Ein neues Blog. Oder ein neuer Blog. Beides geht übrigens. Der Name „Gesundheits-Check” lässt ahnen, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Es geht darum, die eine oder andere Zeitungsmeldung, Statistik oder althergebrachte Binsenweisheit zum Thema Gesundheit einmal kritisch zu hinterfragen. Endgültige Antworten werden nicht versprochen, göttliche Einsichten gibt es auch hier nicht. Aber hoffentlich reichlich Diskussionsstoff zum Kommentieren.

Anfangen will ich mit einer Binsenweisheit, nämlich der gängigen These, dass Vorbeugen nicht nur besser ist als Heilen, sondern auch Geld spart. Derzeit bereitet unsere Bundesregierung eine „Präventionsstrategie” vor. In der Begründungslyrik geht es auch darum, dass man sonst die durch die Alterung der Gesellschaft steigenden Gesundheitsausgaben nicht mehr bezahlen kann. Bisher war das wohl kein Problem. Seit vielen Jahren stagnieren die Ausgaben für die Prävention in Deutschland bei ca. 4 % der gesamten Gesundheitsausgaben. Mehr Prävention soll jetzt also den befürchteten demografiebedingten Anstieg der Gesundheitsausgaben bremsen, also Geld sparen.

Dass man mit Prävention da und dort Geld sparen kann, soll hier gar nicht bestritten werden. Wer nicht betrunken Auto fährt, spart nicht nur das Geld für den Rausch, sondern auch das Geld für das kaputte Auto. Für solche Einsichten braucht man keine gesundheitsökonomische Evaluation. Wahrscheinlich spart auch das Impfen Geld. Zumindest wenn der Impfstoff erst einmal entwickelt ist. Und in der betrieblichen Gesundheitsförderung scheint man in guten Projekten den Krankenstand so deutlich senken zu können, dass auch Geld gespart wird. Aber ob der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen Recht hat, der in seinem Jahresgutachten 2000/2001 davon sprach, dass durch Prävention 25 % – 30 % der Gesundheitsausgaben in Deutschland einzusparen wären? Das wären im Jahr 2009 ca. 70 bis 90 Mrd. Euro gewesen. Eine Menge Geld, das muss dann wohl schon eine sehr gute Prävention sein.

Der These „Prävention spart Geld” wird natürlich auch widersprochen, mal mit mehr Verstand, mal mit weniger. Ein illustrer, aber immer wieder zitierter Einwand kommt z.B. von der Tabaklobby. Sie behauptet, Raucher/innen sparen Geld, weil sie früher sterben und nicht kostenträchtig alt werden, mit Tabakprävention sei daher kein Geld zu sparen. In der Tat sterben langjährige Raucher/innen Jahre früher als Nichtraucher/innen, aber ob das ein „sozialverträgliches Ableben” ist, bei dem Geld gespart wird, ist zweifelhaft. Es deutet nämlich einiges darauf hin, dass die eigentlich relevanten Krankheitskosten im letzten Jahr vor dem Tod anfallen (sog. „Sterbekostenthese”), egal ob man mit 60 oder mit 90 stirbt. Und auch ansonsten sind Raucher/innen gesamtgesellschaftlich nicht ganz billig (siehe z.B. Neubauer S. et al.).

Ob man durch Prävention Geld sparen kann oder nicht, kommt vermutlich darauf an, um was es konkret geht. Oder wie Radio Eriwan mitzuteilen pflegte: „Im Prinzip ja, aber …”.

Man kann aber auch grundsätzlicher fragen: Ist die Frage danach, ob Prävention Geld spart, überhaupt richtig gestellt? Wenn man nur Krankheitskosten sparen will, empfiehlt sich die Herodes-Methode: Kinder sofort nach der Geburt umbringen. Dann verursachen sie garantiert nie Gesundheitsausgaben. Das kann offenkundig nicht der Sinn der Sache sein. Statt dessen soll es doch darum gehen, dass man ein vernünftiges Kosten-Nutzenverhältnis hat, also nicht pauschal Ausgaben zu vermeiden, sondern die für ein gutes Leben notwendigen Ausgaben finanzieren zu können, wäre das Ziel.

