In Deutschland wird bekanntlich im September gewählt. Merkel und Westerwelle oder Steinbrück. Das muss man sich einmal in Euro umgerechnet vorstellen. Wie viel würde man für das eine oder andere Angebot bezahlen, mit Freude darauf, was man da erworben hat? Harald Welzer, Sozialpsychologe in Flensburg, hat diese Alternative im SPIEGEL 22/2013 zur Verzweiflung getrieben – in Form einer längeren Erklärung, warum er nicht mehr wählen geht: „Das Ende des kleineren Übels“, lautet die Überschrift.

In Bayern wird im September auch gewählt. Hier hat, wer die Wahl hat, erst recht die Qual. Die politische Bühne ist sehr seltsam besetzt. Da gibt es eine Regierung, in der die Hälfte des Kabinetts seit Wochen im Licht der Öffentlichkeit steht: die Justizministerin Merk wegen ihres Umgangs mit der Affäre Mollath, Landwirtschaftsminister Brunner wegen der Verwandtenaffäre, Sozialministerin Haderthauer wegen ihres Mannes, der etwas seltsame Geschäfte mit Modellautos betrieben hat, dem Finanzminister Söder hatte Seehofer höchstselbst „Schmutzeleien“ und „charakterliche Schwächen“ vorgeworfen und Wirtschaftsminister Zeil wird jetzt auch etwas bekannter, wegen seiner früheren Mitwirkung an prekären Zinsgeschäften mit Kommunen. Der Begriff „Schattenkabinett“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung. Wie viel dieses Angebot wohl in Euro wert wäre?

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums herrscht allerdings völlige Finsternis. Der SPD-Chef Pronold sei ins Schattenkabinett Steinbrücks berufen worden, konnte man vor kurzem lesen. Wer ist Pronold? Der, der aus dem Dunkeln kam und in den Schatten trat? Die SPD hat noch mehr Dunkelmänner, aber wie schon Bert Brecht wusste, man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht. Und wer kennt eigentlich die 5 wichtigsten Punkte, die die SPD nach der Wahl umsetzen wollen würde, wenn sie dürfte? Vielleicht der britische Geheimdienst. Gut, es weiß auch keiner, was die CSU nach der Wahl machen will, aber die hat immerhin ihre Skandale.

Nur, was wählt man in so einer Situation? Ja, auch in Bayern gibt es noch andere Parteien. Aber diese Feststellung gehört hierzulande in den Disclaimer. Sogar eine Josefspartei haben wir, aber das nur nebenbei, die kennt nicht einmal der britische Geheimdienst.

Harald Welzers Weg, nicht zur Wahl zu gehen, ist trotzdem falsch. Schon das verunglückte Sprachbild zeigt das. Wäre es nicht besser, wenn alle hingehen – und ein besseres Angebot reklamieren, direkt auf dem Wahlzettel? Ich wünsche mir ein besseres Angebot!

Kommentare (30)

  1. #1 rudimens
    25. Juni 2013

    “Wäre es nicht besser, wenn alle hingehen – und ein besseres Angebot reklamieren, direkt auf dem Wahlzettel?”

    Es führt zu einer ungültigen Stimme, wenn auf einem Wahlzettel etwas anderes zu finden ist, als Kreuze in Kreisen.
    details: http://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__39.html

    Aber: “…nicht zur Wahl zu gehen, ist trotzdem falsch.”
    Das sehe ich auch so, möchte aber wahrscheinlich keine/n von den sich stellenden wählen. Gebe ich keine Stimme ab, wird mir Politik-/Demokratie-verdrossenheit vorgeworfen. Stimmt aber so für mich nicht, deswegen gebe ich auch gerne ungültige Stimmen ab. Das erhöht die Wahlbeteiligung° und bringt meine Wertschätzung der Demokratie gegenüber zum Ausdruck.
    ° http://www.gesetze-im-internet.de/bwo_1985/__69.html

    Zugespitzt!: Wenn keiner mehr wählt, brauchen wir die Demokratie auch nicht mehr.

    “Ich wünsche mir ein besseres Angebot!” Das müssen die machen, die sich das wünschen.

