– Sie sind transparent und können daher anstelle von gewöhnlichem Fensterglas eingesetzt werden, womit allein schon die Klagen über die „Verschandelung“ durch Solaranlagen verstummen dürften; die Verwendung als Fenster- und Fassadenmaterial bietet zudem den Vorteil, dass vor allem bei niedrig stehender Sonne (die in Mitteleuropa nun mal eher der Normalfall ist) das einfallende Sonnenlicht besser, weil auf größerer Fläche, genutzt werden kann. Um mal das Hochhaus des Süddeutschen Verlags in München als Vergleichsmaßstab zu verwenden: In die Ebene verlegt, entspräche allein schon seine Südfassade knapp der Fläche eines Fußballfeldes.

– Da sie ohne baulichen Mehraufwand anstelle herkömmlicher Glasscheiben eingesetzt werden können, rechnet Lunt auch mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten. Allein der Einbau herkömmlicher Solarzellen macht etwa die Hälfte ihrer Investitionskosten aus; Glasscheiben mit organischer Solarbeschichtung hingegen sind im Einbau nicht teurer als gewöhnliche Fenster.

– Dünnschicht-Solarzellen erfordern keine besonderen Herstellungsbedingungen; sie könnten im Prinzip in einem ganz normalen Druckverfahren hergestellt werden – während herkömmliche Silizumzellen unter hochreinen Bedingungen gefertigt werden müssen und daher mit einer hohen „Energieschuld“ auf den Markt kommen, die frühestens nach fünf Betriebsjahren ausgeglichen ist.

Lunt und seine Kollegen am MIT konzentrieren ihre Forschung zudem auf organische Halbleiter, die speziell nur auf Licht im Infrarotspektrum reagieren; ein aufgedampfter, nanometerdünner Infrarotspiegel erhöht die Energieausbeute der Halbleiter, ohne das dabei nennenswerte Verluste im sichtbaren Lichtspektrum – im Gegensatz zu bisherigen Dünnschicht-Photozellen sind die MIT-Solarzellen fast so klar wie gewöhnliches Fensterglas. Selbst durch eine zusätzliche Graphen-Schicht würde sich die Transparenz nur unwesentlich verringern.

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Kommentare (13)

  1. #1 Martin Z.
    Bad Ems
    1. April 2014

    “Advanced Photovoltaics Research Institute and Lab” = A.P.R.I.L.? 😉

  2. #2 Adent
    1. April 2014

    @Martin Z.
    Ooooch, gleich im ersten Kommentar 😉

  3. #3 hix
    1. April 2014

    Ich hab’s mir schon bei Ari U. Joaqin und Gitta B. Kiddin (Are you joking, gotta be kidding) gedacht und gleich mal in die Kommentare gescrollt ^^

  4. #4 Gerry
    1. April 2014

    Lol
    Ja, doch etwas offensichtlich, schon weil ja nachts nicht wirklich viel Licht vom Mond ankommt.

    Der Erntefaktor bei PV ist üblicherweise nur hierzulande bei subobptimal aufgestellten Modulen so schlecht. In sonnigeren Ländern mit besserer Aufstellung sind auch Amortisationszeiten von 2 Jahren kein Problem.

  5. #5 jochen
    1. April 2014

    Nur hatte SpiegelOnline diese Idee schon vor dem 1.April:

    Mondlicht als Energiequelle:
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/beta-ray-elektromobilitaet-tagsueber-solarstrom-nachts-lunarstrom-a-957232.html

  6. #6 HansB
    München
    1. April 2014

    Das soll doch wohl ein Physiker-Witz für fachlich inkompetente Journalisten sein!
    Einfache Grundlagen aus dem Lehrbuch: Die Vollmondeinstrahlung liegt etwa bei 1 / 400.000 der Sonnenstrahlung. Da hilft auch Gerrys Erntefaktor nicht mehr.
    Ansonsten hat bereits am 22.3 Markus Pössel in
    http://www.scilogs.de/relativ-einfach/mondlicht-fotozellen-und-small-data/ diese billige, grüne EEG-Abzock- Ideologie auseinandergenommen .

    ! mder berühmte ernt

  7. #7 Jürgen Schönstein
    1. April 2014

    @ #4, #5, #6
    Nirgendwo war hier vom Mondlicht die Rede. Wie kommt Ihr also darauf?

    @ #1
    Petze!

  8. #8 XIBU
    1. April 2014

    “Für gewöhnlich Indiumzinnoxid für die Anode und Silber für die Anode”

  9. #9 Jürgen Schönstein
    1. April 2014

    @XIBU #8
    Danke, hab’s korrigiert.

  10. #10 Diburg
    1. April 2014

    Iam Notstu Pid vom Verband “Alternative Produktion Regenerativer Indoor Leuchten” sagt zum Thema “Fensterscheiben als Stromquellen”:
    Das Licht, das Nachts in den Büros noch an ist, wird auf diese Weise wenigstens zum Teil recycelt und erhellt dadurch nicht noch zusätzlich die bereits völlig überbelichteten Städte. Auch könnte man damit Bilderrahmen und Innenwände beschichten und auch so das sonst nutzlos an die Wand gestrahlte Licht zur Energierückgewinnung ausnutzen

  11. #11 Herr Senf
    1. April 2014

    Also mein russischer Solar-Taschenrechner von 1985 funktioniert noch problemlos unter jeder Straßenlaterne. Hab’s gerade ausprobiert bei 25W über 1m Abstand möglich.

  12. #12 Physiker
    2. April 2014

    Ich lach’ mich tot – an Solarzellen für den Nachteinsatz wird tatsächlich geforscht:
    http://www.pnas.org/content/111/11/3927
    nichtmal auszuschliessen, dass solche Infrarot-Solarzellen vielleicht irgendwann mal aus organischen Halbleitern im Druckverfahren hergestellt werden…

  13. […] ist und was zu spezifisch ist, um überhaupt Scherzqualitäten zeigen zu koennen. Aber mein jüngster Aprilscherz ist im Rückblick eine Fehlzündung, weil er schlichtweg von der Realität überholt wurde: […]