Dieser Werbespot für eine neue Spielzeugfirma lief am vergangenen Sonntag während der Superbowl im amerikanischen Fernsehen:

Und dies ist die Geschichte, die dahinter steht:

Es ist eine Geschichte, die wir im Prinzip längst kennen: Es ist nicht die natürliche Begabung, die Männer für Ingenieursberufe bevorzugt. Es liegt eher daran, dass sich hier hartnäckige Klischees über das, was Mädchen und Jungs unterscheidet, am Ende selbst bestätigen und fortpflanzen. Und Debbie Sterlings Geschichte ist eine Geschichte, die belegt, dass sich diese Klischees durchbrechen lassen. Sie ist nicht nur selbst der Beweis dafür – ihre Idee, mechanisches Spielzeug für Mädchen in ihrer Firma GoldieBlox zu entwerfen und herzustellen, beweist sehr klar, dass dieser Beweis vielfach reproduzierbar ist.

Und falls sich jemand ereifert, dass die Mädchen in dem Werbespot lauter pinkfarbenes Spielzeug anschleppen – bitte genauer hinschauen: Es sind die Spielsachen, die ihnen bisher gegeben wurden. Was sie draus machen, sieht ganz anders aus …

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Kommentare (9)

  1. #1 jogo
    4. Februar 2014

    Ich fände das ja super, wenn die typischen Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen komplett anerzogen wären. Dann könnte ich meinen Bub zum Ballett erziehen und zum Fußballdesinteresse. Leider bin ich nicht da nicht davon überzeugt. Ist mir abgesehen vom Fußball aber auch egal. Ich nehm es wie es kommt. Kinder sollen die Möglichkeit haben das zu tun was sie interessiert. Und wenn tatsächlich mehr Jungs an Technik interesiiert sind und mehr Mädchen an Biologie, dann ist das auch nicht schlimm.

  2. #2 Sim
    4. Februar 2014

    @ jogo

    Es ist natürlich nicht schlimm wenn sich die einen mehr dafür und die anderen mehr dafür interessieren. Und auch nicht jeder Unterschied in den Interessen der Geschlechter ist anerzogen, das ist ja nun auch kein Geheimnis.

    Aber neben den nicht anerzogenen Unterschieden gibt es eben auch anerzogene Unterschiede und wenn diese anerzogenen Unterschiede im weiteren Verlauf des Lebens zu Nachteilen führen ist das unfair.

    Es hätte ja sein können, dass Mädchen und Jungs unterschiedlich mathematische Begabung und Interesse mitbringen aber Stand heute, wissen wir es besser.

    Und es soll ja auch niemanden verboten werden mit Barbies zu spielen oder sich das ganze Zimmer pink zu streichen. Es wäre nur schon viel gewonnen wenn der Satz “Das ist nichts für dich, das ist nur was für Jungs/Mädchen” weniger oft Anwendung finden würde.

  3. #3 jogo
    4. Februar 2014

    Abgesehen von Barbie und rosa Zimmer (beides würde ich verbieten, wenn ich könnte) sehe ich das auch so . Es gibt aber auch Menschen die jegliche Unterschiede auf Erziehung zurück führen, das sehe ich anders. Gegen die allgegenwärtige Vermittlung der typischen Jungs- und Mädchenrolle anzuerziehen ist ganz schön anstrengend, macht aber ziemlichen Spaß.

  4. #4 rolak
    4. Februar 2014

    Zumindest habe ich bei der dortigen Slade-Verwurstung deutlich weniger ‘muß das sein?’-Bedenken als bei der C&A-Werbung damals ’93.

  5. #5 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2014/02/03/der-glockenturm-1-2/
    5. Februar 2014

    Ich meine gelesen zu haben, dass bis zum Abitur die Frauen eh gleich gut sind – auch an der Uni noch. Erst im Berufsleben unterscheidet sich die Karriere.

  6. #6 PippiLotta
    5. Februar 2014

    >>Es wäre nur schon viel gewonnen wenn der Satz “Das ist nichts für dich, das ist nur was für Jungs/Mädchen” weniger oft Anwendung finden würde.<<

    Dieser Satz nervt mich ebenfalls so dermaßen! Ein utopischer Traum wenn man den nicht mehr anwenden würde!

