Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt plant, die Tabakwerbung endlich ganz zu verbieten. Eigentlich sah das schon die WHO Framework Convention on Tobacco Control vor, ein internationales Abkommen, das 2005 in Kraft getreten ist. Aber bei dem Thema stand Deutschland immer auf der Bremse, vielleicht auch deswegen, weil die Tabakkonzerne so nett Feste und Parteiveranstaltungen der großen Parteien gesponsert haben. Gegen die EU-Richtlinie zum Tabakwerbeverbot hatte die Bundesrepublik sogar geklagt, natürlich nur, weil man die Zuständigkeit der EU anzweifelte, dem war der Europäische Gerichtshof seinerzeit aber nicht gefolgt.

Im Fernsehen oder in der Zeitung darf inzwischen in Deutschland nicht mehr für Tabak geworben werden, auf Plakaten und im Kino nach 18.00 Uhr nach wie vor. Immer wieder gibt es Streit darum, dass Tabakwerbung unzulässigerweise in der Nähe von Schulen plakatiert wird, oder mehr oder weniger offen Jugendliche anspricht. Damit wäre mit dem Schmidtschen Verbot Schluss.

Die Tabakkobby ist natürlich dagegen. Der „Verband der deutschen Rauchtabakindustrie“ – ein Verband mittelständischer Tabakunternehmen – lässt uns in seiner Pressemitteilung beispielsweise wissen: „Feinschnitt, Pfeifentabak sowie Kau- und Schnupftabak sind legale Produkte für erwachsene Konsumenten. (…) Die Tabakwerbung hierfür dient nicht dazu, neue Raucher zu gewinnen, sondern bestehende Raucher für andere Marken zu interessieren. In einer freien Gesellschaft sollte dies aus grundsätzlichen Erwägungen weiterhin möglich sein. Die erfreulicherweise seit Jahren konstant rückläufigen Zahlen bei Jugendlichen Rauchern zeigen, dass Aufklärung und Prävention den richtigen Weg in Sachen Jugendschutz weisen. Totale Werbeverbote führen in freien Gesellschaften oft zu unerwünschten Trotzreaktionen.”

Zu welchen „unerwünschten Trotzreaktionen“ würde ein Werbeverbot wohl führen? Hängt der Verband dann heimlich nachts Plakate vor dem Landwirtschaftsministerium auf? Oder befürchtet man gar, dass aus Trotz mehr Leute rauchen und der Industrie ein Umsatzplus droht?

Egal. Interessanter ist ein Kommentar, den Guido Bohsem aus der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen heute zu diesem Thema geschrieben hat. Da liest man, dass es um ein Werbeverbot für ein Produkt geht, das der Minister doch selbst als legal einstufe. Bohsem weiter: „Das versteht kein Mensch. Auch in der Sache trägt Schmidts Vorschlag nichts dazu bei, die Zahl der Raucher auch nur geringfügig zu senken. Da hilft nur beharrliche Aufklärung, geduldiges Informieren und das Aufzeigen von Wegen aus der Sucht.“ Die Kernelemente seiner Argumentation sind die gleichen wie in der oben zitierten Pressemitteilung des Tabakverbands. Dafür bekommt Herr Bohsem vielleicht noch ein Fleißbildchen von der Pressestelle des Verbands.

Werbeverbote für legale Produkte gibt es natürlich auch in anderen Fällen, am bekanntesten sind vielleicht die Einschränkungen bei der Werbung für Arzneimittel. Bei dem Punkt spekuliert Guido Bohsem vermutlich einfach nur darauf, dass keiner über die Sache nachdenkt, oder er hat selber nicht nachgedacht. Regelrecht desinformativ ist aber seine Schlussbemerkung: Das Werbeverbot würde die Zahl der Raucher nicht senken, dagegen helfe nur Aufklärung. Klar, wer schon raucht, der wird wohl nicht wegen eines Werbeverbots damit aufhören. Aber vielleicht geht ohne Werbung mit der Zeit die Verbindung von Tabakkonsum mit Coolness und Genuss in den Köpfen verloren, gerade auch bei den Jugendlichen, die noch nicht rauchen. Davon abgesehen sinkt die Zahl der Raucher dann, wenn das Rauchen in öffentlichen Räumen verboten wird und Zigaretten teurer werden, nachzulesen z.B. im Papier „Tabakprävention in Deutschland – was wirkt wirklich?“ des Deutschen Krebsforschungszentrums. Bestimmt aber nicht durch „beharrliche Aufklärung“ und „geduldiges Informieren“. Auf die Idee, dass ein bisschen BZgA-Werbung allein nicht gegen milliardenschwere Tabakwerbung hilft, könnte man schon deswegen kommen, weil die Tabaklobby selbst so sehr dafür wirbt, es doch bitte bei Aufklärungskampagnen zu belassen. Sie werden wissen, warum. Ob Herrn Bohsem diese Idee gar nicht kam?

