Wenn’s um geschlechtergerechte Verwendung der Sprache geht, dann strecke ich ja eigentlich lieber meinen eigenen Kopf aus dem Fenster (hier und hier findet Ihr ein paar Beispiele) und streite mich auch ganz gerne mit Leserinnen und Lesern darüber (ja, Doppeltnennung ist etwas, was man sich angewöhnen sollte). Aber heute mach ich mir’s mal leicht und verlinke auf diesen Beitrag Wer ist hier hysterisch von Margarete Stokowski auf Spiegel Online . Der ist nämlich sehr gut geschrieben, und ich sehe darin eine Menge an Übereinstimmungen mit meiner eigenen Position, die … ja, wer die nochmal nachlesen will, findet weiter oben ein paar Links.

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Kommentare (135)

  1. #1 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com
    21. März 2019

    @Beobachter:

    Was würdest du machen, Solarius, wenn dir z. B. das Sorgerecht für zwei Säuglinge/Kleinkinder zugesprochen werden würde?

    Und was schlägst Du vor? Strikte Quotierung vielleicht: 50% der Frauen bekommen das Sorgerecht und 50% der Männer, unabhängig davon, wie viele sich um so ein Sorgerecht mit welcher Hingabe bewerben?

    Weil man ja keine Stereotypen reproduzieren will. Weil Männer männliche Rolemodels brauchen, um zu sehen, das geht!

    Im Berufsleben scheinst Du ja auch nicht zu akzeptieren, dass die empirischen Frauen und Männer mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorlieben antreten. Frauen priorisieren das Familienleben stärker und der Staat soll korrigierend eingreifen. Im Extremfall eben so, dass die Frau, auch wenn sie weniger leistet, besser bezahlt wird, weil anders kein gleicher Schnitt erreicht wird.

  2. #2 Beobachter
    21. März 2019

    @ user unknown, # 1, Seite 3:

    ” … dass die Frau, auch wenn sie weniger leistet, besser bezahlt wird, … ”

    Leistet eine Krankenschwester weniger als ein IT-Techniker?
    Warum wird eine Krankenschwester sehr viel schlechter bezahlt?
    Warum werden so wenige Männer Krankenpfleger bzw. “Krankenbruder”? Und warum “priorisieren” sie andere Bereiche?
    Wird ihnen das in die Wiege gelegt?

  3. #3 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2019/03/17/berlin-7c-sturmboeen/
    22. März 2019

    Leistet eine Krankenschwester weniger als ein IT-Techniker?

    Tja – was ist das, Leistung, außer Arbeit/Zeit in der Physik?

    Man kann einen Haufen Sand von A nach B schaufeln – das ist anstrengend, aber wenn niemand bereit ist, dafür Geld auszugeben, wird die Leistung schlecht bzw. gar nicht bezahlt.

    Je mehr bezahlt wird, so die vereinfachte, ökonomische Theorie, desto mehr sind bereit den Sandhaufen umzuschichten. Wer ist denn bereit für eine Leistung zu zahlen und wie viel?

    Das ist eine pragmatische Frage, keine der Gerechtigkeit.

    Es werden Leistungen nachgefragt und Leistungen angeboten, dann findet sich ein Preis. Es gibt nirgends Gerechtigkeitskommissionen, die am grünen Tisch ausknobeln, was gerecht wäre.

    IT-Techniker werden nicht erst seit kurzem gut und Krankenschwestern schlecht bezahlt – das sind also Informationen, die man vor Beginn einer Ausbildung haben kann. Wenn die Frauen wollen, dann sollen sie ins IT-Geschäft drängen. Viele Unternehmen würde es freuen, v.a. weil Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt Löhne drückt.

    Einfach in die Wiege gelegt wird natürlich nichts. Statistisch interessieren sich Mädchen aber schon frühkindlich (vor sozialisierendem Einfluss) stärker für Menschen und Jungs für Objekte. Unter evolutionären Gesichtspunkten nicht überraschend.
    Aber nicht alle gleichmäßig. Es gibt auch Frauen, die im IT-Sektor arbeiten und Männer in Pflegeberufen.

