Das PEGIDA-Phänomen beunruhigt derzeit die Politik. In der Diskussion fallen viele richtige und manche falsche Sätze. Es ist falsch, dass das „alles Nazis“ sind, das ist eine Problemverdrängungserklärung, so pauschalierend und moralisch billig wie die PEGIDA-Sprüche. Es ist richtig, dass die Initiatoren schillernde Figuren mit dubiosem Hintergrund sind, gegen die PEGIDA eigentlich demonstrieren müsste statt ihnen nachzulaufen. Es ist auch richtig, dass jeder selbst verantwortlich dafür ist, wem und welchen Parolen er hinterherläuft und dass man es deswegen mit der Differenzierung zwischen Anführern und Mitläufern nicht übertreiben muss. Falsch ist wiederum, dass die Auseinandersetzung mit der PEGIDA damit erledigt sei. Und manches ist auch eigenartig.

Eigenartig ist zum Beispiel die Selbstdistanzierung mancher Politiker von den Vorurteilen, die sie vor kurzem noch selbst geschürt haben. Die „spätrömische Dekadenz“, die „Kopftuchmädchen“, Sprüche wie „Kinder statt Inder“ oder „Wer betrügt fliegt“ oder die „Ausländermaut“ waren ja nicht gerade Aufrufe zum Nachdenken. Trotz besseren Wissens zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Einwanderung. Klar, Einwanderung bringt auch Probleme mit sich und es kommen nicht nur nette Leute. Multikulti-Romantik funktioniert mit geschlossenen Augen besser. Und auch klar, Politik muss zuspitzen, aber sie muss ihre Spitzen genauso verantworten wie die PEGIDA-Anhänger die Richtung, in die sie marschieren. Ein Teil der Politik hat mit dem Feuer der Fremdenangst gespielt und was sich da in der PEGIDA Ausdruck verschafft, ist auch der politische ermunterte Stammtisch. Die gleichen Ansichten findet man überall in der Republik, nur gehen die Leute nicht überall so zahlreich auf die Straße wie in Dresden. „Das wird man doch noch sagen dürfen“ – jetzt sagen sie es. Sarrazin en gros. Der stille Stumpfsinn oder der öffentliche, ich weiß auch nicht, was da besser ist. So wichtig es ist, sich von PEGIDA zu distanzieren, nötig wäre auch eine stärker integrativ statt selektiv angelegte Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik, integrativer mit Blick auf das deutsche Prekariat wie auch mit Blick auf Einwanderer, Flüchtlinge und andere Andere.

Eigenartig ist auch die Art, wie die PEGIDA-Anhänger mit Statistiken und der Presse umgehen. In Sachsen gibt es nicht einmal ein Prozent Moslems. Die Statistiken sind eben gefälscht, sagen die PEGIDANER. Und was die Zeitungen schreiben, darf man aus Prinzip nicht glauben, das sei ja „Systempresse“. Das erinnert an Impfgegner, die auch immer eine Antwort auf jeden Einwand gegen ihre Thesen haben. Die PEGIDANER verweigern die Impfung gegen Populismus, sie versammeln offensichtlich auch die argumentativ Unerreichbaren. Die, die sich nicht verstanden fühlen, weil sie die Einstellungen, die ihnen bei der Bewältigung des eigenen misslichen Alltags so nützlich sind, psychisch entlastend, nicht aufgeben wollen. Und wer will schon wieder eines Besseren belehrt werden, auch wenn es das Bessere ist, wenn man nach dem „Meinungsaustausch“ mit seinen Problemen wieder genauso so allein da sitzt wie vorher. PEGIDA ist auch ein Ausdruck der Entsolidarisierung in unserer Gesellschaft. Darauf gibt PEGIDA eine genauso falsche Antwort wie die Politik, die sich jetzt so überlaut von ihren Zauberlehrlingen distanziert.

Kommentare (115)

  1. #1 odet
    17. Dezember 2014

    Eine wie ich finde sehr schöne Polemik über Pegida und Co.: http://www.carta.info/76483/wutbuerger-der-aufklaerung/?utm_content=buffer48e77&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

    Deinen Artikel finde ich auch Klasse, mit einer Einschränkung. Vieleicht bin ich ja auch etwas streng, aber wer Nazis hinterherläuft und Naziparollen brüllt kann sich nur in gut begründeten Ausnahmefällen darauf berufen, kein Nazi zu sein. Wahrscheinlich ist er dann aber vom Verfassundschutz.

    Gut gefällt mir aber, daß du auf die Rolle der Partein aus der Mitte der Gesellschaft hinweist. Besonders unangenehm der Herr DeMeziare, der die Pegida gleich mal nutzen will, daß praktisch nicht mehr vorhandene Asylrecht noch weiter einzuschränken. Das ist nicht nur widerlich sonder auch extrem dämlich. Denn der Hass dieser Leute ist nicht rational, und daher ist leider auch mit Argumenten (selbst rechten Argumenten) nichts zu erreichen.

  2. #2 Orci
    17. Dezember 2014

    Wörter wie “Systempresse” erinnern mich immer an die LTI – und Klemperers Zitat, ich glaube von Schiller, dass Sprache “für Dich dichtet und denkt.”
    Ich glaube, den meisten Leuten ist gar nicht bewusst, wie radikal ihre Sprache wirklich klingt.
    Dabei ist war es bekanntlich von der “Systempresse” zur “Systemzeit” kein besonders großer Schritt – zumindest kleiner, als vom Erhabenen zum Lächerlichen…

  3. #3 Hobbes
    17. Dezember 2014

    Auch wenn ich kein Verständnis für diese Pegida-Sache habe so muss man doch sagen, dass sich viele Leute von der Politik im Stich gelassen fühlen was die Probleme mit dem Islam angeht.
    Es gibt ja über 500 Deutsche die sich dem IS angeschlossen haben und glaube es ist nicht übertrieben wenn man davon ausgeht das es sich dabei mittlerweile größtenteils um Mörder handelt. Auf jeden Fall wenn werden es die Meisten seien bis sie wieder kommen.
    Auch die Straßenschlachten die sich diese Leute mit Jesiden mitten in Deutschland geliefert haben trafen in der Politik nur auf sehr geringes Echo. Weit weniger als die Hooligans. Obwohl die Hooligans ja schon ein bekanntes Problem waren während die Salafisten als neues Problem ja eigentlich sonst mehr Aufmerksamkeit genießen sollte.
    Es ist bei der selbsternannten Mitte auch schon länger das Problem das die Medien als gesteuert empfunden werden. Es wird einfach nicht erkannt was Mehrheitsmeinungen für eine Eigendynamik entwickeln sondern alles als Gesteuert bezeichnet. Wobei die Medien daran ja auch nicht unschuldig sind. Da sie diese Eigendynamiken nicht in den Griff bekommen haben.
    Natürlich ist das was die Pegida macht stumpfer Populismus der nicht das Problem angehen will sondern diese Ängste auf ein Feindbild projizieren will.
    Dazu mischen sich dann noch der typischer Antikapitalismus Antiamerikanismus etc.

  4. #4 Sulu
    17. Dezember 2014

    Multikulti-Romantik

    Letztens hat irgendein CSU Politiker gesagt: man kann doch nicht so einfach aneinander vorbei leben, neben allerlei Verweis auf “unseren” kulturellen Background. Ich möchte ihm zurufen: Doch, ich kann und darf und will an “deiner” “Kultur” vorbei leben, aus psychogygienischen Gründen.

    Die andere Kultur fängt ja nicht erst an der deutschen Grenze an, sondern schon bei meinem Nachbarn.

  5. #5 chris
    17. Dezember 2014

    Das Argument “Migranten tragen zu Wohlstand bei” (wegen deren Leistungen zum Brutto-dings-Produkt) ist aus mehreren Gründen unter aller Linie des Erträglichen. Es unterwirft ja nun alles, was an der ganzen Sphäre “menschlich” sei, mit Moral und Ethik zu tun hat und worum es eben auch geht und normal viel vordergründiger gehen sollte, dem wirtschaftlichen Faktor und einem “Mehrwertdenken”. Damit wird dann immer alles andere erstickt und zur Nebensache erklärt.
    Das ist letztlich das schlechteste Argument und völlig unangebracht und zeugt von der Unsensibilität und dem Unwillen eine “menschliche” Solidarität auf breiter Ebene Raum geben zu wollen.
    Wenn Geld immer das ultimtiv letzte Argument sei, dann enthebt sich Geld damit selbst als ernsthaft relevantes Argument und mutiert zum alternativlosem Totschlagwerkzeug

    Und erniedrigt in diesem Falle sogar die Migranten zum reinen Wirtschaftsfaktor; zur Gelddruckmaschine, zu simplen Arbeitstieren, zur Rangiermasse im Diktat der Betriebswirtschaft und Staatsfinanzen. Und die Menschen, welche dort demonstrieren, merken, dass sie sozusagen aus dieser Solidarität ausgemustert werden und in “Ecken” geparkt, mit dem entsprechendem Stempel versehen und scheinbar von Migranten und Asylanten verdrängt, welche öffentlich bevorzugt werden, vor ihnen selbst, die hier versuchten, was nicht zu schaffen gewesen (Was auch immer zu ihrer Lebenssituation geführt).

    Eine doppelmoralische Heuchellei eben. Man leugnet oder ignoriert mit dem Faktor “Geld” jedes Mal die menschlichen Bedürfnisse in Nöten – mit einem einzigen Wisch (in Form der Geldfrage).

    Mir scheint, das derzeit eine ganze Zivilisation in schweren Argumentations- und Legitimationsfallen steckt, wenn immerzu nur die Geldfrage zum ultimativen Argument viorgeschoben wird. Das ist Entsoldarisierung in unauffälligster Reinform. Offenbar ist man der Meinung, dass über Gedlfragen nicht zu streiten wäre und darüber dann eben alles schneller und unverfänglicher geregelt werden kann?

