Die Herbstfarben in Massachusetts hatte ich ja schon vorgestellt, zeige sie aber hier gerne noch einmal:

Im Central Park von New York City, meiner anderen Heimatstadt, sieht es dagegen noch eher sommerlich-grün aus:


Was aber diese Straßenhändler in meinem Viertel (East Village) nicht daran hindert, sich schon auf einen tief winterlichen Bedarf vorzubereiten:

Ich glaub’, ich bestell mir jetzt am besten eine Frühlingsrolle…

flattr this!

Kommentare (21)

  1. #1 rolak
    16. Oktober 2019

    *zack* schon kommt hier deutlichst Appetit auf :•)

    Interessant wäre, wie die die Bäume bis zum termingerechten Einsatz fit halten…

  2. #2 tomtoo
    16. Oktober 2019

    @rolak

    Plastikbäume?

  3. #3 Beobachter
    16. Oktober 2019

    Danke für die eindrucksvollen Bilder.
    Die Weihnachtsbäume stören nur, finde ich – hätte man als Motiv weglassen können …. 🙂

    Wenn ich solche Bilder von New York City und dem Central Park sehe, muss ich immer an Salingers “Fänger im Roggen” denken.
    Gibt es im Central Park immer noch “rollschuhlaufmagere” (heute: inlineskates … ) Kinder (wie Holdens Schwester Phoebe), und weiß man inzwischen, was die Enten von den Teichen dort im Winter machen, wenn das Teichwasser gefroren ist ?
    Und sind die New Yorker Taxifahrer immer noch so “nervös” ? 🙂

  4. #4 Jürgen Schönstein
    17. Oktober 2019

    @Beobachter
    Rollschuhlaufen (mein Hobby in den 90-er Jahren) ist praktisch passé – auf meinem Ausflug habe ich Radfahrer in Massen und zumindest einige mutige (von wegen Radfahrer-Verkehrsdichte und Steigungen/Gefällen) Skateboarder gesehen, aber nicht einen einzigen Roller- oder Inlineskater… Phoebe Caulfield würde heute vermutlich Skateboarden.

    Was die Enten machen, weiß ich nicht – aber die Teiche frieren nur selten zu. Und dank der Touristen müssen sie ihr Futter sowieso nur noch selten ergründeln.

    New Yorker Taxifahrer “nervös”? Nicht wegen des Verkehrs, der ist vermutlich wegen all der verkehrsberuhigenden Maßnahmen (die letzte beispielsweise in meinem Viertel) besser und weniger stressvoll geworden. Aber während früher eine Taxilizenz eine sichere Geldanlage war, ist sie heute fast schon eine Garantie für Überschuldung und Armut: ‘They Were Conned’ – How Reckless Loans Devastated a Generation of Taxi Drivers

  5. #5 Markweger
    17. Oktober 2019

    So als gelegentlicher Hoppyfotograf:
    1. Bild
    Einfach nur viel grünes Gras im Vordergrund wirkt nicht so recht. Ein kleiner Baum, Strauch, Holzpfahl im Vordergrund macht ein Bild viel besser.
    Sonst gibt das Bild schön die Herbststimmung wieder.
    2. Bild
    Ein großer Teil des Bildes im Vordergrund im Schatten, nur der Hintergrund in der Sonne. Etwas Schatten als Kontrast schadet nicht, aber das ist viel zu viel.
    Eher etwas zuviel Zaun im Vordergrund, vor allem der Gartenschlauch wirkt störend.
    3. Bild
    Wiese und Straße im Schatten im Vordergrund.
    Wiese wegschneiden, eventuell von der Straße etwas dabei lassen (muß man probieren) gibt ein richtig schönes Bild.
    4. Bild
    Die Autos und das braune Gebäude stören auf jeden Fall. Ein Hydrant wirkt dagegen eventuell ganz gut.
    Auch hier wieder der Vordergrund im Schatten der Hintergrund in der Sonne.
    Wenn man die Christbäume etwas mehr von der Sonneseite fotografiert, den Hydranten darauf bekommt, die linken orange-weißen Kegelstumpfe aber nicht kann das ein richtig orginelles Bild ergeben.

  6. #6 Beobachter
    geradeaus und links um die Ecke
    17. Oktober 2019

    Es ist schon irre, wie unterschiedlich doch die Reaktionen sind, wenn man Leuten ein paar Photos zeigt … 😉
    Noch dazu, wenn sie alle zur vermeintlich gleichen “Zielgruppe” gehören …

  7. #7 tomtoo
    17. Oktober 2019

    @Beobachter
    Wer ist denn die vermeintlich gleiche Zielgruppe ?

