Das Problem der sexuellen Gewalt an amerikanischen Hochschulen beschäftigt mich nun doch noch ein bisschen länger: In der Sonntagsausgabe der New York Times erschien gestern der Meinungsbeitrag Mishandling Rape, verfasst vom Yale-Juraprofessor Jed Rubenfeld. Und den fand ich, in gewisser Weise, noch verstörender als den Bericht des Massachusetts Institute of Technology zu dem gleichen Thema. Nicht nur, weil ich bei Rubenfeld lese, dass das typische Täterprofil des College-Vergewaltigers das eines Serientäters ist: Im Schnitt, so schreibt der Yale-Jurist, finden die Vergewaltiger sechs Opfer während ihrer Hochschul-“Karriere”. Nochmal: Sechs Opfer pro Täter. Weil sich nur fünf Prozent aller Opfer trauen, die Vergewaltigung zu melden – und die Täter daher eine sehr berechtigte Erwartung haben, ungestraft davonzukommen.

Aber mehr noch: Was mir bisher unbekannt war ist, dass Hochschul-Vergewaltigungen nicht als Straftaten behandelt werden, sondern als disziplinarische Vergehen. Will heißen: Die Fälle werden nicht der Polizei gemeldet und dem Justizsystem übergeben, sondern von einem internen “Schiedsgericht” verhandelt, das Schulstrafen für die Täter verhängt; die rechtliche Basis bildet ein 1972 mit dem Ziel der Bekämpfung von Diskriminierung verabschiedetes Gesetz, das gemeinhin unter der Kurzform Title IX bekannt ist. Doch während der Juraprofessor Rubenfeld in seinem Times-Leitartikel darüber lamentiert, dass dieses System nicht nur gelegentlich aus Sicht der Opfer ungerecht ist, sondern auch zu Unrecht beschuldigten “Tätern” eine faire Be- und Verhandlung vorenthält und darüber sinniert, wo die Grenze zu ziehen wäre zwischen ausgesprochener und unausgesprochener Zustimmung zu sexuellen Handlungen und welche Rolle welcher Alkoholspiegel dabei haben könnte, wundere ich mich nur darüber, ob Rubenfeld – der vermutlich sogar noch zu den progressiveren Denkern hier zählt – überhaupt merkt, dass er an Symptomen herumdoktern will, aber das System ignoriert.

Dieses “System” wird gelegentlich auch als Rape Culture bezeichnet. Und auch wenn es erst mal wie ein feministisches Kampfwort klingt, das der Gesellschaft eine Mitverantwortung an der sexuellen Gewalt zuschiebt, ist sie doch auch ein ziemlich normales gesellschaftliches Phänomen. In den USA, jedenfalls. Und an den Colleges ganz besonders. Wo fange ich mit dem Erklären an?

Vielleicht mit dem Schrieb, den mein Sohn am Freitag aus der Schule mit nach Hause brachte und in dem wir, die Eltern eines pubertierenden Neuntklässlers (wie alle Eltern pubertierender Neuntklässlerinnen und -klässler in Massachusetts und vielen anderen US-Bundesstaaten) dazu angewiesen aufgefordert werden, unser Kind zur sexuellen Abstinenz zu verpflichten. Ich wäre sicher nie auf die Idee gekommen, ihn zu frühem Sex zu ermuntern – aber die intellektuell schlichte Methode, Sex als nicht existent zu erklären (auf das läuft diese Erziehung zur Abstinenz letztlich hinaus: Tut’s nicht, dann müsst Ihr auch nicht wissen, wie es geht …), erzieht die Jugendlichen letztlich nur dazu, nicht zu wissen, wie sie dann später mit sexuellen Situation umgehen sollen. Und darum ist es auch kein Zufall, dass Missbrauch von Sex und von Alkohol – der jungen Amerikanerinnen und Amerikanern ja auch bis zu ihrem 21. Lebensjahr vorenthalten und dadurch zum mystischen Zaubertrank der Erwachsenenwelt wird – an den US-Colleges sehr stark korrelieren; Rubenfelds Einlassungen bestätigen das ja sehr deutlich.

Wenn sich die Problemwahrnehmung darauf reduziert zu debattieren, in welcher Form die Ablehung sexueller Annähung auszudrücken ist, damit sie vor Gericht Bestand hat, und bis zu welchem Grad des Alkoholeinflusses noch eine Zustimmungsfähigkeit anzunehmen sei, dann ist der Zug doch schon aus der Schiene gesprungen: Denn sie beruht auf dem Grundgedanken, dass es einen “natürlichen” Anspruch (muss ich’s dazu sagen: von Männern) auf Sex gibt; dass was nicht ausdrücklich verweigert wird (und vielleicht selbst dann noch), damit automatisch schon frei(willig)gegeben wurde. Und damit letztlich dem Opfer die Schuld zugeschoben wird: Warum hat sie sich nicht deutlicher gewehrt? Wenn also junge Männer allein schon aus der Zustimmung einer Kommilitonin, zur Party ihrer Fraternity zu kommen, die Lesart ableiten, dass diese eine prinzipielle Einwilligung zum Sex sei, die nur durch expliziten Protest widerrufen werden kann? Und junge Frauen, die dann Opfer sexueller Übergriffe werden, sich selbst die Mit- oder sogar Hauptschuld daran geben und dementsprechend gar nicht daran denken, die Täter als solche zu bezeichnen? Das ist ein kulturelles Phänomen.

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Kommentare (76)

  1. #1 Adent
    17. November 2014

    So etwas läßt einen relativ sprachlos zurück. Manchmal denke ich ganz pauschal, “Die spinnen die Amis”. Das traurige daran ist, dass es offensichtlich kein Systemfehler ist, damit erhebt es sich wie du schreibst zum System.

  2. #2 kamy
    17. November 2014

    Ich kann es kaum glauben: Pubertierende/Jugendliche zur sexuellen Abstinenz erziehen?!!! Gab es da keinen Aufschrei in der Elternschaft? Es dürfte wohl nichts geben, was weniger von Erfolg gekrönt wäre.
    Aber du hast natürlich Recht. Die mehr als verklemmte Haltung gegenüber der Sexualität führt natürlich – neben anderem – zu völlig schrägem Verhalten. … Und zu Exzessen.

  3. #3 kamy
    17. November 2014

    Die rechtliche Sonderstellung der Universitäten erinnert mich ein wenig an Parallelgesellschaften, die für sich die Gültigkeit eines eigenen Rechtssystem beanspruchen, wie z.B. die Scharia.
    Das eigene Recht steht über dem der Gesellschaft allgemein, man bekommt nicht unbedingt das Recht, das man eigentlich in einem Staat hat. – wozu dann noch eine Verfassung, wenn sich sowieso alle in eigne Rechts-Zirkel zurückziehen. Wäre eine Diskussion mit einem Jura-Prof. wert.