  6. #6 rolak
    17. Dezember 2014

    Adent hat bei ali ne Auster geknackt und jene Perle erbeutet und vorgeführt, die sicherlich auch diesen thread schmücken wird. Eigentlich erstaunlich, wie ungemein original diese von sich selbst als NichtNazi Überzeugten in ihrem Reden dem des 1000jährigen Reiches sind, egal ob es um Vokabeln, Vorurteile oder Intonation geht.
    Gab in letzter Zeit erfreulich viel an Dokus aus den 1000 Jahren – und beim (endlich mal Zeit, juchHe) Sichten ists manchmal schwer zu trennen, ob nun gerade zu einer aktuellen Demo ne Rede geschwungen oder mit festem Schritt und Tritt vor Streicher marschiert wird. Leicht irritierend…

    Nazi sein heißt imho nicht in der (nichtexistenten) Partei zu sein, sondern das alte Gedankengut (evtl neuverpackt) zu vertreten. Und egal welche die aktuelle Situation eventuell vermeidenden Aktionen unterlassen worden sein mögen, und so gut eine /gefühlt) mißliche Situation als Erklärung für ein Aufmucken funktionieren mag – nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt die gebrachten Sprüche, Forderungen und Aktionen weit jenseits des Erträglichen.

  7. #7 rolak
    17. Dezember 2014

    sehr schöne Polemik

    Sorry odet, auch in einer Polemik sollte “braune Brut” unbedingt interlassen werden – sonst ist man schon bei dieser unsäglichen Denkweise angekommen, die es zu verhindern gilt.

  8. #8 Orci
    17. Dezember 2014

    Die Netto-Einzahlungen in die Sozialen Systeme sind ein Argument von vielen – und kontern ein Vorurteil von vielen, nämlich das des faulen Ausländers in der sozialen Hängematte. Und da greift es durchaus.

    Wenn Du fühlst, dass dadurch Migranten herabgewürdigt werden, dann ist jetzt der passende Zeitpunkt, sich mit ihnen gegen die unsozialen Zustände zu solidarisieren.

    Außerdem bin ich mir nicht sicher, dass das was an der ganzen Sphäre menschlich ist, mit Moral und Ethik zu tun hat, ausgerechnet von Pegida adäquat vertreten wird…

  9. #9 odet
    17. Dezember 2014

    @rolak

    Welche unsägliche Denkweise soll das sein?

    Ich denke ganz im Gegenteil sollte man die Dinge doch beim Namen nennen. Die ganze Pegida/Montagswahnwichtel/AfD-Schosse ist ja nichts per se Neues. Was hatten wir denn in der BRD von Wehrsportgruppe Hoffmann über Republikaner, DVU, NPD, usw. in den letzten Jahrzehnten schon alles an rechtem Abschaum. Pegida ist ja nur alter Wein in neuen Schläuchen. Vieleicht mit neuen Protagonisten an der Spitze (einige von den Alten sind ja zum Glück nicht mehr unter uns) aber immer noch dem gleichen Bodensatz an Nazis, Faschisten, Holocaustleugneren und politisch total Ungebildeten (siehe deinen HeuteShow Link) als Mitläufern. Und warum soll man dieses Kind dann nicht beim Namen nennen?

    Mit diesen Leuten kann man wohl kaum diskutieren, da ihr Hass auf alles Fremde total irational ist. Und natürlich bedürfte es einer tiefergehenden Analyse, warum diese Leute so werden wie sind, um zu verhindern, daß noch mehr Menschen so werden. Aber warum sollte man sie nicht einfach als das bezeichnen was sie sind?

    Im Gegenteil find ich es gerade in der momentanen Auseinandersetzung mit Pegida/Wahnwichteln/AfD extrem wichtig diese Leute auch sprachlich genau da zu verorten wo sie ja stehen. Denn diese Gestalten versuchen ja gerade durch die Hintertür in die Mitte der Gesellschaft zu gelangen, indem sie behaupten Antiislamismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Demokratiefeindlichkeit seien irgendwie ja nicht Rechts und man sei völlig Mainstream und Volkes Stimme.

    Deshalb: Braune Brut!

  10. #11 odet
    17. Dezember 2014

    @orci

    Nehmen uns Ausländer jetzt eigentlich alle Jobs weg oder sind das alles faule Schmarotzer auf unsere Kosten? Ich komme da immer durcheinander. 🙂

  11. #12 Alisier
    17. Dezember 2014

    Gut, ok. “Nazis” zu brüllen ist sicher nicht sinnvoll. Als arme Verführte möchte ich sie aber auch nicht sehen müssen. Und entschiedenes Entgegentreten erwarte ich einfach von dieser Gesellschaft und ihren Mitgliedern, wenn die sich notorisch unterprivelegiert und von Medien und Politik ver…… Fühlenden sich zusammenrotten.
    Wie ich anderenorts schon bemerkte kann mit großer Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass diese Bewegung bei echter gesellschaftlicher Gegenwehr in sich zusammenfällt. Diese Menschen haben größtenteils kein Standing und auch wenig Ahnung von den Dingen über die sie schwadronieren.
    Es mag arrogant scheinen, derartig über diese Menschen zu urteilen, aber zu konstatieren und zu akzeptieren, dass da Hopfen und Malz verloren ist und keine Besserung möglich, hilft Zeit zu gewinnen und Enttäuschungen vorzubeugen.
    Da dieser Mob dennoch gefährlich werden kann ist schnelles, entschiedenes Entgegentreten mit allen rhetorischen Mitteln angesagt, denn einer sauberen Argumentation werden diese Menschen kaum zugänglich sein….und reden wollen sie ja auch gar nicht.
    Also, ich traue niemandem und keiner Institution zu diese Gruppe zu einer Art Einsicht zu bringen. Deswegen sind gezielte Nadelstiche jeder Art vonnöten, damit das Ganze auseinanderbricht. Es gibt immer einen gewissen Prozentsatz von Menschen, die in jeder Hinsicht unbelehrbar sind. Es kann deswegen nur um Schadensbegrenzung gehen.
    Und mit Flüchtlingen und Moslems hat das Ganze sowieso nichts zu tun. Diese müssen nur effektiv vor eventuellen Übergriffen geschützt werden.
    Und über die Flüchtlingsproblematik muss natürlich geredet werden. Nur eben nicht mit Pegida. Denn die wollen zwar alles Mögliche und fühlen sich auch durch alles Mögliche gestört, aber reden und verstehen wollen sie ja gerade nicht.
    Also lassen wir sie mit dem ganzen intellektuellen Gedöns in Ruhe und passen auf, dass sie nichts anstellen, das wirklich Schaden anrichtet.

  12. #13 Alisier
    17. Dezember 2014

    @ odet
    Naürlich beides, ey! Hassu denn gar nix verstanden?

  13. #14 rolak
    17. Dezember 2014

    Deshalb:

    Ja was deshalb, odet? Weil Dir danach ist, nimmst Du Dir das Recht heraus, Vorurteil auf Vorurteil zu entgegenen, Diskriminierung mit Diskriminierung zu beantworten, denselben Nazi-Slang zu benutzen?

  14. #15 Alisier
    17. Dezember 2014

    Prinzipiell hast du natürlich recht, rolak. Und es hilft auch wirklich nicht sie zu beschimpfen.
    Aber könnten wir uns vielleicht darauf einigen, dass bei Pegida Hopfen und Malz verloren ist?

    • #16 rolak
      17. Dezember 2014

      vielleicht darauf einigen

      Nicht wirklich, Alisier – auch wenn die Chance auf Umdenken noch so klein ist, einen Versuch ist es immer wert.

      • #17 Sulu
        17. Dezember 2014

        Geile Aktion, rolak. Erinnert mich an diese grandiose Sache.

      • #18 rolak
        17. Dezember 2014

        Wollte nicht immer dasselbe Beispiel bringen 😉

  15. #19 odet
    17. Dezember 2014

    Sorry rolak, etwas konkreter müsstest du schon werden, damit ich dein Anlegen verstehe.

    Ich habe meine Position ja schon relativ ausführlich dargelegt und habe dem eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Also bitte:
    – Warum ist es Nazi- Slang einen Nazi als Nazi zu bezeichnen? Als was hättest du den Nazi gerne statt dessen bezeichnet?
    – Warum ist es diskriminierend einen Nazi als Nazi zu bezeichen? Als was hättest du den Nazi gerne statt dessen bezeichnet?
    – Und nein ich habe keine Vorurteile gegen Nazis. Ich habe ausschließlich Urteile gegenüber Nazis.

    Ich glaube nicht, daß man Nazis besänftigen kann indem man sie als Demokraten bezeichnet. Ich glaube nicht, das es Opfern von Naziverbrechen gerecht wird, wenn man Nazi versucht in der Mitte einzubeziehen (abgesehen davon das das mit der Appeacementpolitik schon in grösseren historischen Zusammenhängen mächtig in die Hose ging). Ich glaube nicht, daß es in irgendeiner Weise hilfreich ist Nazis gegenüber in irgendeiner Weise tolerant zu sein. Und dazu gehört sie als das zu bezechnen was sie sind.

    Wenn ich deinen ersten Post in diesem Thread lese, stimme ich ja völlig mit die überein. Und eben gerade weil dieses Gelichter nicht als Nazis bezeichnet werden wollen, finde ich es wichtig ganz deutlich zu werden.

    Du darfst gerne anderer Meinung sein, aber bitte erkläre es mir so, daß ich es verstehe.

    • #20 Sulu
      17. Dezember 2014

      Ich glaube nicht, daß man Nazis besänftigen kann indem man sie als Demokraten bezeichnet.

      Es geht darum, nicht jeden unreflektierten Mitläufer bei obskuren Veranstaltungen als Nazi zu bezeichnen. Das macht etwaige Abstufungen “nach unten” schwierig.

    • #21 rolak
      17. Dezember 2014

      Warum ist es diskriminierend einen Nazi als Nazi zu bezeichen?

