Vor zweieinhalb Jahren habe ich hier mal die Frage aufgeworfen, was an der Gentechnik eigentlich so schlecht ist. Meine Antwort, damals wie heute: ihr Image. Und damals wie heute kann ich den Vertretern der Pro-Gentechnik-Fraktion die Mitverantwortung an diesem Mangel nicht absprechen. Ich will nicht jedes Argument meines ersten Beitrags wiederholen – aber sie gingen mir alle wieder durch den Kopf, als ich diesen Beitrag von Brynja Adam-Radamanic in ihrer Wissensküche las. Ehe ich aufschreibe, was mich an diesem Beitrag “bewegt” hat, nehmt Euch bitte erst mal die Zeit, den Artikel zu lesen:

 

 

Als Blogger schenke ich ihr hier natürlich meine vollen Sympathien; Blogs leben davon, dass sich jemand engagiert – auch und gerade emotional engagiert – und Positionen deutlich und plakativ vertritt. Und wer der Autorin dafür Lob aussprechen will, sollte nicht zögern, dies dort auch in einem Kommentar zum Ausdruck zu bringen.

Aber ich gestehe gerne, dass es nicht der Beifall war, der mich zu meinem eigenen Posting hier animiert hat. Ich teile die Meinung der Autorin nicht; ich halte Kritik an der “grünen” Gentechnik nicht nur für zulässig, sondern für notwendig. Und nur weil sie von vielen geteilt wird, ist sie nicht automatisch populistisch. Kritik an der Gentechnik mit Ausländerhass und Rassismus gleichzusetzen, ist eine Trivialisierung von Xenophopie und Rassismus, das spricht für – genauer gesagt: gegen – sich selbst. Und das Argument, dass man durch Gegnerschaft zur Gentechnik ja die Arbeitsplätze und damit die Existenz schlechthin der vielen unschuldigen Mitarbeiter der einschlägigen Unternehmungen in Frage stelle – wie bitte? Mit dem gleichen Argument lässt sich alle Kritik, auch an Rüstungsbetrieben und Waffenproduzenten, Tabakherstellern und RTL2, niederbürsten.

Aber ich will hier keine Widerrede, Punkt für Punkt, entwickeln. Sondern nur mal ein paar der roten Tücher aufspannen, die in der Diskussion um grüne Gentechnik gerne gewedelt werden.

Da ist beispielsweise das Mem, dass die Gegner der grünen Gentechnik zu ungebildet seien um zu erkennen, dass auch die traditionelle Artenzucht eine Form der Genmanipulation ist und wer also gegen Gentechnik ist, folglich auch gegen die traditionellen Anbaufrüchte sein müsste. Der Haken ist dabei, dass genau dies ja einer der Ausgangspunkte der ökologischen Bewegung (deren Entstehen ich aus vergleichsweise großer Nähe mit verfolgen konnte) war: Gentechnik war in den 70-er Jahren noch gar kein weit verbreiteter Begriff, und doch gab es schon Kritik an der Agroindustrie, mit ihren Monokulturen und ihrem chemisch-technischen Produktionsaufwand. Und setze noch einen drauf: Die Kritik an der grünen Gentechnik ist eine Folge der Erfahrungen, die mit der tradiionellen Sortenzucht gemacht wurden.

Denn die hat, in der praktischen Anwendung, nicht zu mehr, sondern zu weniger Artenvielfalt geführt. Diese Grafik aus National Geographic veranschaulicht das Problem ziemlich deutlich:
food-variety-tree-754
Und die Arten, die es “geschafft” haben, sind nicht etwa die mit dem besseren Geschmack oder dem besseren Nährwert – sondern die, mit denen sich am meisten Geld verdienen lässt, weil sie beispielsweise am leichtesten zu ernten oder am längsten zu lagern sind. Kurz: Weil sie den Interessen der Anbieter am besten dienen. Wer wissen will, was ich meine, ist hiermit eingeladen, ein paar Erdbeeren, Tomaten, Äpfel oder auch eine Gurke aus dem nächsten Supermarkt zu probieren. Ich wäre nicht überrascht, wenn Verbraucher in einem Blindtest keinen Unterschied zwischen diesen Esswaren erkennen würden …

Aber, so das daraus abgeleitete Argument, ohne diese landwirtschaftlich-genetischen Errungenschaften (die hier wiederum die traditionelle wie die gentechnische Sortenzucht umfassen soll) würde die Welt halt verhungern. Wer gegen Gentechnik ist, will also, dass die Ärmsten in der dritten Welt Hunger leiden …

Davon abgesehen, dass die meisten dieser Sorten nicht für den Konsum in der Dritten Welt gezüchtet wurden: Hunger ist nicht etwa ein Problem der mangelnden Produktion, sondern ein Problem der Distribution. Auch hier wieder ein Beispiel aus National Geographic, das in seiner August-Ausgabe einen längeren Beitrag dem Problem der “Nahrungsunsicherheit” in den USA gewidmet hat. Der Anbau von Mais und Soja wird in den USA jährlich mit rund 11 Milliarden Dollar subventioniert (Obst und Gemüse, obwohl als wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung anerkannt, übrigens nur mit etwa 1,6 Milliarden Dollar jährlich) – und doch gibt es in Amerika Menschen, die Probleme haben, Essen auf den Tisch zu bringen. Dass die so genannten GMO, um die der Streit ja geht, irgend einen Beitrag zur Nahrungssicherung der Bevölkerung erbracht haben, ist bisher nicht erwiesen.

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Kommentare (112)

  1. #1 roel
    *****
    29. August 2014

    @Alderamin “Aber Europa entschließt sich gerade, komplett jeglichen Freilandanbau von GMO zu verbieten. Man schießt dabei weit darüber hinaus, den Kunden den Kauf GMO-freier Lebensmittel zu ermöglichen.”

    Auch an dich die Bitte, die ich schon Brynja Adam-Radmanic gerichtet habe:

    Es wäre schön, wenn du auf den konkreten Gesetzentwurf und auf die Position der Bundesregierung verlinken würdest.

  2. #2 Alderamin
    29. August 2014

    @roel

    Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) stimmte für die Regeln: “Jetzt erstmals ist es völlig eindeutig, dass wir auf gesicherter rechtlicher Grundlage gentechnisch veränderte Organismen nicht in Deutschland zulassen werden”, sagte sie vor dem Treffen.

    Künftig sollen Staaten Verbote etwa unter Berufung auf die öffentliche Ordnung oder sozioökonomische Gründe aussprechen können. Bislang müssen die EU-Staaten nationale Anbauverbote für europaweit zugelassene Genpflanzen mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen belegen – das gilt als schwierig.

    Bis jetzt ist offenbar (noch) kein Komplettverbot geplant, aber die Äußerung der Umweltministerin ist doch ziemlich eindeutig, wohin die Entwicklung geht, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse keine Rolle mehr spielen sollen, und wenn 88% der Bevölkerung den Anbau genmanipulierter Pflanzen ablehnen.

