Die Überschrift ist ein Schlusswort, und dieser Beitrag selbst primär ein Lesetipp: In seinem Artikel The Broken Contract, der in der Zeitschrift Foreign Affairs erschienen ist, analysiert der Journalist George Packer, der sonst für den New Yorker schreibt, die Ursachen und Folgen der seit mehr als drei Jahrzehnten stetig verschärften sozialen Ungleichheit in Amerika. Ob es ein brilliante Analyse oder eine neiderfüllte Klageschrift ist, mag ja von den politischen Überzeugen des/der Lesenden abhängen – aber unbestreitbar ist, dass diese Ungleichheit existiert, und dass sie zum Kernproblem der amerikanischen und (man erinnere sich an die Finanzkrise ab 2008) der globalen Politik geworden ist.


Ein paar Zahlen aus dem Artikel als Beleg dafür: In den 70-er Jahren verdienten die Vorstände eines durchschnittlichen amerikanischen Großunternehmens etwa das 40-fache dessen, was dem einfachsten Arbeiter in der gleichen Firma gezahlt wurde – im Jahr 2007 hatte sich dieses Missverhältnis auf das 400-fache ausgedehnt. (Zwischen 1979 und 2006 kletterte das inflationsbereinigte Durchschnittseinkommen eines mittelständischen US-Haushalts um 21 Prozent; in den unteren Einkommensschichten nur um elf Prozent. Doch das oberste Prozent der Einkommenshierarchie sah sein Einkommen und 256 Prozent wachsen; der Anteil dieser kleinen Gruppe von Superverdienern am Volkseinkommen verdreifachte sich und erreichte fast ein Viertel.) Unternehmen empfanden noch so etwas wie eine gesellschaftliche Verantwortung (der Council on Foreign Relations, der das Magazin Foreign Affairs herausgibt, wurde beispielsweise 1921 von amerikanischen Unternehmern zum Zweck der Verbesserung internationaler Beziehungen – also nicht nur zu ihrem eigenen Nutzen – gegründet); die Politik war keine Politik, die sich den Sonderinteressen einzelner Gruippen verpflichtet fühlte – “Richard Nixon war ein heimlicher Liberaler, und heute würde er weit links von Olympia Snowe, einer moderaten Republikanerin, stehen”.

Klingt alles ein bisschen nostalgisch verklärt, so als ob früher halt einfach alles besser gewesen sei. Aber “Nostalgie ist ein nutzloses Gefühl”, meint Packer selbst. Denn natürlich gab es Mängel, Missstände … und Nylonhemden. Doch die wirkliche Tragik ist, dass die Mittel, mit denen sich der Mittelstand ins Aus bugsiert hat, sich ausgerechnet aus Bemühungen um mehr sozialen Ausgleich entwickelt hatten: Es waren die “McGovernisten und Watergate-Reformer”, die durch eine Öffnung des Wahlsystems eine Verschiebung, weg von den etablierten Buddysystemen der Parteikader und hin zu einer offenen Demokratie, mit mehr Beteiligung der Basis, erreichen wollten. Mit dem Resultat, dass “die Parteien ihre Geschlossenheit und ihren Einfluss verloren, sie wurden von einer neuen Art der Graswurzelpolitik überholt, die durch Direktwerbung gefördert wurde, sich speziellen Interessengruppen verpflichtet fühlten und durch Lobbys finanziert wurden. Die Wählerschaft wandelte sich von Koalitionen verschiedener Blöcke – Arbeitnehmervertreter, Mittestandsunternehmer, landwirtschaftliche Wähler – zu einer atomisierten Nation von Fernsehzuschauern.”

Wahlkampf war nurmehr vor allem eine Herausforderung, Geld aufzutreiben – und dies verlieh dem “organisierten Geld” mehr Macht und Einfluss. Statt mehr Demokratie gab’s eher weniger, und dieser Trend kristallisierte sich in Packers Darstellung unter der Carter-Regierung, im Jahr 1978. Drei Gesetzesentwürfe, die eine Verbraucherschutzbehörde einführen die Kapitalertragssteuer erhöhen und die Arbeitnehmerrechte (vor allem das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren) stärken sollten, wurden – nach massivem Lobbyeinsatz – trotz einer demokratischen Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses abgeschmettert. Um den Preis, dass diese Geister des organisierten Geldes das System nicht mehr loslassen wollen. Oder, wie der damalige Senator und spätere republikanische Präsidentschaftskandidat Bob Dole, ganz ohne jegliche Ironie, spätestens 1982 erkannte: “Arme Leute geben keine Wahlspenden.”

