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	<title>Geograffitico</title>
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		<title>Wahre Heldinnen und Helden</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 02:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wort &#8220;Held&#8221; geht mir, egal ob in seiner männlichen oder weiblichen Form, nicht leicht aus den Fingern oder über die Lippen. Zu nah an der Propaganda ist mir dieser Begriff, das &#8220;Heldenhafte&#8221; entweder ein Ausdruck von Gewalt (wie in nahezu allen kriegerischen Fällen von Heldentum) oder von Personenkult. Aber dieser <a href="http://www.theatlanticwire.com/national/2013/05/oklahoma-teacher-heroes/65461/">Artikel</a>, der in der <a href="http://www.theatlanticwire.com">Online-Ausgabe von The Atlantik</a> veröffentlicht wurde, berichtet von Lehrerinnen und Lehrern, die mit Leib und Leben die ihnen anvertrauten Kinder beschützen. wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_an_der_Sandy_Hook_Elementary_School">Lehrerinnen der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown (Connecticut)</a>, in der ein jugendlicher Amokläufer ein Massaker angerichtet hatte, und wie die <a href="http://www.huffingtonpost.com/2013/05/21/teacher-saves-lives-tornado-plaza-towers-school_n_3313387.html">Lehrer und Lehrerinnen der Schulen in Moore, Oklahoma, die von einem katastrophalen Tornado zerstört wurden</a>. So sehr ich mir wünsche, nie selbst direkt von solchen Ereignissen betroffen zu sein, so sehr bin ich erleichert, dass es solche Lehrerinnen und Lehrer gibt. Und dass ich endlich eine sinnvolle Bedeutung für &#8220;Held&#8221; und &#8220;Heldin&#8221; gefunden habe&#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3056&amp;md5=8beadfa2a9e5997f314b8b63eb57c76a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kleine Sexualkunde für Sprachverwirrte</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 20:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich hier ja angekündigt, nicht durch jeden Reifen zu springen, den man mir hinhält. Andererseits fürchte ich, dass durch aufgeblasenes Ventilieren das eigentliche Problem längst in einer &#8220;sprachreformerischen&#8221; Selbst-Gefälligkeit verpufft ist: Wie lässt sich erreichen, dass Frauen beruflich und gesellschaftlich Männern in jeder Hinsicht gleichgestellt werden? Um mal die Position, die mir als&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich <a href="http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2013/05/17/geschlechtergerecht-oder-geschlechtsneutral-eine-antwort/#comment-14980">hier</a> ja angekündigt, nicht durch jeden Reifen zu springen, den man mir hinhält. Andererseits fürchte ich, dass durch aufgeblasenes Ventilieren das eigentliche Problem längst in einer &#8220;sprachreformerischen&#8221; Selbst-Gefälligkeit verpufft ist: Wie lässt sich erreichen, dass Frauen beruflich und gesellschaftlich Männern in jeder Hinsicht gleichgestellt werden? Um mal die Position, die mir als der oben erwähnte &#8220;Reifen&#8221; hingehalten wird, etwas verkürzt darzustellen (was dem Vertreter (!) dieser Position dann wieder die Gelegenheit geben wird zu dementieren, dass dies eigentlich seine Position sei etc. etc. und die Diskussion sich dann wie das Riesenrad einer Galaxie weiter im scheinbar unendlichen Kreise drehen kann): Indem wir so tun, als ob es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gäbe. Wohlgemerkt: Dabei geht es offenbar <em>nicht </em>darum festzustellen, dass es keine Unterschiede in der <em>Qualifikation</em> gibt &#8211; darüber, dass es in der Fähigkeit, vermeintliche &#8220;Männer&#8221;-Berufe auszuüben, keine Geschlechterunterschiede gibt, habe ich in meinem Blog schon oft genug geschrieben (<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/04/06/was-frauen-die-lust-auf-technik-verdirbt/">hier</a>, beispielsweise) und mir damit dann auch immer wieder mal eine blutige Nase geholt. Sondern dass es einfach keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Punkt. Wollen wir nichts darüber wissen. Schafft am besten gleich die Genus-Information der Sprache (das &#8220;er&#8221; und das &#8220;sie&#8221;) ab, denn die sei das Problem.</p>
<p>Darauf hatte ich geantwortet, dass dies einer <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/15/die-unsichtbare-diskriminierung/">Diskriminierung durch Unsichtbarkeit</a> gleich käme. Aber die Gegenposition hier war, dass es ja schließlich auch keine grammatische Endung für Rassen gäbe, warum also eine für Geschlechter?</p>
<p>Tja, und diese Frage sollte eigentlich schon im Sexualkunde-Unterricht (auf)geklärt worden sein. Aber ich verrate es noch einmal: Weil Rassen ein willkürliches und eingebildetes Differenzierungsmerkmal sind &#8211; der Unterschied zwischen männlich und weiblich hingegen ist biologisch und real. Wie gesagt: <strong>Das heißt genau <em>nicht</em>, dass der Unterschied weiter geht als bis zur Sexualität</strong>, also dem Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten &#8211; aber er hat reale Folgen im Umgang zwischen den Geschlechtern, die sich nicht einfach verleugnen lassen, ohne das Problem zu erschweren.</p>
<p>Ich schildere es mal gleich am praktischen Beispiel: Was muss sich ändern, wenn eine Firma, die bisher nur Weiße beschäftigt hat, nicht mehr gegen Schwarze dskriminieren will? Das ist im Prinzip ganz einfach: Sie muss anfangen, Schwarze einzustellen und sie arbeitsrechtlich und in der Bezahlung gleichwertig zu behandeln. Aber was muss eine Firma tun, die bisher nur Männer beschäftigt hat, wenn sie Frauen einstellen soll? Sie muss eine Menge neuer Dinge schaffen: Zum Beispiel neue Wasch- und Umkleideräume für Frauen, sie muss sich mit der Vorstellung auseinandersetzen, dass die neuen Mitarbeiterinnen schwanger werden oder Mütter sein können, also Mutterschutz und Stilzeiten fordern können, sie muss den Männern (leider ist das immer noch so) klar machen, dass Sexismus nicht toleriert werden kann etc. &#8211; und das ist auch richtig so. Nochmal: Genau so soll es auch sein. Aber das geht eben nicht, wenn man so tut, als brauche man den Unterschied zwischen Männern und Frauen erst gar nicht wahrzunehmen.</p>
<p>Das US-Militär ist ein sehr drastisches Beispiel dafür, dass diese scheinbare Gleichstellung &#8211; die ja nichts daran ändert, dass das Männliche hier die Norm ist &#8211; die Frauen drastisch benachteiligt. (Beweis? <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sexual_assault_in_the_United_States_military">Bitteschön</a>!) Wenn eine Frau es bis zum Admiralsrang schafft, dann sicher nicht, <em>weil</em> sie eine Frau ist, sondern eher <em>obwohl</em> sie eine Frau ist. Es ist also falsch zu behaupten, dass ihre Femininität nichts mit ihrer Karriere und ihrer Position zu tun hat.</p>
<p>Die Forderung &#8220;ich will halt nicht wissen müssen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt&#8221;, ist eine sehr bequeme Forderung, die sehr leicht dahingehend extrapoliert wird, dass man außer dem Pronomen und (im Deutschen zumindest) der Genus-Beugung eigentlich gar nichts ändern müsse. So wie die selbstgerechte Behauptung, man sei &#8220;farbenblind&#8221; (also nicht rassistisch), zumeist einem zutiefst empfundenen Unverständnis vorangeht, warum man beispielsweise solche Förderprogramme wie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Affirmative_action_in_the_United_States">Affirmative Action</a> noch brauche. Chancengleichheit besteht nicht darin, Unterschiede zu ignorieren (egal, ob sie nun  biologisch oder sozial bedingt sind), sondern die Nachteile, die aus solchen Unterschieden entstehen, aufzufangen und auszugleichen. Und das erfordert halt erst mal, dass man sich dieser Unterschiede bewusst bleibt. So wie man ja auch Fehler nicht einfach durch ignorieren beheben kann &#8211; auch wenn das oft so viel bequemer scheint.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3050&amp;md5=6a03471e330e5b31e335881c9645e880" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Draußen &#8211; Stachelschweine, Sedimente und &#8230; Spam</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 02:56:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es grenzt zwar an Apostasie, aber manchmal brauche ich ein bisschen Abstand von Internet. Da sind die Berkshire-Berge das ideale Refugium: Internet hab&#8217; ich hier nur sehr begrenzt, und auch mein Smartphone schaut mangels zuverlässiger Verbindung meistens eher dumm drein. Dafür sehe ich mehr zum Beispiel dieses Tier, das mir am Wegrand auffiel: Es handelt&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es grenzt zwar an Apostasie, aber manchmal brauche ich ein bisschen Abstand von Internet. Da sind die <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/10/01/auch-drausen-was-man-so-alles-im-wald-findet/">Berkshire-Berge</a> das ideale Refugium: Internet hab&#8217; ich hier nur <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/08/07/ein-gruss-aus-der-steinzeit/">sehr begrenzt</a>, und auch mein Smartphone schaut mangels zuverlässiger Verbindung meistens eher dumm drein. Dafür sehe ich mehr zum Beispiel dieses Tier, das mir am Wegrand auffiel:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0870.jpg"><img class="alignleft  wp-image-3043" alt="IMAG0870" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0870.jpg" width="600" /></a><br />
Es handelt sich hier um einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urson">Urson</a>, der auch als Baumstachelschwein bekannt ist. Der Urson ist nicht besonders populär &#8211; zum einen wegen seiner Stacheln, die er geradezu &#8220;abschießen&#8221; kann (genauer gesagt, er schlägt mit seinem stacheligen Schwanz nach dem Gegner; die scharfen Borsten können sich dabei durch die Haut bohren und dort stecken bleiben); vor allem aber, weil er &#8211; ähnlich wie sein Cousin, der <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/11/26/drausen-mal-wieder-mein-neuer-nachbar/">Biber</a> &#8211; Baumrinde annagt und damit Bäume zum absterben bringt. Wobei dies in den beinahe urwaldlichen Forsten der Berkshires, wo die Bäume sich zumeist selbst überlassen bleiben (nur die <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/03/11/drausen-wie-in-hier-gehts-nicht-nach/">Ahornbäume werden im Frühjahr &#8220;gemolken</a>&#8220;), gar nicht so schnell auffallen würde:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0872.jpg"><img class="alignleft  wp-image-3044" alt="IMAG0872" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0872.jpg" width="600" /></a><br />
Aber auch ein umgefallener Baum ist noch nicht wirklich tot &#8211; er ist ein Lebensraum für Baumpilze:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0874.jpg"><img class="alignleft  wp-image-3042" alt="IMAG0874" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0874.jpg" width="600" /></a><br />
Als Geograph interessiere ich mich ja mehr für die Morphologie der Erdoberfläche, aber solche Formationen &#8211; dieses metamorphe Gestein am <a href="http://www.mass.gov/dcr/parks/mtGreylock/multimedia.htm">Mount Greylock</a> wurde, wenn ich den Beschreibungen der Parkrangers glauben darf, im Ordovizium (also vor mehr als 430 Millionen Jahren) als Sediment niedergelgt &#8211; erinnern uns doch immer wieder daran, welche Kräfte unsere Landschaften formen:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0879.jpg"><img class="alignleft  wp-image-3037" alt="IMAG0879" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0879.jpg" width="600" /></a><br />
Aber leider muss ich, nach Rückkehr an meinen Schreibtisch in Cambridge, diesen Ausflug teuer bezahlen: Momentan läuft gegen ScienceBlogs offenbar eine Linkspam-Attacke, die zwar in der Kommentarmoderation stecken bleibt &#8211; aber in der Moderationsliste haben sich mehr als 750 solcher Spam-Meldungen angesammelt. Das wird mich eine Zeitlang beschäftigen &#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3033&amp;md5=79b79ba9306cc7d484f3bfdd653d1da1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die &#8220;unsichtbare&#8221; Diskriminierung</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 20:19:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwa so unsichtbar wie ein schwarzes Loch, sollte ich ergänzen &#8211; denn wahrnehmbar ist sie, aber sie beruht auf dem Ansatz, dass das Objekt der Diskriminierung nicht wahrnehmbar sein soll. Dies ist ein weiteres Kapitel in der scheinbar endlosen Gender-Diskussion &#8211; dies nur als Warnung an all jene Leserinnen und Leser, die keine Lust mehr&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa so unsichtbar wie ein schwarzes Loch, sollte ich ergänzen &#8211; denn wahrnehmbar ist sie, aber sie beruht auf dem Ansatz, dass das Objekt der Diskriminierung nicht wahrnehmbar sein soll. Dies ist ein weiteres Kapitel in der scheinbar endlosen Gender-Diskussion &#8211; dies nur als Warnung an all jene Leserinnen und Leser, die keine Lust mehr darauf haben, sich mit dem Problem, ob und wie Sprache zur Diskriminierung verwendet wird, auseinandersetzen wollen. All jenen jedoch, die es wollen, empfehle (im Sinn von: es wäre hilfreich zum Verständnis des Folgenden, nicht etwa im selbstgefälligen Sinn von &#8220;Prädikat: empfehlenswert&#8221;) ich erst mal zum Einlesen meine beiden jüngsten Beiträge: <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/09/generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann/">Generische Sprache, oder Das Aus für den &#8220;Schneemann&#8221;?</a> und <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/15/die-muehe-beim-sprechen/">Die Mühe beim Sprechen</a>. Die Diskussion ist zwar am Ende eher zu einem Privatdisput zwischen <a href="http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/">Martin Bäker</a> und mir geschrumpft. Aber einen wichtigen Punkt, den <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/15/die-muehe-beim-sprechen/#comment-18390">Martin gewissermaßen als Überraschungs-Trumpf ausgespielt hat</a>, will ich hier aber noch einmal besonders würdigen:</p>