    Ja, das ist des Volkes Wille, den gilt es zu achten, auch wenn er sich im wesentlichen aus Uninformiertheit und negativer Propaganda nährt. Aber man wird ja wohl darüber aufklären dürfen.

    Ich wünschte mir, bei anderen Themen wie etwa der Einführung der PKW-Maut für Ausländer würde man sich ebenfalls um die Meinung des Volkes kümmern, aber das ist wieder ein anderes Thema….

  3. #3 roel
    *****
    29. August 2014

    @Alderamin Vorab schon mal Danke.

  4. #4 Jürgen Schönstein
    29. August 2014

    @Alderamin #50

    Man könnte so vieles auch bei uns machen.

    Sicher. Hat man aber nicht. Statt dessen hat man die gesamte moralische Authorität der Wissenschaft hinter die Maissorte MON810 gestellt, die nichts von alledem wirklich tut – sie sorgt lediglich dafür, dass der Mais gegen ein einzelnes Herbizid resistent ist. Das Versprechen, dass dadurch dann auch weniger Pflanzenschutzmittel versprüht werden müssten, ist nicht wirklich glaubhaft – denn erstens gibt es immer noch das Problem der Insektizide, zweitens ist ja nicht die Resistenz der Nutzpflanze, sondern die Resistenz der Beikräuter für den Einsatz der Herbizide ausschlaggebend.

    Ich kann’s nur noch einmal betonen: Ich rege mich auf, weil ich für eine nützliche Gentechnik (auch eine grüne Gentechnik) bin. Aber das, was bisher praktiziert wurde, hat damit nicht viel zu tun. Und das ist das Problem.

  5. #5 Sebastian Fettig
    29. August 2014

    Nein, MON810 ist resistent gegen den Maiszünsler und nicht gegen Herbizide, und er spart tatsächlich was ein. Wenn man den Zünsler traditionell loshaben will, dann muss man die Stoppeln unterpflügen, was Diesel kostet und Erosion (verglichen mit pfluglos) fördert. Bei MON810 braucht man das nicht.

  6. #6 Karl Mistelberger
    29. August 2014

    > ICH REGE MICH AUF, WEIL ICH FÜR EINE NÜTZLICHE GENTECHNIK (AUCH EINE GRÜNE GENTECHNIK) BIN. ABER DAS, WAS BISHER PRAKTIZIERT WURDE, HAT DAMIT NICHT VIEL ZU TUN.

    Wenn Sie es sagen wird es schon stimmen. Sie sollten ihre Erkenntnis jenen Leuten zukommen lassen, die Unnützes produzieren:

    In the US, by 2014, 94% of the planted area of soybeans, 96% of cotton and 93% of corn were genetically modified varieties.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Genetically_modified_crops#Extent_of_worldwide_use_of_GM_crops

  7. #7 roel
    *****
    29. August 2014

    @Alderamin Ich sehe die Wissenschaft als wichtig an und die Wissenschaftliche Bewertung bei z.B. Zulassungen für GenTech-Pflanzen ebenfalls. Aber ich denke auch, dass eine alleinige wissenschaftliche Beurteilung nicht sinnvoll ist. Von daher verstehe ich den Willen der Regierungen auch andere Kriterien heranzuziehen.

  8. #8 LasurCyan
    29. August 2014

    Aber das, was bisher praktiziert wurde, hat damit nicht viel zu tun. Und das ist das Problem.

    Ich fürchte, dass Sie Recht haben, Herr Schönstein. Dass die GGT ein Spielball der Politik, der Meinungsmache ist, hat eben genau damit zu tun, dass das eigentliche Problem ein politisch- ökonomisches ist. Die Wissenschaft ist wieder mal schneller unterwegs als es die Rahmenbedingungen, also Regulation der Wirtschaft, zulassen. Dieser noch relativ rechtsfreie Raum wird natürlich gnadenlos, so funktioniert nun mal Kapitalismus, von GlobalPlayern wie Monsanto ausgenutzt. Wie, das erspare ich mir jetzt, das weiss eh jeder, der es wissen will. Mir erscheint die ganze Debatte pro-contra GGT wie eine moderne Maschinenstürmerei.

  9. #9 roel
    *****
    29. August 2014

    @Sebastian Fettig und Jürgen Schönstein

    In das Erbgut von MON810 wurde ein Gen eines Bodenbakteriums eingebaut, das ein Gift erzeugt welches die Darmwand des Maiszünslers schädigt. Der Maiszünsler ist der Hauptschädling beim Mais. So weit, so gut.

    2009 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit folgenden Bescheid an Monsanto geschickt: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/20090602__mon_810_bvl_bescheid.pdf

    Unter 2a) werden die Gefahren für die Umwelt dargestellt.
    Unter 2b) wird auf neue wissenschaftliche Informationen verwiesen.

    Monserato hat gegen diesen Bescheid geklagt und verloren.

  10. #10 Adent
    30. August 2014

    @Jürgen

    Denk an die hungernden Kinder in Biafra! Wie die von meinem Übergewicht satt werden sollten, kapiere ich bis heute nicht …

    Nach deiner Argumentation durch bessere Distribution und weniger Verschwendung von Lebensmitteln.#Zum MON810 wurde ja schon gesagt, dass selbst du als Journalist offensichtlich falsch oder schlecht informiert bist. Es geht dabei nicht um eine Herbizidresistenz sondern eine Insektenresistenz.
    Was also kann man von den restlichen 88% der Bevölkerung (hat sich übrogens mal jemand die Umfragen angeshen, dort stecken schön viele Suggestivfragen drin a la, denken sie dass Frankenfood (das Wort ist jetzt von mir übertrieben, trifft aber den Tenor einiger dieser Umfragen) in ihrem ansonsten supertollen und gesunden Bioessen (Achtung auch Überspitzung) etwas positives bringt?
    Tja, da darf man dreimal überlegen welche Antwort rauskommt.
    Greenpeace und Co haben eine excellente Propagandaabteilung und die Resultate davon sehen wir in der grundsätzlichen Ablehnung der grünen Gentechnik, ohne das irgendwie darüber diskutiert wird, ob es auch positive Aspekte derselben gibt.
    Ich meine was soll das, warum fragt man überhaupt Wissenschaftler, ob Genetechnik sicher, unsicher schlecht oder gut ist, wenn man bei nicht passenden Ergebnissen (siehe EASAC-Report oder den Report der Schweizer Wissenschaftsakademie während des Moratoriums in der Schweiz) diese einfach wegbügelt und folgendermaßen argumentiert:
    Egal was die Wissenschaft an positivem in der grüne Gentechnik sieht und egal wie gut es belegt ist, solange 0,0000001% Unsicherheit besteht, dass es nicht doch gefährlich sein könnte, wollen wir es nicht, Ätschibätsch.
    Das ist reine Verarsche und Polemik oberster Güte und das regt mich auf.
    Es gibt übrigens keinen einzigen wissenschaftlich belastbaren Fall von negativen Effekten der grünen Gentechnik, der auf diese zurückzuführen ist. Alles was immer gern an negativen Schlagbeispielen gebracht wird (Resistenzentwicklungen, Bauernprobleme, gerichtliche Streitigkeiten etc.) hat nichts mit der Gentechnik zu tun und tritt auch bei jedem konventionellen oder Bioanbau auf.
    Also Empfehlung lies dir mal den EASAC-Report (planting the future) durch und das was Mark Lynas (einer der Mitbegründer der Anti-GMO Bewegung) dazu sagt:
    http://www.marklynas.org/2013/01/lecture-to-oxford-farming-conference-3-january-2013/
    http://www.easac.eu/biosciences/reports-and-statements/detail-view/article/planting-the.html

  11. #11 Sebastian Fettig
    30. August 2014

    Das war damals ja Ilse Aigner auf Druck von Seehofer. Die Sache ging so weiter: http://www.transgen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=14&p=52&hilit=Monsanto+bvl#p52

  12. #12 Sebastian Fettig
    30. August 2014

    War für #59 @roel.

