Unter den Homöopathen gibt es bestimmt viele, die an ihre Sache glauben, es gibt bestimmt auch viele, die ihren Patienten wirklich helfen, wenn auch nicht mit dem süßen Nichts, sondern durch das Behandlungssetting. Die Homöopathen, die nicht allzu abgedreht sind, wären vermutlich auch gute „Schulmediziner“. Aber der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) ist aus anderem Holz geschnitzt. Gerade hat er das Buch „Homöopathie neu gedacht“ der vom Glauben abgefallenen Ärztin Natalie Grams rezensiert. Die „Rezension“ ist ein beeindruckendes Dokument verbohrter Rechthaberei, sie lässt nicht einen Hauch von Nachdenklichkeit erkennen. Frau Grams hat die Seiten gewechselt, sie wird ins feindliche Lager einsortiert, fertig. Das Ganze endet damit, dass Frau Grams mit ihren eigenen Worten als Einzelfall dargestellt wird. Was noch fehlt, ist, dass der Zuckerverein die abtrünnige Kollegin der Ketzerei bezichtigt. So sehr ich, wie gesagt, einzelnen Homöopathen Gutgläubigkeit zugestehe: Beim DZVhÄ handelt es sich um eine knallharte Lobbyorganisation, die ihr Geschäft gegen jede Bedrohung verteidigt, vor allem gegen besseres Wissen. Das unterscheidet sich in Nichts (!) von der Tabaklobby.

Ich will dazu auch gar nicht mehr schreiben, man ärgert sich nur über die selbstgewisse Dreistigkeit dieser Leute. Bei Frau Grams selbst, beim unermüdlich genau hinguckenden Norbert Aust und bei der Skeptikerbewegung wird die Rezension der Homöopathielobby ohnehin schon zur Genüge kritisiert.

Stattdessen will ich wieder einmal etwas Positives zur Homöopathie zu sagen. Vor drei Jahren hatte ich ja schon über eine qualitativ hochwertige Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie im humanmedizinischen Bereich berichtet. Jetzt bin ich auf eine Sache gestoßen, die noch besser ist und bei der jeder Placeboeffekt auszuschließen ist: Wir haben derzeit Rekordtemperaturen, viele Pflanzen leiden unter Hitzestress, so mancher Strauch verliert die Blätter, so manche Blume lässt den Kopf hängen. Ein Notfall. Und dafür gibt es, man ahnt es, homöopathische Notfalltropfen für Pflanzen. Ich will jetzt nicht fragen, wie dieses Mittel in einer längeren Anamnese individuell für jede Blume persönlich ausgewählt wird, das wäre ein billiger Witz. Nein, ich bin überzeugt davon, dass das Mittel tatsächlich gegen Hitzestress bei Pflanzen wirkt. Verdünnt man es (oder wie man das in dem Fall nennt) in ausreichend Wasser und gießt damit vorsichtig nach Sonnenuntergang, hilft das Zeug jeder von Vertrocknung bedrohten Pflanze. Garantiert. Möglicherweise hilft es noch besser, wenn man vertrocknete Blätter zerreibt, untermischt, verschüttelt und mitgießt. Wegen dem Smileyprinzip, oder wie das bei den Homöopathen heißt. Die Homöopathie hat eben doch recht.

Kommentare (61)

  1. #1 Daniel Elstner
    Berlin
    7. August 2015

    Also ich bin ja ein überzeugter Anhänger des Smiley-Prinzips. 😀 Good for them!

  2. #2 Daniel Elstner
    Berlin
    7. August 2015

    In Bezug auf die erfrischende Argumentationsweise der Homöopathieanhänger fällt mir immer folgendes ein:

    Anders als der Teufel musste ein Homöopath noch nie seine Großmutter umbringen.

  3. #3 Alisier
    7. August 2015

    Gut, Frau Grams ist also vom Glauben abgefallen.
    Was mich auch sehr interessiert ist, wieso man überhaupt der Homöopathensekte beitritt. Denn dass man als Kind indoktriniert wurde, ist bei diesem sehr speziellen Schwachsinn eher nicht anzunehmen.
    Wie kommt es also, dass ein halbwegs gebildeter Mensch das wirre Zeug, das ihm die Homöopathen vorsetzen, einfach so schluckt? Und sich die Skepsis erst Jahre später Bahn bricht?
    Ich möchte dabei nicht missverstanden werden, denn ich freue mich bestimmt über jeden Aussteiger, aber dennoch: ich finde es immer recht merkwürdig wenn Menschen, die nicht ganz blöd sind, einem derartigen Unsinn erstmal voll auf den Leim gehen.