    Das Ungleichgewicht auf Diskriminierung zurückzuführen misslingt m.E. aus 2 Hauptgründen: Erstens gibt es viele hochbezahlte Berufe, die für sie früher tabu waren, in denen Frauen deutlich stärker vertreten sind, als im MINT-Bereich. Wieso hat die Diskriminierung da nicht funktioniert?
    Zweitens gibt es für die Diskriminierung keine konkreten Belege, sondern bloß Anekdoten. Die Sozialisation soll es sein, Filme, Spielzeug. Nur lässt sich die Kultur sehr viel eleganter damit erklären, dass die Kulturschaffenden meist das reproduzieren, was sie vorfinden – nicht umgekehrt.

    Jugendliche suchen sich ihren Beruf nach Interessen. Ich halte das für recht vernünftig. Interessen, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Verdienst. Bei 2 ansonsten gleich attraktiven Angeboten gewinnt der besser bezahlte Job. Aber Jobs, die einen nicht interessieren, schauen sich die meisten gar nicht an, erwägen sie gar nicht. Außer die Kohle die spielt die allergrößte Rolle – bei solchen Leuten sieht es wohl anders aus, aber die sind nicht preisbestimmend.

  4. #4 Beobachter
    22. März 2019

    @ u. u. :

    ” .. IT-Techniker werden nicht erst seit kurzem gut und Krankenschwestern schlecht bezahlt – das sind also Informationen, die man vor Beginn einer Ausbildung haben kann. Wenn die Frauen wollen, dann sollen sie ins IT-Geschäft drängen. … ”

    Und wer soll unsere Alten und Kranken pflegen ?!
    Wer trotzdem so “blöd” ist und einen Pflegeberuf ergreift oder gar häuslich pflegt, ist selber schuld ?!

  5. #5 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2019/03/14/amsel-berlin/
    23. März 2019

    @Beobachter:

    Und wer soll unsere Alten und Kranken pflegen ?!

    Ich bestimme das nicht und will es auch nicht bestimmen. Am besten Leute, die den Job zu dem Preis machen wollen.
    Wollten ihn zu wenige machen würden die Löhne steigen, es sei denn, die Leute würden ihr Geld lieber für anderes ausgeben.

    Wer trotzdem so “blöd” ist und einen Pflegeberuf ergreift oder gar häuslich pflegt, ist selber schuld ?!

    Dass Du das blöd findest ist Dein Problem. Ich finde es nicht blöd und die, die den Job machen, offenbar auch nicht.

    Wer die Wahl zwischen IT-Job und Pflegeberuf hat, ist selbst für seine Entscheidung verantwortlich, na logisch, wer denn sonst? In einer Demokratie dürfen die auch wählen. Wenn die andere Bewertungskriterien anlegen als Du, der von einer Schuld redet, wer bist Du besser zu wissen, was für die gut ist?

    Ich glaube auf eine Parteinahme von Leuten, die besser wissen, was gut für sie ist, als sie selbst, verzichten die gerne, weil sie es bevorzugen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

  6. #6 Beobachter
    23. März 2019

    @ u. u.:

    Im Gegensatz zu dir weiß ich sehr genau, von was ich rede bzw. schreibe.
    Es ist völlig sinnlos, weiter auf deine Kommentare einzugehen.

  7. #7 Solarius
    26. März 2019

    Interessanter Artikel zum Thema:

    http://aktuelle-sozialpolitik.de/2019/03/19/der-jaehrliche-krampf-um-die-anteilswerte/#more-7095

    Darin ist es doch gut erklärt. Der Pay Gap wird auch zu einen gewissen Anteil durch Erwerbsunterbrechungen verursacht. Laut dem Artikel entwickeln sich die Gehälter von Frauen und Männen bis etwa zum 30. Lebensjahr gleich. Erst dann entwickeln sie sich unterschiedlich.

