Ich bin gerade für ein paar Tage mit meiner Familie in Berlin; meine Frau muss arbeiten, ich spiel’ mit meinem 16-jährigen Sohn Tourist. Und eine der Stätten, zu denen ich ihn heute geschleppt habe, ist der ehemalige Checkpoint Charlie an der Friedrichstraße, Ecke Zimmerstraße. Nicht nur, weil ich ihm mal zeigen wollte, wo ich früher mal gearbeitet habe (mein erstes Büro war praktisch um die Ecke), sondern vor allem auch, weil ich ihm, der den Kalten Krieg ja – zum Glück! – nur aus dem Geschichtsunterricht kennt, eine etwas konkretere Vorstellung davon geben wollte, wie das so war, mit der Mauer und dem Eisernen Vorhang und so. Und darum haben wir auch das Haus am Checkpoint Charlie besucht, das heute wohl eher als Mauermuseum bekannt ist (obwohl’s davon eigentlich zwei gibt in Berlin).

CheckPoint Charlie

Dieses Museum sollte eigentlich für alle, die Berlin besuchen – aber auch für alle, die dort leben, und irgendwie eigentlich für alle, unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Nationalität – auf dem Pflichtprogramm stehen. Denn es ist gar nicht mal so sehr ein Museum der Mauer, also der Teilung (dafür ist die Gedenkstätte an der Bernauer Straße sicher besser konzipiert), als vielmehr ein Museum der Flucht.

Denn was wir heute nur allzu leicht zu vergessen scheinen: Unser Deutschland, das für viele Jahre (mehr als die Hälfte meines eigenen Lebens) zwei Deutschlands war, ist ein Land, in das und aus dem Menschen geflohen sind – mit extremen Mühen, mit extremer Entschlossenheit und vor allem mit der Gewissheit, dass sie dabei ihre eigenes Leben und das ihrer Freunde und Verwandten auf Spiel setzten. Nicht nur, weil das Verstecken in umgebauten Benzintanks, in Koffern, durch selbst gegrabene Tunnel, mit allerlei improvisierten Fahr- und Flugzeugen durchs Wasser oder die Luft in sich riskant war, sondern vor allem auch, weil sie wussten, dass andere Deutsche, durch eine Unform und ein Gesetz legitimiert, nicht zögern würden, ihnen eine tödliche Gewehrsalve in den Rücken zu schießen – wie es zuletzt am 6. Februar 1989 geschah, wenige Monate vor dem Fall der Mauer. Zigtausende hatten entlang des “eisernen Vorhangs” diese Flucht gewagt, und laut Angaben des Museums hatten 1684 Menschen diesen Fluchtversuch mit ihrem Leben bezahlt.

Wenn also jemand verstehen sollte, was Menschen dazu treibt, alles was sie haben und manchmal auch im sehr wörtlichen Sinn ihr ganzes Leben für ein unsicheres Fluchtmanöver zu riskieren, das selbst im besten Fall nur dazu führen kann, dass sie erst einmal auf die Hilfsbereitschaft anderer angewiesen sein werden, da sie außer dem Willen, ein neues Leben zu beginnen, nicht viel mitbringen können … wenn Menschen verstehen sollten, was dies bedeutet, dann wir Deutschen. Mehr will ich hier gar nicht schreiben – es ist schlimm genug, dass wir überhaupt daran erinnert werden müssen.

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Kommentare (125)

  1. #1 Hobbes
    5. Juli 2016

    Ich bin kein Freund davon die aktuelle Flüchtlingskriese mit der Innerdeutschen Grenze in Verbindung zu bringen.
    Das sind zwei komplett verschiedene Themen. Eben weil einmal ein Land die Ausreise verhindert und einmal zum Teil die Einreise.
    Die daraus resultierenden Probleme sind teilweise sogar Gegensätzlich.
    Die Fluchtbewegungen der direkten Nachkriegszeit passen da besser.

    Etwas OT:
    Für die 1Mio Flüchtlinge sind in etwa 20Mrd im Bundeshaushalt vorgesehen und noch einmal 20Mrd bei den Ländern. Sind die Zahlen halbwegs korrekt? Das würde ja bedeuten das 40.000 pro Person aufgewedent werden müssen. Kann es wirklich sein das so ineffizient gearbeitet wird oder entgeht mir etwas? Auf eine Internetrecherche zu dem Thema habe ich keine Lust da man da bestimmt auf jeder Menge bescheuerten Seiten landet.

  2. #2 Stephan
    5. Juli 2016

    @Hobbes
    ich sehe es nicht als Gleichsetzen, sonder mehr als verweiß auf die Parralelen, und von denen gibt es einige. Erstmal in den Gründen zur Flucht (staatl. Unterdrückung; fehlende Lebensperspektiven), aber auch in der Art der Wahrnehmung in Westdeutschland. Dort waren die gleichen Klischees über die Flüchtlinge aus der DDR verbreitet, die es heute noch gibt (die seien faul, bekämen alles geschenkt usw.).

    zu deinem OT:
    Wenn ich das richtig im Kopf habe, verwechselst du zwei Sachen.
    Im Bundeshaushalt sind dieses Jahr rd. 10 Mrd vorgesehen, von denen auch einiges anscheinend direkt an die Länder geht. Was letztere zusätzlich aufbringen wird schwer zu errechnen sein und sicherlich sehr unterschiedlich sein.

    Vor einiger Zeit geisterten mal 50 Mrd. € als Zahl durch die Medien. Soweit ich weiß, war es aber die Prognose eines Wirtschaftinstituts über mehrere Jahre und auch mit verschiedenen Annahmen (u.A. dass die Zahl der neu hinzukommenden Schutzsuchenden ähnlich hoch bleibt soweit ich weiß)

    Aber generell: Ich finde es immer unseriös, wenn jemand versucht, die Kosten pro Kopf auszurechnen, weil sich die verschiedenen Punkte nur schwer auseinanderrechnen lassen.

  3. #3 Hobbes
    5. Juli 2016

    Ich bin noch zu jung um mich genau zu erinnern aber wurden die Ostdeutschen Flüchtlinge hier wirklich mit Vorurteilen bedacht? Ich dachte diese wären erst nach dem Mauerfall verbreitet gewesen als es größere Migrationsströme gab. Ich dachte während des eisernen Vorhangs wären die Flüchtigen allein aus Prestigegewinn willkommen gewesen.
    Ich wüsste zumindest nicht wie man die zu der Zeit als Sündenböcke hätte hinstellen sollen.

  4. #4 Stephan
    5. Juli 2016

    @Hobbes
    ich bin da auch zu jung für, aber das Thema fällt in den Bereich meiner Abschlussarbeit.