  4. #4 Hobbes
    17. November 2014

    Es gibt doch nichts verlässlicheres als Teenager denen etwas Verboten wurde. Nur geht die Verlässlichkeit nicht unbedingt in beabsichtigte Richtung.

    Ich würde Rape Culture aber trotzdem noch als Kampfbegriff sehen. Denn damit wird ja suggeriert das dies ein die einzige Entwicklung ist die dadurch schief geht.
    Eine über oder Untersexualisierung einer Gesellschaft bringt aber viele Probleme mit sich von denen man sich überlegen muss welchen man sich im zweifel lieber stellt.
    Vergewaltigungen werden leider auf beiden Seiten ein Problem da stellen. (Und gerade bei einem Wechsel von einer unter auf eine übersexualisierten Umgebung wohl kaum komplett zu vermeiden seien.)

    Die Frage in wie fern man hier über das Gute alte Verbieten ausreichend Abschreckung und über passende Strukturen eine ausreichende Aufklärungsquote erzeugen kann ist jedoch schwierig. Gerade bei Triebtätern finde ich es fraglich ob die Strafe überhaupt abschreckende Wirkung entfaltet.
    Eine “Kultur” aktiv zu ändern ist (neben der schlechten Aussicht auf Erfolg) aber auch immer gefährlich da es zwangsläufig über Ziel hinaus schießen wird und die Frage ist wann diese sich in einem gesunden Maß einpendelt.
    Da aber eine Täter/Opfer Umkehr schon ein ziemliches Extrem ist, darf man hier meiner Meinung nach gerne experimentieren.

    Mir persönlich ist es übrigens schleierhaft wie sich diese Kultur in einem Kulturellen Raum raus bilden konnte der sonst ja extrem auf Freiheit pocht. Selbstbestimmung muss ja die Grundvoraussetzung für Freiheit sein. Ich hätte eher geglaubt das (schein)Prüderie in so einem Umfeld sich zu extremer Prostitution entwickelt. (Nicht nur gegenüber Geld sondern gegenüber sämtliche Vorzüge, sprich Hochschlafen etc.)

  5. #5 Phil
    17. November 2014

    “Rape culture” ist völlig schwachsinniger feministischer Kampfbegriff. Er deutet an, dass es allgemein akzeptiert wäre, dass Frauen gewaltsam begattet werden. Dem ist nicht so und mir ist auch keine Kultur bekannt, welche dies befürwortet – selbst der Islam nicht.

    Darüber hinaus wurde der Vergewaltigungs-Begriff in den USA so sehr aufgeweicht, das de jure Männer genauso oft vergewaltigt werden wie Frauen, wie jüngst ein Jura Professor (der Gleiche?) anmerkte.
    Zumal sich viele Ami Studentinnen ja durchaus deswegen die Kante geben, um hinterher bei irgendwem zu landen. Dies ist sicherlich dem schwachsinnigen Alkoholverbot geschuldet.
    An einigen Colleges soll es sogar so sein, dass die beste Freundin einem Mädchen etwas in Glas tut, damit sie auch mal Spaß hat -.- (dies wäre dann tatsächlich eine Vergewaltigung, aber ist hier der Junge schuld?).

    Darüber hinaus sind ca. 80% der Vergewaltigungsanschuldigungen frei erfunden, bzw. geplante Rache Aktionen. So ein Verhalten wird i.d.R. nicht sanktioniert. Wobei dies sicherlich der Autonomie der Colleges/Universitäten geschuldet ist. Dadurch werden Opfer auf beiden Seiten im Regen stehen gelassen.

  6. #6 Lulu
    17. November 2014

    @Phil

    Zumal sich viele Ami Studentinnen ja durchaus deswegen die Kante geben, um hinterher bei irgendwem zu landen.

    An einigen Colleges soll es sogar so sein, dass die beste Freundin einem Mädchen etwas in Glas tut, damit sie auch mal Spaß hat

    Darüber hinaus sind ca. 80% der Vergewaltigungsanschuldigungen frei erfunden, bzw. geplante Rache Aktionen.

    ‘Viele’… ‘einige’… ‘80% frei erfunden’… Ich frage mich immer, wo du deine – wie soll ich das jetzt nennen – als Tatsachen (dürftig) maskierte Vorurteile hernimmst?

  7. #7 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.com/2014/11/15/verkehrszeichen-gegendert/
    18. November 2014

    Also Zeit zum Anbahnen von Sex braucht man nicht viel. Sicher – man kann sich damit ein paar Monate Zeit lassen, es kann aber auch in Stunden passieren und noch schneller.

    Was ich auch nicht verstehe ist, wieso eine Frau nicht nein sagen soll. Wieso soll es ein default geben, das an geheimnisvollen Signalen und Ritualen hängt? Klar – das ist viel eleganter, wenn es ohne explizite Aussage auf einvernehmlichen Sex hinausläuft, aber wenn es aufhört einvernehmlich zu sein, dann muss man eine deutliche Sprache sprechen – was denn sonst?

    Es bestätigt sich meine Vermutung, dass für einige Feminismus ein Vehicel ist, Prüderie verbindlich zu machen.

    Den Polemiken gegen den Begriff der Rape-Culture schließe ich mich an.

  8. #8 Adent
    18. November 2014

    @Lulu

    Viele’… ‘einige’… ’80% frei erfunden’… Ich frage mich immer, wo du deine – wie soll ich das jetzt nennen – als Tatsachen (dürftig) maskierte Vorurteile hernimmst?

    Ich vermute mal aus so hochkarätigen Bildungsfilmen wie American Pie.
    Ich versuche mich mal als Phil.
    Es soll viele amerikanische College Studenten geben, die füllen ihre Kommmilitoninnen ab, um sie leichter rumzukriegen. Oftmals machen das sogar ihre Freunde für sie und kippen den Frauen Alkohol in den Drink. Viele dieser dann betrunkenen Frauen wehren sich nicht genug, daher ist es klar dass sie eigentlich ja auch den Sex wollen, wo ist also das Problem? Hab ich vom Schwipschwager meiner Tante gehört, stimmt also hundert pro.

  9. #9 Bullet
    18. November 2014

    @Jürgen:

    Vielleicht mit dem Schrieb, den mein Sohn am Freitag aus der Schule mit nach Hause brachte und in dem wir, die Eltern eines pubertierenden Neuntklässlers (wie alle Eltern pubertierender Neuntklässlerinnen und -klässler in Massachusetts und vielen anderen US-Bundesstaaten) dazu angewiesen aufgefordert werden, unser Kind zur sexuellen Abstinenz zu verpflichten.