Anzumerken ist last but not least, dass es bei diesem Thema nicht nur um das liebe Geld geht, sondern auch um Gesundheit und Lebensqualität, dafür muss auch Geld vorhanden sein, wenn es sich „nicht lohnt”.

Welche Überlegungen davon mögen wohl die Bundesregierung bei ihrer Planung leiten?

Kommentare (41)

  1. #1 michael
    24. Oktober 2011

    Prävention mit Rotwein?

    Aber schön, dass es jetzt auch einen Blog über das Gesundheitswesen gibt.

  2. #2 Jörg
    24. Oktober 2011

    Yeah, herzlich willkommen!

  3. #3 Cornelius Courts
    24. Oktober 2011

    Gu’n Tach und auch von mir: willkommen hier! Schöne Ergänzung zu unserem “Katalog”!

  4. #4 ali
    24. Oktober 2011

    Willkommen!

  5. #5 MartinB
    24. Oktober 2011

    Herzlich Willkommen auch von mir.
    Was ist denn mit “Prävention” alles gemeint? Fallen darunter auch z.B. Vorsorgeuntersuchungen?

  6. #6 Michael
    24. Oktober 2011

    Besonders lohnend ist Prävention ja, wenn man eine Krankheit erst erfindet und dann präventiv zur Massenimpfung lädt. Merke: wenn die Bundesregierung Geld anfasst, dann findet sich jemand, der die Hand aufhält.

  7. #7 Wolf
    24. Oktober 2011

    Man muss halt immer schauen, wo Reihenvorsorgeuntersuchungen z.B. noch sinnvoll sind, und wie spezifisch bestimmte Untersuchungen sind……usw.

    Getreu dem Motto:”Es gibt keine gesunden Menschen, es gibt nur schlecht untersuchte Patienten.”

  8. #8 Sven Türpe
    24. Oktober 2011

    Anzumerken ist last but not least, dass es bei diesem Thema nicht nur um das liebe Geld geht, sondern auch um Gesundheit und Lebensqualität, dafür muss auch Geld vorhanden sein, wenn es sich „nicht lohnt”.

    Einspruch. Erstens ist Geld außerhalb Griechenlands nur begrenzt vorhanden, man wird deshalb stets Prioritäten festlegen und Ziele unter Kostengesichtspunkten gegeneinander abwägen müssen. Zweitens Ist der Grenznutzen verbesserter Gesundheitspflege gering, da wir ohnehin alle sterben, nur unterschiedlich schnell.

    Herzlich willkommen. Ich bin hier der Troll, also in etwa das, was man früher Dissident und noch früher Ketzer nannte.

  9. #9 hoischrecke
    24. Oktober 2011

    hmmm für mich persönlich hats was ganz ekeliges, zu sagen, rauch nicht das ist zu teuer und kostet dem staat ne menge geld. meine einzige motivation war es nicht einen beschissenen elendigen tod auf der onkologischen zu sterben. klar sterben auch nichtraucher/prostatagebefingerte/darmgespiegelte/mammographiegescreente menschen,nur wer stirbt im schnitt den nicht ganz so schmerzhaften tod?

  10. #10 Wolf
    24. Oktober 2011

    @ST: Falsch!
    Wenn der Patient Behandlung will, so ist sie durchzuführen.

    Siehe Hierzu:
    http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?chosenIndex=UAN_nv_1005&xid=3990578

    Den wichtigsten Satz hier:
    “[…]Unabhängig von der festgestellten medizinischen Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung stützt sich der Vergütungsanspruch der Klägerin ergänzend auf § 70 Abs. 2 SGB V. Die Leistungsverweigerung der Beklagten verstößt in eklatanter Weise gegen das Humanitätsgebot. Nach der Vorschrift des § 70 Abs. 2 SGB V haben die Krankenkassen und die Leistungserbringer durch geeignete Maßnahmen auf eine humane Krankenbehandlung ihrer Versicherten hinzuwirken[…]”

    Und hier gehts zu §70 SGB V : http://www.juraforum.de/gesetze/sgb-v/70-qualitaet-humanitaet-und-wirtschaftlichkeit

  11. #11 roel
    24. Oktober 2011

    @Joseph Kuhn ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem neuen Blog.

