Ich gestehe, dass ich eine Schwäche für Neandertaler habe. Sie sind, wenn man so will, die “Underdogs” der Menschheitsgeschichte – obwohl sie vermutlich nicht unbeteiligt an unserem Homo-sapiens-Genom sind, gelten sie noch immer als primitive “Fehlversuche” der menschlichen Evolution. Grobschlächtig, dumpf, affenartig – das ist in weiten Teilen immer noch die geltende Vorstellung, die wir von diesen frühen Menschen hegen, die vor etwa 30.000 Jahren von der Bildfläche verschwanden.

Ob sich das Bild ändern wird, wenn nun – wie dieser Artikel in der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Science über Evidence supporting an intentional Neandertal burial at La Chapelle-aux-Saints belegen kann – ziemlich schlüssige Hinweise darauf gefunden wurden, dass Neandertaler ihre Toten bestattet haben und damit offenbar eine Fähigkeit zu symbolischem Denken und handeln besaßen, die ihnen bisher von uns “modernen” Menschen eher bestritten wurden?

Es wären ja nicht die ersten Signale, dass es sich bei diesen Ur-Europäern eben nicht nur um brutale Dumpfbacken handelte, sondern um sehr soziale Wesen, die sich um ihre Mitmenschen (jawohl: Menschen) kümmerten, vielleicht sogar schon Musik kannten (die genaue Urheberschaft der Knochenflöten aus der Divje-Babe-Höhle in Slowenien ist zwar zumindest umstritten, aber sicher ist, dass diese Fragmente etwa 43.000 Jahre alt sind, also aus einer Zeit stammen, als Neandertaler noch in Europa verbreitet waren). Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann ich – in einer älteren Ausgabe von National Geographic, vermute ich – zum ersten Mal las, dass sich Neandertaler um ihre Verletzten kümmerten und Gebrechliche durchfütterten, aber ich erinnere mich, dass mir dies ziemlich plausibel erschien. Und ich erinnere mich an ein Telefonat mit dem Neandertal-Experten Eric Trinkaus (der auch den oben verlinkten PNAS-Artikel redigiert hat), der diese These auch schon seit längerem vertritt.

Denn eigentlich gibt es wnig konkrete Gründe, den Neandertalern die Fähigkeit zu solchem Verhalten abzusprechen, das wir ja auch uns selbst und unseren direkten Cro-Magnon-Vorfahren zuschreiben. Klar, von “modernen” Menschen gibt es zahlreiche Grabstätten, wir kennen die Höhlenmalerein von Lascaux, Altamira und Chavet, kennen Artefakte und alte Mythen.

Sagen wir’s mal so: Die forensischen Beweise dafür, dass Neandertaler keine dumpf brütenden Trolglodyten waren, ist zwar dünn – aber für ein Plädoyer reicht’s dennoch. Mein Plädoyer, um genau zu sein. Fangen wir damit an, dass der Neandertaler in unserer Wahrnehmung von Anfang an gegen Vorurteile kämpfen musste: Schon das älteste Bild, das der Illustrator Frantisek Kupka 1908 anhand der ersten Funde in der Höhle von La Chapelle-aux-Saints zeigt, eigentlich ohne guten wissenschaftlichen Grund, ein Mischwesen zwischen Menschen und Affen:kupka