    Kannst du das bitte für einen verblödeten kleinen Provinzmichel aus einem verblödeten kleinen deutschen Dörfchen, das auf allen Seiten eine Landesgrenze zu der Ödnis namens Land Brandenburg hat, nochmal ausformulieren?
    War das ein Standardbrief, den jeder Neuntklässler in eurem Land irgendwann nach hause bringen wird?

  10. #10 Bullet
    18. November 2014

    @Phil, Stefan:

    “Rape culture” ist völlig schwachsinniger feministischer Kampfbegriff. Er deutet an, dass es allgemein akzeptiert wäre, dass Frauen gewaltsam begattet werden.

    Schön erkannt. Und? Steckt ihr doch weiter eure Köpfe in die Sände.
    Genau das soll der Begriff aussagen, und genau diese Einstellung existiert. Wobei “allgemein” natürlich immer nur lokal allgemein ist, also im Kontext einer Subkultur zu verstehen ist. Hierzulande zumindest. Ich lebe nicht in den USA und kann daher nichts darüber aussagen, wie weit verbreitet dort diese Einstellung ist, daß sich Sex mit Gewalt zu holen oder (was eigentlich ein komplett anderer Vorgang ist: ) mit sexuellen Mitteln Macht auszuüben höchstens einen Kavaliersdelikt darstellt. Wenn überhaupt. Hierzulande empfehle ich euch weißen Männern mal einen Besuch in einer Schwulenbar. Mit lauter betrunkenen enthemmten Schwulen mit eim IQ von 70 und drei Monaten Abstinenz. Hab ich was vergessen?
    Ja, natürlich: ich geh da vorher rein und kündige euch mit den Worten an: “die zieren sich immer ein wenig und wollen etwas härter erobert werden – gehört bei denen dazu”.
    Wenn ihr wieder draußen seid, unterhalten wir uns weiter.

  11. #11 Bullet
    18. November 2014

    öööhhh … Stefan: möglicherweise hab ich das hier:

    Den Polemiken gegen den Begriff der Rape-Culture schließe ich mich an.

    falsch verstanden. Ich hab es so gelesen, daß du mit Phil übereinstimmst. Falls das nicht so sein sollte, nimm dich aus dem vorigen Kommentar raus.

  12. #12 Lulu
    18. November 2014

    @Stefan Wagner

    Was ich auch nicht verstehe ist, wieso eine Frau nicht nein sagen soll.

    Selbstverständlich soll und darf eine Frau ‘nein’ sagen. Aber es geht in dem Artikel nicht darum. Seltsam, dass du das nicht siehst.

    Zitat aus dem Blogartikel:
    Wenn sich die Problemwahrnehmung darauf reduziert zu debattieren, in welcher Form die Ablehung sexueller Annähung auszudrücken ist, damit sie vor Gericht Bestand hat, und bis zu welchem Grad des Alkoholeinflusses noch eine Zustimmungsfähigkeit anzunehmen sei, dann ist der Zug doch schon aus der Schiene gesprungen: Denn sie beruht auf dem Grundgedanken, dass es einen “natürlichen” Anspruch (muss ich’s dazu sagen: von Männern) auf Sex gibt; dass was nicht ausdrücklich verweigert wird (und vielleicht selbst dann noch), damit automatisch schon frei(willig)gegeben wurde. Und damit letztlich dem Opfer die Schuld zugeschoben wird: Warum hat sie sich nicht deutlicher gewehrt? Wenn also junge Männer allein schon aus der Zustimmung einer Kommilitonin, zur Party ihrer Fraternity zu kommen, die Lesart ableiten, dass diese eine prinzipielle Einwilligung zum Sex sei, die nur durch expliziten Protest widerrufen werden kann? Und junge Frauen, die dann Opfer sexueller Übergriffe werden, sich selbst die Mit- oder sogar Hauptschuld daran geben und dementsprechend gar nicht daran denken, die Täter als solche zu bezeichnen?

    Ein explizites ‘Nein’ nützt nichts, wenn es ignoriert wird und/oder Kleidung, Verhalten, die pure Anwesenheit etc. der Frau als Zustimmung gewertet werden und ihr somit die Schuld gegeben wird, sexuelle Übergriffe provoziert zu haben –> Rape Culture eben.

    Klar – das ist viel eleganter, wenn es ohne explizite Aussage auf einvernehmlichen Sex hinausläuft, aber wenn es aufhört einvernehmlich zu sein, dann muss man eine deutliche Sprache sprechen – was denn sonst?

    Wäre das eine schöne Welt, wenn diese deutliche Sprache, die du hier anführst, auch von jedem respektiert wäre. Oder willst du damit implizit aussagen, dass 19% der amerikanischen StudentInnen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, selbst schuld sind weil sie ihr Nichteinverständnis nicht klar kommuniziert haben?

    Außerdem: kann ein Mann (denn du beziehst dich ausschließlich auf Frauen) denn nicht auch eine deutliche Spache sprechen und fragen, wie weit er gehen darf? (Und dass Männer das können, weiß ich aus eigener Erfahrung… jajaaa! Anekdoten…) Aber das machen wohl nur Männer, die nicht davon ausgehen, einen natürlichen Anspruch auf Sex zu haben. Sind diese Männer prüde?

    Es bestätigt sich meine Vermutung, dass für einige Feminismus ein Vehicel ist, Prüderie verbindlich zu machen.

    ?? In dem Blogartikel geht esu.a. um sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen und darum, dass den Opfern oft die Schuld daran gegeben wird. Was ist für dich also in diesem Zusammenhang Prüderie?

    @Adent

    *gg* Ich hatte u.a. auch diesen ‘Bildungsfilm’ im Kopf.

  13. #13 Alexander Leibitz
    19. November 2014

    Tja – die ganz Problematik kommt halt davon, dass schon mehr als der halben Welt mit Erfolg weisgemacht werden konnte, dass die Bedeutung eines Wortes (z.B “Nein”) von der Definition abhängt. Das ist der gegenwärtig praktizierte (akademische) Aberglaube.

    Vor 1000 Jahren wurde schon derjenige wegen Verrates am Wort (also wegen Blasphemie) zum Tode verurteilt, der nur behauptete, dass “Sex” Geschlechtsverkehr oder dass der Ausdruck “Erde” (Erz) unser Planet bedeute.

    Das wollte man dann ebenfalls nicht hinnehmen, und deshalb ist nun eben hinzunehmen, dass Nein nicht das bedeutet, was die Frau oder auch nur irgendjemand meint, sondern das, was eine mehr oder minder große Sprachgenossenschaft oder deren Richter meint (bzw. definiert), der natürlich ebenfalls nicht wirklich, sondern nur per Definition ein Richter ist.

    Richten tut der gar nichts mehr, und “hingerichtet” (verfolgt, verspottet und gekreuzigt) wird nur noch der LOGOS (die Rede / der Verstand). Falls der Logos oder Verstand nun tatsächlich jemals wieder zurückkehren würde, könnten wir wie unter Christen schon immer üblich, nur von Glück reden.

