Darüber, dass Texas – dem als einer der größten US-Märkte für Schulbücher eine Schlüsselrolle im Kampf um Lehrinhalte zukommt – den kreationistischen Lehren eine Hintertür offen gehalten hat, obwohl Gerichte (einschließlich des verfassungsrechtlich maßgeblichen US Supreme Court) wiederholt entschieden hatten, dass in den Lehrplänen amerikanischer Schulen kein Platz für solche antiwissenschaftlichen Legenden eingeräumt werden darf, habe ich ja hier schon mal geschrieben. Doch wenn’s um den Glauben geht, spielt Gerechtigkeit (zu deren Zweck die Justiz ja ersonnen wurde) keine Rolle – und nachdem es texanischen Kreationisten gelungen war, sich in die Schulbuchkommission wählen zu lassen, wird nun wieder massiv versucht, die Evolutionslehre zu verbannen und durch Schöpfungslehre zu ersetzen. Mir fällt dazu nichts Neues mehr ein, und darum überlasse ich Jon Stewart das scharfzüngige Wort:

flattr this!

Kommentare (156)

  1. #1 Toni
    18. September 2013

    @ Bloody Mary

    Vergiß mal bitte vorab jetzt meine nicht ernst gemeinte Übertreibung / Überspitzung aus den vorherigen Kommentaren – ja.

    Als damals in Rostock-Lichtenhagen das Asylantenheim gebrandschatzt wurde, hatte ich einen extrem dicken Hals und konnte es nicht verstehen wieso die Behörden nicht sofort knallhart mit allen Mitteln des Rechtsstaates gegen diese Rechtsextremisten und deren “National befreiten Zonen” in Ostdeutschland vorgegangen sind. Die Rechten waren damals zumindest in Ostdeutschland eine wirkliche Gefahr für unseren Rechtsstaat.

    Als mittlerweile 42 Jähriger Bürger dieses Landes, der sich die letzten 25 Jahre sehr für Politik und die Gesellschaftliche Entwicklung interessiert hat, weiß ich aber seit mindestens 15 Jahren, daß die zukünftige Bedrohung für unseren Rechtsstaat nicht von Rechts sondern eher von muslimischen Parallelgesellschaften/Linksextremisten und deren Gewaltaffinität bzw. nicht selten anzutreffenden Deutschen- u. Staatsverachtung ausgeht. (die Rechten sind bei uns hier in Westdeutschland aktuell doch keine Gefahr mehr).

    Was wir seither erleben ist ein stetiges Anwachsen der Jugendgewalt mit Migrationshintergrund (in Berlin und anderen Ballungsräumen haben wir z.B. bei den Intensivtäter zum Teil bereits Migru-Anteile von 80 % und mehr). Und diese Gewalt hat nicht selten auch was mit Rassismus = Deutschenfeindlichkeit zu tun, wobei sie dann aber nicht als solche erfasst wird, weil es in Deutschland Rassismus nur von Rechts bzw. von der Mehrheitsgesellschaft ggü. Migranten als Straftatbestand gibt.

    Die Opferzahlen dieses antideutschen Alltagsrassismus übersteigen die Taten von Rechts in meinen Augen schon heute bei weitem, nur werden sie eben nicht als solche erfasst (was keine Verharmlosung der Gewalt von Rechts, insbesonder auch im Fall der NSU sein soll) .

    Nur wenn dieser ständig wachsende Konflikt / das Gewaltpotential zwischen den Ethnien/Kulturkreisen entschärft werden kann, läßt sich für mich lfr. eine totale Eskalation vermeiden. Ich sehe aber nicht das diesbezüglich irgendwo brauchbare Initiativen bzw. Strategien am Laufen wären, die diesem Problem gerecht würden.

    2. Das Grundgesetz ist für mich Ausfluß des christlich-abendländischen Wertekanons – ich weiß nicht woher Sie glauben, daß es abgeleitet wurde bzw. woher es kommt (kleiner Tipp vom Mond auf die Erde gefallen ist es nicht).

    3. Unter Zuwiderhandlung meine ich natürlich die Zuwiderhandlung gegen die Gesetze der Bundesrepublik – was sonst?

    4. Harte Sanktionen bedeutet z.B. für mich, daß ein Asylant der z.B. während seines noch lfd. Aufnahme-Verfahrens bereits durch Diebstahl, Gewaltanwendung ect. auffällt ohne wenn und aber rauszufliegen hat, weil er damit sein Aufenthaltsrecht verwirkt hat und gleichzeitig bewiesen hat, daß er nur ein Scheinasylant ist. Das ist praktizierte christliche Nächstenliebe mit Verstand.

    5. Kuscheljustiz bedeutet für michz.B. , daß es in Deutschland möglich ist, daß Intensivtäter nach dutzenden Straftaten nicht selten noch frei rumlaufen können, ohne vergitterte Fenster gesehen zu haben. Kuscheljustiz ist für mich so ziehmlich alles, was bei uns im Erwachsenenalter noch unter Jugendstrafrecht abgehandelt wird (gehört restlos abeschafft). Kuscheljustiz ist für mich auch die Ideologie das junge Täter nur unter dem Gesichtspunkt der Resozialisierung bestraft werden und dabei bei schwersten Gewalttaten nicht selten extrem milde = Opfer verhöhnende Urteile zu Stande kommen, die zudem den inneren Frieden gefährden. Als letztes – die Strafmündigkeit und das Strafmaß muß wohl auch bei den unter 18 Jährigen deutlich verschärft werden.

    Gruß

  2. #2 Randifan
    18. September 2013

    Das wichtigste sollte sein, die Schüler aufs Leben vorzubereiten. Wenn die Schöpfungslehre im Unterricht ihnen hilft, dann soll sie eben gelehrt werden, wenn nicht, dann nicht. Dieser ganze Streit lenkt vom eigentlichen Problem ab

  3. #3 Bloody Mary
    18. September 2013

    @Randifan
    Das finde ich auch, die Schule hat die Schüler aufs Leben vorzubereiten. Damit meine ich nicht etwa, dass sie durch Prügel und Mobbing abzuhärten wären gegen das, was da angeblich kommen mag. Aufs Leben vorbereiten heißt für mich, Ihnen all das mitzugeben, wodurch Schüler sich orientieren und sicher durch ihr Leben navigieren können. Wissen, Kenntnisse und Werte.

    Sie zu lehren, wie man sich einen Schuß setzt, sich ins Koma säuft oder was Unintelligent Design ist, halte ich allerdings für eine ungeeignete Methode.

  4. #4 Bloody Mary
    18. September 2013

    “Sie zu lehren, […] was Unintelligent Design ist, halte ich allerdings für eine ungeeignete Methode.”

