Was ist Erfahrung? Der Begriff ist schillernd und mehrdeutig. Wahrnehmungen zählen wir manchmal dazu, ebenso Erlebnisse, die einem widerfahren, oder angesammelte berufliche Kompetenzen und auch das Sediment dessen, was das Leben bei uns hinterlässt – die „Lebenserfahrung“. In jedem Fall treffen dabei Welt und Subjekt aufeinander. Das Subjektive mahnt: Erfahrungen können täuschen. Das gilt für jede Begriffsvariante, von der Wahrnehmung optischer Muster über angeblich erlebte Handlungsabläufe bis dahin, wie voreingenommen man seine Erfahrungen insgesamt strukturiert.

Über Erfahrungen sprechen wir jedoch meist in einer Weise, die diese Täuschungsmöglichkeiten geradezu negiert: Unsere Erfahrung hinterfragen wir nicht gerne, wir nehmen sie lieber als letzten Prüfstein der Wahrheit. In einer gewissen, sehr subtilen wissenschaftstheoretischen Sichtweise mag das auch zutreffen, bei unseren alltäglichen Erfahrungen sollte man vorsichtiger sein.

In seinem Blog „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie“ geht Norbert Aust gerade folgender Aussage von Cornelia Bajic, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, nach:

„Unsere Erfahrung aus der Behandlung anderer Epidemien lässt den Schluss zu, dass eine homöopathische Behandlung die Sterblichkeitsrate der Ebola-Patienten signifikant verringern könnte“, urteilt Bajic. Dokumentiert ist der erfolgreiche Einsatz von Homöopathika zum Beispiel bei Cholera, Diphterie oder auch Gelbfieber.”

Es geht um die Geschichte der gescheiterten Mission homöopathischer Ärzte, in Westafrika Ebolaerkrankte homöopathisch zu behandeln, diese Geschichte ist in Skeptiker-Blogs und vielen Medien immer wieder berichtet worden, das soll hier nicht wiederholt werden. Norbert Aust hat sich die Quellen, auf die Frau Bajic im Zusammenhang mit ihrer Äußerung verweist, angesehen und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die behauptete Erfahrung mit der homöopathischen Behandlung von Epidemien mehr oder weniger ausschließlich auf das 19. Jahrhundert bezieht.

Welchen Sinn hat das Wort „Erfahrung“ dann hier eigentlich und welche Wahrheit verbürgt es? Die persönliche Erfahrung von Frau Bajic kann damit nicht gemeint sein. Sicher reicht diese nicht ins 19. Jahrhundert zurück und vermutlich hat sie auch in ihrem gegenwärtigen Leben keine Epidemien behandelt. Es geht eher um „Erfahrung“ im Sinne eines kollektiv Geglaubten, das sich in diesem Fall an nicht nachprüfbaren Berichten aus längst vergangenen Zeiten festmacht. Nicht nachprüfbar, weil, wie Norbert Aust schreibt, kaum konkrete Informationen über die Behandlungen damals vorhanden sind.

Die „Erfahrung“, von der Frau Bajic spricht, dürfte somit eher der Erfahrung gleichen, mit der auch sonst in der Homöopathie gerne argumentiert wird: Mit nicht nachprüfbaren Erzählungen über Behandlungserfolge, die sich in Studien guter Qualität nicht nachweisen lassen. Trotzdem werden diese „Erfahrungen“ für bare Münze genommen, sie verbürgen eine höhere Wahrheit als die der wissenschaftlichen Studien. Erfahrungsmedizin, die auch aus Erfahrung nicht klug wird.

Kommentare (31)

  1. […] das bei Licht besehen heißt, bringt Joseph Kuhn vom Science-Blog Gesundheits-Check auf den […]

  2. […] bei der Bekämpfung von Epidemien LACHEN IST DIE BESTE MEDIZIN Erfahrung Pressespiegel: „Zuckermagier“ und „Vollidioten“ versuchen, Ebola zu […]

  3. #4 WolfgangM
    6. Dezember 2014

    also meine Lebenserfahrung- und die ist schon ganz schön lang- ist die dass ich unsterblich bin- deswegen brauch ich auch keine Homöopathie- die könnte das ja zunichte machen.