  2. #2 AmbiValent
    25. Juni 2013

    @Joseph Kuhn
    Fällt es dir selbst nicht auf? Bei der CSU bringst du Skandale als Beleg, warum sie nicht wählbar wäre, aber bei den anderen Parteien? Anstatt sie alle kurzerhand zu Dunkelmännern zu erklären, wäre es besser, gleich zu sagen “Ich wähle sie nicht, weil mir ihr Programm nicht gefällt” oder “Mir gefällt deren Programm schon, aber das haben die nur reingeschrieben, um gewählt zu werden, und ich glaube nicht, dass sie das so umsetzen werden”.

    Es gibt bereits ein reichliches Angebot zur Auswahl. Du darfst wählen. Wenn dir die bestehenden Angebote nicht gefallen, dann biete ein besseres an. Aber wenn du gegen alle bist, wird dir weder die Demokratie noch irgendein anderes System helfen.

  3. #3 Dagda
    25. Juni 2013

    @ rudimens

    Es führt zu einer ungültigen Stimme, wenn auf einem Wahlzettel etwas anderes zu finden ist, als Kreuze in Kreisen.

    Das stimmt tatsächlich gar nicht. Verlangt wird nur dass der Wählerwille zweifelsfrei erkennbar ist. Und solange das gilt kannst du mit deinem Wahlzettel machen was du willst.

  4. #4 uwe (hauptschüler)
    25. Juni 2013

    bisher war ich bei jeder wahl. so langsam komm ich aber zu der überzeugung: wählen ist für den arsch. bei der nächsten wahl werd ich von meinem recht auf freier meinungsäußerung gebrauch machen und den wahlzettel durch ein blatt klopapier ersetzen.

  5. #5 Wahlverächter
    25. Juni 2013

    Seit rund 40 Jahren gehe ich nicht wählen. Bis jetzt habe ich nicht den Eindruck, dass mir diese Entscheidung geschadet hat. Zudem halte ich jeden für naiv der glaubt, dass Wahlen irgendetwas ändern. Weiterhin ist festzustellen, dass man sowieso nur den wählen kann, den andere ausgesucht haben.

    Also: Zeit sparen – nicht wählen gehen.

  6. #6 Lenznbua
    25. Juni 2013

    @Wahlverächter: Wie kann man sich rühmen 40 Jahre in den Tag hineinzuleben und sich um nichts zu kümmern?! Das schadet dir natürlich nicht, weil auch ohne deine Beteiligung viele andere sich engagieren.

    “Man kann nur wählen, wen andere ausgesucht haben”: Es ist aber Deine Entscheidung bei diesen “Anderen” dabei zu sein.
    Es steht jeden frei sich in irgendeiner Partei einzubringen, bzw. auch eine zu gründen .

  7. #7 Wahlverächter
    25. Juni 2013

    @ Lenznbua

    “Es steht jeden frei sich in irgendeiner Partei einzubringen, bzw. auch eine zu gründen .”

    Bei 40 Millionen potentiellen Parteigründern sehe ich da auch kein Problem. Obwohl eine Partei zu gründen ist keine schlechte Idee. Da scheint ja echt Geld drin zu sein, wenn man es klug anstellt (siehe z. B. Familienmitglieder Bayern).

    ““Man kann nur wählen, wen andere ausgesucht haben”: Es ist aber Deine Entscheidung bei diesen “Anderen” dabei zu sein.”

    Das ist sehr, sehr schwierig in die Entscheiderkreise zu kommen. Beispiel SPD: Steer Peinbrück wurde von sich selbst, einem ehemaligen Popbeauftragten und einer Betschwester aufgestellt.

  8. #8 Joseph Kuhn
    25. Juni 2013

    @ AmbiValent:

    “Anstatt sie alle kurzerhand zu Dunkelmännern zu erklären”

    Tu ich das? Falls die Ironie meiner Dunkelmänner-Bemerkung übersehen worden sein sollte: Ich weise lediglich darauf hin, dass die SPD in Bayern reichlich unscheinbar ist. Ich glaube, das ist empirisch gut belegt.

    “Wenn dir die bestehenden Angebote nicht gefallen, dann biete ein besseres an.”

    Aus A folgt nicht B. Wenn mir das Bier in einer Gaststätte nicht schmeckt, muss ich auch nicht gleich selbst Bierbrauer werden. Ich darf hoffentlich auch einfach nur sagen, dass es nicht gut ist und ich mich über besseres Bier freuen würde.

    @ Wahlverächter:

    “Also: Zeit sparen – nicht wählen gehen.”