<blockquote><p>warum ist es nicht vollkommen egal, ob jemand, der im Weltall umherspaziert, männlich, weiblich oder transsexuell ist? Sollte es nicht egal sein? (Wie gesagt, bei Star Trek heißt es immer “der Admiral”, “er” und “Sir”, auc bei Admiral Nedjejev (Schreibweise?), obwohl das eine Frau ist.) Warum ist das so viel wichtiger als das Alter, die hautfarbe, der sonstige Beruf oder irgend eine andere Eigenschaft?</p></blockquote>
<p>Ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil es Admiral Nedjejev (ich habe keine Ahnung, wer das ist, und finde den Namen auch nicht im Internet) wichtig ist? Wer sagt, dass es einer Frau nichts bedeutet, eine Frau zu sein? </p>
<p>Es gibt viele Formen von Identität &#8211; ich selbst beispielsweise falle in die Gruppen männlich, Senioren (über 50), deutschsprachig, grauhaarig, Journalist, Nichtraucher, Atheist, Vater, Universitätsdozent etc. Welche dieser Identitäten für mich wichtig sind oder nicht, sollte niemand außer mir entscheiden dürfen. Warum ist sexuelle Identität so wichtig, wichtiger als Haarfarbe oder Einkommen? Weil wir nun mal sexuelle Wesen sind. Interessanter Weise ist gerade das Recht auf eine sexuelle Identität ein Gut, das durch den Kampf <em>gegen</em> Diskriminierung errungen werden soll. Wer&#8217;s nicht glaubt: Einfach mal LGBT googeln und anfangen zu lesen.</p>
<p>Davon abgesehen, dass gerade das Gendern von Dienstgraden im Deutschen eine Forderung <em>für</em> Gleichberechtigung ist und mehr als eine &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amtsbezeichnung">Amtfrau</a>&#8221; bisher dabei nichr rauskam, Admirale und Generale also wie im Englischen als &#8220;generisch&#8221; bewertet werden (was, wie ich nun zum wiederholten Male erklären muss, vor allem in US-Sprachraum ein enormer Streitpunkt ist &#8211; gerade <em>weil</em> diese Sprache nicht mal im Prinzip eine Chance bietet, eine Generalin zu werden), und somit das Problem an sich gar nicht existiert. Aber das ist nicht der Kernpunkt: das Problem bei dieser Form der &#8220;Gleichberechtigung&#8221; ist, dass es die Frauen unsichtbar machen soll. Wirklich, ist das so? Ja. Es ist eine Form des &#8220;Don&#8217;t ask, don&#8217;t tell&#8221;. </p>
<p>Und was ist das? Nichts anderes als die Forderung an die anders Seienden, ihr Anderssein doch bitteschön für sich zu behalten, uns also nicht zu zwingen, uns damit auseinander zu setzen. Erst waren Schwule in den USA beispielsweise generell davon ausgeschlossen, im Militär zu dienen. Dann wurde diese Diskriminierung zwar aufgehoben oder zumindest gelockert &#8211; aber um den Preis, dass sie ihre Identität verheimlichen mussten&#8221; &#8220;Ihr dürft schwul sein und als Soldaten dienen, so lange wir es nicht zur Kenntnis nehmen müssen.&#8221; Eine ähnliche Aufforderung zur Unsichtbarkeit erleben Schwarze und Frauen auch heute noch: So lange wir so tun können, als seiet Ihr keine Schwarzen, keine Frauen, so lange wir Eure Hautfarbe, Euer Geschlecht nicht zur Kennnis nehmen müssen, akzeptieren wir Euch. Das verlogenste &#8220;Kompliment&#8221;, das dann gerne gemacht wird ist: &#8220;Ich habe gar nicht bemerkt, dass Du eine Frau/schwul/schwarz bist.&#8221; Falls jemand glaubt, dass er damit bei den Angesprochenen punkten kann, darf er sich gewiss auf eine Überraschung gefasst machen&#8230;</p>
<p>Der Wunsch Martins, dass <em>er</em> doch bitteschön nicht darüber nachdenken mag, ob Admiral N. nun eine Frau oder ein Mann ist, ist einer, der ausschließlich durch <em>seinen</em> Sprachkomfort verursacht wird. Aber der ist nicht maßgeblich: Nicht wir haben zu entscheiden, wie eine andere Person ihre Identität begreift, sondern dieses Recht liegt allein bei dieser Person. Wie wir Personen anreden (oder über sie reden) ist, wie ich hier schon mal geschrieben habe, auch <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/01/18/respekt-in-ansprechender-weise/">eine Frage des Respekts</a>. Und woher weiß ich, wie diese Personen angesprochen werden wollen? Indem ich sie frage, oder ihnen von sich aus die Möglichkeit gebe, dies anzusagen. Wenn sich jemand als &#8220;Admiralin N.&#8221; vorstellt, dann kann ich sie auch als solche ansprechen &#8211; wenn sie &#8220;Admiral N.&#8221; bevorzugt (auch in ihren dienstlichen Unterlagen, Lebensläufen etc.), dann wird dies auch entsprechend publik gemacht. Und wenn&#8217;s mal einen Fehlgriff gibt und jemand versehentlich zum Admiral &#8220;Admiralin&#8221; sagt? Tja, dann macht das gar nicht so viel, wenn wir davon ausgehen, dass es keinen Wertunterschied zwischen den Geschlechtern gibt. Oder, um Iggy Pop zu zitieren: <a href="http://www.reddit.com/r/pics/comments/p3pmf/im_not_ashamed_to_dress_like_a_woman_because_i/">I&#8217;m not ashamed to dress &#8216;like a woman&#8217; because I don&#8217;t think it&#8217;s shameful to be a woman.</a></p>
<p>Doch genau daran krankt ja die Diskussion um Stereotype und Diskriminierung oft. Wenn jemand gegen weiblich besetzte Stereotype ankämpft, weil diese diskriminierend seien &#8211; was sagt  er (<em>ich bleibe aus empirischen Gründen hier beim Maskulinum</em>) dann eigentlich? Dass weiblich schlechter ist als männlich. Aber wenn es wirklich egal ist, ob jemand männlich oder weiblich ist, dann ist es auch egal, ob dieses Attribut kenntlich gemacht wird oder nicht. Dann spielt es eben genau keine Rolle, ob Frau Admiralin ihre Femininität auslebt oder nicht. Gleichberechtigung heißt eben nicht, dass Frauen, Schwule, Schwarze etc. nicht als solche wahrgenommen werden, sondern dass sie sie selbst sein können, ohne dass es irgend einen Nachteil für sie bringt. Wenn sie ihre Identität nicht mehr unsichtbar machen müssen, sondern ungehindert Frauen, Schwule, Schwarze, Transgender oder was auch immer sein können.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3026&amp;md5=dc00d113d83251c2f31bccad1f332ac8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Mühe beim Sprechen</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 04:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechter-Unterschied]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachreform]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen hatte ich hier einen Köder ausgeworfen: Leider hat sich niemand meiner Forderung anschließen wollen, simple Grundregeln der Algebra allein schon deswegen über den Haufen zu werfen, weil eine Mehrzahl der AnwenderInnen sie offenbar nicht korrekt beherrschen. Ich nehme an, das die Absurdität einer solchen Schlussfolgerung zu leicht durchschaubar war. Ich wage&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen hatte ich hier <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/13/die-diskriminierte-addition/">einen Köder</a> ausgeworfen: Leider hat sich niemand meiner Forderung anschließen wollen, simple Grundregeln der Algebra allein schon deswegen über den Haufen zu werfen, weil eine Mehrzahl der AnwenderInnen sie offenbar nicht korrekt beherrschen. Ich nehme an, das die Absurdität einer solchen Schlussfolgerung zu leicht durchschaubar war. Ich wage mal zu behaupten, dass die Mehrzahl der Leserinnen und Leser zustimmen wird, dass in so einem Fall entweder die Regeln einfach besser vermittelt werden müssten und/der sich mit ein kleinem bisschen zusätzlicher Mühe die Rechenaufgabe <strong>7 – 1 x 0 + 3 : 3</strong> zumindest so viel besser strukturieren ließe, dass die meisten, wenn nicht alle, Missverständnisse aus dem Weg geschafft werden können: 7 &#8211; (1 x 0) + (3 : 3).</p>
<p>Mal ehrlich: Wie viele von uns würden sich diese Mühe machen, wenn sie merken, dass jemand Probleme mit dieser an sich simplen Rechenaufgabe hat? Wie viele würden zustimmen, dass es a) anhand solcher Rechenregeln gar nicht anders geht als falsch zu rechnen, oder vorschlagen, dass dann halt b) die Anwenderin oder der Anwender von Rechenregeln die Materie besser lernen müssen? Aber kaum jemand würde ernsthaft fordern, dass man dann unbedingt c) das Rechnen so verändern muss, dass 1 als Resultat auch akzeptabel ist, oder besser noch: dass d) die Algebra so modifiziert wird, dass es fürderhin unmöglich sein muss, falsch zu rechnen.</p>
<p>Ich weiß zwar, dass alles Folgende letztlich nur wieder in einer ad-hominem-Debatte enden wird &#8211; wie schon all die ähnlich gelagerten Debatten zuvor. Aber dennoch will ich nicht einfach kapitulieren, denn das Thema ist &#8211; auch und gerade in der alltägichen Praxis des Schreibens &#8211; durchaus wichtig. Ohne jetzt die Analogie, die ich mit obigem Beispiel vorführen wollte, schrittweise zu erklären und zu übersetzen, will ich einfach mal behaupten: Auch die deutsche Sprache macht manchmal Mühe, wenn es beispielsweise darum geht, Männern und Frauen gleichermaßen im Sprachgebrauch gerecht zu werden.</p>
<p>Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell der Behauptung, dass das Deutsche einfach immanent sexistisch sei, zugestimmt wird. Wenn, im Prinzip, behauptet wird, dass man gar nicht anders könne als Frauen in der deutschen Sprache abzuwerten &#8211; <em>weil</em> es das generische Maskulinum gibt, und weil unsere deutsche Grammatik eine Genus-Beugung von Substantiven ermöglicht: &#8220;der Physiker/die Physikerin&#8221;. Die &#8220;Argumente&#8221;, die sich auf zumeist <a href="http://www.unifr.ch/psycho/site_doc/lingsoc/documents/gygaxetal_lcp.pdf">fehlerhafte</a> oder <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0148068580920710">fehlerhaft interpetierte</a> fremdsprachige Arbeiten stützen, laufen immer auf das Gleiche hinaus: Wenn es diese Genus-Differenzierung nicht gäbe, dann wäre die Welt gleich geschlechtergerechter.</p>
<p>Dieser Trugschluss fällt so ziemlich in die gleiche Kategorie wie der <a href="http://stancarey.wordpress.com/2011/05/21/amondawa-has-no-word-for-time/">&#8220;kennt-kein-Wort-für&#8230;&#8221;</a>-Mythos. Das in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Irish_syntax">Irland gesprochene Gälisch kennt beispielsweise zwar weder Worte für &#8220;ja&#8221; noch &#8220;nein&#8221;</a>, aber dennoch ist es Iren sehr leicht möglich, ihre Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken. Vor zweihundert Jahren gab es in keiner Sprache der Welt ein Wort für Anrufbeantworter &#8211; trotzdem konnten die Dinger erdacht und benannt werden. Sprache ist keine Kurzformel, sondern <em>Formulierung</em>. Wenn wir etwas sagen <em>wollen</em>, dann werden wir auch mit den vorhandenen liguistischen Mitteln schon einen Weg finden. In meinem vorigen Beitrag zu diesem Thema tauchten gleich zwei &#8220;schwere&#8221; Beispiele auf: <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/09/generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann/#comment-18208">MartinB</a> meinte,</p>
<blockquote><p>“Der/die Physiker/in führt seine/ihre Experimente durch” sind nicht wirklich lesbar.<br />
Binnen-Is funktionieren im Zusammenhang mit Artikeln auch nicht so gut: “Der/die PhysikerIn führt ihre/seine Experimente” hilft nicht wirklich weiter, selbst neutrale Hauptworte helfen nicht viel: “Der/die Physikbetreibende…”</p></blockquote>
<p>(Ein weiteres &#8220;schweres&#8221; Beispiel, nebst meiner Antwort, findet sich <a href="http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2013/05/13/warum-wir-nie-etwas-andern-sollten/#comment-14822">hier</a> in seinem Beitrag <a href="http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2013/05/13/warum-wir-nie-etwas-andern-sollten/">Warum wir nie etwas ändern sollten</a>.) Der Kommentator/die Kommentatorin (wer bei uns kommentieren will, kann das ganz ohne Geschlechtsnachweis tun) <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/09/generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann/#comment-18345">segeln141 hat hier eine andere Monstrosität ausgegraben</a>:</p>
<blockquote><p>Der Paartherapeut Jürg Willi konstruierte den Satz:“ Wenn man/frau mit seiner/ihrer Partner/in zusammenleben will, so wird er/sie zu ihr/ihm in ihre/seine oder sie/er in seine/ihre Wohnung ziehen“.</p></blockquote>
<p>.<br />
.<br />
.<br />
.<br />
.</p>
<p>Vielleicht wollte ja jemand die Zeit nutzen, eigene Lösungsvorschläge zu finden, die sprachlich akzeptabel, nicht diskriminierend und zudem einigermaßen elegant sind. Mein Vorschlag für Martins Problem lautete:</p>
<blockquote><p>Physikerinnen und Physiker experimentieren.</p></blockquote>
<p>Und das Problem, das segeln141 präsentiert hat, hatte ich so beantwortet:</p>
<blockquote><p>Das Problem mit diesem Satz ist, dass er selbst ohne die “Gender-Kalibrierung” ziemlich blödsinning und sprachlich miserabel wäre: “Wenn man mit seiner Partnerin zusammenleben will, so wird er zu ihr in ihre Wohnung ziehen”, wäre demnach eine Lesart. Haarsträubend! Mal abgesehen vom falschen Gebrauch des “man” (&#8220;jemand” muss hier benutzt werden) und der verbalen Monstrosität “zu ihr in ihre Wohnung” (entweder nur “zu ihr”, oder nur “in ihre Wohnung” – die Doppelung ist redundant und führt zu Wortschwall) ist diese Aussage auch sachlich unhaltbar: Es ist auch denkbar, das “man” will, dass die Partnerin zu einem zieht. Was eigentlich gesagt wird: Wenn zwei Menschen zusammenleben wollen, genügt ihnen eine Wohnung. Auch dies ist nur ein Beispiel dafür, dass nicht die Sprache, sondern die Denkfaulheit der Sprachanwender zu solchen Problemen führt. Aber Faulheit im Denken ist halt nichts, was sich durch Sprachreformen beseitigen lässt.</p></blockquote>