Nicht, dass die USA insgesamt seither verarmt wären – im Gegenteil: Eine Wall-Street-Firma habe sich, so schreibt Packer, im vergangenen Jahr für 300 Millionen Dollar das Verlegen einer Glasfaserleitung zwischen der Chicago Mercantile Exchange und der New York Stock Exchange geleistet, durch die hochautomatisierte Geschäfte nun um drei Millisekunden schneller abgewickelt werden können. Doch die Eisenbahnen zwischen Chicago und New York liefen heute nicht schneller als in den 50-er Jahren. Dies sei charakteristisch für die gesamte physische und politische Infrastruktur:

We have all the information in the universe at our fingertips, while our most basic problems go unsolved year after year: climate change, income inequality, wage stagnation, national debt, immigration, falling educational achievement, deteriorating infrastructure, declining news standards. All around, we see dazzling technological change, but no progress.
Wir haben all die Informationen des Universums in unserer Hand, während unsere grundlegendsten Probleme Jahr für Jahr ungelöst bleiben: Klimawandel, Einkommensungerechtigkeit, stagnierende Löhne, Staatsverschuldung, Einwanderung, fallende schulische Leistungen, zerfallende Infrastruktur, Verfall der journalistischen Standards. Um uns herum sehen wir glitzernden technologischen Wandel, aber keinen Fortschritt.

Das ausgerechnet diese gesellschaftliche Zersplitterung in (mächtige) Interessengruppen (Eigeninteressengruppen, um genau zu sein) und ohnmächtige Massen eine Folge der Bemühungen sein konnte, die Partizipation am politischen Geschehen von den Eliten weg und auf die Allgemeinheit hin zu verlagern, sieht Packer als die “perversen Effekte der Demokratisierung”. Statt mehr Gleichheit brachte sie mehr Ungleichheit, in der sich über Jahrzehnte hinweg das Geld – und damit die Macht – immer stärker in immer wenigen Händen konzentrierte. Diese Ungleichheit sei “wie ein geruchloses Gas, das jeden Winkel der Vereinigten Staaten durchdringt und die Demokratie des Landes ihrer Kraft beraubt”. Sie sei die Wurzel aller Übel, die Amerika heute plagen:

Inequality makes it harder to imagine the lives of others — which is one reason why the fate of over 14 million more or less permanently unemployed Americans leaves so little impression in the country’s political and media capitals. Inequality corrodes trust among fellow citizens, making it seem as if the game is rigged. Inequality provokes a generalized anger that finds targets where it can — immigrants, foreign countries, American elites, government in all forms — and it rewards demagogues while discrediting reformers. Inequality saps the will to conceive of ambitious solutions to large collective problems, because those problems no longer seem very collective. Inequality undermines democracy.

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Kommentare (44)

  1. #1 KommentarAbo
    12. Oktober 2011

  2. #2 Sven Türpe
    12. Oktober 2011

    Das ausgerechnet diese gesellschaftliche Zersplitterung in (mächtige) Interessengruppen (Eigeninteressengruppen, um genau zu sein) und ohnmächtige Massen eine Folge der Bemühungen sein konnte, die Partizipation am politischen Geschehen von den Eliten weg und auf die Allgemeinheit hin zu verlagern, sieht Packer als die “perversen Effekte der Demokratisierung”.

    Der behauptete Gegensatz zwischen den Interessen der Interessengruppen und den angeblich ohnmächtigen Massen wäre noch zu belegen, zumal in einer Gesellschaft, die den Massen den Zusammenschluss zu Interessengruppen freistellt und zu deren Tradition das Fundraising und das Stiften gehören. Vielleicht sind die mächtigen Interessengruppen gerade deshalb so mächtig, weil ihre Verfolgung eigener Interessen auch der Gesellschaft nützt. Und die Massen nicht ohnmächtig, sondern klug, denn wer die Welt für viele Menschen nachhaltig verbessern wollte, käme im Leben nicht auf die Idee, damit ausgerechnet in Amerika anzufangen, wo es andernorts doch so viel zu tun gibt.

  3. #3 Sascha Vongehr
    13. Oktober 2011

    Danke fuer diesen Lesetip – ein sehr einsichtsvoller Text.