  13. #13 roel
    *****
    30. August 2014

    @Sebastian Fettig Geändert hat sich aber doch nichts. Der Anbau von Mon810 ist in Deutschland seither verboten.

  14. #14 Adent
    30. August 2014

    @Roel
    Ja genau das ist ja das, was ich ansprach. Warum fragt man Experten wenn man einenn Sch… auf ihre Expertise gibt?
    Die in den von dir verlinkten pdfs angegebenen Paper (unter anderem das von Schmidt et al., 2009) sind wissenschaftlich gesehen in etwa so aussagekräftig wie das von Seralini letztes Jahr (das mit den Tumor Ratten, die angeblich durch GVO Mais die Tumore bekamen), welches auf Grund schwerwiegender methodischer Mängel (ich würde natürlich niemals sagen das war beabsichtigter Betrug) zurückgezogen werden musste.

  15. #15 roel
    *****
    30. August 2014

    @Adent Danke für den Hinweis. Zu Schmidt et al gibt es diesen “Rückzieher” von der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS). Die Geschäftsstelle der ZKBS ist beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingerichtet.

    http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/06_Gentechnik/ZKBS/01_Allgemeine_Stellungnahmen_deutsch/04_Pflanzen/MON810_Stellungnahme_2011.pdf?__blob=publicationFile&v=7

  16. #16 Adent
    30. August 2014

    @Roel
    Ja, ich war sogar bei dem Fachgespräch der ZKBS dabei, als Frau Hilbeck erklären sollte, wie sie zu den Daten in dem Paper gekommen sind. Zu den Veröffentlichungen von Hilbeck gibt es meist unabhängige Versuche anderer Gruppen (oftmals Jörg Romeis) ihre Daten zu reproduzieren, bisher gelang dies nicht. Interessanterweise schafft es die Gruppe Hilbeck nicht einmal selbst ihre Ergebnisse zu reproduzieren, was soll man also wissenschaftlich von so etwas halten?

  17. #17 roel
    *****
    30. August 2014

    @Adent und @Jürgen Schönstein Es ist sehr gut, dass es hier solche Diskussionen gibt. Drüben bei Meertext http://scienceblogs.de/meertext/2014/08/28/was-ist-ein-guter-science-blog/ wird gefragt “Was ist ein „guter“ Science-Blog?”. Zum Beispiel GeoGraffitico!

  18. #18 Ursula
    30. August 2014

    Ich denke, die meisten Gentechnikgegner sind tatsächlich überzeugt davon, dass gentechnisch veränderte Pflanzen giftig sind, es gibt da so ein grauenhaften YouTube Filmchen, dass ich schon ich schon 10x über Facebook bekommen habe, immer begleitet von einem flammend geschriebenen Text, mit einer “Argumentation” ähnlich der der Impfgegner, alles Übel kommt von der Gentechnik. Stoffwechselerkrankungen, Allergien, Nahrungsmittel Unverträglichkeiten usw.
    http://m.youtube.com/watch?v=McrHGaQbU38&feature=share
    Anschauen auf eigene Gefahr! Ich hab’s nicht bis zum Schluss durchgestanden. Tatsächlich kenne ich in meinem gesamten Freundes, Familien, und Bekanntenkreis nicht eine einzige Person, die grüne Gentechnik nicht verteufelt. Ich bin allein auf weiter Flur.

  19. #19 Brynja Adam-Radmanic
    30. August 2014

    @roel #12
    War viel los bei mir in den letzten beiden Tagen, aber wollte doch noch nachliefern, auf welche Entwicklungen in der EU-Politik ich mich beziehe:

    Zwei Wochen vor der Europawahl ist die CDU eingeschwenkt auf etwas, was sie vorher abgelehnt hat: die schon vorher von CSU und SPD geforderten nationalen Verbote. Hier ein SZ-Artikel vom 8. Mai
    http://www.sueddeutsche.de/politik/opt-out-vorschlag-anbauverbot-fuer-genmais-rueckt-naeher-1.1954074
    Erst diese Trendwende der vorher gentechnik-freundlichen CDU machte den Weg frei, dass Deutschland in der EU für die Möglichkeit nationaler Anbauverbote gestimmt hat, worüber in der SZ nach der EU-Wahl noch mal berichtet wurde:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/genmais-eu-staaten-wollen-nationales-verbotsrecht-1.1978151

  20. #20 rolak
    31. August 2014

    auf eigene Gefahr!

    Falls jmd dieses unsägliche Machwerk für was auch immer suchen sollte, es findet sich in der synchronisierten Ausgabe besser unter “Der Gen-Food Wahnsinn” – ansonsten lagert in guter Qualität bei archive-dot-org das Original.

  21. #21 Jürgen Schönstein
    1. September 2014

    @Adent#60

    … dass selbst du als Journalist offensichtlich falsch oder schlecht informiert bist.

    Stimmt. Und selbst wenn ich, wie es scheint, nicht der einzige hier bin 🙁 (Dank an Sebastian Fettig für die Richtigstellung), ärgere ich mich sehr über diesen Fehler. Nicht nur, weil ich mich generell über jeden Fehler ärgere, sondern weil der hier die Diskussion leicht aufs falsche Gleis hätte schieben können (mein Dank geht hier an Euch an alle, da Ihr hier bisher zu keinem Moment den Rahmen der engagierten, aber zivilisierten DIskussion verlassen habt). Denn MON810 oder dessen spezielle Eigenschaften sind nicht das, worüber wir hier diskutieren (sollten).

    Anlass meines Postings waren: Kritik an dem – meiner Ansicht nach einfach nicht akezptablen – Rassismus-Simile (einfach gefragt: Welche Entscheidungsfreiheit hat ein Mensch in der Wahl seiner Herkunft und Hautfarbe, und welche hat ein Biochemiker in der Wahl seines Arbeitsgebiets? Wie können sich beide als gleichwertig bezeichnen lassen?) und der Hinweis darauf, dass die Diskussion um die grüne Gentechnik, wie sie auch von den Befürwortern geführt wird, ziemlich weit am Kern des Problems vorbei geht.