<p>Meine Vorschläge müssen nicht jedem und nicht jeder gefallen. Aber zumindest eines ist damit schon bewiesen: Mit ein bisschen Überlegung findet sich immer eine Alternative. Ehe wir (von anderen?) eine Veränderung der Sprache abfordern, sollten wir unser eigenes Sprechen erst mal verändern. Die Werkzeuge dafür sind auch jetzt schon vorhanden.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3013&amp;md5=1bf25f1bdb000d64a17d8c846f291746" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Klimawandel: Auch leisererer Alarm ist noch immer eine Warnung</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 16:54:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[James Annan]]></category>
		<category><![CDATA[Klimasensitivitaet]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[new york times]]></category>

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		<description><![CDATA[Um den heutigen Lesetipp zum Klimawandel in der New York Times - A Change in Temperature - besser zu verstehen, sollte man sich vielleicht erst mal diesen Beitrag des &#8220;Klimaskeptikers&#8221; Pierre Gosselin kurz ansehen, der auch in dem NYT-Artikel erwähnt wird: Gosselin backt sich ein Ei darauf, dass James Annan, ein prominenter Klimaforscher am Research&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um den heutigen Lesetipp zum Klimawandel in der <a href="http://www.nytimes.com">New York Times</a> -<a href="http://www.nytimes.com/2013/05/14/science/what-will-a-doubling-of-carbon-dioxide-mean-for-climate.html?ref=science&amp;_r=0"> A Change in Temperature </a>- besser zu verstehen, sollte man sich vielleicht erst mal diesen <a href="http://notrickszone.com/2013/02/01/staggering-admission-by-james-annan-high-climate-sensitivity-increasingly-untenable/">Beitrag des &#8220;Klimaskeptikers&#8221; Pierre Gosselin</a> kurz ansehen, der auch in dem NYT-Artikel erwähnt wird: Gosselin backt sich ein Ei darauf, dass <a href="http://www.jamstec.go.jp/frsgc/research/d5/jdannan/">James Annan</a>, ein prominenter Klimaforscher am <a href="http://www.jamstec.go.jp/rigc/e/">Research Institute for Global Change</a> der <a href="http://www.jamstec.go.jp/e/index.html">Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology</a> von einer etwas geringeren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivit%C3%A4t">Klimasensitivität</a> spricht als beispielsweise in den IPCC-Berichten angenommen wird (Annan geht davon aus, dass die Erwärmung durch eine Verdoppelung des atmosphärischen CO2 am unteren Ende der prognostizierten &#8220;Bandbreite&#8221; liegen wird). Daraus wird dann zwar gerne &#8220;<a href="http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1066312-27411-27420/globale-erwaermung-durch-treibhauseffekt-nur-ein-mythos-der-linken">Klimawandel ist nur ein Mythos</a>&#8220;, aber erstens führt selbst eine leicht nach unten korrigierte Klimasensititvität noch zu einem signifikanten Klimawandel, und zweitens basieren diese Annahmen darauf, dass sich der CO2-Ausstoß nur verdoppelt; die NY Times weist darauf hin, dass eine Verdrei- oder Vervierfachung durchaus plausibel ware.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3007&amp;md5=dcf86c19f88a3d0e78b8e3435d004432" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eisiger Tsunami</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 03:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Eis-Tsunami]]></category>

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		<description><![CDATA[Das sieht vielleicht aus wie ein Trick- oder wenigstens Zeitraffer-Film, ist aber ebenso unheimlich wie real: Ein eisiger &#8220;Tsunami&#8220;, eine Eismasse in Mille Lacs (Minnesota), die angetrieben von heftigen Sturmböen etwa fünf Meter landeinwärts getrieben wurde und Häuser beschädigte:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das sieht vielleicht aus wie ein Trick- oder wenigstens Zeitraffer-Film, ist aber ebenso unheimlich wie real: Ein eisiger &#8220;<a href="http://gma.yahoo.com/blogs/abc-blogs/ice-tsunamis-damage-lakefront-homes-minn-canada-121415454.html?vp=1">Tsunami</a>&#8220;, eine Eismasse in <a href="http://millelacs.com/">Mille Lacs</a> (Minnesota), die angetrieben von heftigen Sturmböen etwa fünf Meter landeinwärts getrieben wurde und Häuser beschädigte:<br />
<iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/sZEeT6peSGo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3005&amp;md5=1e735921fb5cda1caab8a174f9855c42" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie Nazi-Technologieund Bing Crosby das Silicon Valley erschufen</title>
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		<comments>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/14/wie-nazi-technologieund-bing-crosby-das-silicon-valley-erschufen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 22:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Bing Crosby]]></category>
		<category><![CDATA[magnetband]]></category>
		<category><![CDATA[New Yorker]]></category>
		<category><![CDATA[Silicon Valley]]></category>
		<category><![CDATA[Tonband]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ist Bing Crosby? Personen meiner Generation hätten sich vermutlich glücklich geschätzt, diese Frage nicht beantworten zu können, da der amerikanische Sänger in den 60-er Jahren nahezu ubiquitär uned unvermeidlich war. Hier also ein kleines Video zur Auffrischung: Aber was hat der nun mit Nazis zu tun? Nichts. Eigentlich hat auch das Tonband &#8211; jene&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ist Bing Crosby? Personen meiner Generation hätten sich vermutlich glücklich geschätzt, diese Frage <em><strong>nicht</strong> </em>beantworten zu können, da der amerikanische S<strong></strong>änger in den 60-er Jahren nahezu ubiquitär uned unvermeidlich war. Hier also ein kleines Video zur Auffrischung:<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/oWgkqICE1Aw" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe><br />
Aber was hat der nun mit Nazis zu tun? Nichts. Eigentlich hat auch das Tonband &#8211; jene Technologie, der Crosby seine Radipopularität verdankte und die eine der ersten Hightech-Produkte des Silicon Valley war, wo sie, dank ihrer Magnetspeicher-Kapazitäten, ein wesentliches Element im Aufschwung der damals noch embryonalen Computerindustrie wurde &#8211; nichts direkt mit den Nazis zu tun. Aber die BASF, die das Kunststoff-Tonband (erinnert sich noch jemand daran? Selbst MusiCasetten sind ja inzwischen eher Museumsstücke) bescherte, gehörte zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BASF_SE#I.G._Farben_AG_.281925.E2.80.931952.29">IG Farben</a>, und damit in die direkte Einflusssphäre des Regimes; so gesehen ist es also nachvollziehbar, dass der <a href="http://www.newyorker.com">New Yorker</a> hier einen direkten Einfluss der Nationalsozialisten sieht: <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/elements/2013/05/how-bing-crosby-and-the-nazis-helped-to-create-silicon-valley.html?mbid=nl_Weekly%20%2853%29">How Bing Crosby and the Nazis Helped to Create Silicon Valley.</a> Und das ist ganz unironisch gemeint:</p>
<blockquote><p>There is a direct link in the Silicon Valley understanding between Bing Crosby’s crooning and the rise of the hard drive, which was designed as an improvement over magnetic tape. Or, to put it into an equation: microphones + crooning + Nazis + radio + fifty thousand dollars = Silicon Valley.</p></blockquote>
<p>Das Stück selbst ist ja ganz lesenswert (für mich, jedenfalls, da ich diesen Zusammenhang zwischen einer Radiopersönlichkeit, dem Aufstieg des Tonbands und dem Ursprung von Silicon Valley nicht kannte) &#8211; so lange es nicht entweder zur Gleichsetzung von Crosby und Nazis führt (das täte dem Schmalzsänger, soweit ich es sehen kann, durchaus unrecht). Oder, schlimmer noch, als eine &#8220;gute Seite&#8221; des Nazi-Regimes umgestylt wird, wie wir es beispielsweise von der Autobahn und Volkswagen kennen&#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=3001&amp;md5=26516ba134b14c00209741ab8581855b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die diskriminierte Addition</title>
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		<comments>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/13/die-diskriminierte-addition/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 02:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Punktrechnung vor Strichrechnung]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute geht es erst mal nur um Regeln und deren Anwendung beziehungsweise deren Verständnis. Nehmen wir mal folgende, simple Rechnung: 7 &#8211; 1 x 0 + 3 : 3 Die korrekte Lösung ist 1, nicht wahr? Denn wenn ich nachrechne, dann kommt genau diese 1 raus: 7 &#8211; 1 = 6 &#8595; 6 x 0&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute geht es erst mal nur um Regeln und deren Anwendung beziehungsweise deren Verständnis. Nehmen wir mal folgende, simple Rechnung:<br />
<strong><br />
<h1>7 &#8211; 1 x 0 + 3 : 3</h1>
<p></strong></p>
<p>Die korrekte Lösung ist 1, nicht wahr? Denn wenn ich nachrechne, dann kommt genau diese 1 raus:<br />
7 &#8211; 1 = 6<br />
&darr;<br />
6 x 0 = 0<br />
&darr;<br />
0 + 3 = 3<br />
&darr;<br />
3 : 3 = 1! </p>
<p>Und das behaupte nicht nur ich &#8211; folgende &#8220;Studie&#8221; beweist, dass ich Recht habe:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Rechnungsbeispiel1.jpg"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Rechnungsbeispiel1.jpg" alt="Rechnungsbeispiel" width="550" height="350" class="alignleft size-full wp-image-2987" /></a><a href="http://www.classroomprofessor.com/teaching-math/why-did-74pc-of-facebook-users-get-this-wrong/">(Quelle)</a><br />
Die größte Gruppe aller Antwortenden ist sicher, dass 1 das korrekte Ergebnis ist. Der Rest ist so verstreut, dass man davon ausgehen kann, dass die halt nicht rechnen können &#8230;</p>
<p>Wie bitte? 8 soll richtig sein? Weil Punktrechnung vor Strichrechnung geht, Multiplikationen und Subtraktionen also wichtiger sind als Additionen und Subtraktionen? Das ist eine Diskriminierung von Rechenoperationen! Außerdem ist das ist doch viel zu kompliziert &#8211; es wäre viel einfacher, wenn nach der Reihenfolge des Erscheinens gerechnet würde. </p>
<p>Soviel erst mal heute als Denkanregung. In den nächsten Tagen werde ich meine Gedanken zur Zeichensetzung und den Rechenregeln weiterspinnen &#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2984&amp;md5=5fc315e8a4191f14de249f8c28b9b9f5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>&#8220;Blackbox Urheberrecht&#8221;: Die Chronik eines Absturzes</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 02:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Backbox Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn&#8217;s schamlose Eigenwerbung ist, will ich hier mal auf das als eBuch erschienene Sammelwerk Blackbox Urheberrecht hinweisen, das seit der vergangenen Woche bei Amazon und im Apple iBookstore erhältlich ist und in dem vielen diverse Stimmen zum Thema Urheberrecht zu Wort kommen. Eine dieser Stimmen ist meine &#8211; das Buch enthält eine Debatte, die&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn&#8217;s schamlose Eigenwerbung ist, will ich hier mal auf das als eBuch erschienene Sammelwerk <a href="http://privatsprache.wordpress.com/">Blackbox Urheberrecht</a> hinweisen, das seit der vergangenen Woche bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00COQS9EW/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B00COQS9EW&amp;linkCode=as2&amp;tag=privatsprache-21">Amazon</a> und im <a href="https://itunes.apple.com/de/book/blackbox-urheberrecht/id645677531?mt=11">Apple iBookstore</a> erhältlich ist und in dem vielen diverse Stimmen zum Thema Urheberrecht zu Wort kommen. Eine dieser Stimmen ist meine &#8211; das Buch enthält eine <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?s=Geistiges+Eigent%C3%BCmliches+Walderdbeeren">Debatte</a>, die sich zwischen mir und <a href="http://sprachlog.de">Anatol Stefanowitsch</a> entwickelt hatte. Ich gebe zu, dass ich nicht widerstehen konnte, als mich Daniel Brockmeier, der Herausgeber, mit der Frage kontaktiert hatte, ob er diese Blog-Konversation zwischen Anatol und mir veröffentlichen dürfe; diese Zweitverwertung von Blog-Beiträgen ist ja gerade (auch) der Gegenstand, um den es in unserer Diskussion ging.<br />
<img alt="" src="http://privatsprache.files.wordpress.com/2013/04/cover.png" width="600" /></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2978&amp;md5=cf7b7ce58bc9e64c0a78f311b5595d54" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Draußen: Die urtümliche Stille der Natur</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/11/drausen-die-urtumliche-stille-der-natur/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=drausen-die-urtumliche-stille-der-natur</link>
		<comments>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/11/drausen-die-urtumliche-stille-der-natur/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 May 2013 21:36:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Berkshires]]></category>
		<category><![CDATA[draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Farn]]></category>
		<category><![CDATA[Karbon]]></category>
		<category><![CDATA[Schachtelhalm]]></category>