Ich plädiere darauf, dass uns dieses primitive Bild sehr gut in die eigene Vorstellungswelt gepasst hat. Die Parallelen zum Image der Dinosaurier sind nicht zu übersehen: Ich erinnere mich noch sehr gut an die als Lehrmeinung akzeptierten Überzeugungen, dass diese riesigen Lebewesen dumpfe Sumpfbrüter waren, zu schwer, um an Land ihr eigenes Gewicht zu tragen, mit Hirnen, deren kognitive Fähigkeiten etwa dem unseres Rückenmark entsprachen. Die Idee, dass sie hoch entwickelte, eventuell sogar intelligente und vor allem agile, sogar warmblütige Wesen waren, die nicht etwa eine Sackgasse der Evolution waren, ein Irrtum der Natur, steht in einem zu krassen WIderspruch zu unserer Idee vom Menschen als “Krone der Schöpfung”. Dass Dinos ihren Untergang nicht mit der eigenen Unfähigkeit wohl verdient hatten, sondern durch katastrophale Umwelteinflüsse weitestgehend ausgelöscht wurden, macht uns Säugetiere letzlich zu biologischen Opportunisten. Und ebenso fällt es uns leichter zu glauben, dass Neandertaler einfach nicht mit der Zeit gehen konnten und in ihrer grobschlächtigen Art nicht mit den fortschrittlichen, anatomisch modernen Homo sapiens konkurrieren konnten, als zuzugeben, dass sie vielleicht gar nicht die schlechteren Menschen gewesen wären.

So lange das Gegenteil nicht bewiesen ist, könnten wir doch auch davon ausgehen, dass Neandertaler die Hippies des Mittelpaläolothikum waren – eher sanfte, sensible Wesen, die ihre Tage mit Musik und Spielen verbrachten, die aber materiellen Besitz nicht sehr hoch schätzten und letztlich von den cleveren und skrupellosen Cro-Magnons um ihre Existenz gebracht wurden. Und sei es nur, um uns endlich mal von der irrigen Vorstellung abzubringen, dass wir das Beste seien, was dieser Erde passieren konnte …

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Kommentare (25)

  1. #1 threepoints...
    19. Dezember 2013

    Die offensichtlich deutliche Unterscheidung in der Skeletausprägung verleitet einem schon leicht anznehmen, das “Ding” im Sand da (Neandertaler in der Höhle) wäre “grobschlächtig” gewesen. Form follows function. Dicke, also mutmaßlich stabilere Knochen lassen schlüsse auf ihre Belastbarkeit zu.
    Allerdings … der Homo-sapiens weiß, dass, wenn er 2 Meter 20 groß ist, beim Bettenkauf aufpassen muß. Das wäre dann eine Art von function follows Form. An diesem Beispiel kognitiv, weil das Subjekt weiß, dass das Bett lang genug sein muß.

    Ein Neanertaler, der weiß, was seine Knochen aushalten, richtet sein Leben auch danach aus. Er kann grobschlächtiger in der Umwelt hantieren, weil ihm dadurch kein Schaden entsteht. Dabei schaut er sich nicht die Belastbarkeit seiner “eigenen” Knochen genau an, sondern lebt mit den Menschen, die erfolgreich keine Knochenbrüche hatten und nimmt jene als Beispiel. Vorbild – wie beim heuitigen Menschen.

    Wie auchimmer, … von der physischen Belastbarkeit her war der Neandertaler im Vorteil.

  2. #2 Hobbes
    19. Dezember 2013

    Ich selber finde die Neandertaler auch faszinierend. Gerade im Bezug auf das Bild das wir von ihnen haben.
    Ob es allerdings unsere Wahrnehmung als “Krone der Schöpfung” beeinflussen sollte weiß ich nicht. Ein Sieg gegen “Konkurrenten” ist ja eher besser als einer ohne Mitstreiter. (Wobei das natürlich auch die Frage nach der Wahl der Mittel stellt)

    Eine interessante Frage kommt mir allerdings bei diesem Satz:
    “als zuzugeben, dass sie vielleicht gar nicht die schlechteren Menschen gewesen wären.”
    Jemanden als moralisch besser/schlechter zu bewerten, der nicht der gleichen Unterart angehört stellt sich irgendwie als schwierig heraus. Zumindest sofern man sich nicht mit dieser Unterart zusammen auf die Kriterien einigen kann. Könnte man sonst nicht bereits die Seite als die moralisch schlechtere annehmen die sich anmaßt über die Moral die Deutungshoheit zu besitzen?
    Sprich: Muss nicht automatisch die überlebende Spezies zu den Entschluss sie wäre die schlechtere, sobald sie das für Vergleichbar hält?
    (Wie ist das biologisch überhaupt? Selbe Spezies, aber unterschiedliche Subspezies? Biologische Systematik war nie wirklich mein Themengebiet.)

