Dass sich unter einem Präsidenten Donald J. Trump vermutlich nicht viel ändern würde, hatte ich hier geschrieben. Diese “Prognose” beruhte auf zwei Dingen: Erstens darauf, dass die Macht des US-Präsidenten, zumindest in der Innenpolitik (bei der Außenpolitik liegt die Sache etwas anders) trotz aller Worte vom “mächtigsten Mann der Welt” – und ja, leider wird es auch in den kommenden vier Jahren bei der männlichen Form bleiben – ziemlich begrenzt ist. Das sehen wir ja beim aktuellen Amtsträger, dem trotz hoher Popularität die Hände gebunden sind, wenn ihn der Senat und das Abgeordnetenhaus blockieren. Die anhaltende Vakanz im Supreme Court ist da ja nur ein Beispiel von vielen. Und zweitens darauf, dass Trump gar nicht viel ändern müsste, denn so schlecht, wie er sie im Wahlkampf gemacht hat, stehen die USA ja nun wirklich nicht da – die Arbeitslosigkeit ist eh’ schon länger rückläufig, auch das ach so umstrittene Krankenversicherungsgesetz mit dem populären Namen “Obamacare”, das nicht unerheblich zum Stellenwachstum, beigetragen hat, ist ja im Kern eine republikanische Erfindung, die dann halt – wie so viele Trump-Immobilien – ein bisschen an der Fassade renoviert werden könnte und dann fürderhin als “Trump Care” bezeichnet werden.

Doch eine der wesentlichen Prämissen meiner vier Monate alten Diagnose war, dass Trump zwar der Kandidat der Republikaner wurde, aber auf dem Weg dorthin sein Verhältnis zum republikanischen Establishment im Senat und Abgeordnetenhaus scheinbar unkittbar beschädigt hatte (siehe meinen Hinweis oben auf die Machtverteilung zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress). Wer nun wie nachtragend sein wird (beide Seiten neigen dazu), oder wie groß der gegenseitige Opportunismus der nun in ihrer Machtrolle bestätigten Republikaner sein wird – das ist nicht vorhersagbar, wird aber für die Effizienz des künftigen Präsidenten ganz entscheidend sein. Ich gehe zwar weiterhin davon aus, dass ein Mensch mit dem Charakter eines Donald Trump gar nicht in der Lage ist, sein Ego zum Nutzen eines Gesetzes, eines Programms mal zumindest kurze Zeit im Leerlauf zu halten. Aber drauf verlassen kann man sich nicht – diese Lektion habe ich in den vergangenen zwölf Wochen gelernt.

Eigentlich hatte ich gehofft, mir den ganzen Wahlabend ersparen zu können, um dann wenigstens ausgeruht mit dem Ausgang umgehen zu können. Doch die trügerische Ruhe in meiner sehr klar demokratisch orientierten Nachbarschaft in Cambridge verriet das Ergebnis auch ohne ein einziges Wort… Und ein schwieriger Umgang mit dem Wahlergebnis wäre es so oder so geworden – selbst mit einem anderen Ergebnis. Denn hier wurde ja nicht über eine politische Richtung abgestimmt (über die man sich streiten muss, das liegt in ihrer Natur), und auch nicht – nur – über Persönlichkeiten und persönliche Präferenzen. Die Abstimmung selbst, die dabei zum Ausdruck gebrachten Positionen waren teilweise erschreckend erschütternd, selbst wenn sie die Wahl nicht entschieden hätten. Diese Wahl letztlich auch auch ein unvermeidliches Referendum zum zivilen Umgang miteinander geworden, also darüber, wie Menschen ihre Nachbarn sehen und behandeln. Und dder Ausgang ieses Referendums ist ein moralischer Brexit. Damit künftig umgehen zu müssen, dass die Frau neben mir in der U-Bahn, der Mann an der Kasse im Supermarkt oder die Familie vor mir in der Kinoschlange mit ihrer Ja-Stimme auch ganz klar Rassismus, Bigotterie, Hass auf Minderheiten und Diskriminierung gut geheißen und als für sie akzeptabel, wenn nicht gar erstrebenswert haben könnten und wohl auch weiterhin begrüßen würden – das dreht mir wirklich und im wörtlichen Sinn den Magen um.

flattr this!

Kommentare (88)

  1. #1 Wanka
    9. November 2016

    Das gute an Trump´s Sieg ist die schallende Ohrfeige für die Kulturmarxisten.

