Das Schicksal des verschollenen Malaysia-Airways-Flugs Nummer 370 ist seit fast zwei Wochen ein Dauerbrenner in den Medien, und die Geschichte wird seitdem beinahe im Minutentakt bizarrer. Bis zur Klärung des Geschehens sind natürlich allerlei Spekulationen statthaft (das ist ja gerade der Reiz and jedem “Geheimnis”). Aber der hier verlinkte Beitrag eines (ehemaligen?) Piloten namens Chris Goodfellow ist, wenn auch vielleicht nicht die bereits alles erklärende Antwort, dann doch ein guter Beleg dafür, dass Occams Rasiermesser – also das Prinzip (vereinfacht gesagt), dass von zwei oder mehreren Erklärungen die mit den wenigsten Zusatzannahmen (sprich: die einfachste) zu bevorzugen ist – auch in diesem Fall ein hilfreiches “Instrument” sein kann. Aber wie schon gesagt – Verschwörungstheorien machen offenbar mehr Spaß…

(Für alle, die entweder keine Zeit oder nicht die ausreichenden Sprachkenntnisse haben, um Goodfellows Annahme nachverfolgen zu können, eine kurze Zusammenfassung: Er geht davon aus, dass an Bord der Boeing 777 kurz nach dem Start ein Feuer, möglicher Weise im Fahrwerk, ausgebrochen ist. Der Pilot hatte daraufhin den Kurs auf den nächst geeigneten Landeplatz auf der malaysischen Insel Pulau Langkawi eingeschlagen (daher der plötzliche Kurswechsel), den Autopiloten entsprechend programmiert und dann versucht, mit seinem Copiloten das Feuer zu löschen. Was dann im Einzelnen geschah, ob sie beispielsweise durch den Rauch bewusstlos wurden, bleibt immer noch spekulativ, aber es wäre für Goodfellow plausibel, dass der Brand (ein Kabelbrand vielleicht?) nach und nach die elektrischen Systeme auslöschte. Führerlos auf Autopilot (also unfähig zu landen) sei die Maschine dann entweder so weit in der eingeschlagenen Richtung weiter geflogen, bis der Sprit verbraucht war, oder bis sie vorher als Folge des Feuers zum Absturz kam.)

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Kommentare (13)

  1. #1 Ben
    19. März 2014

    Aber warum hat der Pilot dann keinen Notruf oder so abgesetzt?

  2. #2 Alderamin
    19. März 2014

    @Jürgen

    Mit der neuesten Meldung macht das keinen Sinn mehr:

    Der US-Sender NBC berichtet jetzt unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass ein Wendemanöver der Passagiermaschine deutlich vor der Abmeldung des Co-Piloten bei der Bodenkontrolle einprogrammiert worden sei. Der Richtungswechsel sei mindestens zwölf Minuten, bevor sich Co-Pilot Fariq Abdul Hamid mit den Worten “Alles klar, gute Nacht” von den Fluglotsen verabschiedete, erfolgt, hieß es.

    Man ändert nicht den Kurs für eine Notlandung und sagt dann 12 Minuten später “alles klar”. Man ändert seinen Kurs überhaupt nicht, wenn man nicht vorher bescheid sagt. Die Frage ist, ob der Co-Pilot eine Knarre am Kopf hatte, oder seinen Piloten bereits umgebracht hatte.

    Gegen einen terroristischen Anschlag spricht, dass sich noch niemand bekannt hat, und dass es eine malaysische Maschine traf und nicht etwa eine westliche. Es saßen jedoch viele Chinesen im Flugzeug, theoretisch könnten Uiguren dahinter stecken, der Konflikt hat sich in der letzten Zeit verstärkt, wie man las.

    Der persönliche “erweiterte Suizid” ist schließlich auch noch plausibel, aber warum dann noch 7 Stunden in der Luft bleiben, statt einfach abzuschmieren?

  3. #3 Theres
    19. März 2014

    @Alderamin
    Nicht genannte Quellen – und die Untersucher in Malaysia haben die Zeiten korrigiert, die sie angaben. Die oben genannte Reihenfolge stimmt höchstwahrscheinlich doch nicht. Ich kann dir die Quelle gerade nicht verlinken, aber erst war das “Gute Nacht” danach wohl der Rest.
    Da ständig Daten widerrufen werden, macht die Berichterstattung der Medien noch weniger Sinn als sonst …
    auch entstand der obige Artikel, der jetzt auch in Wired zu finden ist, bevor die meisten Zeiten veröffentlicht wurden. Es gibt bereits viele Widerlegungen des Artikels im Netz, dessen bin ich mir sicher, ohne nachgeschaut zu haben..
    Feuer, Stromausfall oder eine andere technische Ursache anzunehmen, macht da noch am meisten Sinn … nur muss eben alles bedacht werden.
    Bedenke auch, dass versucht wurde mit Radar, dass überhaupt nicht dazu gedacht war, Anhaltspunkte für den Verbleib oder Weg der Maschine zu finden. Diese Suchaktion verläuft recht chaotisch …

  4. #4 Alderamin
    19. März 2014

    @Theres

    Die Meldung ist ja von heute morgen. Wobei, ich muss den Chinesen darin zustimmen, dass die Kommunikationspolitik der Malaysier eine Katastrophe ist. Da tun einem die Angehörigen doppelt leid, wie sie zwischen Hoffnung und Bangen hängen gelassen werden.

    Wenn die Maschine, wie im Text angedeutet, zu den Malediven geflogen ist und dann dort gelandet wäre, wäre das sicherlich längst bekannt. Tiefflug mit lautem Triebwerk bedeutet, dass man noch Sprit hatte und den Radar unterflog. Wenn der Bericht stimmt.