  3. #3 threepoints...
    19. Dezember 2013

    Vielleicht existieren keine Unterarten. Die Definition der Unterart müsste man mal auf den Menschen und seine vermeindlichen Unterarten anwenden. Vielelicht wird man feststellen, dass sie falsch angewand wurde.

    Auch aus genetischer Ebene sind Unterarten nur zu rechtfertigen, wenn man tatsächlich unterschiede abseits der Gene findet. Das man sie findet, ist nur logisch, denn die wenigen Fundorte sind zeitlich zumeist unvergleichbar in anderen Epochen und Lebenumständen verortet. Hier Regelmässigkeiten zu finden, ist angeichts bisheriger Funde utopisch. Der Schluß zu einer Unterartunterteilung ist aber trotzdem unzulässig – höchstwahrscheinlich. Denn, es gibt nicht genug Funde aus den jeweiligen vermeintlichen Unterarten, sondern nur einige Funde, die sich unterscheiden. Derartige Varianz findet sich auch heute noch – nicht in erkennbarer Bandbreite, aber dennoch hohe Varianz; den Umweltbedingungen angemessen.

    Würde man jüngste Skelette modernster Menschen umfassend und die notwendige Empirie erfüllend paläoontologisch betrachten, gäbe es wahrscheinlich ene unerwartete Überraschung beim Auswerten der Ergebnisse.

    Aus dem Stand erinnere ich mich an einen .osteuropäischen Boxer (Russe?), der aussieht, als wäre er aus der Steinzeit in unsere Zeit gebeamt. Schlichtweg ein Monster – in allen Merkmalen seines “ausgeprägten” Körperwachstums und Entwicklung. Deutlich über 2 Meter groß, breite Schultern, stabiler Rumpf und … einen Schädel, wie ein Neandertaler.

    Und ich erinnere ohne große Anstrengung natürlich reihenweise Beispiele mit deutlichen pädomorphen Merkmalen. Hierzu hat Herr schönstein schon mal ein bischen was gebloggt – leider eben nur ein bischen – es mangeld an Material. Offenbar ist das der Forscherdisziplin eher unangenehm, weswegen man daran vorbei schaut und erwünscht andere Relevanzen hervorhebt. Dies noch erwähnt in Verbindung der Thematik des Artgerechten…

  4. #4 Merowech
    19. Dezember 2013

    Hmmm

    […] ziemlich schlüssige Hinweise darauf gefunden wurden, dass Neandertaler ihre Toten bestattet haben und damit offenbar eine Fähigkeit zu symbolischem Denken und handeln besaßen, […]

    Also hätte man noch Grabbeilagen dazu gefunden die einen sozialen Zusammenhang mit der Verstorbenen herstellen, ok. Aber einfach so auf symbolisches Denken schlussfolgern…ich weiß nicht.

    Muss z.B. die Bestattung der Toten (Verbrennen / Vergraben) denn immer einen kulturell soziologischen Hintergrund haben ?

    Kann es da nicht auch ganz pragmatische Gründe dafür geben ?

    – Fernhalten von Asfresser
    – Geruchsbelästigung
    – Übertragungen von Krankheiten

  5. #5 Theres
    19. Dezember 2013

    @Merowech
    Hier gibt es mehr dazu … http://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/mythos-neandertaler/die-bestattungen-der-neandertaler/seite-1/
    Ich habe es noch nicht gelesen, sonst gäbe es eine Zusammenfassung.

  6. #6 rolak
    19. Dezember 2013

    pragmatische Gründe?

    Nun, Merowech, bei 2+3 wäre ‘weiter weg’ die wesentlich pragmatischere Lösung. Ganz speziell wenn ich an die im Wortsinne überquellenden Friedhöfe in K denke (zu Zeiten als Begräbnisse nur innerhalb der Stadtmauern stattfanden).