    Ersten geht es hier um Verbraucherprodukte, also um den Konsum. Und wenn Konsumenten etwas nicht wollen (und selbst wenn dies aus rein emotionalen Gründen oder aus Irrtümern heraus geschieht), hilft es erst mal wenig, sie dafür zu Idioten oder Ignoranten abzuqualifizieren.

    Aber worum es mir am meisten geht war herauszustreichen: Es gibt sehr nachvollziehbare Gründe, warum diese Konsumenten sensibel darauf reagieren, was in ihr Essen kommt – umso mehr, weil sie praktisch keinen Einfluss darauf haben, wie diese Nahrungsmittel produziert werden. Jeder Lebensmittelskandal (und davon gibt es einfach zu viele, als dass man diese als substanzlos abtun könnte) vertieft diese Angst – die sich in der Tat auch auf Nahrungsmittel bezieht, die konventionell produziert werden.

    Die Gentechnik ist etwas, was sich am leichtesten definieren und identifizieren lässt – aber es sind ja die gleichen Kreise, die daran beteiligt sind wie an der herkömmlichen Methode (die Saatgut-Lieferanten und ihre Entwicklungsabteilungen, die landwirtschaftlichen Betriebe, die Vertriebskanäle etc.), es trifft also keine generell Unbeteiligten – wobei hiermit ausdrücklich Gruppen gemeint sind, nicht Individuen. Ist das unfair? Gegenüber einzelne Mitwirkende vielleicht, aber genau so wie ich Kritik an den Medien insgesamt aushalten muss, selbst wenn ich überzeugt bin, dass meine Standards höher sind, muss ich doch erst mal akzeptieren, dass es Gründe für diese Kritik gibt.

    Es bringt doch nichts, wenn die Vertreter der grünen Gentechnik von den Konsumenten ein Vertrauen in ihre Arbeit einfordern wollen, ohne zu erkennen, dass dieses Vertrauen bereits tief untergraben war, als sie aufs Spielfeld liefen. Und anstatt die Diskussion um den Genmais als Anlass zu nehmen, a) den Verbrauchern zu zeigen, dass man ihre Sorgen ernst nimmt und b) mehr kann als nur eine Maispflanze für die Massenproduktion aufpeppen, stecken milliardenschwere Konzerne lieber ihr Geld in Prozesse, und führende Forschungsgemeinschaften erklären – unbeachsichtig, vielleicht, aber dennoch unüberhörbar – ihre Abhängigkeit von diesen Konzernen. Wie anders ist die Erklärung zu verstehen, dass es das Ende des Forschungsstandorts Deutschland sein wird, wenn diese Konzerne mit ihrer Produktpolitik nicht obsiegen?

    Ein drittes Element meiner Anmerkungen hier war, dass der Wellthunger nicht dadurch bekämpft wird, dass wir die Massenproduktion unserer Lebensmittel einfacher machen. Mehr Lebensmittel bei uns machen die Hungernden der Welt nicht satter, und industrielle Monokulturen verschlimmern das Problem der Desertifikation und Bodenerosion und damit die Zerströrung der Ernährungsbasis in vielen Weltregionen sogar noch, anstatt sie zu verbessern. Man kann über grüne Gentechnik nicht nur nach dem Kriterien “biologisch schädlich/nicht schädlich” entscheiden, sondern muss sich die komplexen Verhältnisse und Probleme unserer regionalen und globalen Nahrungsmittelproduktion anschauen.

  22. #22 Karl Mistelberger
    1. September 2014

    “Obwohl die moderne Gesellschaft zunehmend auf hoch spezialisierte Wissenschaft angewiesen ist, zeigen meine Erfahrungen und ähnliche Fälle von Kollegen, dass wichtige Gebiete mit einer relativ kleinen Anzahl beteiligter Forscher sehr leicht kurzlebigen opportunistischen Zielen von Politikern und Medienvertretern zum Opfer fallen können.”

    Andreas Kreiter brauchte einen sehr langen Atem: http://www.spektrum.de/news/wissenschaft-unter-der-knute-der-politik/1285555

  23. #23 torben hoffmeister
    1. September 2014

    Jürgen Schönstein: „…stecken milliardenschwere Konzerne lieber ihr Geld in Prozesse,“
    Das tun sie auch bei Patentfragen im IT- oder Pharmaziebereich – wird deswegen die Technologie der wafer- oder der biologics – Herstellung kritisiert ?
    „… und führende Forschungsgemeinschaften erklären – unbeachsichtig, vielleicht, aber dennoch unüberhörbar – ihre Abhängigkeit von diesen Konzernen.“ wie, was, wer macht so etwas ? Die Forschungsgemeinschaften kritisieren den Umgang mit Erkenntnissen und den Geist der Anti-Aufklärung. „Wie anders ist die Erklärung zu verstehen, dass es das Ende des Forschungsstandorts Deutschland sein wird, wenn diese Konzerne mit ihrer Produktpolitik nicht obsiegen?“ Forschung ohne die blasseste Aussicht von Anwendung – siehe Anbauverbote – macht auf lange Sicht keinen Sinn. Wenn die Grünen durchgekommen wären mit ihrer Verbotshaltung gegen die IT-Technologie, würden wir heute noch Wählscheiben und Rechenschieber haben. Und wie ist das mit anderen Produkten, die sich bei solchem anti-hype gleich mit erledigen, denn selbst da wo alle Kritik ernst genommen wird (modernes Politikersprech vom „Abholen“ – ja nicht Selbstdenken voraussetzen !) wie beim „golden rice“, ist es ja bekanntlich nur ein schnödes trojanisches Pferd.
    Wann merken auch mal Wissenschaftsjournalisten mit gefestigtem Weltbild, dass sich das Thema grüne Gentechnik (und nur das der grünen, denn rote darf ja sogar gespritzt werden!) blendend dafür eignet, Emotionen zu schüren, für alle möglichen Stellvertreterkriege missbraucht zu werden und zugleich den ach so unabhängigen NGO`s (keine Interessen nirgendwo) wundersame Spender- und Aufmerksamkeitsvermehrung beschert ? Der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema ist ein Sinnbild dafür, wohin Ideologie und Irrationalität führen können, nämlich in eine Dynamik, die kein Platz mehr lässt für Vernunft.

  24. #24 Jürgen Schönstein
    1. September 2014

    @torben hoffmeister #73
    Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wenn ein (!) fertig entwickeltes, aber unpopuläres Produkt in Deutschland (!) nicht zugelassen wird, dann muss die gesamte Forschung eingestellt werden? Wie ist das dann eigentlich in der Pharmaforschung, wo die Produktzulassung nie garantiert ist? Warum tun die das dann noch?

    Die Emotionalisierung des Themas ist BEIDEN Seiten zuzuschreiben, und ja, wenn’s ums Essen geht, werden Dinge sowieso emotionaler. Aber das habe ich nun wirklich schon oft genug erklärt. Vernunft ist auch, die Ängste und Sorgen meiner Kunden zu erkennen und zu respektieren.