  5. #5 Theres
    19. März 2014

    @Alderamin
    Dem ist allerdings so … und am schlimmsten wird die Ungewissheit für die Angehörigen sein. Zu wenige sichere Fakten und zu viel Rummel … finde ich.
    Das gesichtete Flugzeug auf den Malediven – laut an einem stillen Morgen kann einiges heißen – und von Landen war nicht die Rede …
    Es gibt ein Statement der Regierung dazu. http://www.mndf.gov.mv/mndf/English/News.php?newsid=1186

  6. #6 Alderamin
    19. März 2014

    @Theres

    laut an einem stillen Morgen kann einiges heißen

    Man will die Türen gesehen haben, d.h. Tiefflug.

    von Landen war nicht die Rede

    Auf dem heimischen Simulator des Flugkapitäns war ein Flughafen der Malediven gespeichert. Und zum Abstürzen muss man nicht so weit fliegen. Eigentlich will man doch auch als Entführer irgendwo landen. Wenn man keine Gebäude rammen will, von denen es auf den Malediven wenige große gibt.

  7. #7 Alderamin
    19. März 2014

    @Theres

    Nicht genannte Quellen – und die Untersucher in Malaysia haben die Zeiten korrigiert, die sie angaben. Die oben genannte Reihenfolge stimmt höchstwahrscheinlich doch nicht.

    Hast recht, jetzt ist das Dementi der Regierung im Spiegel angekomen: http://www.spiegel.de/panorama/flug-mh370-malaysia-dementiert-bericht-ueber-kursaenderung-a-959587.html

  8. #8 nautilu
    19. März 2014

    Ich weiss auch nichts, und das will ich hier laut und deutlich sagen 🙂

  9. #9 Theres
    19. März 2014

    @nautilu
    Jip, das trifft es genau.

    @Alderamin
    Wenn du die Zeit und Lust hast, kannst du via flightradar24.com evtl. herausfinden, welches Flugzeug das war, das die Einwohner dieser Insel irritiert hat (oder auch die Ankunftszeiten des Flughafens dort). Ich muss wieder was tun, und halte das Statement der Malediven in meinem Link jedenfalls für glaubwürdiger als ein Bericht von Zeugen. Medienberichte sind auch nicht besser …

    Ja, dazu hat man doch einen Flugsimulator, dachte ich. Man übt landen und starten … Kurz, das hat nichts zu sagen – und ja, Daten wurden gelöscht. Wie viele sammelt so ein Simulator, und wie groß waren die Festplatten? Führt doch zu nichts …

  10. #10 Alderamin
    19. März 2014

    @Theres

    Gute Idee, mit dem Flightradar24, ich wusste bis jetzt gar nicht, dass Playback damit geht.

    Allerdings war zur fraglichen Zeit (Kudahuvadhoo, 8.3., 6:15 morgens, das wäre 1:15 UT) kein Flugzeug weit und breit. Ein paar hundert Kilometer östlich flog lediglich Emirates EK440 von Dubai nach Adelaide, aber die kam der Insel nicht nahe. Entweder wird die Region nicht erfasst, oder da war ein Flugzeug ohne ADS-B-Transponder unterwegs, oder die Augenzeugenberichte sind falsch.

    Sollten die Berichte zutreffen, muss das aber auch nicht heißen, dass dies die gesuchte Maschine gewesen sein muss, laut Flightradar24 haben nur 60% der Passagiermaschinen ADS-B Transponder.

    Nein, keiner weiß was. ich auch nicht.

  11. #11 Spritkopf
    19. März 2014

    @Theres
    Laut flightradar24.com war kein angemeldetes Flugzeug in der Nähe, auf das die Beschreibung zutrifft.

    Auf die Meldung der Behörden der Malediven würde ich allerdings auch nicht soviel geben. Wenn sie den Radarcontroller der maledivischen Streitkräfte fragen, ob er auch ordnungsgemäß die ganze Zeit auf seinen Bildschirm geguckt hat, dann würde ich nicht mein letztes Hemd darauf verwetten, dass er es zugibt, wenn er genau das nicht getan hat. Und egal, wie zuverlässig oder unzuverlässig die Sichtung eines niedrigfliegenden Großflugzeuges über Kuda Huvadh war, aber es ist eine Spur und der muss man nachgehen.

    @Alderamin
    Aus Erfahrungen mit Hardcore-Flightsimulator-Fans in meinem Verwandtenkreis kann ich sagen, dass die so ziemlich jeden Flughafen auf der Platte haben, der ihnen in die Griffel fällt. Und so, wie das FS-Cockpit des Captains von MH370 aussah, war er ein Hardcore-Fan.

  12. #12 Alderamin
    19. März 2014

    @Spritkopf

    Da ist auch kein Flughafen in der Nähe, der einen Tiefflug (Landeanflug) rechtfertigen würde, was zur Aussage passt, dass man dort noch nie eine Maschine so tief hat fliegen sehen. Ich würde das mal nicht als komplett unglaubwürdig abtun. Aber bei all den Falschmeldungen die letzte Zeit muss es auch nicht die absolute Wahrheit sein.

  13. #13 Theres
    20. März 2014

    Update: Australien – zwei Stücke gefunden, eventuell Debris. http://www.dailymail.co.uk/news/article-2584816/Search-area-missing-jet-dramatically-narrowed-US-officials-hone-satellite-signals-engine.html
    Die Stelle ist keine gute, starke Strömungen und es kann Tage dauern, bis sie wenigstens die zwei großen Stücke wiederfinden und bestätigen können, ob sie vom Flugzeug sind oder nicht.