  12. #12 Bullet
    24. Oktober 2011

    @Kuhn:
    heeeey, ein Neuer. Viel Spaß hier. Und dickes Fell. Denn wenn S. Türpe schon nicht viel konstruktives beizutragen hat … DAS darf ernstgenommen werden:

    Ich bin hier der Troll[…].

    Aber im Ernst: bei dem Schwerpunktthema werden dir solche Kollegen häufiger begegnen. Andererseits fehlte hier genau deine Sparte – also ran an die Tasten. 🙂

  13. #13 Ludger
    24. Oktober 2011

    Da gibts viel zu schreiben. Was mich aber vorab interessiert: was ist / tut ein Gesundheitswissenschaftler? Solche diffusen Berufsbezeichnungen kenne ich sonst nur aus dem Fernsehen (Stichwort: Parteienforscher).

    beschäftigt sich beruflich mit bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstatistiken […]

    Also ein Epidemiologe oder ein Gesundheitsökonom oder ein Medizinstatistiker? Weiter Arzt: ja/nein? Gruß Ludger

  14. #14 Sven Türpe
    24. Oktober 2011

    Wenn der Patient Behandlung will, so ist sie durchzuführen.

    Dann hätte ich gerne zweimal die Woche einen Blowjob von der süßen Brünetten an der Rezeption.

  15. #15 Wolf
    24. Oktober 2011

    @st: OK, die notwendigen Strohhalme bringst aber gefälligst selbst mit.

  16. #16 cydonia
    24. Oktober 2011

    Wie jetzt? Keine göttlichen Einsichten?……Ich freue micht trotzdem über den neuen Blog. Herzlich willkommen!
    Was denkt den der Blogger eigentlich über Mammografien im bereich Prävention?

  17. #17 UMa
    24. Oktober 2011

    Herzlich Willkommen!

    “Sie behauptet, Raucher/innen sparen Geld, weil sie früher sterben und nicht kostenträchtig alt werden, mit Tabakprävention sei daher kein Geld zu sparen. …”
    Die Gesundheitsausgaben sind für Raucher/innen sind wohl insgesamt höher, wie das verlinkte Paper zeigt. Ich vermute die Einsparungen eher bei der Rentenversicherung.

  18. #18 Wolf
    24. Oktober 2011
  19. #19 eXistenZ
    24. Oktober 2011

    Auch von mir ein herzliches willkommen! Ich freue mich schon auf reichlich Gesprächsstoff und interessante neue Erkenntnisse.

  20. #20 Florian Freistetter
    24. Oktober 2011

    Etwas verspätet: Herzlich willkommen bei den Scienceblogs!

  21. #21 Joseph Kuhn
    24. Oktober 2011

    @ alle: herzlichen Dank für die guten Wünsche zum Blogstart. Es gibt ja bei scienceblogs schon sehr gute Beiträge zum Thema Gesundheit, werde versuchen, mitzuhalten.

    Zu den diversen Fragen:

    Prävention mit Rotwein?

    In kleinen Mengen: Gegen Herzkreislauferkrankungen: ja, gegen Krebs schon bei kleinen Mengen: nein. Alles Weitere vielleicht mal als Blogbeitrag.

    Was ist denn mit “Prävention” alles gemeint? Fallen darunter auch z.B. Vorsorgeuntersuchungen?

    Ja. Wobei man “Vorsorgeuntersuchungen” von “Früherkennungsuntersuchungen” unterscheiden muss. Wenn von Vorsorge die Rede ist, sind meist Früherkennungsuntersuchungen, z.B. die Krebsfrüherkennung, gemeint. Hier geht es darum, eine schon im Entstehen begriffene Krankheit möglichst früh zu erkennen. Sie gehören zur sog. “Sekundärprävention”. Echte Vorsorgeuntersuchungen sind z.B. die Schwangerenvorsorge, und die arbeitsmedizinische Vorsorge heißt zumindest so. Hier geht es auch darum, der Entstehung einer Krankheit vorzubeugen.