  2. #2 Alisier
    9. November 2016

    Ja, hauptsache Ohrfeigen verteilen. Was passiert, nachdem man seine Aggressivität ausgelebt hat, kann einem ja egal sein……

  3. #3 RPGNo1
    9. November 2016

    @Wanka
    Trump geht es am Allerwertesten vorbei, was AfDler und Rechtspopulisten in Europa über ihn denken oder auch sich von ihm erhoffen.
    Schon vergessen? America first!
    Du wirst bald wieder ganz kleine Brötchen backen.

  4. #4 rincewind.ii
    9. November 2016

    @Alisier: ich glaube/fürchte, es bleibt genug Agressivität für eine zweite Amtszeit. und danach die Sintflut!

  5. #5 Schmidts Katze
    9. November 2016

    “Die Republikaner haben den einzigen Kandidaten aufgestellt, der gegen Hillary Clinton verlieren könnte. Und die Demokraten haben die einzige Kandidatin aufgestellt, die gegen Trump verlieren könnte.”
    Das stand heute morgen um 4:26 im Liveticker von SpON.

    Gestern haben nicht die Trump-Fans gegen die Clinton-Anhänger gewonnen, sondern die Clinton-Gegner gegen die Gegner von Trump.
    Innenpolitisch eine Katastrophe, aussenpolitisch hoffe ich auf eine Schwächung der NATO und eine Verbesserung der Beziehungen zu Rußland.

  6. #6 anderer Michael
    9. November 2016

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Trump vom ersten Tag an eine ” lame duck” sein wird, weil sein Rückhalt in der eigenen Partei nicht allzu hoch ist?

  7. #7 Johann
    9. November 2016

    Das Ende der Demokratie nagt. Nicht aber weil ein Hinterwäldler für 4 Jahre zu einem mächtigem Mann wird (ganz sicher wird der Senat nicht alles durchgehen lassen weswegen ich ihn nicht als mächtigsten Mann bezeichnen mag), sondern weil sich ganz deutlich bei vielen Menschen zeigt, daß für sie Demokratie bedeutet in ihrem Sinne abstimmen zu müssen.
    Es gibt übrigens etwas anderes Gutes an der Wahl von Trump: Clinton (die Cholera bei dieser Pest und Cholerawahl) wird nicht erneut antreten weswegen Bernie Sanders hoffentlich der nächste Kandidat und dann auch der Präsident wird.

  8. #8 ralph
    9. November 2016

    Nun haben die Republikaner die Mehrheit im Kongress und im Senat. Zudem wird der Supreme Court vermutlich bald mehrheitlich von Republikanern besetzt sein. Andrerseits stehen sehr viele Republikaner nicht hinter Trump. Ich behaupte – nicht ganz ohne Zweckoptimistmus – er wird es auch nicht leichter als Obama, oder irgend eine anderer Präsident haben, weichenstellende Veränderungen durchzusetzen. Ich vertraue auf das Beharrungsvermögen dieser alten Demokratie und ihrer Institutionen, man kann es negativ Schwerfällligkeit, oder postiv als Stabilität auslegen.
    Gravierend wäre allerdings der Ausstieg der USA aus den Klimaverträgen von Paris. Das könnte allerdings teilweise durch ein verringertes Wirtschaftswachstum wieder ausgeglichen werden, falls Trump tatsächlich Globalisierung durch Protektionismus zurückdrehen versucht.

  9. #9 Ulf
    9. November 2016

    Ich zitere mal:

    Donald Trump ruft nach seinem Wahlsieg die Amerikaner zur Einheit auf. „Ich werde Präsident aller Amerikaner sein“, sagte der 70-Jährige in New York. Er würdigt Hillary Clinton, „die sehr viel für unser Land getan hat“.

    Er strebe Kooperation und keine Konflikte an – in der Innenpolitik genauso wie in den internationalen Beziehungen.

    Trump bot der Weltgemeinde eine „faire“ Zusammenarbeit an. „Wir werden großartige Beziehungen pflegen“, sagte er. Es müsse aber gesagt werden, dass Amerika zuerst komme.

    Zitat Ende

    Muß man sich jetzt Trump fürchten, weil er unberechenbar ist?

  10. #10 Ulf
    9. November 2016

    Ich zitere mal:

    Donald Trump ruft nach seinem Wahlsieg die Amerikaner zur Einheit auf. „Ich werde Präsident aller Amerikaner sein“, sagte der 70-Jährige in New York. Er würdigt Hillary Clinton, „die sehr viel für unser Land getan hat“.