    Sagt meine Lebenserfahrung – echt!

  4. #5 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2014

    Bei Seuchen wie Ebola werden homöopathische Vorschläge sogar unappetitlich, keine Ahnung warum die zitierte Dame Argumente für die Abschaffung der Homöopathie liefert, womöglich liegt ein Zwang vor.


    Ansonsten, die Erfahrung meint immer die Datenlage, das zuvor Erfahrene (und persistierte, zumindest im Gedächtnis Einzelner), die Erfahrung ist von der Theoretisierung strikt zu trennen.

    MFG
    Dr. W

  5. #6 Joseph Kuhn
    6. Dezember 2014

    “die Erfahrung meint immer die Datenlage, das zuvor Erfahrene … die Erfahrung ist von der Theoretisierung strikt zu trennen.”

    Der zweite Halbsatz stimmt, der erste Halbsatz ist sowohl psychologisch als auch erkenntnistheoretisch unhaltbar. “Sinnesdaten” gibt es im Bewusstsein nicht. Die Welt, wie wir sie erfahren oder wahrnehmen, ist immer schon gedeutete Welt. Erst dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, darüber nachdenken, was wir da erfahren bzw. wahrnehmen.

  6. #7 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2014

    @ Herr Dr. Kuhn :

    Die Welt, wie wir sie erfahren oder wahrnehmen, ist immer schon gedeutete Welt.

    Nur, wenn der Datenerhebungsversuch bereits so verstanden wird, dass er selbst deutet.
    Vgl. auch :
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Messtheorie

    Der Schreiber dieser Zeilen sieht in den per Messung erhobenen Daten keine Deutung, würde er sie bereits darin sehen, wüsste er nicht wie von der Theoretisierung noch “sauber” getrennt werden könnte; er müsste dann relativistisch und “fröhlicher” werden, vielleicht auch relativistisch und esoterisch offen.

    MFG
    Dr. W (der natürlich nicht weiß, wie in der Psychologie diesbezüglich gehandhabt wird, auch nie Püschologe werden wollte)

  7. #8 Joseph Kuhn
    6. Dezember 2014

    “Der Schreiber dieser Zeilen sieht in den per Messung erhobenen Daten keine Deutung”

    Um “Daten” messen zu können, braucht es schon eine Theorie, die bestimmt, was gemessen werden soll (was als “Daten” gilt) und wie das messtechnisch erfolgen soll. Die psychologische Wahrnehmung der Welt funktioniert nicht viel anders. Und in der Tat, deswegen gibt es keine saubere Trennung von Messung und Theoretisierung, die Hermeneutik hat daraus eine ganze Schule gemacht, aber dem Thema kann man sich auch aus anderen Richtungen nähern. Literatur dazu gibt es genug.

    Ich möchte hier aber keine wissenschafttheoretische Grundlagendiskussion über das Verhältnis von Theorie und Daten anfangen, im Blogbeitrag ging es ja um eine ziemlich konkrete Sache: um Erfahrungen mit scheinbaren Therapieerfolgen, die als gesetzt gelten und nicht mehr hinterfragt werden.

  8. #9 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2014

    @ Herr Dr. Kuhn :

    (…) es keine saubere Trennung von Messung und Theoretisierung (…)

    Diese Trennung gibt es, wie andere Trennungen auch, genau dann, wenn sie angenommen wird.

    Ischt schon ein wichtiger Punkt, hier scheint es schon angeraten sich gegenüber der Esoterik, die moderne skeptizistische Wissenschaftlichkeit ist exoterisch und kompetitiv, idealerweise von Machtfragen ungebunden, abzufeimen.

    Die moderne Wissenschaftlichkeit ist sich bewusst ausschnittsartig, näherungsweise und an Interessen der Primaten gebunden zu erfassen oder Daten zu erheben.