—————
Nachtrag 30.6.2015: Aus der Pressemitteilung des Deutschen Zigarettenverbands DZV zu den Werbeverbotsplänen Schmidts seien auch noch ein paar Sätze nachgereicht: “Erstmals dürfte damit in Deutschland für ein legales Produkt nicht mehr geworben werden. (…) Ein Tabakwerbeverbot hat keinen signifikanten Einfluss auf die Raucherquote und ist als jugendschutzpolitisches Präventionsinstrument offensichtlich ungeeignet.” Nachzulesen, wie gesagt, auch bei Herrn Bohsem. Und sehr schön auch der Hinweis auf die Selbstbeschränkung der Konzerne bei der Werbung: “Ein gesetzliches Verbot würde die erfolgreiche Selbstregulierung der Branche zunichtemachen.” Das stimmt, die wäre dann nicht mehr nötig.

Kommentare (47)

  1. #1 Alexander
    30. Juni 2015

    Das Forum Rauchfrei hat am 23.6. folgendes gemeldet:

    In einem Offenen Brief haben sich zwölf Experten aus dem Gesundheitswesen heute an den Regierenden Bürgermeister von Berlin gewandt. Sie bitten ihn darum, sich dafür einzusetzen, dass Studenten nicht länger gezielt von der Tabakindustrie umworben werden. Promotionsveranstaltungen wie zuletzt vor der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin richten sich ausdrücklich an Studenten und damit auch an Heranwachsende, was einen Verstoß gegen geltende Gesetze darstellt.

    Offener Brief: http://www.forum-rauchfrei.de/files/Offener_Brief_24.06.2015.pdf

    Am 26.6. wurde eine Online-Petition zum Verbot von Tabakwerbung gestartet:

    https://weact.campact.de/petitions/stopp-tabakwerbung/

    Es gibt dazu auch ein total professionelles Video! 😉

  2. #2 Alisier
    30. Juni 2015

    Womit sollen denn dann die Beschäftigten der Werbeindustrie ihr Geld verdienen, wenn sie sich nichts mehr ausdenken dürfen, um den Umsatz für Zigaretten und Alkohol steigern zu können?
    Was ist mit den armen Tabakblätterpflückfrauen, die im Schweiße ihres Angesichts ihre Arbeit tun, um ihre kleinen Kinderchen zu ernähren?
    Also, wenn man erst einmal angefangen hat, das Ganze auf Teufel komm raus verteidigen zu wollen, machts Spaß sich immer neue Dinge auszudenken. Geht den Werbenden wahrscheinlich genau so.
    Dennoch: ich denke der Hauptgrund mit dem Rauchen anzufangen ist der Gruppendruck, und heute zunehmend ein Signal für die soziale Schicht, aus der man stammt, oder in der man sich bevorzugt aufhält. Ich bezweifle ein wenig, dass Werbung hier wirklich so einflussreich ist wie in einigen anderen Bereichen.

  3. #3 Sonja
    30. Juni 2015

    Tabak: unsozial, unfair, umweltschädlich

    In dieser druckfrischen Studie wird die gesamte Produktions- und Konsumkette von Tabak untersucht, also von der Tabakbäuerin bis zum jugendlichen Raucher.

    Reinschauen unter: https://www.unfairtobacco.org/wp-content/uploads/Tabak-unsozial-unfair-umweltschädlich_web.pdf

  4. #4 Barbara
    Regensburg
    30. Juni 2015

    @Alisier: Es wird oft behauptet, dass Tabakwerbung kaum Einfluss auf das Rauchverhalten Jugendlicher hat. Dabei wissen wir doch alle, wie sehr uns jegliche Werbung, die wir sehen, manipuliert. Warum also gerade Tabakwerbung, für die weltweit ca. 1 Mio. Euro pro Stunde aufgewendet wird, nicht? Allein dafür, Raucher auf neue Marken aufmerksam zu machen, würde sich der Aufwand nicht lohnen, denn Raucher sind sehr markentreu.

    Der beste Beweis, dass Tabakwerbung wirkt, ist die Tatsache, dass es sie dort, wo es noch erlaubt ist, in so überschwemmender Anzahl gibt.

    Aber man kann auch nachlesen, wie Tabakwerbung wirkt, z.B. in einer Übersichtsstudie über 19 Langzeitstudien: in developed countries. In Tobacco Control 3 (3): 242–247.
    Lovato, Chris, Allison Watts, und Lindsay F. Stead 2011. Impact of tobacco advertising and
    promotion on increasing adolescent smoking behaviours. In Cochrane Database Syst Rev 10. http://
    onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD003439.pub2/pdf/standard
    Gefunden in http://www.unfairtobacco.org/wp-content/uploads/doppelte-last_web.pdf

  5. #5 Alisier
    30. Juni 2015

    @ Barbara
    “Ich bezweifle ein wenig” ist etwas anderes als “ich leugne”.
    Und ein wenig zweifeln ist selten verkehrt.
    Ich pfeife übrigens auf Werbung und kaufe konsequent Dinge für die ich keine Werbung gesehen habe. Der beworbene Konsument ist auch kein Kind und trägt durchaus ein Teil Verantwortung für dämliche Entscheidungen.
    Und “wir wissen doch alle” ist kein Argument, sondern eine sehr gewagte Behauptung.
    Ansonsten danke für die Studie.