    Er strebe Kooperation und keine Konflikte an – in der Innenpolitik genauso wie in den internationalen Beziehungen.

    Trump bot der Weltgemeinde eine „faire“ Zusammenarbeit an. „Wir werden großartige Beziehungen pflegen“, sagte er. Es müsse aber gesagt werden, dass Amerika zuerst komme.

    Zitat Ende

    Muß man sich jetzt vor Trump fürchten, weil er unberechenbar ist?

  11. #11 Chemiker
    9. November 2016

    @Johann

    Clinton (die Cholera bei dieser Pest und Cholerawahl) wird nicht erneut antreten weswegen Bernie Sanders hoffentlich der nächste Kandidat und dann auch der Präsident wird.

    Sie wissen aber schon, daß Sanders Baujahr 1941 und damit sechs Jahre älter als Clinton ist?

  12. #12 ralph
    9. November 2016

    “Und dder Ausgang ieses Referendums ist ein moralischer Brexit. Damit künftig umgehen zu müssen, dass die Frau neben mir in der U-Bahn, der Mann an der Kasse im Supermarkt oder die Familie vor mir in der Kinoschlange mit ihrer Ja-Stimme auch ganz klar Rassismus, Bigotterie, Hass auf Minderheiten und Diskriminierung gut geheiße..”

    Oh jeh, Herr Schönstein! Nun sind Sie also seit Jahren von Rassisten und Schlimmerem umgeben und merkten es nicht, haben sich womöglich sogar in ihrer Wahlheimat wohlgefühlt?
    Im besten Fall verrät Ihnen das etwas über ihre eigenen bequemen Denkabläufe. Die Schublade lässt grüssen.

  13. #13 Orci
    9. November 2016

    @#8 (Ralph):

    Die republikanische Mehrheit in beiden Kammern dürfte Fluch und Segen zugleich sein:

    Einerseits haben die Republikaner damit die Möglichkeit, “durchzuregieren”, ohne allzu schmerzhafte Kompromisse eingehen zu müssen.

    Andererseits bedeutet das, dass man in vier Jahren alles was gut und nicht gut läuft alleine den Republikanern anlasten kann (und erfahrungsgemäß verkaufen sich schlechte Nachrichten auch vier Jahre nach der Wahl besser als gute)

    Wieder andererseits steht Trump mit dem Gros der republikanischen Funktioniäre nicht so gut wie jeder beliebige unter seinen Mitbewerbern um die Kandidatur. Persönliche Animositäten sollte man da nicht unterschätzen. Das wird beiden Seiten die Zusammenarbeit nicht eben einfach machen.

  14. #14 Uli
    9. November 2016

    Eigentlich waren beide (fast alle) Kandidaten zu alt. Und ob Bernie die nächste Wahl noch erlebt, muss sich auch noch erst rausstellen…

    Aber jedes Land hat die Regierung, die es verdient. Wir ja auch…

  15. #15 RPGNo1
    9. November 2016

    @Orci
    zu Kommentar #13
    Deine Gedanken sind nicht von der Hand zu weisen.
    Andererseits befürchte ich auch, dass vielen Republikaner ihre Anti-Trump-Haltung völlig egal sein wird, wenn es um Machterhalt oder Machtzugewinn geht. Die werden ihr Fähnchen kräftig nach dem Wind drehen, so wie es auch nach den Vorwahlen geschehen ist. Am Anfang haben sich viele wichtige Reps das Maul über den Seiteneinsteiger zerrissen. Als sich Trumps Vorwahlsieg abzeichnete, haben einige von denen Trump ihre Unterstützung angeboten, frei nach dem Motto: “Was geht mich mein doofes Geschwätz von gestern an!”

  16. #16 Orci
    9. November 2016

    @#15 (RPGNo1):

    Das kann ich mir auch gut vorstellen. Hierarchien neigen leider dazu, Menschen dieser coleur nach oben zu schwämmen. Und dann spielt ja auch Staatsraison eine Rolle: Gerhard Schröder hat für seine Agenda2010 seinen Laden ja auch gegen jede Menge interne Widerstände auf Linie gebracht (völlig unabhängig, wie man die dann bewertet). So werden viele Ageordnete und Funktionäre wohl eher zähneknirschend das Rad gemeinsam mit Trump anschieben, anstatt ihm Sand ins Getriebe zu streuen.