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		<description><![CDATA[Ah, endlich wieder ein Wochenende in den Berkhsire-Bergen. Der Regen kommt heute zwar in Strömen runter, aber dafür Natur nun endgültig aus ihrem Winterschlaf erwacht. Tja, und auch ich werde heute vermutlich kein Auge zutun, denn wenn die Natur hier erwacht, dann ist sie alles andere als still: (Die Knackgeräusche sind allerdings nicht die Schuld&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ah, endlich wieder ein Wochenende in den <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/10/01/auch-drausen-was-man-so-alles-im-wald-findet/">Berkhsire-Bergen</a>. Der Regen kommt heute zwar in Strömen runter, aber dafür <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/15/drausen-vom-eise-fast-befreit/">Natur nun endgültig aus ihrem Winterschlaf erwacht</a>. Tja, und auch ich werde heute vermutlich kein Auge zutun, denn wenn die Natur hier erwacht, dann ist sie alles andere als still:<br />
<iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F91758874" height="166" width="100%" frameborder="no" scrolling="no"></iframe><br />
<em>(Die Knackgeräusche sind allerdings nicht die Schuld der Natur &#8211; sondern meines Smartphones, das auch die scheinbar lautlose Berührung des Touchscreens hier als Krach registiert hat.)</em></p>
<p>Klingt beinahe urzeitlich, nicht war? Da passt es wohl ganz gut, dass sich auch in der Botanik die Urzeit manifestiert: Am Wegrand sprießen Schachtelhalme und Farne.<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0853.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2972" alt="IMAG0853" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0853.jpg" width="600" /></a><br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0858.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2973" alt="IMAG0858" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0858.jpg" width="600" /></a><br />
Schqachtelhalme und Farne waren übrigens auch die dominierenden Pflanzen des Karbon, also jener geologischen Periode vor etwa 300 bis 360 Millionen Jahren, der wir beispielsweise heute unsere Steinkohlenvorräte verdanken (die also, gewissermaßen, eine &#8220;Mitschuld&#8221; an unseren heutigen Klimaproblemen trägt).</p>
<p>Die jungen Farne, die wegen ihrer Form auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fiddlehead_fern">Fiddleheads</a> genannt werden, sind übrigens essbar (Nachtrag: Es handelt sich hier um eine ganz bestimmte Farn-Art, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strau%C3%9Fenfarn">Straußenfarn</a>):<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0862.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2975" alt="IMAG0862" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0862.jpg" width="600" /></a>Blanchiert und anschließend kurz mit Knoblauch und Olivenöl angebraten, werden sie heute Abend als Beilage das Abendessen verzieren. Erstaunlich, was man draußen alles findet&#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2971&amp;md5=80b50cb797a9b253333269cdf8e41a40" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Generische Sprache, oder Das Aus für den &#8220;Schneemann&#8221;?</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/09/generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann</link>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 00:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Billy Wilder]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Laughton]]></category>
		<category><![CDATA[generisches Maskulinum]]></category>
		<category><![CDATA[geschlechtsneutrale Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Washington (Staat)]]></category>
		<category><![CDATA[Zeugin der Anklage]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass ich heute über ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Washington schreibe (nicht zu verwechseln mit der Bundeshauptstadt Washington), hat vor allem damit zu tun, dass vor ein paar Tagen auf dem PBS-Kanal von Boston mal wieder der Billy-Wilder-Klassiker Witness for the Prosecution (auf Deutsch: Zeugin der Anklage) lief: Film und Gesetz haben tatsächlich erst mal&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ich heute über ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Washington schreibe (nicht zu verwechseln mit der Bundeshauptstadt Washington), hat vor allem damit zu tun, dass vor ein paar Tagen auf dem PBS-Kanal von Boston mal wieder der <a href="http://www.film-zeit.de/Person/863/Billy-Wilder/">Billy-Wilder</a>-Klassiker Witness for the Prosecution (auf Deutsch: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeugin_der_Anklage">Zeugin der Anklage</a>) lief:<br />
<iframe width="600" height="450" src="http://www.youtube.com/embed/HIiOkPNDNfU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
Film und Gesetz haben tatsächlich erst mal absolut nichts miteinander zu tun, obwohl sich schon aus dem Titel ein gewisser Zusammenhang konstruieren ließe. Das <a href="http://apps.leg.wa.gov/documents/billdocs/2013-14/Pdf/Bills/Senate%20Passed%20Legislature/5077-S.PL.pdf">Gesetz</a>, das <a href="http://www.washingtonvotes.org/Legislation.aspx?ID=150866">vor einem Monat verabschiedet</a> und am 22. April von Gouverneur <a href="http://www.governor.wa.gov/">Jay Inslee</a> unterzeichnet wurde, regelt den Gebrauch von männlichen Bezeichungen in Gesetzestexten des Bundesstaates; es ersetzt beispielsweise den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ombudsman">Ombudsman</a> durch ein neutrales &#8220;Ombuds&#8221;, oder <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Penmanship">penmanship</a> durch &#8220;handwriting&#8221;. Ähnliches gilt für Fireman, Signalman, Journeyman und viele andere Berufsbezeichnungen &#8211; sie alle verloren ihre spezifische Männlichkeit, statt dessen sagt man nun Firefighter oder Signal Operator. Insgesamt 3500 Artikel (von ungefähr 40.000) des Gesetzbuchs von Washington sind in dem 475 Seiten langen Beschluss mit den neuen Formulierungen aufgeführt; weitere Änderungen sind beispielsweise die Ergänzung des Pronomens &#8211; wo bislang &#8220;he&#8221; (er) genügten, heißt es nun beispielsweise &#8220;he or she&#8221;.</p>
<p>Klar, dass da die übliche <a href="http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/?s=Sprachpolizei">Sprachpolizei</a>-Panik aufkommt: Nun werde wohl <a href="http://www.reddit.com/r/Conservative/comments/1d5eq5/frosty_the_snowman_now_banned_in_washington_state/">auch dem Schneemann der Garaus gemacht</a>, befürchten die Kritiker. Die simple Antwort wäre, dass in dem Gesetz (SSB 5077) das Wort &#8220;Snowman&#8221; (Schneemann) gar nicht vorkommt. Aber das ist gar nicht mal der Hauptpunkt: Das Gesetz regelt nicht den Sprachgebrauch der Bevölkerung, sondern nur den Sprachgebrauch der Legislative. Mal abgesehen, dass angesichts all der Feuerwehrfrauen, Handwerkerinnen, Polizistinnen das Suffix &#8220;man&#8221; (was nunmal ausdrücklich Mann heißt) auch im Staat Washington grundsätzlich ebenso überholt ist wie der &#8220;Schutzmann&#8221; oder die &#8220;Krankenschwester&#8221; im Deutschen &#8211; niemand hindert einen Washingtoner daran, auch weiterhin Feuerwehrmann werden zu wollen oder Schneemänner zu bauen. Genau so wenig wie es deutschen Autobesitzern verboten ist, ihre Karre &#8220;zum TüV&#8221; zu bringen, obwohl es doch im offiziellen Amtsdeutsch &#8220;zur Hauptuntersuchung&#8221; heißt.</p>
<p>Aber ist das, was in Washington passiert, als ein Versuch der <em>Sprach</em>reform zu verstehen? Wird hier eine &#8220;geschlechtsneutrale&#8221; Sprache per Gesetz verordnet? Sollten wir uns, wenn man sich all die <a href="http://scienceblogs.de/?s=geschlechtergerecht">Diskussionen allein auf ScienceBlogs.de </a>anschaut, also daran ein Beispiel nehmen, wie <a href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/washington-entmannt-das-englische/">Luise Pusch in ihrem Fembio-Blog</a> vorschlägt? Wurde das Englische hier erfolgreich &#8220;entmannt&#8221;, und könnten wir ein Gleiches im Deutschen tun?</p>
<p>Davon abgesehen, dass diese &#8220;Entmannung&#8221; von Berufsbezeichnungen längst im Deutschen die Norm ist (Schutzmann, Wachmann, Milchmann, Eiermann sind selbst in der Umgangssprache kaum noch gebräuchlich, es sei, denn sie bezeichnen tatsächlich einen männlichen Polizisten, Wächter oder Meierei-Verkaufsrepräsentanten) &#8211; das grammatische Problem des Genus, also die Tatsache, dass Personenbezeichnungen üblicher Weise eine männliche und/oder weibliche Form haben können, die eine generische Ansprache schwieriger macht, ist damit nicht behebbar. Arzt/Ärztin, Bäcker/Bäckerin, Chemiker/Chemikerin, Doktor/Doktorin &#8230; das Alphabet lässt sicht bis zum Zeitungsverkäufer/der Zeitungsverkäuferin durcharbeiten. Hier ist das Englische scheinbar im Vorteil, denn es kennt ja beispielsweise die Genus-<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flexion">Beugung</a> nicht. &#8220;Doctor&#8221; ist &#8220;Doctor&#8221;, ob Mann oder Frau. Ist also das Englische, beispielsweise, &#8220;geschlechtsneutral&#8221;, wie gerne postuliert wird? Hier komme ich nun auf die Zeugin der Anklage zurück <em>(davon abgesehen, dass es streng genommen ja &#8220;Der Zeuge/die Zeugin der Anklage&#8221; heißen müsste, da ja das Geschlecht dieser Person in &#8220;Witness&#8221; nicht kodiert ist &#8211; was übrigens ein bisschen die Spannung erhöht, da wir im Deutschen ja schon ahnen, wer diese unerwartete Anklagezeugin sein könnte, während der unbedarfte Zuschauer der Originalversionsich auf eine Überraschung freuen darf)</em>: </p>
<p>Ab der 53, Minute und 28. Sekunde entwickelt sich folgender Dialog, nachdem der Verteidiger Sir Wilfrid Robarts (Charles Laughton) verspätet in den Gerichtssaal geeilt ist, wo der Staatsanwalt, Mr. Myers, gerade einen Polizisten als Zeugen über den rekonstruierten Ablauf des Mordes an der reichen Mrs. French vernimmt:</p>
<p><em>Myers: &#8220;Would that indicate to you that the murderer had taken Mrs. French by surprise?&#8221;<br />
Sir Robarts zum Richter: &#8220;Mylord, I must object. My learned friend refers to the assailant as &#8216;the murderer&#8217;. We have not yet determined whether the assailant was a man or a woman. It could be quite conceivably have been &#8216;the murderess&#8217;.&#8221;<br />
Richter: &#8220;Mr. Myers, it seems that Sir Wilfrid has joined us just in time to catch you on a point of grammar. Please rephrase your question.&#8221;<br />
Myers: &#8220;Yes, Mylord.&#8221;</em></p>
<p>Okay, das ist nur ein Zitat aus einem Film, der zudem von einem deutschsprachigen Regisseur gedreht wurde. Aber es bestätigt doch, was mir mein Sprachgefühl auch schon länger signalisiert: Das scheinbar &#8220;generische&#8221; Englisch verzichtet nicht etwa auf die Unterscheidung ziwschen Mann und Frau, sondern lieber darauf, Frauen grammatisch überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Das mag jetzt sehr polemisch klingen, und ich habe außer meinem Sprachgefühl erst mal keinen Beleg, aber die Endung auf &#8220;-er&#8221;, das viele Personensubstantive beispielsweise hier haben (Farmer, Baker, Painter) scheinen der gleich klingenden deutschen männlichen Endung (Bauer, Bäcker, Maler) nicht nur zufällig zu gleichen. &#8220;Murderer&#8221; und &#8220;Murderess&#8221; zeigt, dass sich ein Unterschied im Genus auch im Englischen konstruieren ließe, wenn man nur will. Und dass es die weibliche Variante wäre, die dabei verändert würde. Mit anderen Worten: Die männliche Form ist hier der Normalfall. </p>
<p>Das wäre übrigens auch gegeben, wenn man dem Vorschlag von Luise Pusch folgt, die weibliche Flexion einfach abzuschaffen und den Wortstamm sowohl für die männliche als auch die weibiche Form zu verwenden: also statt <em>der Freund</em> und <em>die Freundin</em> künftig <em>der Freund</em> und <em>die Freund</em> zu sagen: &#8220;Auch Frauen haben ein Recht auf die Wortstämme! Wir müssen die Stämme besetzen, für uns reklamieren&#8221;, schreibt sie. Mal davon abgesehen, dass so eine Lösung vermutlich per Gesetz verordnet werden müsste (und zwar eines, das &#8211; anders als das Regelwerk von Washington &#8211; den tatsächlichen Sprachgebrauch reglementiert) und damit dem  Motto unseres geschätzten Bloggerkollegen <a href="http://sprachlog.de">Anatol Stefanowitsch</a> widerspräche: <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog">Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus</a>. Der größere Haken ist, dass der Stamm dann aber immer noch effektiv männlich ist, und allenfalls die weibliche Form abgesägt wird. Das Problem des generischen Plurals wäre damit zwar gelöst (&#8220;die Freunde&#8221; könnten dann sowohl männlich als auch weiblich oder vielmehr beides sein) &#8211; aber was tun, wenn die Person an sich unbekannt ist? Sir Wilfrid würde dann immer noch protestieren müssen, weil es ja dann entweder &#8220;der Mörder&#8221; oder &#8220;die Mörder&#8221; (Femininum, Singular) sein könnte&#8230;</p>