    Du musst zwei Ebenen unterscheiden: Der Prestigegewinn war vor allem politisch, es war also eine Gewinn für die Regierung der Bundesrepublik.
    Auf Persönlicher ebene lag die Sache anders…je weiter der Mauerbau zurücklag, desto reservierter wurden die Bundesbürger gegenüber den sog. Übersiedlern (kurzinfo hier)

    Einige Beispiele, die ich auf die Schnelle gefunden hab, sehen aus heutiger Sicht sehr skurril aus: Z.b ein Zeitungsartikel von 1985 oder dieser ‘herrliche’ Fernsehbericht von 1989

  5. #5 Stephan
    5. Juli 2016

    Nachtrag:
    zu ‘Sündeböcke’: Politisch instrumentalisiert wurden die Übersiedler nicht. Es gab aber besonders ab Ende der 70ern auch im Zuge der schwächelnden Wirtschaft Vorbehalte und Vorurteile in der Bevölkerung. Die hatten keinesfalls das quantitative ausmaß der 90er, als die Flüchtlinge der Balkankriege kamen, aber die Klischees ähnelten sich doch

  6. #6 PDP10
    5. Juli 2016

    @Hobbes:

    Zu deinem OT:

    Auf eine Internetrecherche zu dem Thema habe ich keine Lust da man da bestimmt auf jeder Menge bescheuerten Seiten landet.

    Dann solltest du mal recherchieren lernen.

    Vorweg: Die Kosten für die Flüchtlinge zahlen grundsätzlich die Kommunen. Die zusätzlichen finanziellen Mittel, die da vom Bund und den Ländern zur Verfügung gestellt werden fliessen also an die Kommunen zum Ausgleich der Mehrbelastungen.

    Jede Menge Zahlen zum Thema Flüchtlinge hat die FAZ für dich zusammengefasst:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/deutschlands-fluechtlinge-in-grafiken-13867210.html

    Dort geht es auch um die Kosten.

    Das die Kommunen mit dem plötzlichen Ansturm grösstenteils massiv in der Verwaltung überfordert sind, ist inzwischen bekannt aber auch nicht weiter verwunderlich. Das führt allerdings dazu, dass die ihre Kosten zum Teil im Moment noch gar nicht beziffern können.

    Dazu hat die Zeit einen Artikel:

    http://www.zeit.de/2016/21/fluechtling-kosten-haushalt-bundeslaender-unterbringung

    Was die Flüchtlinge aus der DDR angeht: Das waren keineswegs nur ein paar wenige. Wenn man der Zahl die die Wikipedia zu dem Thema nennt glauben schenken darf, waren das zwischen 1949 und 1990 ungefähr 3,8 Millionen. Und insbesondere in den 50er und 60er Jahren “konkurrierten” die natürlich mit den Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Gebieten in Polen, der Tchecheslovakai etc.
    Beide Gruppen waren damals in der “westdeutschen” Bevölkerung nicht gerade hoch angesehen.

  7. #7 Stephan
    5. Juli 2016

    Ein Beispiel von 1990 hab ich noch. Dabei muss man aber Bedenken, dass zum Zeitpunkt des Artikels noch die SED regierte und von Wiederveinigung (offiziell) nicht die Rede war. So nun aber genug….ist ja eigentlich nicht Thema des Artikels.

    ps: Danke für den Tipp mit dem Museum..das werde ich bei nächster Gelegenheit mal aufsuchen

  8. #8 RPGNo1
    6. Juli 2016

    Und insbesondere in den 50er und 60er Jahren “konkurrierten” die natürlich mit den Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Gebieten in Polen, der Tchecheslovakai etc.

    In Ergänzung dazu: Die Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten wurden keineswegs mit offenen Armen als Landsleute empfangen, sondern wurden von der Westbevölkerung teilweise sehr arg angefeindet und schikaniert. Andererseits waren es gerade diese Flüchtlinge, die aus der Situation heraus, sich quasi aus dem Nichts eine neue Existenz aufbauen zu müssen, mit ihrem Ehrgeiz und dem mitgebrachten Wissen und Können aus ihrer ursprünglichen Heimat das Wirtschaftswachstum in Deutschland entscheidend mit beeinflusst haben. Phoenix wiederholt in unregelmäßigen Abständen immer wieder eine entsprechende Reportage mit Interviews von Zeitzeugen. Leider weiß ich nicht den Titel.

    Ich selber verbinde mit Berlin zwei besondere Kindheitserinnerungen.
    1) Zum einen Verwandtenbesuch in Westberlin. Den Grenzübergang Helmstedt/Marienborn empfand ich als Kind immer als besonderes Abenteuer. Und die Mauer haben wir mit den Verwandten pflichtgemäß auch besucht. Die ganzen entsetzlichen Hintergründe dazu sind mir erst später richtig bewusst geworden.
    2) Klassenfahrt nach Berlin im Frühjahr 1990. Die Mauer gab es (teilweise) noch, die DDR-Grenzer gab es noch, aber wir konnten durch das Brandenburger Tor gehen und Unter den Linden spazieren gehen. Checkpoint Charlie war natürlich ein Pflichtbesuch. Es waren teils immer noch bedrückende Empfindungen, aber auch große Erleichterung und Freude, dass über 40 Jahre deutsche Teilung vorbei waren.

  9. #9 Herr K.
    6. Juli 2016

    Weil vor Jahrzehnten Deutsche vom deutschen Landesteil A in den deutschen Landesteil B geflohen sind, muss heutzutage jeder Deutsche (Sippenhaft?) die von Herrn Schönstein präferierte Zuwanderungspolitik goutieren? Auf dem Rücken der Mauertoten sein politisches Süppchen zu kochen, ist – mit Verlaub – einfach nur mies.

    @ #2 Stephan Die Bundesregierung geht bis 2020 von Kosten i.H.v. rund 93 Milliarden Euro aus. Dies sind allerdings nur die Kosten für die Jahre 2016-2020 und nur die Kosten für soeben (2015/2016) Zugewanderten. Die Kommunen wiederum rechnen mit rund 20 Milliarden Euro pro Jahr, was sich – wenn man von den oben genannten 4 Jahren ausgeht – mit der Prognose der Bundesregierung recht gut deckt. Insgesamt dürften also mehrere hundert Milliarden Euro an Kosten auf Deutschland zukommen. Mehr, wenn die ungesteuerte Zuwanderung anhält.

  10. #10 Herr K.
    6. Juli 2016

    Gemeint war “mit den oben genannten 5 Jahren”.

  11. #11 Earonn
    6. Juli 2016

    @PDP10
    Danke für die sachlichen Ausführungen und die Links.
    Insbesondere auch für die Erinnerung an die Kriegsflüchtlinge aus den Ostgebieten. Ja, die wurden teilweise auch wie Müll behandelt.

    @Herr K.
    Packen Sie Ihren Strohmann mal ruhig wieder ein. Der Artikel fordert nichts, er regt nur zum Nachdenken an.

    Sie könnten ja auch mal überlegen, ob 90 Milliarden, die wieder in die deutsche Wirtschaft zurückfließen, wirklich so viel schlimmer sind, als Milliarden, die in die Taschen von Großunternehmen gehen und auf irgendwelchen Bankkonten landen. Mal nicht immer nur nach unten treten.
    Wie viel Steuern hat Deutschland eigentlich durch Waffenverkäufe eingenommen? Bestimmt nicht wenig, als Welt-Drittgrößter Waffenlieferant.