    Sie trennt dbzgl. trotz oder gerade wegen der o.g. Voraussetzung scharf zwischen Datenlage und Theorie.

    MFG
    Dr. W (der dies natürlich auch nur als Exkurs betrachtet, nicht weiter stören wollte, hier ein wenig ausgearbeitet hat, weil der im Artikel beschriebene bedauerliche Sachverhalt ohnehin klar ist; der sich demzufolge um die sinnhafte Abfeimung ein wenig bemühte)

  9. #10 Joseph Kuhn
    6. Dezember 2014

    “Die moderne Wissenschaftlichkeit … Sie trennt … scharf zwischen Datenlage und Theorie.”

    Sie kommen mir gerade vor wie Platons Höhlenbär: Sie scheinen Wissenschaftstheorie nur in Form der Schatten wahrzunehmen, in denen sie in Blogdebatten vorkommt und sehen die Dinge daher auch noch seitenverkehrt. Ich glaube, es gibt wenig Punkte, in denen sich praktisch alle Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie so einig sind wie darin, dass Ihr Satz falsch ist. Mir ist jedenfalls auch nach längerem Nachdenken niemand eingefallen, der hier Ihre Position vertritt. Wenn Sie einen Beleg (eine gute Referenzpublikation) haben, in der ein bedeutender Vertreter der Wissenschaftstheorie Ihre Sicht der Dinge stützt, dann her damit. Falls Sie beim Suchen (schöne Suchbegriffe sind z.B. Theorie und Beobachtungssprache) doch ins Grübeln kommen sollten, ob hinter den Schatten an der Bloghöhlenwand mehr steckt und nach geeigneter Lektüre Ausschau halten: Ich empfehle Ihnen Hans Posers Büchlein “Wissenschaftstheorie” – fundiert, klug und doch einfach zu lesen. Dauert natürlich trotzdem länger als 10 Minuten googeln.

  10. #11 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2014

    @ Herr Dr, Kuhn :

    Wenn Sie einen Beleg (eine gute Referenzpublikation) haben, in der ein bedeutender Vertreter der Wissenschaftstheorie Ihre Sicht der Dinge stützt, dann her damit.

    Ihr Kommentatorenfreund war ein paar Jahrzehnte nach seiner Ausblidung im Bereich der Wirtschaft unterwegs, lernt aber, nun: im Alter, wieder gerne hinzu, was in der Zwischenzeit herausgefunden worden ist.

    MFG
    Dr. W

  11. #12 Joseph Kuhn
    7. Dezember 2014

    “lernt aber, nun: im Alter, wieder gerne hinzu”

    Und das Schöne daran ist, dass dem Denken dafür auch immer neue Chancen geboten werden. Was mich zum Ausgangspunkt der Diskussion zurückbringt, dem geradezu erfahrungsresistenten Festhalten an angeblichen oder tatsächlichen “Erfahrungen” bei Glaubensgemeinschaften aller Art, hier der Homöopathie. Was man “erfahren” hat, ist der Beginn des Verstehens, nicht der opake Endpunkt. Erfahrungen mit Heilerfolgen muss man z.B. vor dem Hintergrund dessen prüfen, was man heute über Selbsttäuschungen, confirmation bias, Kontrollmöglichkeiten durch Studien etc. weiß. Sonst verbürgt die Erfahrung eben keinen Wahrheitsanspruch.

    Dabei war es Fortschritt gegenüber dem Glauben an die Überlieferung, sich auf “Erfahrungen” zu berufen. In gewisser Weise war die Befragung von Frauen zu ihren “Erfahrungen” mit dem Teufel in den Hexenprozessen ein empirisches Verfahren. Allerdings würde man heute die dort berichteten “Erfahrungen” nicht mehr für bare Münze nehmen.

    Frau Bajic mystifiziert die “Erfahrung” dagegen in einer historisch überholten Art und Weise und verwischt dabei sogar die eben beschriebene Differenz zwischen Überlieferung (hier: historischen Berichten über Behandlungen im 19. Jahrhundert) und unhinterfragter persönlicher Erfahrung (der üblichen Basis homöopathischer Heilkunde). Da wird “Erfahrung” gegen das Projekt der Erfahrungswissenschaften in Stellung gebracht. Ein Grundkurs in Wissenschaftstheorie würde im Medizinstudium nicht schaden.