    Das widerrufe ich. Natürlich sollen sie wissen, was es mit diesem Schmarrn auf sich hat. Was ich meine, ist, dass die Schüler nicht durch dieses antiwissenschaftliche Geschwurbel dumm gehalten werden.

  5. #5 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni (Nr. 3)
    “Wenn diese Theorie jedoch als absolute Wahrheit verkauft wird, wenn behauptet oder so getan wird die Ursprungsfragen seien dabei längst geklärt und Makroevolution zweifelsfrei bewiesen bzw. eine automatische Folge von Mikroevolution und Zeit, dann ist das blanke, unbewiesene, dogmatische Ideologie.”

    Falls Sie damit andeuten wollen, dass Makroevolution nicht bewiesen wäre:
    Doch, man hat Makroevolution auch schon “live” beobachtet.

    http://www.talkorigins.org/faqs/faq-speciation.html

    http://www.talkorigins.org/faqs/speciation.html

    Zitat:
    “Als aufgeklärter Mensch bin ich grundsätzlich am Pro und Contra interessiert und Folge dann dem Argument, welches sich mir am vernünftigsten/schlüssigsten presentiert. ”

    Wenn man Kreationismus in der Schule zulassen würde:

    Okay, gut, einverstanden.

    Dann kann aber auch ein Vertreter der Tabakindustrie / Zigarettenindustrie in die Schule kommen und fordern, dass im Chemieunterricht ab jetzt die Harmlosigkeit von Zigaretten gepredigt wird.

    Dann können irgendwelche Verschwörungstheoretiker auch daher kommen und fordern, dass im Politikunterricht / Geschichtsunterricht ab jetzt amerikafeindliche VTs gelehrt werden.

    Und dann…. Könnte auch ein chinesischer Schüler fordern, dass ab jetzt auch die Schöpfungsgeschichte des Konfuzianismus / Buddhismus im Biologieunterricht gelehrt wird.

    Aber Spass beiseite!
    Selbst wenn die Evolutionstheorie falsch sein sollte:

    Das wäre NOCH LANGE KEIN BEWEIS für die Richtigkeit der Bibel!

  6. #6 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni (Nr. 8)

    In Bezug auf ihr Youtubevideo zu Herrn Scherrer:

    Ihnen ist schon klar, dass Scherrers Thesen sehr umstritten sind?

    http://beyer-a.de/paper/evozitate1%28Sep2008%29.pdf

    http://www.martin-neukamm.de/rezension_junker2.html

  7. #7 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni (Nr. 60)

    Zitat:
    “Die Bibel enthält die Weisung Gottes du sollst nicht töten bzw. morden.”

    Für das neue Testament gilt Das vielleicht; Aber nicht für das alte Testament!

    http://www.bibelzitate.de/gbz.html

  8. #8 Bloody Mary
    18. September 2013

    Worin wir übereinstimmen ist, dass wir den politischen Islam als ernsthafte Gefahr für den Rechtsstaat sehen (auch das mit dem gegen Deutsche gerichteten Rassismus und den damit verbundenen Straftaten sehe ich ganz ähnlich –und ja, dass keine brauchbaren Gegenmassnahmen entwickelt/ergriffen werden, ist eine Schande und unaussprechliches, politisches Versagen und wird uns noch teuer zu stehen bekommen).

    So wie alle extremistische Proganda und die von ihr angeheizten Handlungen eine Gefahr für den Rechtsstaat sind (rechtsextreme eingeschlossen, die entgegen anderslautenden Darstellungen nicht nur bei NPD-Anhängern, sondern in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind, was sie aus meiner Sicht so gefährlich macht).

    Ein Asylbewerber, der kriminell auffällig wird, ist deswegen übrigens noch kein Scheinasylbewerber. Überhaupt sind die kriminellen, jungen Muslime von denen Sie sprechen, mehrheitlich überhaupt keine Asylbewerber, sondern deutsche Staatsbürger. Wohin sollte man die ausweisen?

    Zu extremistischen Ideologien ist auch das Christentum zu zählen – die monotheistischen Religionen sind Hauptverantwortliche für gewalttätiges und mörderisches Hauen und Stechen gegen alles, was sich bewegt. Dass das Christentum im Gegensatz zum Islam bereits dem Aufklärungsprozess unterzogen wurde, war eine mehr als unfreiwillige Sache aus Sicht der Kirchenfunktionäre. Man kann das auch heute noch daran merken, dass sich fundamentalchristliche Politiker voll an die Seite der Islamvertreter stellen, wenn es den eigenen antidemokratischen Umtrieben entgegenkommt.

    Anstatt den politisch gegen den Rechtsstaat agierenden Islamverbänden gleichgültig oder untertänig entgegen zu rutschen, sollten wir ihnen unmissverständlich den Verlauf der Grenzen anzeigen und auf Überschreitungen zuverlässig gegen reagieren. Jeder, der unsere Rechts- und Gesellschaftsnormen nicht als ein Verpflichtendes Gemeinsames akzeptiert, sollte Gegenwind und echte, ernsthafte Schwierigkeiten bekommen.

    Das GG beruht auf den Werten der Aufklärung, welche gegen erbitterten christlichen Widerstand durchgesetzt werden mussten. Wem unsere Rechts- und Staats- und Gesellschaftsordnung etwas Wert ist, der wird auch kreationistischen Volksverdummungsversuchen Einhalt gebieten.

  9. #9 Bloody Mary
    18. September 2013

    #107 ging an Toni

  10. #10 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni:
    Du hast in Beitrag 61 geschrieben:

    “Mein kluger Schöpfer sagt, daß er den Menschen liebt und jeder der seiner Liebe annimmt/ihr gerecht wird später sein Sohn sein soll und mit ihm die Ewigkeit verbringen wird”

    Darf ich Dir mal eine provokante Frage stellen?

    Kann es sein, dass Du Darwin eben NICHT aus wissenschaftlichen / rationalen Gründen ablehnst

    Sondern aus EMOTIONALEN und IDEOLOGISCHEN Gründen?

    Kann es sein, dass Du sehr stark zu “Wunschdenken” neigst und Du vor Allem Das glaubst, was Dir angenehm ist?^^

    Und kann es sein, dass Du Darwins Evolutionstheorie befürworten würdest, wenn darwins Evo. auch in der Bibel vorkommen würde?^^

  11. #11 Über die Evo.
    18. September 2013

    Falls jemand Interesse daran hat, sich mit den “Beweisen gegen die Evolution” kritisch auseinander zusetzen:

    http://www.talkorigins.org/indexcc/list.html

    Die Seite ist sehr gut, wobei mir auch noch ein paar Argumente einfallen würden….. Und leider ist diese Seite auf Englisch 😛

  12. #12 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni (Nr 12):

    Zitat:
    “4. Moderne Wissenschaftler haben nachgewiesen, daß das Buch dieser Ziegenhirten für die Väter der modernen Naturwissenschaft der Grund war nach Gesetzmäßigkeiten im All zu suchen, weil man an einen Gesetzgeber glaubte, der seine Gesetze auch im All hinterlassen hätte. Die moderne Naturwissenschaft ist also ein Kind des Christen- u. Judentums.”