    Also wie war das jetzt nochmal – “Sex” bedeutet WAS?

  14. #14 Bullet
    19. November 2014

    Vor 1000 Jahren wurde schon derjenige wegen Verrates am Wort (also wegen Blasphemie) zum Tode verurteilt, der nur behauptete, dass “Sex” Geschlechtsverkehr oder dass der Ausdruck “Erde” (Erz) unser Planet bedeute.

    Wat?

    der natürlich ebenfalls nicht wirklich, sondern nur per Definition ein Richter ist.

    Wat?

    Also wie war das jetzt nochmal – “Sex” bedeutet WAS?

    Ähm … ich hatte jetzt den Impuls, mit Bienen und Blumen anzufangen, aber das schenk ich mir.

  15. #15 Adent
    19. November 2014

    @Bullet
    Lol, auch hier kommt der werte Herr Leibitz reingeschneit und verbreitet sein krudes Bild der Sprache (bei Cornelius Courts auch gerade).
    Das kannst du gleich sein lassen mit dem Vogel zu kommunizieren, das ist nahezu unmöglich da für ihn jedes Wort seine eigene und auch nur ihm ganz persönlich bekannte Bedeutung hat.
    Das “Wat” von dir könnte also in seiner Sprachsyntax sowas wie Hirsebrei oder Rasenmäher heißen, wer weiß es schon außer AL.

  16. #16 Jürgen Schönstein
    19. November 2014

    @Bullet #10

    War das ein Standardbrief, den jeder Neuntklässler in eurem Land irgendwann nach hause bringen wird?

    Naja, Standardbrief nicht direkt: An der Schule meines Sohnes gehört Sexualaufklärug zum Sport- und Gesundheitsunterricht (ja, das schnüren die hier in ein Paket). Und jede(r) LehrerIn hat sich dazu wohl sein/ihr eigenes Scheriben zurecht gebastelt, dass er/sie dann an die Eltern seiner/ihrer Schüler schickt. Aber als Standardbrief würde ich es dann doch nicht bezeichnen.

    Und ich weiß auch nicht genau, ob jede Schule im Land solche Abstinenzbriefe an die Eltern verschickt. Aber ich weiß, dass diese “Erziehung zur Abstinenz” im Gesetzeswerk verankert ist, das George W. Bush unter dem irreführenden Titel “No Child Left Behind” durchgedrückt hatte (und das auch unter Obama noch weitgehend in Kraft ist); jede Schule und jedes Schulsystem, die Geld vom Bund bekommen, müssen die Auflagen dieses Gesetzes erfüllen. In welcher Form sie das tun, legt das Gesetz nicht genau fest.

  17. #17 Alexander Leibitz
    19. November 2014

    Ne, Adent,

    “wat” kann sehr gut “what” oder “was” heißen, aber in Bio- oder Zoologie kann sogar “Mensch” Rasenmäher” heißen, denn von “Nachfahre des Affen” ist das nicht recht viel weiter entfernt, als “Hirsebrei” oder “Nachfahre des Hirsebrei”.

    Es ist nur so, dass du auch schon die aller-offensichtlichsten Widersprüche nicht mehr mitkriegst.

    Im wesentlichen wollte ich aber nur mitteilen, dass Atheisten glauben, “Sex” heiße Geschlechtsverkehr, denn auch diejenigen Theisten, die noch ein bisschen schüchtern, zurückhaltend oder einfach nur auf den Mund gefallen sind, sollen hier ja auch was zum Lachen haben.

    Ich kenn schon vier Stück, die hier mitlesen, aber sich kaum trauen, ganz offensichtliche Idiosynkraten ebenso offensichtlich bloßzustellen.

  18. #18 Adent
    19. November 2014

    @Al
    Oh, da kenne ich sehr viel mehr, die sich nicht trauen Ihnen zu widersprechen, nur sind das meist keine Theisten.
    Ich wage kaum zu fragen, was heißt Sex für Sie?

  19. #19 Adent
    19. November 2014

    aber in Bio- oder Zoologie kann sogar “Mensch” Rasenmäher” heißen,

    Oh, auf den Beweis bin ich gespannt, oder war es nur heiße Luft?

  20. #20 Hans
    19. November 2014

    Also ne, “Wat” findet man am Strand der Nordsee, um das mal klarzustellen! 🙂

    Im wesentlichen wollte ich aber nur mitteilen, dass Atheisten glauben, “Sex” heiße Geschlechtsverkehr, denn auch diejenigen Theisten, die noch ein bisschen schüchtern, zurückhaltend oder einfach nur auf den Mund gefallen sind, sollen hier ja auch was zum Lachen haben.

    HÄ?! – Was ist denn das für ‘ne Logik? – Ich bin (Mono)Theist, aber ich frage mich, wo hier die Stelle zum lachen sein soll? 🙄 Denn ich sehe da keinen Unterschied zur “atheistischen Annahme“, das “Sex” gleichbedeutend mit “Geschlechtsverkehr” ist. Ein Unterschied ergibt sich erst, wenn von “Sexualität” geredet wird.

  21. #21 Alexander Leibitz
    19. November 2014

    Adent,

    sie begreifens einfach NIE:

    Definitionen müssen nicht und können nicht verifiziert oder bewiesen werden. Im Rahmen naturwissenschaftlich favorisierter Nominaldefinition, können Sie für das Nomen A, B oder C, setzen, was auch immer sie wollen – von Empirie oder Forschnugsergebnissen vollends unabhängig.

    Sie benötigen dann lediglich noch einen Sprachteilnehmer, der derselben Meinung ist, und schon zählt das (laut Linguistik) als eine eigene Sprache (alias Idiom).

    Auch wenn Sie eine vermeintlich “wissenschaftliche Facharbeit oder Doktorarbeit” schreiben, haben vor allem Sie selbst festzulegen, was Sie unter dem ein oder anderen “Spezialbegriff” verstehen und verstanden haben wollen. Das brauchen Chinesen oder Athiopier hingegen überhaupt nicht zu verstehen, denn die haben sich auf ein ganz anderes Idiom geeinigt.

    Die Definition nach Gutdünken ist im übrigen auch gar nichts neues – legendär hat das schon Adam so gemacht. Deshalb steht er ja bis einschließlich heute knietief im Blut seiner eigenen Nachkommenschaft und ist immer noch davon überzeugt, dass der Tod (Thot / Theos) eine Strafe oder Ungerchtigkeit ist, die unter alle Umständen geflohen (verflucht) werden muß – um jeden Preis. Aus Angst vor dem Totalverlust ist der jetzt quasi schon zu Lebzeiten tot – jedenfalls in der “Birne” total blockiert.