    “weg von den etablierten Buddysystemen der Parteikader und hin zu einer offenen Demokratie … einer atomisierten Nation von Fernsehzuschauern.”

    Dies ist einer der Hauptgruende warum das Chinesische System der Partei internen Konsensus Demokratie der Westlichen Pseudo-Demokratie ueberlegen ist.

  4. #4 Sven Türpe
    13. Oktober 2011

    Dies ist einer der Hauptgruende warum das Chinesische System der Partei internen Konsensus Demokratie der Westlichen Pseudo-Demokratie ueberlegen ist.

    Ist die derart begründete Aussage wahr?

  5. #5 BreitSide
    13. Oktober 2011

    Au weia! Premium-Trollfutter für Türpel-Tölpel.

    Wie üblich: er hat nix verstanden – oder nix gelesen.

    Die Analyse ist sehr griffig. Das selbe Problem stellt sich ja bei uns. Obwohl wir eben nicht dieses fatale privatfinanzierte Parteiensystem haben (außer – aber eben in geringerem Maße der ich-sag-nix-über-die-illegalen-Spender – Oggersheimer).

    Die Hoffnung, dass man sich vielleicht von dem System verabschiedet, ist bei mir sehr klein. Mal schaun, was die Wall-Street-Besetzer bewirken können.

  6. #6 Jürgen Schönstein
    13. Oktober 2011

    @BreitSide
    Lass uns mal was Neues versuchen: Wenn Trolle hier zum Trog kommen und laut rumschmatzen, ignorieren wir sie einfach.

  7. #7 unabhaengiger
    13. Oktober 2011

    Das Problem ist schlichtweg das es keine vernünftigen und objektiven Medien gibt die die “Massen” erreichen und wirklich die Realität darstellen.
    Meinungen werden durch gleichgeschaltete Massenmedien gemacht, nicht wie es sein sollte durch Recherche vieler unabhängiger und nachweislich objektiver Quellen.
    Sieht man hier im Blog ja ganz gut.
    Während nun Innenminister einen Gesetzesbruch schönreden wird hier nicht darüber gebloggt.
    Ob das was mit den Besitzern des Blogs zu tun hat ?

  8. #8 Sven Türpe
    13. Oktober 2011

    Meinungen werden durch gleichgeschaltete Massenmedien gemacht

    Ist diese Aussage wahr?

  9. #9 Antwort
    13. Oktober 2011

    ja

  10. #10 hansi
    13. Oktober 2011

    @Sven:
    “Meinungen werden durch gleichgeschaltete Massenmedien gemacht ”

    Naja – Beweisen … aber ich sehe das so:

    Unsere Medienlandschaft ist schon recht gut “versammelt” .. also zB:
    http://tinyurl.com/6gpnd8v oder http://tinyurl.com/6geuok9

    Und mit den Arbeitsbedingungen mancher Verlagshäuser hinsichtliche “Gleichschaltung” (bei der BlödZeitung hat er Grass ja auch mal “reinschauen dürfen”) der “journalistischen Tätigkeit” ist es bei uns auch nicht mehr so weit her.

    Ich denke bei uns ist es natürlich besser als in andern Teilen der Welt wo der Journalist plötzlich “verschwindet” – keine Frage.
    Aber wir trumpfen mit einer Mischung aus politisch-korrekten und vorauseilenden Gehorsam+blindes copy&paste sobald ein großes Blatt etwas über den Ticker schickt+Interessensvermengungen von Geldgebern ganz ordentlich auf …. das hat eben auch so ein Geschmäckle.

  11. #11 Sven Türpe
    14. Oktober 2011

    Unsere Medienlandschaft ist schon recht gut “versammelt” .. also zB:
    http://tinyurl.com/6gpnd8v oder http://tinyurl.com/6geuok9

    Was hat die dort aufgeführten Unternehmen so erfolgreich gemacht und wer kommt nicht in den Grafiken vor?

    Aber wir trumpfen mit einer Mischung aus politisch-korrekten und vorauseilenden Gehorsam+blindes copy&paste sobald ein großes Blatt etwas über den Ticker schickt+Interessensvermengungen von Geldgebern ganz ordentlich auf …. das hat eben auch so ein Geschmäckle.

    Vielleicht möchte Jürgen Schönstein erklären, wie es in Redaktionen zugeht, wie Tickermeldungen entstehen und wie aus Tickermeldungen Nachrichten werden. Er ist ja vom Fach und kennt sich aus.