  17. #17 LasurCyan
    9. November 2016

    Tja, diese ‘Morgenübelkeit’ heute. In meiner Fassungslosigkeit wurde mir vor allem klar, dass ich dieses Szenario vorher völlig ausgeblendet hatte, weil ich dachte, dass doch niemand bei Verstand diesen Typen ernsthaft usw..

    Klare Unterschätzung von Dummheit. Vor allem meiner eigenen..

  18. #18 Tim
    9. November 2016

    @ Jürgen Schönstein

    Dutzende Millionen Wähler erwarten nun von Trump, daß er liefert. Wenn ihn das republikanische Establishment in den kommenden Monaten zügelt, wird das den Haß dieser Leute nur weiter anstacheln. Das wird den Kongreßabgeordneten und Senatoren nicht entgehen, die auf Wiederwahl schielen.

    Ich fürchte, einen Teil seines gefährlichen Unsinns wird er tatsächlich umsetzen.

  19. #19 rolak
    9. November 2016

    vorher völlig ausgeblendet

    Bis vor drei, vier Wochen hier auch, LasurCyan, eventuell sogar nach der obskuren Regel ‘weit weg’. Doch mit der wachsenden Erkenntnis von Stimmengleichheit und Stimmenungleichheit wuchsen auch Frust und Pessimismus. Leider berechtigt – doch gewettet hätte ich nicht, dazu war es zu sehr Stimmung denn Prognose.

  20. #20 Steffmann
    9. November 2016

    Eine Meinung:

    Ja, die Welt wird untergehen. Trump wird alles in die Scheiße reiten. Nein, wird er natürlich nicht. Allein die Tatsache, dass das Wohl und Wehe von einem Mann abhängig sein solle, müsste ja schon bei dem einen oder anderen für Fragezeichen sorgen. Aber, man gefällt sich ja so prächtg im sozialem Fatalismus. Na gut, ich will mal kein Spielverderber sein und finde Trump auch richtig pöse. Aber bedenkt bitte, Kriege wurden auch unter Obama geführt, wenn auch mit moralischem Vorsprung besser gerechtfertigt. Trump ist für uns nicht vorstellbar, in unserer sozialisierten europäischen Welt, mit all den Errungenschaften auf die ich auch nicht verzichten wollte. Doch die Amis ticken nunmal anders. Und wer bei Burka und Co. Toleranz gegenüber anderen Denkweisen einfordert und sich als Kulturrelativist aufspielt, sollte auch hier mal einen Haken dahinter machen.

  21. #21 tomtoo
    9. November 2016

    Och kommt.
    Trump und Hillary sind doch beide Opportunisten.
    Was solls also ?
    Ich kann mich da garnicht so aufregen.

  22. #22 Phil
    9. November 2016

    Das schöne an der Wahl ist, dass sie zeigt, dass Medien keinen Einfluss haben. In der Medienlandschaft wurde permanent gegen Trump gehetzt, der zeitgleich auch noch als Quereinsteiger gegen den Politikadel kämpfen musste.
    Der einzige der die Situation klar und rational analysiert hat, war (mal wieder) Scott Adams:

    http://blog.dilbert.com/post/152955248046/i-answer-your-questions-about-predicting-president

  23. #23 Jürgen Schönstein
    9. November 2016

    @Tomtoo
    Das nennt man eine “false equivalence”, eine falsche Gleichsetzung. Selbst wenn Du recht hättest (obwohl ich weder bei der einen noch dem anderen “Opportunismus” als primären Charakterzug genannt hätte) – man kann beispielsweise opportunistisch darin sein, anderen zu helfen (d.h. Hilfe dann gewähren, wenn sie am leichtesten zu erbringen ist, oder wenn man selbst dabei den größten Nutzen rausschlagen kann), oder opportunistisch ausnutzen, wenn jemand oder ein Gruppe unachtsam ist, um ihr Schaden zuzufügen. Such Dir aus, ob jemand von den beiden hier gemeint sein könnte, und wenn ja, wer – darauf kommt es aber nicht an. Sondern darauf, dass die Motive und auch die praktischen Konzequenzen des Opportunismus, wenn er denn bei Trump und Clinton gleichermaßen ausgeprägt wäre (siehe meinen einleitenden Satz zu diesem Kommentar, nicht zwangsläufig vergleichbar sein müssen – und (nicht nur) meiner Ansicht auf völlig unterschiedlichen ethischen Ebenen verankert sind.