    Dass der ein oder andere Knochen ein “menschlicher” oder “äffischer” Knochen ist, steht jedenfalls nicht schon auf dem Knochen geschreiben. Den Namen des (ehemaligen) Besitzers denkt sich der Zoologe einfach aus, nämlich gerade ebenso, wie den Sinn oder Inhalt der Zeichenfolgen “Wahre Aussage” , “Logik” oder “Beweis”. Auch diese Dinge, haben in anderen Idiomen ganz andere Namen.

    Die Namen, Nennung oder Formulierung eines Sachverhaltes steht in keinerlei Bezug zu Forschungsergebnissen, denn zu so “Ergebnissen” kommen freilich auch die Chinesen, aber trotzdem heißen die dort anders.

    Eben immer wie’s beliebt oder behagt, und anders macht es lediglich der Christ, denn nur wer wie Christus redet / predigt ist “Christ”.

    Hingegen kann ein in die Schlacht ziehender Kreuzritter oder kinderf…ender Pfarrer wieder nur per wissenschaftlicher / “theologischer” Definition ein “Christ” sein – eben weil im Rahmen einer Definition alle Logik außerkraft gesetzt ist. Da besteht zwischen (Sach-) Verhalten und Name kein Zusammenhang mehr.

    “Nomen est Omen”, war früher mal, und selbst da nur ein sehr kurzfristiger und immer nur allerhöchst vergänglicher Geistesblitz.

    Liebe Grüße, Alexander

  22. #22 Alexander Leibitz
    19. November 2014

    @ Hans:

    “Sex” von lat. Sexus (abgeleitet aus sectio) bezeichnet in Herkunftsprache bestenfalls das Geschlecht – sogar das hierzulande gebräuchliche “Adels-” oder Familiengeschlecht. Eigentlich aber nur eine “Abtrennung”, wie etwa der Ahnlaut “Shiiten” (Separatisten / Separee / Odal oder eben Sekte, denn “sectio”!)

    Wie Sie mit jemandem (den) Sex haben, dann teilen Sie mit diesem das (-selbe) Geschlecht. Sie wären quasi “homosexuell” — jedenfalls desselben Geschlechts, wie ihr Geschlechtspartner.

    Der wirkliche Brüller ist das aber vor allem deshalb, weil dasselbe Wort immer weniger paßt, je weiter Sie dessen lang fortgesetzte Sinnübertragung zurückverfolgen, aber genau das eben jene nicht tun, die Theisten immer wieder gerne die Wissens- oder Bildungslücke vorwerfen. Sexuelle Aufklärung ist eigentlich Aufklärung in Sachen “Sagen, Sachsen und (Ver-) Sprechen”, und die ist ganz gründlich mißglückt – jedenfalls im legendären Paradies.

    Homo Sapiens heißt im übrigen auch nicht “weiser Mensch” oder dergleichen. Über diesen Witz hat man sich daher auch schon in spätmittelalterlichen Klosterschreibstuben weggeschmissen (vor Lachen).

    Tatsächlich meint es ein (zukünftiges) Ideal, nämliche eher soviel wie “die od. der, gleicher Gesinnung” (vergl.: “homo-log), was auf des Menschen Vermögen anspielt, sog. Geheimnisse, also Gedanken und Absichten zu kommunizieren, wonach es keine “Meinungsverschiedenheiten” mehr gäbe. Von eben dem ist aber kaum jemand so weit entfernt, wie der Nachfahre des Affen – höchstens noch der Affe selbst, allerdings meint selbst dieses Nomen bloß “Anhängsel” (zeitweise / landschaftl. auch für “Rucksack” in Gebrauch), denn nur entlehnt aus lat. Affix / Apendix – daher auch (engl.) “Ape”.

    Jedenfalls hat “Homo Sapiens” (siehe unter “sapientia) nicht auch nur irgendwas mit “Affen” zu tun. Das gelobt ledigliche der Zoologe (und dessen unmündige Gefolgschaft oder “Fan-kreis”).

    Grüße, Alexander

  23. #23 Alexander Leibitz
    19. November 2014

    Sorry – ich meinte natürlich nicht “Wie Sie mit jemandem …”, sondern “WENN Sie mit jemandem …”.

  24. #24 Hobbes
    19. November 2014

    “Sie benötigen dann lediglich noch einen Sprachteilnehmer, der derselben Meinung ist, und schon zählt das (laut Linguistik) als eine eigene Sprache”

    Tja ist ja schön und gut. Nur hier sprechen wir das Deutsch welches man in 21 Jahrhundert benutzt. Jegliche Abweichung davon führt zu Kommunikationsfehlern zweiter Art. (Übernommen aus dem Sprachgebrauch der Statistik)
    Wenn man dies nun weiß und trotzdem solche Worte verwendet muss man natürlich nach dem Grund Fragen. (Sofern man davon Ausgeht das sie verstanden werden wollen. Sonst läge ja kein Fehler zweiter Art vor)
    Also warum beharren sie auf eine veraltete Wortdefinition die weder im Duden noch im Alltagsgebrauch so zu finden ist. Selbst innerhalb wissenschaftlicher Fachbereiche ist eine solche Definition nicht gebräuchlich.

  25. #25 Adent
    19. November 2014

    @Alexander Leibitz
    Ich verneige mich in tiefer Demut ihrem umfangreichen Wissen! Seht doch Alexander Leibitz, er war schon im Mittelalter dabei, er weiß was Zoologen, Chinesen und Athiopier denken, er kann wahre von falschen Christen trennen.
    Danke für diese weitgehende Erleuchtung und tiefen Einblicke in die Gedanken des einzig wahren Christen! Sind sie es Jesus? Sie müssen es sein, warum offenbaren Sie sich nicht, so viele warten schon sehnsüchtig auf Sie, erlösen Sie uns endlich!

  26. #26 Hans
    19. November 2014

    @Adent: 😆 😀 :mrgreen: 😀 :mrgreen: 😀 😆
    Ich wollte ja auch erst noch was schreiben, aber dann dachte ich mir “Dont feed the trolls“, und hab es gelassen.

  27. #27 Hans
    19. November 2014

    Hm… irgendwie ist das mit den Smilies so doch ein bischen overdone! – Hätte es vorher besser bei Agyon testen sollen.

    Da fällt mir ein, @JS: Wieso zeigt die Vorschau hier eigentlich keine Smilies an?

