Als ich vor einigen Monaten unter dem ironischen Schlagwort Gender-Sportstudio mal die kühne These in meinem Blog aufstellte, dass die – angeblich! – unverrückbar besseren Leistungen von Männern im Leistungssport (im Breitensport spielt die Leistungsdifferenz nach Geschlechtern eine weitaus geringere Rolle, wenn sie denn überhaupt erkennbar ist) keineswegs so biologisch bedingt sind wie sie scheinen, brannte hier die Hütte! Aber wer denkt, dass es im Sport doch nur um den Ausdruck einer natürlichen Begabung und Veranlagung geht, hat erstens nicht verstanden, was moderner Leistungssport ist, und sollte zweitens dann mal diesen Beitrag aus der gestrigen (sorry, erst heute gesehen) New York Times über die indische Sprinterin Dutee Chand lesen: Die junge Frau, die von Natur aus einen hohen Testosteronspiegel hat, soll auf Drängen der International Association of Athletics Federations nur dann weiterhin an Wettbewerben teilnehmen dürfen, wenn sie sich einer operativen oder chemotherapeutischen Behandlung unterzieht, durch die ihre Fähigkeit, Testosteron zu produzieren, gemindert wird. So viel also zur natürlichen Biologie im Leistungssport …

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Kommentare (57)

  1. #1 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.de/2013/04/14/vz-durchfahrt-verboten-mit-saeg/
    16. Oktober 2014

    Genau das ist der Punkt. Wieso soll Dutee dann ihren Hormonspiegel senken?

    Ich muss die Frage nicht beantworten weil ich mich dem Vorschlag nie angeschlossen habe.

    Defakto wird Leistung hier bestraft und der einzige! Grund ist: sie ist eine Frau.

    Ich glaube allen Leuten die nicht paranoid sind ist klar, dass hier überhaupt nicht bestraft werden soll. Damit ist die politische Ursachenforschung, die ihre Geschlechtszugehörigkeit “Frau” als Grund der Bestrafung findet, natürlich auch Mumpitz. Da muss man schon arge Formen von Aluhut tragen, um zu solchen Schlüssen zu gelangen.

  2. #2 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.com/2014/03/19/heilen-mit-hundekot/
    16. Oktober 2014

    Sport hat mit der (viel komplexeren) Leistungsfähigkeit etwa so viel zu tun wie der Wettbewerb um das schnellste Anschlagen von Klaviertasten mit Musikalität.

    Schön, dass Du so auf Leistungsfähigkeit rumreitest. Zum Thema beitragen würde vielleicht eine Diskussion über Leistung.

    Das Verschwörerische liegt darin, dass eine dunkle Macht in der Geschichte Sport mit Hintergedanken entwickelt haben soll, wie Du behauptest, um auf Umwegen Einfluss auf einen Machtdiskurs heute auszuüben, auch das ist von einer Aluhütigkeit dass es Diogenes aus der Tonne lacht. 🙂

    Speziell, um das nochmal zu betonen, die Testosteronthese, ganz speziell diese.

  3. #3 Jürgen Schönstein
    16. Oktober 2014

    @Stefan Wagner, der offenbar noch nie den Begriff “sportliche Leistung” gehört hat:
    Hast Du hier außer “alles Quatsch” auch mal so etwas wie ein belegbares Argument Deinerseits beizutragen? Wenn nicht, dann verschwendest Du Deine und meine Zeit.

  4. #4 Sulu
    16. Oktober 2014

    Schön, dass Du so auf Leistungsfähigkeit rumreitest. Zum Thema beitragen würde vielleicht eine Diskussion über Leistung.

    Die Diskussion geht aber eigentlich darum, dass einer Frau ihre Leistung aberkannt wird einzig mit dem unsinnigen Hormon-Argument.

    Das Verschwörerische liegt darin, dass eine dunkle Macht in der Geschichte Sport mit Hintergedanken entwickelt haben soll

    In der Regel waren es Männer, die wohl ausnahmslos in jedem gesellschaftlichen Bereich Frauen ausgegrenzt haben…

    ist von einer Aluhütigkeit

    Eher Ignoranz deinerseits…

    Woher kommt eigentlich dieser starke Abwehrmechanismus?

  5. #5 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/11/28/evangelii-gaudium/
    16. Oktober 2014

    In der Regel waren es Männer, die wohl ausnahmslos in jedem gesellschaftlichen Bereich Frauen ausgegrenzt haben…

    Was nun – in der Regel oder ausnahmslos? Sollen mehr nach was klingen, die Phrasen, als etwas bedeuten, so dass es egal ist – ähnlich wie beim Hausherrn, der “speziell” schreibt, aber nicht meint, der behauptet Sport sei erfunden worden um den höheren Testosteronhaushalt von Männern auszunutzen, aber nicht will, dass das als Verschwörung verstanden wird.

    Was soll man denn dazu sagen, außer “Alles Quatsch!”. 🙂

    Woher kommt eigentlich dieser starke Abwehrmechanismus?

    Mit Dank zurück an den Absender.

    der offenbar noch nie den Begriff “sportliche Leistung” gehört hat:

    Leistung, Leistungsfähigkeit, sportliche Leistungsfähigkeit, sportliche Leistung – wenn Du dann zusammenhast was Du eigentlich sagen willst, dann sag es einfach.

  6. #6 Sulu
    16. Oktober 2014

    Was nun – in der Regel oder ausnahmslos?

    Ja, die deutsche Grammatik ist schon mal kompliziert zu verstehen in Erregung. Am besten nochmal nachlesen und Komma beachten.

  7. #7 Basilius
    Kill la Kill
    19. Oktober 2014

    @Sulu

    Mir scheint, du erkennst den Unterschied zwischen individuellem Chauvinismus und struktureller Diskriminierung nicht.

    Sehr gut formuliert!
    Ich denke, daß viele Männer genau hier ein Verständnisproblem haben. Ich treffe immer wieder die Meinung, daß “Mann” ja kein Chauvinist sei und das auch nie unterstützen würde. Stimmt auch jedes Mal. Aber nur solange man von individuell ausgeführter Diskriminierung spricht. Aber diese indirekte arbeitenden strukturellen Diskriminierungen laufen trotzdem mit. Die werden meistens gar nicht als Diskriminierung wahrgenommen, sonder einfach als “normal”.
    Es ist oft sehr schwierig den Männern dies näher zu bringen.