  12. #12 michael
    14. Oktober 2011

    > wer kommt nicht in den Grafiken vor?

    Sven Türpe!

  13. #13 Sven Türpe
    15. Oktober 2011

    Rchtig. Und wer noch?

  14. #14 Dr. Webbaer
    15. Oktober 2011

    Es waren einmal zwei sehr verschiedenartige Brüder.

    Der eine, klug und schön, ersann die Gleichheit der Rechte. Die Europäische Aufklärung, die Menschenrechte und eine allgemeine Steigerung von Wohlstand und Bildung waren die Folge.

    Der andere, dumm und so neidisch wie hässlich, ersann daraufhin die Gleichheit der Individuen…

  15. #15 perk
    15. Oktober 2011

    …aber beide akzeptierten sie bedingungslos webbär als richter der schönheit und klugheit..

    (wird sicher ne tolle fortsetzungsgeschichte)

  16. #16 michael
    15. Oktober 2011

    > Rchtig. Und wer noch?

    Webbär? Springer Verlag?

    > Was hat die dort aufgeführten Unternehmen so erfolgreich gemacht

    Die unternehmerische Tüchtigkeit natürlich!

  17. #17 Sven Türpe
    15. Oktober 2011

    Die unternehmerische Tüchtigkeit natürlich!

    Und was braucht ein tüchtiger Unternehmer neben Produktionsmitteln und tüchtigen Auszubeutenden noch für seinen Erfolg?

  18. #18 michael
    16. Oktober 2011

    > Und was braucht ein tüchtiger Unternehmer ….

    Abnehmer für seine Waren, Herr Türpe.

    > Und warum entscheidet sich der Konsument für die Produkte der Firma XYZ ? Wähle eine Antwort:

    a) Nach sorgfältiger Prüfung konkurrierender Angebote, entscheidet er sich für die Produkte .

    b) Der Unternehmer hat eine Monopol oder Markt beherrschende Stellung, so dass dem Kunden keine Alternativen zur Verfügung stehen.

    c) Der Kunde ist den geschickten Werbe strategien der Firma nicht gewachsen.

    d) Andere Möglichkeit (bitte angeben:)

  19. #19 michael
    16. Oktober 2011

    > wer kommt nicht in den Grafiken vor?

    Nun, Sven, rück mit der Antwort raus: Welche Firma , welches Medium fehlt denn Bertelsmann noch ?

  20. #20 Sven Türpe
    16. Oktober 2011

    Und warum entscheidet sich der Konsument für die Produkte der Firma XYZ ?

    Diese Frage gebe ich an +unabhaengiger und +hansi weiter. Warum entscheiden sich Medienkonsumenten für die gleichgeschaltete Systempresse und nicht für freie Medien?

  21. #21 Sven Türpe
    16. Oktober 2011

    Nun, Sven, rück mit der Antwort raus: Welche Firma , welches Medium fehlt denn Bertelsmann noch ?

    Fast alle. Wenn ich die Logoparade mit meinem regelmäßigen Medienkonsum abgleiche, finde ich kaum Überschneidungen. Bertelsmann ist offensichtlich weit davon entfernt, die Medien zu beherrschen.

  22. #22 Dr. Webbaer
    16. Oktober 2011

    “Ungleichheit untergräbt den Sozialismus” funktioniert auch – eigentlich sogar deutlich besser.

  23. #23 michael
    16. Oktober 2011

    > Wenn ich die Logoparade mit meinem regelmäßigen Medienkonsum abgleiche, finde ich kaum Überschneidungen. Bertelsmann ist offensichtlich weit davon entfernt, die Medien zu beherrschen.

    Soso. Die Medien beherrscht also nur der, dessen Produkte von Sven Türpe zum überwiegenden Teil gelesen werden.

    Gilt das auch für Bierkonsum usw. ?

    > Diese Frage gebe ich an +unabhaengiger und +hansi weiter.

    Was? Du bist doch der Experte für wirtschaftliche Vernunft und so . Nun drück Dich nicht vor der Antwort

  24. #24 Sven Türpe
    17. Oktober 2011

    Soso. Die Medien beherrscht also nur der, dessen Produkte von Sven Türpe zum überwiegenden Teil gelesen werden.

    Nichts gegen Dein Ansinnen, mir das Wort im Munde herumzudrehen, aber bitte nicht so unbeholfen.