  28. #28 Adent
    20. November 2014

    @Hans
    Man könnte noch so vieles zu den Fehlschlüssen in #21 und 22 schreiben, aber du hast Recht, Dont feed the troll.
    Ja das sind schon arg viele Smileys, hast du deine Unterhose noch am richtigen Ort? 😉

  29. #29 Bullet
    20. November 2014

    @Leibitz: Klugscheißen zur Demonstration eines von sich selbst angenommenen höheren Informations- oder Bildungsgrades im Vergleich zu anderen Teilnehmern einer wie auch immer gearteten Kommunikationswelle ist
    a) nicht zielführend im Sinne des beabsichtigten Austausches und
    b) überwiegend mit dem Effekt verbunden, daß die übrigen Teilnehmer es nach quantenphysikalisch kurzer Zeit es bereits lästig, langweilig und überflüssig empfinden, wenn du auch nur Luft holst, um etwas zu sagen (oder hier: man nur schon in der Seitenleiste sieht, daß du wieder einmal dazusenfen mußtest).
    Du hast es mit zwei Kommentaren geschafft, dich zum kompletten Vollidioten zu machen. Das ist nicht leicht und in diesem Sinne durchaus eine Leistung, aber bitte: keine weitere Zurschaustellung dessen.
    Der zweite Absatz in #13 ist allenfalls – wenn denn zweifelsfrei belegbar – eine kuriose Randnotiz, zeigt aber recht schön, warum Etymologie nur einer von vielen Faktoren für Sprachverständnis ist. Bevor du also in irgendeine Richtung weitersenfst, zeige doch bitte
    1) Belege für diese Behauptungen und
    2) leite deren Relevanz für das hier bestehende Thema insbesondere unter Beachtung des Sparsamkeitsprinzips her.
    Bonusaufgabe: zeige, daß deine in #17 geäußerte Unsicherheit bezüglich bereits eines kurzen Fragewortes (““wat” kann sehr gut “what” oder “was” heißen“) den Schluß zuläßt, dein Leseverständnis wäre zum Begreifen des Inhaltes der Konversation innerhalb der Kommentarspalte dieses Blogartikels ausreichend.
    Metaaufgabe: wenn du erkennst, daß die Bonusaufgabe mit deinen Mitteln nicht lösbar ist, formuliere eine akzeptable Konsequenz und folge dieser.

  30. #30 Alexander Leibitz
    21. November 2014

    @Bullet:

    Wenn Sie doch nur ein einziges Mal schon vor In-betriebnahme ihres Mundwerkes oder Ihrer Tastatur Ihr Gehirn eingeschaltet hätten, wäre Ihnen schon längst aufgefallen, dass es weder hier noch in den Naturwissenschaften üblich ist, Aussagen zu verifizieren.

    Sie dürfen aber natürlich gerne einmal (versuchsweise) mit gutem Beispiel vorangehen:

    Wählen Sie auch nur irgendeines Ihrer eignen Worte (Vokabeln oder Sätze) und verfizieren entweder dessen allgemein übliche oder aber auch nur Ihre eigene Definition desselben.

    Wenn Sie das dann (natürlich NICHT) geschafft haben, dürfen Sie auch noch in zwei oder drei Sätzen erklären, inwiefern die auf derart definierten Vokabeln errichteten Sätze / Aussagen WAHR sein sollten.

    Definitionen kann man nur FALSIFIZIEREN, was selbstverständlich bedeutet, dass alle darauf errichteten Aussagen FALSCH-AUSSAGEN sind. Der wissenschaftliche und philosophische Begriff dafür ist IDIOM – wahlweise auch (Fach-) JARGON. Der biblische Begriff für dasselbe ist SLANG, bzw. “Schlange” oder LÜGE.

    Das Bild für die vermeintliche “Schlange” ist aus dem Altägyptischen übernommen und eigentlich eine Hieroglyphe mit derselben Bedeutung – heißt also nicht “Reptil” sondern “Dummschwätzerei”. Das Symbol dafür ist sogar noch heute in Gebrauch, nämlich als sogenanntes “Ungefähr-” und / oder “Ähnlichkeitszeichen” (~ / ≈).

    Dass sich Reptilien mit Menschen (od. Eva) unterhalten können, glauben nur so solche Leuchten wie Sie, also jene, die (verständlicherweise) an der Existenz eines LOGOS zweifeln.

    Aber klar: An Ihrer Stelle würde ich freilich ebenfalls annehmen, das es einen Verstand gar nicht gibt. Hätten Sie aber einen Verstand, hätten Sie auch schon längst mitbekommen, was “Logos” heißt, und dass er exakt jenem Gott (synonym) oder Wort gleichgesetzt ist, dem Sie lästern.

    Dass A gleich A ist oder (dass) “Schlange” gleich “Slang” ist, kann und brauche ich hingegen NICHT verifizieren, denn dasselbe ist schon BUCHSTÄBLICH indiziert. Studieren Sie also mal ein bisschen aristotelische Logik, dann begreifen Sie vielleicht doch noch mal, was verifiziert werden oder NICHT verifiziert werden kann.

    Die von Ihnen angesprochene Blamage haben Sie sich also eher selbst eingebrockt, denn auf Ihre gesuchte Verifikation sind wir nun alle SEHHHHR gespannt – auch wenn natürlich schon jeder ahnt, dass in dieser Richtung absolut NICHTS kommen wird (von Ihnen).

    Grüße, Alexander

  31. #31 Alexander Leibitz
    21. November 2014

    Nur vorsorglich – um etwa dem Verdacht vorzubeugen, ich argumentiert vielleicht nicht ganz “themen-bezogen”:

    Tatsächlich gehe ich extrem punktgenau auf das Problem der sog. “Meinung” und auf die Quelle des Mißverständnisses ein, denn ich zeige lediglich auf, dass zwischen Gesagtem und Gemeintem (Signifikant u. Signifikat) ganz erhebliche Diskrepanzen bestehen, und zwar ganz ÜBLICHERWEISE und in gegenseitigem EINVERNEHMEN (!)

    Genau das ist auch Gegenstand hiesigen Leitartikels. Heute übliche “Kommunikationsart” ist noch immer extrem ungenau und / oder fehlerbehaftet, und nichts anderes heißt das Adjektiv “FALSCH”.

    Nein heißt zwar nein, aber naturwissenschaftlich in Mode gebracht ist halt, derartige Aussagen, zu interpretieren, was durch den Ausdruck “definieren” ja nur geschönt ist. Es soll allein in des Menschen Hand gelegt sein, was eine Signalfolge bedeutet oder nicht bedeutet. Dass dieser Methode nichts gutes entspringen kann, ward aber auch schon Adam sehr gründlich erklärt (prophezeiht), wobei nun wirklich auch überhaupt gar keine Rolle spielt, ob der Vorfall “Adam & Eva” ein “historischer” ist, oder nicht, denn der Widerstand R und die Stromstärke I bezeichnen ebenfalls keine historischen “Persönlichkeiten”, aber in der Formel alias Legende, sind sie trotzdem “wahr” – sogar noch wahrer als Julius Cäsar, denn der existiert schon längst nicht mehr, während I & R (und U) und deren “Verhältnis zueinander” noch die Jahrhunderte überdauern werden.

