Ich habe den Astrophysiker und exemplarischen Wissenschaftskommunikator Neil DeGrasse Tyson – in seiner Rolle als Direktor des Hayden-Planetariums am American Museum of Natural History in New York – persönlich getroffen und schätzen gelernt. Das muss ich vorweg sagen, denn man könnte mir natürlich ganz berechtigt eine Befangenheit in all dem vorwerfen, was ich in den nachfolgenden Zeilen von mir geben werde.

In den vergangenen Tage wurden gegen Tyson Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens erhoben, und da ich selbst ja konsequent die Meinung vertrete, dass man a) solche Vorwürfe grundsätzlich ernst nehmen muss und b) nicht danach gehen darf, mit welcher Seite man sympathisiert (und dann gegebenenfalls großzügige Entschuldigungen für das Verhalten findet, weil man sich nicht vorstellen kann, dass eine bewunderte Person “so etwas” tun würde). Und das heißt, konsequenter Weise, dass Tyson nicht automatisch eine Freikarte bekommt, nur weil er so eine wichtige Stimme für die Wissenschaft (und die Vernunft allgemein) ist. Aber es ist heißt auch nicht automatisch, dass jede(r) derart Beschuldigte automatisch zu verdammen ist; diese Schutzbehauptung, die ich leider viel zu oft höre (und für die ich “als Mann” – so die Begründung – nur allzu oft vereinnahmt werden soll), dass das Erheben von Vorwürfen einer Vorverurteilung, im Sinne von “schuldig bis zum Beweis des Gegenteils”, gleichzusetzen sein und die ganze #Aufschrei- und #MeToo--Bewegung nur die Rache der Feministinnen an den Männern sei.

Doch so einfach darf man es sich nicht machen, und so einfach macht es sich auch Tyson – wie ich finde, jedenfalls – nicht: In seiner Antwort, die er hier auf Facebook geschrieben hat bestreitet er nicht die Vorfälle oder bezeichnet sich als zu Unrecht beschuldigt: Er akzeptiert grundsätzlich die Verantwortung, und entschuldigt sich bei den Frauen, die diese Vorfälle berichtet haben. Und zwar nicht, wie viel zu oft, im Konditionalis (im Stil von “falls ich jemandes Gefühle verletzt haben sollte”, was ich ja hier dem ansonsten sicher zu Recht angesehen Nobelpreisträger Tim Hunt und seinen ApologetInnen hier vorgeworfen habe), sondern direkt, ohne wenn und aber. Und er gibt zu, dass er versteht, dass sich die Frauen dadurch verunsichert und eingeschüchtert fühlten – was, wie er sagt, nicht seine Absicht war. Dass kann man glauben (ich tu’s), muss man aber nicht – und auch diese Möglichkeit des Nicht-Glaubens räumt Tyson übrigens durchaus ein. Man sollte den Text also recht aufmerksam lesen und beispielsweise mit Hunts Nicht-Entschuldigung vergleichen.

Ich gestehe, dass ich nach dem ersten Schreck sehr schnell damit begann, mir Gedanken darüber zu machen, warum die Sache ausgerechnet jetzt zum Thema wurde. Und da hat natürlich #MeToo etwas damit zu tun – aber nicht mehr allein in dem Sinn, dass Frauen das ihnen absolut zustehende Recht nutzen, sich öffentlich gegen den nicht immer nur körperlichen Missbrauch durch Männer zur Wehr zu setzen. Sondern auch damit, dass diese berechtigte öffentliche Diskussion offenbar durch gezielten Whataboutism, durch das gezielte mediale Relativieren untergraben werden soll (und ja, dies ist primär eine Medienerscheinung, die sich dann gerne mal als “investigativer Journalismus” ausgibt, aber eben erst mal nur darauf aus ist, eine tu-quoque-Argumentation aufzubauen, die nicht etwa eine Verbesserung der Situation von Frauen zum Ziel hat, sondern das genaue Gegenteil).

flattr this!

Kommentare (45)

  1. #1 Mimimi
    2. Dezember 2018

    Oh Gott.
    Wieder dieses schwachsinnige mimimi Konzert von hässlichen Weibern und Wichtigtuern.
    Metoo.. ich dachte das Thema wäre sogar unter Linksextremgelangweilten langweilig geworden.