      Ist Dir aufgefallen, daß Du die Torpfosten schwuppdiwupp in die andere Ecke verschoben hast, odet? Zuerst lies nochmal nach worum es ging und dann:
      Es ist NaziSlang, den Gegner durch solche Bezeichnungen zu entmenschlichen
      Es ist diskriminierend, sich damit über die Anderen zu stellen
      Es ist ein Vorurteil, Täter und Mitläufer über einen Kamm zu scheren

  16. #22 odet
    17. Dezember 2014

    Es geht gerade darum, jeden unreflektierten Mitläufer (der unreflektiert Naziparolen brüllt) bei obskuren Veranstaltungen als Nazi zu bezeichnen.

    Oder glaubst du, daß die Nazis im 3.Reich so schrecklich reflektiert waren? Ich glaube Reflektion steht dem Nazi eher im Weg. Oh, und ohne die Millionen Mitläufer hätte es wohl auch kein 3. Reich gegeben.

    “Das macht etwaige Abstufungen “nach unten” schwierig.”
    Das stimmt, aber da kommt ja auch nicht mehr viel nach unten.

    • #23 Sulu
      17. Dezember 2014

      der unreflektiert Naziparolen brüllt

      Das tut aber nicht jeder dort. “Rassistisch” und “Nazi” ist nun mal nicht das Gleiche. Leider hat sich die Auseinandersetzung mit Rassismus in Deutschland weitestgehend auf diese Definition beschränkt, es ist halt so schön bequem…

  17. #24 odet
    17. Dezember 2014

    @rolak Post #19 und #20 haben sich da wohl überschnitten.

    Ausserdem war es in keinster Weise meine Absicht die Torpfosten zu verschieben. Ich denke doch eher die zweimalige Bitte deine Position so darzulegen, daß ich sie verstehe, könnte man als Angebot zum Dialog werten.

    Und trotzdem bin ich der Ansicht, daß es nicht diskriminierend ist einen Nazi als Nazi zu bezeichnen.
    Also bitte: Warum denkst du, daß es diskriminierend ist?
    Das du es denkst habe ich schon kapiert. Die Frage ist: warum?

    • #25 rolak
      17. Dezember 2014

      wohl überschnitten

      nein, das war schon die passende Entgegnung. Und wenn Du den dortigen Rat des Nachlesens befolgen würdest, würde Dir vielleicht auch endlich klar, was ich beanstandet habe, an welche unsägliche Formulierung Du anscheinend nicht mehr erinnern kannst. Dieses auf einmal von anderer Formulierung schwafeln ist das TorpfostenVerschieben.

  18. #26 Dr. Webbaer
    17. Dezember 2014

    Eigenartig ist zum Beispiel die Selbstdistanzierung mancher Politiker von den Vorurteilen, die sie vor kurzem noch selbst geschürt haben.

    Na! – Es liegen wohl eher Urteile vor, die ihrem Wesen nach Zwischenurteile sein müssen, Konsequenz ist keine Tugend und die jeweilige Sicht, oder das Urteil, wird idealerweise fortlaufend ergänzt.

    Beim I, der zu D gehören soll, sieht es aber politisch betrachtet schon etwas mau aus, der Agnostiker oder Atheist schaut ja nicht auf die privaten Veranstaltungen innewohnende Spiritualität und den diesbezüglichen Glauben, sondern schaut, was “unten” herauskommt.

    MFG
    Dr. W (der allgemein gesellschaftlich und bundesdeutsch den Sorge oder gar Konsens festzustellen hat)

  19. #27 LasurCyan
    17. Dezember 2014

    Und trotzdem bin ich der Ansicht, daß es nicht diskriminierend ist einen Nazi als Nazi zu bezeichnen

    Irgendwie stehst Du auf dem Schlauch, odet. Einen Nazi als Nazi zu bezeichnen ist natürlich nicht dikriminierend. Einen NichtNazi als Nazi zu bezeichnen ist diskriminierend. Mit einer solchen Zuschreibung betreibst Du genau das, was die ‘braune Soße’ auch macht, Schachtel auf, Eintüten, Fertig. Reflektiertes Denken sieht anders aus.

  20. #28 Dr. Webbaer
    17. Dezember 2014

    @ LasurCyan :

    Einen NichtNazi als Nazi zu bezeichnen ist diskriminierend.

    Auch einen Nationalsozialisten als Nationalsozialisten zu bezeichnen ist unterscheidend, also diskriminierend, die Diskrimination ist gleichbedeutend mit der Unterscheidung.

    Soziologen haben vor vielleicht 40 Jahren, Dr. W war Anfang der Siebziger dabei, angefangen Begriffe zu “konnotieren”, negativ, gesellschaftlich sozusagen erfahrbar zu machen, Nachricht und Meinungsbeitrag zu mischen.

    Davon muss weggekommen werden.


    Die “Pegida-Bewegung” und ähnliche Bewegung stellt sich aus der Ferne betrachtet,, der Schreiber dieser Zeilen war seit bald zehn Jahren nicht mehr in der BRD, als rechte (“konservative”) Bewegung dar, die den I, der zu D, gehören soll, S [1] findet.

    Mit “Nazis” hat all dies nichts zu tun, wir erinnern uns am Rande: der relevante Widerstand gegen den “Führer” war “rechts”.

    Was allgemein festzustellen sein könnte, wäre vielleicht eine Infantilisierung oder Verblödung der medialen und politischen Trägerschaft.
    Natürlich nur:
    Aus der Ferne betrachtet. [2]

    MFG
    Dr. W

    [1] “suboptimal”

    [2] Miloš Zeman und andere, Vaclav Klaus nicht zu vergessen, finden denn auch gelegentlich noch klare Worte:
    -> http://www.algemeiner.com/2014/06/13/czech-president-zeman-refuses-to-apologize-for-quote-from-koran-calling-for-muslims-to-kill-jews/

  21. #29 LasurCyan
    17. Dezember 2014

    der relevante Widerstand gegen den “Führer” war “rechts”.

    Da war noch Platz? Oder meint er Stalin?

    die Diskrimination ist gleichbedeutend mit der Unterscheidung.

    Alles klar. Er möge das auf ein Plakat malen und mitmarschieren.

    • #30 rolak
      17. Dezember 2014

      Da war noch Platz?

      Nein, LasurCyan, aber da wurde er platziert. Aus mehreren Gründen, der kalte Krieg gegen ‘die bösen Kommunisten und Sozis’ bedingte in streng sortierender Logik (was schlecht ist kann nie gut gewesen sein) einen reannuell nicht vorhandenen Widerstand von SPD bis KPD, die eigene Selbstrechtfertigung bedingte einen Widerstand nur als organisiertes Phänomen, erlaubte ein ‘ich als Einzelner konnte ja nichts unternehmen, mußte mich anpassen’ – es hat schon seinen Grund, warum es in beiden deutschen Hälften, bis vor einigen wenigen Jahren keine Anerkennung von einzelnen, nicht unbedingt elitär gebildeten, nicht der Oberschicht angehörenden, klar denkenden (und trotzdem auch in sich widersprüchlichen) Widerständlern wie zB Georg Elser gab. Selbst die Dietrich wurde bei ihren NachkriegsAuftritten (~’60!) auch in ZeitungsArtikeln als Vaterlandsverräterin bezeichnet. Sowas durfte alles nicht sein…

      • #31 LasurCyan
        17. Dezember 2014

        Da gibt es von meiner Seite nicht auch nur einen Hauch eines Widerspruchs, rolak.

  22. #32 Sulu
    17. Dezember 2014

    Auch einen Nationalsozialisten als Nationalsozialisten zu bezeichnen ist unterscheidend, also diskriminierend, die Diskrimination ist gleichbedeutend mit der Unterscheidung.

    Die “Diskrimination” entsteht vor allem in Asymmetrie. Es geht immer um Machtbeziehungen und daraus resultierende konkrete Folgen. Verweise auf Etymologien sind in der politischen Realität sind wenig hilfreich.

  23. #33 Dr. Webbaer
    17. Dezember 2014

    Verweise auf Bedeutungen von Wörtern oder Begriffen sind entscheidend.

    Der gemeine Primat darf sich als eher schlicht aufgestellt vorgestellt werden, was die Wörter und Begrifflichkeiten betrifft, es muss oder darf nicht Moden folgend umgedeutet werden, wie der Schreiber dieser Zeilen findet.


    Wer sich für die Systematik oder Ideologie bestimmter zeitgenössischer Umdeutung interessiert, kann bspw. hier Nahrung und Erfolg suchen:
    -> http://www.scilogs.de/sprachlog/frauen-natuerlich-ausgenommen/ (K-Probe: ‘Im Deutschen gibt es kein generisches Maskulinum und die „generische“ Verwendung maskuliner Formen bringt keinen praktischen Vorteil mit sich. ‘)

    MFG
    Dr. W

  24. #34 LasurCyan
    17. Dezember 2014

    Der gemeine Primat darf sich als eher schlicht aufgestellt vorgestellt werden

    Herzlichen Dank für dieses verschriftlichte Selfie, Doc!

  25. #35 Sulu
    17. Dezember 2014

    Verweise auf Bedeutungen von Wörtern oder Begriffen sind entscheidend.

    Dann muss ich mich korrigieren: Diskrimination ist mir schnuppe. Ich rede von Diskriminierung.
    Und da ist es den Betroffenen herzlichst wurscht, ob Begrifflichkeiten Moden unterworfen sind, wenn ich mal im Kontext des threads bleibe…

    Was will er eigentlich sagen?

  26. #36 odet
    17. Dezember 2014

    @rolak

    Sorry,
    ich bin wohl zu blöd das zu verstehen. Aber du verweißt zur Erklärung wieder auf deinen ursprünglichen Post um dessen Erklärung ich gebeten habe, weil ich den schon nicht verstanden habe.

    Ich bin als Kind zweier REP-Mitglieder aufgewachsen und kann aus eigener Erfahrung sagen, daß Differenzierung bei diesen Leuten nicht viel bringt. Alles was es da gibt ist sind lediglich verschiedene Abstufungen brauner Soße. Ich bin weder Soziologe noch Linguist verstehe also aufrichtig ernsthaft nicht, auf was du hinausmöchtest, da ich das aus meiner eigenen Lebenserfahrung (die ich ausdrücklich NICHT zur Wahrheit erheben oder als wissenschaftlich fundiert betrachten möchte) heraus anders sehe als du.