    Der Leitartikel thematisiert ja, dass selbst mit einem “Nein” eben nicht immer eine “Absage” im Schilde geführt ist – das habe ich auch schon selbst und aus dem Mund (m)einer eigenen Frau gehört: Die wollte sogar ganz unbedingt gegen ihren (verbalen) Widerstand … ich sach jetz mal “gepackt” werden – und das war NICHT die einzige. Bei der Trauung hieß es aber noch laut und deutlich “Ja”.

    Eben dazu sagte der HErr:

    “Tja Adam – selbiger Wortbruch (Widerspruch) wird Krieg für euch bedeuten (Eva’s Samen gegen den Samen des Slangs) – mach doch einfach was du willst, aber trage selbst die Konsequenzen, denn allein für dich werde ich die Kausalität oder Logik nicht wieder abschaffen”.

    Grüße, Alexander

  32. #32 Alexander Leibitz
    21. November 2014

    Ach ja – Bullets superhoch-schwere Bonus- und Metaaufgabe, die ein gescheiter Etymologe schon im “Etymologen-kindergarten” lößt, hätte ich jetzt beinahe übersehen:

    1. “Wat?” in selbiger Schreibweise habe(n) nicht ich, sondern Sie gegen das eigentliche Fragewort ausgetauscht.

    2. Sowohl dem Fragewort, wie auch den Ausdrücken “Watt”, “Wasser”, “Wissen”, “Wut” (Wotan), “Wesen”, “Vater”, (engl.) Water, Wette, Vetter , Fett und Wetter (Faden, Father, Phase, Vase …) liegen der Stammlaut (indg.) “uis” (alat.: vis; siehe auch die “veden”) zugrunde.

    Dem französischen “vis a vis” entsprechend, ist die Gegenüberstellung einer Vokabel den Vokabeln ihrer Umschreibung nur sehr leicht dem Ausdruck “Ante-wort” zu vergleichen. Das Fragewort fordert den Redner dazu auf, “dasselbe” nochmal oder anders zu formulieren, damit besser ersichtlich würde, welchen anderen Worten es zugeordnet werden kann. Worte können nur (auf) weitere / andere Worte (be-) deuten – nicht auf Gegenstände des Tast- oder Gesichtssinnes.

    Das erklärt dann auch, dass “Wasser” oder “Watt” eben NICHT bedeuten, was Sie bloß glauben, vermuten oder definieren. Allerdings bin ich hier auch nicht das “Auskunftsbüro”, also löchern Sie mich jetzt bitte nicht auch noch mit Fragen nach dem Zusammenhang zwischen “Fett” und besagtem Fragewort, denn ihre Aufgabe ist nicht meine Aufgabe, und was ihr Hirn nicht leistet, kann meinem so ziemlich egal sein.

    Servus

  33. #33 Spritkopf
    21. November 2014

    Definitionen kann man nur FALSIFIZIEREN, was selbstverständlich bedeutet, dass alle darauf errichteten Aussagen FALSCH-AUSSAGEN sind. Der wissenschaftliche und philosophische Begriff dafür ist IDIOM – wahlweise auch (Fach-) JARGON. Der biblische Begriff für dasselbe ist SLANG, bzw. “Schlange” oder LÜGE.
    […]
    Dass A gleich A ist oder (dass) “Schlange” gleich “Slang” ist, kann und brauche ich hingegen NICHT verifizieren, denn dasselbe ist schon BUCHSTÄBLICH indiziert.

    Wenn man wissen will, was in der Geisteswelt des Herrn Leibitz so alles schiefläuft, dann genügen diese paar Sätze.

  34. #34 Bullet
    21. November 2014

    Oh, da genügen schon viel weniger. Sowas wie “Fleisch -> Fleiß” (oder von mir aus auch umgekehrt). Weil “diligenza” und “carne” ja auch fast deckungsgleich sind. Rein etymologisch, natürlich.

  35. #35 Bullet
    21. November 2014

    ich habs jetzt nochn paar mal gelesen und muß immer wieder kichern.

    Allerdings bin ich hier auch nicht das “Auskunftsbüro”

    Kurz davon abgesehen, daß das aber mal so richtig stimmt, denn ein solches Auskunftsbüro würde ich relativ schnell, äh, warmsanieren wollen, zeigt ja die Realität, daß er sich trotzdem durchaus dazu berufen fühlt und ungefragt seinen “Auskünfte” genannten Müll in die Gegend schleudert.
    So. Jetzt haben wir aber genug offtopizitiert.

    @Jürgen:

    Aber ich weiß, dass diese “Erziehung zur Abstinenz” im Gesetzeswerk verankert ist, das George W. Bush unter dem irreführenden Titel “No Child Left Behind” durchgedrückt hatte (und das auch unter Obama noch weitgehend in Kraft ist)

    Das ist bitter. Und dieser Name klingt auch relativ bescheuert. Gibt es eigentlich Untersuchungen, ob und wie dieses Gesetz irgendwas geändert hat? Möglicherweise sogar in Richtung der Intention jenes Gesetzes? Die eigentlich worin besteht?
    Oh je … ich google mal selber, wenn Zeit ist…

  36. #36 Adent
    21. November 2014

    @Bullet
    Sowas wie #30-32 kommt offensichtlich dabei raus wenn in einem autodidaktisch sabotierten Hirn sämtliche Filter ausser Kraft sind. Der Herr Leibitz müßte sich eigentlich gut mit dem unsäglichen M. Termin verstehen (von wegen freie Assoziationen und so).

  37. #37 Bullet
    21. November 2014

    @Adent:

    wenn in einem autodidaktisch sabotierten Hirn

    Hey, wenns nicht autodidaktisch wäre, müßten da ja *prust* Außerirdische *mähähhä* dran rumgedoktert haben…

  38. #38 Steffmann
    21. November 2014

    @Jürgen:

    ….dazu angewiesen aufgefordert werden, unser Kind zur sexuellen Abstinenz zu verpflichten

    Was natürlich schon aus psychologischer Sicht totaler Murks ist. Ein natürliches Bedürfnis mit einem gesellschaftlichen Bann zu versehen, kann nur darin enden, dass umso mehr die Tabus gebrochen werden wollen.

    Aber wir vergessen oft, wie gross die USA ist und ebenso die lokalen Gepflogenheiten. Will damit sagen, es gibt dort durchaus auch für unser Verständnis vernünftige Menschen 🙂

  39. #39 Bullet
    21. November 2014

    … obwohl das ein wenig danach klingt, als ob du damit rechnest, die mit der Lupe suchen zu müssen. 🙂

  40. #40 wereatheist
    21. November 2014

    Es gab vor kurzem an der Yale Universität einen Skandal, als eine fraternity über den Campus marschierte und ‘no means yes and yes means anal’ grölte. Auf solch ein, ähm kulturelles Phänomen passt doch der “schwachsinnige feministische Kampfbegriff” rape culture wie Arsch auf Eimer.