    Bitte?

    Die Astronomen Pytagoas, Ptolemäus, Eratosthenes und Hipparchos von Nicäa waren Juden/Christen???

    Aber was fällt diesen Maya-Indianern denn ein, ohne das Christentum eine Sonnenfinsternis vorherzusagen?

    http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2910.html

    Und wie toll die Christen die moderne Astronomie-Forschung fanden, kann man am Beispiel von Hypatia und Galileo Galilei bewundern:

    http://www.scinexx.de/dossier-detail-486-10.html

  13. #13 Über die Evo.
    18. September 2013

    @ Toni (Nr 14)

    Zitat:
    “Auch die Frage der “nichtreduzierbaren Komplexität” ist für mich weder aufgeklärt noch nachvollziehbar. Wie das alles ohne Intelligenz/gezielte Information von außen von statten gehen soll schon gar nicht”

    Doch!

    Auf Scienceblogs gab es dazu mal einen Artikel mit einem Video drüber:

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/12/05/der-unsinn-der-nichtreduzierbaren-komplexitat/

    Du beziehst Dich wahrscheinlich auf die Komplexizität des menschlichen Auges; Richtig?

    Im Tierreich gibt es Augen, welche WESENTLICH PRIMITIVER sind, als das menschliche Auge;

    Ganz krasses Beispiel:
    Augentierchen!

    Das sind primitive Einzeller, welche aber einen Sensor für Licht haben. Okay, sie können zwar nur hell und dunkel unterscheiden;
    Allerdings sind Linsen, Pupillen etc. für sie völlig überflüssig.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Augentierchen#Phototaxis_.28Lichtorientierung.29

    Obwohl ihnen nahezu alle Bausteine eines menschlichen Auges fehlen, können sie sehen!

    Hier sieht man einen Vergleich verschiedener Tieraugen:

    http://unzipyourgenes.files.wordpress.com/2013/07/eye-stages.jpg

    Man vergleiche mal die Augen eines Oktopus mit dem “pinhole-lens” eines Nautilus. Im Vergleich zum Oktopus fehlem dem Nautilus nahezu alle wichtigen Bauteile.

    Du gehst auch von dem Irrtum aus, dass sich das komplexe menschliche Auge “auf einem Schlag” entwickelt hat!

    Dabei geschah Das über viele Zwischenschritte und durch Mutationen, welche bei aberbillionen von Tieren vorkommen können.

    Außerdem gehst Du wohl (indirekt) davon aus, dass Evolution ein “Ziel” habe. Es geht ja NICHT darum, eine BESTIMMTE Konstruktion zu bauen.

    Würden wir Menschen ein Auge haben, wie jene einer Nautilus (siehe der Link oben) haben, könnte man dann ja provokant fragen:
    Warum ist unser Auge denn nicht so aufgebaut? :

    http://www.optik-rauchmann.de/Bilder/Auge/gesamtansicht_auge.gif

    Außerdem muss man bedenken:
    Wenn da eine Milliarden Augentierchen in einem Wasserbecken sind… Und eines von Diesen eine Mutation bekommt, welche eine Änderung der Augenkonstruktion zur Folge hat… Ist es ja nicht so, dass die anderen 999.999.999 Augentierchen nicht auch mutieren können.

    Es ist ja auch nicht so, dass diese anderen 999.999.999 Augentierchen absterben, wenn eines dieser Augentierchen eine schlechte Mutation hat, welches eine Schädigung des Photosensors zur Folge hat.

    Wenn diese Mutation aber eine “vorteilhafte” Mutation zur Folge hat, sodass das Auge komplexer und besser wird, wird Dieses eine bessere “fitness” haben.
    Und es wird sich stärker und schneller vermehren, als die anderen Augentierchen….

  14. #14 NWO-Agent
    19. September 2013

    Disclaimer: Das Folgende ist meine ureigene, subjektive Meinung und erhebt deshalb keinerlei Anspruch auf allgemeine Gültigkeit 😉
    Aber es juckt mich einfach, mal kurz meinen allgemeinen Senf zum Thema abzusondern.

    @alle: Warum gebt ihr euch eigentlich die Mühe mit Toni? Ernstgemeinte Frage.

    Er hat hier (und in den unzähligen anderen Kommentarsträngen) doch mehr als deutlich gemacht, dass er im “stillen Kämmerlein” die Bibel gelesen hat und meint, dabei eine wie auch immer geartete Epiphanie erlebt zu haben. Seitdem ist er davon überzeugt, dass die Bibel das unverfälschte Wort Gottes darstellt.

    Ergo: Jede Diskussion ist sinnlos und daher Zeitverschwendung, es sei denn sie stellt eine Art vergnüglichen Zeitvertreib für euch dar (sportlicher Ehrgeiz?) oder ihr seid wirklich der Ansicht, ihn überzeugen zu können.

    Ich hab ja früher auch geglaubt [sic!], dass man jeden Menschen überzeugen kann, solange man die besseren Argumente auf seiner Seite hat. Aber davon bin ich schon
    lange abgekommen. Meiner Ansicht und Erfahrung nach kann ein Mensch nur aus sich selbst heraus zu einer Einstellungsänderung gelangen. Natürlich kann er dabei
    Informationen nutzen, die andere an ihn herantragen bzw. ihm zur Verfügung stellen. Aber direkte, zwischenmenschliche Diskussion (dazu zähle ich jetzt der Einfachheit halber auch diesen Kommentarstrang) und argumentatives “festnageln” führen höchstens zu Abwehrreaktionen; im schlimmsten
    Fall bewirkt man das Gegenteil (hatte Florian in seinem Blog da nicht auch mal sogar ne Studie vorgestellt? Ging glaub ich um Weltuntergangsgläubige).
    Ist im Grunde überall dasselbe: Seien es politische Ansichten, sei es Drogensucht, seien es religiöse oder religionsähnliche Glaubenskonstrukte. Spätestens wenn Emotionen eine Rolle spielen
    ist eh alles verloren.

    Just my two cents.

  15. #15 Über die Evo.
    19. September 2013

    @ NWO-Agent (Nr 114):

    Ja; Sie haben ja Recht.

    Allerdings müssen Sie etwas berücksichtigen:
    Es werden ja viele Leute diese Diskussion mitlesen, ohne sich daran zu beteiligen.

    Und Diese dürften mit ihrer Meinung doch “auf der Kippe” stehen. (Ich will jetzt NICHT davon sprechen, dass man diese passiven Zuschauer “mit Gewalt” überzeugen/”manipuliueren” sollte!!!!)