    Wenn jemand die Medien beherrscht, dann sollte es einige Schwierigkeiten bereiten, seinen Medien zu entgehen und andere zu konsumieren. Diese Schwierigkeiten kann ich jedoch im Alltag und unter Verwendung lediglich der jedermann zur Verfügung stehenden Mittel nicht beobachten. Die Behauptung ist damit widerlegt.

  25. #25 michael
    18. Oktober 2011

    > Wenn jemand die Medien beherrscht, dann sollte es einige Schwierigkeiten bereiten, seinen Medien zu entgehen und andere zu konsumieren

    Ne, sollte es nicht. Hängt doch von Deinem Medien konsum ab. Wenn Du Dich zum Beispiel mit dem Liechtensteiner_Vaterland und dem da begnügst, kommst Du wohl nicht mit Bertelsmann Medien in Kontakt. Dein Medienkonsum sagt eben nichts darüber aus, welche Marktmacht dieses oder jenes Unternehmen hat.

    Bertelsmann ist nicht marktbeherrschend, man will ja den Springer verlag nicht diskrimieren. Einiges zu den Abhängigkeiten findet man bei http://www.kek-online.de

  26. #26 Sven Türpe
    18. Oktober 2011

    Wenn Du Dich zum Beispiel mit dem Liechtensteiner_Vaterland und dem da begnügst, kommst Du wohl nicht mit Bertelsmann Medien in Kontakt.

    Wenn der Mond aus grünem Käse ist, herrscht in diesem Forum politischer Sachverstand. Setz Dich bitte mal hin, wir müssen reden. Da oben tauchen zwei Agitatoren in Ausbildung — oder auch nur einer unter zwei Namen — auf und versuchen ihr Mem von dem Schmierfinken der Systempresse hübsch verpackt unterzubringen. Wo dieses Mem seine Wurzeln hat, weiss jeder mit Verstand nur zu genau, wenngleich es in den letzten Jahren gerade online einen erstaunlichen Karrieresprung in Richtung Mainstream gemacht hat. Unsere radikalen Kurzbesucher haben sich längst wieder verkrümelt; den Umgang mit Widerspruch lernen sie in ihrem Umfeld nicht. Stattdessen tauchen Blindschleichen wie Du auf und stellen sich aus purer Gewohnheit — a.k.a. Denkfaulheit — zielsicher auf die falsche Seite. Hast Du die leiseste Ahnung, was Du hier tust und wen Du unterstützt? Anscheinend nicht. Schäm Dich.

  27. #27 Sven Türpe
    18. Oktober 2011

    Einiges zu den Abhängigkeiten findet man bei http://www.kek-online.de

    Die KEK taugt nicht als Kronzeugin für die weiterhin unbelegt Behauptung gleichgeschalteter Medien. Im Gegenteil.

  28. #28 Dr. Webbaer
    18. Oktober 2011

    @Türpe
    Viele scheinen heutzutage eher zufällig ihre pol. Positionen zu finden, sie pruckeln dann in der Kommentatorik auch meist anstatt ihre Positionen aufzubauen und andere abzubauen. Die doitsche Debattenkultur gilt ja ohnehin als legendär. – Insofern ist auch die hier häufig festzustellende Einschätzung Ihrer Person dem Stand&Land angemessen; immerhin duldet man Sie noch…

  29. #29 michael
    18. Oktober 2011

    > Die KEK taugt nicht als Kronzeugin für die weiterhin unbelegt Behauptung gleichgeschalteter Medien. Im Gegenteil.

    Hat auch kein Mesnsch behauptet. Die Behauptung der Gleichschaltung bezog sich auf einzelen Verlagshäuser, Herr Türpe.

    Die andere Behauptung war, dass Bertelsmann an vielen Medien beteiligt ist, und dadurch über eine gewisse Medienmacht verfügt. KEK–online zeigt das seht schön, weil man mit etwas Mühe sich ja auch die Beteiligungen anderer Unternehmen im Vergleich dazu anschauen kann.

    > Blindschleiche ?

    Ochsenfrosch!

  30. #30 Dr. Webbaer
    18. Oktober 2011

    @michael
    Es gab mal eine Zeit, da waren GEZ-Medien, ein paar überregionale Zeitungen und Wochenzeitschriften die Informationsquelle des Konsumenten. – Internationale Medien waren punktuell zu beziehen, trotz ihres internationalen Vertriebs regional stark thematisiert und das Web inkl. Blogwesen gab’s auch nicht. Gelegentlich konnte man sich noch einen kommunistischen Text aus dem Ostblock reinpfeifen.