<p>Was mich bei all diesen Diskussionen immer wieder überrascht: Wer nach einer geschlechtergerechten Lösung für die deutsche Sprache sucht, braucht doch gar keine komplizierten Neuregelungen. &#8220;Meine sehr geehrten Damen und Herren&#8221;, fangen wir unsere Reden an, oder &#8220;Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer&#8221;. Und wenn wir bei Mordfällen ausdrücken müssen, dass wir keine Ahnung haben, wer die tödlichen Schüsse/Stiche/Schläge etc. ausgeteilt hat, dann können wir, ganz einspruchslos, &#8220;der Mörder oder die Mörderin&#8221; sagen. Ist zu kompliziert, höre ich dann immer wieder. Die Sprache ist schuld, dass ich das nicht klarer ausdrücken kann. Und die Sprache ist es dann auch, die Frauen diskriminiert. Doch letztlich ist dies nichts weiter als eine faule &#8211; und zwar im wörtlichen Sinn gemeint, weil zu faul zum Gebrauch der verfügbaren Worte &#8211; Ausrede! </p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2961&amp;md5=5af1234c62c9a6954175e7ac9fe061d0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Natürliche Straßenbeleuchtung &#8211; oder doch eher eine Schnapsidee?</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 15:07:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Fluoreszierende Baeume]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick ist die Idee ja ganz witzig &#8211; und offenbar attraktiv genug, um via Kickstarter bereits mehr als eine Viertelmillion Dollar an Startkapital zu mobilisieren. Es geht darum, gentechnisch mit der Eigenschaft zur Biolumineszenz aufgerüstete Bäume als Straßenbeleuchtung zu nutzen: Ich bin auf diese Idee bei der Lektüre der heutigen New York&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick ist die Idee ja ganz witzig &#8211; und offenbar attraktiv genug, um via <a href="http://www.kickstarter.com/projects/antonyevans/glowing-plants-natural-lighting-with-no-electricit?ref=search">Kickstarter </a>bereits mehr als eine Viertelmillion Dollar an Startkapital zu mobilisieren. Es geht darum, gentechnisch mit der Eigenschaft zur Biolumineszenz aufgerüstete Bäume als Straßenbeleuchtung zu nutzen:<br />
<iframe src="http://www.kickstarter.com/projects/antonyevans/glowing-plants-natural-lighting-with-no-electricit/widget/video.html" height="450" width="600" frameborder="0"></iframe><br />
Ich bin auf diese Idee bei der Lektüre der heutigen New York Times gestoßen, die sich allerdings mehr <a href="http://www.nytimes.com/2013/05/08/business/energy-environment/a-dream-of-glowing-trees-is-assailed-for-gene-tinkering.html?hpw&amp;_r=0">auf die Kontroverse konzentriert</a>, die diese Idee ausgelöst hat. Und darum werfe ich hier mal die Frage in den Raum: Sind leuchtende Bäume eine Chimäre, eine biologische Monstrosität, deren Effekt auf das gesamte Ökosystem unüberschaubar ist? Oder wären die Vorteile &#8211; primär: Energie-Einsparungen &#8211; so enorm, dass sie alle Bedenken überwiegen?</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2957&amp;md5=1b5662027632d8fd24b5ec9aa75f887c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Brezeln: Da ist Chemie drin &#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 19:34:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Brezeln]]></category>
		<category><![CDATA[Laugengebäck]]></category>
		<category><![CDATA[Maillard-Reaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Gruber]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal überkommt mich ein unbezähmbarer Appetit auf ein Gebäck, das in meiner fränkischen Heimat (eigentlich überall in Süddeutschland) so selbstverständlich zu bekommen ist wie das sprichwörtliche tägliche Brot, dessen hier in den USA verbreitete Varianten jedoch ans Ungenießbare grenzen: Laugenbrezeln. Und weil es keine guten Brezeln zu kaufen gibt, muss ich sie halt selber backen:&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal überkommt mich ein unbezähmbarer Appetit auf ein Gebäck, das in meiner fränkischen Heimat (eigentlich überall in Süddeutschland) so selbstverständlich zu bekommen ist wie das sprichwörtliche tägliche Brot, dessen hier in den USA verbreitete Varianten jedoch ans Ungenießbare grenzen: Laugenbrezeln. Und weil es keine guten Brezeln zu kaufen gibt, muss ich sie halt selber backen:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0851.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2946" alt="IMAG0851" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0851.jpg" width="600" /></a><br />
Sind heute ein bisschen dunkler geraten als sonst, aber dazu gleich mehr. Die erste Frage, die mir &#8211; nicht erst jetzt, aber heute habe ich mir endlich mal die Mühe gemacht, dieser Frage nachzugehen &#8211; durch den Kopf ging war: Warum wird Gebäck eigentlich braun? Wenn man die Sachen zu lange im Ofen lässt, werden sie zu schwarzer Kohle, also könnte das Braun ja eine farbliche Zwischenstufe zwischen dem blassen Ungebackenen und dem schwarz Verkokelten sein &#8211; Kohle light, gewissermaßen? Bestimmt nicht, denn das würde wohl wenig anregend schmecken. Wie ich (Profis wissen das natürlich längst) dank Wikipedia auf die Schnelle lernen konnte, ist die Bräunung beim Backen das Resultat der so genannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maillard-Reaktion">Maillard-Reaktion</a>, die als eine &#8220;nichtenzymatische Reaktion von Aminosäuren mit reduzierenden Zuckern&#8221; beschrieben werden kann, und die dafür sorgt, dass nicht nur unser Brot knusprig braun wird, sondern auch Steaks, Pommes frites oder Kaffeebohnen, beispielsweise. Mehr über die Maillard-Reaktion erzählt der Sciencebuster Werner Gruber hier:<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/35sialUx280" height="315" width="600" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe><br />
Aber die Laugenbrezeln sind ja nicht einfach nur ein Gebäck: Da ist wirklich &#8220;Chemie&#8221; drin, in dem Sinn jedenfalls, den viele Laien mit Chemie assoziieren. Denn die entscheidende Zutat findet man nicht einfach so im Lebensmittelladen; als ich bei einem Deutschlandbesuch mal Brezeln selber backen wollte, musste ich sie in der Apotheke vorbestellen und konnte sie erst einen Tag später, unter Vorlage eines Ausweises und nach Unterschreiben längerer Formulare abholen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumhydroxid">Natriumhydroxid</a> (NaOH), auch Ätznatron genannt. In den USA finde ich diese Zutat, die hier als Lye (englisch für Lauge) verkauft wird, im Baumarkt &#8211; unter den Abflussreinigern:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0852.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2948" alt="IMAG0852" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/IMAG0852.jpg" width="600" /></a><br />
<em>Ist manchmal schon amüsant, wenn ich die VerkäuferInnen nach &#8220;reiner Lauge&#8221; (pure Lye) frage, und sie mir dann &#8220;etwas viel Besseres&#8221; (als Abflussreiniger, versteht sich) empfehlen &#8211; meine Antwort, &#8220;Nein danke, ich brauch&#8217; das zum Backen&#8221; produziert dann immer einen sehr verstörten Gesichtsausdruck. Würde mich nicht wundern, wenn irgendwann mal jemand die Polizei auf mich hetzt &#8230;<br />
</em><br />
Aber zurück zum Natriumhydroxid: Daraus mische ich eine normaler Weise dreiprozentige Lauge (die sich sehr seifig anfühlt, Gummihandschuhe sind ratsam), in der die Brezel-Rohlinge dann für etwa eine halbe Minute gebadet werden. Doch da ich für die Mischung keine Präzisionswaage verwende, sondern nur einfache Messlöffel, kann es manchmal sein, dass die Konzentration ein bisschen zu niedrig wird (dann gibt&#8217;s blasse Brezeln), oder auch etwas zu hoch &#8211; dann werden sie, wie heute, eher dunkelbraun. Denn die Natronlauge reagiert mit der Stärke und den Eiweißen des Teiges und färbt schon die Rohlinge sehr appetitlich Gelb; die Maillard-Reaktion tut dann ein Übriges. Vielleicht können chemisch besser versierte LeserInnen den Vorgang noch genauer erklären, aber ich begnüge mich hier schon mal mit dem Hinweis, dass es ohne Chemie kein Gebäck gäbe, vor allem kein leckeres Laugengebäck.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2945&amp;md5=9336a0b234af6e1cf19ec7cbef46c7db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bienensterben hat viele Ursachen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 20:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bienen]]></category>
		<category><![CDATA[Bienensterben]]></category>
		<category><![CDATA[USDA]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich einen Bienenschwarm vor meinem Fenster entdeckt: Das Wohlergehen dieser stacheligen Schwärmer lag mir damals sehr am Herzen, und ich kann nur hoffen, dass sie den vergleichsweise langen Winter nun gut überstanden haben. Denn um die Bienenvölker in den USA ist&#8217;s, wie ich damals schon geschrieben habe, nicht gut&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich einen <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/05/16/da-kommt-man-doch-ins-schwarmen/">Bienenschwarm vor meinem Fenster</a> entdeckt:<br />
<iframe width="600" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/W84hnHsblqk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<iframe width="600" height="330" src="http://www.youtube.com/embed/XmXJiMmQfsQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Wohlergehen dieser stacheligen Schwärmer lag mir damals sehr am Herzen, und ich kann nur hoffen, dass sie den vergleichsweise langen Winter nun gut überstanden haben. Denn um die Bienenvölker in den USA ist&#8217;s, wie ich damals schon geschrieben habe, nicht gut bestellt: Die Rate der Völker, die den Winter nicht überstehen, ist in den vergangenen Jahren von etwa 15 Prozent auf nahezu ein Drittel angestiegen. Seit dem Jahr 2006 sind etwa zehn Millionen Völker eingegangen; der aktuelle Bestand an Bienenkolonien in den USA liegt bei etwa 2,5 Millionen. Wenn man davon, dass jedes Bienenvolk einen &#8220;Wiederbeschaffungswert&#8221; von etwa 200 Dollar hat, dann addiert sich allein dieser Schaden &#8211; in dem die Ausfälle in der Landwirtschaft durch ausbleibendes Bestäuben beispielsweise noch gar nicht berücksichtigt sind &#8211; auf runde zwei Milliarden Dollar.</p>
<p>Aber was ist der Grund fuer dieses Bienensterben? Ein neuer <a href="http://www.usda.gov/documents/ReportHoneyBeeHealth.pdf">Bericht</a>, der nun vom<a href="http://www.usda.gov"> US-Landwirtschaftsministerium </a>präsentiert wurde, kann keine einzelne Ursache dafür ausmachen &#8211; und das ist alles andere als eine gute Nachricht. Denn es ist eine Verkettung vieler Ursachen, die den Bienen das Leben und Überleben schwer macht, und es wird demzufolge keinen simplen, monokausalen Lösungsansatz geben. Einerseits leiden die Bienen unter Nahrungsmangel, was sicher auch eine Folge der Landschaftszerstörung ist, die vielerorts der Hauptmotor der Ausrottung wurde. Aber sie werden auch von Parasiten wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Varroamilbe">Varroamilbe</a> geplagt. Dieser Milbenbefall erhöht zudem die Anfälligkeit fuer Viren. Eine weitere Ursache für den Stock-Kollaps ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Faulbrut#Europ.C3.A4ische_Faulbrut_.28EFB.29">Europäische Faulbrut</a>, die durch das Bakterium <i>Melissococcus plutonius</i> ausgelöst wird. Zu all dem gesellt sich dann der Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft hinzu. Und das bedeutet: Sprüheinsätze, die vor einigen jahren noch als unbedenklich gegolten hätten, können heute der Nagel für den Sarg der Honigbiene sein. Das ist nicht unbedingt die &#8220;Schuld&#8221; der Landwirtschaft (wenn man Schuld zuweisen will), aber ihre Mitarbeit an der Lösung ist dennoch gefragt. Denn ohne Bienen geht es auch der Landwirtschaft nicht gut: Um beispielsweise allein schon alle Mandelbaum-Plantagen in Kalifornien zu bestäuben, sind etwa 1,5 bis 1,7 Millionen Bienenvölker nötig; bei der aktuellen Schwundrate von 30 Prozent wuerden schon im übernaechsten Jahr nicht mehr genug Bienen in den gesamten USA leben, um auch nur die kalifornischen Mandelbäume zu bestäuben.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2940&amp;md5=c80d06a23f0039a9dafa47cc224df778" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>MOOC &#8211; Erweiterung der akademischen Welt oder akademisches Outsourcing?</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 15:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[EdX]]></category>
		<category><![CDATA[Harvard]]></category>
		<category><![CDATA[MIT]]></category>
		<category><![CDATA[MOOC]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[San Jose State University]]></category>
		<category><![CDATA[Udacity]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Kollege Christian Reinboth hat hier ja schon mal über Massive Open Online Courses geschrieben und ihnen, auf der Basis sehr konkreter (und persönlicher) Erfahrung, das Prädikat &#8220;empfehlenswert&#8221; verliehen. Die Idee, hochklassige Bildungsangebote via Online-Kursen einer breiten Masse verfügbar zu machen, die andernfalls keinen oder nur begrenzten Zugang zu höherer Bildung haben wuerde, ist in&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Kollege <a href="http://scienceblogs.de/frischer-wind">Christian Reinboth</a> hat hier ja schon mal über <a href="http://scienceblogs.de/frischer-wind/2013/01/28/empfehlenswert-kostenfreies-e-learning-auf-coursera-org/">Massive Open Online Courses </a> geschrieben und ihnen, auf der Basis sehr konkreter (und persönlicher) Erfahrung, das Prädikat &#8220;empfehlenswert&#8221; verliehen. Die Idee, hochklassige Bildungsangebote via Online-Kursen einer breiten Masse verfügbar zu machen, die andernfalls keinen oder nur begrenzten Zugang zu höherer Bildung haben wuerde, ist in der Tat sehr zu begrüßen. <a href="http://www.harvard.edu">Harvard </a>und das <a href="http://www.mit.edu">Massachusetts Institute of Technology</a> haben zu diesem Zweck die <a href="https://www.edx.org/">EdX</a>-Initiative gestartet; der <a href="http://www.stanford.edu">Stanford</a>-AI- und Roboterexperte <a href="http://robots.stanford.edu/cv.html">Sebastian Thrun</a> ist der Mitbegründer und Chief Executive Officer von <a href="https://www.udacity.com/">Udacity</a>. Sowohl EdX als auch Udacity hatten im vergangenen Jahr eine <a href="http://blogs.sjsu.edu/today/2012/sjsu-embarks-on-major-tech-initiative-reinventing-the-academic-experience-for-students-2/">Kooperation mit der San Jose State University </a>in Kalifornien unterzeichnet.</p>