  6. #6 Alexander
    30. Juni 2015

    @Alisier:

    Was ist mit den armen Tabakblätterpflückfrauen, die im Schweiße ihres Angesichts ihre Arbeit tun, um ihre kleinen Kinderchen zu ernähren?

    Ich fürchte, die Rolle der “kleinen Kinderchen” sieht anders aus:

    Schätzungsweise 78.000 Kinder arbeiten in Malawi auf Tabakplantagen. Zum Teil sind sie erst fünf Jahre alt. Im Schnitt verdienen sie 17 US-Cent pro Tag und müssen bis zu zwölf Stunden schuften. Eine Studie von Plan International kommt zu dem Ergebnis, dass die Kinder über den ständigen Hautkontakt mit den Tabakblättern bis zu 54 Milligramm Nikotin täglich aufnehmen. Das entspricht einem Konsum von 50 Zigaretten pro Tag. Da die Kinder ohne Handschuhe und Atemschutz arbeiten, leiden viele unter der so genannten grünen Tabakkrankheit. Diese äußert sich in Form von starken Kopf- und Bauchschmerzen, Husten, Atembeschwerden und Muskelschwäche.

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/18591/1463075

    Der weltweit größte Zigarettenhersteller Philip Morris kauft in Kasachstan Tabak von Zulieferern, die Kinder und Wanderarbeiter ausbeuten. Der SPIEGEL fand bei Recherchen vor Ort verheerende Verhältnisse vor.

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/spiegel-recherchen-philip-morris-profitiert-von-kinderarbeit-in-kasachstan-a-707119.html

    Dennoch: ich denke der Hauptgrund mit dem Rauchen anzufangen ist der Gruppendruck, und heute zunehmend ein Signal für die soziale Schicht, aus der man stammt, oder in der man sich bevorzugt aufhält.

    Ganz aktuell zum Thema “soziale Schicht” und “Aufenthalt”:

    Wie der britische Guardian berichtet, sind einer Erhebung einer australischen Statistikbehörden zufolge 84 Prozent aller Gefängnisinsassen Raucher.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/australien-gefaengnisinsassen-revoltieren-gegen-rauchverbot-1.2544100

    Aus Europa gibt es ähnliche Zahlen.

  7. #7 Joseph Kuhn
    30. Juni 2015

    Zum Thema Tabakwerbung noch was zum Nachlesen: Die (allerdings nicht mehr ganz taufrische) Broschüre “Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt” des DKFZ. Ein beeindruckendes Repertoire an Marketingmaßnahmen, das die Branche aufbietet. Auch interessant: In der Broschüre sind auf Seite 3 Marketingausgaben im Trend aufgeführt, die Ausgaben sind trotz der bisherigen Werbeeinschränkungen nicht rückläufig. Das Geld findet offensichtlich andere Wege, “um die Kunden zu informieren”, wie es die Tabaklobby immer gerne formuliert.

  8. #8 MichaelS.
    1. Juli 2015

    Was mich immer wieder so irritiert, ist das selektive Vorgehen der Politik. Ich begrüße das Werbeverbot für Tabakprodukte zwar umfänglich, würde mich aber noch mehr freuen, wenn auch die Werbung für Alkohol mit einem Verbot belegt werden würde.
    Beim Tabak wird draufgehauen, beim Alkohol ist man aber auf beiden Augen blind.

  9. #9 Orci
    1. Juli 2015

    Hat viel damit zu tun, dass man Zigaretten nicht trinken kann. Wenn meine Entscheidung zum Konsum nicht nur mich, sondern auch meine unmittelbare Umgebung betrifft, ist es halt so ne Sache.
    In diesem Zusammenhang: Ich hab mir letztens mal vorgestellt, wenn alle wartenden Raucher am Mannheimer Hauptbahnhof stattdessen pro Zigarette einen Kurzen kippen würden. Ich glaub, das wäre doch ein ziemlich schräges Bild…

  10. #10 Dr. Webbaer
    2. Juli 2015

    Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt plant, die Tabakwerbung endlich ganz zu verbieten.

    Ihr Kommentatorenfreund, Herr Dr. Kuhn, hat sich erlaubt das (für die Aussage: überflüssige) Wort ‘endlich’ hervorzuheben.

    Weil hier der Anfangsverdacht besteht, dass womöglich Emotionalität sozusagen freudianisch hinzugekommen ist, dieses Vorhaben begrüßend und aus dem Herzen keine Mördergrube machend, Meinung zu haben, den bösen Tabak betreffend.

    Ansonsten würde sich Ihr Kommentatorenfreund ein Gesamtbild wünschen, von Ihnen verlautbart und vertreten, das bestimmte Konsummittel, auch Suchtmittel, allgemein zu beschreiben in der Lage ist und wie Sie zu diesen allgemein stehen. [1]

    MFG
    Dr. W

    [1]
    Gelegentlich hat der Schreiber dieser Zeilen die Erfahrung gemacht, dass derjenige, der den einen oder anderen Gebrauch ablehnt, anderen Gebrauch beispringt.
    Dies ist bei Ihnen aber nicht der Fall?
    Weil dbzgl. ohnehin Asket?