    Wozu gibt es denn Polit-Talk-Shows im Fernsehen?

    Etwa um die Teilnehmer der Diskussionsrunde in ihren politischen Ansichten umzustimmen?

    Nein!
    Diese Sendungen wurden für die Zuschauer gemacht; Damit Diese sich bei der Bundestagswahl besser entscheiden können…

    Zitat:
    “Ist im Grunde überall dasselbe: Seien es politische Ansichten, sei es Drogensucht, seien es religiöse oder religionsähnliche Glaubenskonstrukte. Spätestens wenn Emotionen eine Rolle spielen
    ist eh alles verloren.”

    Nicht unbedingt!
    Dann muss man einfach auf der gleichen Ebene argumentieren!

    Kreationisten schreiben ja gerne über den sogenannten “Piltdown”-Schwindel.
    -> Google.

    Sinngemäß:
    “Die Evolutionsanhänger sind Lügner, die im Namen ihrer Ideologie die Leute belügen…… Wer weiß, wieviele Beweise für die Evo. denn nicht noch gefälscht sind…..”

    Nun ja….
    Abgesehen davon, dass der Piltdown-Schwindel von Evolutions-ANHÄNGERN (“Darwinisten”) entlarvt wurde…..
    ………..Und dass es schon relativ früh Zweifel an der Echtheit des Fundes gab………. Und dass die Alters-Datierung mittels Fluor erst 40 Jahre nach der Entdeckung des Piltdown-Menschen erfunden wurde….. Und dass das betreffende Museum nur Gipsabdrücke an Wissenschaftler verschickte, was die Enttarnung doch erschwerte….

    Dann drehen wir den Spieß mal um und gucken, wie die Kreationisten es mit der Ehrlichkeit haben…..

    Reden wir z.B. mal über den “Jammal-Ark-Hoax”, wo ein amerikanischer Fernsehmitarbeiter ein paar hölzerne Eisenbahnschwellen aus Kalifornien als Reste der Arche Noah ausgegeben hat:

    http://www.talkorigins.org/faqs/ark-hoax/jammal.html

    Oder über die Angelhaken-Affäre um den islamistischen Kreationisten Harun Yahya:

    http://www.museumofhoaxes.com/hoax/weblog/comments/the_fishing_lures_of_faith

    Oder über die (teilweise gefälschten) Fußabdrücke vom Paluxy River:

    http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/f83_was_ist_von_menschlichen_fussabdruecken_zu_halten__die_zusammen_mit_dinosaurierspuren_vorkommen.php

    (Amnerkung:
    Das ist eine KREATIONISTISCHE Seite!
    Selbst diese Leute haben eingestanden, dass auch im Namen des Kreationismus gefälscht wird!

    Zitat von der Seite:
    “In der Umgebung des Paluxy-River wurden nachweislich auch Fußabdrücke gefälscht – kein Wunder: Man kann damit Geschäfte machen.”)

  16. #16 Alderamin
    19. September 2013

    @NWO-Agent

    es sei denn sie stellt eine Art vergnüglichen Zeitvertreib für euch dar (sportlicher Ehrgeiz?)

    Ertappt 😳

    Im Ernst, man kann seinen eigenen Standpunkt daran messen, wie gut man ihn verteidigen kann.

    Ich habe erst durch Diskussionen im Buskampagne-Forum gelernt, meinen Rest-Agnostizismus (“könnte ja sein, dass…”, “kann ja nicht schaden, wenn…”) abzulegen. Da saß die kindliche Indoktrination noch zu tief und ich suchte nach Argumenten für und gegen die Existenz von Gott. Dawkins’ Buch empfand ich gerade in diesem Punkt als zu dünn. Vielleicht nimmt irgendwer, wer auch immer, was aus der Diskussion mit.

    Auch ein Grund, warum ich bei Florian so viel poste: viele Fragen interessieren mich auch, dann schaue ich nach und lerne was dabei.

  17. #17 Adent
    19. September 2013

    @NWO Agent
    Wie es mein Vorredner schon sagte, es lesen ja auch andere diesen Blog (und andere) und was nicht sein darf ist, daß solche dreisten Lügen die Toni unabläßlich absondert unkommentiert stehen bleiben. Der Eindruck, der sonst eintstehen könnte ist, daß vielleicht ja doch ein Fünkchen Wahrheit in dem ist was die Hardcore-Bibelideologen verbreiten. Dem ist nicht so, in der Bibel sind in etwa so viele (wahrscheinlich weniger) wahre Beschreibungen drin wie in den Märchen der Gebrüder Grimm. Ganz zu schweigen von dem was Toni in die Bibel noch alles hineininterpretiert, danach ist der Wahrheitsgehalt im negativen Bereich, eigentlich müßte er sich in einer Logikwolke auflösen.
    Also an alle Mitleser, der Toni ist einer der irgendwann in einer seiner dunklen Stunden die Bibel gelesen hat (wahrscheinlich mehrfach). Nach dem Lesen dachte er sich, wow, das stimmt ja alles auch für mich und das gibt mir jetzt den Sinn meines Lebens zurück, das muß ich unbedingt anderen erzählen.
    Was ich von Leuten halte, die ihr Leben nach den größtenteils erfundenen Erzählungen aus uralten Büchern richten ist denke ich klar geworden.
    Ich denke es gibt keinen Gott und auch keinen anderen Kreator, da es keine Notwendigkeit für einen solchen gibt. Und dies denke ich deshalb weil es keinen einzigen Beleg für ein solches Wesen gibt und weil es 5000 verschiedene solcher Wesen gibt von denen kein einziges so definiert wurde, daß man seine Existenz oder aber nur seine Auswirkung auf unsere Welt überprüfen könnte.
    Also wenn der Toni hier daherkommt und von dem einen richtigen Gott schwafelt, dann liegt er leider völlig daneben, er ignoriert die 4999 anderen Götter und er ignoriert die Tatsache, daß es keinen Hinweis gibt dieser (oder andere) Götter würden existieren.
    Daher gilt solange kein überprüfbarer Beleg auftaucht die Nullhypothese, daß es kein solches Wesen gibt.
    Quod erat demonstrandum.

  18. #18 Alderamin
    19. September 2013

    @Adent

    Dies (also letztlich die Pascalsche Wette) und die folgenden Argumente waren für mich entscheidend:

    – Dawkins Argument, dass Komplexität nur durch Evolution entstehen kann
    – das Theodizee-Problem
    – die nicht zielgerichtete Entwicklung des Lebens auf der Erde (z.B. das Aussterben der ansonsten so erfolgreichen Saurier)
    – die Größe des Universums und die Möglichkeit von Multiversen, die jede beliebige Kombination von Naturgesetzen ermöglichen; bei unendlich viel Platz und Zeit kommt zwangsläufig unser Universum irgendwann und irgendwo heraus, und mit dem anthropischen Prinzip kann sich nur in einem solchen jemand Gedanken darüber machen
    – die Belege dafür, dass das Bewusstsein komplett vom physischen Gehirn abhängt, also nix mit unsterblicher Seele
    – die Geschichte der Entwicklung der Religionen vom Ahnenkult und Animismus über Natur- und Schutzgötter, Polytheismus bis hin zu einer lokalen Gottheit, die über historische Zufälle und Verbindung zu mächtigen Regimen wie den Römern und Franken ihre weltweite Verbreitung fand.