    Nein. Hingehen und ein besseres Angebot fordern. Und wenn Sie den Unterhaltungswert des Urnengangs (mit Blick auf manche Partei auch ein assoziationsreiches Wort) steigern wollen, fragen Sie andere Wähler, ob sie mit dem Angebot zufrieden waren.

  9. #9 threepoints...
    26. Juni 2013

    Ein besseres Angebot reklamieren?

    Ich habe einmal den Wahlzettel um eine Reihe erweitert (freihand und demonstrativ) weil mir zum “Angebot” wirklich nichts mehr einfiel – und dort mein Kreuz gemacht.

  10. #10 Lenznbua
    26. Juni 2013

    @ Wahlverächter:
    “Das ist sehr, sehr schwierig in die Entscheiderkreise zu kommen.”
    Schon klar, dass es nicht leicht ist, auf Bundesebene in die Entscheiderkreise zu kommen. Ein Großteil der Politik spielt sich aber weiter unten ab, und da kann sich jeder beteiligen.

    @Joseph Kuhn:
    “Wenn mir das Bier in einer Gaststätte nicht schmeckt, muss ich auch nicht gleich selbst Bierbrauer werden.”
    Nicht jeder ist Bierbrauer, aber jeder ist Bürger unserer Demokratie.

  11. #11 Joseph Kuhn
    26. Juni 2013

    @ Lenznbua:

    “Nicht jeder ist Bierbrauer, aber jeder ist Bürger unserer Demokratie.”

    Und daraus folgt was?

  12. #12 Sven Türpe
    26. Juni 2013

    Harald Welzers Weg, nicht zur Wahl zu gehen, ist trotzdem falsch.

    Keineswegs. Erstens leben wir in erfreulichen und stabilen Verhältnissen. Große politische Krisen sind weit und breit nicht in Sicht, unsere gesellschaftlichen Debatten drehen sich um Petitessen wie Ökostrom, Fahrradhelme, den Spitzensteuersatz oder die ewigen Missverständnisse zwischen Mann und Frau. In einer Reihe von Grundsatzfragen herrscht ein so breiter Konsens, dass eine radikal andere Politik von vornherein keine Chance hat. Um massenhaft wählbar zu werden, muss sich eine Partei diesem Konsens anschließen.

    Zweitens sind Wahlen ein statistisches Sampling. Auf den Einzelnen kommt es dabei nicht an, sondern auf politische Strömungen und ihre Kraft. Erst wenn sich die Nichtwähler auf eine Richtung einigen könnten, wären sie politisch relevant. Auf den Einzelnen darf es gar nicht ankommen, denn Wahlen müssen zur Vermeidung von Staatskrisen zuallererst ein Ergebnis liefern, eine Entscheidung, wie ungenau auch immer sie sein mag.

    Drittens dienen Wahlen zuvörderst dazu, alte Regierungen ohne Revolution loszuwerden, falls dies erforderlich und Ersatz verfügbar ist. Wer nicht zur Wahl geht, steht Regierungswechseln indifferent gegenüber. Da wir in stabilen Verhältnissen leben, lässt sich diese Indifferenz leicht nachvollziehen.

    Viertens wird sich, solange Karrieren von Wahlen abhängen, eine kollektive Nachfrage auf dem Markt der politischen Ideen in einem entsprechenden Angebot niederschlagen. Wichtig an Wahlen ist nicht, dass jeder hingeht, sondern dass sie regelmäßg stattfinden.

  13. #13 rudimens
    27. Juni 2013

    @Sven Türpe :

    Widerspruch!
    1. Es sind noch immer genug wichtige grundsätzliche Fragen, die noch offen sind: zB. als fette Überschriften:
    Freiheit oder Sicherheit?
    Was soll noch öffentliche Aufgabe sein?

    2. “Auf den Einzelnen kommt es dabei nicht an, sondern … auf ALLE Einzelnen. Nichtwähler können sich nicht einigen. Brauchen sie auch nicht, denn offenbar brauchen/wollen sie keine Demokratie.

    4. “Wichtig an Wahlen ist nicht, dass jeder hingeht, sondern dass sie regelmäßg stattfinden.”
    “Stell Dir vor, es sind Wahlen und keiner geht hin.”

    Was bei hinreichend niedriger Beteiligung passiert, möchte ich nicht erleben.
    Das kann aber an ungeübten Demokratien gut beobachtet werden.