  11. #11 RAJ
    2. Juli 2015

    Von wissenschaftlicher Seite gibt es zu dieser Frage ein Cochrane Review:

    Lovato C, Watts A, Stead LF. Impact of tobacco advertising and promotion on increasing adolescent smoking behaviours. Cochrane Database Syst Rev. 2011 Oct 5;(10):CD003439.

    [……]

    MAIN RESULTS: Nineteen longitudinal studies that followed up a total of over 29,000 baseline nonsmokers met inclusion criteria. The studies measured exposure or receptivity to advertising and promotion in a variety of ways, including having a favourite advertisement or an index of receptivity based on awareness of advertising and ownership of a promotional item. One study measured the number of tobacco advertisements in magazines read by participants. All studies assessed smoking behaviour change in participants who reported not smoking at baseline. In 18 of the 19 studies the nonsmoking adolescents who were more aware of tobacco advertising or receptive to it, were more likely to have experimented with cigarettes or become smokers at follow up. There was variation in the strength of association, and the degree to which potential confounders were controlled for.

    AUTHORS’ CONCLUSIONS: Longitudinal studies consistently suggest that exposure to tobacco advertising and promotion is associated with the likelihood that adolescents will start to smoke. Based on the strength and specificity of this association, evidence of a dose-response relationship, the consistency of findings across numerous observational studies, temporality of exposure and smoking behaviours observed, as well as the theoretical plausibility regarding the impact of advertising, we conclude that tobacco advertising and promotion increases the likelihood that adolescents will start to smoke.

  12. #12 Dr. Webbaer
    2. Juli 2015

    @ RAJ :

    Longitudinal studies consistently suggest that exposure to tobacco advertising and promotion is associated with the likelihood that adolescents will start to smoke. Based on the strength and specificity of this association, evidence of a dose-response relationship, the consistency of findings across numerous observational studies, temporality of exposure and smoking behaviours observed, as well as the theoretical plausibility regarding the impact of advertising, we conclude that tobacco advertising and promotion increases the likelihood that adolescents will start to smoke.

    Geht Richtung Tautologie.

    Funktionierte auch in anderen Bereichen möglicher Untersuchung, bspw. beim Anpreisen und sich möglicherweise in Folge anbietendem “Kauf” von Meinung.

    Ansonsten:
    (Natur-)Wissenschaftlichkeit hat sich ihre mögliche gesellschaftlichen Folgen betreffend, zumindest aus Sicht einiger, gelegentlich ein wenig zurückzunehmen.
    Die Geisteswissenschaft dagegen nicht, denn sie ist ihrem Wesen entsprechend hier sozusagen aus sich heraus enthemmt.

    MFG
    Dr. W

  13. #13 Alexander
    2. Juli 2015

    Das Forum Rauchfrei hat Referentenentwürfe (Gesetz und Verordnung) des Bundeslandwirtschaftsministeriums veröffentlicht:

    http://www.forum-rauchfrei.de/files/20150702_Referentenentwurf_Tabakerzeugnisgesetz.pdf

    http://www.forum-rauchfrei.de/files/20150702_Referentenentwurf_Tabakerzeugnisverordnuung.pdf

    Ich habe die Dokumente noch nicht gelesen, aber es heißt, dass in erster Linie ein Verbot der Außenwerbung geplant ist. Ein Sponsoring von Veranstaltungen durch die Tabakindustrie oder Werbung am Verkaufsort wäre also zum Beispiel weiterhin möglich! Das würde zu dem Bild passen, das ich von dieser Regierung habe.

  14. #14 Joseph Kuhn
    2. Juli 2015

    @ Alexander: Ja, was Tabak angeht, geht es im Wesentlichen um die Außenwerbung (es werden aber z.B. auch E-Zigaretten und Shishas in die schon bestehenden Werbeverbote einbezogen). Die Stuttgarter Zeitung hatte vor ein paar Tagen sogar bezweifelt, ob die Tabakwerbung überhaupt weiter eingeschränkt wird, weil das Kanzleramt nicht so recht wolle.