    Besonders lohnend ist Prävention ja, wenn man eine Krankheit erst erfindet

    Der Erfindergeist macht eben vor nichts halt. Das gilt aber auch für die Behandlung von Krankheiten. “Disease Mongering” ist zurzeit z.B. besonders bei diversen Alterszipperlein zu beobachten.

    was ist / tut ein Gesundheitswissenschaftler?

    Gute Frage. Gesundheitswissenschaftler ist entweder, wer einen Studiengang namens “Gesundheitswissenschaften” absolviert hat, oder ein Fach, das dem Kanon der Gesundheitswissenschaften zugerechnet wird (z.B. Medizin, Psychologie, Pflegewissenschaften – oder auch die genannten Epidemiologen, Gesundheitsökonomen etc.), oder sich so nennt, weil er durch seine Berufspraxis in dieses Metier hineingewachsen ist (z.B. nicht selten in der Prävention, da gibt es ja noch nicht so lange Leute, die das richtig gelernt haben). Ich selber habe vor vielen Jahren mal Psychologie (Schwerpunkt Arbeitspsychologie) studiert, falls das der Hintergrund der Frage war.

    Was denkt den der Blogger eigentlich über Mammografien im bereich Prävention?

    Über den Nutzen des Mammographie-Screenings streiten sich die Cochrane-Zentren. In Deutschland wird vom BfS gerade eine große Evaluationsstudie auf den Weg gebracht, die einige Jahre laufen und vor allem die Mortalität beobachten soll. Siehe auch den Link von “Wolf”.

  22. #22 Christian Reinboth
    24. Oktober 2011

    Verspätetes Willkommen. Schön, endlich ein Gesundheitsblog mit an Bord zu haben…

  23. #23 Marcus Anhäuser
    24. Oktober 2011

    Was soll ich sagen. Freut mich ganz besonders. Gute Nerven wünsche ich 🙂

  24. #24 BreitSide
    24. Oktober 2011

    Herzlich willkommen!

    So ein Blog hat mir gerade noch gefehlt…:-)

    Das Bild mit dem Rotwein hat mich doch glatt an den Udo Pollmer erinnert, der einstmals mit “Lexikon der populären Ernährungsirrtümer” Furore gemacht, sich aber spätestens bei der BSE-Geschichte offensichtlich ziemlich rausgekegelt hatte. Zu dem erwarte ich (ganz bescheiden…) auch irgendwann etwas.

    Der erste Troll (oder eher Kugelfisch) ist ja auch schon aufgeschlagen. Was Wunder, er leidet an maligner Graforrhoe. Sein Vergleich mit Ketzern oder Dissidenten ist eine glatte Beleidigung dieser Gruppen.

    TürpelTölpelTroll ist auch bekannt unter

    “Der-von-Internet-und-Technik-keine-Ahnung-hat” vom Stamme der Grossfuss-Schwurbler, Tarnname “Ich-weiß-es-nicht-sage-es-aber-trotzdem”.

    Diesen Namen hat er sich ehrlich verdient (sind übrigens Zitate von ihm selbst). Aber jeder Blogger hat ja seine eigene Art, mit Trollen/Kugelfischchen umzugehen.

    In diesem Sinne ersma: “Gut Blog”

  25. #25 Dr. Webbaer
    24. Oktober 2011

    Man kann aber auch grundsätzlicher fragen: Ist die Frage danach, ob Prävention Geld spart, überhaupt richtig gestellt?

    Die Frage ist offensichtlich nicht relevant und demzufolge wohl Regierungsmarketing; heutzutage ist es so, dass a) die doitsche Regierung meint ihr Volk derart wenig folgerichtig ansprechen zu können und b) dieses derartige Parolen nur wenig kritisch aufnimmt und c) von außen betrachtet Regierung und Volk dabei nicht gut aussehen.