    Muss mich wiederholen, aber:
    Wer nicht wählen geht, braucht/will keine Demokratie.

    Wer Demokratie will, muss sich auch Wahlen beteiligen.
    Wer alle Parteien und/oder Kandidatn für nicht wählbar hält, soll ungültig wählen.
    Das ist für mich eine sinnvolle Möglichkeit den Parteien zu zeigen, was ich von ihrer Arbeit/Arbeitsweise halte.

  14. #14 Sven Türpe
    27. Juni 2013

    Wer Demokratie will, muss sich auch Wahlen beteiligen.

    Dieser Anspruch ist totalitär. Du bist kein Demokrat.

  15. #15 rudimens
    27. Juni 2013

    “Dieser Anspruch ist totalitär. Du bist kein Demokrat.”

    Stimmt. Aber Demokratie ist die angenehmste Form sich beherrschen zu lassen. Daher nehme ich in Anspruch, die einfachste und Zeit sparendste Massnahme, dieses System -trotz aller Fehler- zu erhalten/unterstützen, als MUSS bezeichnen zu dürfen.

    Ungültig wählen ist jedenfalls demokratischer als gar nicht.

    (Ja! Die Welt ist grau. Bei diesem Thema sind aber gelegentlich auch schwarz/weiß Formulierungen nötig)

  16. #16 Hans
    28. Juni 2013

    #15 rudimens

    Ungültig wählen ist jedenfalls demokratischer als gar nicht.

    “Ungültig wählen” ist aber auch genauso “erfolgreich” wie zu Hause zu bleiben: nämlich gar nicht! Denn nur die gültigen Stimmen werden bei der Sitzverteilung berücksichtigt. Die ungültigen Stimmen nicht. Wer’s nicht glaubt, kann ja hier oder hier gucken und selber nachrechnen. Dann wird man feststellen, dass sich die Prozentzahlen für die Parteien genau dann ergeben, wenn man von der Anzahl der gültigen Stimmen ausgeht.

    Das heisst also, wer den Stimmzettel ungültig macht, kann auch zu Hause bleiben. Wer wirklich was ändern möchte, informiert sich vorher und gibt dann gültige Stimmen ab. Wenn man mit der aktuellen Politik nicht einverstanden ist, ist es wichtig, das den Damen und Herren in Berlin klar zu machen. Und das geht nur, indem man andere wählt als jene, die dort zur Zeit das Sagen haben. Welche das sein sollen, muss jede/r für sich selbst entscheiden. Aber die zur Zeit regierenden werden sich mit Sicherheit nicht freuen, wenn sie sich nach der Wahl nicht mehr so regieren können, wie bisher.

  17. #17 threepoints...
    28. Juni 2013

    “Wer wirklich was ändern möchte, ….”

    ->…. macht es besser selbst. Und kümmert sich nicht um Politik.

  18. #18 Lenznbua
    28. Juni 2013

    @Joseph Kuhn
    OK, “Nicht jeder ist Bierbrauer, aber jeder ist Bürger unserer Demokratie.” ist ein Nicht-Argument 🙂 Meine Intention war es, darauf zu verweisen, dass es doch einen Unterschied machen sollte, Konsument einer Ware oder Bürger einer Demokratie zu sein.

    @Sven Türpe
    “Auf den Einzelnen kommt es dabei nicht an”
    Stimmt, deshalb kippe ich auch nach dem Ölwechsel mein Altöl immer in den Gulli. 😉

  19. #19 rolak
    28. Juni 2013

    Schönen Dank für die Verlinkung, Hans, hatte zwar keinen Zweifel daran, daß nur die gültigen Stimmen zählen, doch war neugierig auf die Anzahl der ungültigen. 2/3Million, die Zahl hatte ich mir doch deutlich kleiner vorgestellt^^
    Und das mit dem negativen Stimmgewicht ist schräg – habe ich bisher noch nie drüber nachgedacht.

    demokratischer

    Da bisher wohl nur rudimens weiß, was genau er mit dieser Sortierung meinte ist zwar alles nur geraten – doch wie wäre es denn zB mit: Nichtwählen kann Faulheit, Vergesslichkeit, Verhindertsein, gallopierende politische Apathie oder was auch immer bedeuten, unentschlüsselbar. Ungültig wählen müßte imho anhand des Zettels unterscheidbar sein in die Gruppen Nichtverständnis und Statement á la “Yo, mir ist klar, daß Wahl ist, doch ihr könnt mich mal”.
    Was selbstverständlich nichts am Status ‘nicht gezählt’ ändert.

