Viel kann ich derzeit ja nicht posten (hab’s bereits hier erklärt), aber dieses Thema finde ich dann doch zumindest mal erwähnenswert: Bill Gates will das Klo neu erfinden. Alle Witze über den Sch…, denn manche mit seiner Windows-Software bauen, mal beiseite: Das Thema ist ein ernstes. Ernst genug, dass ich selbst schon darüber gebloggt hatte; es gibt sogar eine World Toilet Day. Eine Wasser sparende, aber gleichzeitig Umwelt und Gesundheit schonende Toilette würde für viele MIlliarden Menschen das Leben massiv verbessern:

Und vielleicht würde uns selbst auch die eine oder andere Innovation auf diesem Gebiet sowieso mal guttun. Denn unser Standard (äh, kein Wortspiel war beabsichtigt) ist vielleicht auf Dauer nicht verantwortbar:
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(Quelle*)

*) Wiederum kein absichtliches Wortspiel

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Kommentare (11)

  1. #1 rolak
    15. August 2012

    Tja, dieser wahrlich nicht ideale Standard der Spülung mit aufwendig gereinigtem Trinkwasser war, wenn ich mich recht entsinne, bei mir vor reichlich Jahren der erste Punkt, der mich gemahnte, eingefahrene Gewohnheiten nicht unhinterfagt zu übernehmen. Zurückblickend steht zu befürchten, daß diese (vom Rest) ungewollte(n) Reflektion(en) anderen in unserem recht idylischen Örtchen (jetzt nicht das stille) ziemlich auf den Keks gegangen ist. Gut so…

    In den Diskussiönchen um diesen Mißstand kam unausweichlich irgendwann ein “och, das bißchen Spülung”, heutzutage läßt sich da erfreulicherweise lässig ein Querverweis in die Runde werfen.

    btw: Mag ja sein, daß ich offene Türen einrenne – bei sochen Engpässen auf der Datenautobahn hat es mir bisher sehr geholfen, nicht nur alle Werbung wegzublocken, sondern auch kein einziges Bild mehr automagisch laden zu lassen (läßt sich iwo im browser einstellen), sondern nur noch bei Bedarf nachzuhaken.

  2. #2 Sven Türpe
    15. August 2012

    Denn unser Standard (äh, kein Wortspiel war beabsichtigt) ist vielleicht auf Dauer nicht verantwortbar

    Doch doch, das ist er. Nichts, aber auch gar nichts spricht dagegen, ein wenig des überreichlich auf diesem Planeten vorhandenen Wassers für hygienische Zwecke zu verwenden, zumal wir dies in einer Kreislaufwirtschaft tun. Denjenigen, denen diese Selbstverständlichkeit immer noch nicht zur Verfügung steht, ist die schnelle Herstellung politischer und wirtschaftlicher Verhältnisse zu wünschen, in denen auch sie die erforderlichen Infrastrukturen aufbauen und nachhaltig betreiben können. Ob ihnen die Selbstdarstellung eines reichen Sacks dabei hilft, sei dahingestellt.

  3. #3 mithrandir
    15. August 2012

    Bei dem Beitrag wird zu viel über einen Kamm geschoren.
    Ich denke unsere Infrastruktur in DE ist für unsere Zwecke nahezu optimal.
    Wir haben genügend Wasser und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben. Gerade unserer sanitären Infrastruktur verdanken wir unseren hohen hygienischen und gesundheitlichen Standard.
    Es wird ja sogar behauptet, dass wir zu viel Wasser sparen. OK, das liegt wohl daran, dass die Infrastruktur für geringe Wassermengen nicht ausgelegt ist, aber wie gesagt, uns mangelt es nicht an Wasser, deswegen wäre es wahrscheinlich sinnvoller etwas mehr Wasser zu verwenden, als die Infrastruktur komplett zu erneuern.
    Unsere Abwässer werden sehr gut geklärt und der Abfall wird ja schon (wie im Video gezeigt) umgewandelt in Dünger, Brennstoff, etc.
    Das Wasser was am Ende wieder rauskommt ist sehr sauber (OK, da gibt es die Medikamenten und Hormonbelastung, aber das ist ein anderes Thema).
    In wasserarmen Regionen sieht es anders aus. Hier sind wirklich Lösungen gefragt, die wenig Wasser verbrauchen, aber trotzdem den hygienischen Standard verbessern.
    Aber kein einziger Liter, der beiu uns gespart wird, hilft den Entwicklungsländern mit Wassernot.

  4. #4 ania
    15. August 2012

    Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich das Bild mit der Frau und dem Kind richtig eingeordnet habe. Der erste Eindruck war:
    Ja, wenn Menschen andernorts sich direkt in den Fluß/Bach erleichtern, dürfen sie sich halt nicht wundern, wenn sie kein sauberes Trinkwasser haben.

    Dieser Gedankengang wurde ausgelöst von Bildern, die ich noch im Kopf habe. Wo sich Kinder mit dem Hintern über den Ganges hinhockten und auch noch offensichtlich Durchfall hatten, und ein paar hundert Meter weiter flußabwärts Leute badeten und Wäsche wuschen.

    Ich denke nicht, das in unseren Breitengraden die Wasserspülung in der Toilette ein Problem ist. Wir haben in Deutschland keinen Wassermangel.
    In südlicheren Gefilden wären Komposttoiletten sicher angebrachter. Dort wäre auch eine sinnvolle Nutzung des Kompost möglich. (Hier in der Stadt wüßte ich nicht wohin damit. Ich hab keinen Garten.)
    Dazu muß das System aber soweit angepaßt werden, das die Toiletten selbst zu bauen, mit örtlichen Mitteln zu nutzen (Kompostgrundlage) und leicht zu warten sind. Ansonsten haben sie in strukturschwachen Gegenden keine Chance.

