“What’s the use of having developed a science well enough to make predictions if, in the end, all we’re willing to do is stand around and wait for them to come true?”

Auf Deutsch: Wozu ist eine Wissenschaft gut, die weit genug fortentwickelt wurde, um Vorhersagen zu treffen, wenn alles, was wir dann zu tun bereit sind ist, herumzustehen und darauf zu warten, dass sie eintreffen? Das hatte F. Sherwood Rowland gefragt, als er 1995 den Nobelpreis für seine Arbeit in atmosphärischer Chemie entgegennahm, die 1972 den Mechanismus der Zerstörung des stratosphärischen Ozons durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe beschrieben hatte (das so genannte Ozonloch wurde dann in den 90-er Jahren tasächlich entdeckt). Rowland war für seine Entdeckung sogar bezichtigt worden, ein KGB-Agent zu sein.

Die New-Yorker-Autorin Elizabeth Kolbert erinnert in ihrem aktuellen Kommentar Rough Forecast im Zusammenhang mit dem jüngsten Bericht des IPCC an die vorausschauende Warnung des Wissenschaftlers Rowland – und daran, dass wir bereits sehr viel Zeit mit Herumstehen (und mit absurden US-Steuersubventionen zur Erhöhung des Verbrauchs an fossilen Brennstoffen) verloren haben.

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Kommentare (8)

  1. #1 gurke
    8. April 2014

    Noch mehr Zeit wurde allerdings mit unsinnigen CO2-Vermeidungsstrategien und untauglichen Konzepten zur Energieversorgung verloren. Die Wissenschaft trägt daran ein hohes Maß an Mitschuld, da sie über lange Zeit (bis ungefähr 2010, würde ich sagen) mit überzogenem Alarmismus dafür gesorgt hat, die Debatte über ein wissenschaftlich plausibles Maß anzuheizen. Auch in Deutschland haben wir ja ein Panikinstitut, das sich gegenüber allen anderen Forschungsstätten durch besonders schrille Töne abgehoben und der Wissenschaft dadurch sehr geschadet hat.

    Inzwischen hat sich die Debatte Gott sei Dank überwiegend normalisiert. Das “Spinning” von Studienergebnissen durch die PR-Abteilungen der Unis kommt zwar auch heute noch vor, aber längst nicht mehr so oft und brachial wie noch Mitte der 2000er-Jahre. Wäre das schon vor 15 Jahren so gewesen, wären wir nun in der Klimapolitik deutlich weiter.

    Das alles war kein Glanzstück der Wissenschaft.

  2. #2 DH
    8. April 2014

    Mit dem Rumstehen wirds auch weitergehen , solange , bis die Auswirkungen bei den Leuten auf der Türschwelle ankommen.
    Und dann wills wieder keiner mehr vorhergesehen haben und das infantile Geschrei wird wieder groß sein , von armen Häuslebauern , die im Überschwemmungsgebiet leben , um dann aus allen Wolken zu fallen , wenns kräftig Wasser in den Keller schwemmt.
    Von Leuten , die jeden Fliegenschiß mit dem Auto fahren und dann entsetzt sind über die steigenden Automobil-Kosten .
    Usw.usw.

    Die positiven Seiten des technischen Fortschritts wollen sie hemmungslos in Anspruch nehmen , wenns aber auch nur ein wenig Bereitschaft braucht , ein paar Umweltmaßnahmen mitzutragen ( von eigener Aktivität ist gar nicht die Rede) , da schalten Viele immer noch auf ihr “gottgegebenes Recht auf Blödheit ” um.

  3. #3 Alexis
    8. April 2014

    Der Spruch von Rowland passt(e) für die Zerstörung der Ozonschicht ja ganz gut, für die Klimawissenschaft eher nicht.
    Erstens ist man dort, wie die Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, von einer ‘developed science well enough to make predictions’ noch einiges entfernt.
    Zweitens geht es nicht darum gar nichts zu tun – nur eben nicht in panischer Hysterie sinnlos finanzielle und intellektuelle Resourcen zu verbraten.

  4. #4 peer
    9. April 2014

    Verzeichung, liebe Mitkommentatoren, aber das ist schlichtweg falsch. Dass eine Klimaerwärmung zu beocbachten sein wird, weiß man seit den 80er Jahren. Gestritten wird (innerhalb der Klimagemeinde) in erster Linie um die Höhe der Erwärmung und ob eine Erwärmung tatsächlich schlimm ist. Hinzu kommt eine Menge Störfeuer von Leuten, die keine Klimatologen sind.
    Eine haarklein dokumentierte Übersicht findet man in dem Buch “Merchants of doubt”.

  5. #5 May
    14. April 2014

    “…developed a science well enough to make predictions…”

    Lorenz würde dem widersprechen.

  6. #6 May
    14. April 2014

    @peer

    Klar, wenn die Prognose nicht mit der Realität übereinstimmt, sind die “Merchants of Doubt” schuld.

  7. #7 Andreas
    17. April 2014

    Vergeudung nicht durch Herumstehen
    , sondern viel mehr durch wilden Aktionismus, sprich überhasteten Atomausstieg.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ipcc-bericht-klima-retten-funktioniert-mit-wind-sonne-und-atomkraft-12893642.html

  8. #8 Ralph
    10. Mai 2014

    @ gurke
    Ein Klimawandel, der mit einer beträchtlichen Wahrscheinlichkeit nachfolgende Generationen knallhart trifft ist Alarmismus?
    Welche CO2 Vermeidungsstragie meinen Sie? Das Abschalten AKWs?
    Die konzeptlose Subvention von Solar und Wind, ausgerechnet in Deutschland, ohne notwendige Verteilungsinfrastruktur?

    Besonders in Deutschland reichen sich “grüne” Idiotologie und gurkenhafte “skeptische” Einfalt und Ignoranz auf fatale weise die Hand.