    Was ein Sumpf hier

  2. #2 Jürgen Schönstein
    2. Dezember 2018

    Wow, von Null auf Troll in unter einer Stunde…

  3. #3 wereatheist
    2. Dezember 2018

    Am Ende des Artikels ist was defekt, textlich

  4. #4 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2018

    Repariert!

  5. #5 tomtoo
    3. Dezember 2018

    Hab da nur kurz rein gelesen. Aber betäuben um dann zu vergewaltigen, ist ja echt kein kleiner Vorwurf. Da kann ich denken was ich will, sowas muss untersucht werden und gehört vor Gericht.

  6. #6 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2018

    @tomtoo
    Und Tyson wehrt sich ja auch nicht dagegen, dass dies untersucht werden sollte. Er ist genauso wenig automatisch unschuldig wie er automatisch schuldig ist.

  7. #7 tomtoo
    3. Dezember 2018

    @Jürgen
    Nein, klar nicht. Aber ein harter Vorwurf. Also ich meine so ein richtig harter Vorwurf.

  8. #8 CM
    3. Dezember 2018

    Was Tyson schreibt klingt schlüssig, ebenso seine Motivation zu schreiben und seine Angabe warum er zunächst schwieg. Genau dies wurde ihm ebenfalls zum Vorwurf gemacht:

    A message to deGrasse Tyson wasn’t immediately returned.

    Das zumindest ist Wasser auf Mühlen derjenigen, die in #MeeToo eine Kampagne sehen (und in der Tat unfair).

    Zurück zum Thema: Wenn jemand behautet derart zurückgeblieben zu sein: left her traumatized for decades, dann gibt es sicher psychologische Mechanismen, die ein derart langes Schweigen erklären können. Und ist auch lähmend für Opfer, wenn solche Vorfälle zutreffen, zu fordern, dass derart schwerwiegende Vorfälle auch entsprechend belegt werden müssen. Aber schwerwiegende Vorwürfe benötigen eben auch gute Beweise oder (außerhalb eines Gerichtssaales) zumindest gute, kohärente Indizien.

    Ich kann in der Beschuldigung weder Kohärenz erkennen, noch im Nachsatz – der Linksammlung und dem Ausbruch darunter. Es mag zutreffend sein, doch gibt es irgendwo eine objektive, lesbare Zusammenfassung?

    Öffentlich bekannt ist zudem, dass Tyson kritisch gegenüber Wissenschaftsverweigerung ist – und somit finde ich es gruselig, wenn Fox – ausgerechnet – die Vorwürfe untersuchen möchte.

  9. #9 Robert aus Wien
    3. Dezember 2018

    @Jürgen Schönstein

    Er ist genauso wenig automatisch unschuldig wie er automatisch schuldig ist.

    Das ist nicht ganz richtig. In Rechtsstaaten gilt die Unschuldsvermutung. Das heißt, Tyson ist vor dem Gesetz solange als unschuldig zu betrachten, bis ihm die Schuld nachgewiesen wurde. (Ist halt nicht ganz einfach, wenn Aussage gegen Aussage steht, denn oft sind die angeblichen Ereignisse schon sehr lange her.)

    Und das ist völlig zu Recht einer der Hauptkritikpunkte gegen #metoo: Daß hier die Unschuldsvermutung ausgehebelt wird. Es wird ja sogar von einigen Vertreterinnen gefordert, man solle hier eine Beweislastumkehr einführen.
    (Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, daß hier “Vergehen” unterschiedlicher Schwere völlig undifferenzierend vermischt werden, wie bspw. Anstarren und Vergewaltigungen. Das erweist denen, die tatsächlich Opfer eines Verbechens geworden sind, einen Bärendienst.)

    Übrigens ist selbst eine der Begründerinnen der Bewegung nicht glücklich darüber, wie sich das entwickelt hat: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/metoo-gruenderin-tarana-burke-sieht-ihre-bewegung-instrumentalisiert-a-1241379.html

  10. #10 roel
    3. Dezember 2018

    @Jürgen Schönstein

    Ich zitiere Neil DeGrasse Tyson mal:

    “As we all know, I have professional history with the demotion of Pluto, which had occurred officially just three years earlier.”

    OK, er ist an Pluto interessiert.

    “So whether people include it or not in their tattoos is of great interest to me.”

    Na klar. Es interessiert ihn sehr, ob Pluto auch auf Tattoos integriert ist oder nicht. Jetzt stell dir jemanden vor, der sich nicht so sehr für Pluto interessiert, sondern vielleicht für Silikon.