<p>Doch diese Kooperation, die <a href="http://blogs.sjsu.edu/today/2013/sjsuudacity-adds-summer-courses/">vor ein paar Tagen noch ausgedehnt</a> wurde, wird nun von den Professoren der <a href="http://www.sjsu.edu/philosophy/">Philosophischen Fakultaet</a> in einem <a href="http://chronicle.com/article/article-content/138937/">offenen Brief</a> massiv kritisiert:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Einsatz von Technologie kann, wie uns die Geschichte lehrt, die Qualität der Bildung verbessern oder verschlechtern &#8211; aber in einem hochqualifizierten Kurs muss der lehrende Professor in der Lage sein, sowohl das Kursprogramm zu entwerfen als auch die Materialien auszuwählen, und in enger Interaktion mit den Studenten bleiben. Ersteres ist in einem abgepackten Kurs nicht verfügbar, und die zweite Option ist stark bedroht, wenn wir uns zu den MOOC hinbewegen.&#8221;</p></blockquote>
<p>(Mehr Hintergrund zu diesem Briefwechsel findet sich <a href="http://www.nytimes.com/2013/05/03/education/san-jose-state-philosophy-dept-criticizes-online-courses.html?_r=0">hier </a>in der<a href="http://www.nytimes.com"> New York Times</a>.) Sind das nur alte Knacker, die einfach nicht erkennen wollen, wohin der Trend geht &#8211; oder haben sie einen berechtigten Kritikpunkt gefunden? Wer den Brief (4 Seiten) durchliest, wird feststellen, dass sie sich nicht gegen das Multimedia-Konzept an sich wehren, und auch nicht generell die massiven Online-Fernkurse ablehnen &#8211; aber ihre Sorge, dass dies darauf hinaus läuft, dass Lehre und Bildung an einige große Provider ausgelagert wird, und die kleineren (zumeist staatlichen, also auch erschwinglicheren) Universitäten dann nur noch zu Abspielstätten dieses vorgefertigten Materials reduziert werden, ist angesichts der stetigen <a href="http://www.edtrust.org/dc/press-room/news/education-hit-by-house-budget-cuts">Etatkürzungen für öffentliche Bildung in den USA</a> zumindest begründbar. Und es ist, meiner Ansicht nach, bestimmt nicht die Idee, die hinter diesen Online-Angeboten stehen sollte: Ziel muss es sein, eine hochkarätige Bildung auch solchen jungen Leuten zugänglich zu machen, die sich die<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/03/06/ein-teures-studium-das-bezahlbar-ist/"> 56.000 Dollar jährlich für ein MIT-Studium</a> (beispielsweise) nicht leisten können, oder die in Weltregionen leben, in denen sich die Türen zu den Bildungsstätten des Westens nicht so leicht öffnen lassen.</p>
<p>Wenn sie aber dazu verwendet werden, Lehrstellen an bestehenden Unis abzubauen und durch Konserven-Klassen zu ersetzen, dann schaden sie mehr als sie nutzen.</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2936&amp;md5=42ffb690b997f956cabb8efd4b84bd5f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sinnlos oder nur noch irrsinnig?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 18:53:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Schusswaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Waffenbesitz]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer mein Blog etwas kontinuierlicher liest, ahnt schon, dass der Begriff &#8220;sinnlos&#8221; auch diesmal wieder mit der US-Waffenepidemie zusammenhängen dürfte. In der Tat. Wobei ich nun feststellen muss, dass einige Ausdünstungen dieser Waffenverliebtheit nicht nur sinnlos sind, sondern ganz unumwunden irrsinnig: Der amerikanischen Waffenhersteller Keystone Arms, beispielsweise produziert eine Serie von poppig-bunten Kaliber-22 Gewehren mit&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mein Blog <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/24/waffenepidemie-rafft-weiter-kinder-dahin/">etwas kontinuierlicher</a> liest, ahnt schon, dass der Begriff &#8220;<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/12/15/einfach-sinnlos/">sinnlos</a>&#8221; auch diesmal wieder mit der <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/07/24/amerikas-waffen-epidemie/">US-Waffenepidemie</a> zusammenhängen dürfte. In der Tat. Wobei ich nun feststellen muss, dass einige Ausdünstungen dieser Waffenverliebtheit nicht nur <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/01/03/waffen-die-sinnlos-kinder-toten/">sinnlos</a> sind, sondern ganz unumwunden irrsinnig: Der amerikanischen Waffenhersteller <a href="http://www.keystonearms.com">Keystone Arms</a>, beispielsweise produziert eine Serie von poppig-bunten Kaliber-22 Gewehren mit dem lustigen Namen &#8220;<a href="http://www.cabelas.com/product/Crickett-Single-Shot-Rimfire-Rifles/706414.uts">Crickett</a>&#8220;, die speziell für Kinder gedacht sind:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/images.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2920" alt="images" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/images.jpg" width="315" height="160" /></a></p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/images-21.jpg"><img class="size-full wp-image-2923 alignright" alt="images-2" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/images-21.jpg" width="225" height="225" /></a></p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Photo-May-13-4-20-14-PM.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2924" alt="Photo-May-13-4-20-14-PM" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Photo-May-13-4-20-14-PM.jpg" width="600" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>(Die Bilder,die  ursprünglich vom Hersteller dieser Waffe verbreitet wurden, musste ich einer Google-Suchseite entnehmen, da die Crickett-Webseite &#8211; <a href="http://www.crickett.com">www.crickett.com</a> &#8211; offenbar vom Netz genommen wurde.)</p>
<p>Und obwohl sie nur jeweils einen Schuss abgeben können, ehe sie nachgeladen werden müssen, sind sie sehr seriöse Waffen: Sie verwenden Projektile vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/.22_lfB">Kaliber 22LR</a><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Kleinkaliber_22lr.jpg"><img class=" wp-image-2932 alignright" alt="Kleinkaliber_22lr" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/05/Kleinkaliber_22lr.jpg" width="250" /></a> (Abb. rechts); diese Projektile haben eine praktische Reichweite in der Jagd von etwa 50 Metern. Und das macht sie auch für Menschen tödlich &#8211; vor allem in Kinderhänden: <a href="http://www.washingtonpost.com/business/coroner-5-year-old-boy-shoots-2-year-old-sister-in-kentucky-with-rifle-he-got-as-a-gift/2013/05/01/7987da80-b2d5-11e2-9fb1-62de9581c946_story.html">Am Dienstag hat ein fünfjähriger Junge in Kentucky mit seinem Crickett-Gewehr, das im vor einem Jahr (!) geschenkt worden war, seine zweijährige Schwester erschossen</a>. </p>
<p>Sicher, es war ein Unfall, denn der Junge hatte nicht gewusst, dass die Waffe geladen war. Aber wer um alles auf der Welt kommt auf die Idee, scharfe Waffen wie ein Spielzeug aussehen zu lassen? Und wer um alles in der Welt kommt auf die Idee, dass scharfe Waffen in Kinderhände gehören? Und warum zum Donnerwetter noch einmal soll auch das im Sinn des Rechts auf Waffenbesitz sein? Das sind, bitteschön, nur noch rhetorische Fragen; die ewig wiedergekäuten Argumente, die hier bis zum Abk&#8230; hochgewürgt wurde, werden auch beim nächsten herauswürgen nicht sinnvoller.</p>
<p>Und wer jetzt mault, das sei doch polemisch und in einem Wissenschaftsblog müsse man doch diferenzierter argumentieren und blablabla: Bitte <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/04/29/was-durfen-scienceblogger/">das hier</a> lesen!</p>
<p>Und wer glaubt, dies sie doch gewiss nur ein bizarrer Einzelfall und ansonsten wäre es doch undenkbar, dass Schusswaffen in die Hände kleiner (!) Kinder geraten: <a href="http://www.biggamehunt.net/reviews/3-great-choices-your-childs-first-firearm&amp;usg=__PPpB9bg5GAFKb6lzTO2O1OlT_w0=&amp;h=267&amp;w=400&amp;sz=37&amp;hl=en&amp;start=8&amp;sig2=YDSWko2H1PConODfV-0pKg&amp;zoom=1&amp;tbnid=5njVIUXecQgGjM:&amp;tbnh=83&amp;tbnw=124&amp;ei=LKiCUYngCsb_4AOztoGADg&amp;prev=/search%3Fq%3Dcrickett%2B%2522first%2Bgun%2522%26um%3D1%26client%3Dfirefox-a%26sa%3DN%26rls%3Dorg.mozilla:en-US:official%26hl%3Den%26tbm%3Disch&amp;um=1&amp;itbs=1&amp;sa=X&amp;ved=0CDwQrQMwBw">Schön wär&#8217;s</a>. Wer hätte gedacht, dass das Leben die Satire einholt:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Choose-One_Kinder-Egg.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2892" alt="Choose-One_Kinder-Egg" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Choose-One_Kinder-Egg.jpg" width="600" /></a></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2919&amp;md5=3f51d347e9160b49b7e27512c051e311" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Stimme aus der Vergangenheit</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/01/eine-stimme-aus-der-vergangenheit/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=eine-stimme-aus-der-vergangenheit</link>
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		<pubDate>Wed, 01 May 2013 00:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Graham Bell]]></category>
		<category><![CDATA[Erfindung des Telefons]]></category>
		<category><![CDATA[historsche Tonaufzeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Smithsonian]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland würdigen wir ja lieber Philip Reis als den Erfinder des Telefons; den größeren Ruhm (und vor allem Reichtum) bescherte das Fernsprechen jedoch dem schottisch-amerikanischen Patenthalter Alexander Graham Bell. Die Geschichte des Patents ist bewegt und bis heute nicht unumstritten &#8211; offenbar hatte sich Bell bei Reis&#8217; Konzept bedient, und auch die Art und&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland würdigen wir ja lieber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Reis">Philip Reis</a> als den Erfinder des Telefons; den größeren Ruhm (und vor allem Reichtum) bescherte das Fernsprechen jedoch dem schottisch-amerikanischen Patenthalter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Graham_Bell">Alexander Graham Bell</a>. Die Geschichte des Patents ist bewegt und bis heute nicht unumstritten &#8211; offenbar hatte sich Bell bei Reis&#8217; Konzept bedient, und auch die Art und Weise, wie er seinen Rivalen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisha_Gray">Elisha Gray</a> auf dem Patentamt ausgestochen (aus&#8221;be&#8221;stochen?) hatte, ist beinahe ein Krimi-reifer Stoff. Doch darum geht es heute nicht. Sondern vielmehr, dass Bell hier höchstselbst, in einer Tonaufnahme aus dem Jahr 1885 (!), zu Wort kommen darf:<br />
<iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F90058166" height="166" width="100%" frameborder="no" scrolling="no"></iframe><br />
Sein schottischer Akzent ist noch ganz gut zu erkennen, aber viel sagt er hier sonst nicht: &#8220;&#8230; in witness hereof, hear my voice &#8211; Alexander Graham Bell&#8221; (etwa: als Zeugnis/Bestätigung hierfür diene meine Stimme &#8211; Alexander Graham Bell). Aber die <a href="http://www.si.edu/">Smithsonian Insitution</a> stellt <a href="http://smithsonianscience.org/2013/04/hear-my-voice-smithsonian-identifies-130-year-old-recording-as-alexander-graham-bells-voice/">hier</a> eine etwas längere Version (mit handschriftlicher Aufzeichnung des leider extrem langweiligen Vortragsinhalts) bereit:<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/qTpWD28Vcq0" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe><br />
Aufgezeichnet wurde diese Textprobe am 15. April 1885 auf einer wachsbeschichteten Pappscheibe; die Scheibe, zusammen mit anderen Artefakten aus Bells Volta Laboratory in Washington, gehörte schon lange zu den Beständen des Smithsonian. Auf die Idee, mit Hilfe der Library of Congress und dem Einsatz optischer Abtastmethoden die Tonspur wiederzubeleben, kam man erst, als die Archivare auch auf einen handschriftlichen gelben Zettel stießen, deer das gleiche Datum wie diese schon sehr stark angegriffene Scheibe trug. Das Resultat habt Ihr eben gehört.</p>
<p>Aber falls oben der Eindruck entstanden sein sollte, dass Bell den Respekt der Geschichte nicht verdient, will ich noch etwas hinzu fügen: Gerade wir ScienceBloggerInnen verdanken dem alten Schotten doch eine ganze Menge: Zum Einen war er, gemeinsam mit seinem Freund, Investor und Patentanwalt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gardiner_Greene_Hubbard">Gardiner Greene Hubbard</a>, der Mitgründer der Wissenschaftszeitschrift <a href="http://www.sciencemag.org">Science</a> (1883); fünf Jahre gründeten Bell und Hubbard die <a href="http://www.nationalgeographic.com">National Geographic Society</a>.</p>
<p>Es ist übrigens nicht die erste Stimme aus der Vergangenheit, die ich hier im Blog zu Wort kommen ließ: Erinnert sich noch jemand an die fast eineinviertel Jahrhunderte alte <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/01/31/hier-spricht-bismarck/">Tonaufzeichnung mit Otto von Bismarck</a>, in der der Eiserne Kanzler unter anderem die Marseillaise rezitiert?</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2913&amp;md5=20fe3b711067002d8d8047523af04246" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Amerikas Justiz und das &#8220;ewige&#8221; Leben</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 15:32:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstrafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[lebenslange Haft]]></category>
		<category><![CDATA[Samuel Alito]]></category>
		<category><![CDATA[Supreme Court of the United States]]></category>