    Die Erwerbsunterbrechungen erwähnt auch die Original Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes:

    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/03/PD19_098_621.html

    Daraus möchte ich einen ganz wichtigen Satz zum sogenannten “bereinigten Pay Gap” zitieren, der sehr gern “überlesen” wird:

    “…Es ist davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen…”

    Das iwkoeln hat versucht, diese Erwerbsunterbrechungen zu berücksichtigen. Es kommt auf einen bereinigten Pay Gap von nur 2 Prozent:

    https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/beschaeftigungsperspektiven-von-frauen-nur-2-prozent-gehaltsunterschied-102500.html

    Dabei sollte man meiner Meinung nach einen weiteren Punkt berücksichtigen: Erwerbsunterbrechungen führen dazu, das man weniger Berufserfahrung hat. Hier muß man auch die Überstunden erwähnen. Man sieht zwar, das Überstunden mit Überstundenzuschlägen vergütet werden und dadurch auch der Pay Gap erhöht wird. Man vergisst aber, das man durch die Überstunden auch weitere Berufserfahrung sammelt. Mit der Berufserfahrung steigt aber auch die Produktivität des Arbeitnehmers. Die Produktivität des Arbeitnehmers kann auch nach vielen Jahren noch durch Arbeit/Berufserfahrung gesteigert werden. Und das Menschen, die Teilzeit arbeiten, weniger Berufserfahrung haben als Menschen, die Vollzeit arbeiten, ist auch klar.

  8. #8 Beobachter
    27. März 2019

    Manche Frauen können/dürfen gar nicht arbeiten, weil ihnen keine notwendige Berufskleidung zur Verfügung gestellt wird.
    Deshalb musste jetzt ein “wichtiger Schritt für die (eine Hälfte der) Menschheit” ausgesetzt bzw. verschoben werden –
    die eine Hälfte war nicht vollständig mit eingeplant:

    http://www.taz.de/NASA-sagt-Ausseneinsatz-ab/!5580168/

    Welch eine bezeichnende reale Geschichte … !

  9. #9 Beobachter
    27. März 2019

    Nachtrag:

    Der TAZ-Artikel ist wirklich lustig:

    Zitat:

    ” … Wir denken dauernd darüber nach, was Frauen wann und wie anziehen. Leider nicht dieses eine Mal, wenn es wirklich darauf angekommen wäre.”

    Viele Männer denken offenbar auch dauernd darüber nach, was Frauen wann und wie AUSziehen.
    So auch unser Bundesverkehrsminister Andi Scheuer, der dringend dafür wirbt, dass Frauen zum Fahrradfahren alles ausziehen sollen bis auf die Unterwäsche und einen Fahrradhelm anziehen sollen.
    Und sicherheitshalber auch im Bett … 😉

    https://www.bento.de/politik/gntm-model-in-sexistischer-fahrradhelm-kampagne-wie-erbaermlich-andreas-scheuer-auf-kritik-reagiert-a-0f87a335-ca9c-4014-a38a-b96784c2057f

    😉

  10. #10 roel
    27. März 2019

    @Beobachter da hat Minister Scheuer eine – sagen wir mal – Idee und du bist nur am kritisieren.

    Sehe es doch mal positiv:

    Die spärlche Kleidung ist zur Hälfte aus Baumwolle. Das heißt wenig Plastik, wenig Plastikfasern etc.

    https://www.dvr.de/bilder2/p5155/5155_0.jpg

    Na gut, die Helme sind aus verschiedensten Kunststoffmaterialien, Weichmacher inklusive. Aber sie können bei einem Fahradunfall, das Leben retten, danach bitte nicht entsorgen, sondern vielleicht in einer Vitrine aufbewahren.