  7. #7 threepoints...
    19. Dezember 2013

    @ merowech

    Das Fernhalten von Assfressern hat auch eine soziale Komponente. Nämlich, das mit Ansehen des Auffressens eines Gruppenmitgliedes.
    Ansonsten nämlich den Menschen oder Neandertaler es völlig egal sein könnte, ob und wer da was frisst.
    Dem entgegen spricht, dass Assfresser auch Beute sein könnten, die man selbst jagen kann. Was gegen eine Entfernung und Beerdigung von verstorbenen Mitgliedern sprechen würde.

    Was Krankheiten betrifft, muß man erstmal darauf kommen, dass sowas eine Gefahr darstellt. Wie hoch wäre eine solche kognitive Leistung angesiedelt? Das ist eine Erkenntnis, die erst in relativ jüngster Zeit dem modernen Menschen bewusst wurde. Allerdings ein “Bewusstsein” über Funktionen ist was anderes, als ein Empfinden über Situationen, obwohl gleiche Systematiken dahinter verborgen sein können.

  8. #8 Jürgen Schönstein
    19. Dezember 2013

    @Merowech #4
    Stimmt im Prinzip – aber (wie auch Rolak #6 schon angedeutet hat) die Art und Weise der Bestattung ist ein Indiz, dass es nicht nur um Entsorgung der Kadaver ging. So wurden die Toten beispielsweise in einer eigens dafür ausgehobenen oder zumindest erweiterten Nische beigesetzt.

  9. #9 Jürgen Schönstein
    19. Dezember 2013

    @Hobbes #2

    Jemanden als moralisch besser/schlechter zu bewerten

    Da haben wir uns missverstanden – es ging mir nicht um “besser” oder “schlechter” in einem moralischen Sinn, sondern um … nennen wir’s mal “Funktionstüchtigkeit”. Evolution wird oft als ein gerichteter Prozess missverstanden, in dem die überlebenden Arten irgendwie “höher” gestellt sein müssten als die, die von ihnen verdrängt wurden oder die einfach einer dramatischen Umweltveränderung nicht adäquat gewachsen waren. Und das ist eben der Irrtum, auf den ich hinweisen wollte.

  10. #10 Regina
    19. Dezember 2013

    Frage an die Fachwelt: wie könnten Neandertaler mit ihren Babys umgegangen sein? Schreiende Kleinkinder würden den Aufenthaltsort preisgeben, sind anstrengend und vom Schlafmangel ganz zu schweigen … Ich habe Schwierigkeiten damit, mir vorzustellen das es “bloß” um die Arterhaltung ging. Ist es möglich, dass sie Zuneigung zu ihren Kleinkindern/Kindern empfunden haben und sich ihrer annahmen? Im Sinne von wiegen, streicheln und trösten? Dann wäre eine Bestattung doch erklärbar?

  11. […] bei Geograffitico ist irgendwie angetan von Neandertalern, und deshalb auch sein Plädoyer unseren Vorfahren ein […]

  12. #12 porzellan
    20. Dezember 2013

    Hm, mal wieder ein typischer Schönstein. Alle haben sich lieb…
    Die Geschichte der Menschheit ist doch ganz anders, Krieg, Frauenraub, Vergewaltigung ist der Standard. Die Indianer Nordamerikas sind ein gutes Beispiel, insbesondere die Comanchen waren berüchtigt für grausamste Quälereien.

    Manchmal haben es Leute auch mit Liebe versucht, das hat aber nicht immer gut geendet. Das Hanukkah-Fest ist ein Beispiel. Da hatte sich ein jüdischer Stamm in die griechische Gesellschaft assimiliert (hellenisiert) und eingeheiratet (Liebe). Das hat den übrigen Strengläubigen aber nicht gefallen und die haben daraufhin Krieg geführt und alle umgebracht. (Seltsamerweise wird das bis heute jährlich gefeiert) Man sieht wie wichtig es ist, die Grenzen gegen Eindringlinge zu sichern und besser nicht auf süßliche Wunschvorstellungen zu setzen.