    @all
    Ich bin alt genug, um die Trennung und den Mauerfall erlebt zu haben. Zumindest wurden die Mauer-Flüchtlinge weder schief angesehen, weil sie es besser haben wollten, noch hat man pro-Kopf-Kosten ausgerechnet als wären sie nur leblose Dinge.

  12. #12 RPGNo1
    6. Juli 2016

    @Earonn: Jeder DDR-Bürger war per Gesetz auch bundesdeutscher Staatsbürger. Das hat manches erleichtert.

  13. #13 Earonn
    6. Juli 2016

    @RPGNo1
    Stimmt natürlich.
    Ich weiß gar nicht, ob es das nicht noch schlimmer macht, diese Einteilung in “würdige” und “unwürdige” Empfänger. Bei Jane Austen wurde noch darüber gespottet.

  14. #14 Stephan
    6. Juli 2016

    @ Herr K.,

    1. Es geht nicht um Sippenhaft und was Hr. Schönsteins präferierte Zuwanderungspolitik ist, kann zumindest ich dem Artikel nicht entnehmen. Es geht darum, dass man sich als Deutscher bewusst sein sollte, dass viele das Glück hatten, in ein Land gehen zu können, das sie aufnahm. Ein Afghanisatan B gibt es nunmal einfach nicht. Und wenn man einen Blick auf seine eigene Geschichte wirft, sollte das ein Anreiz sein zu überlegen, wie man sich gegenüber den Menschen und deren Motive verhält, die ihre Heimat verlassen.

    2. Das ist ein super Beispiel für ‘Vorschnell-mit-Zahlen-Umsichwerfen’. Die 90 Mrd. € sind die Kosten für ALLE Flüchtlinge, also auch jene, die vor 2015 hinzukamen und noch Unterstützung brauchen. Darüber hinaus geht die Bundesregierung in der Schätzung davon aus, dass bis 2020 weitere 1,5 Millionen Schutzsuchende hinzukommen und es enthält Posten für ‘Bekämpfung der Fluchtursachen’, was nichts mit denen zu tun hat, die nach D kamen. Weiterhin enthält die Schätzung Kosten für Sozialleistungen und Integrationskurse, was eigentlich Länderzuständigkeit ist, der Bund nimmt diesen also Aufgaben ab. Wie PDP10 mit dem Link gezeigt hat, wissen die Länder gar nicht, was sie genau ausgeben (was gut nachvollziehbar ist).
    Wie Sie darauf kommen, dass es ingesamt auf “mehrere hundert Milliarden” hinausläuft ist mir schleierhaft.

  15. #15 Herr K.
    6. Juli 2016

    @14 Stephan

    1. Selbstverständlich geht es Schönstein um die aktuelle Lage und natürlich spricht er die Deutschen an. Sie sagen es ja auch selbst. Als Deutscher, also allein aufgrund der Herkunft, solle man sich irgendwelche Gedanken machen. Und zwar genau in der Richtung, die Ihnen/Schönstein politisch genehm ist. (Die Unterstellung ist natürlich, dass man sich bei gegenteiliger Meinung keine Gedanken machen würde; mithin also ein moralisches Monster ist.)

    2. Die angesprochenen 90 Milliarden sind die Kosten bis 2020. Es kommen also garantiert noch weitere Kosten hinzu, denn die Zugewanderten verschwinden 2020 logischerweise nicht. Im Übrigen können Sie sich ihre Strohmänner schenken. Ich sprach nicht von irgendwelchen (Bundes-) Ländern und was die ausgeben, sondern von den Kommunen, die schätzen, dass Kosten i.H.v. 20 Milliarden Euro pro Jahr anfallen. Macht also in 10 Jahren schon mehrere hundert Milliarden.

    3. Lesen Sie den Zeit-Artikel aufmerksam. Die “Arbeitsgruppe der Länder” spricht lediglich davon, dass eine vollständige Erhebung im vorgebenen Zeitrahmen(!) nicht möglich ist. Hier der zugehörige Spiegel-Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-bund-stellt-knapp-94-milliarden-euro-bis-2020-bereit-a-1092256.html Auch dort die Angabe, dass die Kosten auf 20 Milliarden pro Jahr geschätzt werden. (Und sogar bis 2020 auf 30 Milliarden p.a. steigen!) Das ifo-Institut ging schon 2015 von etwa 20 Milliarden p.a. aus. Ich habe also keineswegs “vorschnell mit Zahlen um mich geworfen”.

    4. Die Stiftung Marktwirtschaft geht von insgesamt bis zu 900 Milliarden Euro aus.

  16. #16 Justus Jonas
    6. Juli 2016

    Das eine waren Deutsche, die wieder nach Deutschland gekommen sind während die jetzigen Flüchtlinge mit Deutschland nichts gemeinsam haben. Die ganzen Abgelehnten sollten rausgeworfen werden, notfalls mit Gewalt, und die Syrer können nach Kriegsende wieder nach Hause zum Wiederaufbau.

  17. #17 Hobbes
    6. Juli 2016

    @Stephan:
    Danke für die Links. Wirkt im Rückblick wirklich skuril.

    @PDP10:
    Es geht ja explizit nur um die Flüchtlinge seit dem Mauerbau.
    Deshalb finde ich den Vergleich auch unangebracht. Meiner Meinung nach ist es zwar falsch die Grenzen zu schließen (was natürlich nicht heißt das ich die chaotische Art und Weise der völlig offenen Grenzen gut finde) aber es ist eben kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Menschen die nicht bei Leib und Leben bedroht sind nicht ins Land zu lassen bzw. sehr stark nach Nutzen zu selektieren. Es ist zwar peinlich das 0,5% Menschen für die EU eine Überforderung dastellen aber es ist eben noch ein gewaltiger Unterschied dazu Menschen nicht aus dem eigenen Land zu lassen.
    Allein der Menschenverachtende Gedanke die Bewohner wären Eigentum des Staates ist für mich ein fundamentaler Unterschied.

    @all:
    Danke für die Zahlen. Wir reden also von ca 20.000 pro Flüchtling. Also mehr als uns ein H4ler kostet und trotzdem müssen die Flüchtlinge ein Leben mit weit geringerem Standart ertragen. Sicherlich gibt es Zusatzkosten aber alles in allem hätte man mit den eingesetzten Mitteln doch mehr herausholen müssen.