    Heute von einer Gleichschaltung zu schreiben, ist merkwürdig. Richtig ist zwar, dass die gerade doitsche Medienlage in Anbetracht der gro-oßen Koalition irgendwie gleichgeschaltet wirkt, aber wenn wir einen Maßstab bemühen, können wir diese Sicht nicht aufrechterhalten.

    Was in den letzten Jahren bei den kommerziellen Medien eingerissen ist, ist dass man Nachricht und Kommentar vermischt erhält, sogar Agenturmeldungen transportieren schon Meinungen. – Insofern muss man’s ja nicht zK nehmen, was Dumont, Springer und Bertie so raushauen. Früher war’s aber eben noch unangenehmer, btw: Strauss hätte 80 gewonnen ohne “GEZ”.

  31. #31 michael
    19. Oktober 2011

    @WB
    > Strauss hätte 80 gewonnen ohne “GEZ”.

    Niemals ! Und geb er zu, dass Ihm beim Betrachten des Bildes übel wird. Die Tyoen in der zweiten Reihe sind mir unbekannt.

    Aber immer wieder schön zu lesen:

    CDU und CSU erhielten weniger Stimmen als bei den Wahlen 1976, bei denen Helmut Kohl Kanzlerkandidat der Union gewesen war (44,5 % gegenüber 48,6 %), die FDP verbuchte mit 10,6 % erhebliche Stimmengewinne.

  32. #32 Jürgen Schönstein
    19. Oktober 2011

    Da fällt mir doch mein alter Lieblingswitz aus jenen Tagen ein: Am 6. Oktober 1980 (dem Tag nach der Bundestagswahl) klingelt ganz früh das Telefon in der Strauß-Villa in Rottach-Egern. Marianne Strauß hebt ab, und der Anrufer fragt freundlich: “Könnte ich bitte den Bundeskanzler Strauß sprechen?” “Ihr Vertrauen in meinen Mann ehrt uns”, antwortet Frau Strauß. “Aber leider hat ist mein Mann nicht Bundeskanzler geworden.” Dankend verbschiedet sich der Anrufer – nur um zwei Minuten später wieder anzuklingeln: “Ich würde gerne den Bundeskanzler Strauß sprechen.” Marianne Strauß, schon etwas energischer, antwortet: “Vielleicht haben Sie mich nicht richtig verstanden, aber leider hat kein Mann nicht die erforderliche Stimmenzahl erringen können.” Zwei Minuten später klingelt es wieder: “Könnte ich den Bundeskanzler Strauß sprechen?” Nun wird’s der Strauß-Gattin zu viel: “Ja Herrgottsakramentnochamal, ich habe Ihnen doch schon zweimal erklärt, dass mein Mann die Wahl verloren hat!” “Ich weiß”, gibt der Anrufer zurück. “Ja, warum rufen’S dann dauernd an?” “Weil ich es nicht oft genug hören kann!”

  33. #33 Sven Türpe
    19. Oktober 2011

    Hat auch kein Mesnsch behauptet. Die Behauptung der Gleichschaltung bezog sich auf einzelen Verlagshäuser, Herr Türpe.

    Unwahr.

  34. #34 Dr. Webbaer
    19. Oktober 2011

    @michael
    >> Strauss hätte 80 gewonnen ohne “GEZ”.
    > Niemals !

    Das war eine Übertreibung, ein Gag. – Allerdings hat Dr. W nie einen unfairere Wahlkampfbegleitung gesehen als seinerzeit durch die ARD und Strauss…

    Witzigerweise war im seinerzeitigen Wahlkampf auch die mit den Sozen beginnende leichte Verschuldung (20-30% BPI?) ein Wahlkampfthema, Kiesinger und Vorgänger haben sich noch nicht verschuldet, Wahlen mit sozialen Vergünstigungen auf Kosten zukünftiger Generationen zu gewinnen war immer linke Wahlkost. – BTW: Schmidt war 80 schon ziemlich angeschlagen, auch weil er die Linksradikalen in seiner Partei nur schwierig handeln konnte. Der Dicke hat’s dann ja 82 gemacht.