    Abgebildet werden mehr Frauen als Männer und die Frauen haben auch mehr an. Da käme der eine oder andere Kommentator doch auf die Idee, dass hier nicht die Frauen diskriminiert und sexistisch dargestellt werden, sondern die Männer.

    Du darfst auch unter #HelmerettenLeben Alicija und den anderen Models nacheifern und dein Foto mit einem Fahrradhelm posten. “Unter allen Teilnehmern werden zehn von Rankin und Alicija signierte Fahrradhelme sowie Aktionskalender verlost.”

    Es heißt Minister Scheuer hat den Kallender schon an der Schlafzimmerwand hängen.

    Der zusätzliche Nutzen dieser Werbekampange ist, dass die Zielgruppe ihren Englischen Wortschatz ausbauen kann. Shit hatte bestimmt noch nicht jeder drauf.

    Aber was meint Minister Scheuer selbst dazu:

    “Danke für die riesen Aufmerksamkeit – schon jetzt die erfolgreichste Verkehrssicherheitskampagne! Nur 8% der 17-30Jährigen tragen einen Fahrradhelm. Wachrütteln! Top Kooperation mit Germany‘s Next Topmodel #GNTM #HelmeRettenLeben
    10:27 – 22. März 2019 ”

    Na schau, so geht Erfolg heute.

    Übrigens heißt es, dass 100 Lungenärzte die Gefahr einer Lungenentzündung beim leichtbekleideten Radeln durch den kühlen März an Minister Scheuer gemeldet haben. Daher sind die Models meistens auch im Bett abgebildet worden. Sie sollen ja gesund bleiben.

  11. #11 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2019/03/17/berlin-7c-sturmboeen/
    27. März 2019

    @Beobachter:
    Offenbar kennt man bei Bento noch nicht mal den Unterschied zwischen Sexismus und Sexualisierung, will aber andere darüber belehren. 🙂

    Und ja, Fahrradhelme sehen bekloppt aus – ich weiß es, ich trag selber einen (aber nur auf’m Rad).

    So kann die Kampagne bei mir nicht mehr wirken, von der ich sicher nichts mitbekommen hätte, wenn sie noch braver gewesen wäre.

  12. #12 zimtspinne
    27. März 2019

    Ich trage keinen, die ruinieren ja jede Frisur.
    Was macht man damit dann auch, wenn man mit Rad einkaufen, zum Arzt oder zum Sport fährt? Schließt du den mit an oder schleppst ihn überhaupt mit rum, uu?

    Bei Beobachter frag ich mich langsam nicht mehr, wie er/sie/es eigentlich so täglich durch den Alltag kommt…. das muss der pure Horrortrip sein, jeden Tag. Und täglich grüßt das Sexismus-Murmeltier an jeder Straßenecke 😀

  13. #13 zimtspinne
    27. März 2019

    überhaupt = überall

  14. #14 LasurCyan
    27. März 2019

    Und täglich grüßt das Sexismus-Murmeltier an jeder Straßenecke

    Was ist daran witzig, ZimtSchneckchen?

  15. #15 zimtspinne
    27. März 2019

    Ach, jeder, wie er möchte.
    Ich wundere mich halt nur darüber, wie sich manche Menschen das Leben selbst schwer machen mit Hineinsteigern und sich quasi Auffressen lassen von ihrer verschobenen Wahrnehmung.
    So viel Macht gebe ich ungern Dingen oder Menschen, die mir nicht passen.
    Wie gesagt, jeder, wie er mag.
    Wenn das aber regelmäßig öffentlich kund getan wird, kann ich ja auch meine Meinung dazu sagen.

  16. #16 LasurCyan
    27. März 2019

    kann ich ja auch meine Meinung dazu sagen.

    Ma wird ja wohl noch sagen dürfen..na freilich, Spinnchen, aber wenn du/sie/es ständig auf die Mütze kriegst, geht dir die eigene Meinung schnell flöten..