  18. #18 Anderer Michael
    6. Juli 2016

    Was sind hier wieder für Kleinkrämer unterwegs. Ist doch egal, schaffen wir eh nicht, das finanzielle meine ich. Wie denn auch? Wer das Gegenteil behauptet, ist eine Traumtänzerin. Und wem’s wert, nur zu. 80-90% der Bevölkerung wählen die Altparteien,die Grünen regieren in 10 -16 Bundesländern. Wo ist das Problem? Die Leute sind zufrieden,die kleingeistigen völkischen Berufsnörgler blicken es einfach nicht. Als Exkarnevalsprinz Michael der VI bin ich hochzufrieden. Nun ist immer fünfte Jahreszeit mit Irrsinn und Narrentum allerorten. Kleines Narrenherz,was willst du mehr? Aber bitte nicht beschweren, wenn es schief geht . Wir waren doch fast alle dafür. Und die Rente platzt sowieso, da kann kein Flüchtling was dafür. Da lassen wir es noch mal richtig krachen .Leute genießt die Merkelaera, danach wird nicht mehr lustig.
    Immer spaßig die Mär von der großen Waffenexportnation Deutschland. Ich wusste gar nicht, dass Länder wie Brasilien oder Nordkorea ihre Waffenexportauflistungen dem SB zur Verfügung stellen.
    Zum Glück haben wir mit Herrn Schönstein, einem selbsternannten Ausländer, eine Instanz, die uns darauf hinweist, an was wir zu denken haben.

    P.S. Die Spätaussiedler waren in den 70 Jahren nicht immer willkommen. Die Gründe waren vielfältig und nicht leicht zu verstehen (für mich jedenfalls). Neid und Misstrauens waren z.B. Gründe (oder Symptome der Ablehnung).In den 80 Jahren kam Kriminalität der russischen Spätaussiedler hinzu , mit üblicher Hilflosigkeit der Behörden.

  19. #19 Roland B.
    6. Juli 2016

    @Anderer Michael: Kann man das auch mal verständlich formulieren? Ich würde ja gerne verstehen, sehe aber null Chance.
    Mal nebenbei: 80-90& wählen angeblich Altparteien – wen verstehen Sie darunter? Afd & Co. erreichen mittlerweile oft zweistellige Zahlen, aber Grüne und Linke ebenfalls oder knapp darunter – irgendwie geht das mathematisch nicht zusammen.
    Die Daten über die Waffenexporte stammen ganz sicher nicht aus staatlichen Verlautbarungen, das wäre keine Wissenschaft. Da gibt es sicher andere Recherchemethoden. Aber schön, daß Sie das besser wissen. All diese G36 und ähnliche Schusswaffen aus Nordkorea und Brasilien, die überall in den Konfliktgebieten auftauchen, und Heckler & Koch strengen nicht mal Verfahren an wegen Markenfälschung…

  20. #20 Orci
    6. Juli 2016

    Wie hätte man gewaltarm den Strom von täglich Tausenden Menschen, die gegen unsere Grenzen branden aufhalten sollen? Die gehen ja nicht so einfach weg (davon, wie dicht Grenzen in der Wirklichkeit sind, gar nicht zu reden…). Und stehen dann auch nicht irgendwo auf einer Insel rum, sondern zunächst mal im Wesentlichen in Österreich. Die Bilder aus Idomeni waren unschön genug, mindestens drei Tote beim Versuchten Grenzübertritt gab’s auch. Wäre das wirklich die bessere Alternative gewesen?

  21. #21 Moreno
    6. Juli 2016

    In Deutschland gab es bisher nur Binnenflucht. Deutsche die innerhalb deutscher Gebiete flohen. Hat mit der Interkontinentalflucht junger Männer, die über mehrere sichere Drittstaaten in ihr Wunschland wollen nichts zu tun.

  22. #22 Anderer Michael
    Kräwinkel
    7. Juli 2016

    Roland B.
    Der Witz ist gut. Verständliche Politik in Deutschland?
    Das ist bestimmt nicht ernst gemeint. Was glauben Sie denn, warum Putin zu meinem Erstaunen und Erschrecken in Deutschland immer populärer wird.?Warum wir, je weiter man von Deutschland entfernt ist,als Lachnummern gesehen werden mit durchgeknallter Hippiekultur als Politikstil. Auf Youtube gibt es eine Menge Spott aus Osteuropa über Merkel und deutsche Politik. Die unmittelbaren Nachbarn verstehen weniger Spaß und wollen Militär gegen die Folgen deutscher “Politik” einsetzen (Visegard).
    weltweite Rüstungsausgaben: 1.5 Billionen Euro, deutsche Rüstungsexporte 6-8 Milliarden Euro pro Jahr.
    Sind 0,3-0,4 % Anteil. Damit soll Deutschland drittgrößter Waffenlieferant sein. Glaube ich nicht!
    Altparteien sind auch die Linken, Gründung der SED 1946 und die Grünen ungefähr 1980. Einzig neue Partei zur Zeit in den Parlamenten ist die AFD, die hat zur Zeit 10-15 % bundesweite Zustimmung und ist zur Zeit die einzige Opposition (was nicht automatisch bedeutet ,dass sie eine gute Partei mit guter Politik ist. Es ist lediglich eine Beschreibung ).

  23. #23 michael
    7. Juli 2016

    > In Deutschland gab es bisher nur Binnenflucht

    Das ist falsch, z.B:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten_in_Berlin

  24. #24 Jürgen Schönstein
    7. Juli 2016

    “Binnenflucht”? Was soll der Quatsch? Da sind Menschen (!) aus einem Land über eine tödliche Grenze in ein anderes Land geflohen – und wer da jetzt nationale Phrasen verwenden will, um dies irgendwie “anders” (=akzeptabler, vielleicht?) erscheinen zu lassen, hat weder kapiert, worum es in meinem Beitrag ging, noch was uns die Geschichte lehrt.

    Es geht mir darum, uns Deutsche zu erinnern, dass Flucht (und zwar jene, bei der man sein Leben und alles, was man hat, aufs Spiel setzt) für Millionen deutscher Menschen (!) – und ein paar von ihnen leben heute noch unter uns – der einzige Ausweg war. Dass Flüchtlinge nicht “einfach mal so”, und weil’s ja so leicht ist, diesen Weg wählten, sondern weil sie keine Alternative mehr sahen – selbst wenn sie das ihr Leben kosten konnte, und tausendfach gekostet hat.

    Darum geht’s, und wer mir dabei eine politische Absicht unterstellt, offenbart dabei nur die eigene Agenda.

  25. #25 Anderer Michael
    7. Juli 2016

    Was Sie beschreiben, gibt es bestimmt.
    Nur vor was flüchten Romas und Albaner?Konnte mir noch nie jemand sagen. Weder dieFrau Merkel noch hier im SB.
    Und vor was sind die Täter der Kölner Domplatte geflüchtet?
    Wie sehen Sie die Rolle der Zivilgesellschaften in Afrika oder in der arabischen bzw. islamischen Welt?
    Wie sehen Sie die Rolle der türkischen Community in Deutschland, speziell der DiTiB, einem Ableger der Erdoganregierung? Wir haben schließlich auch türkische Flüchtlinge.
    Welche Wahl hatten die deutschen Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg als den territorialen Rest Deutschlands?
    In Dänemark liess man sie sehenden Auges sterben! Bekannt?
    Was wäre wenn Flüchtlinge keine Sozialleistungen bekämen. hätten wir auch so viele , wie zur Zeit?
    Woher wissen Sie , dass das Sterben im Mittelmeer eine direkte Folge einer Flucht ist und nicht das Ergebnis krimineller Schlepper (und damit sich auf dem Boden deutscher Gesetzgebung gründet) ?