  12. #13 Dr. Webbaer
    7. Dezember 2014

    Was man “erfahren” hat, ist der Beginn des Verstehens, nicht der opake Endpunkt. Erfahrungen mit Heilerfolgen muss man z.B. vor dem Hintergrund dessen prüfen, was man heute über Selbsttäuschungen, confirmation bias, Kontrollmöglichkeiten durch Studien etc. weiß. Sonst verbürgt die Erfahrung eben keinen Wahrheitsanspruch.

    Schwierig, das gute alte Faktum (das uni- oder multilateral festgestellt wird) wäre dann womöglich kein Faktum mehr, über das sich schlecht streiten ließe.

    Aber Ihr Kommentatorenfreund ahnt schon worauf Sie hinaus wollen, wie könnte ein Psychologe, dem harte Fakten unbekannt sind oder zumindest unscharf, anders vortragen?
    Die Erfahrung also womöglich als nicht enden wollender Weg, bei dem alles in Frage gestellt wird, auch das Erfahrene und Festgestellte, das Faktum selbst…

    MFG + schönen Sonntag noch,
    Dr. W (der immer ziemlich viel versucht hat um Rede á la Bajić nicht einzuladen)

  13. #14 Joseph Kuhn
    7. Dezember 2014

    Ja, das gute alte Faktum ist kein unumstößliches Faktum. Das ist aber kein Problem der Psychologie (die in dieser Hinsicht ohnehin nicht mit einer Stimme spricht), sondern ein erkenntnistheoretisches Problem, in der Sprache der Analytischen Philosophie geht es um die Verlässlichkeit von Protokollsätzen und das “Basisproblem der Erfahrung”. Nur darf man daraus nicht den Schuss ziehen, alles sei relativ und der Weg zur Wahrheit ein Irrweg und daher jede Sicht der Dinge gleichberechtigt – auch ein gängiges esoterisches Argument. Aber so weit geht Frau Bajic wiederum nicht, am Konzept der Wahrheit, verbürgt durch Erfahrung, hält sie ja fest. Aber ihr Begriff der “Erfahrung” ist von dem des Glaubens nicht hinreichend abgegrenzt.

  14. #15 Dr. Webbaer
    7. Dezember 2014

    @ Herr Dr. Joseph Kuhn :
    Sie dürfen gerne einschlägige Einträge einer bekannten Enzyklopädie des Internets oder anderweitig beibringen, die nicht d-sprachig sind, vgl. :
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtungssatz

    MFG
    Dr. W (der sich gar nicht mehr um Frau Bajić kümmert, sondern um den Kritisierenden, der ansonsten natürlich gerne noch hinzulernt)

    • #16 Joseph Kuhn
      7. Dezember 2014

      Frau Bajic schreibt sich ohne Akzent. Ansonsten möchte ich den Akzent der Diskussion schon bei ihr lassen, die erkenntnistheoretischen Standards lassen sich ja auch andernorts nachlesen.

      Und was den Eintrag zu Protokollsätzen in anderen Sprachen angeht: Sucht man bei Schwyzerdütsch, kommt bei Wikipedia diese Nachricht: “Fir Dyyni Suechaafrog sin keini Ergebniss gfunde wore. S eksischtiert kein Artikel mit dem Name! (uf Hochdytsch sueche!) D Syte „Beobachtungssatz“ nöi aalege?” Wenn’s recht ist, bleibe ich daher doch bei den deutschen Einträgen.