  8. #8 Beobachter
    17. Oktober 2019

    @ tomtoo:

    Na, wissenschaftlich Interessierte – sagt doch schon der Name “Scienceblogs” … 🙂

    Wer sich hauptsächlich z. B. für Kochrezepte, Motorräder und für`s Heimwerken interessiert, wird bei SB wohl eher selten mitlesen … 😉

  9. #9 tomtoo
    17. Oktober 2019

    @Beobachter
    Wissenschaft ist doch universell. Da sollte sich jeder für Interessieren.

  10. #10 Beobachter
    17. Oktober 2019

    @ tomtoo:

    Menschenwürde ist doch (auch) universell. Da sollte sich (auch) jeder für interessieren.
    usw.

    Es gibt viele wichtige, grundlegende (“universelle”) Bereiche, für die sich NICHT jeder interessiert …

  11. #11 Jürgen Schönstein
    17. Oktober 2019

    (Original-Antwort von rolak ist verschollen, hier noch einmal, was er darauf schrieb – Jürgen Schönstein)

    Pb?

    Ok, diese Dinger, die das Gros ihres Lebens wie Blei im Abstellbereich liegen, können verdammt echt aussehen. Aber mit so eher unästhetischen Kahlstellen, tomtoo? Weiß nich, weiß nich, das ist mir zu raffiniert/unwahrscheinlich…

  12. #12 Jürgen Schönstein
    17. Oktober 2019

    @Markweger
    Danke für die unaufgeforderten Tipps fürs bessere Fotografieren, für die ich mich mit dem ebenso unaufgeforderten Tipp revanchieren kann, gelegentlich ein Wörterbuch zur Verbesserung der Rechtschreibung zu konsultieren: Hobbyfotograf schreibt sich in jedem Fall mit zwei “b” – “hoppy” bedeutet “gehopft”. Und ansonsten: Das waren keine “Hobbyfotos”, sondern iPhone-Schnappschüsse, die ich beim Schlendern gemacht habe. Das ist ein ganz anderes Genre – und nö, zu viel Zeit aufs Komponieren habe ich dabei ganz bewusst nicht verwenden wollen. Schließlich verdiene ich mein Geld ja mit dem Schreiben von Texten, nicht mit dem Produzieren von Bildern.

  13. #13 Beobachter
    18. Oktober 2019

    @ Jürgen Schönstein, # 4:

    Danke für die zeitnäheren Auskünfte … 🙂

    Die New Yorker Taxifahrer sollen so eine Art Institution gewesen sein – nach allem, was man darüber manchmal so in Autobiographien von Leuten liest, die (früher) lange dort gelebt haben (Arthur Miller, Frank McCourt, Carol Matthau, … ).
    Sie sollen sich in allen Dingen des Lebens ausgekannt haben, waren höflich/hilfsbereit bis äußerst rabiat und sollen teilweise mit “Schrottautos” herumgefahren sein, die kaum mehr zusammengehalten haben.
    Deshalb kann ich mir weniger gut vorstellen, dass sie jemals durch ihre Taxilizenz als Geldanlage einigermaßen wohlhabend geworden sind.
    Was machen diese Taxifahrer jobmäßig heutzutage, wenn sie durch die veränderten Umstände kein Auskommen mehr haben bzw. in Armut/Überschuldung landen?

    Haben die (Nachkommen der) irischen Einwanderer (in New York City) immer noch so einen speziellen Ruf? 🙂
    Frank McCourt, selbst irischer Amerikaner, hat das in seinen autobiographischen Büchern recht eindrücklich und mit viel Humor geschildert.
    Oder ist es längst vergangenes, überholtes Klischee?

  14. #14 rolak
    18. Oktober 2019

    noch einmal

    Schönen Dank, Jürgen, in solch einem dunkelmagischen Sonderfall hätte ich es auch gerne von hier aus nachversucht.
    Marks bierselige Wege waren doch so auffällig unauffällig, gaben mit Hoppyfotograf=’tief ins Glas schauend’ auch gleich eine schöne Begründung für Form und Inhalt (©Bullet).

  15. #15 Onkel Michael
    https://onkelmichael.blog
    19. Oktober 2019

    #12
    Gnihihihihi… You made my Day!

  16. #16 Jürgen Schönstein
    19. Oktober 2019

    @Beobachter

    Deshalb kann ich mir weniger gut vorstellen, dass sie jemals durch ihre Taxilizenz als Geldanlage einigermaßen wohlhabend geworden sind.