  26. #26 Hobbes
    7. Juli 2016

    Binnenflucht ist allein deshalb schon Blödsinn da es suggeriert es gäbe eine homogene Bevölkerung.
    Der Ostfriese ist dem Holländer aber näher als dem Bazi welcher wiederum dem Ösi näher steht.
    Ach und zum Thema Binnenmigration: Ich erinnere immer gerne an Gentrifizierungsgegner, selbes Problem nur andere Vorzeichen. Die Schwaben in Berlin wurden auch nicht überall freundlich empfangen.

    @Orci:
    Das Problem ist allerdings auch das ein zu einladendes Verhalten eventuell erst die Massen herbeigeführt hat. Gewalt und Krieg ist weder in Afrika noch im nahen Osten etwas neues, die Magrationswellen nach Europa jedoch schon. Das dieses Problem nicht anders lösbar wäre wird oft behauptet ist allerdings nicht bewiesen. Australien ist da ein gutes Beispiel. Auch wenn Beispiele für Nichtereignisse natürlich immer irgendwie schwierig sind.
    Eines der Probleme sind auch die Globalisierungsgegner die sich (ironischer Weise) für eine komplette “No Borders” Politik einsetzen.
    http://blogs.faz.net/deus/2016/03/16/wie-man-in-idomeni-eine-humanitaere-katastrophe-inszeniert-3223/
    Deshalb hasse ich es auch wenn meine Ansichten sich mit den Linken decken. Man sitzt einfach mit zu vielen Leuten auf der selben Seite für die Lüge und Inszenierung legitime Methoden sind.
    Die kathastrophalen Bilder von den ungarischen Bahnhöfen sind auch deshalb entstanden weil diese jede Hilfe abgelehnt haben (da man ihnen erzählt hat so kommen sie nach Deutschland.) Es gibt etliche Videos in denen die Flüchtlinge das Essen und das Wasser welches sie bekommen in den Müll werfen. Da es von den “Heimatbewahrern” aber auch etliche Lügenkampagnen gibt sorgen diese Inszenierungen diesesmal nicht dazu das ich mich auf eine neutrale Position zurück ziehe.

  27. #27 Orci
    7. Juli 2016

    Das Problem ist allerdings auch das ein zu einladendes Verhalten eventuell erst die Massen herbeigeführt hat. Gewalt und Krieg ist weder in Afrika noch im nahen Osten etwas neues, die Magrationswellen nach Europa jedoch schon.

    Die gewaltigen Menschenströme der letzten Jahre gibt es ja auch erst nicht erst seit 2015, sondern schon seit einigen Jahren. Nur hat’s in Europa kaum jemanden – ehrlicherweise auch mich nicht – interessiert, wenn Millionen Menschen in der Türkei, im Libanon etc. festhängen. Erst als das Fass voll war und so richtig nach Europa überzulaufen begann, hat das hier überhaupt jemanden vom Hocker gerissen. Unschön. bei Wiki gibt’s eine kleine Liste mit Gründen, die mir nicht ganz unplausibel vorkommen.

    Das dieses Problem nicht anders lösbar wäre wird oft behauptet ist allerdings nicht bewiesen

    Ich würde gerne wissen, wie es gewaltarm an unseren Grenzen bzw. ohne Österreich noch mehr auf die Füße zu treten, im konkreten Fall hätte anders gelöst werden können. Es waren immerhin viele Monate lang meherere Tausend Menschen pro Tag, die über über Österreich nach Bayern kamen.

    . Australien ist da ein gutes Beispiel.

    Ähnlich wie die anderen in diesem Zusammenhang oft genannten Länder Kanada und Neuseeland wird Australien aber auch von jeder Menge Ozean zwischen sich und den Krisenherden der Welt umgeben (und glaubt man dem Schweizer Staatsekretariat für Migration hat sogar die Schweiz bezogen auf ihre Größe ähnliche Mengen an Anträgen und eine ähnlich hohe bzw. niedrige Schutzquote, insbesondere für Asylbewerber vom Balkan aufzuweisen).

    Eines der Probleme sind auch die Globalisierungsgegner die sich (ironischer Weise) für eine komplette “No Borders” Politik einsetzen.

    Der Meinung bin ich auch. Ich denke auch, dass sehr viele Aktivisten vor allem sich selbst helfen. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass kaum jemand seine Heimat und alles was er hat hinter sich lässt, ein vergleichsweise hohes Risiko in Kauf nimmt, dabei drauf zu gehen, wenn ihn nicht eine wirkliche Notlage dazu drängt.

    Man sitzt einfach mit zu vielen Leuten auf der selben Seite für die Lüge und Inszenierung legitime Methoden sind.

    Oh ja…mir geht’s vor allem dann so, wenn ich die Idioten sehe, die meinen, nur weil sie gegen irgendwas sind, gegen das ich auch bin, gäbe das ihnen schon genug Recht zu Gewalt und Ausschreitungen (z.B. Antifa gegen AfD).

    Die kathastrophalen Bilder von den ungarischen Bahnhöfen sind auch deshalb entstanden weil diese jede Hilfe abgelehnt haben (da man ihnen erzählt hat so kommen sie nach Deutschland.)

    Falls diese Grafik stimmt, hatten die Staaten über die die Balkanroute führt gemessen an ihrer Größe und Wirtschaftskraft zumindest im beobachteten Zeitraum durchaus hohe Asylbewerberzahlen zu verzeichnen. Österriech und Ungarn sogar deutlich höhere als Deutschland. Eine so schöne Grafik für die Schutzquoten wäre interessant.

  28. #28 Moreno
    7. Juli 2016

    J. Schönstein: “Es geht mir darum, uns Deutsche zu erinnern, (…)”

    Und wenn sich die Deutschen in Ihrem Sinne erinnern, welche Erkenntnis soll daraus gezogen werden? Weil vor 27 Jahren Ost-Deutsche nach West-Deutschland flohen, dürfen auch Mensch aus geographisch anderen Regionen wie Eritrea, Syrien, Afghanistan, Irak etc. hier uneingeschränkt eiwandern?

    @ Hobbes: „Binnenflucht ist allein deshalb schon Blödsinn (…)“
    @ J. Schönstein: „“Binnenflucht”? Was soll der Quatsch?“

    Binnenflucht ist ein von der UNHCR genutzter Begriff.

  29. #29 Sulu
    7. Juli 2016

    Daraus kann gefolgert werden, Moreno (u. a.), dass Du Angst vor Menschen hast, solange sie nicht deinen völkischen Kriterien entsprechen.