    Und ob jemand jetzt ein Asylbewerberheim abfackelt oder “nur” die verbale oder ideologische Unterstützung dazu leistet ist mir was ein Differenzierung anbelangt erstmal herzlich egal. Ob jemand das tut, weil er sich eine politische Karriere daraus erhofft oder sich “nur” unterpriviligiert fühlt ebenso.

    Und wenn du der Ansicht bist, ich glaubte etwas Beseres zu sein als ein Nazi, ja, dann hast du recht. Ich hätte ja auch einer werden und meine Eltern glücklich machen konnen. Wäre einfacher gewesen.
    Aber sicher glauben wir ja wohl alle etwas Besseres zu sein mit der Privatethik die sich am Ende jeder selbst zurecht gelegt hat. Dummerweise glauben das leider auch die Nazis.

    • #37 rolak
      17. Dezember 2014

      Weigerst Du Dich, zu sehen, was Du selber sagtest? Dort oben bemängelte ich eine Formulierung, deren Wiederholung ich mir von Dir mit Sicherheit nicht aufzwingen lassen werde. Jenes Bemängeln veranlaßte Dich im Folgekommentar dazu, sie nicht nur als für Dich akzeptabel anzugeben, sondern auch noch zu direkt mal nutzen.
      Und nein, dort hast Du keineswegs einen Nazi als Nazi bezeichnet.

      Und ja, durch das penetrante WeiterNutzen dieser Formulierung stehst Du auf einer Stufe mit den von Dir Kritisierten.
      (Ende)

  27. #38 Joseph Kuhn
    17. Dezember 2014

    @ Chris, Kommentar #5: Das “ökonomische” Argument ist sicher heikel, bei Flüchtlingen allemal. “Aber man wird doch noch sagen dürfen”, dass die PEGIDANER nicht einmal die ökonomische Sachlage kennen. Vermutlich hätten sie, würden sie die ökonomische Sachlage zur Kenntnis nehmen, damit allerdings auch kein Problem, man kann ja immer noch zwischen nützlichen und nutzlosen Ausländern unterscheiden. Wobei einem die nützlichen, siehe Kommentar #11 von “odet”, wiederum die Arbeitsplätze wegnehmen und einem schon früh am morgen Angst einjagen. Wie man’s auch dreht und wendet, die Leute haben immer recht.

    Verbraucherschutzhinweis: Dieser Kommentar enthält Ironie.

  28. #39 Dr. Webbaer
    17. Dezember 2014

    Herr Dr. Kuhn hat halt nicht die gemeinte Veranstaltung begriffen.

    Wird aber nichtsdestotrotz absehbarerweise der Knaller dieses Jahrhunderts werden.

    MFG
    Dr. W

    • #40 Joseph Kuhn
      17. Dezember 2014

      “der Knaller dieses Jahrhunderts”

      Hauptsache kein 1000-jähriges Reich.

  29. #41 Alisier
    17. Dezember 2014

    @ rolak
    Sind sie jetzt also doch alle Nazis, oder wie? Für die man auch noch ein Aussteigerprogramm auflegen sollte?
    Gut, nochmal im Ernst: ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, zu versuchen beispielsweise Menschen, die Sarrazins Thesen gaaanz tooooll finden, mit einer sauberen Argumentation zu beeindrucken. Prediger in der Wüste mag für andere eine reizvolle Beschäftigung sein, aber es scheint mir weitaus nützlicher die Gruppe zwar ernstzunehmen, sie auf der anderen Seite dennoch auch nicht zu überschätzen.
    Lernen werden diese Menschen zum großen Teil nicht mehr viel: dazu sind sie auch aufgrund Ihres sozialen Umfeldes mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage. Aussteigerprogramme für Sarrazinleser sind nutzlos.
    Deswegen ist ihr Einfluss durch konsequente Isolation und professionelle Ironisierung zu begrenzen, damit sie das gesellschaftliche Klima nicht allzu sehr vergiften. Meine Position.

  30. #42 Hobbes
    17. Dezember 2014

    @Odet:
    “Und ob jemand jetzt ein Asylbewerberheim abfackelt oder “nur” die verbale oder ideologische Unterstützung dazu leistet ist mir was ein Differenzierung anbelangt erstmal herzlich egal. ”
    Ok, also alles was Leute dazu animieren kann ausländerfeindliche Handlungen vorzunehmen muss undifferenziert verurteilt werden.
    So etwas unterbindet allerdings auch jegliche legitime Kritik, denn diese könnte ja immer auch zu so etwas führen.
    Nehmen wir mal die Rechten (Vor)Urteile welche sich nicht direkt auf Völker beziehen.
    Zum Beispiel: “Das Kapital lässt das einfache Volk ausbluten” “Oder Zinsen sind Knechtschaft”?
    Das noch Legitim?
    Was ist mit “Globalisierung schadet dem eigenen Volk”?
    Wirds langsam kritisch?
    Wie sieht die Forderung nach Schutzzöllen aus? Merkantilismus ist ebenfalls eine von den Rechten stark präferierte Wirtschaftsform.
    Oder sind nur jene Sachen Böse die sich nicht in Schnittmenge mit Linken Forderungen verbergen.
    Denn die oben liegende Forderungen sind auch ganz klassische Gewalt Legitimationsgründe für Rechtsextreme.

    Pegida ist ein Sammelbecken von komischen Vögeln und ganz klassisch das was man als Querfront bezeichnet. Da ist von Putinfans bis Chemtrailern alles dabei. Diese jetzt pauschal als Nazis zu bezeichnen ist komplett unzutreffend. Man kann zwar all diese Leute auf eine moralische Stufe mit denen stellen aber all jenen nähe zu nationalsozialistischen Gedankengut zu unterstellen ist einfach eine unzureichende Verallgemeinerung. Territoriale Wanderungen abzulehnen ist bei weitem kein ausreichendes Kriterium für die Bezeichnung Nazi. Sonst sind alle Berliner die die zugezogenen Schwaben ablehnen (So wie alle Gentrifizierungsgegner) auch Nazis.

  31. #43 Alisier
    18. Dezember 2014

    Und jetzt, nachdem der Ärger über diese Gruppe zu Papier gebracht worden ist, sollte man sich dazu durchringen zu akzeptieren dass derlei Verhaltensweisen in relativ homogenen Gruppen wie sie im wilden Osten noch häufiger existieren, eben auftreten können. Und dass es schon die Aufgabe von allen ist, zu erwartende Veränderungen gut vorzubereiten: dass mit ungewöhnlich hohen Flüchtlingszahlen zu rechnen ist darf als Tatsache betrachtet werden. Es gibt für Gesellschaft und Politik viel zu tun, und das wäre dann auch der positive Aspekt der Pegida-Proteste: sie zeigen uns, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird die Dinge einfach laufen zu lassen.
    Es ist eben auch im Sinne der Migranten die zu erwartenden Schwierigkeiten zu thematisieren, aber auf nüchterne und vernünftige Weise.

    • #44 Sulu
      18. Dezember 2014

      der positive Aspekt der Pegida-Proteste: sie zeigen uns, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird die Dinge einfach laufen zu lassen

      Also genau dafür braucht nun niemand pegida. Es gibt viele Menschen, die seit Jahrzehnten für eine bessere Politik gegenüber Geflüchteten auf die Straße gehen oder genau dort helfen.

      Es ist eben auch im Sinne der Migranten die zu erwartenden Schwierigkeiten

      Also bitte… Im Sinne der Migranten wäre es, wenn die Politik mal ne 180° Wende hinlegen würde und nicht verunsichert immer weiter nach rechts kippt, weil sie rassistische Vorturteile gegenüber Zuwanderern schönredet, um keine Wählerstimmen zu verlieren die Sorgen der Menschen Ernst nimmt.

    • #45 rolak
      18. Dezember 2014

      im wilden Osten

      In dem Osten?

  32. #46 Alisier
    18. Dezember 2014

    “Die Politik”, werter Sulu, gibt es genauso wenig wie es “Die Ausländer” gibt. Wenn du dich solcher Extremvereinfachungen bedienst, wirst du Schwierigkeiten haben ernstgenommen zu werden. Und “180 Grad” heißt gar nichts.
    Pauschalisierungen sind Mist: immer! Nicht nur, wenn Ausländer betroffen sind.

  33. #47 Alisier
    18. Dezember 2014

    Ja, rolak, in dem Osten, in dem es eben auch andere Positionen gibt, wobei diese anderen Positionen sogar eine Mehrheit gegen Pegida hinter sich bringen.
    Die Zustimmung für Pegida ist aber eben auch etwas höher, und das kann schon mit den homogeneren Gemeinschaftsstrukturen erklärt werden.
    Du musst aber zugeben, dass der Mann mit dem Bart allerdings schon sehr wild aussieht.

  34. #48 Sulu
    18. Dezember 2014

    “Die Politik”, werter Sulu, gibt es genauso wenig wie es “Die Ausländer” gibt.

    du schriebst

    Es gibt für Gesellschaft und Politik viel zu tun

    Was willst du mir sagen?

    Ich merke lediglich an, dass das, was die Politik* zu tun hat, in eine grundlegend andere Richtung laufen sollte. CSU-Sprech á la “Wir können nicht die ganze Welte retten” hilft keinem Menschen.

    * Und ja, es gibt auch andere PolitikerInnen, die das fordern. Nur leider setzen die sich nicht durch.

  35. #49 Alisier
    18. Dezember 2014

    Es klang mir einfach zu sehr nach “Die da oben müsen alles anders machen”, Sulu…..und das kommt dem Pegida-Sprech recht nahe….und hilft in der Diskussion nicht weiter.

