den Streit/Streik in den USA:

    Einen neuen Euro-Rettungsschirm. Ein paar Millarden sollten da doch schon noch irgendwo übrig sein dürfen.

    Mahlzeit.

  48. #48 Günther Vennecke
    31. Juli 2011

    @Webbaer,

    Sie sind dann einen Kommentator los.

    Soll das ein Angebot oder eine Drohung sein?

    Vorerst werde ich es jedenfalls unter falsches Versprechen abbuchen.

  49. #49 Wernherr
    1. August 2011

    Obama hatte 2 Jahre lang eine Mehrheit im Kongress, wie auch
    im Senat, aber weil der damit NICHTS anzufangen wusste und ständig darauf bedacht war, die Republikaner zu umgarnen, hat er dann die Mehrheit im Kongress verloren. Er war und ist
    ein Hütchenspieler Trickser. Sein “Change-Blabla” nimmt ihn keiner
    mehr ab.Also, Obama should have and could have, but didn`t.

  50. #50 Dr. Webbaer
    1. August 2011

    Tja, eine bittere Pille für die Etatisten:
    “Kürzungen im Umfang von 2,4 Billionen Dollar vorgesehen”

    Ist aber schon politisch ganz wichtich, ob man die staatliche Ausgabenseite bearbeitet oder -wie es einige wohl wollten- nur die Einnahmenbasis vergrößert.

    Dr. W wäre nun fast geneigt die Trumpschen Ausführungen als gelungenen Bluff zu interpretieren, um wichtige sinnvolle politische Ziele durchzusetzen (wir werfen vergleichend einen Blick auf das EURO-Land und dessen voraussichtliches Abrauchen durch Aufblähung der Ausgaben- und Schuldenseite), ist sich aber wg. der bekannten Pflegeleichtigkeit Trump’s nicht hunderprozentig sicher.
    😉

    MFG
    Dr. Webbaer