i-60081646a3e7cd1945ba986bdddf729a-464432main_S69-31741_4x3_800-600-thumb-250x187-32447.jpgDer erste Mensch auf dem Mond war zwar damals (21.7.1969) schon 39 Jahre alt, wirkte aber auf mich nie wie ein Mann, sondern immer wie ein Junge – vielleicht hatte ich allein schon deshalb als damals knapp Elfjähriger ein besonderes Interesse an Neil Armstrong entwickelt. Nicht, dass dieses Interesse sehr viel Stoff zur Befriedigung erfahren hätte: Der ehemalige Kampf- und Testpilot, der dabei immer so aussah, als sei er nicht mal alt genug für einen Führerschein, war ein notorisch privater Mensch. In einer Kultur, in der erfolgreiche Sportprofis schon als Helden gefeiert werden, hätte der erste Mensch, der den Menschheitstraum vom Besuch eines außerirdischen Himmelskörpers verwirklichte, eigentlich ein Superstar sein müssen; zumal diese gelungene Mondlanung nicht nur dem Funktionieren eines von anderen entwickelten und betriebenen Apparats verdankte, sondern mit ziemlich kaltem Blut eigenhändig – und unter Umgehung des Computersystems – die Mondfähre auf dem Boden des Mare Tranquilitatis “parkte” (eine Leistung, die in der Tat heroische Charakterzüge erforderte). Doch er zog ein nicht ganz so öffentliches (wenn auch nach allen Maßstäben ein sehr erfolgreiches) Leben zu führen. Am 25. August 2012, knapp drei Wochen nach seinem 82. Geburtstag, starb Armstrong an den Folgen einer Bypass-Operation. Auf der Liste meiner Helden wird der Astronaut immer ganz weit oben stehen.

Foto: Nasa

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Kommentare (12)

  1. #1 Alderamin
    26. August 2012

    Seit dem 21. juli 1969 ist dieser Mann Teil des kollektiven Gedächtnis der Menschheit, auf einer Stufe mit Kolumbus, Magellan oder Marco Polo. Wann immer Menschen irgendwo auf der Welt den Mond anschauen, werden sie an ihn denken.

    Ruhe in Frieden, Neil.

  2. #2 Blaubaer
    26. August 2012

    Einer der großen Helden meiner Kindheit.
    Jetzt gibt es nur noch 8 von 12 Menschen, die jemals auf dem Mond waren…
    Schließe mich Alderamin an:
    Ruhe in Frieden, Neil

  3. #3 Blaubaer
    26. August 2012

    Hier sind sie alle (http://www.spiegel.de/panorama/zum-tod-von-neil-armstrong-zwoelf-astronauten-auf-dem-mond-a-852119.html) :

    Neil Armstrong (1930-2012)
    Apollo 11, 1969
    Buzz Aldrin (geboren 1930)
    Apollo 11, 1969
    Charles “Pete” Conrad (1930-1999)
    Apollo 12, 1969
    Alan L. Bean (geboren 1932)
    Apollo 12, 1969
    Alan Shepard (1923-1998)
    Apollo 14, 1971
    Edgar D. Mitchell (geboren 1930)
    Apollo 14, 1971
    David Scott (geboren 1932)
    Apollo 15, 1971
    James B. Irwin (1930-1991)
    Apollo 15, 1971
    John Young (geboren 1930)
    Apollo 16, 1972
    Charles M. Duke Jr. (geboren 1935)
    Apollo 16, 1972
    Eugene A. Cernan (geboren 1934)
    Apollo 17, 1972
    Harrison “Jack” Schmitt (geboren 1935)
    Apollo 17, 1972

  4. #4 znEp82
    26. August 2012

    Um mit den Worten vom @sarcasticrover zu sprechen: R.I.S.(Rest in Space) Neil Armstrong.

  5. #5 Alderamin
    26. August 2012

    Ich fände es angemessen, wenn ein wenig von seiner Asche zum Mond gebracht würde. Diese Ehre wurde auch schon Eugene Shoemaker zu Teil. Die Lander des Google Lunar-X-Preises oder die geplante NASA-Sonde LADEE (welche wohl am Ende ihrer Mission wie alle Mondsonden zum Absturz auf den Mond gebracht werden wird) wären die nächsten Mitfluggelegenheiten. Wobei Neil eine sanfte Landung in der Nähe seiner eigenen Landestelle zu gönnen wäre. Es gibt ja beim Google Lunar-X-Preis Sonderboni für Aufnahmen der Landestellen der Apollo-Fähren, eine solche Mission würde sich anbieten – so man die Asche einem Amateurprojekt anvertrauen würde.