  41. #41 wereatheist
    21. November 2014

    IMHO sind die Täter auch in der Regel keine ‘Triebtäter’.
    Sondern höchstens Soziopathen – Leute ohne Empathie.
    Gerade für diesen Personenkreis sind ‘harte Strafen’ das Mittel der Wahl.

  42. #42 Steffmann
    21. November 2014

    @Bullet:

    Geh mal z.B. nach Neukölln, da brauchst du gar nicht erst anfangen zu suchen.

    Ok, war polemisch. Aber letztlich gibt es hier in D schon mehr als genug unterschiedliche Wertevorstellungen (Nord-Süd-Gefälle), dass sich das in USA natürlich potenziert. Verstehe mich nicht falsch, ich stelle das nur in den Raum. Ob ich richtig liege, weiss ich nicht.

  43. #43 wereatheist
    21. November 2014

    Vielleicht sollten Literaturkurse in der Highscool die bitterböse Satire ‘I Am Charlotte Simmons’ von Tom Wolfe behandeln – enthält eine ziemlich derbe ‘Schlechter Sex mit fratboy‘-Szene. Und ganz viel fuck patois.

  44. #44 wereatheist
    21. November 2014

    Ich kaufe ein ‘h’.
    Und macht mir Neukölln nicht schlecht.

  45. #46 Alexander Leibitz
    22. November 2014

    @ Hobbes:

    Sie haben recht – Sie sprechen ein ganz bestimmtes Deutsch, allerdings finden Sie in genau jenem Fach, wo Sie den Ausdruck “Sprachstatistik” her haben auch den Hinweis darauf, dass dieses “Temporär-deutsch” (des 21. Jahrhunderts) nebest zahllosen Idiomen ebenfalls nur ein Idiom ist.

    Genaugenommen gibt es nicht nur knapp 1000 verschiedene Sprachen (Idiome) auf der Welt, sondern exakt ebensoviele, wie es auf der Welt (menschl.) Individuen gibt, denn jeder Mensch definiert sein Vokabular in höchstem Maße eigentümlich.

    Öffentliche “Definitionslisten”, also Lexika, können daran nichts ändern, da eben auch die offiziellen Definitionen / Umschreibungen nur auf Vokabeln beruhen, die wiederum auch ihrerseits nur per Vokabular definiert werden. Die Definition findet also im Rahmen eines unendlichen Regresses auf undefinierte Vokabeln statt, dem ja nicht etwa so etwas wie ein von Natur aus vordefiniertes Grundvokabular zugrundeliegt, welches dazu taugen würde, von Natur aus unbedeutende Zeichen bedeutend zu machen.

    Außerdem beharre ich eben NICHT auf alten Definitionen, sondern auf (etymo-) logischer Deutung, da Definitionen immer die Gestalt “A = B” aufweisen (allgemeiner: “A = Nicht-A”), also immer FALSCH bzw. unlogisch wären.

    Und bezüglich Ihrer Frage: “warum …?” kann ich Sie nur auf meinen ersten Kommentar hier verweisen (# 13). Das heißt:

    Entweder formuliert / verlautet sich der Mensch mitsamt allem sonstigen Sachverhalt absolut logisch (wie vom Logos angemahnt), oder er hat auch in Zukunft mit Gewalteinwirkungen aus den eigenen Reihen und der Angst vor dem Totalverlust zu rechnen.

    Im Klartext: Der Mensch beendet entweder das Lügen oder er wird auch weiterhin “vergewaltigt” (geschlagen, betrogen, bestohlen, ermordet …) werden.

    Grüße, Alexander

  46. #47 Hans
    22. November 2014

    @wereatheist, #40
    Noch ‘n Beispiel zum Thema “rape culture“:
    http://www.taz.de/Dating-Tipps-von-Pick-Up-Artists/!149323/
    Die Schlagzeile ist etwas irreführend, aber bei dem Beschriebenen finde ich den Begriff “rape culture” auch sehr zutreffend.

    Kleinigkeit am Rande: In dem Artikel steht im letzten Abschnitt: “Für Deutschland aber brauchen US-Amerikaner kein Visum.” – Soso. Aber wenn man als deutsche/r in die USA einreisen will, braucht man sehr wohl ein Visum, oder?

  47. #48 Phil
    22. November 2014

    Die Schlagzeile ist etwas irreführend, aber bei dem Beschriebenen finde ich den Begriff “rape culture” auch sehr zutreffend.

    Kleinigkeit am Rande: In dem Artikel steht im letzten Abschnitt: “Für Deutschland aber brauchen US-Amerikaner kein Visum.” – Soso. Aber wenn man als deutsche/r in die USA einreisen will, braucht man sehr wohl ein Visum, oder?

    Mann braucht für die USA nur ein Visum, wenn du länger als drei Monate bleiben willst. Ansonsten brauchst du “nur” die Registrierung zur Einreise.

    Bezüglich der Pickup-Artists: Eigentlich sind das nur Selbstbewusstseins-Schulungen, gepaart mit ein paar Flirt TIpps. Und ja, Körperkontakt gehört zum Flirten dazu.
    Extreme Formen, wie das beschrieben Würgen, klappen nur bei einzelnen Frauen und auch nur mit den richtigen Pheromonen. Außerdem glaube ich nicht, dass dies wirklich klappt (oder solche Mädels sind noch nie auf meinen Rader aufgetaucht, weil nicht mein Geschmack). Im Rahmen der BDSM Szene sind solche Aktionen jedoch üblich.

    Solange Frauen Neanderthaler-Verhalten mit Sex belohnen, müssen wir Männer uns auch nicht dafür entschuldigen. 8/10 Frauen kriegt man mit offensiven Verhalten rum. Warum soll sich jetzt die Welt an die restlichen 20% anpassen, die mit der Welt nicht klar kommen?

  48. #49 Lulu
    22. November 2014

    @Phil

    Jajaa! Wildfremde Frauen auf der Straße zu packen, ihr Gesicht in den Genitalbereich zu drücken, zu würgen und ein ‘Nein’ prinzipiell nicht zu akzeptieren – alles nur harmloses Flirtverhalten mit ein wenig Körperkontakt.

    Und auch hier: wie kommst du darauf, dass Frauen Neandertalerverhalten mit Sex belohnen? Wie kommst du auf deine 80%? Du scheinst eine Affinität für für 80% zu haben.

  49. #50 rolak
    22. November 2014

    Affinität für für 80%

    Könnte sein, Lulu, daß dies mit folgender uralter Anekdote zusammenhängt:

    “Bei dieser Mathe-Arbeit sind 80% durchgefallen!”
    “Aber Herr Lehrer, soviele sind wir doch garnicht…”