  35. #35 michael
    19. Oktober 2011

    @Sven Türpe

    Ich schränk, mit meiner Erlaubnis, dann auf Herrn Hansi ein.

    @WB
    >Wahlen mit sozialen Vergünstigungen auf Kosten zukünftiger Generationen zu gewinnen war immer linke Wahlkost.

    Schauen wir doch einfach hier: http://www.staatsverschuldung.de/

    uns stellen dann mal fest, ob der verehrte Webbär faselt!

  36. #36 Dr. Webbaer
    19. Oktober 2011

    @michael
    Dass der Dicke fiskalisch “links” war, ist festzustellen. Nur Bürokratistem, die Systeme nicht interessenabgleichend und nicht nachhaltig (ökonomischerseits!, die Nachhaltigkeit ist ja zurzeit lustigerweise auch ökologistisch eingenommen) anlegen, können das EURO-System so aufgesetzt haben, wie es nun einmal aufgesetzt worden ist; vgl. auch die heutigen Weigel-Interviews…

    Diese Leute fahren staatsökonomische Systeme auf Zeit [1], sowas haben Mexiko und -wenn die Erinnerung nicht trügt- Bolivien im 19. Jhd. gemacht – bei einem Staatsbankrott pro Dekade.

    Diese “Griechenlandisierung” steht jetzt auch Europa bevor.

    [1] ihren pers. Planungshorizont berücksichtigend

  37. #37 michael
    20. Oktober 2011

    > Diese Leute fahren staatsökonomische Systeme auf Zeit [1], sowas haben Mexiko und -wenn die Erinnerung nicht trügt- Bolivien im 19. Jhd. gemacht – bei einem Staatsbankrott pro Dekade.
    Diese “Griechenlandisierung” steht jetzt auch Europa bevor.

    Mexiko, Bolivien, Griechenlandisierung ? Geht beim Bären was durcheinander ?

    Aktualisiere er sein Wissen doch mal hier:

    Ich bin ja Fan von

    König Philipp II. von Spanien erklärte zwischen 1557 und 1596 mehrfach den offenen Staatsbankrott. “Er verweigerte Zahlungen, leistete keinen Schuldendienst, verschob oder verminderte diesen”, schreiben Blankart und Fasten. Anders als die meisten anderen Regierungen, habe er allerdings die Währung, den Peso de Ocho, unangetastet gelassen. Damit habe er sicherstellen können, dass sich seine persönliche Zahlungsunfähigkeit nicht über die Währung negativ auf den Welthandel auswirkte, was das spanische Weltreich weit stärker getroffen hätte. “Philipp war in dieser Hinsicht ein weiser Herrscher”, meinen Blankart und Fasten. Allerdings verloren damals die Fugger und die Welser enorme Summen

    Auch die Unternehmer gaben ab und zu ihr bestes:

    1805 brachte die Compagnie des Négociants réunis, ein Konsortium französischer Kaufleute, durch eine Spekulation mit den spanischen Silberreserven in Mexiko den französischen Staat an den Rand des Bankrotts.

    von http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsbankrott#1805_Mexiko

    Die französische Könige (wieder von Handelsblatt) sahen das auch ganz pragmatisch

    Wenn die französischen Könige ihre Auslandsschulden nicht mehr begleichen konnten, neigten sie im Übrigen dazu, einfach inländische Gläubiger zu exekutieren. Reinhart und Rogoff nennen das ironisch eine “frühe Form der Umschuldung”. Der französische Finanzminister Abbe Terray, von 1768 bis 1774 im Amt, empfahl den Regierenden, mindestens alle 100 Jahre in einen Staatsbankrott zu rauschen, um wieder ein “Gleichgewicht” herzustellen

  38. #38 Jürgen Schönstein
    20. Oktober 2011

    Der “Markt für CEOs” – das “Argument” ist fast schon niedlich. Wie nennen wir einen Markt, in dem der gleiche Personenkreis Angebot und Nachfrage kontrollieren (CEOs sitzen in den Aufsichtsräten, Aufsichtsräte segnen CEO-Gehälter ab)? Ehe dieses müde Gefasel noch weiter zirkuliert wird, empfehle ich noch einmal die Lektüre des Artikels, da wird das nämlich ziemlich klar behandelt. Und was die Demonstranten angeht – die haben in ihrem Leben vermutlich mehr Steuern gezahlt als Exxon.