  15. #15 Alexander
    2. Juli 2015

    Vielleicht hat sich Herr Bohsem (der neue Stern am Himmel des investigativen Journalismus!) ja bei der US-Handelskammer informiert. Die kennt sich nämlich mit so etwas aus:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zigaretten-kostenlose-nachhilfe-1.2547708

  16. #16 Alexander
    2. Juli 2015

    @Joseph Kuhn: Ja, den Artikel aus der Stuttgarter Zeitung hatte ich gelesen! Vielleicht haben wir ja Glück und die CSU ist nun scharf darauf, endlich mal ein Gesetz unfallfrei durchzubekommen? 😉

  17. #17 Joseph Kuhn
    2. Juli 2015

    @ Alexander: Danke für den Link, der Beitrag scheint (noch?) nicht in der Printausgabe zu sein. Beunruhigend: “Laut Bericht ist Handelskammerchef Thomas Donohue persönlich an der Kampagne beteiligt. Er bemüht sich demnach gerade darum, Klagerechte für US-Tabakkonzerne im geplanten Transpazifischen Handelsabkommen (TPP) unterzubringen.” Etwa auch im transatlantischen Abkommen TTIP? Im Brief an die EU gibt es zumindest Andeutungen:
    http://graphics8.nytimes.com/newsgraphics/2015/06/22/cigarettes/assets/documents/european_union.pdf

  18. #18 Alexander
    2. Juli 2015

    Etwa auch im TTIP?

    Versuchen werden sie es bestimmt. Und falls es wie beim MAI (https://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Abkommen_%C3%BCber_Investitionen) wieder nicht klappt, dann wird eben ein neuer Anlauf unter anderem Label unternommen.

  19. #19 Alexander
    2. Juli 2015

    Im Brief an die EU gibt es zumindest Andeutungen: http://graphics8.nytimes.com/newsgraphics/2015/06/22/cigarettes/assets/documents/european_union.pdf

    Hmmm …

    Bob Stallman
    President
    American Farm Bureau Federation

    Ach, ist DAS diese Farmer-Lobby, von der die Tabakfreunde immer reden?

    (sorry, is gerade heiß hier)

  20. #20 Dr. Webbaer
    3. Juli 2015

    @ Herr Dr. Kuhn :
    Sie bleiben schon angefragt, warum Sie bestimmten für den Primaten anzunehmenderweise ungünstigen Verbrauch ablehnen und gleichzeitig kein Gesamtbild abgeben, was generell dbzgl. ungünstigen Verbrauch betrifft.

    Lösen Sie sich gerne dbzgl. beizeiten auf; ein Vorhalt einseitig zu werben, gegenzuwerben sozusagen, n-fache Standards zu pflegen, könnte beizeiten von Ihnen abgewehrt werden.

    Auch i.p. Glaubwürdigkeit.

    MFG
    Dr. W

  21. #21 Joseph Kuhn
    3. Juli 2015

    @ Webbär: Mein Auto hat einen ungünstigen Verbrauch. Und bei wem soll ich ein Gesamtbild abgeben, bevor ich mich auflöse?

  22. #22 s.Pepper
    3. Juli 2015

    die Haupterkrankungsursache Nr.1 wird die COPD: Lt. WHO soll das an den ständig zunehmenden Feinstaubbelastungen global liegen.
    Warum kommt denn mal jetzt keiner auf die Idee , Autos als Hauptverursacher global zu verbieten.
    Also, Rauchen kann von mir aus verboten werden. Aber das macht nur die Schmuggler und Kippenfabrikanten noch reicher als sie eh schon sind.
    Und die haben eine mächtige Lobby!

  23. #23 Alexander
    3. Juli 2015

    @s.Pepper:

    Nur zur Anregung:

    Feinstaub: Zigaretten gefährlicher als Verkehr

    http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/711216/Feinstaub_Zigaretten-gefaehrlicher-als-Verkehr

  24. #24 S..Pepper
    4. Juli 2015

    @Alexander

    ja sicher hast du recht, vor allem die Paffer saugen das Zeugs ja zusätzlich auf!
    Doppelstrategie um sich kaputt zu machen!
    Das Rauchen sollte generell überall in er Öffentlichkeit verboten werden! Punkt!

    1.) es stinkt wie die Hölle ( gerade Kippen)
    2.) der Nutzen ist im Minusbereich, auch fiskalisch.

  25. […] kritisiert zu Recht Medien wie die Süddeutsche die der Tabaklobby nach dem Mund schreiben. Ein Werbeverbot hätte sehr wohl Vorteile, schreibt unser […]

  26. #26 Alexander
    5. Juli 2015

    Das liest sich nicht übel:

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/geplantes-tabakwerbeverbot-nur-die-lobbyisten-protestieren/12012968.html

    Ob das ausreichen wird, um ein Abrutschen auf den letzten Platz der nächsten Tobacco Control Ranking Scale zu verhindern?

  27. #27 Joseph Kuhn
    5. Juli 2015

    @ Alexander: Vielleicht ist ja der letzte Satz im Tagesspiegelbeitrag der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Geschichte: Verbot der Außenwerbung als Akt der Brandrodung, damit die Forderung nach plain packages erst gar nicht auf den Tisch kommt? Wer weiß.