  25. #25 torben hoffmeister
    1. September 2014

    Und ich glaube, Sie wollen mich nicht verstehen. Sie reiten auf der Spitze des Eisberges MON810 herum. Wenn eine Technologie in einem Sektor zum politischen und moralischen Unding erklärt wird, ist jede auch noch so sinnvolle Anwendung unmöglich, egal ob vom Großkonzern, von einem e.V. oder von anderen gemeinnützigen Forschungsinstituten wie dem IRRI, wobei letztere sicher nicht die Kraft und das Durchstehvermögen haben, die gewaltigen regulatorischen Hürden und medialen Kampagnen zu überstehen. Wie wäre es denn mal, Sie gehen auf Argumente wie golden rice ein ?
    Bei Gesundheit wird’s auch emotional, aber warum sind da die Ängste und Sorgen bezüglich Gentechnik so gering ? Weil die „Vernunft“ vom gegenwärtigen Nutzen geprägt wird ? Mit dieser Einstellung werden es künftige Technologien sehr schwer haben (zumindest im satten Europa).

  26. #26 Jürgen Schönstein
    1. September 2014

    @torben hoffmeister #75

    Und ich glaube, Sie wollen mich nicht verstehen.

    Das scheint ja auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Ich sage: Es ging um 1 (!) Produkt – und schon wird der gesamte Forschungsstandort für tot erklärt. Wenn das keine emotionale Überreaktion ist, weiß ich nicht mehr, wie man so etwas sonst bezeichnen könnte. Und zweitens sage ich, dass unsere Überversorgung mit Lebensmitteln KEINE Lösung für die Hungerprobleme der Dritten Welt sein kann.

  27. #27 Adent
    1. September 2014

    @Jürgen Schönstein
    Da muß ich mal einhaken, es geht nicht um 1 Produkt, sondern es geht um jedwede Gentechnik in Lebensmitteln, Mon810 war nur das einzige hier angebaute. Die Entscheidungslage in Deutschland sieht aber im Moment so aus, dass a) keine gentechnisch veränderte Pflanze hier eine Chance hat (egal was drin ist) und b) auch keine experimentellen Freisetzungen mehr genehmigt wird (sprich man darf hier auch nicht mehr die dazu notwendige Sicherheitsforschung betreiben). Dieses ist kein Forschungsverbot sondern wird so formuliert: “Das muss man von Fall zu Fall entscheiden, ob eine genehmigte FReisetzung hier sinnvoll ist”
    Dieses von Fall zu Fall sieht so aus, dass es von allen Fällen keiner geschafft hat.
    Da man in einen solchen Antrag eine Menge Zeit (und Nerven) stecken muß, gibt es keien Freisetzungsanträge zu Forschungszwecken mehr. Und das die Biotechindustrie Deutschland verlassen hat (und aus welchen Gründen) ist wohl bekannt oder?
    Soviel zu dem einen Fall, ich fand es so nicht korrekt dargestellt.

  28. #28 Jürgen Schönstein
    1. September 2014

    @Adent #77

    Und das die Biotechindustrie Deutschland verlassen hat (und aus welchen Gründen) ist wohl bekannt oder?

    Was erstens nicht das gleiche ist wie “die Forschung hat Deutschland verlassen” (oder vielleicht haben die hier das bloß nicht mitgekriegt?) – und zweitens sich nicht mit dem deckt, was dieser Ernst&Young-Report sagt. Die Zahl der Biotech-Unternehmen ist demnach von 2011 auf 2012 (das Jahr der Entscheidung, soweit ich mich erinnere) von 406 auf 403 zurückgegangen, die Zahl der Beschäftigen aber von 9.932 auf 10.017 gestiegen. Und über die Ursachen dieser Betriebsverringerrung könnte man lange spekulieren, aber es ist in einer vergleichsweise jungen und daher noch nicht stabilen Branche schon mal möglich, dass mehr Unternehmen aufgeben oder “geschluckt” werden (worauf die Personalentwicklung hindeuten könnte) als neu aufmachen. Aber “verlassen” heißt in meinem Wörterbuch doch noch etwas anderes …

  29. #29 torben hoffmeister
    1. September 2014

    Ihr Thema heisst grüne Gentechnik und Sie lenken mit dem letzten Kommentar vom eigenen Thema ab. Die anwendungsorientierte Forschung auf diesem Gebiet hat D eindeutig verlassen, fragen Sie mal in MPI`s nach. Das ist umso bedauerlicher, weil D hier mal Pionierarbeit geleistet hat.

  30. #30 torben hoffmeister
    1. September 2014

    Ach noch etwas, wenn es nötig ist BEIDEN Seiten und KEINE Lösung zu schreiben, dann steht das Emotionale eindeutig im Vordergrund, aber mit einer Wissenschaftsdiskussion in einem scienceblog hat das dann nichts mehr zu tun.

  31. #31 roel
    *****
    1. September 2014

    @torben hoffmeister “Ihr Thema heisst grüne Gentechnik”
    Bitte die roten Tücher nicht vergessen.

    Grüne Gentechnik und rote Tücher

    http://scienceblogs.de/geograffitico/2014/08/28/gruene-gentechnik-und-rote-tuecher/

  32. #32 torben hoffmeister
    1. September 2014

    roel
    ist das jetzt die Schleife mit “immer grüßt das Murmeltier” ?

  33. #33 roel
    *****
    1. September 2014

    @torben hoffmeister Ich denke die roten Tücher hat Jürgen Schönstein hervorragend getroffen.

    Das Thema heißt nun mal: “Grüne Gentechnik und rote Tücher” genauso wie es nicht heißt “immer grüßt das Murmeltier” sondern “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Der Link war nur ein Hinweis von mir auf das korrekte Thema.

  34. #34 Jürgen Schönstein
    2. September 2014

    @torben hoffmeister #79
    Dieses Argument ist weder glaubhaft noch belegt (ich habe Zahlen genannt – was haben Sie zu bieten?) Es gibt so viele Forschungsbreiche, die in Deutschland nie wirklich Anwendung finden können und hier doch sehr erfolgreich betrieben werden. Und wenn die Anwendungsforschung nicht mehr könnte als etwas produzieren, was hier keiner haben will, dann ist sie nicht wirklich anwendungsorientiert. Aber wie schon gesagt, die Zahlen sprechen eh’ eine andere Sprache.

    #80
    roel hat es schon für mich getan: Der Titel sollte eigentlich schon ziemlich deutlich gesagt haben, dass es hier um emotionale Reaktionen auf Reizthemen geht. Aber falls Ihnen die Metapher des “roten Tuchs” nicht geläufig war, bitte ich um Nachsicht. Und danke auch für den Hinweis, mit was mein Blog was zu tun hat und mit was nicht – ich vergesse immer, dass ich hier ja nur das schreiben darf, was manchen LeserInnen gefällt. Wird bestimmt wieder vorkommen …

  35. #35 rolak
    2. September 2014

    Habs zwar noch nicht angesehen, doch allein vom Titel her dürfte die Sendung zum thread passen: “Die Propagandaschlacht um die Gentechnik” (in Mediathek bis 8.7.2015).