    “I was reported to have “groped” her by searching “up her dress”, when this was simply a search under the covered part of her shoulder of the sleeveless dress.”

    Es geht jetzt nicht richtig daraus hervor, wie er genau gesucht hat. Die einfachste Möglichkeit wäre aber die Frage nach Pluto gewesen.

    “I only just learned (nine years after) that she thought this behavior creepy.”

    Das ist doch oft so. In der Situation selber, reagiert man oft anders. Vielleicht will man den anderen nicht öffentlich bloß stellen. Dann ist die Situation als ärgerlich abgetan, vielleicht sogar verdrängt, wirkt aber trotzdem noch nach, so dass sie später doch noch angesprochen wird.

    “That was never my intent”

    Das ist doch auch klar. Es war nicht seine Absicht, dass sich jemand anderes unwohl fühlt. Aber im Vergleich, jemanden hinterher zu Pfeifen oder ein Klops auf den Hintern, oder die Bemerkung dass die Person gegenüber auch gut in ein Dirndel passen würde, das passiert auchn nicht mit der Absicht, dass sich diese Person unwohl fühlen soll.

    “and I’m deeply sorry to have made her feel that way.”

    Das wird wohl stimmen.

  11. #11 Cornelius Courts
    3. Dezember 2018

    ähnliches wurde ja auch Herrn L. Krauss, den wiederum ich mal persönlich getroffen habe und auf den ich fachlich immer große Stücke hielt, vorgeworfen. Auch Krauss sprach von Mißverständnissen… (https://www.spektrum.de/news/lawrence-krauss-legt-professur-nieder/1604066)

  12. #12 christ
    3. Dezember 2018

    Durch Me Too oder die Zwangsheirat wird die Schönste Sache der Welt zu einer riskanten Angelegenheit.
    Einige Frauen, die mit Mike Tyson (Ex-Boxweltmeister) aufs Hotelzimmer gegangen sind, haben ihn hinterher wegen Vergewaltigung angezeigt.
    Ging es denen ums Geld oder haben sie Mike Tyson als Schoßhündchen eingestuft?
    Genauso scheint es hier mit Neil Tyson zu sein. Wem soll man glauben?
    Die tieferliegende Ursache für solche Konflikte ist, dass in den Staaten die Sexualität noch mehr verteufelt wird als die Gewalt. Du kannst mit der Pistole spazieren gehen, deine Brüste, darfst du aber nicht zeigen.
    Das ist eine Form von kollektiver Verklemmung.

  13. #13 Robert aus Wien
    3. Dezember 2018

    In seiner Antwort, die er hier auf Facebook geschrieben hat bestreitet er nicht die Vorfälle oder bezeichnet sich als zu Unrecht beschuldigt

    Das ist so eigentlich auch nicht richtig. Siehe auch hier: https://edition.cnn.com/2018/12/02/us/neil-degrasse-tyson-patheos-allegations/index.html

    Er bestreitet zwar nicht, daß es die Geschehnisse gegeben hat, aber sehr wohl, daß es sexuelle Belästigung gewesen sei.

  14. #14 ralph
    3. Dezember 2018

    Die umsichtige und differenzierte Herangehensweise des Autors an diesem Fall gefällt mir sehr gut. Ich wünschte mir das generell, anstelle des moralischen Sperrfeuers an anderer Stelle bezüglich Personen die man nicht persönlich kennt. Ich halte abstrakte Empathie für ein unverzichtbares Erkenntnisinstrument.
    Da war doch mal was: “Hilfe, ich bin von Trumpwählern, also von Rassisten umgeben!”

  15. #15 schorsch
    3. Dezember 2018

    Robert aus Wien hat das wichtigste schon geschrieben: Es gilt die Unschuldsvermutung. Aber es gibt weitere Aspekte, ohne die ein Rechtsstaat – zum Schaden aller – schlicht nicht möglich ist, nämlich die der Verjährung und der Rechtssicherheit.

    Wenn dann die beiden jüngsten, doch sehr unsubstantiierten Vorwürfe – die eine hat sich ‘creepy’ gefühlt, der anderen hat Tyson immerhin unter den Ärmel geguckt – erklärtermaßen dem Ziel dienen, einem längst verjährten Fall Öffentlichkeit zu bescheren, ist dies ein m. E. ziemlich stinkender Versuch, Rechtsstaatsprinzipien auszuhebeln.