  17. #17 Beobachter
    27. März 2019

    @ zimti, # 14:

    Haben alle außer dir eine “verschobene Wahrnehmung”?
    Auch z. B. Margarete Stokowski, die Redakteure/innen von “bento” – alle, die mit halbwegs offenen Augen durch`s Leben gehen und denen nicht alles egal ist?
    Siehst du nur Dinge/Menschen, die “dir passen” bzw. dir zupass kommen?
    Alles andere wird ausgeblendet?

    Gott sei Dank sind nicht alle Menschen so wie du … !

  18. #18 roel
    27. März 2019

    @Jürgen Schönstein Irgendwie ist ein Kommentar hängen geblieben.

    @zimtspinne “Auffressen lassen von ihrer verschobenen Wahrnehmung.” Das dachte ich auch als ich deinen Kommentar #409 im OLT 9 (sorry, keinen Link dahin) gelesen habe. Natürlich ohne jeden Beleg und natürlich passend hier zum Thema.

    “Ich trage keinen, die ruinieren ja jede Frisur.”
    Die Frisur dürfte bei einem Unfall mit Sturz auf den Kopf das kleinste Problem sein.

  19. #19 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2017/06/23/sexistische-eigenwerbung/
    28. März 2019

    @Zimtspinne:

    Was macht man damit dann auch, wenn man mit Rad einkaufen, zum Arzt oder zum Sport fährt? Schließt du den mit an oder schleppst ihn überhall mit rum, uu?

    Mit anschließen, meistens.

    Ich trage keinen, die ruinieren ja jede Frisur.

    Tja, ich habe keine Frisur, nur Haare.

    @Beobachter:

    Haben alle außer dir eine “verschobene Wahrnehmung”?
    Auch z. B. Margarete Stokowski, die Redakteure/innen von “bento”

    Also die ganz sicher.

    Man kann mit offenen Augen und confirmation bias durch die Gegend gehen, um überall das zu sehen, was die eigene Paranoia schon lange ahnt.
    Man kann aber auch die Augen aufmachen, um zu sehen, was wirklich da ist.

  20. #20 Beobachter
    28. März 2019

    @ u.u., # 18:

    Sexismus gibt`s nicht – weder in der Sprache noch in der Werbung noch sonst irgendwo/-wie, was?
    Die, die das behaupten, sind alle “paranoid”?

  21. #21 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2017/02/17/kirche-tut-was-gegen-klimawandel/
    28. März 2019

    @Beobachter, #106:

    Im Gegensatz zu dir weiß ich sehr genau, von was ich rede bzw. schreibe.
    Es ist völlig sinnlos, weiter auf deine Kommentare einzugehen.

    Da hat sich der Wind wohl wieder gedreht.

    Sexismus gibt`s nicht – weder in der Sprache noch in der Werbung noch sonst irgendwo/-wie, was?
    Die, die das behaupten, sind alle “paranoid”?

    Was Du sagen willst, ist “Die, die das bestreiten, sind alle paranoid?”

    Ein guter Einwand. Paranoia ist ja eine ernsthafte, geistige Störung.
    So ist da natürlich ein Strohmann, den nur Du aufgestellt hast. Ich habe nichts Derartiges behauptet, aber konkret dürften wir tatsächlich sehr oft darüber auseinander liegen, ob etwas bestimmtes Sexismus ist oder nicht.
    Und meistens liegt da natürlich keine Paranoia vor; es sieht nur für mich bezüglich einiger Merkmale so ähnlich aus.

    Wo Neonazis überall eine jüdische Verschwörung am Werk sehen oder linksextreme Netzwerke, die die Bevölkerung austauschen wollen usw., da sehen viele Feministen überall ein Patriarchat am Werk.

    Alle Indizien, die dafür sprechen, werden mantraartig wiederholt und übertrieben, alle Indizien die dagegen sprechen, notorisch unterschlagen.