		<category><![CDATA[US-Justiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Dauer unserer Lebenserwartung ist ja ab und zu hier schon mal ein Thema gewesen; auch die aktuelle Ausgabe von National Geographic nimmt sich dieses Themas an. Die amerikanische Justiz ist hier unserer Zeit jedoch weit voraus: Streng genommen kennt sie das ewige Leben. So jedenfalls kann man das Argument verstehen, das der US-Verfassungsrichter Samuel&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dauer unserer Lebenserwartung ist ja <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/04/03/bildung-macht-alt/">ab und zu</a> hier <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/09/21/ungebildet-stirbt-man-schneller/">schon mal ein Thema</a> gewesen; auch die aktuelle Ausgabe von <a href="http://www.nationalgeographic.com/">National Geographic</a> nimmt sich <a href="http://ngm.nationalgeographic.com/2013/05/longevity/hall-text">dieses Themas</a> an. Die amerikanische Justiz ist hier unserer Zeit jedoch weit voraus: Streng genommen kennt sie das ewige Leben. So jedenfalls kann man das Argument verstehen, das der US-Verfassungsrichter <a href="http://www.oyez.org/justices/samuel_alito_jr">Samuel Alito</a> als &#8220;Hintertür&#8221; gegen eine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Graham_v._Florida">Entscheidung seiner Oberen Gerichtskollegen </a>vorgebracht hat. In der Entscheidung geht es darum, dass minderjährige Straftäter, sofern sie keinen Mord begangen haben, nicht zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt werden dürfen. Dies verstoße, so steht es in der <a href="http://www.supremecourt.gov/opinions/09pdf/08-7412.pdf">Urteilsbegründung</a>, gegen den achten Artikel der <a href="http://www.archives.gov/exhibits/charters/bill_of_rights_transcript.html">Bill of Rights</a>, der &#8220;grausame und unübliche Strafen&#8221; verbietet &#8211; einen jungen Menschen zu einem Leben ohne Hoffnung zu verurteilen sei grausam, fand das Gericht.</p>
<p>Doch wie ich in der <a href="http://www.nytimes.com/2013/04/30/us/supreme-court-ruling-on-sentencing-yields-split-interpretations.html?_r=0">aktuellen New York Times nachlesen kann</a>, interpretierte Alito in seiner (der oben verlinkten Entscheidung angehängten) Gegenposition diese Entscheidung seiner Kolleginnen und Kollegen sehr eigenwillig: &#8220;&#8230; alles, was das Gericht befunden hat ist, dass &#8216;für einen minderjährigen Täter, der keinen Mord begangen hat, der Achte Verfassungszusatz eine Strafe von <em>lebenslänglich ohne Bewährung</em> verbietet&#8217;. (&#8230;) Nichts in dieser Meinung des Gerichts betrifft dabei die Verhängung einer Zeitstrafe ohne Bewährung.&#8221; Mit anderen Worten: Lebenslänglich ohne Bewährung ist für minderjährige Straftäter verboten &#8211; aber nichts hindert, laut Alitos Meinung, ein Gericht daran, beispielsweise einen 18-Jährigen zu 100 Jahren &#8211; oder mehr, warum nicht 400 oder 1000? &#8211; Gefängnis ohne Chance auf vorzeitige Entlassung zu verurteilen.</p>
<p>Und ganz offensichtlich folgen die Gerichte dieser Spitzfindigkeit: Hunderte von jugendlichen Straftätern säßen, so schreibt die New York Times, solche de-facto lebenslangen Strafen ab. Was im Umkehrschluss ja bedeuten muss, dass die Gerichte davon ausgehen, dass ein Menschenleben ewig lang dauern kann&#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2909&amp;md5=185fda6de0847754daaedb2fec251f24" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Autos, die im Netz &#8220;stromern&#8221;</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/29/autos-die-im-netz-stromern/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=autos-die-im-netz-stromern</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 15:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroautos]]></category>
		<category><![CDATA[Stromnetz]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Prinzip ist die Geschichte ja &#8211; aus mehreren Blickwinkeln &#8211; ein alter Hut; nicht nur, weil sie bereits am vergangenen Freitag in der New York Times erschienen war: Darüber, dass Hybrid- und/oder Elektroautos auch dazu dienen können, als Stromspeicher für eine bessere Auslastung/Versorgung des Elektrizitätsnetzes zu sorgen, hatte ich hier vor mehr als fünf&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Prinzip ist die Geschichte ja &#8211; aus mehreren Blickwinkeln &#8211; ein alter Hut; nicht nur, weil sie bereits <a href="http://www.nytimes.com/2013/04/26/business/energy-environment/electric-vehicles-begin-to-earn-money-from-the-grid.html?pagewanted=all&amp;_r=0">am vergangenen Freitag in der New York Times erschienen</a> war: Darüber, dass Hybrid- und/oder Elektroautos auch dazu dienen können, als <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2008/10/03/autos-im-stromnetz-forts/">Stromspeicher für eine bessere Auslastung/Versorgung des Elektrizitätsnetzes</a> zu sorgen, hatte ich <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2008/01/10/autos-im-stromnetz/">hier vor mehr als fünf Jahren zum ersten Mal geschrieben</a>. Und schon damals war die Idee des auch diesmal von der <a href="http://www.nytimes.com">New York Times </a>zitierten Professors <a href="http://www.ceoe.udel.edu/people/profile.aspx?willett">Willet Kempton</a> schon ein Jahrzehnt alt. Aber so lange sie noch nicht auf breiter Basis umgesetzt wurde, ist die Idee immer noch &#8220;neu&#8221;, und da ich doch immer häufiger Elektroautos (namentlich einen Chevy Volt und einen Tesla 300) in meiner Nachbarschaft sehe, könnte ich mir vorstellen, dass da am Ende doch mal was draus wird &#8230;</p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2906&amp;md5=f598670abcd3859d1c5c8e745d788b51" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Nette Idee zum Energiesparen</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 14:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Normaler Weise ignoriere ich Pressmitteilungen &#8211; vor allem, wenn es dabei um Produktwerbung geht. Aber den Hinweis auf dieses System, das unverbrauchte Heißwasser-Wärme aus dem Badewannen- oder Spülbecken-Abfluss zurueckgewinnen soll, fand ich dann doch interessant genug, dass ich der Idee als solcher hier mal ein bisschen Platz einräumen möchte:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Normaler Weise ignoriere ich Pressmitteilungen &#8211; vor allem, wenn es dabei um Produktwerbung geht. Aber den Hinweis auf dieses System, das unverbrauchte Heißwasser-Wärme aus dem Badewannen- oder Spülbecken-Abfluss zurueckgewinnen soll, fand ich dann doch interessant genug, dass ich der Idee als solcher hier mal ein bisschen Platz einräumen möchte:<br />
<iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Za7NoSGlJy8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2904&amp;md5=fd3f33b16e9f5412c514c4f3df58ff28" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wo liegt Tschetschenien? Und was sagt uns das?</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 16:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Geographie]]></category>
		<category><![CDATA[Länderkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Tschechien]]></category>
		<category><![CDATA[Tschetschenien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensvergleich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz schnell (und ohne nachzuschauen): Wer findet in unter fünf Sekunden Tschetschenien hier auf der Karte? Falls jemand die Antwort sofort wusste: Bravo! Aber ganz ehrlich: Wie viele von uns haben keine Ahnung, wo genau Tschetschenien liegt? Oder, um das Spiel mit einem anderen Kontinent zu spielen: Wo liegt Niger? Und wo liegt Nigeria? Sind&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz schnell (und ohne nachzuschauen): Wer findet in unter fünf Sekunden Tschetschenien hier auf der Karte?<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Europe_Asia_transcontinental.png"><img class="alignleft  wp-image-2897" alt="Europe_Asia_transcontinental" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Europe_Asia_transcontinental.png" width="600" /></a><br />
Falls jemand die Antwort sofort wusste: Bravo! Aber ganz ehrlich: Wie viele von uns haben keine Ahnung, wo genau <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tschetschenien">Tschetschenien</a> liegt? Oder, um das Spiel mit einem anderen Kontinent zu spielen: Wo liegt Niger?<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/DaylightSaving-World-Subdivisions.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2771" alt="DaylightSaving-World-Subdivisions" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/DaylightSaving-World-Subdivisions.jpg" width="600" /></a><br />
Und wo liegt Nigeria? Sind das überhaupt zwei verschiedene Länder, oder nur verschiedene Schreibweisen des gleichen Landes, wie beispielsweise Tschechien und Tschechische Republik?</p>
<p>Ich bin selbst Geograph, doch die meisten &#8220;exotischen&#8221; Länder muss ich auf einer Karte nachschlagen. Und darum würde ich mich nie über die angeblich mangelnden Geographie-Kenntnisse der Amerikaner mokieren. So, wie es beispielsweise die Online-Ausgabe von <a href="http://www.focus.de">FOCUS</a> aktuell zu tun scheint: <a href="http://www.focus.de/politik/ausland/boston-terror/hass-auf-tschechen-statt-tschetschenen-verzweifelter-botschafter-gibt-usa-erdkunde-nachhilfe_aid_970061.html">Hass auf Tschechen statt TschetschenenVerzweifelter Botschafter gibt USA Erdkunde-Nachhilfe</a>.</p>
<p><em>Hier muss ich hinzu fügen: Ich war selbst ein Jahrzehnt lang Korrespondent des FOCUS, und habe Hunderte von Beiträgen für FOCUS und FOCUS Online geschrieben. Ich will mich daher mit Kritik zurückhalten, obwohl mir dazu einiges einfiele &#8230;</em></p>
<p>Zurück zum Thema: Ja, wenn man die Fähigkeit, Länder auf einer Karte zu identifizieren, als den Maßstab für das Wissen über andere Länder anlegt, dann <a href="https://docs.google.com/viewer?a=v&#038;q=cache:SxoNCG50KoIJ:www.nationalgeographic.com/geosurvey2002/download/RoperSurvey.pdf+&#038;hl=en&#038;gl=us&#038;pid=bl&#038;srcid=ADGEESgvRw8eGitpBhh3WEz4aMeekxoRw_m-CYtbPujmJLzD6Ep_N0ms78sE9tG1OLAMJGz81OID5y4l7v3VQhKoZCI8v_2hCKjc83cCJ6YfGoNN2EWtl8qc-_40QMb1SLBQnyJL8kXR&#038;sig=AHIEtbTrQ2g9h5HvaYNoBK0I3q3qbCwXXg">schneiden die USA ziemlich schwach ab</a>. Aber reicht das? Man sollte nicht das Wissen, <em>wo</em> ein Land liegt, mit dem Wissen <em>über</em> ein Land verwechseln. Ganz davon abgesehen, dass es sicher leichter ist, Tschetschenien und Tschechien im Deutschen auseinander zu halten als Chechia und Chechnia im Englischen &#8211; damit weiß man immer noch nichts über die angesprochenen Länder. Und wenn ich bedenke, wie viele Deutsche ich schon erlebt habe, die ihr &#8220;Wissen&#8221; über die USA nahezu exklusiv aus Karl-May-Büchern und Fernsehserien beziehen, dann möchte ich mich stellvertretend vor Scham verkriechen.</p>
<p><em>Karten: Wikimedia Commons</em></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2896&amp;md5=b6651b8c0ea3cea77a5e57530e2794af" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Waffenepidemie rafft weiter Kinder dahin</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/24/waffenepidemie-rafft-weiter-kinder-dahin/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=waffenepidemie-rafft-weiter-kinder-dahin</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 04:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bombenanschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Boston-Marathon]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderung]]></category>
		<category><![CDATA[JAMA]]></category>
		<category><![CDATA[Schusswaffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier ist mal wieder ein Vorwort fällig: Dies ist keiner dieser scheinbar unausrottbaren &#8220;ja-aber&#8221;-Beiträge, die nach jedem Anschlag, jeder Katastrophe, bei der Menschen Leben und Gesundheit verlieren, vor allem im Web 2.0 wie Pilze sprießen: Ja, über die Opfer von [Ort/Unglück nach Wahl und Aktualität einsetzen] schreibt jetzt jeder, aber dass gleichzeitig [Anzahl und Kategorie&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ist mal wieder ein Vorwort fällig: Dies ist keiner dieser scheinbar unausrottbaren &#8220;ja-aber&#8221;-Beiträge, die nach jedem Anschlag, jeder Katastrophe, bei der Menschen Leben und Gesundheit verlieren, vor allem im Web 2.0 wie Pilze sprießen: Ja, über die Opfer von [Ort/Unglück nach Wahl und Aktualität einsetzen] schreibt jetzt jeder, aber dass gleichzeitig [Anzahl und Kategorie von "unbeachteten"Opfern einsetzen] an [Verletzungs-, Krankheits- oder Todesursache einsetzen] leiden/sterben, darüber schreibt keiner. Nein, ich schreibe nichts mehr über den Bombenanschlag von Boston und die Ereignisse, die er nach sich zog &#8211; aus persönlichen Gründen, lassen wir&#8217;s dabei bewenden.</p>