    Niemand wurde durch Taxifahren reich. Aber man muss hier unterscheiden zwischen der Lizenz, Taxi zu fahren und der, ein Taxi zu betreiben. Letztere war, für viele Jahrzehnte jedenfalls, eine sichere Wertanlage, d.h. man konnte sicher sein, sie für mehr Geld verkaufen zu können, als man für den Erwerb hingeblättert hatte. Es ist in dieser Kommentarspalte sicher nicht machbar, die gesamt Geschichte des New Yorker Taxisystems aufzubereiten (einen Einstieg liefert Wikipedia, aber soviel lässt sich sagen:

    Von 1937, als das heutige System mit den “Yellow Cabs” und ihrem alleinigen Recht, Passagiere am Straßenrand aufzulesen verankert wurde, bis 1996 war die Zahl der Betriebslizenzen (die in der Form von gut handtellergroßen Medaillions manifestiert wurden, die physisch am Taxi angebracht sind) auf exakt 11.787 limitiert; wer ein Taxi betreiben wollte, musste diese Lizenz einem Vorbesitzer abkaufen. Vor allem für Einwanderer war dies ein Einstieg in die berufliche Selbständigkeit (das Einwanderungsgesetz regelt zwar sehr streng die abhängige Beschäftigung durch Arbeitserlaubnisse etc., aber selbständige Tätigkeit fällt nicht darunter, schon gar nicht, wenn sie mit einer Investition gekoppelt ist), die Preise für diese Medaillons kletterten schließlich bis in die siebenstelligen Bereiche, die natürlich nicht mehr allein mit dem Taxifahren wieder hereingeholt werden konnten – ein Teil des Geschäftsmodells war, dass man diese Lizenzen (die ja von der Stadt künstlich knappgehalten wurden; nach einer kleinen Aufstockung um knapp 2000 gibt es heute rund 13.600 dieser Medaillons) dann schließlich irgendwann mit Profit weiterverkauft werden konnten.

    Eine Taxilizenz galt somit als sichere Wertanlage – bis die sogenannten “Rideshare”-Angebote von Uber und Lyft ins Spiel kamen. Durch diese Systeme wurde praktisch jeder, der ein Auto hatte und dazu bereit war, zum selbständigen Taxiunternehmer – obwohl die Stadt (auf Drängen der Lizenzinhaber) dagegen ankämpfte und eine Zulassung der Ride-Share-Autos durch die entsprechende Behörde vorschrieb, war damit das Privileg der Medaillons ausgehebelt. Die Preise stürzten ab (liegen jetzt irgendwo bei 300.000 Dollar, wen ich mich nicht irre), und alle, die sich verschuldet hatten, um diese Lizenzen zu kaufen, stecken damit in einer praktisch aussichtlosen Situation (siehe mein Link in der ersten Antwort.

    Haben die (Nachkommen der) irischen Einwanderer (in New York City) immer noch so einen speziellen Ruf?

    Einfache Antwort: Alle Einwanderergruppen haben ihren “speziellen Ruf”, d.h. stereotypische Vorurteile, die vermutlich noch lange bestehen werden.

  17. #17 Beobachter
    19. Oktober 2019

    @ Jürgen Schönstein, # 16:

    Danke für die Auskünfte und Schilderungen.
    Es ist umso interessanter, wenn sie von Leuten kommen, die die Verhältnisse (und Veränderungen) vor Ort schon längere Zeit kennen/mitbekommen haben.
    Das mit den stereotypischen gruppenbezogenen Vorurteilen wird sich wohl “ewig” halten – auch bei uns.

    Nur noch eine Frage:
    Gibt es noch diese alten großen, geräumigen New Yorker Wohnungen – oder sind sie schon fast alle gewinnbringend in kleinere unterteilt worden, zumindest in den (damaligen/heutigen?) Vierteln für weniger Betuchte?
    Damit fing es schon zu A. Millers Zeiten an …

  18. #18 Jürgen Schönstein
    19. Oktober 2019

    @Beobachter

    Gibt es noch diese alten großen, geräumigen New Yorker Wohnungen – oder sind sie schon fast alle gewinnbringend in kleinere unterteilt worden

