Dies ist kein Blogpost im eigentlichen Sinn – eher eine Rechtfertigung dafür, warum hier im Blog so wenig geschieht. Ich bin zwar nicht offline (sonst könnte ich nicht mal diese paar Zeilen hier schreiben); aber meine Kommunikationstechnik ist – zumindest teilweise – aus der IT-Steinzeit. Wer kennt noch die Begriffe “Dial-up”, Baud und Modem? Ich halte mich zurzeit in den Berkshire-Bergen im westlichen Massachusetts auf, und dort ist ein Breitband-Anschluss nicht zu bekommen (es gibt zwar einen einzigen Satelliten-Anbieter, aber der ist kurzfristig und vor allem -zeitig nicht verfügbar). Mobiltelefon-Signal und -Datennetz, mit dem ich sonst so vertraut und verknüpft bin: Fehlanzeige. Um meine Mails etc. zu lesen, fahre ich zweimal täglich ins übernächste Kaff. Kein Problem. Aber das reicht im 42/7/21. Jahrhundert halt nicht – und darum habe ich mir ein 56k-Modem besorgt, mit dem ich über die Telefonleitung ins Internet komme. Sowas hatte ich zuletzt im Jahr 1998 benutzt … Der Haken ist: Dieser Zugang ist langsamer als eine Schildkröte mit Hexenschuss. Was sonst Sekunden dauert, braucht nun Minuten – viele Minuten, die sich schnell zu Stunden addieren. Und bis dahin habe ich immer schon vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte. Schöne Grüße aus der Steinzeit also!

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Kommentare (10)

  1. #1 threepoints...
    7. August 2012

    Man sollte es machen, wie Florian F.

    Einfach ohne Anschluß auskommen. Und auch mal ohne Strom.

    Ich wollte ihn schon fragen, wo es dass noch gibt.

  2. #2 Der Neue Schreiberling
    7. August 2012

    Ich wüsste da schon was…

    Schöne Einfachheit

    Auch für die Kinder eine schöne Zeit, wenn sie sich mal eingewöhnt haben 😉

  3. #3 Petra
    7. August 2012

    @Der Neue Schreiberling: Wo ist das? Ich hab bei solchen Bildern Manager im Kopf, die über ihr Smartphone ihre Mails abgreifen – alles schon gesehen. (Ganz zu schweigen von Forscherinnen, die Papers online lesen ;-))

  4. #4 Der Neue Schreiberling
    7. August 2012

    Ach, hier in Kärnten (und auch Tirol) gibt es jede Menge hochgelegene Seitentäler wo grad mal an bestimmten Stellen Handyempfang vorhanden ist. Viele Hütten haben noch nicht mal eine Glühbirne gesehen. Man muss nur suchen…

    zB. eine aus meiner Kindheit: Google Earth, 46°59’20.78″ N/13°16’02.36″ O (sind auch einige Fotos der Hütte hochgeladen…

    Persönlich ziehe ich eine vollkommen Einsame (nicht Bewirtschaftete) Almhütte vor und schalte das Handy aus (nehme es nur für Notfälle mit).

    mfg

  5. #5 rolak
    7. August 2012

    Für ‘kein Handy’ brauch ich nur in die Eifel fahren (~3/4h) – da gibts genügend Ecken, an denen es ungemein sportlich ist, ein Gespräch zu führen, daß mehr als etwa 5 Sekunden umfaßt. Kennt einer noch die Fernseh-Stabantennen-Akrobatik aus den 60/70ern á la “genau so stehenbleiben”? So ähnlich.

    Doch immerhin, letztes WE gabs dort im Dörfchen eine 256er Standleitung. kbit DSL, of cause, was sich zwar ungemein langsam (/100) anfühlt, allerdings immer noch deutlich schneller (*4) ist als Jürgens aktuelle Verbindung zum www. Ohne es in Richtung ‘Licht geht auch nicht mehr’ dramatisieren zu wollen, schnell noch einen steinzeitlichen, thematisch passenden musikalischen Gruß über den Teich geschickt…

    btw: Wenn ich offline gehen möchte, schalte ich einfach die entsprechenden Gerät­schaften aus und basta. Egal wo.

  6. #6 Alexander Janssen
    7. August 2012

    Was Du brauchst, ist ein ordentliches Protokoll.

    http://www.bilkinfo.de/netzwelt/ip-over-beer-crate.html

    Nicht vergessen, die Implementationsanweisung auszudrucken, wenn Du die Seite einmal geladen hast… 🙂

  7. #7 Tina
    9. August 2012

    Hallo Jürgen,

    ich fühle mit Dir. 😉 Ich war letztes Jahr ein halbes Jahr in Irland unterwegs und konnte für meinen Blog nur aus den größeren Pubs schreiben. An den restlichen Übernachtungsmöglichkeiten konnte ich -wenn überhaupt- über Modem ins Internet.

    Dass Dein Blog jetzt nicht so gepflegt wird wie sonst, ist natürlich schade, aber definitiv nachvollziehbar. Tank dort einfach mal die Kraft, die Du brauchst und meld Dich dann wieder regelmäßig, wenn Du den Umzug aus der Steinzeit geschafft hast.

    Wünsche Dir noch viel Spaß auf Deinen Reisen!

    Tina

  8. #8 YeRainbow
    9. August 2012

    hehe, Twin Peaks?
    😉

  9. #9 Dominic Radmer
    9. August 2012

    Das erinnert mich ein wenig an meine Fahrenszeit bei der Marine. Alle 24 Stunden mal 1 E-Mail ohne Anhänge. War stressig wenn man nur alle 24 Stunden was von der Familie gehört hat, während man 6 Monate lang im Einsatz war. Ich will mir garnicht denken, wie schlimm das mit Feldpost im 2 Weltkrieg oder Korea oder Vietnam war.

  10. #10 vsporzellan
    15. August 2012

    Mein Tipp für Modemverbundungen: textbasierte Browser benutzen (ich kenne in erster Linie lynx): http://lynx.isc.org/lynx2.8.7/index.html . Unfassbar schnell mit mieser Verbindung, maximal spartanisch, aber funktional.