<p>Hier geht es um Hunderte, letztlich Tausende verletzter und toter Kinder &#8211; nicht die Opfer eines Amokläufer, oder eines Attentäters, oder eines durchgedrehten Mitschülers. Sondern die Opfer jener <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/07/24/amerikas-waffen-epidemie/">Waffenepidemie</a>, die <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/01/03/waffen-die-sinnlos-kinder-toten/">alltäglich sinnlos tötet</a>. Ein Beitrag im aktuellen <a href="http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1681402">Journal of the American Medical Association</a> belegt noch einmal, was ich <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/01/03/waffen-die-sinnlos-kinder-toten/">hier</a> schon geschrieben hatte: Viel zu viele Kinder sterben in den USA durch Schusswaffen. Für das Paper hatten die AutorInnen Daten aus zwei Notaufnahmen &#8211; genauer gesagt: Traumatologie-Zentren, die sich auf die Behandlung von Unfall- und besonders von Schusswaffenopfern spezialisiert haben &#8211; im Großraum Denver (US-Staat Colorado) gesammelt und ausgewertet: Hier wurden zwischen 2000 und 2008 insgesamt 129 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit Schusswaffenverletzungen eingeliefert; die Hälfte dieser &#8211; in der Mehrzahl (80 Prozent) männlichen &#8211; Opfer musste mit Intensivmedizin versorgt werden, für 13 Prozent (17 Kinder und Jugendliche) endeten die Verletzungen tödlich.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Choose-One_Kinder-Egg.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2892" alt="Choose-One_Kinder-Egg" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Choose-One_Kinder-Egg.jpg" width="600" /></a>Nicht wirklich überraschend, leider. Im Jahr 2011 lag die Todesrate für Schusswaffenopfer im Alter zwischen 4 und 17 Jahren in Colorado bei 2,8 von 100.000, und diese Zahl ist über lange Zeit relativ stabil geblieben. Im landesweiten Vergleich sind Schusswaffen, nach Verkehrsunfällen, die <a href="http://www.childdeathreview.org/nationalchildmortalitydata.htm">häufigste nicht-natürliche Todesursache für Personen unter 19 Jahren</a>. Grob von den <a href="http://www.census.gov/compendia/statab/2012/tables/12s0007.pdf">Bevölkerungszahlen</a> hochgerechnet sterben jedes Jahr also mehr als 3200 junge Menschen durch Schusswaffen. Nur mal als Vergleichszahl: Im gleichen Zeitraum ersticken etwa 1250 Kinder und junge Menschen. Doch während gegen den Erstickungstod mit allerlei Verboten und Regelungen angegangen wird (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kinder_Surprise#Prohibition_on_sale_or_import_into_the_United_States">Überraschungseier sind beispielsweise offiziell illegal</a>), gibt es keinerlei ernst zu nehmende Bemühungen, die Schusswaffenrisiken für Kinder zu reduzieren.</p>
<p>Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Selbst wenn man jedes Argument der Schusswaffenrechtler akzeptiert, von der Selbstverteidigung bis zum Recht auf bewaffneten Widerstand gegen die Regierung (auch das ist ein unverholenes &#8220;Argument&#8221;!) &#8211; nicht ein einziger dieser Gründe erklärt, warum diese Gesellschaft den Tod von Tausenden Minderjähriger jährlich hinnehmen muss.</p>
<p>Und hier komme ich doch noch einmal auf die Ereignisse von Boston zurück: Die gleichen Kräfte, die im US-Senat dafür gesorgt haben, dass selbst so ein vom gesunden Menschenverstand diktierter (und von einer überwältigenden Mehrheit der US-Bevölkerung begrüßter) Gesetzes entwurf, der <a href="http://www.huffingtonpost.com/2013/04/17/background-checks-bill_n_3103341.html">Sicherheitsüberprüfungen für alle Waffenkäufer vorschreibt, bereits im Senat gescheitert ist</a>, wollen nun den Umstand, dass die beiden Bostoner Bombenleger als Kinder &#8211; legal! &#8211; in die USA eingewandert sind, zum Vorwand nehmen, eine <a href="http://news.yahoo.com/immigration-bill-debate-sidetracked-boston-terror-issues-181229014.html">Erleichterung der Einwanderungsbestimmungen zu blockieren</a> oder besser noch: gleich die bestehenden Bestimmungen zu verschärfen. Wenn Tausende jährlich durch Schusswaffen sterben, dann ist ihrer Auffassung nach kein Anlass, über strengere Waffenkontrollen nachzudenken &#8211; aber wenn zwei Einwandererkinder kriminell werden und Bomben legen, was vor ihnen auch schon &#8220;waschechte&#8221; Amerikaner wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Timothy_McVeigh">Timothy McVeigh</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Rudolph">Eric Rudolph</a> taten, dann ist das ein Grund, Millionen von Einwanderungswilligen zu bestrafen. Komische Logik &#8230;</p>
<p><em><span style=”font-size:small;”>Foto: www.momsdemandaction.org</span></em></p>
<p>P.S.: Passend dazu diese Episode von Jon Stewarts Daily Show:</p>
<div style="background-color:#000000;width:520px;">
<div style="padding:4px;"><iframe src="http://media.mtvnservices.com/embed/mgid:cms:video:thedailyshow.com:425792" width="512" height="288" frameborder="0"></iframe>
<p style="text-align:left;background-color:#FFFFFF;padding:4px;margin-top:4px;margin-bottom:0px;font-family:Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:12px;"><b><a href="http://www.thedailyshow.com/watch/wed-april-24-2013/weak-constitution">The Daily Show with Jon Stewart</a></b><br/>Get More: <a href='http://www.thedailyshow.com/full-episodes/'>Daily Show Full Episodes</a>,<a href='http://www.comedycentral.com/indecision'>Indecision Political Humor</a>,<a href='http://www.facebook.com/thedailyshow'>The Daily Show on Facebook</a></p>
</div>
</div>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2886&amp;md5=8be90627e6cce05930491741c7d8d350" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Berlin, bei Licht immer noch geteilt</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 04:31:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin bei Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist eine Aufnahme von Berlin bei Nacht, die der ISS-Commandant Chris Hadfield auf seinem Twitter-Account veröffentlicht hat. Und es ist erstaunlich, dass auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin immer noch so offensichtlich ist:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist eine Aufnahme von Berlin bei Nacht, die der ISS-Commandant <a href="https://twitter.com/Cmdr_Hadfield/status/324638635766980608/photo/1">Chris Hadfield auf seinem Twitter-Account </a>veröffentlicht hat. Und es ist erstaunlich, dass auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin immer noch so offensichtlich ist:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/BIFZHoWCIAEJrfA.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2877" alt="BIFZHoWCIAEJrfA" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/BIFZHoWCIAEJrfA.jpg" width="600" /></a></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2876&amp;md5=44f836aec14f7576948afdd601b9262f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Risiko-Abschätzung</title>
		<link>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/20/risiko-abschatzung/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=risiko-abschatzung</link>
		<comments>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/20/risiko-abschatzung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 04:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bombenanschläge]]></category>
		<category><![CDATA[Risiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich am heutigen Freitag endlich von Cambridge weg und in New York ankam (zu jenem Zeitpunkt war die Suche nach dem zweiten Marathon-Bombenleger noch voll im Gange), waren meine Familie und Freunde erleichtert, dass ich endlich aus der Gefahrenzone raus war. Unterwegs kam ich, bei Sturbridge, an einem flach gelegten Waldstück vorbei, das ein&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich am heutigen Freitag <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/04/19/in-den-fangen-der-gewalt/">endlich von Cambridge weg</a> und in New York ankam (zu jenem Zeitpunkt war die <a href="http://www.nytimes.com/2013/04/20/us/boston-marathon-bombings.html?hpw">Suche nach dem zweiten Marathon-Bombenleger</a> noch voll im Gange), waren meine Familie und Freunde erleichtert, dass ich endlich aus der Gefahrenzone raus war. Unterwegs kam ich, bei Sturbridge, an einem flach gelegten Waldstück vorbei, das ein tödlicher Tornado vor knapp zwei Jahren umgeknickt hatte, und dessen Schäden sogar auf den Satellitenbildern via Google-Maps nicht zu übersehen sind (die annähernd gabelförmige Schneise in der Bildmitte):<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Springfield-Tornado.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2865" alt="Springfield-Tornado" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/Springfield-Tornado.jpg" width="600" /></a></p>
<p>Und da begann ich zu überlegen: Was ist eigentlich die größte Gefahr, der ich heute ausgesetzt war? Die Gefahr, einer Bombenexplosion zum Opfer zu fallen (immerhin sah es so aus, als ob der zu diesem Zeitpunkt noch gesuchte Dschochar Zarnajew Sprengsätze bei sich haben könnte), oder bei so einer Schießerei ums Leben zu kommen?<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/wSlRHJv1nnA" height="315" width="420" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe><br />
Oder von einem Tornado (es stürmte heute in der Tat sehr heftig) fortgerissen zu werden? Auch wenn Massachusetts nicht grade in der <a href="http://www.weather.com/outlook/weather-news/news/articles/what-where-is-tornado-alley-forbes_2011-04-14">Tornado Alley</a> liegt, sind solche gefährlichen Windhosen keineswegs undenkbar hier: Der bereits erwähnte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2011_New_England_tornado_outbreak">Springfield-Tornado</a> und seine Ableger forderten am 1. Juni 2011 immerhin drei Todesopfer, und der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/1953_Worcester_tornado">Tornado, der 1953 die Stadt Worcester heimsuchte</a>, war einer der schwersten Tornados in der US-Geschichte und kostete 94 Menschenleben.</p>
<p>Risikoabschätzungen sind gewiss komplizierter als die kleinen Faustrechnungen, die ich hier mal auf die Schnelle gemacht habe &#8211; aber ich denke, der Vergleich hat trotzdem einiger Maßen hin. Fangen wir also mit den Tornados an: Die sind zwar spektakulär, aber selten. Und trotz all ihrer Bedrohlichkeit töten sie &#8220;nur&#8221; etwa 222 Menschen jährlich (gerechnet im Schnitt der Jahre 2010 bis 2012). Mit anderen Worten: Die Chance, als einer von rund 314 Millionen Einwohnern der USA im Laufe eines Jahres von einem Tornado getötet zu werden, liegt bei etwa <strong>eins zu 1,14 Millionen. </strong></p>
<p>Die Bomben-Gefahr ist sogar noch geringer: Wie ich dieser <a href=" http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_battles_and_other_violent_events_by_death_toll#Terrorist_attacks">Wikipedia-Statistik</a> entnehme, starben seit 1920 insgesamt 3505 Menschen in den USA an den Folgen eines Bomenanschlags, einschließlich der Anschläge vom 11. September 2001 (bei denen, streng genommen, ja keine Bomben, sondern Flugzege als Waffen verwendet wurden) und der Katastrophe des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pan_Am_Flight_103">PanAm-Fluges 103</a> über Lockerbie, der zwar in Schottland passierte, aber ein US-Flugzeug (das juristisch als US-Inland betrachtet werden kann) traf. Das sind pro Jahr also durchscnittlich 38 Todesopfer, auf das aktuelle Jahr umgerechnet ergäbe dies eine Chance von <strong>eins zu 8,26 Millionen</strong>. Selbst wenn alle Anschläge in einem einzigen Jahr verübt wurden wären, läge das Risiko bei &#8220;nur&#8221; eins zu 89.560.</p>
<p>Aber die Schießerei, die ja nur ein paar Kilometer von meiner Wohnung entfernt stattfand (die ersten tödlichen Schüsse fielen auf den MIT-Polizisten auf dem Campus, nur wenige Schritte von einem täglichen Weg zur Arbeit), die könnte ja wirklich gefährlich gewesen sein, oder? Nun, im Jahr 2010 starben 11.078 Personen in den USA durch gewaltsamen Schusswaffengebrauch (Selbstmorde und Unfälle sind hier nicht eingerechnet), das bedeutet, dass im Schnitt <strong>eine(r) von 28.337</strong> US-BewohnerInnen jährlich durch eine Kugel aus einem Gewehr oder einer Pistole getötet wird. Das ist ein ziemlich unappetitlich hohes Risiko, etwa vergleichbar dem Risiko, an Leukämie zu sterben. Also war es doch gut, dass ich mich aus Cambridge verdrückt* habe?</p>
<p><em><span style="”font-size: small;">* &#8220;verdrückt&#8221; ist nicht das richtige Wort: Der Trip nach New York war schon länger geplant, und ich hatte mir dafür sogar schon das Busticket gekauft &#8211; nur fuhren die Busse dann halt nicht &#8230;<br />
</span></em><br />
Aus Gründen der persönlichen Sicherheit jedenfalls nicht. Denn die gefährlichste Aktivität, die ich heute gewagt habe, war mich ans Steuer zu setzen (öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht): Das Risiko, in einem Auto durch einen Verkehrsunfall zu sterben, ist immer noch <strong>etwa doppelt so hoch</strong> wie das Risiko, erschossen zu werden &#8211; für durchschnittlich <strong>eine(n) von 14.770 US-EinwohnerInnen</strong> wird alljährlich das Auto zur Todesfalle. In der Tat bin ich heute nur knapp einem schlimmeren Unfall entgangen, weil ein Idiot in einem Roadster, dessen weißblaue Marke hier nicht näher genannt werden soll, es offenbar nicht ertragen konnte, dass ich ihn mit meinem alten Jeep Cherokee überholt habe: Als ich gerade dabei war, mit deutlich gesetzem Blinker wieder auf die rechte Spur zurückzukehren, trat er plötzlich aufs Gas und schoss aus dem toten Winkel heraus noch ganz schnell wieder rechts an mir vorbei. Der Schreck saß mir noch stundenlang in den Knochen.</p>
<p>Vielleicht ist das ja der Grund, warum US-Bestattungsunternehmen mit großen Plakaten an der Autobahn werben:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/IMAG0848.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2868" alt="IMAG0848" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/04/IMAG0848.jpg" width="600" /></a><br />
<em>Wenn ich jetzt nur noch wüsste, was man sich unter einer &#8220;Direkt-Einäscherung&#8221; vorstellen muss? Kommen die, ähnlich wie die Lieferanten bei <a href="https://www.freshdirect.com/about/index.jsp;jsessionid=vnvDRygYx204cL1xkv2bmqWxmlhBxynnWhVVM2SxNynpxl63JTWw!1865245271!-1923262542?siteAccessPage=aboutus&amp;successPage=/index.jsp">Fresh Direct</a> zum Kunden und fackeln den Leichnam zu Hause ab? Grotesk &#8230;</em></p>
 <p><a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?flattrss_redirect&amp;id=2864&amp;md5=19e3d8d5e6b4940ec9fe2b43440f4995" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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