    Wohnungen teilen geht praktisch gar nicht, da ist im Normalfall das Baurecht im Weg. Außerdem werden Wohungen im großen Stil seltener umgebaut – was passiert ist, dass Gebäude abgerissen und durch vermarktungsfähigere Neubauten ersetzt werden. Und nein, “große Wohungen” gibt es sowieso nur selten – außer in den traditionell Wohlhabenden Vierteln. Für den Durchschnitts-New-Yorker ist eine Dreizimmerwohung schon Luxus, und wer mehr Räume braucht, muss tied in die Tasche greifen. Die Fünzimmer-Altbauwohung in Greenpoint, Brooklyn, die ich vor 15 Jahren noch für 2500 Dollar im Monat mieten konnte, kostet heute – laut einer Website, wo ich sie zufällig wiedergefunden habe – 9000 Dollar im Monat. Und selbst mein kleines Zweizimmer-Apartment (40 qm), das ich im East Village besitze, wäre auf dem Immobilienmarkt nicht für unter einer Dreiviertelmillion Dollar zu kriegen…

  19. #19 Beobachter
    19. Oktober 2019

    @ Jürgen Schönstein, # 18:

    Ja, es hat sich wohl immer wieder sehr viel verändert – die Viertel selbst mitsamt der Bevölkerungsgruppen, die dort hauptsächlich leben.

    Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, auf etwa welche Zeit sich einige meiner “literarischen Eindrücke” bzgl. der New Yorker Wohnverhältnisse beziehen.
    Arthur Miller (geb. 1915) beschreibt in seiner Autobiographie “Zeitkurven” seine Kindheit/Jugend in Harlem und Brooklyn – in solch großen Wohnungen im 5. oder 6. Stock, von wo aus man unten auf der Straße die chromblitzenden Limousinen mit livrierten Chauffeuren hat vorfahren sehen – bis zur Großen Depression.
    Da und noch einige Zeit danach war es damit vorbei, und man zog von einer großen Wohnung in eine kleinere und in eine noch kleinere.

    Frank McCourt hat in den 1960-er Jahren in einer ziemlich elenden “Kaltwasser-Wohnung” gewohnt, von der er selbst nicht wusste, woher diese Bezeichnung kam – denn Warmwasser gab es … 🙂

    Und man fragt sich natürlich immer noch, in welchen Vierteln/Wohnungen all die New Yorker Woody Allen-Filme mit ihren Intellektuellen-Partys und tiefsinnigen Gesprächen gedreht wurden – oder ob das alles nur Studio-Staffagen waren … 🙂

  20. #20 Jürgen Schönstein
    20. Oktober 2019

    Darüber weiß ich leider nichts – aus Altersgründen (ich lebe ja erst seit 1990 in NYC) ebenso wie aus filmhistorischen Gründen. Die meisten “Innenaufnahmen”, selbst wenn sie tatsächlich in New York gedreht werden, entstehen wohl in Studios wie diesem hier: Silvercup Studios

  21. #21 Beobachter
    20. Oktober 2019

    @ Jürgen Schönstein:

    Vielen Dank für Ihre Schilderungen, Auskünfte und Links.
    Wenn Sie schon seit fast 30 Jahren in NYC leben, könnten Sie ja ein Buch darüber schreiben, was Sie dort so alles erlebt haben – nicht nur, was die Veränderungen bzgl. der dortigen Wohnverhältnisse betrifft.

    Ich finde aber, dass gerade die die gesellschaftlichen Verhältnisse/Veränderungen besonders gut wiederspiegeln: welche Leute wo, wann und wie gewohnt haben, besonders in größeren Städten/den großen Metropolen.
    Wenn man schon etwas älter ist, kann man in den meisten Fällen auf einen Fundus an diesbezüglichen Erfahrungen/Eindrücken zurückblicken, weil man selbst entsprechend seiner persönlichen Entwicklung schon zig Mal umgezogen ist – und mit Angehörigen/Freunden/Bekannten über deren (Wohn-)Erlebnisse spricht:
    Billige Hinterhof-Wohnungen in West-Berlin/Kreuzberg; an Studenten vermietete winzige frühere “(Dienst-)Mädchenzimmer” unterm Dach in Paris; alle möglichen und unmöglichen WGs in schönen, alten Wohnungen mit schmiedeeisernem Balkon und Erker in Heidelberg/Handschuhsheim, usw.
    Das alles ist mittlerweile (Zeit)Geschichte …

    Und die Literatur gibt ja wie gesagt auch Einiges her:
    Z. B. ist Flaubert öfters in die Pariser Dachwohnung von George Sand hochgekeucht, um sie dort zu besuchen. Oben angekommen soll er zu ihr gesagt haben, dass nur dadurch ihn schöne Frauen noch außer Atem bringen können … 🙂

    Selbst das gibt es heute nicht mehr, weil es überall Aufzüge gibt … 😉