    Ich bin eine Frau, arbeite als E-Technikerin, bin bei der Feuerwehr und entspreche für die meisten überhaupt nicht diesem Bild… Daher reagiere ich wohl von Haus aus öfters empfindlich auf all solche Vorurteile. Die mich zum Glück eher selten von Kollegen ereilen.
    Ich bin wirklich dankbar, dass meine Eltern und mein restliches Umfeld mich nie bewusst beeinflusst haben was ich zu machen habe und mir nie eingeredet haben dass ich in etwas schlecht bin weil ich ein Mädchen bin. Ich wünsche mir, dass ich meinen Kindern ein ebenso freies Leben geben kann. Mit dem Spielzeug dass sie wollen, den Hobbys die sie wollen und guten und schlechten Noten in der Schule ob Mädchen oder Junge. Ich hoffe dass ihnen nie jemand einredet sie müssten/könnten etwas nicht weil es ihr Geschlecht verbietet!

    Am meisten nerven mich aber Frauen die bewusst oder unbewusst, das schwache Frauchen raushängen lassen um sich vor Arbeit zu drücken. "Ich bin eine Frau ich kann das nicht, das ist was für Männer." – Warum können die nicht die Wahrheit sagen? "Ich hab keine Lust das zu lernen/machen also mach du das."

    Von der Pinkifizierung der Kinderzimmer mal abgesehen, dazu fällt mir überhaupt nix mehr ein.

    Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen und unabhängig von der Erziehung werden wir auch immer anders denken und handeln. Jobmäßig dürfte das aber im Großen und Ganzen zu vernachlässigen sein.
    Trotzdem gibt es die gläserne Decke die zu durchstoßen für die meisten Frauen unmöglich wird, solange Kinder einzig als Anhängsel der Frau angesehen werden (warum zum Geier kämpfen Männer so wenig in der Öffentlichkeit für ihr Familienleben? Die wollen doch auch mal nach Feierabend auf den Spielplatz und finden es sicher ok mal einen Tag auf das kranke Kind aufzupassen…)

  7. #7 Curious.Sol
    6. Februar 2014

    Verwunderlich hierbei ist ja, dass die psychologische Interessenforschung sich im Prinzip seit Jahrzehnten kaum fortbewegt hat. Man versteht nicht, wie es zur Entwicklung von Interessen kommt, was wie auf die Entwicklung Einfluss wie man Interessen eigentlich klassifizieren kann – mal abgesehen vom seit 1977 quasi unangetasteten RIASEC-Modell, bei dem es aber um berufliche Interessen geht.
    Way to go!

  8. #8 Curious.Sol
    6. Februar 2014

    Huch, da fehlt zwischendrin “nimmt und”.

  9. #9 Desolace
    10. Februar 2014

    Das mit dem ganzen Pink fand ich früher auch immer furchtbar. Als Erstklässlerin hatte ich einen Rucksack, der mir gefiel, nämlich mit Orcas 🙂 Die (meisten) anderen Mädchen hatten rosa/pinke Tonister mit Elfen, Feen, Prinzessinen, Pferden und Einhörnern *schauder* Nicht, dass ich was dagegen hätte – aber je älter ich wurde,desto mehr stieß mir dieses PINK sauer auf -.- Letztens erst habe ich bei Thalia gestanden und eine tolle kleinere “Tasche” gesehen; obs die auch in anderen Farben….? Ja, es gab die Kombi braun/blau/grün mit entweder Drachen oder Rittern – und pink, mit Prinzessin. Nein danke…. 🙁

    Ich kann mich noch erinnern, dass es drüben bei Florian auch irgendwann mal einen Post über “Frauen der Wissenschaft näherbringen” gab – mit pinkem Mikroskop etc. *seufz*

    Zu dem Thema fiel mir natürlich noch direkt dieser “Comic” ein… 🙂
    http://24.media.tumblr.com/tumblr_lylguhkP0Q1qibb1xo1_500.png