    “Und sei es nur, um uns endlich mal von der irrigen Vorstellung abzubringen, dass wir das Beste seien, was dieser Erde passieren konnte …”

    Also DAS glaubt in Deutschland sowieso kaum jemand. Die Leute hier sind so erzogen, dass sich für die ultimative Pest des Planten halten. 🙁

  13. #13 Celine
    20. Dezember 2013

    @Regina
    Neandertaler sind mit ihren Babys umgegangen wie alle Säugetiere und genau genommen auch alle mit ihrem Nachwuchs umgehen. Wohlwollend pflegend, sorgend wenn es geht, tough wenn es sein muss. Das sollte man aber nicht mit der heute in unseren Breiten vorkommenden Overcareness verwechseln. Schreien geht sowieso nicht, dafür gibts Mittel, die jedoch der vorgenannten Gruppe reichlich tough vorkommen dürfte. Schlafmangel gab es nicht, da die Kleinen in der Sippe aufgezogen wurden und nicht in einer elternlastigen “Familie”. Heisst die Pflege verteilt sich auf deutlich mehr Teilnehmer. Die heutige Familie kam kulturell erst sehr viel später. Letzten Endes geht es immer um Arterhaltung, was ja aber nicht negatives ist.
    @porzellan
    Warum denn hier die Indianer nennen? In Grausamkeiten über die Jahrhunderte toppt die Europäer weltweit doch rein gar nichts. Wir sind auch weder die Pest des Planeten, noch etwas besonderes, sondern im Moment einfach da.

  14. #14 porzellan
    20. Dezember 2013

    @Celine
    Nur weil eine bessere Technik vorhanden war, war die Zahl der Opfer höher. Übrigens ging es nach ´45 im Osten erst so richtig los mit den Säuberungen. Um das noch zu vervollständigen: die Indianer waren Umweltsäue, haben da teilweise ganze Tierherden über Klippen getrieben, mehr als sie essen konnten.

    Naja, der moderne Mensch in seiner Pracht:
    http://www.vice.com/de/read/kindesmissbrauch-unter-ultra-orthodoxen-0000608-v9n11

    Ob es sowas damals auch gab, oder ob das wohl ein Phänomen der Neuzeit ist?

  15. #15 Theres
    20. Dezember 2013

    @porzellan
    Die Indianer gibt es nicht.
    Es gibt mindestens fünfhundert Nations, die alle ihre Eigenarten haben oder erst nach Einfall der Weißen entwickelten. Die meisten lebten ohne Umweltzerstörung.
    Es ist allerdings wahr, dass die erste Einwanderung des Menschen (gilt auch für Maori, wo mans nachweisen kann), mit dem Aussterben der Großtiere korreliert.
    Eine Korrelation ist aber keine Kausalität (3x wiederholen!). Und ohne Klimaänderung wären die Menschen auch nicht eingewandert … aber ihre Finger hatten sie in einigen Fällen drin.
    Ich würde sagen, sie gingen mit ihren Kindern um wie alle mit Verstand und ohne. Was war das für eine Frage …!

  16. #16 threepoints...
    20. Dezember 2013

    @porzellan #14

    Das gabs immer – ziemelich sicher. Aber immer wird es sich in sogenannten (Hoch)kulturen ereignet haben. Derartiger Kindesmissbrauch ist Folge einer gewissen Strategie zum Nationbuilding, Macht- und Souveränitätserhalt und Intelligenzförderung. Treten solche “Phänomene” auf, kann man davon ausgehen, dass das System (die Strategie) im vollen Gange ist und im Kern funktioniert. Bezüglich der Nation/Kulturbereich, die da erfolgreich ist, kann man dadurch eher nichts konkretes sagen – andere Symptomatiken anzeigend seien, die mir gerade nicht geläufig sind.