  36. #36 Hobbes
    2. September 2014

    Zunächst einmal kann ich die Kritik an dem Rassismusvergleich nachvollziehen. Auch wenn es der Autorin wohl lediglich um die Argumentationsmethodik ging sind solche Vergleiche nur unter besonderer Vorsicht zu ziehen. Und die wurde hier wohl nicht gewahrt.

    Aber die Behauptung es würde hier nur um ein Produkt gehen. welches man nicht will finde ich komplett falsch.
    Würde es den Gentechnikgegnern nur um Sicherheit gehen, gäbe es das ganze Problem nicht. Aber hier wird, wie bei allen Technikfeinden eine 100%ige Sicherheit verlangt. Wohl wissend das dies ja schon theoretisch unmöglich ist.

    Ein Gesetz wissenschaftlich nicht relevante Kriterien für ein Verbot heran zu ziehen ist doch genau der worst case Fall der ja sogar noch jedes Verbot toppt.
    Gegen ein unsinniges Verbot könnte man auf Grundlage von Argumenten klagen. Gegen ein Gesetz das explizit Willkür als Entscheidungsgrundlage nimmt ist das aber nicht möglich.

    Bei Diskussionen um Grüne Gentechnik bitte ich immer gerne um Argumente die für die Weiße Gentechnik (welche unzweifelhaft bisher mehr Vor- als Nachteile gebracht hat) damals nicht gegolten haben. Aber jetzt für die Grüne gelten.

  37. #37 Hobbes
    2. September 2014

    Vielleicht liegt es an meiner eigenen Sicht, aber ich sehe die roten Tücher hauptsächlich bei der Anti-Gentechnik Fraktion.
    Während vielleicht in der Anfangseuphorie der 80er noch jemand glaubte Gentechnik würde die Probleme des Welthungers lösen spricht da heute doch keiner mehr von. Auch andere Hoffnungen wurden schon längst aufgegeben und die Monopolstellungen der Auftraggeber werden heute auch sehr kritisch betrachtet.
    Trotzdem kommen die Befürworter zu dem Ergebnis das es mehr Nutzen als Schaden wird. Bzw. das faktische Forschungsverbote aus diffusen Ängsten oder quasireligiösen Haltungen einen noch weit größeren Schaden anrichten würden.

    Bei den Gentechnikgegnern sind die Argumente aber die Selben wie schon gegen die weiße Gentechnik.
    – Die “Natur” wird unwiderruflich verändert.
    – Es wird die Büchse der Pandora geöffnet.
    – Es ist Gift.
    – Wir spielen Gott.
    – Saatgutkonzerne streben nach der Weltherrschaft
    Da geht es um nicht weniger als den Untergang der Menschheit. Dabei merken diese Leute nicht einmal das die eigene Radikalität maßgeblich dazu bei trägt.

    – Wahnwitzige Hürden für Testfelder (Radioaktiv bestrahltes Saatgut was Mutationen per Zufall erzeugt haben nur ein Bruchteil der Auflagen)
    – Keine Fortpflanzung zulassen. (Aber dann als Gegenargument anführen das man Saatgut nicht selber nach züchten kann)
    -> Dadurch wird der komplette Mittelstand außen vor gehalten. Eine clevere Taktik wenn es angeblich darum geht die bösen Monopole zu verhindern.

    Auf den religiösen Unfug gehe ich hier mal gar nicht ein. Da wird hier ja Einigkeit herrschen das solche Ängste nicht die Wissenschaft bestimmen sollten. (Was sie mit “nicht wissenschaftlichen Gründen” dann aber machen würden)

  38. #38 roel
    *****
    2. September 2014

    @Hobbes “Ein Gesetz wissenschaftlich nicht relevante Kriterien für ein Verbot heran zu ziehen ist doch genau der worst case Fall der ja sogar noch jedes Verbot toppt.”

    Warum? Ich finde dies ganz normal. Sicherheitsrelevante, Wirtschaftlich relevante, ökologisch relevante etc. Kriterien dürfen keine Rolle spielen?

    Diejenigen, die das Gentech-Saatgut in Europa und Deutschland einführen wollen möchten damit nicht Wissenschaft und Forschung stärken sondern Geld verdienen. Es liegt also vorrangig ein wirtschaftlicher Grund für die Einführung von Gentech-Saatgut vor. Warum bist du dann gegen z.B. wirtschaftliche Gründe für ein Verbot?

  39. #39 Hobbes
    2. September 2014

    Ach und noch etwas drittes:

    Das die Aktionen gegen die Lebensmittelindustrie übertrieben sind kann man gut an der Meinung der Menschen sehen die glauben unser Essen würde immer giftiger.
    Richtig lächerlich war es zum Beispiel als ein Lebensmittelskandal aufgebauscht wurde als Getreide mit Aflatoxin über den Grenzwert belastet war. Da stellen sich dann ernsthaft Leute hin und behaupten früher war alles besser bevor die Herstellung von Lebensmitteln industrialisiert wurde. Wer so etwas sagt hat Null Ahnung!

    Lebensmittel sind ein Reizthema und ideal für Stimmenfang. Während man bei anderen Themen wie “Verwahrlosung der Jugend” “Sozialschmarotzer” usw. in intellektuellen Kreisen weiß das hier Einzelfälle aufgebauscht werden und man deswegen besser auf Statistiken als aufs Bauchgefühl hören sollte, wird diese Erkenntnis gegenüber der Ökobewegung fast völlig ignoriert.

  40. #40 Hobbes
    2. September 2014

    @roel:

    Bei der Opt-Out-Klausel geht es ja eben nicht um Sicherheitsrelevante oder ökologische Kriterien. Diese wurden ja bereits bei der Zulassung im EU-Raum berücksichtigt. Und ich wage mal zu behaupten das sich potentielle negative Effekte in wissenschaftlichen Studien darstellen lassen.
    Hier geht es explizit um Gründe die sich wissenschaftlich nicht darstellen lassen.
    Da bleiben nur “ethische” Gründe (Also Gentechnik = Böse) oder die Aussage “das ist noch nicht ausreichend geprüft” bzw. ein anderes Totschlagargument.