    Jürgen Becker hat nett erklärt, warum der Monotheismus aus der Wüste kommen musste. Wenn man sich da so umschaut, nur Sand und Felsen. Da hätte ich auch selbst drauf können kommen, mag man da denken. Bei uns in Germanien hingegen gab es Flüsse, Berge, Wälder mit all den Vögelchen und Rehen und Pilzen usw., das war sicher Teamwork. Deswegen waren die alten Germanen Polytheisten. Bis der abergläubische Merowinger Chlodwig die Schlacht gegen die Alemannen zu verlieren drohte und er sich von seiner Frau überreden ließ, doch mal Christengott anzurufen. Tja, und weil er dann zufällig doch noch siegreich war, haben wir heute das Christentum hier.

  19. #19 Über die Evo.
    19. September 2013

    @ Adent (Nr. 117)

    “Wie es mein Vorredner schon sagte, es lesen ja auch andere diesen Blog (und andere) und was nicht sein darf ist, daß solche dreisten Lügen die Toni unabläßlich absondert unkommentiert stehen bleiben. Der Eindruck, der sonst eintstehen könnte ist, daß vielleicht ja doch ein Fünkchen Wahrheit in dem ist was die Hardcore-Bibelideologen verbreiten.”

    DANKE!
    GENAU DAS IST DER SPRINGENDE PUNKT!!!

  20. #20 JaJoHa
    19. September 2013

    @Adent
    Eine Anmerkung: Kreator gibt es doch, http://de.wikipedia.org/wiki/Kreator
    Ätsch 😉

    Sorry, aber das passte grade einfach zu gut 😀

  21. #21 Spritkopf
    19. September 2013

    Für mich ist bei solchen Diskussionen interessant, wie die Hardcore-Gläubigen reagieren, wenn man ihnen den psychopathischen Meuchelmörder-Gott des Alten Testaments vorhält. Folgende Reaktionen sind – wie auch in diesem Thread – besonders häufig zu beobachten:

    Das Argument vom schizophrenen Gott:
    “Ja, das steht doch im Alten Testament und das ist für mich nicht mehr relevant.”
    (Ist der Gott des Alten Testaments ein anderer als der des Neuen Testaments?)

    Das Argument vom KZ-Wächter:
    “Die Midianiter/Sodomiter/Amalekiter waren schlimme Sünder und wurden daher zu Recht getötet.”
    (Auch die Kinder und Säuglinge?)

    Das Argument von der Willkür:
    “Gott hat uns Menschen das Leben geschenkt, also darf er es uns auch wieder wegnehmen.”
    (Wie passt das zu seiner angeblichen Gerechtigkeit? Und wenn er uns das Leben geschenkt hat, dann ist es nicht mehr seins.)

    Das Argument von der Strafbelohnung (same action, different meaning):
    “Die bösen Menschen werden durch Gottes Strafe gerichtet. Für die Guten ist ihr Tod dagegen keine Strafe, denn sie kommen in den Himmel.”
    (Das heißt, wenn ich einen guten Menschen umbringe, dann begehe ich damit eine lobenswerte Tat, weil ich ihm den direkten Weg in den Himmel ebne?)

    Das Pippi-Langstrumpf-Argument (“Ich mache mir die Welt, widde-widde-wie sie mir gefällt”):
    “Gott steht außerhalb seiner eigenen Gesetze, daher muss er sie nicht befolgen.”
    (So dumm wie absurd. Und der Gipfel der Relativismus, der doch immer den Atheisten vorgeworfen wird.)

    Die Chewbacca-Ignoranz-Verteidigung:
    “Auf diese atheistische Propaganda antworte ich nicht.”
    (Ohne Worte.)

  22. #22 Spritkopf
    19. September 2013

    Hm, ich habe einen längeren Text gepostet, aber den mag die Blogsoftware offenbar nicht. Zeigt sie noch nicht mal als Kommentar an, der die Moderation erwartet.

  23. #23 Lupo
    19. September 2013

    ” .. was nicht sein darf ist, daß solche dreisten Lügen die Toni unabläßlich absondert unkommentiert stehen bleiben. Der Eindruck, der sonst eintstehen könnte ist, daß vielleicht ja doch ein Fünkchen Wahrheit in dem ist was die Hardcore-Bibelideologen verbreiten.”

    Das unterschreib ich so.

    Ich vermute allerdings auch das Toni nach ähnlichen Motiven handelt, sonnst hätte er sich andern Orts ausgetobt, Irgendwo wo siene Erfolgschancen wenigstens etwas über Null liegen.

  24. #24 Adent
    19. September 2013

    @Lupo
    Na, da hat er hier aber Pech gehabt, hier sind einfach zu viele pöse dogmatische Atheisten unterwegs.
    Also die, die als ihren Glauben das Nichtglauben haben und die womöglich auch ohne einen Gott, welcher Coloeur auch immer auskommen.
    (Achtung für Bibelideologen, der vorstehende Text könnte Ironie enthalten).

  25. #25 Bonus
    19. September 2013

    Ich bin Katholik im Zweifel. Die schlichte Eleganz der Evolutionslehre war mir, seit ich in meiner Jugend das erste Mal auf sie traf, ein schwer in mein Weltbild zu integrierendes Phänomen. Es nagt und mahlt beständig mit mir, und ich ahne, wo die Reise hingeht.
    Ich muss Toni danken, denn er macht es mir relativ leicht. Wenn er das verkörpert, woran ich seit 34 Jahren in abnehmenden Maße glaube, dann schäme ich mich zutiefst. Wir Christen müssen in den Augen anderer als ein ziemlich militanter und dogmatischer Haufen erscheinen. Ungebildet und kaum in der Lage, Quellen nach ihrer Glaubwürdigkeit zu sortieren noch dazu.
    Glücklich sind die, welche einer frühkindlichen Indoktrination entgangen sind, für jemanden wie mich aber ist es ein schmerzhafter Prozess, vom (Aber)Glauben zum Wissen zu kommen. Man ist ziemlich alleine, die Selbstzweifel sind stellenweise extrem, man schlägt sich rum mit schlechtem Gewissen, dem Gefühl, die Eltern zu verraten, einer Angst, die zu empfindem einem als Erwachsenem gleich noch mehr Angst macht… es ist ein harter und beschwerlicher Weg, und ich verstehe wirklich jeden Sonntagschristen, der sicherheitshalber “so ein bisschen” glaubt – der Pfad zur Wahrheit ist einer, auf dem man sich mehr als einmal einen Gott wünscht, der einen an die Hand nimmt.
    Aber diese Peinlichkeiten zu lesen, lindert den Schmerz. Immens. Ich will eigentlich nichts mehr mit solchem Unsinn und solchem Gegeifere zu tun haben. Und ich arbeite daran, diesen Satz eines Tages ohne “eigentlich” schreiben zu können.