  28. #28 Alexander
    5. Juli 2015

    @Joseph Kuhn: Hier eine Darstellung aus einem Artikel von Ende 2014:

    Mit der Tabakproduktrichtlinie hat die EU-Kommission den Mitgliedsländern die Möglichkeit eröffnet, über die größeren Warnhinweise und Schockerfotos hinaus strengere Vorschriften zur Packungsgestaltung zu erlassen. Von dieser Hintertür machen Irland und Co. nun Gebrauch. Die EU-Statuten sehen zwar vor, dass die Kommission die Iren stoppen könnte. Bislang deutet wenig darauf hin, dass sie es tut. Die Tabakbranche befürchtet, dass dahinter Kalkül steckt. Wenn erst einmal in Irland und mehreren anderen EU-Staaten die Einheitsverpackung Gesetz ist, so die Sorge, könnte die EU-Kommission bald zum nächsten Schlag ausholen und die Einheitsverpackung EU-weit durchsetzen. Und zwar mit dem Argument, um auf dem EU-Binnenmarkt für die gleichen Konditionen zu sorgen.

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.zigaretten-plain-packaging-markenrechte-loesen-sich-in-rauch-auf.dd7ad77f-6427-46a3-9e01-afa19bdfe33a.html

  29. #29 Alexander
    6. Juli 2015

    Ausgerechnet Bloomberg, der sich über Jahre hinweg lauthals gegen das Rauchen stark gemacht hat, schlug vergangene Woche beim größten internationalen Branchentreffen der Konsumgüterindustrie in New York plötzlich ganz neue Töne an und überraschte damit das Publikum.

    Statt wie bisher schärfere Regeln für Zigarettenhersteller zu fordern, outete er sich als Sympathisant der Branche. Er warnte vor zu viel staatlicher Regulierung in der Tabakindustrie und machte sich für die Freiheit der Raucher stark: “Es muss erlaubt sein, sich selbst umzubringen.” Mit diesen Worten zitiert ihn die Lebensmittelzeitung in ihren aktuellen Ausgabe. Ganz so, als habe Bloomberg noch nie etwas von den Risiken des Passivrauchens gehört oder den immensen Krankheitskosten, die durch das Rauchen verursacht werden und zum großen Teil von der Allgemeinheit getragen werden müssen.

    Die Gründe für Bloombergs Sinneswandel blieben im Dunkeln.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nahaufnahme-der-raucher-versteher-1.2552802

    Seltsam.

  30. #30 Joseph Kuhn
    6. Juli 2015

    In Kommentar #7 habe ich auf eine schon etwas ältere Broschüre des DKFZ zur Tabakwerbung hingewiesen. Speziell zum Direktmarketing und der Ansprache von Jugendlichen gibt es auch etwas ganz Neues:
    http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Rote_Reihe_Band_21_Direktmarketing_fuer_Tabakprodukte_in_Deutschland.pdf

  31. #31 Alexander
    18. Juli 2015

    Erlaubt bleibt Sponsoring, und das betreibt gerade die Tabakbranche exzessiv. Viele Sommerfeste im politischen Berlin in den letzten Wochen unterstützte sie finanziell […]. Beim Parlamentskreis Mittelstand der Union beispielsweise stand der Bundesverband der Zigarrenindustrie selbstverständlich auf der Sponsorenliste […]

    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Wider-den-blauen-Dunst;art4306,3339160

  32. #32 Joseph Kuhn
    21. Juli 2015

    Einer Pressemitteilung des Forums Rauchfrei in Berlin heute vormittag zufolge blockiert das Wirtschaftsministerium ein Verbot der Außenwerbung, Zitat Wirtschaftsministerium:

    „Ein totales Tabakwerbeverbot würde aber die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Berufsausübung einschränken. Dadurch wären insbesondere kleine Betriebe und Kinos, die einen nennenswerten Teil ihres Umsatzes über Tabakwerbung bzw. –-verkauf erwirtschaften, in ihrer Existenz gefährdet. Für Städte und Gemeinden würde ein komplettes Webeverbot im Außenbereich erhebliche Einbußen mit sich bringen. Es bestehen sehr langfristige Werbenutzungsverträge. Ein Wegfall der Einnahmen würde die Wahrnehmung kommunaler Aufgaben gefährden und die Städte zu Vertragsstrafen zwingen.“

    Das Argument mit den kleinen Kinos, die sich über Tabakwerbung finanzieren, muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

  33. #33 Dr. Webbaer
    21. Juli 2015

    Das ist kein ‘Zitat Wirtschaftsministerium’, sondern die Interpretation einer womöglich vorliegenden Nachricht aus dem bundesdeutschen Wirtschaftsministerium.

    MFG
    Dr. W (der auch den Globalverweis auf das “Forum Rauchfrei” nicht so-o hilfreich findet, es gerne substanzieller hätte – Zeit ist bekanntlich Geld)

  34. #34 Joseph Kuhn
    21. Juli 2015

    @ Webbär:

    “Das ist kein ‘Zitat Wirtschaftsministerium’, sondern die Interpretation ..”

    Woher wollen Sie das denn schon wieder wissen? Laut der Pressemitteilung des Forums Rauchfrei ist das ein Auszug aus einem Mail des Wirtschaftsministeriums, also ein Zitat. Wenn Sie es “gerne substanzieller” hätten, müssen Sie entweder selbst das Wirtschaftsministerium fragen oder die NSA. Ich kann nur anbieten, was ich habe.