  39. #39 Dr. Webbaer
    20. Oktober 2011

    @Schönstein
    Es gibt 2M Wirtschaftsunternehmen in D, zigtausende AGs und hundertausende GmbHs, d.h. der CEO- oder der Geschäftsführerjob ist nicht so rar gesät, wie das manche bei 30 DAX-Unternehmen vielleicht denken. BTW: CEOs sitzen in Aufsichtsräten? Sie meinen als Ex-Vorstände, klar, warum nicht; es gibt hierzu jetzt sage und schreibe gesetzliche Regelungen, die aber umgehbar sind, lol. Überhaupt ist die doitsche Zweischichtigkeit (Aufsichtsrat + Vorstand) merkwürdig.

    KA, was Ihr Argument mit Exxon soll. Unternehmen, die Minus fahren oder ihre Gewinne verschleiern zahlen wenig Steuern, loge.

  40. #40 Jürgen Schönstein
    20. Oktober 2011

    @WB
    Sie haben, wie ich vermutet habe, keine Ahnung, wovon ich rede (Sie sind viel zu beschäftigt damit, mit sich selbst zu palavern, wie es scheint). Erstens sind CEOs nicht die deutschen Vorstände, zweitens sitzen sie sowieso schon in ihren eigenen “Aufsichtsräten” (hier hätte ich, zugegebenermaßen, korrekter sein müssen – es geht um die Boards of Directors, die eben nicht ganz deckungsgleich mit deutschen Aufsichtsäten sind, und dort sitzen jede Menge CEOs, nach dem Motto “meine Tante, deine Tante”). Erinnern Sie sich? Wall Street? New York? Ihr Geplapper von “doitschen” – lassen Sie das endlich mal? Sonst werde ich mir nämlich wieder das von Ihnen so entsetzt abgelehnte Recht in Anspruch nehmen, Ihren Nicknamen so zu verhunzen wie Sie die deutsche Sprache verhunzen, okay? – Verhältnissen ist, ganz typisch, mal wieder daneben. “Off topic”, sagt man wohl. Und Exxon macht Milliardengewinne, ganz nebenbei. Egal, ob Sie’s kapieren wollen oder nicht: Die Occupy-Wallstreet-Demonstranten haben garantiert mehr Steuern als NULL gezahlt. Und letzteres war ja Ihre Behauptung.

    Wo kann ich eigentlich die Rechnung für die Gesprächstherapie hinschicken? So ganz scheint’s mit Ihnen wirklich nicht zu stimmen …

  41. #41 Dr. Webbaer
    20. Oktober 2011

    @Schönstein
    Es ging Dr. Webbaer doch nur um den Markt für CEOs, den es gibt und den er argumentativ (vs. “argumentativ”) verwurstet hat, zudem war’s ein Übertrag aus einem anderen kommentarischen Beitragsstrang. Nun trinken Sie mal Ihren Longdrink aus, freuen sich auf die restlichen Abendstunden und darüber, dass Sie allgemein respektiert werden als wertvoller Blogger und Journalist.

  42. #42 Jürgen Schönstein
    20. Oktober 2011

    @WB

    Es ging Dr. Webbaer doch nur um den Markt für CEOs

    Und mir ging es darum, Ihnen zu erklären, dass Sie offenbar den “Markt für CEOs” (das IST der US-Markt; in Deutschland gibt es keine CEOs) nicht kennen und auch nicht kennen wollen. Stehlen Sie uns doch nicht die Zeit mit eitlem Geschwätz, das sich auf nichts anders bezieht als – Ihr eitles Geschwätz.

  43. #43 Dr. Webbaer
    20. Oktober 2011

    In D kennt das Aktiengesetz kennt natürlich die C?Os, dort hat man formal betrachtet Vorstandssprecher oder Vorstandsvorsitzende und Vorstände mit einem Aufgabengebiet. Allerdings benennen sich die Kollegen gerne auch in der C?O-Schreibweise. Auch im Web, gehen Sie mal in dortige Vorstellungen von Vorständen. – Dr. W würde gerne “eitel” auf dieser Sicht bestehen, sofern Sie nichts dagegen haben…

    MFG + GN8
    Dr. Webbaer

  44. #44 perk
    20. Oktober 2011

    Stehlen Sie uns doch nicht die Zeit mit eitlem Geschwätz, das sich auf nichts anders bezieht als – Ihr eitles Geschwätz.

    und hier ab minute 11:20 sehen wir WBs reaktion