    Dabei bietet gerade das von Ashley Watson beschriebene Verhalten Tysons, welches dieser auch gar nicht bestreitet, durchaus Anlass, darüber nachzudenken, dass das eigene Verhalten vom Gegenüber nicht nur anders aufgenommen werden kann, als es gemeint ist; dass Menschen vielmehr oft dazu neigen, in einen Habitus zu verfallen, der nicht nur vermeintlich, sondern tatsächlich aggressiv (sexuelle) Überlegenheit demonstrieren soll, ohne dass die Täter sich dessen bewusst sind.

  16. #16 Aginor
    3. Dezember 2018

    Ich kann mir gut vorstellen das man, also nach gängiger juristischer Definition, zu dem Schluss kommen kann, bei der Sache mit dem Tattoo habe eine Form von Belästigung stattgefunden. Ich selbst würde – mit meinem heutigen Wissen – ohne vorherige mündliche Erlaubnis keinen Menschen anfassen (also über einen regulären Händedruck hinausgehend). Einfach zu riskant.

    Tatsächlich kann ich mir, wenn ich so an früher denke, durchaus vorstellen, dass die meisten Menschen die ich kenne, mich selbst eingeschlossen, an irgendeinem Punkt ihres Lebens etwas derartiges getan haben, ohne groß daran zu denken.
    Die meisten von uns haben das wahrscheinlich damals nicht so eingestuft, und tun es vielleicht nicht einmal heute, aber man steckt ja in der Gedankenwelt seines Gegenübers nicht drin, andere Beteiligte könnten die Geschehnisse durchaus anders bewerten.

    Ein bisschen macht das schon Angst, denn ab welchem Punkt soll denn jetzt eine solche Tat geahndet werden?
    Es sind ja scheinbar drei Vorkommnisse die Herrn Tyson zur Last gelegt werden, und mindestens einer davon wirkt anhand der Beschreibungen der beteiligten Frau auf mich derartig normal und sogar eher zurückhaltend (die Sache mit dem Händedruck, und er sagte zu ihr er würde sie gerne umarmen, hielt sich aber zurück. Sie ist wohl daraufhin gegangen und hat auch als seine Assistentin gekündigt) dass ich nicht umhin komme mich zu fragen ob mir nicht das gleiche auch schon mehrfach passiert ist. Klar, ich meine einer Assistentin Avancen zu machen ist jetzt nicht unbedingt was man tun sollte, aber so wie ich es lese scheint er sie ja nicht bedrängt oder genötigt haben. Also jetzt nicht wie bei Weinstein oder so.

    Die anderen beiden sind… anders. Wie gesagt, selbst wenn eine Frau mir erzählt und teilweise zeigt dass sie ein Tattoo hat, anfassen würde ich sie nicht. Schon das fragen ob man den Rest sehen darf würde ich unterlassen, weil ich da sehr sensibel bin. Die Existenz Plutos auf dem Tattoo hätte er ja auch erfragen können.
    Trotzdem… es ist ja ein Tattoo an der Schulter soweit ich das verstanden habe, es ist ein wenig irreführend dargestellt in einigen Quellen, mit dem “unter das Kleid sehen”, das ich zunächst auch falsch verstanden hatte.

    Wenn das dritte stimmt (KO-Tropfen oder so etwas?) dann ist es krass. Klar, es ist 1984 gewesen, da wird die Wahrheit wohl nie ans Licht kommen. Ich fürchte also da wird – unabhängig von den tatsächlichen Vorkommnissen, er wird das Gegenteil wohl nicht beweisen können – immer etwas hängenbleiben. Sehr schade wenn es so ist. Außer es stimmt, dann ist es sehr schade wenn es keine Rolle spielen würde.
    Aber er scheint sich so sicher zu sein dass es nicht passiert ist, wie sie sich sicher ist dass es passiert ist.

    Alles in allem ein für mich verstörender Fall. Ich finde den Mann richtig gut, bon seiner Arbeit für Wissenschaftskommunikation über sein Engagement für Tierschutz bis hin zu seinem Einsatz gegen Rassismus. Etwas derartiges würde mein Bild von ihm schon sehr zerstören, ich hoffe dass es nicht wahr ist.
    Aber bei Bill Cosby mochte ich es ja auch nicht glauben. 🙁

    nachdenklicher Gruß
    Aginor

  17. #17 Spacedude
    Augsburg
    3. Dezember 2018

    Im Unterschied zu uns Normalbürgern gilt bei Promis leider nicht die Unschuldsvermutung, da schon allein der Verdacht das Ende einer Karriere bedeuten kann. Daher sollte man bei der medialen Aufregung nicht mitspielen und durch Klicks das Thema befeuern.