  30. #30 rolak
    7. Juli 2016

    (u. a.)

    i.e. u.v.a.m.

    deinen völkischen Kriterien

    Ach Sulu, da gibts noch deutlich engere Vorgaben ;‑)

    Entsprechend sozialisiert, assoziiert sich bei mir zu (deutsch, Flucht) eher das Geschehen um das Ende von WW2 herum, ein Geschehen, auf das im Übrigen ´Binnenflucht´ genausowenig paßt wie bei der Flucht durch den eisernen Vorhang.

  31. #31 Sulu
    7. Juli 2016

    ´Binnenflucht´ genausowenig paßt

    Meine Großtante – geflüchtet, oder vertrieben damals aus Sudetenland – verstand sich immer eher als Österreicherin (/Ungarin). Heute würde man* wohl trotzdem von Binnenflucht sprechen… Das Konzept von “Nation” scheint doch recht dehnbar zu sein.

    Btw., AM:

    Nur vor was flüchten Romas und Albaner?

    Deswegen, z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiziganismus

    Wie sehen Sie die Rolle der Zivilgesellschaften in Afrika oder in der arabischen bzw. islamischen Welt?

    Denkbar, dass Menschen genau aus diesen Gründen flüchten (müssen)?

  32. #32 Sulu
    7. Juli 2016

    Btw. 2:

    Zivilgesellschaften in Afrika

    Africa is not a country! Redest du von Südafrika oder dem Sudan oder Madagaskar oder Simbabwe oder … ?

  33. #33 rolak
    7. Juli 2016

    recht dehnbar

    Insbesondere in Fällen, in denen selbstrechtfertigenderweise zwischen unserem Flüchtling, dem guten und jenem Flüchtling, dem Zerstörer der Zivilisation ein Unterschied konstruiert werden soll.

  34. #34 Moreno
    7. Juli 2016

    @ Sulu: “Daraus kann gefolgert werden, Moreno (u. a.), dass Du Angst vor Menschen hast, solange sie nicht deinen völkischen Kriterien entsprechen.”

    Welche und wie viele völkische Kriterien habe ich denn? Bitte um Aufzählung.

    @ Sulu: “Meine Großtante – geflüchtet, oder vertrieben damals aus Sudetenland – verstand sich immer eher als Österreicherin (/Ungarin).”

    Und das subjektive Empfinden deiner Großtante ist die Referenz dafür, dass die Sudetendeutschen gar`keine Deutschen waren?

    Bei mir war es übrigens meine Mutter, Großmutter und Onkel die aus Sudetenland/Böhmen flüchten mussten. Eine allein stehende Frau mit zwei kleinen Kindern.

  35. #35 Sulu
    7. Juli 2016

    wie viele völkische Kriterien habe ich denn?

    Weiß ich doch nicht. Menschen aus Irak, Afghanistan etc. scheinen für dich jedenfalls andere Rechte zu haben, als (Ost)deutsche.

    Und das subjektive Empfinden deiner Großtante ist die Referenz dafür

    Das ist kein subjektives Empfinden. Wenn man in Österreich/Ungarn geboren, ist man Österreicher*in/Ungar*in. Einzig subjektiv ist, das die Sudeten als “deutsch” wahrgenommen werden. Aber das ist nur meine Sicht (mein Opa hätte das sicher auch anders gesehen) – wenn man völkisch denkt, zählt halt das Blut, die Kultur™ oder der Ahnenpass…

    Eine allein stehende Frau mit zwei kleinen Kindern.

    Wie so viele Syrerinnen auch…

  36. #36 Moreno
    7. Juli 2016

    @ Sulu: “Menschen aus Irak, Afghanistan etc. scheinen für dich jedenfalls andere Rechte zu haben, als (Ost)deutsche.”

    Kriegsflucht beinhaltet das Recht auf Sicherheit, jedoch nicht das Recht sich den Aufenthalt in einem Wunschland auszusuchen. Alles andere sind freche Unterstellungen von Ihnen.

    “@ Sulu: “Einzig subjektiv ist, das die Sudeten als “deutsch” wahrgenommen werden. Aber das ist nur meine Sicht …”

    Die Sudeten-Deutsche, sind Deutsche, deshalb wurden sie ja vertrieben. Auch wenn es in Ihre linke Denke nicht passt. Kulturen und Ethnien sind etwas gutes.

  37. #37 Sulu
    7. Juli 2016

    sind Deutsche, deshalb wurden sie ja vertrieben.

    Kulturen und Ethnien sind etwas gutes.

    Soso…

  38. #38 Anderer Michael
    8. Juli 2016

    Sulu
    Weswegen wurden denn die Sudetendeutschen vertrieben? Außer “Soso” ein bisschen wenig was da kommt,oder? Die Sudeten waren von überwiegend Deutschen bewohnt, von denen sich kein einziger als Ungar sah. Schon mal was vom historischen Begriff DeutschÖsterreich gehört? Und wenn doch sie sich als Österreich -Ungarn oder gar als Staatsangehörige der CSR sahen , rechtfertigt das die Vertreibung, 1945 zum Zeitpunkt der wilden Vertreibung mit grausamen Verbrechen und Massenmord, Stichwort Todesmarsch von Brünn.
    Antiziganismus in Osteuropa ist einzig das Problem der dortigen Zivilgesellschaften, unserer Natopartner und Eupartner. Diskriminierung von Romas gibt es auch bei uns. Wo sollen die deutschen Romas hinflüchten? Nach Indien? Und Jenische und Sintis bei uns haben sich und Romas gegenseitig diskriminiert. Und sollen diese auch flüchten? Und vor was flüchten die Albaner aus Albanien? Lieber Sulu sind Sie in der Lage mir das zu beantworten, Sie wären der Erste.

    Zur Frage Zivilgesellschaften in Afrika. Mal ernst gefragt: Wen wollen Sie jetzt für dumm verkaufen? Mich und Sie sich selber? Haben afrikanische Länder keine Zivilgesellschaften?
    Was mich immer wundert, wie mein sein eigenes Volk hassen kann (bei einem jüdischen Deutschen kann ich es verstehen), vor allem wenn wir zu der verwöhnten und auf Rosen gebetteten Generation der Nachkriegszeit gehören
    Im übrigen :in jedem Land haben Inländer mehr und andere Rechte als Ausländer.

  39. #39 Sulu
    8. Juli 2016

    Sudetendeutschen

    Den Begriff gibt es eigentlich erst seit Ende des 1. WK und wurde so richtig etabliert in den 30er Jahren. Ich muss mich dieser Narration ja nicht anschließen, und meine Großtante hat das offenbar auch nicht.

    Antiziganismus in Osteuropa ist einzig das Problem der dortigen Zivilgesellschaften, unserer Natopartner und Eupartner. Diskriminierung von Romas gibt es auch bei uns. Wo sollen die deutschen Romas hinflüchten?

    Du hast gefragt, warum Roma zu uns flüchten, ich habe dir einen Grund genannt. Von deutschen Roma war überhaupt keine Rede. Und Antiziganismus gibt es überall auf der Welt. Vor allem in Deutschland. Der wurde aber – im Gegensatz zum Antisemitismus – nicht mal im Ansatz aufgearbeitet.