  35. #35 Alexander
    22. Juli 2015

    Die Presseerklärung des Forum Rauchfrei zur Position des Wirtschaftsministeriums findet man unter

    http://www.forum-rauchfrei.de/index.php?did=20150721_bmwi_blockiert_tabakwerbeverbot.doc

    Im Januar hat sich das SPD-Magazin „Berliner Republik“ bei der Finanzierung der Feier zum 15-jährigen Bestehen übrigens von einem Tabakkonzern unterstützen lassen. Dass Wirtschaftsminister Gabriels Ansicht zum Thema Tabakwerbung durch rein selbstlose Gaben eines Tabakkonzerns irgendwie beeinflusst werden könnte, ist selbstverständlich völlig abwegig!

    http://www.forum-rauchfrei.de/index.php?did=20150211_pe_spd_berliner_republik.doc

    http://www.forum-rauchfrei.de/files/20150211_pe_berliner_republik_bilder.pdf

  36. #36 Dr. Webbaer
    22. Juli 2015

    @ Herr Dr. Kuhn :
    Freundlicherweise erst einmal den passenden Webverweis beigebracht:
    -> http://www.forum-rauchfrei.de/index.php?did=20150721_bmwi_blockiert_tabakwerbeverbot.doc

    Bei der Quellenarbeit hapert es jedenfalls bei den Rauchgegnern, das Zitat (Kommentar #32) steht sozusagen in der Luft, genau so wird der Schreiber dieser Zeilen im Web nicht gerne bedient,
    MFG
    Dr. Webbaer (no german umlaute pls)

  37. #38 Alexander
    26. Juli 2015

    Pro Rauchfrei (nicht zu verwechseln mit dem Forum Rauchfrei!) will die Person identifiziert haben, die im Bundeswirtschaftsministerium auf der Bremse steht, wenn es darum geht, die Zahl der Tabaktoten durch wirksame Gesetze zu verringern. Es soll sich dabei um den beamtete Staatssekretär Matthias Machnig handeln, der angeblich eine enge Verbindung zu Detmar Karpinski, Chef der Werbeagentur KNSK, zu deren zahlungskräftigen Kunden British American Tobacco (BAT) gehört, pflegen soll.

  38. #39 Alexander
    27. Juli 2015

    Bereits eine kurze Internetrecherche fördert das hier zutage:

    Die Agentur hat sich den Werbeetat der Zigarettenmarke Prince (British American Tobacco) geholt. KNSK nimmt Lowe, Lintas & Partners sozusagen die Kippe aus der Hand. KNSK hat sich um die deutsche Tabakkultur bereits verdient gemacht: Die Agentur wirbt seit 15 Jahren für Lucky Strike, ebenfalls eine British American Tobacco-Marke.

    http://kress.de/alle/detail/beitrag/42706-prince.html

    http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=na&dig=2006%2F07%2F03%2Fa0247&cHash=44ae524a97

    Die Kampa-Kumpel

    Ob in Partei- oder Regierungsamt – wo SPD-Mann Matthias Machnig etwas zu sagen hat, kommt oft dieselbe Werbeagentur ins Geschäft.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-126830885.html

  39. #40 Joseph Kuhn
    27. Juli 2015

    @ Alexander: Du wirst doch nicht das Mitgefühl von Herrn Machnig für die kleinen Kinos in Zweifel ziehen, die angeblich ohne Tabakwerbung nicht überleben können? 😉

  40. #41 Joseph Kuhn
    27. Juli 2015

    Forum Rauchfrei hat mir heute das Mail des Wirtschaftsministeriums zur Veröffentlichung weitergeleitet:

    Tabakwerbung
    Von: buergerdialog@ bmwi.bund.de
    An: aktionszentrum@ forum-rauchfrei.de
    Datum: 20.07.2015 12:37:49

    Sehr geehrter Herr Spatz,

    Herr Bundesminister Gabriel hat uns gebeten, Ihnen zu antworten und wir bitten Sie um Verständnis, dass ein persönliches Gespräch mit Herrn Gabriel aufgrund seiner vielfältigen Verpflichtungen, leider nicht möglich ist. Das Angebot auf Fachebene ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter des für Ihr Anliegen zuständigen Fachreferates in unserem Haus zu führen, besteht gleichwohl fort.
    In Ihren Schreiben sprechen Sie die Haltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zu den Vorschlägen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der Umsetzung der neuen Tabakproduktlinie an.
    Vor dem Hintergrund eines demokratischen Leitbildes, welches die Bürgersouveränität in den Fokus stellt, muss auch für legale Produkte geworben werden können, wenn dies mit europäischem sowie nationalem Recht vereinbar ist. Tabakerzeugnisse sind gegenüber Erwachsenen frei händelbare Produkte.
    Wie bei jedem Gesetzesentwurf gilt es, die Interessen aller Betroffenen in einem angemessenen Verhältnis zu berücksichtigen:
    Aufgrund der gesundheitlichen Gefahren, die mit dem Genuss von Tabakwaren verbunden sein können, unterliegen die Produkte nach geltendem Recht besonders strengen Werberestriktionen. Seit der Einführung dieser Restriktionen ist die Tabakwerbung in Deutschland deutlich zurückgegangen. Ein totales Tabakwerbeverbot würde aber die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Berufsausübung einschränken. Dadurch wären insbesondere kleine Betriebe und Kinos, die einen nennenswerten Teil ihres Umsatzes über Tabakwerbung bzw. –-verkauf erwirtschaften, in ihrer Existenz gefährdet. Für Städte und Gemeinden würde ein komplettes Webeverbot im Außenbereich erhebliche Einbußen mit sich bringen. Es bestehen sehr langfristige Werbenutzungsverträge. Ein Wegfall der Einnahmen würde die Wahrnehmung kommunaler Aufgaben gefährden und die Städte zu Vertragsstrafen zwingen.
    Wir hoffen, dass unsere Ausführungen etwas zum besseren Verständnis beitragen konnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Team vom Bürgerdialog