  41. #41 torben hoffmeister
    2. September 2014

    Jürgen Schönstein
    Der von Ihnen zitierte Ernst&Young-Report geht mit keiner Silbe auf das hier diskutierte Feld der grünen Gentechnik ein, einfach schlicht deshalb, weil es auf diesem Gebiet keine Aktivitäten zur Wertschöpfung in D mehr gibt. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Bayer Crop Sci. und BASF Plant Sci. sind komplett in die USA abgewandert. Erst kürzlich machte sungene in Gatersleben dicht (http://www.sungene.de/) Das mögen im Vergleich zu bigpharma peanuts sein, aber diese Tatsachen auszublenden, ist schlichtweg ignorant. Genau wie die Behauptung, auf diesem Gebiet würden nur Produkte ohne großen Nutzen auf den Markt gebracht. BASF hatte eine Phytophthora-resistente cis-gene Kartoffel in der pipeline, die ohne mehrfache Fungizid-Spritzung auskam, aber alle Entwicklungen gestoppt, weil die Firma erkannt hat, dass selbst für solche nachhaltigen Entwicklungen aufgrund der Ideologisierung und Stigmatisierung des Themas keine Akzeptanz zu beschaffen ist. Um es mal drastisch zu sagen, solche Produkte will hier keiner haben, weil Spendensammler im Konzert mit der ihnen gefälligen Presse zu dem Thema ständig bullshit verbreiten.
    Noch ein kleiner Hinweis aus dem Tollhaus D: Die herbizidresistenten Clear field –Varianten von BASF sind inzwischen bei Rapsanbauern beliebt, einfach deshalb. weil sie im Unterschied zu ihren gv-Varianten „nur“ durch blinde Mutation erzeugt wurden, aber eben per Definition kein Produkt der Gentechnik sind. Die Produkteigenschaft will man schon, aber das „wie“ der Erzeugung entscheidet inzwischen über den Markterfolg. Das ist gelinde gesagt schizophren.
    Die vielen Farmer in den USA und Südamerika müssen zudem so was von blöd sein, dass sie zu mehr als 90% gv-Saatgut verwenden, dass keinen Nutzen bringt.
    Im Übrigen drücken Sie sich immer noch um eine Auseinandersetzung mit dem Thema „golden rice“.
    Vielen herzlichen Dank für Ihre geduldige Erläuterung zu der mir nicht geläufigen Metapher des „roten Tuchs“. Darauf wäre ich sonst nicht gekommen.

  42. #42 roel
    *****
    2. September 2014

    @Hobbes “Bei der Opt-Out-Klausel geht es ja eben nicht um Sicherheitsrelevante oder ökologische Kriterien. Diese wurden ja bereits bei der Zulassung im EU-Raum berücksichtigt.”

    Zu den ökologischen Überprüfungen findet sich auf http://www.bmub.bund.de/themen/natur-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/bio-und-gentechnik/faq-zum-opt-out-gvo/ diese Aussage: “Im Rahmen der vorgesehenen Überprüfung der Opt-out-Richtlinie soll die EU-Kommission auch über den Fortschritt in Bezug auf die vorgesehene Verbindlichkeit der Leitlinien zur Umweltrisikoprüfung berichten. Die Verbesserung der Umweltrisikoprüfung wird unabhängig vom Opt-out ein ständiges Thema bleiben und vom BMUB nachdrücklich betrieben.”

    Also ist die bisherige Umwelrisikoprüfung verbesserungswürdig. In dem von rolak verlinkten Beitrag werden einige Risiken beschrieben. Durch den Einsatz von Gentech-Saatgut werden Resistenzen bei Unkraut und Schädlingen gefördert. Diese wachsen bzw. vermehren sich weiter und mindern den Ernteertrag. Um das zu bekämpfen wird das zur jeweiligen Gentech-Pflanze zugehörige Spritzmittel stärker eingesetzt. Das führt wiederum zu einer stärkeren Umweltbelastung, diese wiederum, wenn der Bericht stimmt, zu Krankheiten und Missbildungen in der Bevölkerung. Jetzt werden Strategien gegen diesen Mechanismus entwickelt. Aber warum erst jetzt? Ist die Wissenschaft von den sich entwickelnden Resistenzen überrascht worden? Wenn ja, warum, der Mechanismus zur Resistenzenbildung ist seit langem bekannt? Wenn nein, was wurde in den ganzen Jahren dagegen geforscht?

    Die Opt-Out-Klausel ermöglicht aber auch die europaweite Einführung mit Ausnahme von den Ländern, die von dieser Klausel Gebrauch machen. Das ist von der Gentech-Lobby so gewollt.

  43. #43 torben hoffmeister
    2. September 2014

    # 92 roel
    Das Auftreten von Resistenzen ist so alt wie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Konkurrenzgewächsen und Fraßschädlingen. Es ist eben kein neues Problem, dass erst mit der Einführung von gv-Pflanzen auftritt und erst jetzt erforscht werden müsste. Das das ausgerechnet bei gv-Pflanzen derart problematisiert wird, ist Ausdruck der betriebenen Spiegelfechterei in Zusammenhang mit dem Thema grüne Gentechnik. Der dargestellte Mechanismus mehr Resistenz, mehr Einsatz, mehr Umweltbelastung tritt in der öffentlichen Darstellung natürlich nur bei gv-Pflanzen auf und die Behauptung mehr Krankheit und Missbildung ist unter Betrachtung der heutigen Zulassungspraxis nicht haltbar. Wie widersinnig die Diskussion geworden ist, zeigt der von mir bereits angesprochene Einsatz der Clear Field – Rapssorten in D. Hier könnte man die gleichen Probleme postulieren, aber eine Umweltrisikoprüfung findet nicht statt, weil die Eigenschaft Herbizidresistenz über chemische Mutagenese des Targetenzymgens erzeugt wurde, folglich nicht in den Regelungsbereich des Gentechnikrechts fällt. Übrigens werden diese Pflanzen als new plant traits in Kanada reguliert, weil man dort nicht den Fehler wie in der EU und D machte, eine Gesetzgebung an einem Verfahren aufzuziehen, sondern sich an der Eigenschaft orientiert. Diese auch als vertikales Gesetzgebungsverfahren genannte Regelung hat der Stigmatisierung Tür und Tor geöffnet, denn wenn eine Technologie gesetzlich geregelt wird, muss es eine Anlass geben. Dass es reine Vorsorgegedanken waren, spielt dann im Nachhinein keine Rolle mehr.
    Nur so am Rande: Wenn die Gentech-Lobby so mächtig wäre wie immer beschworen, gäbe es so etwas wie eine dem EU-Binnenmarkt vollkommen widersprechende opt out – Regelung nicht.

  44. #44 Karl Mistelberger
    2. September 2014

    > #90, Hobbes, 2. September 2014
    > Da bleiben nur “ethische” Gründe (Also Gentechnik = Böse) oder die Aussage “das ist noch nicht ausreichend geprüft” bzw. ein anderes Totschlagargument.

    Das am häufigsten angewendete Argument läuft darauf hinaus: Sadly, some people are unpersuadable. They might as well be saying “My mind’s made up; don’t confuse me with the facts.”

    Ein prominentes Beispiel:

    Storr visits a Nazi gas chamber with holocaust denialist David Irving. Irving notices that there are handles on the inside of the doors and says it is evidence that people were not locked in and could get out any time they wanted. He does not see that the handles are unconnected to any opening mechanism and there are bolts on the outside of the doors that would have locked the doors closed over airtight seals. What happened in his mind when he saw the bolts? Liar or deluded; evil or mistaken? Can we even hope to understand? Probably not.

    Die Realitätsverweigerung der Antigentechniker stützt sich auf ähnliche Mechanismen, wie sie in dem Artikel von Science Based Medicine beschrieben werden.

  45. #45 roel
    *****
    2. September 2014

    @torben hoffmeister Ich denke auch, dass eine Gleichbehandlung neu entwickelter Pflanzensorten nötig ist. Es spricht nichts dagegen gentechnisch hergestellte neue Sorten anders zu behandeln wie konventionell hergestellte. Man sollte sich aber nicht auf den unteren Standard sondern auf den höheren Standard bei den Genehmigungsverfahren einigen.