      Also noch mal zu Frau Bajic und der Erfahrung: Die Berufung auf die “Erfahrung” hat bei ihr, wie es scheint, die Funktion, ihre Meinung auf eine als vertrauenswürdig eingestufte Instanz zu stützen. Das ist erst mal sinnvoll. In den modernen (empirischen) Wissenschaften ist diese Instanz die (unter methodologischer Anleitung befragte) Wirklichkeit. Bei Frau Bajic können es auch Erlebnisse oder Überlieferungen sein. Daher ist ihr Erfahrungskonzept gewissermaßen vormodern. Eine Assoziation dazu: In Arnold Gehlens Aufsatz “Vom Wesen der Erfahrung” wird Erfahrung als Entlastungsmoment angesprochen, d.h. wer erfahren ist, bewältigt bestimmte Anforderungen besser. Frühere Begegnungen mit der Wirklichkeit (die Erfahrungen) werden als Erfahrung verinnerlicht und stehen als handlungsroutinisierendes Potential zur Verfügung. Die Kehrseite davon ist, dass man der Wirklichkeit nicht mehr offen gegenübersteht. Man schließt sich leicht in seinen (oder in diesem Fall: in überlieferten) Erfahrungen ein und schottet sich gegen neue Erfahrungen ab. Wie oben schon gesagt: Erkenntnistheorie, Wissenschaftsgeschichte, Philosophie kommen im Medizinstudium heute zu kurz. Hier ist auch einer der Gründe dafür zu suchen, dass so etwas wie “Evidenzbasierte Medizin” oder gar “Sciencebased Medicine” notwendig werden konnte. Ich glaube, eine evidenzbasierte Physik würde als recht merkwürdiges Unterfangen gelten.

  15. #17 Dr. Webbaer
    8. Dezember 2014

    @ Herr Dr. Kuhn :
    Sie könnten hier auf Frau Bajic bezogen – ‘Daher ist ihr Erfahrungskonzept gewissermaßen vormodern.’ – richtig liegen, insofern nur vielen Dank für Ihre Hinweise zur Erfahrung.

    MFG
    Dr. W (der für den kleinen Austausch dankt)

  16. #18 Frank Wappler
    http://Latex-basierte-Essenz.Spätlese.Uferlage
    8. Dezember 2014

    Joseph Kuhn schrieb (#10, 6. Dezember 2014):
    > [Dr. Webbaer schrieb (#9, 6. Dezember 2014):
    > “Die moderne Wissenschaftlichkeit … Sie trennt … scharf zwischen […]”

    Gewiss erlaubt “die moderne Wissenschaftlichkeit” scharf und sorgfältig zu trennen,

    – ob eine gegebene “Datenlage \psi_k” eines bestimmten “Versuchs k” die Ermittlung eines Messwertes für einen bestimmten betrachteten Messoperators \hat A zulässt, d.h. den Wert

    a_k := \frac{\langle \psi_k~|~\hat A~\psi_k \rangle}{\langle \psi_k~|~\psi_k \rangle},

    sofern gilt
    \langle \psi_k~|~\hat A~\psi_k \rangle ~ \langle \psi_k~\hat A~|~\psi_k \rangle = \langle \psi_k~\hat A~|~\hat A~\psi_k \rangle ~ \langle \psi_k~|~\psi_k \rangle;

    – oder (ansonsten nur) die Abschätzung eines (bestimmten) Erwartungswertes für diesen Messoperator, bezogen auf ein (im mathematisch-gedankenexperimentell-prinzipiellen Sinne) statistisch “vollständiges Ensemble” von geeigneten “Datenlagen (Zuständen), \phi_j“,
    d.h. den Wert

    \langle \hat A \rangle_{\psi_k} := \sum_{\text{states }j} \left( a_j \frac{\langle \psi_k~|~\phi_j \rangle ~ \langle \phi_j~|~\psi_k \rangle}{\langle \psi_k~|~\psi_k \rangle ~ \langle \phi_j~|~\phi_j \rangle} \right),

    mit
    a_j := \frac{\langle \phi_j~|~\hat A~\phi_j \rangle}{\langle \phi_j~|~\phi_j \rangle},

    sofern für jede dabei in Betracht gezogene “(vor-definierte) Datenlage \phi_j” gilt

    \langle \phi_j~|~\hat A~\phi_j \rangle ~ \langle \phi_j~\hat A~|~\phi_j \rangle = \langle \phi_j~\hat A~|~\hat A~\phi_j \rangle ~ \langle \phi_j~|~\phi_j \rangle.