    Am wenigsten bis gar nicht treten solche Fehlleistungen mutmaßlich in Naturvölkern auf. Jene normalerweise andere Probleme haben, als sich in übererfüllender Kulturkonstruktion zu betätigen – was in etwa ziemlich konservativ daherkommt – aber eine andere Art dessen; durch die Umwelt-/Lebensbedingungen erzwungen. Hochgezüchtete Arbeitsteilung eben auch seinen Nachteile hat.

    Indianer als Massentiermörder sind Nebensächlich. Konkret würde niemand derart verschwenderisch mit Recourcen umgehen, wenn das verhätlnis Bevölkerung/Nahrrungsrecourcen ungünstig sei – zu Zeiten der Indianer davon aber keine Rede sein kann und es den Tierbestand gar positiv regulierte, wie der Jäger heute Abschußquoten zu erfüllen hat (Rotwild…). hier gehts auch nicht um Tierquälerei, sondern um Verhaltensweisen gegenüber seiner eigenen Art und seinen Verwandten.

    Doch da wird man wohl eher für immer im Dunkeln tappen.

  17. #17 Spritkopf
    20. Dezember 2013

    @Porzellan

    Nur weil eine bessere Technik vorhanden war, war die Zahl der Opfer höher. Übrigens ging es nach ´45 im Osten erst so richtig los mit den Säuberungen. […]
    Naja, der moderne Mensch in seiner Pracht:

    Oh, unser White Supremacist geriert sich als Kämpfer für die Menschenrechte. Besonders bemerkenswert, da er doch jemand ist, der nichts Bedenkliches daran findet, wenn eines seiner Vorbilder die Sklaverei in den USA des 19. Jahrhunderts als “stabile Situation” schätzt, die gegenüber der “riesige Probleme verursachenden Rassenvermischung” zu bevorzugen sei.

    Aber warum nur schreibt er explizit, dass es mit den Säuberungen erst NACH der Judenvernichtung der Nazis richtig losging? Ich dachte immer, der Holocaust sei das Paradebeispiel einer ethnischen Säuberung. Und wieso verlinkt er ausgerechnet auf den Text eines Autors, der einen Hang zu antijüdischen Verschwörungstheorien pflegt, um seinen Abscheu vor der modernen Welt kund zu tun?

    Könnte es vielleicht sein, dass da ein unter falscher Flagge segelnder, schmieriger Neonazi seine ekelhafte Propaganda betreiben will?

  18. #18 porzellan
    21. Dezember 2013

    @Spritkopf

    An jüdischen Feiertagen fiel der Sklavenmarkt aus, mangels Käufern.

    http://www.youtube.com/watch?v=GUE0si2llTY

    Ich hab nirgends gefunden, das es widerlegt würde, also scheints zu stimmen…

  19. #19 Spritkopf
    21. Dezember 2013

    @porzellan

    An jüdischen Feiertagen fiel der Sklavenmarkt aus, mangels Käufern.

    Zu dem Herrn aus dem Video (Wikipedia): “David Ernest Duke (* 1. Juli 1950 in Tulsa, Oklahoma) ist ein US-amerikanischer Politiker. Der ehemalige Abgeordnete des Repräsentantenhauses von Louisiana war führendes Mitglied der Knights of the Ku Klux Klan.[1] Duke vertritt die Ideologie der White Supremacy und trat mit antisemitischen Äußerungen hervor.”

    Ok, damit sind wohl alle Zweifel beseitigt. Du BIST ein schmieriger Neonazi.

  20. #20 porzellan
    22. Dezember 2013

    @ Spritkopf

    Naja, genau deshalb ruft man die deutsche Wikipedia in politischen Fragen auch nicht auf, sondern wechselt zur englischen.

    Knights of the Ku Klux Klan

    In 1974, David Duke founded the Louisiana-based Knights of the Ku Klux Klan (KKKK), a Louisiana Ku Klux Klan organization, shortly after graduating from LSU.[79] He became Grand Wizard of the KKKK. A follower of Duke, Thomas Robb, changed the title of Grand Wizard to National Director, and replaced the Klan’s white robes with business suits.[80] Duke first received broad public attention during this time, as he endeavored to market himself in the mid-1970s as a new brand of Klansman: well-groomed, engaged, and professional. Duke also reformed the organization, promoting nonviolence and legality, and, for the first time in the Klan’s history, women were accepted as equal members and Catholics were encouraged to apply for membership.[81] Duke would repeatedly insist that the Klan was “not anti-black”, but rather “pro-white” and “pro-Christian.”