    “Nur so am Rande: Wenn die Gentech-Lobby so mächtig wäre wie immer beschworen, gäbe es so etwas wie eine dem EU-Binnenmarkt vollkommen widersprechende opt out – Regelung nicht.”

    Ich sehe das anders. Es ist eher eine Aufweichung. War der Anbau von Sorte XYZ in der EU bisher nicht möglich, so kann er jetzt in der EU minus ein paar Länder erfolgen. Die paar Länder hätten dann zwar den Anbau im eigenen Land unterbunden, in den Handel kommen die Endprodukte dann aber doch über das europäische Ausland. Was auf den ersten Blick als Sieg der Gentechnikgegner aussieht, ist auf dem zweiten Blick ein Sieg der Gentechnikkonzerne.

  46. #46 torben hoffmeister
    2. September 2014

    #95 roel
    Das ist wie immer eine Frage der Sichtweise. Außerdem geht opt out anders. Die Sorte oder besser das event (die Sortenzulassung erfolgt nach Anbauzulassung wie bei jeder anderen Sorte) muss erst eine Anbau-Genehmigung haben, bevor opt out gezogen werden kann. Erstere erfolgt wie gehabt unter Bewertung wissenschaftlicher Kriterien bei der EFSA, das opt out kann anschließend unter erst noch zu definierenden Gründen durch einzelne Staaten gezogen werden. Ziel dieser europafeindlichen Aktion ist es, die stetige politische Blockade des Zulassungsprozesses aufzuheben. Es kann ja nicht sein, dass trotz positiver EFSA-Bewertung eine Anbauzulassung auch nach 12 Jahren auf Eis liegt, wie bei dem event 1507 geschehen. Weshalb die klagende Firma vom EuGH auch Recht bekommen hat und die Zulassung erteilt werden muss. Man stelle sich vor, eine KfZ-Zulassung dauert 12 Jahre und wird dennoch nicht entschieden. Ein investitionsfeindlicheres Klima ist kaum erdenklich. Auch die Aussicht auf die weichen und daher von der jeweiligen politischen Konstellation abhängigen opt out Begründungen werden keine Firma veranlassen, irgend einen Cent in gv-Pflanzenentwicklung und –zulassung in Europa zu investieren. Wer hier einen Sieg der Industrie vermutet, muss schon ganz schön unter Wahrnehmungsstörungen leiden. Übrigens bleiben Importzulassungen von gv-Pflanzen für Lebensmittel- und Futterzwecke von der opt out – Regelung unberührt. Noch so ein Paradoxon: Essen und Verfüttern ja, aber Anbau nein.

  47. #47 Hobbes
    2. September 2014

    @roel #95:
    Man sollte sich aber nicht auf den unteren Standard sondern auf den höheren Standard bei den Genehmigungsverfahren einigen.

    Das Problem ist aber das diese Regelungen realitätsfern sind.
    Die Zulassung eines GVOs dauert in der EU im Schnitt 40 Monate und hat bei Pflanzen fast keine Aussicht auf Erfolg.
    Die Kosten für die Zulassung sollen in Amerika etwa 10Mio$ betragen. In der EU wird das ein vielfaches sein. Wenn dazu dann noch ein 8jähriger Rechtsstreit ansteht (Wie bei 1507) der Gewonnen wird. Aber dann trotzdem mit einer Opt-Out-Klausel umgangen wird dann kann man sich einmal überlegen was das für die Entwicklung solcher Produkte heißt.
    Wenn aufgrund rechtlicher Hürden einzig die Erforschung von Produkten Lukrativ ist deren Gewinn bei voraussichtlich über 100Mio $ liegt gäbe es ab morgen keine Forschung mehr. Und wenn doch dann nur noch durch Konzerne wie Monsanto welche dann auch zurecht ihre Investitionen durch entsprechend hohen Patente schützen müsste.

  48. #48 Hobbes
    2. September 2014

    Sicherlich ist Gentechnik auch gefährlich (da jedes Potential auch destruktiv verwendet werden kann muss jeder Fortschritt potentiell Gefährlich sein. Bisher hat man es noch aus jeder Erfindung geschafft eine Waffe zu machen. Auf die Erfindungen an sich würde ich aber trotzdem nicht verzichten wollen)

    Mal ein paar Daten aus der Wikipedia kopiert (Artikel: Grüne Gentechnik)
    Einsatz von Pestiziden in Mio Kg -352,42
    Einsatz von Pestiziden in % -16,3
    Verbrauch von Kraftstoff in Mio Liter -3.139
    Durch GVOs von 1996 bis 2008
    Die Gesparte Co2 Emission entspricht einem Äquivalent von 6,9 Mio Autos

    Ebenfalls aus dem Artikel und interessant was den Welthunger angeht: “Aufgrund einer Simulation schätzten Sexton und Zilberman (2012) für das Jahr 2008 die Preissenkung folgendermaßen ein: Ohne die Grüne Gentechnik wären die Weltmarktpreise um 35 % (Mais), 43 % (Sojabohnen), 27 % (Weizen) und 33 % (Raps) höher gewesen.”

    In wie fern diese Daten nun zutreffen müssen die Experten beurteilen. Aber von den Kritikern scheint es zumindest keine seriöse Studie zu geben die an diesen begründete Zweifel aufkommen lässt.

  49. #49 roel
    *****
    2. September 2014

    Korrektur zu 95 @torben hoffmeister “Es spricht nichts dagegen gentechnisch hergestellte neue Sorten anders zu behandeln wie konventionell hergestellte.”

    Ist natürlich Quatsch. Ein mal den Satz zu oft umgestellt.

    Sollte heißen:

    “Es spricht nichts dafür gentechnisch hergestellte neue Sorten anders zu behandeln wie konventionell hergestellte.”

  50. #50 roel
    *****
    3. September 2014

    @torben hoffmeister

    aus #96 “Auch die Aussicht auf die weichen und daher von der jeweiligen politischen Konstellation abhängigen opt out Begründungen werden keine Firma veranlassen, irgend einen Cent in gv-Pflanzenentwicklung und –zulassung in Europa zu investieren.”

    Das ist eine Vermutung. Ich denke, wenn die Gesetze stehen, wird man sehen was wirklich passiert. Ich denke die EU-weite Zulassung mit einigen Staaten, die die Opt-Out-Karte ziehen, kann auch noch ein interessanter Markt sein.

    aus #91 “Die vielen Farmer in den USA und Südamerika müssen zudem so was von blöd sein, dass sie zu mehr als 90% gv-Saatgut verwenden, dass keinen Nutzen bringt.”

    Hier wollte ich noch kurz etwas zu schreiben. Die vielen Gläubigen müssen zudem so was von blöd sein, zu glauben, wenn es doch keinen Gott gibt. Aber zurück zu den vielen Farmern in den USA und Südamerika. Ein gutes Marketing. Vorteile hervorgehoben, Nachteile verschwiegen, erste Erfolge präsentiert und schon läuft das.