  18. #18 schorsch
    3. Dezember 2018

    Also Aginor, bei Tysons Einsatz gegen den Rassismus wären wir beide auch voll dabei, wären wir schwarz.

  19. #19 libertador
    3. Dezember 2018

    Die Unschuldsvermutung ist ein Prinzip des Rechtsstaates. Es ist kein Prinzip, das Privatpersonen verpflichtet. Soziale Sanktionen oder nicht geschlossene Verträge widersprechen der Unschuldsvermutung dementsprechend nicht. Zum Beispiel muss ich keine Unschuldsvermutung anwenden, wenn es um die Wahl eines Vertragspartners geht.
    Es ist auch kein Prinzip der Presse: Bei dieser gilt das ein begründeter Verdacht bestehen muss, aber die Anforderungen sind geringer als vor Gericht.

  20. #20 PDP10
    3. Dezember 2018

    @Jürgen Schönstein:

    Wow, von Null auf Troll in unter einer Stunde…

    Ach, der @mimimi trollt auch schon anderswo rum.

    Der ist bloß einer von denen, die sich wegen jedem und allem (Frauen, “Negern”, Schwulen, Juden, seiner Schwanzlänge, whatever …) zurückgesetzt fühlen und in Wahrheit zu blöd (oder zu faul, oder beides) ist seinen eigenen Hintern im Dunkel zu finden …

    Schwanzlose Idioten halt, die sich “Incels” oder Maskulisten nennen.

  21. #21 tomtoo
    3. Dezember 2018

    Gegen Rassismus zu sein, hat nix mit der Hautfarbe zu tun. Da es vollkommen egal ist ob die Hautfarbe rot,weiss,gelb,schwarz,’grün’ ist.Es ist ein Prinzip.

  22. #22 PDP10
    3. Dezember 2018

    … das der Kommentar jetzt so ohne weiteres durch den Filter gegangen ist wundert mich jetzt doch ein wenig … :-).

  23. #23 PDP10
    3. Dezember 2018

    @tomtoo:

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Das bezog sich auf meinen #20.

  24. #24 PDP10
    3. Dezember 2018

    @libertador (#19):

    That’s falsch. Siehe den Wikipedia Artikel zum Stichwort “Unschuldsvermutung” oder das StGB zu den Begriffen “Verleumdung” oder “üble Nachrede”.

  25. #25 Jürgen Schönstein
    3. Dezember 2018

    @PDP10
    Ich kann diesen Kommentar gerne löschen – vermissen würde ich ihn angesichts seiner Wortwahl gewiss nicht… aber lieber wäre es mir, wenn jede(r) Kommentator(in) sich vorher überlegen würde, was wohl die beste sprachliche Form so eines Beitrags sein könnte.

  26. #26 tomtoo
    3. Dezember 2018

    @Jürgen
    Meine Wortwahl ist nicht so versiert. Ist ja auch nicht mein Job, in dem Punkt versiert zu sein. Wollte gestern schon auf #1 Antworten. Hab mich dann aber bzgl. der Erkenntniss, das meine Wortwahl halt nicht so versiert ist zurück gehalten. Mir viel da eigentlich nur ein Wort ein. Lustig ist, es fängt sowohl im Englischen als auch im Deutschen mit A an.

  27. #27 PDP10
    4. Dezember 2018

    @Jürgen Schönstein:

    Ich kann diesen Kommentar gerne löschen – vermissen würde ich ihn angesichts seiner Wortwahl gewiss nicht… aber lieber wäre es mir, wenn jede(r) Kommentator(in) sich vorher überlegen würde, was wohl die beste sprachliche Form so eines Beitrags sein könnte.

    Die Wortwahl war gut überlegt.

    Danke fürs nicht löschen. Ich entschuldige mich trotzdem für das “Klatschianisch”, dass ich hier in das Forum deines Blogs rein geschrieben habe.