  24. #24 Steffmann
    9. November 2016

    @Jürgen:

    opportunistisch ausnutzen, wenn jemand oder ein Gruppe unachtsam ist, um ihr Schaden zuzufügen

    Na ja, das findet dann ja auch nur in deinem Kopf statt. Deine Erwartungen, deine Ansprüche. Müssen aber nicht mit denen, andere Wähler übereinstimmen, nicht wahr ?

  25. #25 Steffmann
    9. November 2016

    @Jürgen:

    und (nicht nur) meiner Ansicht auf völlig unterschiedlichen ethischen Ebenen verankert sind.

    Nix für ungut, aber noch so ein Beweis dafür, dass deine angebliche Unbefangenheit nur vorgespielt ist. Unterschiedliche ethische Ebenen ?? Wie geht denn sowas ? Und wenn so etwas geht, dann müsste man ja auch über die Einwanderung nach Europa neu diskutieren

  26. #26 Jürgen Schönstein
    9. November 2016

    @steffmann
    Doch für ungut. Deine ad hominems reichen mir nun. Natürlich ist es eine unteschiedliche ethische Ebene, ob ich aus Profitdenken und persönlicher Lust handele, oder ob ich ein Bedürfnis habe, die Welt zu verbessern. Wenn Dir meine Argumente nicht passen, bleib weg hier. Und nein, ich habe nie “persönliche Unbefangenheit” reklamiert – im Gegenteil: Dies ist ein sehr persönliches Blog. Genau das passt Dir nicht, doch dafür gibt’s eine einfache Lösung…

  27. #27 Alisier
    9. November 2016

    Wir sollten uns darauf einstellen, dass Autoritäts-, Verschwörungs- und “Alle-sind-doof-außer-mir-selbst”-affine jetzt Oberwasser haben, und zunehmend aggressiv auftreten werden.
    Auch wenn sie mit sauberen Argumenten jeder Art auf Kriegsfuß stehen: wir sollten sie bringen und andere echte Argumentierende unterstützen.
    Und die Samthandschuhe werden ab sofort eingemottet.

  28. #28 Michael
    9. November 2016
  29. #29 RPGNo1
    9. November 2016

    @Alisier
    Schau mal drüben bei Primaklima rein. Denn es hat schon begonnen, die Agressiven kriechen aus ihren Löchern.

  30. #30 griesl
    10. November 2016

    @Alisier
    Was ist denn ein sauberes Argument ? Eins das nicht die Weltsicht/Person angreift oder als Konstrukt funktioniert ?! Wird das von den “Parteien” so wahrgenommen ?
    Diskussionen werden problematisch und unfruchtbar, wenn jeder die Wahrheit reklamiert.

    @schönstein
    zu der Wahl passt ein Zitat
    “Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.”

  31. #31 Alisier
    10. November 2016

    @ griesl
    Genau das meinte ich. Die Andeutung (Ok, war mehr als eine Andeutung deinerseits, sorry), es gäbe gar keine Fakten, und es könne keine sauberen Argumene geben, sondern “Die einen sagen halt so, die anderen so”, nicht wahr…..ist eine verlogene und aggressive Lüge.

  32. #32 Alisier
    10. November 2016

    ….wobei ich die Lüge nur deswegen noch als verlogen bezeichnet habe, damit du auch ja verstehst, was ich sagen will.

  33. #33 tomtoo
    10. November 2016

    @Michael
    Vielen Dank für den Link !
    So gut könnte ich meine Gedanken leider nicht ausdrücken. Ich bin mal gespannt ob unsere Politikereliete den Schuß vor den Bug bemerkt. Bevor es bei uns ähnlich unangenehm einschlägt.
    @Jürgen
    Lies doch mal den Link von Michael. Ich glaube dann verstehst du auf was ich mit opportunistisch anspielen wollte.

  34. […] Trump-Präsidentschaft mag zwar nicht das Ende der Welt bedeuten – für die weltweiten Klimaschutzbemühungen ist das Wahlergebnis jedoch eine Zäsur. Sowohl auf […]

  35. #35 Earonn
    10. November 2016

    @Jürgen Schönstein
    “moralischer Brexit”
    Schöner Begriff, muss ich mir merken.
    Ich stimme auch dem Artikel selbst zu. Mr Trump als solcher ist weniger das Problem, als die Tatsache, dass Hate Speech, Sexismus und Rassismus (ich würde in Bezug auf die Mexikaner “Nationalismus” sagen, aber das Wort ist bereits besetzt) offenbar für die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung okay sind, solange ihnen nur planlos versprochen wird, was sie hören wollen.