    Und vor was flüchten die Albaner aus Albanien?

    Da findest du im Netz ziemlich viel Material dazu.

    Zur Frage Zivilgesellschaften in Afrika. Mal ernst gefragt

    Ja im Ernst, was soll deine Frage nach “afrikanischen Zivilgesellschaften”? Kann man einfach beantworten: Die sind ziemlich heterogen, wie auf jedem Kontinent.

    wie mein sein eigenes Volk

    Also ich habe (besitze?) kein Volk. Ich habe einen Pass, muss man ja. Und hassen tue ich gar nichts.

  40. #40 Anderer Michael
    8. Juli 2016

    Sulu
    Guten Morgen . Wer lesen kann ist im Vorteil, las ich mal irgendwann hier im SB.
    Die Frage: Warum die Deutschen aus der CSR vertrieben wurden?
    Die Verantwortung für Antiziganismus haben die Zivilgesellschaften der Herkunftsländer und nicht unisono Deutschland für Rumänien , Serbien, Ungarn usw. Antiziganismus vor allem in Deutschland ?Dann schaue dich mal um in der Welt, lieber Sulu. Oder ist dieser massive deutsche Antiziganismus der Grund, warum Romas aus Osteuropa zu uns flüchten?
    Warum flüchten die Albaner aus Albanien. Sag doch einen Grund. Muss ziemlich schwer sein? Konnte auch Frau Merkel nicht beantworten.(1)

    Afrikanische Zivilgesellschaften sind heterogen. Bingo.Weisheit des Tages? Und diese drücken sich vor der Verantwortung, und zwar gewaltig und schieben sie auf Deutschland ab.

    Du hast kein Volk, ich auch nicht, in deinen Sinne von “besitzen”. Einen Pass must du auch nicht besitzen, als Deutscher. Es langt ein Personalausweis, den du nicht mit dir führen must, als Deutscher in Deutschland.
    Nebelkerzen, empört sein, den anderenbeschäftigen, nicht konkret werden, ablenken, moralisieren. So ungefähr formuliert der gute Leo Brux, was seines Erachten die Taktik von Rechtsradikalen sei und was er auf seinem Blog nicht haben wolle. Klare Ansage: Ich unterstelle die weder Rechtsradikalismus noch irgendeinen anderen Radikalismus (wäre auch ohne nähere Kenntnis ziemlich unverschämt). Auffallend ist nur, in deiner Ideologie, die unschwer einen generalisierenden antideutschen Charakter hat ( selektiv und begründet habe ich per se nichts dagegen), scheinst du dich wohl zu fühlen. Geh doch da raus und stelle dich der Realität, die ist komplizierter und härter als in der gemütlichen antideutschen Ecke

    1: ich möchte nicht unkooperativ erscheinen. Ich gab in Google ein: ” Warum flüchten Albaner aus Albanien”. Ergebnis zusamenfassend. Die Albaner flüchten nicht , in ihrem Verständnis “gehen” sie nach Deutschland. Grund:”future”. Viel Spaß beim Nachlesen.

  41. #41 ralph
    8. Juli 2016

    “…was Menschen dazu treibt, alles was sie haben und manchmal auch im sehr wörtlichen Sinn ihr ganzes Leben für ein unsicheres Fluchtmanöver zu riskieren,… wenn Menschen verstehen sollten, was dies bedeutet, dann wir Deutschen.”
    Im Ernst Herr Schönstein?
    Seit es in meinem Leben Fernsehen gibt – also vom 6-7 Lebensjahr an – wusste ich, dass es unglaublich viele notleidende Menschen gibt, knapp am Existenzminimum oder darunter. Damals gab es Hungersnöte in Indien. Spätestens mit 9 Jahren war mir klar: Wäre ich ZB als ein armer Inder geboren, würde als junger Mann alles tun, um nach Deutschland, die USA oder in ein ähnlich reiches Land zu kommen – und wunderte mich damals, dass es scheinbar so wenige versuchten. Wenig später wurde mir auch klar, dass es in Deutschland und Europa keinesweges immer so war, sondern dass sich meine Generation in einer – historisch und geographisch gesehen – beispiellosen Glückssituation befindet, was Chancen und Existenzgrundlage betrifft.
    Ich gehe davon aus dass es vielen – wenn nicht den meisten meiner Generation genau so geht. Selbstverständlich nicht nur in Deutschland. Was es aber damals in der DDR gab, war Westfernsehen. Mit all seinen Verheissungen auf ein (Sorgen) freies, selbstbestimmtes Leben. Das “Westfernsehen” hat sich inzwischen globalisiert, inklusive seiner Verheissungen.
    Ist Ihnen das allgegenwärtige Problem der immensen Ungleichverteilung von Resourcen und Chancen in der Welt und dem daraus resultierenden Migrationsdruck nicht unmittelbar gewahr, Herr Schönstein? Bedurfte es ausgerechnet eines Besuchs im Museum Checkpoint Charlie um sich dessen und Ihrer eigenen privilegierten Situation gewahr zu werden und um Empathie für Flüchtlinge zu empfinden? Oder weshalb glauben Sie es hier in diesem Blog gesondert betonen zu müssen?
    Die Frage ist ernst gemeint, ich verstehe Sie nicht.

  42. #42 Anderer Michael
    8. Juli 2016

    Und werde doch mal konkret, Sulu
    Sudeten und Sudetendeutsche waren ein Propagandabegriff. Richtig. Und warum ?
    Aber was waren denn die deutschsprachigen Bewohner Böhmen und Mährens in deinen Augen. Marsmenschen, Finnen, Uiguren, Deutsche?
    Und sag doch,warum wurden sie deiner werten Meinung nach vertrieben.

    Grundsätzliches zu meiner Auffassung: An der deutschen Bevölkerung wurden zum Ende des II WK und danach grausamste Verbrechen begangen. Nur die Geschichte dazu beginnt eben nicht 1945 sondern 1938. Was Russland betrifft, der Überfall 1941 und bis 1944 grausamste Verbrechen von deutschen Soldaten an der dortigen Bevölkerung.Rechtfertigungen aller dieser Verbrechen durch Spätgeborene sind vollkommen inakzeptabel.

  43. #43 Jürgen Schönstein
    8. Juli 2016

    @ralph
    Nein, es bedurfte für mich nicht des – wiederholten (seit 1993) – Besuchs in diesem Museum, um Migration zu verstehen (schauen Sie mal hier). Aber mir fiel auf, dass offenbar viele Deutsche vergessen haben, dass Flucht und Vertreibung unter großen Gefahren, ebenso wie die Aufnahme von Flüchtlingen (in großer Zahl) etwas sind, was Menschen, die sich als Deutsche bezeichnen, eben als Teil ihrer Identität mit begreifen sollten. Wie man damit dann umgeht, ist nochmal eine andere Frage – aber diese Unterstellung, das Flüchtlinge doch eh’ nur Sozialschmarotzer sind und bei uns nichts zu suchen haben, sollten Menschen in Deutschland eigentlich nicht mal denken, geschweige denn aussprechen. Doch sie tun’s…

  44. #44 Moreno
    8. Juli 2016

    @ J. Schönstein: “… das Flüchtlinge doch eh’ nur Sozialschmarotzer sind und bei uns nichts zu suchen haben, sollten Menschen in Deutschland eigentlich nicht mal denken, geschweige denn aussprechen. Doch sie tun’s…”

    Genau, am besten ein Denk- und Redeverbot zum Thema – wie von Ihnen gewünscht.

