_DSC9205Für Kryptisches und Rätselhaftes sind andere ScienceBlogger ja besser berufen. Aber als mich neulich die folgende Mail von einem ScienceBlogs-Leser erreichte, begleitet von dem nebenstehenden Bild, fühlte ich mich erst geschmeichelt (weil man mir zutraut, dass ich selbst auf ausgefallene Fragen eine Antwort habe), und dann herausgefordert:

Guten Tag Herr Schönstein,
vielleicht kennen Sie ja zufällig dieses Gerät… ich habe es auf dem Flohmarkt gekauft, weil es so schön skurril aussah. Der Verkäufer hat es mit dem Herstellen von Drogen in Verbindung gebracht, aber das bezweifle ich doch sehr.

Zu den Auffälligkeiten:
– das Gerät ist transportabel in einem Koffer
– es kann mit 110 V und 220 V betrieben werden
– es sieht so aus, als werden die Glaskörper zum erhitzen in das Handgerät gesteckt
Bisher wusste niemand wofür man es gebrauchen könnte. Die Google-Suche ergab keine Treffer. Ich hab angefangen mit der Bezeichnung auf dem Stromstecker… jedoch ohne Erfolg.

Auf dem Stecker sind folgende Bezeichnungen zu finden:
– 6/250 (untereinander in einem Kreis)
– V D E (in einem Dreieck)
– 1868 (in einem Kreis)
– FELMAS (im Kreis geschrieben, mit einem Stromzeichen)
– D. R. G. M.
– 54 S (im Kreis und durch eine Art Halbleiter oder Widerstand getrennt)

Ich würde mich auf eine Antwort von Ihnen sehr freuen.

Nun, trotz Recherche konnte ich keine Antwort finden. Aber da ich mir sicher bin, dass ScienceBlogs-LeserInnen hier mehr Erfolg haben werden, habe ich noch ein paar Bilder mehr angefordert, und bitte nun jede(n), der/die eine Idee hat, um welches mysteriöse Gerät es sich hier handelt, diese in den Kommentaren mit uns zu teilen. Leider ließ sich wegen technischer Probleme (die aber auf meinem Computer liegen können) nur das folgende Bild hochladen; weiteres Bildmaterial findet sich aber hier zum runterladen.
DSC6957

flattr this!

Kommentare (19)

  1. #1 MrFrank
    19. August 2013

    Hi,

    also für “Felmas” gibts schon einen Treffer. Mit Google findet man es als eingetragene Marke unter
    http://www.google.de/imgres?q=%22FELMAS%22&sa=X&biw=1067&bih=710&tbm=isch&tbnid=tUCuBkpreroqlM:&imgrefurl=http://www.tmdb.de/de/marke/FELMAS,DD611294.html&docid=T9G5eJ8p3uO2YM&itg=1&imgurl=http://logos.tmdb.de/DD611294.jpg&w=248&h=248&ei=W5YRUoLlDsmYtQbG94DYDw&zoom=1&iact=hc&vpx=4&vpy=220&dur=1812&hovh=198&hovw=198&tx=116&ty=120&page=1&tbnh=145&tbnw=145&start=0&ndsp=28&ved=1t:429,r:0,s:0,i:82

    Es handelt sich wohl um Zubehör für Arbeiten im Bereich der Elektroinstallation, aus dem Jahr 1954 oder jünger.
    Gilt jedenfalls für den Stecker, der Sinn der anderen Gegenstände ist mri auch nicht klar 🙂

  2. #2 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/08/19/blasphemic-lolcat-i-ii/
    19. August 2013

    Abo

  3. #3 Schorsch
    19. August 2013

    Ich glaube hab so was mal in einer uralten Zeitschrift gesehen. Gedacht für irgend eine Behandlung. Als wenn man diese Kugeln mit Blitzen innen drin an den Körper hält uns sich eine medizinische Wirkung erhofft…

  4. #4 2-Propanon
    19. August 2013

    There I solved it:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Violet_Wand

    Natürlich weiß ich um die Existenz dieses Geräts nicht durch…unredliche Internetvideos…

  5. #5 Vladimir
    19. August 2013

    Moin !
    Es handelt sich um Hochfrequenz-Strahlapparate für den Med. Bereich. Mehr Info ist hier
    http://www.j-lorber.de/heilg/elektr/hf-licht-ozon/hf-geraete+elektroden.htm

  6. #8 roel
    *****
    19. August 2013

    Ups war ein bissche viel blindgeschrieben.

    Soll heißen: Die Vorkommentatoren ….

    Der Link auf die weiteren Fotos funktioniert bei mir nicht. Da bekomme ich einen 404er.

  7. #9 Aequalitas
    19. August 2013

    “Aber da ich mir sicher bin, dass ScienceBlogs-LeserInnen hier mehr Erfolg haben werden, ”

    Vielleicht finden sich ein paar FrauInnen, die etwas beitragen können.

  8. #10 Ralph
    Eppstein
    19. August 2013

    Es ist immer wieder phantastisch zu realisieren, mit welch absurden Methoden Quacksalber den Leuten ihr Erspartes abjagen können. Viel hat sich heute nicht geändert. Damals war es eher eine Technikeuphorie, heute ist es – zumindest in Deutschland – eine gewisse Technikphobie auf der man einträgliche Geschäftsmodelle aufbauen kann.