  28. #28 christ
    4. Dezember 2018

    schorsch
    die Unschuldsvermutung gibt es in Deutschland, aber auch nicht immer. Lies mal die Gemmabestimmungen durch. Du musst nachweisen, dass du ein Lied nicht verwendet hast. Und die Justiz folgt dieser Logik.
    Im Angelsächsischen Raum gibt es die Unschuldsvermutung nicht. Da muss jeder nachweisen, dass er nicht der Täter war. Deshalb sitzen so viele Farbige in den USA in Haft, weil Schwarze für Weiße alle gleich aussehen.

  29. #29 Aginor
    4. Dezember 2018

    @christ:
    “Im Angelsächsischen Raum gibt es die Unschuldsvermutung nicht”

    Doch, gibt es.

    Gruß
    Aginor

  30. #30 christ
    4. Dezember 2018

    Aginor
    in der Theorie vielleicht, in der Gerichtspraxis geht man von deiner Schuld aus, und es liegt an dir deine Unschuld zu beweisen.
    Denk mal an den Fall Kachelmann. Da wurde sogar bei uns die Unschuldsvermutung ausgehebelt durch die Medien. Kachelmann wurde von der Bildzeitung als schuldig behandelt.

  31. #31 tomtoo
    4. Dezember 2018

    @christ/Robert

    Mir war garnicht Bewusst das Medien Recht sprechen? Ist das was neues? Habe ich da etwas verpasst?

  32. #32 christ
    4. Dezember 2018

    tomtoo
    nicmm es nicht zu wörtlich, Deine Lieblinsbeschäftigung, Medien nehmen Einfluss auf die öffentliche Meinung, das ist ihre Absicht und sie beeinflussen de facto auch die Justiz. Kachelmann ist trotz Rehabilitation in der Öffentlichkeit” tot”.

  33. #33 zimtspinne
    4. Dezember 2018

    Kachelmann erhielt gerade kürzlich eine fette Entschädigungssumme (ich glaube, gegen Bild war die Klage auch gerichtet gewesen) und bei dieser Gelegenheit äußerte er sich auch kurz zum Thema und erzählte, wie ihm diese Falschbeschuldigung sowohl (kurz- und langfristig) geschadet, aber wie er letztlich auch für sich selbst davon profitiert hatte.
    Kachelmännchen ist nun auch ein Typ, der sich nicht im Opferstatus schlämmt, sondern das Leben und seine Stolpersteine beim Schopf packt und das Beste daraus macht.

    Daran sollte sich die Tattoodame mal ein kleines Beispiel nehmen.
    Statt hinterher rumzujammern und sich im Opferdasein zu suhlen, hätte sie dem übergriffigen Herrn halt direkt in der konkreten Situation auf die Patschefinger hauen sollen.
    Wie kann eine erwachsene Frau sich denn so passiv, demütig und devensiv verhalten, wenn ihre persönlichen Grenzen und Distanzzone offenbar deutlich überlatscht werden?
    Ein sehr schlechtes Vorbild für heranwachsene Generationen von Mädchen.

    Sexuelle Übergriffe gehören für Frauen zum Alltag, das nur mal nebenbei!
    Über jedes einzelne Mal ein Fass aufzumachen, da käme frau ja zu gar nichts mehr. Das meiste sind harmlose und relative harmlose Übergriffe (verbal und generell distanzloses Verhalten), da muss frau schon wehrhaft sein und im Schlaf die passende Reaktion draufhaben: “stopp!”, “nein!”, “aus!!”, “pfui!!!” 😉

    Konsequent, selbstsicher und nicht den leisesten Zweifel im Raum stehend lassen, dass es sonst Ärger gibt. Besonders wirkungsvoll in öffentlichen Situationen… Männer mögen es gar nicht, offen von Frauen getadelt und angeprangert zu werden.
    So kann frau sich auch effizient volle-S-Bahn-Grapscher vom Leib halten. Einfach laut auffordern, mit der Tatscherei sofort aufzuhören. Wirkt Wunder 😀

  34. #34 tomtoo
    4. Dezember 2018

    @Robert/christ
    Ich nehme es nicht wörtlich. Du solltest es mir eigentlich hoch anrechnen, das ich die Geduld aufbringe, dir deine nicht vorhandene Logik freundlich darzulegen.

  35. #35 PDP10
    4. Dezember 2018

    @christ:

    Im Angelsächsischen Raum gibt es die Unschuldsvermutung nicht. Da muss jeder nachweisen, dass er nicht der Täter war.

    Wo hast du denn den Bullshit her?

    Quelle?