    @ johann #7
    Stimme dir betreffs des mangelnden Demokratieverständnisses zu.

    @ralph #12

    Oh jeh, Herr Schönstein! Nun sind Sie also seit Jahren von Rassisten und Schlimmerem umgeben und merkten es nicht, haben sich womöglich sogar in ihrer Wahlheimat wohlgefühlt?
    Im besten Fall verrät Ihnen das etwas über ihre eigenen bequemen Denkabläufe. Die Schublade lässt grüssen.

    Was hat das mit Schubladendenken zu tun, wenn man sich über die ethischen Grundsätze seiner Mitmenschen irrt? Da sehe ich den Zusammenhang nicht.

    @Phil #22

    Das schöne an der Wahl ist, dass sie zeigt, dass Medien keinen Einfluss haben. In der Medienlandschaft wurde permanent gegen Trump gehetzt, der zeitgleich auch noch als Quereinsteiger gegen den Politikadel kämpfen musste.

    Viele Medien werden von Menschen gemacht, die weder Rassismus noch Sexismus sonderlich schätzen.
    Darum fanden sie auch den Rassisten und Sexisten Trump unmöglich.
    Was ist daran unverständlich?
    Ist ja, als ob ich mich beschwerte, dass Breitbart über liberale Werte herzieht…

  36. #36 Bullet
    10. November 2016

    @Earonn: ich denke, Phil will wirklich nur sagen, daß der Einfluß der Medien bzw. der Grad der möglichen Einflußnahme der Medien gerade in denselben Medien stark überhöht erwartet und dargestellt wird.
    Hier sieht es so aus, als ob “Medienpropaganda” weniger effektiv ist als alle glauben.

  37. #37 Earonn
    10. November 2016

    @Bullet
    Das ist auch so eine Sache: haben die Medien das wirklich erwartet?
    Keine rhetorische Frage: woher kommt der Eindruck, dass “die Medien” (schon mal komisch: alle? Nur der Guardian? Breitbart eingerechnet?) sich so überheblich wahlentscheidend gewähnt hätten?
    Ich habe jede Menge Artikel über die Kandidaten gefunden, und sicherlich mochten “meine” Hausmedien Trump weniger, aber ich habe darin nie mehr gesehen als ihre übliche Ausrichtung.

    Die Überraschung der Medien erschien mir eher spiegelbildlich zu meiner: Fassungslosigkeit darüber, dass Rassismus, Verlogenheit etc. offenbar wieder gesellschaftsfähig sind.

    Die Anhänger von Trump haben es gerne so hingestellt, als hätten alle auf sie herabgeblickt, aber gerade die “Underdog”-storyline ist nun mal eine der beliebtesten.

  38. #38 Aaron Kunz
    Saarbrücken
    10. November 2016

    Was Sie “eine Verbesserung des Verhältnisses zu Russland” nennen, ist in Wahrheit ein Kotau vor den Aggressionen des Kremls.

  39. #39 Schmidts Katze
    10. November 2016

    Die Überraschung der Medien erschien mir eher spiegelbildlich zu meiner: Fassungslosigkeit darüber, dass Rassismus, Verlogenheit etc. offenbar wieder gesellschaftsfähig sind.

    @ Earonn,
    die Überraschung der Medien kommt daher, daß sie die Unzufriedenheiit der vielen Abgehängten der jetzigen Politik nicht sehen (wollen oder können).

    Sieh dir die Erfolge von Sanders an, und wie er vom Dem-Establishment verhindert wurde, oder den Mitgliederzuwachs von Labour, seit Corbyn Vorsitzender ist, und den erbitterten Widerstand der Blairities in der Fraktion.
    Schau nach Spanien, wo es einen Putsch in der PSOE gab, um die Macht der PP zu sichern, oder nach Frankreich, wo die Sozialisten trotz wochenlanger Streiks und Proteste die Arbeitsmarktreformen durchgedrückt haben.

    Die Menschen sind nicht mehr bereit, ein Weiter So zu akzeptieren, und wenn es keine fortschrittliche Alternative gibt, dann sind sie eben auch bereit, “to throw a wrench into the gear”.