    Das Gesundheitssystem kostet, das wäre offen zu kommunizieren, mehr und mehr, auch relativ, wegen gestiegener Lebenserwartung. Die verklemmte pol. Debattenlage in D, nicht nur bei diesem Thema, manifestiert sich typischerweise so, also in Euphemismen – oder in Zerschlagungskonzepten (man will wohl von Zeit zu Zeit auch die private diesbezügliche Versicherungsdienstleistung in D zerschlagen, um “Gerechtigkeit” herzustellen, so ist zumindest regelmäßig zu lesen in doitscher Quelle).

    MFG + viel Erfolg!
    Dr. Webbaer

  26. #26 manes
    24. Oktober 2011

    so’n doktor hat hier grade noch gefehlt ☺!
    der erste blogeintrag zum thema prävention, und der ist dann nicht die erwarteten 30000 zeilen lang? also, ich wünsche mir eine erschöpfende behandlung der jeweiligen themen!
    und wenns nett geschrieben ist, beschäftige ich mich nach der arbeit noch freiwillig mit medizinischem.
    ich bin gespannt.
    und gute nerven wünsche ich auch. soll ich schon mal ein paar homöopathen, irisdiagnostikern und impfgegnern bescheid sagen, daß hier eine neue spielwiese entsteht?
    wünsche viel spaß!

  27. #27 BreitSide
    24. Oktober 2011

    Hehe, der braunePseudoDoc WebBarschTroll muss natürlich auch seine putzig-petzigen Häufchen hinterlassen.

    Bin mal gespannt, wie er hier den WebPelz gebürstet bekommt…

  28. #28 BreitSide
    24. Oktober 2011

    @manes: warum erwartest Du 30000 Zeilen von einem Präventator? Hast Du schlechte Erfahrungen gemacht?

  29. #29 michael
    25. Oktober 2011

    @Breitside

    Du verwechselst mp3 mit Türpe. Schau mal hier.

  30. #30 Ulrich Berger
    25. Oktober 2011

    Ein nächtliches Herzlich Willkommen! nun auch offiziell von mir! Freut mich, dass es so schnell geklappt hat, wünsche viele Leser und wenig Trolle!

  31. #31 Joseph Kuhn
    25. Oktober 2011

    @ BreitSide

    Das Bild mit dem Rotwein hat mich doch glatt an den Udo Pollmer erinnert, der einstmals mit “Lexikon der populären Ernährungsirrtümer” Furore gemacht, sich aber spätestens bei der BSE-Geschichte offensichtlich ziemlich rausgekegelt hatte. Zu dem erwarte ich (ganz bescheiden…) auch irgendwann etwas.

    Udo Pollmer als Blogthema? Mal sehen. Ernährungsthemen sind schwierig, weil die Studienlage zu vielen Aspekten hier so verwirrend und instabil ist. Die Empfehlungen von heute sind die Irrtümer von morgen. Aber “irgendwann” ist ja eine gnädig formulierte Erwartungshaltung. Irgendwann kommt bestimmt mal was dazu.

  32. #32 miesepeter3
    25. Oktober 2011

    @michael

    “@Breitside

    Du verwechselst mp3 mit Türpe. Schau mal hier. ”

    Laß man, der verwechselt öfter mal was.

  33. #33 BreitSide
    25. Oktober 2011

    @michael: Hehe, mp3 scheint sich nicht besonders aufzuregen. Also ist er wohl mit Tülpels Beschreibung gut getroffen:-)

    Bei Anderen hätte ich ein “sorry” losgelassen, das brauchts bei diesen beiden wohl nicht.

    Obwohl ich zugestehen muss, dass mp3 nicht immer nur miese Momente hat. Die unmiesen sind aber in letzter Zeit sehr rar geworden.

    @Joseph Kuhn: war auch nur als Wunsch/Anregung gedacht. Sonst passt Pollmer ja schlecht in andere Blogs.