    @roel
    ach sooo – und ich dachte schon, du weißt nicht wie man Kemenate schreibt.

  9. #11 Jürgen Schönstein
    19. August 2013

    #roel #8
    Der Link sollte jetzt funktionieren …

  10. #12 roel
    *****
    19. August 2013

    @Jürgen Schönstein Ja jetzt geht er. Ich habe gehofft die richtige Typenbezeichnung herauszufinden. Ist aber doch zeitintensiver als gedacht. Mich wundert es, dass diese Wunderapparate noch nicht Thema auf scienceblogs waren. Immerhin heilen sie und schützen sie vor 500 Krankheiten. Das ist ja eine Bierpinkelde Eierlegende Wollmilchsau.

    @Ralph Kemenate war bei mir momentan nicht einmal im passiven sondern nur im Ib-Wortschatz vorhanden.

  11. #13 haarigertroll
    19. August 2013

    Schon ein echtes Wundergerät! Aber man darf’s bei der Anwendung nicht übertreiben:
    “Schwache Einstrahlung wirkt meist besser, weil bei zu starker Einwirkung die ‘Sicherungen’ der Zellen/Organe auslösen und den Bio-Energiefluss evtl. für mehrere Stunden blockieren!”
    Wäre interessant zu wissen, ob man die Sicherungen nicht einfach überbrücken könnte…

  12. #14 5yF0Rc3
    19. August 2013

    “Violet Wands wurden Anfang des 20. Jahrhunderts ursprünglich von Nikola Tesla entwickelt und verkauft.”
    So kenn ich unseren Tesla garnicht…?

  13. #15 Pete
    19. August 2013

    Das ganze ist technisch ein Hochspannungsgenerator (Trafo oder Wagnerscher Hammer), die Glasdinger sind Geisslersche Roehren.
    In denen ist ein verduenntes Gas (Neon?), das zum Leuchten angeregt wird, wenn man die Roehren an den Generator anschliesst und das freie Ende beruehrt. Eine moderne Variante des Prinzips sind die Plasmakugeln.

    M.W. gibt es diese “alten Dinger” immer noch in der Quackmedizin. Es sieht in den Roehren beeindruckend aus, die paar Milliampere, die per Beruehrungskapazitaet durch die Roehre fliessen und das Gas ionisieren, haben keinen therapeutischen Wert. Wenn es einen gibt, dann durch die Leuchterscheinung ueber die Netzhaut ,-) Gut moeglich, dass die Hochspannung ohnehin hochfrequenter Natur ist, damit die Leuchterscheinung zustande kommen kann (Ionisationsenergie ist dann geringer), dann fliesst der Strom eh nur auf der Koerperoberfaeche (Skin-Effekt im Wortsinn…).

    Diese Geraete wurden/werden noch ziemlich haeufig auf Flohmaerkten angeboten. Ich habe noch keinen der Generatoren von innen gesehen und melde vorsichtshalber Sicherheitsbedenken gegen Uebertritt der Netzspannung in den Ausgang des Generators. Der muss naemlich die Spannung mit Erdbezug, also gegen Erde liefern, damit der kapazitiv quasi geerdete “Patient” den Strom nach Erde ableiten kann. Im Normalfall ist der sehr klein, weil fuer die Leuchterscheinung in der Roehre nur ein winziger Strom, der harmlos ist, notwendig ist. Bei Isolationsfehlern in der Zufuehrung zur Glaselektrode kann es dagegen bissig werden.

    Pete

  14. #16 Vera N.
    20. August 2013

    >Aus Krankheit, Schmerz und Siechtum zu Gesundheit und neuem Leben.

    kann ich nur bestätigen. Seitdem ich regelmässige Stromkuren mache, ist meine Gesundheit prächtig.
    Millivolt kommt mir etwas albern vor. Bei gescheiter Leistung gibt es auch einen schönen Bewusstseinsaspekt. Das soll aber keine Empfehlung für jedermann sein.

  15. #18 Martin
    20. August 2013

    Ich besitze ein ähnliches Gerät. Mein Vater hat es ebenfalls vom Trödelmarkt und wir fanden das witzig, es besitzt aber keinen medizinischen Nutzen. Vor einigen Jahren sah ich so ein Gerät dann in einer “Dokumentation” im Privatfernsehen über die SM-Sex-Szenze.

    Das Dingen ist ein altes Sexspielzeug für Hartgesottene. Schaut euch mal die Glaselektroden unten links oder oben, das zweite von rechts an. Dämmerts?

    Da sind übrigens auch Vollmetallelektroden bei, die tun richtig weh. Gut das ich nicht weiss was mit dem Dingen früher passiert ist.

  16. #19 Vera N.
    20. August 2013

    Wikipedia schreibt schon, dass man Vorsicht sein soll, das Gerät innerhalb des Körpers zu verwenden – wegen dem Glas und wegen dem fehlendem Trenntrafo, der im Fehlerfall keinen Starkstrom durchleitet.
    Alternativ sei Betrieb mit einer Batterie empfohlen.