  20. #20 Joseph Kuhn
    28. Juni 2013

    @ Lenznbua:

    “dass es doch einen Unterschied machen sollte, Konsument einer Ware oder Bürger einer Demokratie zu sein.”

    Keine Frage. So ist es.

  21. #21 Hans
    29. Juni 2013

    #19 rolak

    Schönen Dank für die Verlinkung, Hans,

    Bitte schön, keine Ursache. 🙂

  22. #22 rudimens
    1. Juli 2013

    @Hans: (16) Daß eine ungültige Stimme unwirksam abgegeben ist, ist mir bekannt. Das ist sie aber auch, wenn sie für eine/n Partei/ Kandidatin abgegeben wird, die keine 5%/relative Mehrheit bekommt. http://www.bundeswahlleiter.de/de/glossar/texte/Sperrklausel.html
    Ich möchte meine Stimme nicht den Bibeltreuen, Nazis oder Autofahrern geben, nur um den zZt. gewählten zu signalisieren, was ich von ihnen halte.
    Aber ich bestehe darauf. wählen zu dürfen, geheim und selbst entschieden. Falls das erforderlich ist, zähle ich sogar mit aus. (Anekdötchen vom Auszählen einer Briefwahl: Als ungültig gewertet und gezählt wurde zB. ein Stimmzettel mit einem A im grossen Kreis. aber auch die, die mit einem grossen Kreuz von Ecke zu Ecke durchgestrichen waren (Das indische Sonnensymbol habe ich noch nicht auf einem Wahlzettel gesehen,die wissen was sie wählen müssen))

    verknüpft mit

    @rolak (19) “Da bisher wohl nur rudimens weiß, was genau er mit dieser Sortierung meinte ist zwar alles nur geraten – doch wie wäre es denn zB mit: Nichtwählen kann Faulheit, Vergesslichkeit, Verhindertsein, gallopierende politische Apathie oder was auch immer bedeuten, unentschlüsselbar. ”

    Gut treffend geraten!

    “Ungültig wählen müßte imho anhand des Zettels unterscheidbar sein in die Gruppen Nichtverständnis und Statement á la “Yo, mir ist klar, daß Wahl ist, doch ihr könnt mich mal”.

    Ist es bedingt s.o., es wird aber bei der Auswertung aber nicht unterschieden.

    “Was selbstverständlich nichts am Status ‘nicht gezählt’ ändert.”

    Ungültige Stimmen werden selbstverständlich gezählt und bei der Wahlbeteiligung berücksichtigt. ° http://www.gesetze-im-internet.de/bwo_1985/__68.html +
    http://www.gesetze-im-internet.de/bwo_1985/__69.html
    Das ist leider den wenigsten bewusst.
    Solange der Anteil der ungültigen Stimmen im Promillebereich liegt, wird “ihr könnt mich mal” als ” Die sind zu doof zum wählen” gedeutet. Daran wird sich imho erst etwas ändern, wenn die Gruppe der “Ungültig Wählenden” ins Parlament einzöge. Vielleicht reichen auch 2-3% der abgegebenen Stimmen.?

    Wer “Ihr seit für mich alle nicht wählbar” oder “Ihr könnt mich mal” zum Ausdruck bringen will, kennzeichnet seinen Wahlzettel eindeutig ungültig.

  23. #23 rolak
    1. Juli 2013

    selbstverständlich gezählt

    moin rudimens, die nicht eindeutige Formulierung fiel mir schon nach dem abschicken auf – doch hier gilt ja: Weg ist weg. Sollte ‘gilt nicht’ sein, gut gesehen!

  24. #24 threepoints...
    1. Juli 2013

    @ rudimens

    das ungültige Stimmen irgendwo gezählt werden, macht sinn und habe ich auch so erwartet. Allerdings ebennur der Vollständigkeit halber. Das man damit auch was anfangen kann, ist mir aber neu. Besonders die Idee, dass ungültige Stimmen etwa als Fraktion in den Bundestag einziehen könnten, ist interessant.
    Es macht also doch mehr sinn, wenn man ungültig wählt, anstatt gar nicht wählen zugehen. Ungültig wählen ist Botschaft, während gar nicht wählen gehen eher auch Faulheit sei – eine Botschaft ganz anderer Art..