    • #4 rolak
      8. August 2015

      Wie kommt es also

      Sehr bekannte, auch schon bei mir an der Vernunft gezupft habende, mit gräßlich starker Überzeugungskraft behaftete Effekte, Alisier, einige ziemlich hübsch bei nichts als die Wahrheit beschrieben.

      Die Rückkopplung zwischen Patient und Schaman*n im gefühlten ErfolgsFalle verstärkt die Klebkraft der DenkFalle, projiziert dieses dynamische Duo als Dreamteam der jeweiligen Unpäßlichkeit ans Firmament der Eigenwelt. Und ja, es gibt tatsächlich eine reale, positive Wirkung dieses Mechanismus’, analog zu den gruppendynamischen Effekten bei anderen, insbesondere religiös Gläubigen.

  4. #6 Andreas
    7. August 2015

    Haha ja sehr lustig geschrieben. Wie wäre es mit einem einfachen Selbstexperiment: täglich 2 Tropfen Thuja LM 18 als Dilution einnehmen – sagen wir über ein halbes Jahr ganz ohne Behandlungssetting – nur der Skeptiker und das süße Nichts… Mutige vor!

    • #7 Joseph Kuhn
      7. August 2015

      @ Andreas:

      “Mutige vor!”

      Depperte vor! Warum ein halbes Jahr täglich etwas Sinnloses tun? Gegenvorschlag: Lesen Sie täglich zwei Seiten einer Einführung in die Wissenschaftstheorie, sagen wir über ein halbes Jahr. Wenn Sie danach nicht klüger sind, wechseln wir das Buch. Irgendwann finden wir schon das richtige.

  5. #8 dgbrt
    8. August 2015

    Homöopathie ist wie Astrologie.
    Wissenschaftliche Methoden werden ignoriert, der Kunde glaubt es ja auch so.

    Mann, was wird ein sch… Geld mit der Dummheit von Menschen verdient. Ich kann mich gar nicht genug darüber aufregen.

    Haben wir heute den 1. April?

  6. #9 BreitSide
    Beim Deich
    8. August 2015

    …und Globuli, in entsprechenden Mengen genommen, helfen sicher bei Unterzuckerung… 😆

    • #10 Joseph Kuhn
      8. August 2015

      Oder dagegen, dass der Kaffee zu bitter ist, aber das über ein halbes Jahr ist doch ziemlich teuer.

  7. #11 smyier
    8. August 2015

    Besagt das Smiley-Prinzip nicht eher, dass man als Urtinktur etwas verwendet, dass bei einer gesunden Pflanze, um beim Thema zu bleiben, die gleichen Symptome wie die bei der zu behandelnden Pflanze zu beobachtenden, auslöst?

    Ich schlage daher als Notfalltropfen vor: autumnus C30 als Dilution

  8. #12 Alisier
    8. August 2015

    @ rolak @Joseph Kuhn
    Zu den Gründen: klar, das sind alles wirkmächtige, psychologisch-soziale Hebel, aber…..
    Die Grundbehauptung ist so dermaßen blödsinnig, dass etwas Basiswissen und Recherche ausreichen sollten, in schallendes Gelächter auszubrechen.
    Also: warum lacht keiner?

    • #13 Joseph Kuhn
      8. August 2015

      @ Alisier:

      “Also: warum lacht keiner?”

      Weil wir Respekt vor dem Glauben anderer Menschen haben und darum darüber keine Witze reißen. Außerdem nehmen wir täglich zwei Kügelchen Homöopathicum C30, das ist potenzierter Zucker, auf Zucker übertragen, da vergeht einem das Lachen.

    • #14 rolak
      9. August 2015

      warum lacht keiner?

      Josephs Erklärungsansatz mit Respekt ist ein hehrer – meiner mehr pragmatisch: So ungemein hilfreich Humor in diversen Situationen sein kann, bei dem Versuch einen Gläubigen zum Denken, zum Kratzen am eigenen Weltbild anzuregen dürfte Lachen eher bewirken, daß es ihm erleichtert wird, sich in eine MärtyrerRolle zu begeben – ein Vorgang, der seinen Glauben verstärkt, die Scheuklappen noch enger zurrt.