  36. #50 Hobbes
    18. Dezember 2014

    ““Die Politik”, werter Sulu, gibt es genauso wenig wie es “Die Ausländer” gibt.”
    Das ist falsch. Natürlich gibt es “die Politik” das ist keine Vereinfachung da es nicht von einer homogenen Masse ausgeht. Anders wäre es wenn man von der “herrschenden Klasse”.
    “Die Politik soll etwas tun” ist lediglich eine Abwälzung von Verantwortung indem man so tut als hätte man damit nichts zu tun. Aber im Gegensatz zu “Die Politiker” unterstellt es keinerlei Gemeinsamkeit in irgendeiner Sache.

    • #51 Sulu
      18. Dezember 2014

      “Die Politik soll etwas tun” ist lediglich eine Abwälzung von Verantwortung

      Meinst du, dass Frontex, die gängige Abschiebepraxis, demütigende Integrationskurse, die Erklärung von irgendwelchen Ländern zu “sichere Drittländer”, Waffenlieferungen in Krisengebiete etc. … all das auf individueller Ebene gelöst werden kann?

  37. #52 Alisier
    18. Dezember 2014

    Der Kontext, Hobbes, ließ, zumindest für mich, anderes vermuten.

  38. #53 Alisier
    18. Dezember 2014

    Sulu, du wirst gerade etwas unsachlich und argumentierst nicht mehr präzise.
    Sogenannte Integrationskurse funktionieren teilweise ganz gut, und helfen Migranten ganz besonders beim Sprachverständnis. Die, mit denen ich bis jetzt sprechen konnte, gingen da sehr gerne hin.

    • #54 rolak
      18. Dezember 2014

      argumentierst nicht mehr präzise.

      Sag mal, wen willst Du eigentlich hier veräppeln? Erst verortest Du die Bewegung “im wilden Osten” um nach Gegenbeispielen sinnfrei herumzufaseln, jetzt diese Unverschämtheit. Sulu hatte Beispiele genannt, Du unterstellst ihm pauschal geurteilt zu haben – nicht ohne das Konzept ‘Integrationskurse’ (wenn auch verbal statt wie üblich mit Gänsefüßchen) als Ganzes in Frage zu stellen.

      Wer ist hier unpräzise?

    • #55 Sulu
      18. Dezember 2014

      Ich denke, es ist ein Unterschied, ob ich verpflichtend eine Integrationskurs machen muss oder ob das als Angebot zur Verfügung gestellt wird.

      Sieh dir doch mal den Fragenkatalog an und stell dir vor, du bist Ingenieur aus Indien oder so…

      Nur so am Rande: sämtliche deutsche Expats (die ich kenne) pflegen sehr wohl ihre eigene “deutsche” Kultur (sehr bewusst) und müssen (so weit ich weiß) auch nirgends Integrationskurse absolvieren, mit Prüfung und so (und wo auch schon mal Volkslieder gelernt und gesungen werden…). Ich farge mich auch, wieviele USAmerikaner oder Kanadier oder Schweden in Deutschland zu einem Integrationskurs verpflichtet werden…

      Die, mit denen ich bis jetzt sprechen konnte, gingen da sehr gerne hin

      Und ich kenne andere… Und ich kenne welche, die ob ihrer Abhängigkeit von den Behörden, auch selten bis niemals daran Kritik äußern würden. Auf Augenhöhe befinden sich Asylsuchende in aller Regel nicht.

  39. #56 Alisier
    18. Dezember 2014

    “Herumfaseln”, rolak, könnte man auch übel nehmen. Ich vermute aber gerade, dass du mich einfach falsch einschätzt.
    Es ging mir mitnichten darum, den Osten pauschal als Brutstätte merkwürdiger Bewegungen zu brandmarken, sondern zu verstehen, warum die Zustimmung zu Pegida dort größer ist.
    Wieso du aber annimmst ich hätte das Konzept “Integrationskurse” pauschal in Frage gestellt, ist mir ein Rätsel….Verwechslung?
    Und dass Asylsuchende sich nicht auf Augenhöhe befinden ist klar, Sulu. Man muss auch nicht Asylsuchender sein, sondern schlichter Ausländer um von negativen Erfahrungen zu berichten. Ich brauch mir das nicht vorzustellen, Sulu….ich fand die Vorgehensweise der Behörden auch demütigend als ich meinen Aufenthaltsstatus hier regeln wollte.

  40. #58 Alisier
    18. Dezember 2014

    Könntest du meine Kommentare bitte noch mal durchlesen, rolak, und mir genau sagen, wo es hakt?
    Und Gruß nach Köln.

  41. #59 Joseph Kuhn
    18. Dezember 2014

    Bevor Ihr euch ganz verhakelt: Etwas eigenartig ist ja auch, dass die PEGIDANER noch nicht gegen ihr eigenes Positionspapier demonstrieren. Darin fordern sie z.B. mehr Sozialarbeiter zur Betreuung von Flüchtlingen und setzen sich für sexuelle Selbstbestimmung ein – mit so was fängt für manche ihrer Anhänger eigentlich der Untergang des Abendlandes an. Immerhin steht in ihrem Papier, dass sie gegen “dieses wahnwitzige ‘Gender Mainstreaming”, auch oft Genderisierung genannt” sind. Der Schutz des Ampelmännchens fehlt dagegen wiederum. Ein seltsames Völkchen.

  42. #60 Alisier
    18. Dezember 2014

    Ah deswegen, rolak, ok….gemeint ist, dass ich die Bezeichnung irreführend finde, und auch teilweise unglücklich. Inhaltlich halte ich sie aber für hilfreich. Dass sie grundsätzlich demütigend sind, kann ich aber nicht erkennen: deswegen mein Einwand.

    • #61 Sulu
      18. Dezember 2014

      Dass sie grundsätzlich demütigend sind, kann ich aber nicht erkennen

      Dann mach doch mal den Abschlusstest, den ich verlinkt habe.

      Ansonsten hätte ich noch eine Filmempfehlung. (Den ganzen Film müsste man sich besorgen)

      Wenns da nicht bitzelt in der Magengrube…

    • #62 Alisier
      18. Dezember 2014

      Nochmal, Sulu, ich hab das teilweise durch, meine Frau auch…du musst mir nicht sagen, was wir dabei hätten fühlen sollen.

  43. #63 Alisier
    18. Dezember 2014

    “Die sollen sich gefälligst integrieren” ist so ein typischer Spruch, der mir auf den Senkel geht…..auch deswegen der Wunsch nach einer anderen Bezeichnung. Und es ist halt meistens hauptsächlich ein Sprachkurs, und nicht viel mehr.

  44. #64 Alisier
    18. Dezember 2014

    “Ich halte den Inhalt dieser Kurse für hilfreich” sollte es heißen, nur damit es nicht schon wieder zu Missverständnissen kommt…

  45. #65 Alisier
    18. Dezember 2014

    Also, ” so genannte” Integrationskurse, und nicht “sogenannte”….meine blöde Muttersprache kommt mir immer noch in die Quere….

  46. #66 Hobbes
    18. Dezember 2014

    @Sulu #51:
    Natürlich ist dies nur über politische Wege lösbar. Aber die Abwälzung der Verantwortung liegt darin das diesen Satz gerne dazu benutzt um die eigene Machtlosigkeit zu demonstrieren (und sich somit aus der Verantwortung zu nehmen) Anders sähe es mit den Folgenden Sätzen aus:
    “Wir müssen es endlich schaffen das die Politik einsieht das…”
    oder
    “Die SPD muss sich hier endlich durchsetzen/verzichten/über ihren Schatten springen…”

    Ich sehe hier wie Alisier eine stumpfe Parole wenn man sagt “die Politik muss endlich…” aber ich sehe den Parolen-Charakter darin das dieser Satz zu undifferenziert ist und weniger das solche Sätze pauschal ein “Wir gegen die” erzeugen sollen. (Solltest du die Politik aber wirklich als Feind wahrnehmen muss ich dann doch Alisier zustimmen)

    @Joseph Kuhn #59:
    Die haben da ein klassisches Verhalten wie Verschwörungstheoretiker. Der Inhalt darf ruhig gegensätzlich sein, Hauptsache der Feind ist gleich.
    Die Schilder die PEGIDA hoch hält und die Sachen die Manche Leute sagen sind Teilweise komplett Gegensätzlich.
    Da wirbt man für Sexuelle Selbstbestimmung (Auch Regenbogenfahnen mit Peace-Zeichen drauf waren da schon zu sehen) aber es werden vergleiche getroffen wie “… schlimmer als ein ganzes Stadion voller Homosexueller”
    Da wird gegen die Aufrüstung der Welt protestiert und es gibt Schilder mit “Putin rette uns”
    Da wird die Presse als dem “Kapital dienend” bezeichnet und trotzdem “Schluss mit der Staatspropaganda- Weg mit der GEZ” gefordert. (Und gleichzeitig nur Russia Today Leuten Interviews gegeben. (Ps. Sehr gute Folge von extra 3))

  47. #67 Alexander
    18. Dezember 2014

    Ein Aspekt der Angelegenheit:

    Ein Bankier, ein BILD-Leser und ein Asylbewerber sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen 12 Kekse. Der Bankster nimmt sich 11 Kekse und sagt zum BILD-Leser: “Pass auf, der Asylant will Deinen Keks!”

  48. #68 LasurCyan
    18. Dezember 2014

    Es wird ja gerade so ziemlich überall das Thema durch den Äther gejagt, und obwohl ich typischerweise den ‘Spiegel’ meide und im speziellen auch Texte von Sascha Lobo, muss ich diesen hier empfehlen. Was natürlich nicht heisst, dass ich ungeteilter Meinung bin, aber er bringt es schön auf den Punkt. Den Neologismus ‘LatenzNazi’ finde ich preiswürdig.

  49. #69 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014
  50. #70 Hobbes
    19. Dezember 2014

    Den Artikel von Sascha Lobo habe ich gerade gelesen und fande ihn ziemlich gut. Auch wenn er mit dem Begriff rechtsextrem doch sehr leichtfertig um sich wirft.