  36. #36 PDP10
    4. Dezember 2018

    @zimtspinne:

    Sexuelle Übergriffe gehören für Frauen zum Alltag, das nur mal nebenbei!

    Siehst du den Widerspruch zum Rest deines Posts? Und zum Rest der gesamten Diskussion um #metoo?

    Es geht darum, dass es nicht sein kann (verdammte Hacke!), dass sexuelle Übergriffe zum Alltag von Frauen gehören! Wo leben wir denn?!? Gehts noch?

  37. #37 tomtoo
    4. Dezember 2018

    @PDP10 #35
    Quelle? Haben dich alle guten Geister verlassen? Sowas schüttelt der @Robert dank gesundem Menschenverstand ganz locker aus dem Ärmel. Weder haben die dort Richter, noch Rechtsanwälte. Oder etwa doch?

  38. #38 PDP10
    5. Dezember 2018

    @christ:

    nicmm es nicht zu wörtlich

    Ja, wie soll er das denn sonst nehmen?

    Medien nehmen Einfluss auf die öffentliche Meinung, das ist ihre Absicht

    Natürlich. Das nennt man in den “Medien” Kommentar, Glosse, Kolumne etc.

    und sie beeinflussen de facto auch die Justiz.

    Die “Justiz” wird sich das aber ganz entschieden verbitten … Quellen für das Gegenteil?

    Kachelmann ist trotz Rehabilitation in der Öffentlichkeit” tot”.

    Nope.

    Sag mal … nur so aus persönlichem Interesse gefragt …. wie kann man eigentlich, wenn man ein so kleines Lichtlein ist wie du, so ungebildet und ignorant, so großkotzig Thesen in die Welt setzen über Dinge von denen man nichts weiß und die man nicht verstanden hat?

  39. […] deshalb noch in Anführungszeichen setze) gelten sollte. Diese Fragen kamen ja gerade erst wieder hier in der Diskussion […]

  40. #40 zimtspinne
    5. Dezember 2018

    @ PDP #38
    “”Nope””

    also PDP, ich bin regelmäßiger Nutzer Kachelmanns Wetterseiten (besonders im Treibhausgashalbjahr), wo er sich zwischendrin auch immer mal –kurz, bündig und unverblümt– über andere Dinge äußert und sein Prozess bzw der ganze Rattenschwanz sowie Nebenwirkungen wurden natürlich auch angeschnitten, wenn es was Neues zu berichten gab, wie neulich.
    Er beantwortet auch Nachfragen und genau diese Nachfragen gab es neulich, und dort erwähnte er auch die beruflichen Auswirkungen, die anfangs ziemlich knallhart waren.
    Und ja, er war auch lange tot als hipper Moderator, wie er es zuvor gewesen war.
    Er bedauerte das nicht allzu sehr (Begründung hab ich vergessen, sinngemäß, sein Kerninteresse war schon immer Meteorologie und er nutzte diese Situation, um seine Tätigkeit in diesem Bereich neu auszurichten und anders zu strukturieren.
    Türen schließen sich, neue gehen auf. Krisen können Chancen sein, was ich übrigens eine unvergleichlich nützliche Einstellung (und Eigenschaft; Stehaufmännchen sein, kann man nur bedingt lernen) finde.
    Statt sich in rückwärts gewandten Rache- und Boshaftigkeitsgelüsten zu wälzen (wie die Tattoofrau das beispielsweise tut), schaut er nach vorne, hat sicher aus seinen Fehlern gelernt und wird sie nicht wiederholen. Abgehakt, abgespeichert, ansonsten Krönchen richten und weitergehen!

    wie du die mediale Sache allerdings verharmlost und ins Lächerliche ziehst, finde ich auch ziemlich daneben.
    Wäre das ein armes kleines weibliches Hascherle, das bei RTL (Bohlen oder so) durch den Kakao gezogen wird (noch lange nicht vergleichbar mit Kachelmanns Anklage), würdest du wohl ziemlich sicher deren Partei ergreifen und dich darüber ergehen, wie fies die Medien doch zu Menschen sind.
    Betrifft es einen Mann, ist es plötzlich nur ein Kinkerlitzchen.
    zum anderen, an mich gerichteten, folgt später noch was.

  41. #41 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Dezember 2018
  42. #42 christ
    5. Dezember 2018

    tomtoo
    Dein Scharfsinn ist überragend und wird von mir auch honoriert. Du bist der unsichtbare Zensor, der mir über die Schulter blickt und langsam den Kopf wiegt, wenn ich mal wieder über die Stränge schlage.