  6. #6 s3basti8n
    26. August 2012

    Ich finde es mehr als unangemessen einen angestellten Befehlsempfänger auch nur in die nähe von Kolumbus oder Magellan zu stellen.
    Reinhold Messner wäre angemessen oder vlt auch Scott.
    Leider gibts nichts interessantes auf dem Mond so hatte der Besuch eher ideelle Bedeutung.
    Von Sprung für die Menschheit mal ganz zu schweigen, zumal er ja nur als erster ausgestiegen ist 😉

  7. #7 ohno
    26. August 2012

    @s3basti8n: Und Columbus und Magellan waren keine “Befehlsempfänger”?

  8. #8 Alderamin
    26. August 2012

    s3basti8n·
    26.08.12 · 14:31 Uhr

    Ich finde es mehr als unangemessen einen angestellten Befehlsempfänger auch nur in die nähe von Kolumbus oder Magellan zu stellen.

    Wieso nicht? Ob angestellt oder nicht, er hat sich für den Job beworben, und zwar freiwillig, obwohl das im wahrsten Sinne des Wortes ein “Himmelfahrtskommando” war. Er wurde für die erste Landung ausgewählt, das war ein wenig Zufall, aber auch eine Menge Verdienst, weil er schon mit der X-15 Erfahrung gesammelt hatte und unter anderem einmal eine sehr kritische Situation im Gemini-Projekt gemeistert hatte. Er hatte die nötige mentale Stärke. Und er hat als erster Mensch einen anderen Himmelskörper betreten. In 1000 Jahren, wenn unsere Nachfahren Rohstoffe im Weltraum abbauen, werden sie daran denken, dass er der erste war.

    Reinhold Messner wäre angemessen oder vlt auch Scott.

    Ob sich in 1000 Jahren noch jemand an Messner erinnert, weiß ich nicht, vielleicht ja oder auch nicht, an Scott schon eher. Die beiden haben große Einzelleistungen vollbracht, keine Frage, aber den höchsten Berg zu ersteigen oder eine schwierig zu erreichende Koordinate auf der Erde als erster Mensch zu erreichen, hat die Menschheit weniger voran gebracht, als neue Kontinente und Völker zu entdecken, oder eben neue Himmelskörper zugänglich zu machen. Übrigens ist auch Kolumbus im Auftrag des spanischen Königs gefahren, sonst hätte er die Reise nicht finanzieren können. Auch wenn die Idee für die Reise seine eigene war.

    Leider gibts nichts interessantes auf dem Mond so hatte der Besuch eher ideelle Bedeutung.

    Gewagte Behauptung. Zum einen gibt es dort einzigartige Gesteine, die uns etwas über die Entstehung auch der Erde verraten. Zum zweiten gibt es dort die Möglichkeit, astronomische Basen zu errichten, z.B. Flüssig-Spiegel-Teleskope oder Radioteleskope auf der erdabgewandten Seite. Und schließlich gibt’s auf dem Mond Helium-3, welches vielleicht in fernerer Zukunft mal ein wichtiger Rohstoff werden könnte.

    Vielleicht wird es auch mal Mond-Tourismus geben, einen Flug um den Mond herum kann man ja heute schon buchen, wenn man 150 Millionen Dollar zu viel hat (ein Platz ist noch frei).

    Von Sprung für die Menschheit mal ganz zu schweigen, zumal er ja nur als erster ausgestiegen ist 😉

    Wer weiß, ob Kolumbus nicht jemand voraus geschickt hat, bevor er sich selbst an Land traute (was immer er auch später in sein Tagebuch schrieb). Er war jedenfalls Kommandant. Wie Armstrong.

  9. #9 Wookie Monster
    26. August 2012

    @s3basti8n:

    Armstrong war immer noch der Kommandeur der Mission und damit verantwortlich für das Leben seiner “Mitreisenden”.
    Außerdem hat man aus heutiger Sicht leicht Reden. Es war damals alles andere als sicher, dass die drei Männer auch wieder auf die Erde zurückkehren würden. Ebenso gut hätte der Mond ihr Grab werden können – oder die obere Erdatmosphäre. Präsident Nixons Rede für den Fall der Katastrophe war ja vorbereitet und wurde vor einigen Jahren veröffentlicht. Vermutlich haben die Herren Armstrong, Aldrin und Collins vor dem Aufbruch auch sehr sorgfältig ihre Testamente geprüft.
    Klar, tausende Leute am Boden waren an dieser Mission beteiligt, aber die haben nicht buchstäblich Leib und Leben dafür riskiert.

  10. #10 Wolf
    26. August 2012

    Wenn in, meiner Ansicht nach nicht allzuferner, Zukunft, der Erste Mensch den Mars betreten wird, denke ich, dass seine Ladekapsel oder -fähre wohl “Neil Armstrong” heissen wird.

  11. #11 Alderamin
    26. August 2012
  12. #12 nihil jie
    27. August 2012

    ich habe gerade überlegt wo er denn begraben wird… der Mond wäre doch der geeignete Ort dafür 😉
    Tja… wie auch immer, aber auch Helden leben nicht ewig. Er hatte sich aber wenigstens einen Platz in der Menschheitsgeschichte erworben… es sei ihm gegönnt.