  22. #22 Beobachter
    28. März 2019

    @ u.u., # 20:

    Nein, der Wind hat sich nicht gedreht.
    Nur manchmal bin ich so inkonsequent zu denken, dass man solch einen Blödsinn, wie du ihn schreibst, nicht unkommentiert stehen lassen darf.
    Aber es ist mir zu mühsam und die Zeit dafür zu schade.

  23. #23 Solarius
    28. März 2019

    …Aber es ist mir zu mühsam und die Zeit dafür zu schade.

    Vielleicht wäre es eine gut genutzte Zeit, wenn man mal seine eigene Filterblase verlässt? Man will doch unterschiedliche Meinungen kennenlernen? – Frau Stokowski und bento befinden sich beide in der gleichen Filterblase. Und beide sind nicht wirklich gut. Nein! – Und das auch der Spiegel schon einige Prozesse wegen Falschaussage verloren hat, ist dir sicher auch bekannt?

    Leider sind viele rechte/konservative Blättchen nicht wirklich besser. Man liest zwar andere Meinungen, aber nicht weniger Unsinn.

    Eine Zeitung möchte ich an dieser Stelle doch empfehlen:

    https://www.nzz.ch/

  24. #24 zimtspinne
    28. März 2019

    Heutzutage kann doch jeder was in irgendwelchen online Gazetten veröffentlichen — kein Grund, da spontan in Ehrfurcht zu verfallen, selbst wenn es um einen Artikel in einer eher seriösen “Zeitung” geht.
    bento punktet nun gerade nicht damit, bisher landete ich dort gelegentlich zufällig bei irgendwelchen Suchen meinerseits und mein Eindruck war (ganz unabhängig vom Thema): eine online Friseur-Zeitschrift, Klatsch, Tratsch, Lästerei und jede Menge Meinungen, die halt auch nur das sind: subjektiv gefärbte Meinungen, die wahrscheinlich wegen der Klickquoten immer sehr eindimensional und oft auch noch schlecht geschrieben daher kommen.
    Dieser Artikel über Fahrradhelme wäre solch ein Beispiel. Könnte auch ein Schüler getextet haben und viele von denen sind dabei sogar wesentlich kreativer und können mit Sprache besser umgehen.

    Was gibt es sonst zu sagen?
    Ja, Frauen werden stark sexualisiert, nicht nur in der Werbung, was vor allem an der Nachfrage liegt.
    Wie hoch ist noch mal der männliche Pornokonsum im internet? Sehr viel höher als der weibliche wahrscheinlich und darüber hinaus möchte ich nicht wissen, wieviele der männlichen Empörer hier regelmäßig frauenverachtende Pornos still und heimlich konsumieren…. empört ihr euch da auch über deren Frauenbild?
    Wenn Männer sich da so reinhängen, obwohl sie das Thema an sich gar nichts angeht, finde ich das komisch.
    Vorrangig sollten sich davon Betroffene dazu äußern, Nichtbetroffene können dazu natürlich auch eine Meinung haben, sollten sie sogar, aber diese ganze exzessive Empörung und Reinhängen ins Thema, empfinde ich als … unpassend.
    Keine Ahnung, was für eine Motivation dahinter steckt.
    Irgendwas muss es wohl sein, denn niemand hängt sich in ein Thema so massiv rein (obgleich gar nicht davon betroffen), ohne sich dabei etwas zu denken oder damit etwas zu bezwecken.
    Habt ihr Männer nicht genug bei euch selbst aufzuräumen?
    Mit männlichem Gehabe werden wir meist schon ganz gut alleine fertig, haben wir ja gelernt und ist überlebenswichtig (um zB nicht bei einem gewaltbereiten Säufer oder Kindesmissbräuchler oder ähnlichem hängen zu bleiben, was ja leider noch bei vielen meiner Geschlechtsgenossinnen der Fall ist. Das Problem sind dabei zwar auch die Typen, aber genauso deren Frauen, die sich nicht befreien können und das am besten in einer Therapie lernen sollten).