      Falls Du allerdings gefragt haben solltest, warum unter den Gläubigen kein Gelächter ausbricht: a) wie die Blasphemie-Debatten zeigen, passen Humor und Glaube kaum zusammen und b) extrem dämpfend wirkt das dynamische Duo kognitive Dissonanz / Selbstrechtfertigung. Und immerhin hats bei Tante Erna ja geholfen.

      Nee, sorry, es war von Tante Erna ihrem Schwager seiner neue Freundin ihrer Kollegin die Tochter.

  9. #15 Hans Gensch
    8. August 2015

    Danke für diesen schönen Artikel, der mir den Samstag morgen sehr erheitert hat!

  10. #16 Klaus
    8. August 2015

    Offenbar muss man wissen, was “Thuja LM 18 als Dilution” ist, um den Witz(?) oder den Unsinn(?) von #6 Andreas zu verstehen: ich jedenfalls kann damit nix anfangen.

    • #17 Joseph Kuhn
      8. August 2015

      @ Klaus: Ich vermute, es ging “Andreas” in Kommentar #6 darum, dass die LM-Potenzen in seinen Kreisen als Hochpotenzen gelten, die besonders wirksam seien, daher nur von erfahrenen Homöopathen angewandt werden dürften und Thuja dazu noch von Hahnemann höchstselbst als “ungemein kräftige Arzneisubstanz” angesehen wurde. Daher sieht “Andreas” das Einnehmen des Mittels wohl als Mutprobe. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus: Würde man den Pflanzenextrakt nur wenig verdünnen, ist es wirklich eine Mutprobe, Thuja ist hochgiftig.

  11. #18 Alisier
    8. August 2015

    Nachtrag: ich habe sehr wohl gelacht, Joseph, und deinen Vorschlag zur Anwendung der Homöopathie bei Hitzestress im Bereich Pflanzen auch gleich an einige weitergegeben.
    Und da kommen wir dann zum Kern des Glaubenspudels: es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer falsch ihn zu respektieren. Wer ihn dennoch respektiert, dem fehlt es an Respekt für den Menschen, der vom Pudel gebissen wurde.

  12. #19 Evil Dude
    Weit weg von Dir!
    8. August 2015

    In dem Fall stimmt es sogar, dass es umso mehr hilft, je höher die Potenz ist, zumindest dann, wenn man die Menge der Ursubstanz dabei nicht verringert. Was kann der Homöopathiegläubige denn noch mehr wollen?

  13. #20 Alisier
    9. August 2015

    @ rolak
    Richtig, es ging nicht darum, sich über die Gläubigen lustig zu machen, sondern die Frage bezog sich darauf, warum die Leute nicht SELBST über den ganzen Quatsch lachen können.
    Und du hast fei recht: würde man sie auslachen, erstickte man eventuell jede Möglichkeit zum Denken anzuregen.
    Und Humor und Ideologie passen schon allein deswegen nicht zusammen, weil das Gelächter der Drinhängenden mit die effektivste Art ist, wie man Glaubenssysteme zum Einsturz bringt.
    Wenn ich mich allerdings über Globuli, Jungfrauengeburt oder Ähnliches wegschmeiße, ist es leider oft nicht zu verhindern, dass bei den diversen Gläubigen alle Sicherungen rausfliegen, denn sie trennen irgendwann nicht mehr zwischen der Ideologie und sich selbst.
    Und deswegen macht es dann doch keine Unterschied: ob ich nun über Globuli oder Jesus lache: die Tiefgläubigen nehmen es sowieso persönlich.

    • #21 Joseph Kuhn
      9. August 2015

      Sollte der Ironiefaktor in meinem Kommentar #13 nicht ganz wahrgenommen worden sein: Ich habe überhaupt kein Problem damit, über den Käse zu lachen, den Homöopathen zur Erklärung der Wirkungsweise ihrer Mittel vorbringen. Deswegen muss man nicht gleich jeden Homöopathen als Menschen lächerlich machen, darunter gibt es ja ganz nette Exemplare und vermutlich sind auch manche homöopathische Ärzte – obwohl sie komisches Zeug glauben – therapeutisch besser als manche ihrer zuckerfreien Kollegen. Aber über das komische Zeug, das sie glauben, darf man lachen, warum denn nicht? Humor ist eine legitime Form der Kritik.