  34. #34 miesepeter3
    25. Oktober 2011

    @Joseph Kuhn

    Auch von mir ein Willkommen.
    Merke: die Blogs mit den meisten clicks sind die mit den meisten Trollen.
    Also sei nett zu den Trollen: Feed the trolls.

  35. #35 segeln141
    25. Oktober 2011

    @Joseph Kuhn

    auch von mir ein “herzliches willkommen”

    Viel Ausdauer,Nerven und guten Humor in diesem Haifischbecken “Gesundheitsthemen”

    Do`nt feed the trolls !!

    Sind ja sofort schon einige hier aufgetaucht.

  36. #36 Ludger
    26. Oktober 2011

    Prävention spart Geld! Oder doch nicht? Der Begriff “Prävention” ist nicht eindeutig. Bei Wikipedia findet man zur Begriffsklärung folgendes: http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4vention . Von “Präventivmedizin” wird man weitergeleitet zu “Prophylaxe”. Dort wird weiter spezifiziert in Hygiene, Impfung, Krebsprävention, vorbeugende Arzneimitteleinnahme. Mir fehlt bei dieser Aufzählung noch das Neugeborenenscreening und die Kinderuntersuchungen. Der TO meint wahrscheinlich Screeninguntersuchungen und weniger die Trinkwasserhygiene, die ja der Thyphus- und Choleraprävention dient.
    Ich beziehe mich auf Screening Untersuchungen.
    1.) Ende der 60-er Jahre wurde von Robert Guthrie der Guthrie-Test ( http://de.wikipedia.org/wiki/Guthrie-Test ) entwickelt, mit dem eine Reihenuntersuchung auf die rezessive Erbkrankheit Phenylketonurie (PKU) möglich war. Die PKU macht unbehandelt schwerste geistige Behinderungen, die mit kann mit einer Phenylalanin – freien Diät völlig vermieden werden können. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Phenylketonurie ). Bis in die 70-er Jahre konnte man diese Untersuchung gegen private Bezahlung durchführen lassen. Erst nachdem die Kosteneffizienz der Untersuchung nachgewiesen war ( die lebenslange Betreuung eines unbehandelten PKU-Patienten ist nämlich viel teurer als 8000 Guthrietests), wurde die Untersuchung von den Krankenkassen bezahlt. Ob eine Voraussetzung der Kosteneffektivität in diesem Fall ethisch vertretbar war, möge jeder selber entscheiden.
    2.)Zum Neugeborenenscreening gehören heute eine Vielzahl von behandelbaren Erkrankungen, z.B. auch das Screening auf eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion. Unbehandelt entwickelt sich das Krankheitsbild des Kretinismus. Die hierdurch hervorgerufene Behinderung ist so ausgeprägt, dass man in französchischen Kriminalromanen ein Schimpfwort daraus gemacht hat: “Dieser Kretin von einem Kommissar hat wieder alles falsch gemacht.” Durch Neugeborenendiagnose und Substitutuion mit Schilddrüsenhormon sind die Menschen völlig gesund. Von Kosteneffiktivität weiß ich nichts, allerdings wäre ein Verzicht auf das Screening wegen fehlender Kossteneffektivität ethisch verwerflich.
    3.) Untersuchungen müssen einige Anforderungen erfüllen, damit sie als Screeninguntersuchungen geeignet sind ( ohne Anspruch auf Vollständigkeit ): sie müssen in der Lage sein, das Risiko für Tod oder Siechtum deutlich herabzusetzen. Der Aufwand für die Durchführung muss in einem vernünftigen Verhältnis zur Effektivität stehen. Sensitivität ( http://de.wikipedia.org/wiki/Spezifit%C3%A4t#Sensitivit.C3.A4t_und_Falsch-Negativ-Rate ) und Spezifität ( http://de.wikipedia.org/wiki/Spezifit%C3%A4t#Spezifit.C3.A4t_und_Falsch-Positiv-Rate ) müssen akzeptabel sein und der Preis muss stimmen.
    4.) Hinsichtlich des Preises wird von Medizinoekonomen ausgerechnet, wieviel ein Jahr Lebensverlängerung bei flächendeckender Anwendung einer bestimmten Screeningmethode kostet. Zum Thema Vorsorgecoloskopie wurden mal ältere amerikanische Zahlen publiziert und mit anderen privaten “Vorsorgemaßnahmen” verglichen. Das Jahr Lebensverlängerung war danach bei der Vorsorgekoloskopie viel preiswerter als beim Mehrpreis wegen doppelseitiger Airbags in einem neuen PKW.
    5.) Oft haben die Behandlungskosten bei der Behandlung von Krankheiten eine natürliche Grenze, wenn nämlich der Patient tot oder geheilt ist. Vorsorgeuntersuchungen haben diese Grenze nicht. Das Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Wass ist für die Lebenserhaltung effektiver a) regelmäßiger Kernspin-Untersuchungen des Gehirns oder b) Fußgängerampeln vor Kindergärten – bei angenommen gleichen Kosten?
    Die Entscheidung, welche Screeninguntersuchung von den Krankenkassen bezahlt werden soll, ist eine politische Entscheidung. Die Kosteneffektivität darf dabei nicht die entscheidende Rolle spielen.