  26. #26 Über die Evo.
    19. September 2013

    @ Bonus (Nr. 124):

    Also es ist nicht unbedingt so, dass Christentum und Evolution unvereinbar wären:

    http://www.karl-leisner-jugend.de/evolution.htm

    Der Evolutionsbiologe Theodosius Dobzhansky war zwar ein Anhänger von Darwin

    Aber gleichzeitig war er auch ein gläubiger (russisch orthodoxer) Christ:

    http://www.scilogs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/philosophische-fragen/2009-07-08/nichts-in-der-biologie-macht-sinn-au-er-im-licht-der-evolution

  27. #27 Havok
    19. September 2013

    Wow! Dann hat diese ganze Diskussion (aus der ich mich früh ausgeklinkt habe) doch tatsächlich was gebracht…auch wenn nicht die Argumente auf Seiten der Evolution der ausschlaggebende Punkt waren, sondern die offenkundige Ignoranz von Toni.
    Trotzdem freut es mich, dass es wenigstens einen Menschen zum Nachdenken angeregt hat. :]

  28. #28 tobex
    19. September 2013

    Der Weg vom Glauben zur Vernunft über den Zweifel ist meines Erachtens so schwer dass ihn nur wenige Menschen schaffen können, wenn sie die religiöse “Gehirnwäsche” seit der Kindheit durchleben mussten. Das ist nicht böse gemeint sondern einfach zu verstehen. Man muss sich nur vorstellen, dass der “rote Faden” woran man sich durchs Leben gezogen hat und alle Entscheidungen festgemacht hat und sich bei Problemen, Sorgen und Nöten festgehalten hat, garnicht mehr da sein soll. Der Glaube ist ja real. Sein Weltbild zu ändern, seine Entscheidungen zu überdenken, seine Ängste ( Tod, Krankheit, Verlust ) zu verarbeiten, seine religöse Gemeinschaft zu verlieren und das Wissen darum dass vielleicht Eltern und Großeltern ihr Leben einer Lüge vermacht haben, ist zuviel. Nicht machbar für die meisten halbwegs glücklichen Menschen. Es sind die Kinder, die hier gerettet werden müssen bevor diese kleinen Menschen, die niemals wieder schneller lernen werden in ihrem Leben, mit diesem Unsinn vollgestopft werden.

  29. #29 Lupo
    19. September 2013

    @ Bonus + Tobex

    Das klingt als müsste ich mich bei meinen Eltern dafür bedanken mich religionsfrei erzogen zu haben.

    Übrigens scheint es mir, das derlei Hürden in beide Richtungen existieren.
    Mir ist zumindest niemand bekannt der, ohne anerzogene religiosität, aufgewachsen ist und sich später einer Religion zugewendet hat.

  30. #30 Adent
    19. September 2013

    @Lupo
    Dem kann ich nur zustimmen. Meine Eltern haben mir nie reingeredet in punkto Religion, was dazu führte, daß ich mir das Ganze in Form der Konfirmation antat, in der Schule 2 Jahre Religionsunterricht hatte und dann mit der Volljährigkeit die Entscheidung für mich traf, das ich zumindest das ganze Kirchenbrimborium (und das in einer evangelischen Kirche, die ja eher gemäßigt sind) nur seltsam unlogisch fand. Also trat ich mit 18 aus der Kirche aus und spätestens mit Beginn des naturwissenschaftlichen Studiums schwand bei mir auch der letze Zweifel daran, ob es einen Gott (im Sinne der Religionen) gibt. So würde es wahrscheinlich den allermeisten Menschen gehen, wenn sie denn ohne Indoktrinierung durch Kirche oder gar in anderen Ländern durch Kirche und Staat aufwachsen könnten. Ich bin der festen Überzeugung der Menschheit würde nicht das allerkleinste bischen fehlen, wenn es keine Religionen gäbe. Im Gegenteil, wahrscheinlich wäre unsere Zivilisation schon deutlich weiter ohne die ewigen Auseinandersetzungen und Kriege darum, welcher eingebildete Gott denn nun der richtige ist.

  31. #31 Adent
    19. September 2013

    Oh, noch ein Nachtrag, natürlich kann jeder ohne Ausnahme daran glauben, daß es irgendwo ein wie auch immer geartetes höheres Wesen gibt, daß sich um ihn während des Lebens und nach dem Tode sorgt. Nur bitte, für sich allein, gern auch mit anderen die das gleiche Wesen meinen, aber bitte ohne daraus irgendwelche Ansprüche zu erheben, daß andere auch daran glauben sollten oder gar müssen und ohne, daß sich daraus ein derartiger Götzenkult ergibt wie wir ihn in jeder der vielen Religionen erleben. Und in der Schule hat das Ganze als Indoktrinierung schon mal gar nichts zu suchen.

  32. #32 Über die Evo.
    20. September 2013

    @ Toni (Nr. 101):

    ” Kuscheljustiz bedeutet für michz.B. , daß es in Deutschland möglich ist, daß Intensivtäter nach dutzenden Straftaten nicht selten noch frei rumlaufen können, ………….”

    (gekürzt!)

    Also auch ich finde, dass das deutsche Jugendstrafrecht teilweise zu milde ist.

    Und auch ich finde, dass eine zu milde Bestrafung von Straftätern eine menschenverachtende Verhöhung von Verbrechensopfern ist!

    Da sind wir uns ja halbwegs einig.

    Allerdings:
    Steht in der Bibel denn nicht geschrieben:

    “Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben.”
    Lukas, 6:37

  33. #33 Spritkopf
    20. September 2013

    Da sich die Blogsoftware hier aus unbekannten Gründen unwillig zeigte, meinen Beitrag anzunehmen, habe ich ihn jetzt auf meinem Blog veröffentlicht:
    http://spritkopf.wordpress.com/2013/09/20/wie-man-den-psychopathischen-gott-des-at-verteidigt/

  34. #34 ursula
    20. September 2013

    @Bonus, @ topex
    Ich kann euch sehr gut verstehen. Meine Entwicklung verlief sehr ähnlich. Ich hab – in einem früheren Leben;-) – RK Theologie studiert, allerdings nicht fertig. Aus der Kirche ausgetreten bin ich bereits in 1990ern, erst seit ca. 1 Jahr bezeichne ich mich überzeugt als Atheistin (meine Mutter, meine Tante hatten Tränen in den Augen), vorher hab ich versucht mich als Agnostikerin durchzuschummeln. Atheistin zu sein fühlt sich großartig an, eine riesen Last ist von meinen Schultern genommen. So zurückblickend habe als gläubiger Mensch das Leben viel weniger geschätzt als jetzt. Ich hab nur das Eine, das ist mir wertvoll, hier und jetzt !
    Danke an Alle für die Diskussion, hier und auch bei Florian..