  14. #22 Alisier
    9. August 2015

    Es wurde wahrgenommen, Joseph. Nicht dass du jetzt anfängst überall Smileys hinzupappen…..
    Aber das Problem das als persönlich empfundenen Angriffs, wenn man lediglich ein Konzept kritisiert , ist halt nicht so einfach zu lösen.
    Ich denke, ich hatte das vor langer Zeit schon mal erwähnt: es werden natürlich mit der “Du beleidigst mich zutiefst, wenn du das was ich glaube in Frage stellst”-Position sämtliche möglichen Diskussionsbrücken gesprengt. Und das möchte ich niemandem einfach so durchgehen lassen.
    Respektieren kann und sollte man nur die Menschen, und nicht die von ihnen vertretenen Ideologien. Ich denke, da könnten wir uns einig sein.
    Und dass die Menschen sich bei Ideologiekritik getroffen fühlen, nehme ich wohl wahr. Nur ist es meiner Meinung nach der falsche Weg, das Infragestellen einzustellen, weil jemand zu heulen anfängt.

    • #23 Joseph Kuhn
      9. August 2015

      @ Alisier:

      Völlig d’accord. 😉 😉

      (Smiley-Prinzip!)

  15. #24 miesepeter3
    10. August 2015

    @Joseph Kuhn

    “Humor ist eine legitime Form der Kritik.”
    Überflüssige Rückenoperationen, die noch mehr Schmerzen bewirken, Hormonersatztherapien, die die Beschwerden in den Wechseljahren in Luft auflösen sollen und doch nur die Gefahr von Brustkrebs enorm erhöhen (neben anderen “netten” Auswirkungen), verbraten von Schläfenlappen gegen leichte Geisteskrankheiten, die nur zu völliger Verblödung führten, aber trotzdem mit dem Nobelpreis bedacht wurden, ca. 40.000 Tote im Jahr wegen falscher Diagnosen und Medikamentierung nur in Deutschland und …. und…. und…. .
    Ich würde auch gerne diese Art kritik dort anwenden, aber irgendwie kann ich darüber überhaupt nicht lachen.
    Wer im Glashaus sitzt……..

    • #25 Joseph Kuhn
      10. August 2015

      @ Miesepeter3:

      1. Was Sie sagen, hat nichts damit zu tun, dass die Homöopathie die Leute verdummt.
      2. Niemand hat hier Irrtümer und Missstände in der Medizin verteidigt.
      3. Wer meint, mit Irrtümern und Missständen in der Medizin die der Homöopathie rechtfertigen zu können, ist ein wahrer Meister des Ähnlichkeitsprinzips.
      4. Sie müssen jetzt nur noch die letzte Schlussfolgerung ziehen: dass deswegen die Irrtümer und Missstände in der Medizin gerechtfertigt sind, dann fällt Ihnen auch auf dass an Ihrer Argumentation irgendetwas nicht stimmig ist.

  16. #26 miesepeter3
    11. August 2015

    @Joseph Kuhn

    “3. Wer meint, mit Irrtümern und Missständen in der Medizin die der Homöopathie rechtfertigen zu können, ist ein wahrer Meister des Ähnlichkeitsprinzips.”

    Danke für die Blumen. Aber irgendwie verwechseln Sie da was. Ich habe nirgendwo die Homöopathie “gerechtfertigt”.
    Ich habe festgestellt, dass genau das, was sie und andere der Homöopathie vorwerfen, seit Anbeginn der normalen Medizin, diese in genau der gleichen weise tut. Ich nehme da immer gerne das Besispiel der Lobotomie, eines der bösesten Nichtfunktionen der Medizin. Es wurde den Leuten vorgemacht, das diese “wissenschaftlich einwandfreie” Behandlungsmethode die geistige Gesundheit wieder herstelle. Das schlimstmögliche Ergebnis war dann die Wirklichkeit. Und diese Methode wurde als Meilenstein in der Behandlung bestimmter Hirnfehlfunktionen gefeiert, quasi mit den gleichen oder doch sehr ähnlichen Argumenten, wie es heute die Anhänger der H. tun. Das war seinerzeit weder ein Irrtum, noch ein Missstand. Schon nach den zwei, drei ersten Operationen kontte man deutlich den “Erfolg” erkennen und hat dann wider besseren Wissens lustig weiter gekokelt.
    Und genau diese Einstellung, das Festhalten an falschen oder überholten Behandlungsformen trotz besseren Wissens, ist in der heutigen Medizin mindestens ebenso weit verbreitet, wie das der Homöopatieanhänger. Insoweit werfe ich den Kritikern der H. Doppelmoral vor, wenn sie über die Feststellung hinaus, dass die H. nicht funktioniert, deren Anhängern Verdummung und bewußte Täuschung vorwirft.
    Das berühmte Glashaus…..
    Und deshalb greift auch Punkt 4 Ihrer Ausführungen nicht.