    Es gibt viel zu tun, aber ganz ehrlich, solche Schwätzerei und Wichtigtuerei mit Käse und bullshit (wie dieser Fahrradhelmsache), ist da einfach nur kontraproduktiv und lachhaft dazu.

    Im übrigen entschärfe ich ganz viele leicht heikle Alltagssituationen, in denen sich Männer mal wieder danebenbenehmen, mit Humor. Auch mal bissig und auf deren Kosten, aber das ist eine sehr wirksame “Gegenwehr”methode.
    Würde ich da immer so reagieren wie Beobachter (ist das überhaupt eine Frau?), wollte garantiert inzwischen keiner mehr mit mir befreundet sein oder überhaupt zu tun haben. Das ist super anstrengend und so humorlos durchs Leben zu gehen, ja, damit könnte die bento-Trulla sich mal beschäftigen 😀

  25. #25 Beobachter
    28. März 2019

    Wie gesagt, es ist sehr erstaunlich bis erschreckend, welche unsäglichen Gesinnungen, Haltungen, Meinungen, (Wert)maßstäbe etc. oft in den Kommentaren selbst hier in Wissenschaftsblogs zum Vorschein kommen.
    Und es hat offenbar absolut nichts mit einem vermeintlich “hohen” Bildungsgrad/-abschluss, Wissensstand, sozialen/gesellschaftlichen Status zu tun – das alles scheint wirklich vor nichts zu schützen.

    “Denn sie wissen, was sie tun (und sagen)” – und tun (und sagen) es trotzdem … !

    Und das wird ja z. B. auch durch die Zusammensetzung des Führungspersonals der erstarkenden AfD bestätigt …

  26. #26 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2018/05/23/2-stock-damenmieder/
    28. März 2019

    Und das wird ja z. B. auch durch die Zusammensetzung des Führungspersonals der erstarkenden AfD bestätigt …

    Super, das heiße Lieblingsfeindbild der letzten paar Jahre wieder untergebracht! Strike!

    Wie gesagt, es ist sehr erstaunlich bis erschreckend, welche unsäglichen Gesinnungen, Haltungen, Meinungen, (Wert)maßstäbe etc. oft in den Kommentaren selbst hier in Wissenschaftsblogs zum Vorschein kommen.

    Da stimme ich Dir vollkommen zu!

    Teils sind die Kommentatoren hoch gebildet, wie das Führungspersonal der AfD.

    Deine Haltung und Meinung wird auch von teils hochgebildeten hier geteilt, wie es sie auch im Führungspersonal der AfD gibt.

    Wie es sie übrigens im Führungspersonal anderer Parteien auch gibt. Was also ist damit erkannt? Dass beim politischen Gegner nicht nur Analphabeten rumlaufen und dass in Organisationen gut gebildete Menschen bessere Aufstiegschancen haben?

    Das wäre aber ableistisch, meritokratisch um nicht zu sagen patriarchal gedacht – oder? Also qua Übereinkunft falsch, zumindest böse.

  27. #27 Solarius
    30. März 2019

    “Denn sie wissen, was sie tun (und sagen)” – und tun (und sagen) es trotzdem … !

    Ja, es gibt Leute, die lassen sich nicht einschüchtern. Sie sagen ihre Meinung. – Auch auf die Gefahr hin, das sie von Frau Stokowski oder anderen “Linken” in die Nähe der afd gestellt werden.

    Ich finde es gut, das so viele Menschen so mutig sind, den Verein deutscher Sprache zu unterstützen. Denn sie wissen, was sie tun und sagen. – Und deshalb tun und sagen sie es!

  28. #28 LasurCyan
    30. März 2019

    Ich finde es gut, das so viele Menschen so mutig sind, den Verein deutscher Sprache zu unterstützen.