  25. #25 rudimens
    1. Juli 2013

    moin rolak. Dann danke für die “Unschärfe”. Aber zwischen “nicht abgegeben” (nicht zählbar) und “Ungütltig” (nicht für eine Partei/Kandidat zu werten) ist eben auch die Grenze zwischen: “Ist mir alles egal” und “Ihr könnt mich mal”.
    Oder zwischen Lalalalalalala und BUH-Rufen.
    Ungültig wählen ist ein wenig wie demonstrieren gehen. Bringt erstmal nix, aber wenn genug Menschen mit machen hoffentlich doch. Besonders wenn die Wahlbeteiligung dadurch erhöht wird.

  26. #26 rudimens
    1. Juli 2013

    Nachsatz@threepoints: “Ungültig wählen ist Botschaft”
    lautstarke Zustimmung!!

  27. #27 threepoints...
    1. Juli 2013

    @ rudimens

    Wobei ja gar nicht wählen gehen auch Botschaft ist. Sogar politisch relevante – von nix anderem wird hier kommentiert.
    Die Intention des “ungültigwählers” aber sich mit der des Demonstranten vergleichen lässt. Beide müssen nämlich mindestens etwas dafür tun, dass ihre Stimme nicht gänzlich unterm Tisch fällt; nämlich rausgehen und …

    Ungültig wählen also eine aktive, souveräne Botschaft sei…

  28. #28 Hans
    4. Juli 2013

    @rudimens (#22)
    Das von den rund 20 oder mehr auf dem Stimmzettel vertretenen Parteien keine Einzige Deine Interessen vertritt, halte ich für eine ziemlich steile These. Dem stelle ich die ebenfalls steile These entgegen, dass Du zu Faul bist, Dich intensiver mit den Programmen der einzelnen Parteien zu beschäftigen. Man muss sie ja nicht vollständig lesen. Es reicht ja oft, wenn man die Zusammenfassungen liesst, und mit dem vergleicht, was sie dann tatsächlich gemacht haben, wenn sie die Möglichkeit dazu hatten.
    Dann noch eine Antwort auf die Frage suchen, wem es am meissten nützt, was Partei X oder Y auf einem bestimmten Gebiet gemacht hat, und schon dürfte sich grob heraus schälen, ob eine Partei die eigenen Interessen vertritt oder nicht.

    Und natürlich werden auch die ungültigen Stimmen gezählt, sonst könnten die in der Statistik ja nicht auftauchen.
    Das “ungültig wählen” auch eine Botschaft ist, mag ja sein, aber die interessiert die Parteien bestenfalls so sehr, wie die Nichtwähler, um die sie sich auch nur rudimentär kümmern. Oder hast Du in den letzten 4 Jahren mal erlebt, das es eine ernsthafte, breit angelegte gesellschaftliche Diskussion darüber gab, warum immer weniger Leute wählen gehen? – Ich nicht.

  29. #29 rudimens
    4. Juli 2013

    @Hans: Dafür gibt es uA. den http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/ .
    Spasseshalber hier noch einmal das Ergebnis von 2009: http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/

    Die Parteien mit mehr als 1 Million Stimmen habe ich alle (mit)regieren erlebt. Welche der anderen Parteien (Piraten ausgenommen?) möchtest Du ernstlich an der Macht (beteiligt) sehen?

    Die ersteren nützen meist ihren vermeintlichen Wählern. Sagen sie.
    Meistens nützen sie aber wirtschaftlichen Interessengruppen. Sagen sie nicht,
    Das kommt dann später raus, oder es ist schon vorher klar.

    Solchen Parteien will ich nicht mehr vertrauen. Wählen will ich trotz dem. Auch wegen der Botschaft. siehe auch (13)

    Über Menschen, die etwas nicht tun, wird ohnehin selten gesprochen. Und (mögliches) Zitat: ” Die wählen eh die Anderen.” Deswegen schreib ich doch die ganze Zeit:
    WÄHLEN GEHEN!
    Wer zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist….

  30. […] und will sie dann abschalten, sie ärgert die Leute mit dem G8, sie stellt ihre Minister reihenweise in ein denkbar schlechtes Licht, sie hält ihren natürlichen Koalitionspartner Aiwanger auf Distanz und würde sich vielleicht […]