    Gewiss erlaubt “die moderne Wissenschaftlichkeit” ggf. auch, solche Betrachtungen Versuch für Versuch zu wiederholen und miteinander in Beziehung zu setzen; z.B. zu untersuchen, ob für “Datenlagen” aus mehreren Versuchen jede einzelne, “\psi_k“,

    \frac{\langle \psi_k~|~\phi_j \rangle ~ \langle \phi_j~|~psi_k \rangle}{\langle \psi_k~|~\psi_k \rangle}  = \frac{\sum_{\text{trials }k} \langle \psi_k~|~\phi_j \rangle ~ \langle \phi_j~|~\psi_k \rangle }{\sum_{\text{trials }k} \langle \psi_k~|~\psi_k \rangle},

    erfüllt, oder in wie fern nicht.

    • #19 Joseph Kuhn
      8. Dezember 2014

      Vielleicht hätte man das mit Scigen noch schöner ausdrücken können?

  17. #20 rolak
    8. Dezember 2014

    mit Scigen noch schöner

    Aber Joseph, so ein Vergleich ist äußerst unangemessen.

    Scigen wäre deutlich besser gewesen, wenn auch längst nicht so tiefgründig wie InstantKarma.

  18. #21 Dr. Webbaer
    9. Dezember 2014

    Frank Wappler, zu beachten auch das Pseudonym oder den Künstlername in seiner Bedeutung, gilt schon als klug oder schlau, er trägt sozusagen fortlaufend vor, dass die Erhebung einer Datenlage nicht von der anschließenden Interpretation zu trennen ist, hat damit auch irgendwie und letztlich unrecht.

  19. #22 Frank Wappler
    http://too.cute.by.one-nineteenth
    9. Dezember 2014

    Joseph Kuhn schrieb (#19, 8. Dezember 2014):
    > Vielleicht hätte man das [ vermutlich: #18, 8. Dezember 2014 ] mit Scigen [ http://pdos.csail.mit.edu/scigen/ ] noch schöner ausdrücken können?

    Wem es auf Schönheit (bzw. Amüsement, anstatt Kohärenz) ankommt, dem hätten die ästhetisch auffälligen (rot-gelben) “Formula does not parse“-Bildchen (im ersten der beiden Kommentare, die ich gestern hier eingereicht hatte) ja besonders gefallen können.

    Wo sind die eigentlich hingeraten? …

    • #23 Joseph Kuhn
      9. Dezember 2014

      Wo sind die eigentlich hingeraten? …

      Als Duplikat gelöscht, ebenso wie das Duplikat Ihres letzten Kommentars. So schön sind die Fehlermeldungen nun auch nicht.

  20. #24 Frank Wappler
    http://www.scientificamerican.com/article/the-oportunistic-benefits-of-background-noise/
    10. Dezember 2014

    Joseph Kuhn schrieb (#23, 9. Dezember 2014):

    > Als Duplikat gelöscht […]

    Gut so! —
    denn dass meine am 8. Dezember eingereichten Kommentare trotz ihrer recht verschiedenen (bzw. verschieden “schönen”) Äußerlichkeiten als Duplikate erkannt und behandelt wurden, verrät doch wohl mehr Anerkennung ihrer inhaltlichen Kohärenz, als man SciGen-Produkten zugestehen würde.

  21. #25 rolak
    10. Dezember 2014

    verrät doch wohl mehr Anerkennung

    Dieser Satz verrät zwar seines Autors Egozentrismus, ist ansonsten aber sinnleer, sind doch selbst banale Algorithmen in der Lage, diesen Unterschied zu treffen – oder was meinst Du, woher die lustigen bunten Marker ‘Formula does not parse’ herkommen, die dem Moderator so hilfreich beim Aussieben zur Seite stehen?