    Referat LB 3 – Bürgerdialog
    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Scharnhorststr. 34-37
    10115 Berlin
    Telefon: 030 18615 0
    Fax: 030 18615 5300
    E-Mail: buergerdialog@ bmwi.bund.de
    Internet: http://www.bmwi.de

  41. #42 Alexander
    28. Juli 2015

    “Raucherlobby auf Erfolgskurs — Bundesregierung blockiert Werbeverbote für Zigaretten” (Kontraste vom 07.02.13)

    https://www.youtube.com/watch?v=iqn9ffWf2Yc

    Kann man sich immer noch gut anschauen. Nur der Ministerdarsteller hat gewechselt.

  42. #43 Alexander
    29. Juli 2015

    Aus dem Antwortschreiben des drogenpolitischen Sprechers der Fraktion DIE LINKE im Bundestag an das Forum Rauchfrei:

    Im Bundestag habe ich mit meiner Fraktion beantragt, das Tabakrahmenübereinkommen endlich umzusetzen und ein vollständiges Tabakwerbeverbot einzuführen (Drucksache 17/12838). In dem Antrag ist auch eine kurze Übersicht über die unrühmliche Rolle, die Deutschland in dieser Frage gespielt hat, zu finden. Leider haben diesem Antrag die Fraktionen von CDU/CSU, FDP und auch die SPD nicht zugestimmt, sonst hätte das Werbeverbot bereits vor Jahren Wirklichkeit werden können. Die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie bietet erneut die Chance, das Werbeverbot umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass sich die Abgeordneten aller Fraktionen, die für ein Werbeverbot einstehen, gemeinsam durchsetzen werden. Ich und meine Fraktion stehen solch einer fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit offen gegenüber und fordern die Abgeordneten der Koalition auf, sich nicht von einseitigen wirtschaftspolitischen Interessen unter Druck setzen zu lassen.

    http://www.forum-rauchfrei.de/files/20150729_awforumrauchfrei_150728.pdf

  43. #44 Alexander
    3. November 2015

    Auch Mortler hält ein solches Werbeverbot für überfällig und versicherte: “Ich setze mich Tag und Nacht dafür ein.” Nach ihren Worten soll ein entsprechendes Gesetz voraussichtlich in dieser oder in der nächsten Woche vom Kabinett beschlossen werden. Wann ein Werbeverbot für Zigaretten in Kraft tritt, ließ die Drogenbeauftragte allerdings offen: “Ich kann mir vorstellen, dass es hier sicherlich eine Übergangszeit gibt.”

    Eine Übergangszeit, natürlich. Bis 2018 oder bis 2020?

    http://www.sueddeutsche.de/news/gesundheit/gesundheit-tabakatlas-berliner-rauchen-mehr-als-bayern-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-151102-99-11876

  44. […] schrägen Ansichten des „Verbands der deutschen Rauchwarenindustrie“ waren hier auf Gesundheits-Check schon einmal Thema. Gestern hat der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Michael von Foerster, […]

  45. #46 Alexander
    22. September 2016

    Mehr als 100 Medizinprofessorinnen und -professoren appellieren an die Mitglieder des Deutschen Bundestags der Regierungsfraktionen, die bestehenden Tabakwerbeverbote auszuweiten.

    http://www.aerzteblatt.de/fachgebiete/pneumologie/news?nid=70623&aid=

    Und wieder ein Jahr vergangen, ohne dass sich etwas getan hat. Vielleicht sollte man die Abgeordneten der Christenparteien einfach direkt fragen, wie hoch denn die Parteispende ausfallen müsste, damit sie “umdenken”?

  46. […] Deutschland ist das letzte Land in der EU, in dem noch auf Plakaten und im Kino für Zigaretten geworben werden darf. Eigentlich wollte die Bundesregierung das endlich ändern und hat im Frühjahr ein weitreichendes Tabakwerbeverbot beschlossen. Erst ab 2020, aber immerhin. Das Thema und die merkwürdigen Einlassungen der Tabaklobby dazu wurden auch hier auf Gesundheits-Check schon diskutiert. […]