  40. […] Schönstein, unser Mann an der Ostküste, glaubt nicht, dass alles schlimm wird und denkt (hofft?) das Trumps Macht beschränkt bleiben […]

  41. #41 Mark
    11. November 2016

    Für Donald Trump ist es der Schock seines Lebens, jetzt muss er regieren. Ich glaube eher, Donald Trump wollte nicht gewinnen, privat soll er mit den Clintons befreundet sein, er lud sie zu seiner letzten Hochzeit ein, spendete für ihre umstrittene Stiftung.

  42. #42 Mark
    12. November 2016

    Laut der offiziellen wikipedia Seite zur US Wahl erhielt Hilllary Clinton mehr Stimmen, als Donald Trump.
    ” Donald Trump Hillary Clinton
    Popular vote 60,127,396[6] 60,634,052[6]”

  43. #43 Conni
    München
    12. November 2016

    Hui. Trump is presi. Die Welt wird es überleben. Auch Idioten vergehen.

  44. #44 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/11/09/der-morgen/
    12. November 2016

    und ja, leider wird es auch in den kommenden vier Jahren bei der männlichen Form bleiben

    Ich schätze mindestens 8.

    Vor der Wahl wurden so viele Republikaner zitiert, die gegen Trump waren. Bei den Wahlmännern erwartet das niemand in größerem Ausmaß? Theoretisch könnte doch ein rep. Wahlmann auch Clinton wählen, oder?

    Wie dem auch sei, Clinton hat sehr viel weniger Stimmen geholt als Obama, während Trump nur etwas weniger als der letzte rep. Kandidat geholt hat, in absoluten Zahlen. Sie haben also beide an die Nichtwähler verloren, nur Frau Clinton sehr viel mehr. Ob nennenswert neue Wähler an die Urne geholt wurden (außer jungen Erstwählern, die Verstorbene ersetzt haben), dazu habe ich noch gar nichts gehört.

  45. #45 Wanka
    12. November 2016

    Wenigstens Michael Klonovsky freut sich ganz unverschämt über Trump´s Wahlsieg, und ich freue mich mit ihm: http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna (Einträge vom 10. Nov.)

  46. #46 RPGNo1
    12. November 2016

    Na klar, muss sich Herr Klonovsky freuen. Er ist schließlich “publizistischer Berater” (was soll das eigentlich sein?) von Frauke Petry, die als eine der ersten eine Schleimspur in Richtung Donald Trump verspritzt hat.

  47. #47 rolak
    12. November 2016

    was soll das eigentlich sein?

    Fiese Sprüche für seine Frauke, sämtlich furios soziopathisch. FWas sonst, RPGNo1?
    btw: wieso schwebt mir dauernd Peggy vor Augen, warum, warum?

    eine der ersten .. in Richtung

    Na das geht jetzt aber zu weit (zurück), da gab es noch wesentlich zeitigere Zeichnungen

  48. #48 Ernie
    12. November 2016

    “Ich wünsche mir eine Nation, in der die Menschen einander lieben, das will ich betonen.” Die beste Strategie dafür sei es, Jobs zu schaffen. Dass er mit seinen Aussagen im Wahlkampf zu weit gegangen sein könnte, finde er nicht. “Nein. Ich habe gewonnen”.

    Im Klartext, was kümmert ihn sein Geschwätz im Wahlkampf, hauptsache gewonnen. Jetzt hat Trump mit Obama gesprochen, und Obama konnte ihn überzeugen, das vieles doch nicht so schlecht ist.

  49. #49 Mark
    12. November 2016

    Ich würde so gerne darauf wetten, wie lange es dauert, bis Trumps Unterstützer wie Alex Jones und Breitbart sich gegen Präsident Trump wenden und wünschen, Hillary Clinton hätte gewonnen. Es dauert nicht mehr lange, bis seine ehemaligen Unterstützer sich gegen Trump wenden. Dies übersehen viele. Es waren die sogenannten rechten Medien, die Trump unterstützten, sie könnten ihn bei der nächsten Wahl zu Fall bringen.

  50. #50 RPGNo1
    12. November 2016

    @rolak
    Das mit den Spenden war mir neu. Aber die ersten Leute, die Trump nach der Wahl untertänigst beglückwunscht haben, waren Petry und Konsorten (europäisch wie deutsch).