  35. #35 Jürgen Schönstein
    20. September 2013

    Der Kommentar war in der Tat – und aus nicht nachvollziehbaren Gründen – im Spamfilter stecken geblieben. Ist jetzt, an 121. Stelle, freigeschaltet.

  36. #36 almafan
    20. September 2013

    @Toni
    “Das mosaische Gesetz spielt für Christen seit 2000 Jahren keine Rolle mehr. Jesus ist der Bezugspunkt und der Maßstab für unser Gottes- u. Menschenbild und die Schriftauslegung. In ihm ist Gott nach christlichem Verständnis Mensch geworden und in ihm hat sich das Wesen und der Wille Gottes nach christlichem Verständnis erst vollumfänglich offenbart.”
    Dem muss ich vehement widersprechen.
    Da es in der Bibel auch Stellen gibt, wo Gott den Jesus in seiner Position erhöht, ihn zum König im Himmel macht, kann Jesus nicht Gott sein. Denn wenn Gott das Höchste ist, was ist Jesus also nach der Aufwertung?
    Außerdem gehören die zehn Gebote auch zu den mosaischen Gesetzen und sollen heute ja noch Gültigkeit haben.
    Lies das Buch, dass du zitierst auch mal.

  37. #37 Randifan
    20. September 2013

    In dieser ganzen Berichterstattung werden die Gründe der Verantworlichen nicht erläutert, die versuchen Kreationismus im Schulunterricht einzuführen. Als Missionierungsveranstaltung ist es nicht geeignet, Deutschland ist trotz Religionsunterricht nicht gläubiger, als die USA.

  38. #38 Spritkopf
    20. September 2013

    @Randifan

    In dieser ganzen Berichterstattung werden die Gründe der Verantworlichen nicht erläutert, die versuchen Kreationismus im Schulunterricht einzuführen. Als Missionierungsveranstaltung ist es nicht geeignet, Deutschland ist trotz Religionsunterricht nicht gläubiger, als die USA.

    Das ist ein Scheinargument. In Deutschland wird – bis auf einige fundamentalistisch-christliche Schulen – kein kreationistisches Weltbild gelehrt. Und Deutschland hat auch keine 44% Bevölkerungsanteil, die dem Young-Earth-Creationism anhängen, also dem Glauben, dass die Erde 6000 Jahre alt sei.

    Und du magst es immer noch nicht wahrhaben wollen, aber sowohl Kreationismus wie auch Intelligent Design verstoßen gegen die US-Verfassung. Das ist zigfach gerichtlich bestätigt. Und sollte es tatsächlich mal ein Richterhäschen über Johannisthal geben, welches dagegen urteilt, dann wird dieses Urteil so sicher wie das Amen in der Kirche in der nächsten Instanz kassiert.

  39. #39 Spritkopf
    20. September 2013

    Korrektur – es muss natürlich heißen: “sowohl die Lehre von Kreationismus wie auch Intelligent Design im Schulunterricht verstoßen gegen die US-Verfassung”

  40. #40 Randifan
    20. September 2013

    @Spritkopf
    Was Gerichte entscheiden, sollte nicht überbewertet werden, da Richter auch nur Menschen sind und den Zeitgeist nicht einfach ignorieren können. Es hat nichts mit Kreationismus zu, aber in einem besonders erschreckendem Beispiel entschied der oberste Gerichtshof mit einer Mehrheit von 6 zu 3, es wäre richtig alle japanischstämmigen US-Bürger zu internieren.

    http://www.cracked.com/article_19991_the-5-most-terrifying-supreme-court-decisions.html

    Wie ich schon schrieb, könnten Gerichte in 10 Jahren anders darüber urteilen.

  41. #41 Spritkopf
    20. September 2013

    Wenn die Verfassung geändert wird, dann ja. Sonst nicht. Du scheinst nicht den Unterschied zwischen einem normalen Gesetz und einem Zusatzartikel zur Verfassung zu begreifen.

    Davon abgesehen halte ich deine Annahme, das Lehren von Kreationismus anstelle der Evolutionstheorie hätte keine Auswirkungen auf die Religiosität, für grundfalsch. Das ist sehr wohl als Missionierungsveranstaltung gedacht und je mehr Menschen und in je früherem Alter kreationistische Ideen als faktisch eingehämmert werden, umso höher ist der Anteil, die diese auch im Erwachsenenalter nicht hinterfragen.
    http://spritkopf.wordpress.com/2013/08/23/get-them-while-theyre-young/

  42. #42 Lupo
    21. September 2013

    @Randifan
    Du scheinst dich sehr an der Frage festzuhalten ob es schädlich wäre Kreationismuss zu unterrichten.
    Gegenfrage : Wäre es in sinnvoll ?
    Wenn ja, was genau wäre der sinn daran Schülern etwas erwiesenermaßen falsches zu unterrichten.
    Wenn nein, warum zeit mit überflüssigem vergeuden ?

    Davon mal ab, wenn kreationistischer Unterricht keine indoktrinierungsveranstaltung ist, was dann ?

  43. #43 Bernhard
    21. September 2013

    Die Stellung der Katholische Kirche zur Evolution:

    “Das christliche Bild der Welt ist, dass die Welt in einem sehr komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber im tiefsten eben doch aus dem Logos entstanden ist. Sie trägt insofern Vernunft in sich”

  44. #44 Spritkopf
    21. September 2013

    Und wie belegt die katholische Kirche diese Aussage? Gar nicht! Sie behauptet es einfach.

  45. #45 Kassenwart
    21. September 2013

    @Bernhard

    Das ist definitiv nicht die Stellung der Katholischen Kirche zur Evolution.

  46. #46 Alderamin
    21. September 2013

    @Kassenwart

    Dies ist die offizielle Position seit Johannes Paul dem II:

    http://www.gavagai.de/arbeiten/evo/HHPAE08.htm#joh

    Wichtig ist, dass er die Entwicklung des Geistes und der Seel nicht als Folge der Evolution betrachtet. Irgendwann hat demnach eine seelenlose Mutter ein Kind mit einer voll entwickelten Seele auf die Welt gebracht, oder sie wurde ihm von oben eingehaucht. Wahrscheinlich hieß das Kind “Adam”. ’nuff said.