    Die Kolumne von Augstein lese ich eigentlich des öfteren um meine Filterblase zu durchstoßen aber meistens ist das einfach nur ein Ärgernis. Auch dieses mal ist das wieder nur Blödsinn.
    Sämtliche “Argumente” die er vorbringt kann man auch gegen Linke Demonstranten vorbringen. Auch sein plumper Versuch mal wieder dem Kapital die Schuld zu geben geht komplett daneben. Denn man könnte ihn ja auch ganz einfach “mit Fakten widerlegen”.
    Zuerst sagt er 5% Anhänger des Islams seien ja viel zu wenig um ein Problem darzustellen. Dann sagt er der wahre Feind sitzt da oben (Ich wette das sind weniger als 5%). Es wird dann noch argumentiert das es ja alles immer schlimmer wird und unterlegt wird das mit der Zahl das 20% von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Das dieser Wert zum Teil ein Relativwert ist (Der Anteil der Armutsgefährdeten ist da mit drin) der somit immer eine Mindestgröße haben wird wird ignoriert. Auch das der Wert 2011 höher war. Es wird ja alles schlimmer. Ein Anstieg von 5% auf 7% Moslems ist aber keine Erhöhung.

    Danach wird behauptet es gebe keine unkontrollierte Einwanderung (wo ich ihm vollkommen zustimme) aber das es keine Verharmlosung in den Medien gäbe ist hingegen schon eine starke Behauptung. Sicherlich haben viele Medien gute Gründe bestimmte Sachverhalte zu verharmlosen (Weil das Rechte Pack diese Vorfälle sonst sofort wieder instrumentalisiert). Aber Augstein macht das was er beim Ukrainekonflikt der ARD immer gerne Unterstellt er watsch die Kritik einfach mit “stimmt nicht” ab.

    Es gibt viele Probleme mit Migranten und insbesondere mit Flüchtlingen. Ich bin der festen Überzeugung das diese Probleme sehr komplex sind (Konservative wollen diese nicht in Ihrer nähe-> Ghettobildung; Linke wollen keine Kritik oder Zwang erlauben -> keine Integration, dann noch Rassismus etc.) und keines Falls an der (notwendigen und für eine freie Gesellschaft auch erstrebenswerten) Migration an sich liegt.
    Aber Augstein will hier den wirren Pegidas vorenthalten was er den wirren Putinverstehern zu spricht.

    Gut das es den Bildblog (Und auch die Science Blogs) gibt, sonst würde ich denken das alle Meinungen die außerhalb meiner Filterblase liegen sich die Welt nach ihren Idealen zurecht dreht und nicht umgekehrt wie es seien sollte.

  51. #71 Hobbes
    19. Dezember 2014

    Mein Problem was ich mit der ganzen Sache habe ist das wir bei allem Verständnis für Muslime das gewaltige Ausmaß der radikalen Unterschätzen.
    Es gibt wie ja erwähnt nur 5% Muslime in unserem Land. Also ca 4Mio. Davon sind die Hälfte Frauen und im “Wehrfähigen” Alter sind etwa 1/4tel. Das macht also eine Gruppe von 500.000. Davon sind bereits 0,1% (Über 500Männer) in einen Krieg gezogen der einen Genozid als Ziel hat. Man kann locker davon Ausgehen das auf jeden der die Ausreise gewagt hat 10 kommen die Ähnlich ticken.
    Der Verfassungsschutz sieht hier sogar noch höhere Zahlen.
    Radikaler Islamismus aus Deutschland ist längst schon ein Problem das wir in relativer Größenordnung zu den Nazis setzen können.
    Einzig das diese Leute ja nicht bei uns morden lässt die Leute so etwas ertragen. Aber Deutschland ist für seine Salafisten die im Ausland morden genau so verantwortlich wie für seine Nazis die das im Inland tun.
    Natürlich habe ich auch keine Lösung aber ich kann verstehen wenn viele der Ansicht sind das es nicht einmal ausreichend als Problem erkannt wird. (Es war zum Beispiel möglich das auf deutschen Straßen skandiert wurde: “Hamas! Hamas! Juden ins Gas”. Vor 4 Jahren noch hätte ich so etwas für unmöglich gehalten!)

    • #72 Sulu
      19. Dezember 2014

      wir bei allem Verständnis für Muslime das gewaltige Ausmaß der radikalen

      Ja, aber das hat genauso viel mit dem Islam zu tun, wie Breivik et al. mit dem Christentum.

  52. #73 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014

    @ Sulu :
    Der real existierende Islam hat mit dem Islam in etwa insofern zu tun, wie es früher hieß, die SA mit dem Führer.

    Es darf dorthin geschaut werden, wo der Islam reglementierend werden konnte, die Taliban, die Hamas, die Khomeinisten, die Erdogan-AKP meinend, die Wahhabisten, die Boko-Haram, Salafisten in Nordafrika meinend, in Ägypten, in Libyen, in Somalia, im Grenzgebiet Algeriens, all dort wird im Unguten einschlägig gefickt.
    Den Islamischen Staat nicht zu vergessen,
    MFG
    Dr. W

    • #74 Sulu
      19. Dezember 2014

      Islam […] SA mit dem Führer

      Ah ja…

      wo der Islam reglementierend werden konnte […] all dort wird im Unguten einschlägig gefickt

      Haben wir z.B. je die Apartheid in der Art diskutiert, dass es ein Problem mit dem Christentum gibt? Die Geschichte der Südstaaten der USA nicht zu vergessen…

  53. #75 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014

    Für Jüngere:
    Der Führer wusste angeblich von Vielem nicht, gerade auch die SA meinend [1], der Schreiber dieser Zeilen konnte dagegen noch auf viele Zeitzeugen zurückgreifen, die Redewendung “Wenn diese der Führer wüsste!” (zuletzt vom Schreiber dieser Zeilen bei einem Besuch in der BRD 1999 gehört) wirkt hier vielleicht belegend.

    MFG
    Dr. W

    [1] die als sozialistisch vom “Führer” vielleicht * auf ebenso köstliche Art und Weise abserviert worden ist, wie der Krieg ihm erstrebenswert schien

    * gerne mal dbzgl. recherchieren

  54. #76 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014

    @ ‘Sulu’ :
    Wird über Ihren Vergleich I.E: irgendetwas anders?

    MFG
    Dr. W (der einräumt ebenfalls verglichen zu haben, aber nicht derart, dass besser ausgehalten werden könnte)

  55. #77 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014

    So wichtig es ist, sich von PEGIDA zu distanzieren (…)I

    Den I Scheiße zu finden ist “nicht wirklich” wichtig, oder?

    MFG
    Dr. W (der davon ausgeht, dass Sie sich zumindest gelegentlich einen anti-kontra-produktiv bruzzeln, soz. alfred-biolek-mäßig)

  56. #78 Dr. Webbaer
    19. Dezember 2014

    V2, so schaut’s vielleicht besser aus:

    So wichtig es ist, sich von PEGIDA zu distanzieren (…)I

    Den I Scheiße zu finden ist “nicht wirklich” wichtig, oder?

    MFG
    Dr. W (der davon ausgeht, dass Sie sich zumindest gelegentlich einen anti-kontra-produktiv bruzzeln, soz. alfred-biolek-mäßig)

  57. #79 Hobbes
    19. Dezember 2014

    “Ja, aber das hat genauso viel mit dem Islam zu tun, wie Breivik et al. mit dem Christentum.”

    Breivik war ein “verwirrter” Einzeltäter. Das ist nicht wirklich zu vergleichen. Den Anschlag in Australien könnte man damit vergleichen. Ein passenderer Vergleich wäre “wie das Christentum mit den Kreuzzügen”
    Und auch wenn das Christentum bei weitem nicht so einseitig verantwortlich ist für die Kreuzzüge wie das die Allgemeinheit gerne annimmt so wäre es jedoch komplett falsch das Christentum hier als unschuldig hin zu stellen.

    Ob sich Anhänger wirklich an ihre Lehren halten ist maximal für den Einzelfall interessant. Bei größeren Bewegungen reicht es sich einfach wenn diese sich darauf berufen. Sonst wäre keine Ideologie für irgendwas verantwortlich da man sich immer raus winden kann. Kein Weltbild ist frei von Idioten damit muss man sich dann aber auch ehrlich auseinander setzen und nicht einfach sagen: “Hooligans sind keine Fussballfans” Das löst keine Probleme.

    • #80 Sulu
      19. Dezember 2014

      Breivik war ein “verwirrter” Einzeltäter. Das ist nicht wirklich zu vergleichen.

      Na gut, ok. Aber der “KKK”, “Aryan Nation”, “Army of God”, “Lord’s Resistance Army” etc.?
      Oder bis ins Staatssystem hinein, z.B. in Südafrika oder USA (nur die Südstaaten?)… Könnte man den Irakkrieg auch mit reinzählen?

  58. #81 Hobbes
    19. Dezember 2014

    @Sulu:
    Ja die Vergleiche sind schon passender.
    Aber stellen wir uns mal vor der KKK oder gar die Army of God würde jetzt jährlich einen Zulauf von über 500 Leuten (Oder wenn man in Relation zur Bevölkerung bleibt 6000) aus dem deutschen Christentum bekommen. Glauben Sie nicht das der Aufschrei da zu recht gewaltig wäre?

    Und den Irakkrieg kann man da auch sehr gut mit rein zählen. Dieser wurde zwar nicht mit einer Ideologie unterlegt die die Auslöschung anderer Religionen zum Ziel hatte aber hier spielte die Religiöse Zustimmung trotzdem in vielen Bereichen eine Rolle. Wenn der entsprechende Aufschrei wie gegen den Irakkrieg jetzt gegen den IS von statten gehen würde hätte ich da auch kein Problem mit.

    Wir haben hier ein Sammelbecken von Versagern das im Mordend durch die Gegend ziehen eine lohnenswerte Alternative zu unserer Gesellschaft sieht.
    Da stellt sich zwei fragen: Warum sind diese Leute durch unsere Gesellschaft durchgefallen?
    Aber auch: Was für ein Grund-Weltbild hatten diese Menschen das sie das als erstrebenswerte Alternative sehen können.