    PDP10
    betrifft: wörtlich
    Kinder im Alter von 4 Jahren lesen die Buchstaben
    Kinder im Alter von 5 Jahren lesen die Worte
    Kinder im Alter von 6 Jahren lesen die Sätze und nehmen sie wörtlich wie 5-jährige.
    Kinder im Alter von 50 Jahren lesen die Sätze und nehmen sie nicht wörtlich, sie versuchen den Sinn zu verstehen.
    Zu welcher Altersgruppe zählst du dich?

    Übrigens, das Kleine Lichtlein ist nur eine Adventskerze. Ihre Flamme ist noch klein und sie lässt die Dunkelheit vergessen. Hüte sie, damit sie nicht ausgeht und du in der Dunkelheit wandeln musst.

  43. #43 christ
    6. Dezember 2018

    tomtoo 34 – 37
    die Anerkennung deiner überragenden Analysefähigkeiten ist irgendso in der Moderation verloren gegangen. Deshalb hier noch einmal meine Anerkennung.
    Mit #Me too werden zwei offene Baustellen in der Gesellschaft bearbeitet. 1. die Benachteiligung der Frauen in der Rechtssprechung durch die Unschuldsvermutung und 2. die Benachteilung der Frauen durch ein veraltetes Rollenbild allgemein.

    zu 1 ) Wie soll eine Frau beweisen können, wenn sie mit dem Mann allein war, dass der sie “genötigt” hat. Was hier unter Nötigung zu verstehen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Nach deutschem Rechtsverständnis bekommt der Kläger meistens recht, wenn kein weiterer Zeuge vorhanden ist. Diese Rechtsauffassung finde ich praktikabel und gut, weil bei einer Vergewaltigung zu 95 %(von mir geschätzt) der Mann der Täter war. Aus meiner schulischen Erfahrung kann ich sagen, dass bei einem Streit zwischen zwei Schülern in 9 von 10 Fällen, der Kläger Recht hatte. Eine nachträgliche Gegenbeschuldigung des Beklagten ist meistens nur eine Schutzbehauptung.
    Me too kommt aus Amerika, nehme ich an, da geht man nicht davon aus, dass der Kläger immer Recht hat, und deswegen ist dort die Situation der Frauen schwieriger, nach einer Vergewaltigung Recht zu bekommen. Und deshalb outen sich auch viele Frauen gar nicht oder erst verspätet.
    Was das Rollenbild der Frau angeht, da sind die Medien gefordert. Mein Tipp: Eine Frauenquote von 50% in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

  44. #44 yerainbow
    yerainbow.wordpress.com
    7. Dezember 2018

    wie alles, kann man auch so eine Kampagne instrumentalisieren.
    das kann ein Mensch aus verschiedenen Gründen tun.
    fast immer eigennützig, oder aber als nützlicher Idiot von jemandem vorgeschickt.

    das ändert nichts am Sinn einer Kampgne.
    auch die wissenschaftlichen Methoden können instrumentalisiert werden.
    nennt man dann irgendwann eine Fälschung, ändert nichts am Sinn wissenschaftlicher Forschung.

  45. #45 Frank
    7. Dezember 2018

    An der Wallstreet wollen die Chefs die Regeln für den Umgang zwischen Männern und Frauen verschärfen. Sie bedeuten, künftig darf kein Mann mehr alleine in einen Zimmer mit einer Frau sein, Essen mit Kolleginnen außerhalb des Arbeitszeit soll es nicht mehr geben, Feiern werden abgesagt wo Männer und Frauen zusammenkommen können und in Flugzeugen soll kein Mann neben einer Kollegin sitzen. Ein Vermögensberater sagte sogar hinter der Hand, eine Frau einzustellen, sei ein Risiko.
    Viele halten es für unwahrscheinlich, dass Frauen vor sexuellen Übergriffen geschützt werden, eher steigt die Wahrscheinlichkeit, das Frauen Klage wegen Diskriminierung einreichen werden.
    https://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article184972064/Wall-Street-Regel-fuer-MeToo-Aera-Meiden-Sie-unbedingt-Frauen.html
    Vielleicht hätte Neil Tyson diese Regeln befolgen sollen, niemals alleine mit einer Frau sein und wenn es nicht anders geht, die Unterhaltung auf dem Handy mit der Kamera aufzeichnen.