    Mutig finde ich das wahrscheinlich in einem ganz anderen Sinn, aber geschenkt, Solarius, bei soviel Mutzeigung gibt es von mir ein ExtraKlopferchen auf die virtuelle Schulter^^

  29. #29 anderer Michael
    11. April 2019

    Ach ,die gute Frau Stochowski !
    Gelassenheit.
    Sie muss auch von etwas leben. Von ausgewogenen Meinungen, dem Abwägen des Für und Wider, sachliche Gegenargumente verstehen und erörtern usw. davon wird man in dem Métier nicht satt. Sie ist noch relativ moderat.

    Ich sehe so was inzwischen als Unterhaltung und Teil der Spaßgesellschaft.
    Richtige Probleme anzugehen ist sehr sehr harte Arbeit, ich verweise in dem Zusammenhang auf terre des femmes.

  30. #30 Solarius
    12. April 2019

    Ich sehe so was inzwischen als Unterhaltung und Teil der Spaßgesellschaft.

    Diesen Fehler machen die meisten Menschen. Es ist aber kein Spass. Nein. Es ist sehr ernst. Es ist ja nicht nur die Sprache, die verstümmelt wird. Nein. Auch unsere Demokratie ist in Gefahr. Diese Leute setzen sich dafür ein, das Quoten bei den Wahlen vorgeschrieben werden. Diesen Leuten ist von allen möglichen Verfassungsrechtlern gesagt worden, das Quoten verfassungswidrig sind. Trotzdem hat man in Brandenburg für Parlamente eine Frauenquote beschlossen.

  31. #31 Basilios
    Jūni Kokuki
    13. April 2019

    @Solarius
    Abgesehen davon, daß die Sprache© nicht verstümmelt wird:
    Kannst Du uns bitte darüber aufklären welche möglichen Verfassungsrechtler so etwas behaupten?

  32. #32 Solarius
    13. April 2019

    Es wurde sogar der Parlamentarische Beratungsdienst des Brandenburgischen Landtages um eine Stellungnahme gebeten. Du kannst sie hier im Volltext herunterladen:

    https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/60612

    Auf Seite 4 findest du die gestellten Fragen. Und ab Seite 68 die Antworten.

    Die Antworten sind eindeutig. Die Antworten lagen auch rechtzeitig vor. Trotzdem wurde das Gesetz verabschiedet.

  33. #33 Basilios
    Jūni Kokuki
    14. April 2019

    @Solarius
    Die schreiben aber in ihrer Konklusio ganz am Schluß:

    Da der Landesgesetzgeber selbst das Wahlvorschlagsrecht gerade zum Instrument einer geschlechterspezifischen Ausrichtung des Wahlrechts machen würde und damit dem Geschlecht eine „erhebliche Bedeutung für die Beschreibung einer Person und ihrer Rechtsstellung“ (BVerfG) beimäße, ist es aus verfassungsrechtlicher Sicht ratsam, das „Dritte Geschlecht“ auch im Falle der Einführung eines paritätischen Wahlvor-schlagsrechts zu berücksichtigen

    Ist es das was Du willst?
    Ich hätte Dir eine so progressive Richtung gar nicht zugetraut.

  34. #34 Solarius
    14. April 2019

    Das “Dritte Geschlecht” ist offenbar auch ein Grund für eine Verfassungsbeschwerde:

    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandenburg/parité-gesetz-piraten-kritisieren-diskriminierung-des-dritten-geschlechts-31984670

    SPD, Grüne und Die LInke in Brandenburg wussten, das das Gesetz verfassungswidrig ist. Trotzdem haben sie es verabschiedet.

    Im Grunde muß man sagen, das es sich bei diesen drei Parteien um verfassungsfeindiche Organisationen handelt.

  35. #35 Basilios
    Jūni Kokuki
    17. April 2019

    @Solarius
    Also mal ganz abgesehen davon, daß ich nicht gelesen habe, was da in der Berliner Zeitung hinter dem Link steht, weil die verlangen,daß ich meinen AdBlocker ausschalte, was ich ganz bestimmt nicht tun werde

    Nein, im Grunde muss man das nicht sagen