  22. #26 Frank Wappler
    http://a.memo.serves.to.protect.the writer--no.less.than.to.inform.the reader
    11. Dezember 2014

    Rolak schrieb (#25, 10. Dezember 2014):
    > selbst banale Algorithmen [sind] in der Lage, diesen Unterschied zu treffen

    Den Unterschied, um den es im Kommentar #19 von Joesph Kuhn ging, und seit dem in jedem meiner Kommentare hier?

    So banal jedenfalls der Algorithmus auch gewesen sein mag, den Joseph Kuhn benutzte:
    er hätte die eingereichten Kommentare wohl kaum als “Duplikate” voneinander bewertet, falls diese einzeln nach der Maßgabe “random, aiming to maximize amusement, rather than coherence.” erstellt worden wären.

    p.s.
    > woher die lustigen bunten Marker ‘Formula does not parse’ herkommen

    Von der hier von ScienceBlogs angebotenen, was die Darstellung von \LaTeX-Formeln betrifft nach wie vor unbrauchbaren Kommentarvorschau.

    (Stimmt, dort wurde schon mal auf eine eventuell brauchbarere Vorschau-Möglicheit hingewiesen. Mit banalen Algorithmen dürfte es aber schwerfallen zu beurteilen, ob das eine gut gemeinte Empfehlung war …)

  23. #27 rolak
    11. Dezember 2014

    Unterschied?

    Na das hast Du doch vorgegeben, Frank: “als Duplikate erkannt”.

    Von der .. unbrauchbaren Kommentarvorschau

    Selbstverständlich nicht, sondern von dem von WP genutzten ‘latex.php’, einer der immens vielen Inkarnationen des TexParsers, einem script, daß EingabeMüll zuverlässig erkennt.
    Deswegen sieht das im feed auch genauso aus.

    Die nach der Herkunft war übrigens meinerseits als rhetorische Frage gedacht…

  24. #28 miesepeter3
    11. Dezember 2014

    Meine Erfahrung sagt mir, dass ich mich auf meine Erfahrung nicht verlassen kann.
    Auf die erste oder auf die folgenden?
    Mist, auf was soll ich mich nun verlassen? Auf indische Medizinstudien??

  25. #29 Dr. Webbaer
    11. Dezember 2014

    @ Miese :
    Es kann sich auf individuelle Erfahrung [1] in etwa derart verlassen werden wie auf allgemeine.
    Besser geht’s wohl nicht.

    Auf indische Medizinstudien??

    Es gab da mal was in einem wissenschaftsnahen Verbund des Webs:
    -> http://www.scilogs.de/indische-medizin-im-wandel/

    MFG
    Dr. W (der das zuletzt Verwiesene meinend immer noch ein wenig wiehert)

    [1] erhobene Datenlagen mit sich anschließender Theoretisierung bleiben gemeint

  26. #30 Frank Wappler
    http://Unterscheidbarkeit.und.Feststellung.von.Gleichheit--verhalten.sich.zueinander--wie.Datenlage.und.Messwerte
    12. Dezember 2014

    rolak schrieb (#27, 11. Dezember 2014):
    > [Unterschied? …] “als Duplikate erkannt”.

    Das hat ungefähr so viel miteinander zu tun wie 0.11235955056 mit \frac{10}{89}.

    p.s.
    > […] Die nach der Herkunft war übrigens meinerseits als rhetorische Frage gedacht…

    Passt schon. In dieser (Erfahrungs-belasteten) Annahme hatte ich mir die Freiheit genommen, die ohnehin etwas ungrammatische Fragestellung “woher die […] herkommen” in Richtung “woher es kommt, dass […]” auszulegen.

  27. #31 miesepeter3
    13. Dezember 2014

    @ Meister Petz

    “Es gab da mal was in einem wissenschaftsnahen Verbund des Webs:…”

    Schon klar, aber ich meinte den Umstand, dass in Deutschland eine Menge Medikamente am Markt eine Pause einlegen müssen, weil indische Studien da wohl ein wenig zu sorglos durchgeführt wurden.
    siehe: https://de-de.facebook.com/spiegelonline/posts/10152862191654869