  5. #5 Ludger
    15. August 2012

    Hallo Bill! Das Problem ist doch seit tausenden von Jahren gelöst:

    Und du sollst draußen vor dem Lager einen Platz haben, wohin du zur Notdurft hinausgehst. 14 Und du sollst eine Schaufel haben und wenn du dich draußen setzen willst, sollst du damit graben; und wenn du gesessen hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist. von Deuteronomium Kapitel 23, Vers 13 f http://www.bibelwissenschaft.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/5.mose%2023/cache/98ad8d269e37560aea765a5512188205/#v13

    sowie aus neuerer Zeit von Hundertwasser: http://www.oekoeffizient-handeln.de/hundertwasser.htm
    Gruß Ludger

  6. #6 name
    15. August 2012

    Torftoiletten haben den Vorteil, dass man das auch als Dünger verwenden kann. Noch besser ist es wenn man eine Trockentoilette hat und groben Holzkohlestaub dazu tut, das ist gut gegen den Geruch und man bekommt Terra preta (ein echtes Zauberzeug, benutze es selber im Garten), damit muss man auch weniger gießen und düngen.
    Allgemein sollte man viel mehr darüber nachdenken wo was her kommt und wo es hin geht. Wir schiffen unglaubliche Mengen Wasser und Biomasse aus Ländern in denen Menschen verhungern hier her und kippen das ganze nach ein paar Stunden wieder ins Klo.

  7. #7 A.P.
    15. August 2012

    Trenntoiletten? Streutoiletten?

    Bspw.:

    http://www.berger-biotechnik.de/trenntoiletten/index.php
    http://www.berger-biotechnik.de/streutoiletten/index.php

    Ich kenne mich in dem Gebiet nicht so aus; aber was ist an den bereits existierenden Konzepten so schlecht, dass da jetzt Bill Gates noch mal ranmuss?

    Weiß jemand genaueres?

    Grüße!

  8. #8 A.P.
    15. August 2012

    Ach ja, warum so prüde? In Deutschland (bzw. deutschsprachigen Raum) darf man ruhig “Scheiße” sagen, wir sind ja schließlich nicht im Mutterland der Political Correctness…

    😉

  9. #9 JPeelen
    16. August 2012

    Mithrandir hat völlig recht. Wenn wir in Deutschland das reichlich vorhandene Wasser “sparen” bringt das den Menschen im Jemen, denen das Wasser in absehbarer Zeit ausgehen wird, genau gar nichts. Es runiniert nur unsere Abwasser-Infrastruktur, die aufgrund von Cholera und anderen Epidemien geschaffen wurde.

    Angesichts der Müllsituation in unseren Städten möchte ich die Reaktion der Menschen sehen, wenn wir alle auf Torftoiletten oder ähnliches umstellen. Der benutzte Torf muss ja auch irgendwie weggeschafft werden.

  10. #10 Jürgen Schönstein
    18. August 2012

    Es ging in meiner Anmerkung zur Verschwendung nicht darum, dass Wasser sparen in den Industrieländern direkt den Ländern Afrikas (beispielsweise) zu Gute kommen soll; hier könnte der Nutzen eher durch die Verwertung neu entwickelter Technologien entstehen (immerhin gibt’s bei uns so etwas wie Kaufkraft, was einen ersten Entwicklungs- und Produktionsanreiz schaffen kann, von dem dann andere und weniger kaufkräftige Märkte profitieren könnten). Aber der Gedanke, dass Trinkwasser bei uns eine unerschöpfliche und quasi kostenlose Ressource sei, ist sowieso – mit Verlaub – naiv: In weiten Teilen der USA (ebenfalls beispielsweise) herrscht derzeit eine Dürre; Wasserknappheit ist eine real drohende Konsequenz derselben. Und dass Wasser in Haushaltsqualität nicht umsonst zu bekommen ist, habe ich hier auch schon in (für mein Bankkonto) sschmerzhafter Weise erfahren müssen: Unsere Hausgemeinschaft zahlte auch vor der möglichen Wasserknappheit schon jährlich mehr als 15.000 Dollar für die Wasserversorgung…

  11. #11 Mithrandir
    18. August 2012

    Ich habe nicht geschrieben, dass Wasser umsonst zu haben ist.
    In den USA gibt es Ecken, wo Wasserknappheit und Dürre herrschen. Dort gibt es auch Wüsten. Aber auch hier gilt: Wenn wir sparen (und ich will damit nicht zur Wasserverschwendung aufrufen) bringt es denn Dürrebauern in den USA gar nix.
    Klar gibt es auch bei uns Ecken, wo durch lange Trockenheit der Nachfluss an Frischwasser abnimmt und man Speichere langsam leer zieht. Aber auch dort bringt es in diesem Zusammenhang nichts grundsätzlich immer zu sparen, weil die Speicher im Normalfall voll und Wasser im Überfluss vorhanden ist.
    Wenn es eng wird ist es durchaus sinnvoll sich einzuschränken. Ob da die Toilettenspülung der beste Ansatz ist, wage ich zu bezweifeln. Ich denke die Rasensprenger und Hauseinfahrtbesprüher leisten hier einen größeren Beitrag.
    Zurück zum Thema: Ja, in wasserarmen Gegenden lohnt es sich sicherlich alternative Konzepte für sanitäre Einrichtungen zu nutzen. Eventuell auch in den USA.
    Meist ist in diesen Ecken auch die Bevölkerungsdichte so gering, dass es sich eher lohnt die Kacke aus den Klärgruben abzuholen als in ein Kanalnetz zu speisen.
    Bei uns ist es meiner Meinung nach über den Kanal und mit Wasserspülung am sinnvollsten.