  47. #47 Kassenwart
    21. September 2013

    @Alderamin

    mir war so, dass Johnny Paolo schon seit 2005 nicht mehr Papst ist, die Katholiken sind seit Jahrzehnten auf dem argumentativen Rückzug. Guten Überblick gibts hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Evolution_and_the_Roman_Catholic_Church
    Und nein, ich wäre der letzte der irgendeine Religion oder eine ihrer Strömungen verteidigt, nur sollten wir ihnen keine falschen Argumente andichten.
    Aber Kreationismus und ID sind evangelikalen und nicht katholischen Ursprungs auch wenn der ein oder andere (hallo Schönborn) nachquatscht.

  48. #48 Alderamin
    21. September 2013

    @Kassenwart

    Solange kein neuer Papst was anderes gesagt hat, gilt das, was der letzte zum Thema kund getan hat. Und wie in Deinem Link steht, gab’s erst 2009 unter Benedikt noch eine Konferenz, wo betont wurde, dass die Evolution nicht im Widerspruch zur katholischen Lehre sei.

    Muss jetzt aber leider weg.

  49. #49 Spritkopf
    21. September 2013

    @Alderamin

    Wichtig ist, dass er die Entwicklung des Geistes und der Seel nicht als Folge der Evolution betrachtet. Irgendwann hat demnach eine seelenlose Mutter ein Kind mit einer voll entwickelten Seele auf die Welt gebracht, oder sie wurde ihm von oben eingehaucht. Wahrscheinlich hieß das Kind “Adam”. ’nuff said.

    Die Aussagen von Johannes Paul II, wie sie in deinem Link aufgeführt sind, kann ich nur so interpretieren, dass die Kirche zwar so tut, als akzeptiere sie die Evolutionstheorie, aber dass sie in Wirklichkeit etwas anderes damit meint. So behauptet er, es gäbe mehrere Evolutionstheorien und welche die richtige sei, obliege dem Urteil der Theologen:

    Genau genommen muß man eher von Evolutionstheorien sprechen als von der Theorie der Evolution. Diese Vielfalt entspricht einerseits den unterschiedlichen Ansätzen, die vorgeschlagen wurden, um den Mechanismus der Evolution zu erklären. Andererseits entspricht sie der Unterschiedlichkeit der Weltanschauungen, auf die man sich bezieht. So gibt es materialistisch-reduktionistische Lesarten und auch spiritualistische Lesarten der Evolutionstheorie. Das Urteil darüber gehört in die Kompetenz der Philosophie und darüber hinaus der Theologie.

    Etwas später schreibt er explizit, die Evolutionstheorie, so wie sie von der Wissenschaft definiert wird (oder in seinen Worten: die materialistisch-reduktionistische Auslegung), sei falsch:

    Folglich sind diejenigen Evolutionstheorien nicht mit der Wahrheit über den Menschen vereinbar, die – angeleitet von der dahinter stehenden Weltanschauung – den Geist für eine Ausformung der Kräfte der belebten Materie oder für ein bloßes Epiphänomen dieser Materie halten.

    Dieser Versuch der religiösen Verfremdung der Evolutionstheorie wird noch deutlicher, liest man, was der Salzburger Weihbischof Laun dazu geschrieben hat. Zitat:

    Der menschen-ähnlichste Menschenaffe ist, genau genommen, ähnlicher der Kaulquappe oder einer Amöbe als dem Menschen – trotz allen Respekts, den wir besonders den höheren Tieren schulden.

    Weihbischof Launs Selbsteinschätzung zu seinem Wissen um die Evolutionstheorie ist allerdings auch, sagen wir, interessant:

    Ich bin kein Spezialist in der Frage der Evolution, möchte aber gerade als „gebildeter Laie“ helfen, Licht in die Sache zu bringen

    Für seine regelmäßige Glosse bei kath.net würde ich jedenfalls eine deutlich andere Bezeichnung wählen als die des “gebildeten Laien”.

  50. #50 Spritkopf
    21. September 2013

    Argh, ein schließendes Blockquote-Tag versemmelt.

    @Alderamin

    Wichtig ist, dass er die Entwicklung des Geistes und der Seel nicht als Folge der Evolution betrachtet. Irgendwann hat demnach eine seelenlose Mutter ein Kind mit einer voll entwickelten Seele auf die Welt gebracht, oder sie wurde ihm von oben eingehaucht. Wahrscheinlich hieß das Kind “Adam”. ’nuff said.

    Die Aussagen von Johannes Paul II, wie sie in deinem Link aufgeführt sind, kann ich nur so interpretieren, dass die Kirche zwar so tut, als akzeptiere sie die Evolutionstheorie, aber dass sie in Wirklichkeit etwas anderes damit meint. So behauptet er, es gäbe mehrere Evolutionstheorien und welche die richtige sei, obliege dem Urteil der Theologen:

    Genau genommen muß man eher von Evolutionstheorien sprechen als von der Theorie der Evolution. Diese Vielfalt entspricht einerseits den unterschiedlichen Ansätzen, die vorgeschlagen wurden, um den Mechanismus der Evolution zu erklären. Andererseits entspricht sie der Unterschiedlichkeit der Weltanschauungen, auf die man sich bezieht. So gibt es materialistisch-reduktionistische Lesarten und auch spiritualistische Lesarten der Evolutionstheorie. Das Urteil darüber gehört in die Kompetenz der Philosophie und darüber hinaus der Theologie.

    Etwas später schreibt er explizit, die Evolutionstheorie, so wie sie von der Wissenschaft definiert wird (oder in seinen Worten: die materialistisch-reduktionistische Auslegung), sei falsch:

    Folglich sind diejenigen Evolutionstheorien nicht mit der Wahrheit über den Menschen vereinbar, die – angeleitet von der dahinter stehenden Weltanschauung – den Geist für eine Ausformung der Kräfte der belebten Materie oder für ein bloßes Epiphänomen dieser Materie halten.

    Dieser Versuch der religiösen Verfremdung der Evolutionstheorie wird noch deutlicher, liest man, was der Salzburger Weihbischof Laun dazu geschrieben hat. Zitat:

    Der menschen-ähnlichste Menschenaffe ist, genau genommen, ähnlicher der Kaulquappe oder einer Amöbe als dem Menschen – trotz allen Respekts, den wir besonders den höheren Tieren schulden.

    Weihbischof Launs Selbsteinschätzung zu seinem Wissen um die Evolutionstheorie ist allerdings auch, sagen wir, interessant:

    Ich bin kein Spezialist in der Frage der Evolution, möchte aber gerade als „gebildeter Laie“ helfen, Licht in die Sache zu bringen

    Für seine regelmäßige Glosse bei kath.net würde ich jedenfalls eine deutlich andere Bezeichnung wählen als die des “gebildeten Laien”.