    Uh, shocking! Tut mir leid dir das jetzt sagen zu müssen, Duke hat niemals zu Gewalt aufgerufen.

    Linke sind ja etwas freier mit ihren Helden. Da werden Mörder gefeiert und geehrt, zuletzt Nelson “Necklacing” Mandela. Was soll man dazu groß sagen…

    http://en.wikipedia.org/wiki/Necklacing

  21. #21 Spritkopf
    22. Dezember 2013

    @porzellan
    Über Duke steht auch genügend in der englischen Wikipedia, abgesehen davon, dass schon die Mitgliedschaft in einer eindeutig rassistischen und Verbrechen begangen habenden Organisation reicht, um festzustellen, dass seine politischen Motive nichts mit Menschlichkeit zu tun haben. NPD-Hetzer wie Udo Pastörs rufen aus politischen Gründen auch nicht direkt zu Gewalt auf, aber sie lassen klar durchblicken, dass sie diesen Staat mit allen Mitteln abgeschafft haben wollen.

    Aber diese Feinheiten sind den rechtsradikalen Geistesriesen grundsätzlich zu hoch und eh nebensächlich, wenn intellektuelle Bodenturner wie du mehr oder minder unverhohlen ein weißes Herrenrassewesen proklamieren. Wundert mich ja sowieso, was das stets für armselige Gestalten sind, die sich selber zum Angehörigen einer Herrenrasse erklären. Haben die keinen Spiegel zuhause?

    Linke sind ja etwas freier mit ihren Helden. Da werden Mörder gefeiert und geehrt, zuletzt Nelson “Necklacing” Mandela. Was soll man dazu groß sagen…

    Jaja, politische Diskussion, wie rechtsradikale Hohlköpfe sie verstehen: Mit dem Finger auf Extremisten anderer Couleur zu zeigen und zu brüllen: “Die aber auch!”

  22. #22 porzellan
    22. Dezember 2013

    @ Spritkopf

    dieses ad hominem ist ein bissel weibisch

  23. #23 Spritkopf
    22. Dezember 2013

    porzellan, das ist doch kein Ad hominem. Wer laufend antisemitische Autoren zitiert und wer in scheinheiligem Ton fragt, was denn an einem Interview rechtsextrem sei, in dem jemand die Sklaverei verherrlicht, bei dem kann doch von Sich-dummstellen nicht mehr die Rede sein. Nein, der IST dumm, dass ihn die Schweine beißen.

    Mithin ist es noch eine höfliche Untertreibung, wenn ich dich als geistigen Bodenturner und schmierigen Neonazi bezeichne. Genau das bist du doch.

  24. #24 Basilius
    Kami nomi zo Shiru Sekai
    26. Dezember 2013

    @Spritkopf
    Nicht nur, daß dieses anscheinend kackbraune porzellanzu feige ist, zuzugeben, was es wirklich umtreibt oder auf irgendeine Erwiderung ein zu gehen, nein, es bedient auch tatsächlich noch die klassischen Klischees, indem es versucht Deinen Kommentar mit dem adjektiv “weibisch” nieder zu machen. Wie putzig!
    Ich vermute mal, daß diese Ablehnung von “weibischem” daher rührt, daß porzellan aller Wahrscheinlichkeit nach sehr froh wäre, wenn sich überhaupt irgend etwas weibisches mal für’s porzellan interessieren würde.
    ^_^

  25. […] abgesehen, dass diese Unterstellung einer menschlichen Minderwertigkeit auf Neandertaler mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den Tatsachen entspricht und dass wir es vermutlich noch nicht mal bemerken würden, wenn wir einen Neandertaler heute in […]