    • #82 Sulu
      19. Dezember 2014

      jetzt jährlich einen Zulauf

      Ich halte eine Quantifizierung nicht für sinnvoll. Denn es geht ja eben nicht darum, irgend etwas gegeneinander aufzuwiegen. Ich sage, dass – zurecht! – keine ChristIn in den USA sich für ihre Religion rechtfertigen muss wegen des KKK o.ä. Aber genau das müssen die Moslems: sich für IS rechtfertigen. Was der IS da tut, hat mit dem Islam nullkommanix zu tun.

      entsprechende Aufschrei wie gegen den Irakkrieg

      Welcher Aufschrei?

      erstrebenswerte Alternative

      Das ist hochkomplex, da sind kurze Antworten unmöglich. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Iraker, Afghane, Syrer usw. oft vor der Wahl stehen – mach ich jetzt beim Kapitalimus mit oder lieber doch beim Terror… Die haben oft keine Alternative mehr, dafür eine Menge Hass. Dazu kommen dann die, die Chancen auf Macht sehen und die, die da so was wie eine stärkende Gemeinschaft finden etc., das alte Spiel eben…

      Ich möchte jedenfalls dafür werben, die Religion da raus zu halten. Weil es die Milliarden “normaler” Muslime in den Sog der Verdächtigung zieht. Und weil eben auch die Menschen, die in Ländern leben, in denen der Islam Haupt-Religion ist, dieselbe Differenziertheit zusteht, die wir für unsere “Kultur” beanspruchen. (Was ja auch absolut richtig ist)

  59. #83 Alisier
    19. Dezember 2014

    “Was der IS da tut, hat mit dem Islam nullkommanix zu tun”
    Diese Aussage ist so falsch wie eine Aussage nur sein kann: Es hilft nicht eine frei interpretierbare Ideologie freizusprechen, nur weil die übergroße Mehrheit, die an sie glaubt, nicht durchdreht.
    Jeder “heilige” Text birgt die Gefahr, dass irgendwelche Fanatiker ihre Stärke und Brutalität aus dem Glauben an die Göttlichkeit des Textes ziehen.
    Sich auf einen Text von Spinoza oder Kant berufende durchs Land ziehende mordende Banden sind zwar nicht ganz auszuschließen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden wir sie nie erleben.
    “Heilige” Texte mit starren Regeln sind sowieso immer ein Problem für den Frieden, aber wenn, wie in der muslimischen (Denk)Welt, eine echte Aufklärung bis zu diesemTag nicht stattfinden konnte, dann sind solche Bewegungen einfach wahrscheinlicher.
    Also: es liegt natürlich nicht an den Moslems, am Islam als Ideologie aber schon auch, obwohl natürlich die Ursachen für den IS zahlreich sind.
    Und du magst es vielleicht nicht wahrgenomen haben, aber der die Aufschreie als der letzte Irakkrieg losging waren ebenfalls zahlreich.

  60. #84 LasurCyan
    19. Dezember 2014

    Ich möchte jedenfalls dafür werben, die Religion da raus zu halten.

    Das ist auch absolut notwendig, Sulu. Wenn ich daran denke, wieviele Menschen im ‘Tausendjährigen Reich’ als ‘Juden’ deklariert wurden, ohne überhaupt gläubig zu sein, fällt es mir schwer dieses Muster nicht auch auf die heutige Zeit zu übertragen. Erst die ‘Notwendigkeit’ eines Feindbildes macht es auch notwendig, die ideologische Schublade aufzumachen.

  61. #85 Hobbes
    19. Dezember 2014

    ” Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Iraker, Afghane, Syrer usw. oft vor der Wahl stehen”
    Mir gehts um die Leute in und aus Deutschland.
    Fanatiker vor Ort sind das Problem der Leute vor Ort. Die Sache ist da unten schon schlimm genug. Da sollten wir wenigstens zusehen das nicht auch noch radikale Idioten von uns da hin marschieren können. Oder diese auf andere Weise unterstützen.
    Und ja ich sehe hier die deutschen Moslems in der Verantwortung. Ähnlich wie ich die Fussballfans bei den Hooligans in der Verantwortung sehe oder die Studentenverbindungen bei den Burschenschaften etc..
    Natürlich darf man eine Gruppe nicht in Sippenhaft für ihre Auswüchse nehmen aber sie stehen in der Verantwortung da sie Diejenigen sind die es am ehesten ändern können und zu mindest durch Duldung am stärksten Fördern.
    Die Deutsche Burschenschaften wurden unter den Studentenverbindungen isoliert so das sich der Dachverband in der Auflösung befindet. Die Hooliganszene wurde von den Ultras recht stark verdrängt so das die Gewalt mittlerweile weniger in den Stadien Abspielt etc.

    Und die Antiirakkriegsdemos waren meine ersten und bisher auch einzigen Demos an denen ich Teil genommen habe. Diese waren alles andere als klein.

  62. #86 wahrheitsliebender
    21. Dezember 2014

    @ Sulu

    “Was der IS da tut, hat mit dem Islam nullkommanix zu tun.”

    Was der IS praktiziert ist in Wahrheit …

    Edit: Leider beginnt ab da wieder eine islamfeindliche Hetztirade. Für Haßpredigten aller Art ist hier kein Platz. JK.

  63. #87 Trottelreiner
    23. Dezember 2014

    @Alisier:

    Sich auf einen Text von Spinoza oder Kant berufende durchs Land ziehende mordende Banden sind zwar nicht ganz auszuschließen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden wir sie nie erleben.

    Naja, ich denke, daß eher das staatliche Gewaltmonopol als der Inhalt der Texte dafür verantwortlich sind. 😉

    Bei Spinoza wäre es wohl wirklich etwas schwierig, der Herr erscheint etwas zu metaphysisch, aber bei Kant wäre eine entsprechende Interpretation IMHO durchaus möglich. Und dank des kategorischen Imperativs kann man den Nicht-Kombatanten gleich mangelnden Elan vorwerfen. Ganz allgemein wird Kant öfters etwas rigoros.

    Ansonsten wäre

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigen_Frieden

    ein interessanter Anfangspunkt; das sich z.B. somalische Piraten auf das Verbot der Einmischung fremder Staaten berufen erscheint nicht so ganz unwahrscheinlich…

    “Heilige” Texte mit starren Regeln sind sowieso immer ein Problem für den Frieden,

    Naja, andersherum könnte man auch behaupten, daß gerade die Offenheit des sunnitischen Islams bezüglich der Interpretation mit für die Probleme verantwortlich sind.

    Inwiefern jetzt ein “heiliger Text” wie einer Verfassung besser ist als ein Jurisprudieren-on-the-go ist, wäre interessant. Alleine schon die amerikanische und deutsche Verfassung für den “Heiligen Text”-Approach sowie UK und diverse Regenwälder für den On-The-Go-Approach sind ein ziemliches Kontrastprogramm.

    Allzu friedlich ging es im Nahen und Mittleren Osten BTW auch vor dem Islam nicht zu, was eventuell auch eine Rolle bei seiner Entstehung spielt:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_Orientalist_studies_in_Islam

    Worauf sich die Aggression natürlich erst einmal nach außen wandte…

  64. #88 rolak
    4. Januar 2015

    Schon vor Weihnachten gabs einen sehr ordentlichen Bericht im MDR, ziemlich oben rechts gibts den link zur Mediathek.

  65. #89 Alisier
    5. Januar 2015

    @ Trottelreiner
    Die Frage ist, ob Sie mich wirklich gar nicht verstanden haben, nicht verstehen wollten oder ganz andere Ziele verfolgen…
    Seit wann sind denn von Menschen geschriebene Gesetzestexte, bei denen die menschliche Autorenschaft nicht im Geringsten in Zweifel gezogen wird sakrosankt?
    Auch sonst wimmelt Ihre Replik von Ungenauigkeiten und Versuchen den Leser aufs Glatteis zu führen.
    Da verkneife ich mir dann doch lieber eine ausführliche Reaktion.

  66. #90 Alisier
    6. Januar 2015

    Nachtrag
    Plakat bei der Kölner Pegida-Minidemonstration: “Kartoffeln statt Döner!”
    Besser kann wohl kaum auf den Punkt gebracht werden, was in den Köpfen vieler Volkspatrioten schwelt. “DIE wollen uns vorschreiben, was wir essen sollen, DIE wollen uns alles wegnehmen, was Deutschland für uns ausmacht (Schweinebraten und Kartoffeln beispielsweise), DIE wollen, dass wir denken wie sie….”
    Letztendlich ist es wohl die Angst, dass DIE genauso gemein sein könnten, wie sie es gerne wären. Und dass DIE ihnen in vielerlei Hinsicht überlegen sind, spüren sie auch ganz genau. Es geht nicht um den Islam, sondern um diese verdammten, arroganten Intellektuellen, die einem jeden Spaß verderben wollen. Auch den Spaß am Sichbesserfühlen, weil man echter Deutscher und Kartoffelesser ist. Und dann treffen und umarmen sich eben Dorfnazis, Dumpfbacken und Autoritätsabhängige in einem merkwürdigen sich immer noch vergrößernden Sauerteig, der nach dem Muff der Vergangenheit riecht.

  67. #91 Sim
    7. Januar 2015

    Verrückt wenn man bedenkt, dass doch Kartoffeln aus Südamerika stammen.

    Würde ich ein Plakat beschriften dann stünde darauf: “Montags: Kartoffeln, Mittwochs: Döner” Ich ess doch nicht jeden Tag Kartoffeln und Döner ist schließlich auch sehr lecker. Aber in den letzten Jahren ess ich tatsächlich lieber Dürüm, das ist einfach handlicher.

  68. #92 klauszwingenberger
    7. Januar 2015

    Ja, verordnen wir mal ein No-Pot-Jahr, in dem der Verzehr aller Arten verboten ist, die erst in den letzten 750 Jahren hier heimisch wurden. Das stelle ich mir lustig vor. Jeden Tag Getreidebrei, Sonntags mit Schmand, Feiertags noch eine Handvoll Blaubeeren drauf, und im Herbst ein paar dürre Holzäpfel. Auf steht dann die Bewegung der hungrigen Europäer für die Importknolle (HEFIK).