  37. #37 Ludger
    27. Oktober 2011

    Leider kann man abgeschickte Texte nicht mehr editieren. Da oben ist ein “h” zu viel. Es muss Typhus heißen. Mit zu vielen “h”s kann ich eigentlich ganz gut leben; nur in diesem Fall stört es mich besonders.

  38. #38 Wb
    29. Oktober 2011

    Welche Gründe kann es denn für eine Argumentation a la “Prävention spart Geld” überhaupt geben? Wäre Prävention sinnlos, täte sie kein Geld sparen? – Allerdings scheint auch niemand an diese Behauptung zu glauben, insofern…

    BTW: In der Wirtschaft gibt es die Parallele des Risikomanagements, also des Einziehens einer typischerweise abteilungsübergreifenden Schicht, die die gesamte Unternehmung gefährdende Risiken oft erst identifiziert und dem Gesamtabgeigen vorbeugen soll. – Geld sparen tut diese Schicht wohl meist nicht, unterstützt aber die Handhabung des Ganzen. – Wobei sich der Vergleich natürlich nicht direkt aufzwingt und auch ein wenig hinkt, aber Risikomanagement muss eben kein Geld sparen um sinnvoll zu sein.

  39. #39 kikri
    31. Oktober 2011

    Es kann schon sein, dass Prävention Gesundheitskosten spart.
    ABER die Rente muss auch eingerechnet werden.
    Prävention verschärft das demografische Problem.

  40. #40 Ponder
    21. November 2011

    @ Joseph Kuhn:

    Vielen Dank für den hübsch provokant formulierten Blog-Auftakt!
    Auf dem von Ihnen gleich zu Anfang verlinkten Präventions-Portal der Bundesregierung gibt es ja auch schon Vorschläge, wie eine Prävention denn besonders wirkungsvoll von statten gehen könne 😉

    Zum Beispiel:

    http://www.dialog-nachhaltigkeit.de/forum/posts/list/1023.page

    Leider scheitert der immense Präventions-und Einspareffekt wieder mal an behördlicher Sturheit, wie so oft:

    >>…Leider sind eine ganze Reihe unverzichtbarer homöopathischer Arzneimittel für Patienten, Heilpraktiker und Ärzte nicht mehr erhältlich, weil die Behörde (BfArM) die Anforderungen an die Marktzulassung, über europäische Richtlinien hinausgehend, immer restriktiver handhabt. Für eine professionelle Anwendung der Homöopathie auf hohem Niveau ist es unabdingbar, den Patienten wieder uneingeschränkt alle homöopathischen Arzneimittel in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen. >>

    🙂 🙂 🙂

    Hmmm…die Kommentarfunktion hängt sich bei mir grad selbst auf…falls da was doppelt und dreifach kommt, bitte ich um Verzeihung und v.a. entsprechendes edit