    Erst vor vier Tagen “tat es” der Göttinger Politologe Bassam Tibi auf Welt-Online:

    “Ich kenne eine somalische Familie, die schon im amerikanischen Ohio gelebt hatte. Der Vater beklagte sich, dass man in Amerika arbeiten müsse und wenig verdiene. Er hat es geschafft, aus Amerika nach Deutschland zu kommen und zu suggerieren, er wäre gerade aus Somalia geflohen. Amerika hat ihm nicht gefallen. Also hat er gelogen. Nun hat er eine Wohnung und die vier Kinder bringen ihm insgesamt so viel Geld ein, wie ich als pensionierter Professor beziehe. Er ist schon drei Jahre hier und spricht kein Wort Deutsch. Das wird er auch nicht lernen. Man muss über solche Fälle reden dürfen!”
    http://www.welt.de/debatte/article156781355/Deutschland-ist-immer-noch-kein-normales-Land.html

    Sein letzer Satz “Man muss über solche Fälle reden dürfen!” hat absolut seine Richtigkeit, solange Leute wie Sie – Herr Schönstein – mit der Moralkeule Denk- und Redeverbote einfordern.

  45. #45 RPGNo1
    8. Juli 2016

    @Moreno: Wo spricht Jürgen Schönstein von Denk- und Redeverboten? Er spricht nur nur von mehr Sensibilität und Hirn einschalten (gerade aufgrund unserer eigene Geschichte) in Bezug auf die Flüchtlinge.

    Die Rosinenpickerei mit deinem somalischen Flüchtling (Einzelfall!) ist aber nicht sehr hilfreich. Du bedienst die Klischees, die populistische und rechte Parteien so gerne aufgreifen. Aber das ist dir schon bewusst, da du sowieso gerne von “linker Denke” redest (siehe Kommentar #35). Irgendwie entlarvend, gell?

  46. #46 Moreno
    8. Juli 2016

    @ RPGNo1
    Entlarvend als was?
    Mal an Sie gefragt. Warum benötigen wir überhaupt ein Asylverfahren um den Anerkennungsstatus zu klären?

  47. #47 Basilios
    Boku wa tomodachi ga sukunai
    9. Juli 2016

    @Sulu
    Genau so sehe ich das auch.
    Und die deutsche Nationalmannschaft im Fußball ist auch nicht meine Mannschaft. Die Jungs sind nicht meine und sie gehören mir auch nicht, auch wenn die (fast) alle in Deutschland geboren wurden.

  48. #48 Laie
    13. Juli 2016

    Das ist auch ein österreichisches Kapitel.

  49. #49 Alderamin
    14. Juli 2016

    @Moreno

    Warum benötigen wir überhaupt ein Asylverfahren um den Anerkennungsstatus zu klären?

    Weil Nicht-Asylanten aus Nicht-EU-Ländern ansonsten kein Aufenthaltsrecht haben? Und jeder Zugewanderte hat das Recht, einen solchen Antrag zu stellen und prüfen zu lassen, ob er verfolgt wird. Na ja, dann gibt’s noch die tolle, faire Dublin-Regel, dass der Antrag in dem Land gestellt werden muss, wo der Antragsteller die EU betritt. Da lacht der Österreicher und der Italiener und Grieche rauft sich die Haare.

    Sein letzer Satz “Man muss über solche Fälle reden dürfen!” hat absolut seine Richtigkeit,

    Man darf über alles reden. Man darf nur nicht den Schluss ziehen: wenn Person A aus Land/Ethnie/Kulturkreis X faul/gewalttätig/fanatisch/ was-auch-immer ist, dass eine Person B aus X, von der ich ansonsten nichts weiß, das auch sei. Genau das ist Rassismus. Man wird ja auch mal über Adolf Hitler reden dürfen. Der sagt jetzt was über Deutsche/Österreicher aus? Eben, gar nichts.

    Deswegen macht es auch keinen besonderen Sinn, über irgendeine Person aus Somalia zu reden. Und wenn sich dutzende Islamisten in Deutschland in die Luft sprengten (die in Paris waren übrigens fast alle gebürtige Belgier) – hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien werden das für genau so verabscheuungswürdig halten, wie die meisten von uns. Weil sie ganz normale Leute sind, die nur ihren Frieden wollen.

    Heute gab’s übrigens neue Zahlen:

    2,1 Millionen Menschen wanderten 2015 nach Deutschland ein.
    1 Million verließ Deutschland aber auch wieder.
    Unter den Zugewanderten waren nur 326000 aus Syrien, die Asylrecht genießen. Rund 400000 kamen hingegen aus den EU-Ländern Polen und Rumänien, die genießen die EU-Freizügigkeit. Die hält auch keine Grenzschließung auf.

    Übrigens fiel mir neulich auf einer Fahrradtour wieder mal ein großes, nicht abgeerntetes Spargelfeld auf. Vor ein paar Jahren ging es durch die Zeitung, dass der Spargel zu großen Teilen nicht geerntet werden konnte, weil nicht genug Hilfskräfte aus Osteuropa zur Verfügung standen (die meisten Deutschen lassen sich mit den an die Osteuropäer gezahlten Löhnen nicht für die Ernte gewinnen). Die gingen statt dessen lieber nach England, wo mehr gezahlt würde.

  50. #50 Moreno
    15. Juli 2016

    @ Alderamin: “Weil Nicht-Asylanten aus Nicht-EU-Ländern ansonsten kein Aufenthaltsrecht haben. Und jeder Zugewanderte hat das Recht, einen solchen Antrag zu stellen und prüfen zu lassen, ob er verfolgt wird?”

    Darf ich mal fragen, was denn ein “Nicht-Asylant” sein soll? Und warum der “Nicht-Asylant” überhaupt einen Asylantrag stellen soll? Ich habe viel eher den Eindruck, es gibt zahlreiche “Nicht-Asylanten” die hier Asylanträge stellen.

    Zumindest gebe ich Ihnen bei Ihrer weiteren Ausfühung in einem Punkt recht. Henryk M. Broder hatte es mal ähnlich formuliert. Es gibt bestimmte Verhaltensweisen, die man bestimmten Ethnien und Kulturen zuordnen kann. Und sei es nur, dass man den Deutschen im Kollektiv unterstellt, dass sie keinen Boock haben Spargel zum Mindestlohn zu ernten. Wie von Ihnen behauptet