    Bei alledem bleibt die Frage: wie führe ich einen Dialog mit einer Person, die ein Schild hochhält mit der Aufschrift: Putin, hilf uns! – ?

    • #93 Joseph Kuhn
      7. Januar 2015

      Bei alledem bleibt die Frage: wie führe ich einen Dialog mit einer Person, die ein Schild hochhält mit der Aufschrift: Putin, hilf uns! – ?

      Man könnte z.B. mal fragen, ob der Krimsekt ausgegangen ist, weil die EU den Import von Krimprodukten eingeschränkt hat.

  69. #94 LasurCyan
    7. Januar 2015

    wie führe ich einen Dialog mit einer Person, die ein Schild hochhält mit der Aufschrift: Putin, hilf uns! – ?

    Frag die Person doch einfach, wie denn Putin uns helfen könnte? Bestenfalls ohne schon vorher eine Antwort zu suggerieren.

  70. #95 rolak
    7. Januar 2015

    ohne schon vorher eine Antwort zu suggerieren

    Ist sicherlich die einzig sowohl angemessene als auch effektive Vorgehensweise, LasurCyan, frei nach dem Motto “durch blanke Neugier den anderen zum Formulieren und damit auch zum Nachdenken zu ‘nötigen’ “, ganz klar die GewinnerStraße gegen jede hohle Parole.

    Trotzdem, Josephs Gegenfrage gefällt mir besser 😉

  71. #96 LasurCyan
    7. Januar 2015

    Trotzdem, Josephs Gegenfrage gefällt mir besser

    Mir auch, rolak, aber nur, weil mein Bier aus Dänemark kommt.

  72. #97 rolak
    7. Januar 2015

    Bier

    Bei diesem freundlichen Herrn eingekauft, LasurCyan?

    Ok, Josephs Vorschlag hat einen ziemlich großen Haken: Ab sofort werde ich es nur unter Schwierigkeiten vermeiden können, in entsprechender Situation diesen Konter aufzutischen, saukomisch doch destruktiv.

  73. #98 Joseph Kuhn
    7. Januar 2015

    Die Bilder des Anschlags in Frankreich vor Augen, die gestanzten Kommentare der Politiker dazu, dass man trotzdem Werte wie die “Freiheit” verteidigen müsse und in Gedanken das “Siehste” der PEGIDANER, muss ich wieder an meine kürzlich hier gestellte Frage denken, was wirklich die Werte des Westens sind und ob die Verwirrten und Radikalen aller Länder nicht vor allem Symptomträger einer tieferen Orientierungslosigkeit der Gesellschaft(en) insgesamt sind.

  74. #99 Joseph Kuhn
    7. Januar 2015

    Dazu noch: Rainer Bonhorst, pensionierter Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung, kommentiert heute bei der „Achse des Guten“ den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Frankreich. Er schreibt dort:

    „Intoleranz gegenüber Kritik gab es schon immer. Aber eine Intoleranz, die mit Morddrohungen (Salman Rushdie, England), Mordanschlägen (Kurt Westergaard, Dänemark), Einzelmord (Theo van Gogh, Holland) und jetzt in Paris sogar mit kaltblütigem, professionellem Massenmord arbeitet, ist ein Import aus dem nahöstlichen Mittelalter.“

    Sind Geschichten wie die Erich Mühsams zu lange her oder die Anna Politkowskajas zu weit von Augsburg weg, um ihn vor solchen Sätzen zu bewahren? Fällt uns wirklich nicht mehr zu alldem ein als ein Kultur-Ressentiment?

  75. #100 Alisier
    8. Januar 2015

    @Joseph Kuhn
    Laut der neuesten Umfrage der Bertelsmann-Stiftung stehen über 90% der in Deutschland lebenden Muslime voll hinter dem hier herrschenden politischen System. Das ist ein hoher Wert.
    Es ist nun die Aufgabe von uns allen gegen die Bohnhorsts dieses Landes anzuschreiben und zu reden.
    Im Moment fühle ich mich aber auch eher geschockt, auch angesichts der erwarteten dämlichen Reflexe.

  76. #101 rolak
    8. Januar 2015

    90% .. ein hoher Wert

    Ist das evtl sogar höher als beim Rest der Bevölkerung?

  77. #102 Orci
    9. Januar 2015

    Denke ich schon, Rolak – aber die restlichen paar Prozent sind im Moment nicht nur lauter, die sind ganz prinzipiell eben auch gefährlicher. Und verstehen vermutlich nicht mal, warum man denkt, dass sie eine Gefahr für unsere Demokratie sind.
    Ich hab die letzten Wochen so manches Gespräch geführt, in dem im Grunde nach dem Muster der schönen deutschen Sprichworte “Recht ist, was dem Volke nützt” und “Wo gehobelt wird, fallen Späne” nennenwirsmalargumentiert wurde.
    Zumindest in meinem persönlichen Umfeld bin ich mir gar nicht so sicher…

  78. #103 Alisier
    9. Januar 2015

    Ja rolak, wahrscheinlich soar wesentlich höher. Genaue Zahlen suche ich noch.
    Es könnte daran liegen, dass Pegida und Konsorten im Gegensatz zu vielen Einwanderern nicht mehr wissen, was sie an Demokratie und Meinungsfreiheit haben. Die Putinverehrung dürfte ähnliche Wurzeln haben.

  79. #104 rolak
    9. Januar 2015

    die restlichen paar Prozent

    Falls ich mich mißverständlich ausgedrückt haben sollte, Orci: Den Anteil der NichtMusllme, die “voll hinter dem hier herrschenden politischen System” stehen halte ich für deutlich kleiner, mithin den Rest für deutlich größer.

    schöne deutsche Sprichworte

    Das ist eine groteske Falscheinordnung: Der erste Spruch ist kein Sprichwort, sondern eine Rechtsmaxime aus dem dritten Reich.(Seite 6)

  80. #105 Trottelreiner
    10. Januar 2015

    @alisier:
    Sorry, ich war über die Feiertage eher offline und habe mir danach auf einem Hackerkongreß einen Virus eingefangen, allerdings einen von der (D|R)NA-basierten Sorte. Die Woche danach ließ dann eine Verdacht auf SAD oder early-onset Alzheimer aufkommen, kurzum, du stirbst nicht an Gastroenteritis, aber du wünscht es dir. Also, noch einmal, entschuldigung für die späte Antwort.

    Ansonsten halte ich z.B. die Erklärung der Menschenrechte in der heutigen Gesellschaft schon für mehr oder weniger für sakrosankt. Auch wenn ich gerne eine Bürgerinitiative gründen würde, die das Recht auf Leben beim Singen von Rock-Versionen volkstümlicher Musik [1] abspricht.

    Ganz grundsätzlich bin ich als Kryptokonservativer einfach der Meinung, das wir die Aufklärung überschätzen bzw. die Leichberge, die man in ihrem Namen auftürmen kann unterschätzen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Baptiste_Carrier
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_der_Vendée

    Wer meint, daß das nicht die wirkliche Aufklärung war, kriegt einen Gummipunkt…

    [1] Was, wohlgemerkt, keine Volksmusik ist…

  81. #106 Orci
    12. Januar 2015

    In Bezug auf das Dritte Reich haben wir uns zumindest sehr gut verstanden – genauso kommt es mir nämlich auch vor. Sprüche dieser Art oder gar “Damals(TM) hätte es so was nicht gegeben” und ähnliches höre ich in meiner Umgebung meiner persönlichen Erwartungshaltung nach erstaunlich selten, bei Lichte besehen aber gleichzeitig erschreckend oft…

  82. #107 Alisier
    12. Januar 2015

    @ trottelreiner
    Entschuldige bitte auch meine launige Antwort, die ja nun gar keine war. Ich habe inzwischen ein paar andere Sachen von dir gelesen, und sah, dass du sehr wohl diskutieren willst. Mal sehen, wann ich eine echte Replik folgen lassen kann.

  83. #108 Dr. Webbaer
    14. Januar 2015

    Fällt uns wirklich nicht mehr zu alldem ein als ein Kultur-Ressentiment?

    Da ist wohl einer von den Entwicklungen überholt worden…

    MFG
    Dr. W

    • #109 Joseph Kuhn
      14. Januar 2015

      … oder nicht vom Populismus mitgerissen …

  84. #110 Dr. Webbaer
    14. Januar 2015

    @ Herr Dr. Kuhn :
    An der Frage, ob es minderwertige Kultur gibt, die als solche benamt werden kann und vor Ort zu sein scheint, werden Sie nicht vorbeikommen, selbst ein günstiges “Sterbealter” auf der “Sterbetafel” vorausgesetzt.
    Wissen Sie ja auch….

    • #111 Joseph Kuhn
      14. Januar 2015

      … Ihre Kommentare haben mich längst von der Existenz minderwertiger (Stammtisch-)Kulturen überzeugt.

  85. #112 Dr. Webbaer
    14. Januar 2015

    @ Herr Dr. Kuhn :
    Hmm, Dr. W also für Sie ‘Stammtisch’, minderwertig und so?
    MFG
    Dr. W (der noch nie an einem Stammtisch gesessen hat, auch nicht an einem doitschen)

    • #113 Joseph Kuhn
      14. Januar 2015

      … schön, dass Sie bezogen auf die eigene Person die demagogische Verbindung Ihrer Kulturthese zur Abwertung von Menschen so schnell erkennen können. In der Nähe sehen auch die Kurzsichtigen besser.

  86. #114 Dr. Webbaer
    14. Januar 2015

    War jetzt abär nicht nett, Herr Dr. Kuhn.
    MFG
    Dr. W (der es gewohnt ist Politideologie von der Idee, nicht von der Anhängerschaft her, zu bearbeiten)

  87. […] das von unten Gewollte ziemlich verständnislos gegenüberstehen. Dann protestieren beispielsweise objektiv oder subjektiv prekarisierte Wutbürger gegen die „Islamisierung des Abendlandes“, es verweigern halbseitig aufgeklärte […]