    • #27 Joseph Kuhn
      11. August 2015

      “Ich habe nirgendwo die Homöopathie “gerechtfertigt”. Ich habe festgestellt, dass genau das, was sie und andere der Homöopathie vorwerfen, seit Anbeginn der normalen Medizin, diese in genau der gleichen weise tut. … Insoweit werfe ich den Kritikern der H. Doppelmoral vor …”

      Komisch, für mich ist das eine Verteidigung der Homöopathie nach dem Sandkastenstreit-Muster, “aber die andern machen das auch”.

      Und das mit dem Glashaus verstehe ich erst recht nicht. Wer sitzt hier denn im Glashaus und warum? Sie wehren sich dagegen, dass Ihre Medizinkritik als Verteidigung der Homöopathie interpretiert wird, unterstellen aber offensichtlich den Homöopathiekritikern, dass sie die Missstände in der Medizin verteidigen. Hier hat niemand kritikwürdige Behandlungsmethoden der Medizin verteidigt. Wenn es Ihnen nicht um die Verteidigung der Homöopathie, sondern um Medizinkritik geht, kommentieren Sie doch einfach bei den medizinkritischen Blogbeiträgen, z.B. hier oder hier.

  17. #28 IO
    12. August 2015

    @ Miesepeter
    Du behauptest
    “ca. 40.000 Tote im Jahr wegen falscher Diagnosen und Medikamentierung nur in Deutschland”

    Es gibt etwa 360.000 aktive Ärzte in Deutschland.

    Im Durchschnitt ging jeder Versicherte 2012 siebzehn Mal zum Arzt (unglaublich oft, finde ich). Es gibt etwa siebzig Millionen gesetzlich Versicherte. Das macht etwa 1,2 Milliarden Arzt-Patient-Begegnungen.
    Auf jeden Arzt kommen 3300 Begegnungen und 194 Versicherte pro Jahr (15 Begegnungen pro Tag; das ist dann wieder wesentlich geringer als ich angenommen habe).

    Um die Größenordnung zu verdeutlichen:

    Wenn die obige Angabe stimmt, und bei rund 200 Ärzten würden jeweils deren rund 200 Patienten durch falsche Behandlung etc.verbleichen, dann machen 359.800 Ärzte alles so richtig, dass kein Patient stirbt!

    Anders gesagt, einer von 1750 Patienten eines Arztes muss dran glauben, weil mal ein Kunstfehler passiert ist oder eine Behandlung die falsche war. Ungefähr alle 9 Jahre wäre das ein Patient. Und da sprechen wir nur von Ärzten:
    Es gab 2012 ca. 950.000 Krankenpfleger – die dürfen dann schon gar nichts mehr falsch machen, weil die 40.000 Toten in der obigen Rechnung schon enthalten sind.

    Destatis meldet für 2012 die Gesamtzahl von 5,2 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Wahrscheinlich ein paar zigtausend Quacksalber, die man abziehen muss, sagen wir 5 Millionen.
    Mein Beispiel: Wenn 200 Ärzte jeweils 200 Patienten durch tragisches Ungeschick zum Tode beförderten, dann kann den anderen 4,9998 Millionen Beschäftigten im Gesundheitsbereich bei der Behandlung von Patienten statistisch nichts mehr passieren (und den Patienten auch nicht).

    Es geht hier um die Größenordnung, nicht darum ob die eine oder andere Zahl (das meiste von Statista und Destatis) mehr oder weniger genau stimmt.

    Natürlich soll man trotzdem versuchen, die Zahl noch weiter zu drücken, aber ich kann wiederum nicht sehen, dass die besonders hoch oder beunruhigend ist.

    Ich hätte eine wesentlich höhere Zahl an Toten erwartet.

    Und, Miesepeter:
    Schon mal die Rechnung der Toten für die homöopathischen und sonstigen Quacksalber gemacht?
    Fehlbehandlung, unterlassene richtige Behandlung usw.

  18. #29 miesepeter3
    13. August 2015

    @ Joseph Kuhn

    “Komisch, für mich ist das eine Verteidigung der Homöopathie nach dem Sandkastenstreit-Muster, “aber die andern machen das auch”. ”

    Nun ja, man kann alle Argumente drehen und mißinterpretieren, wie man will. Deshalb wird es nicht richtiger. Ich bin nicht grundsätzlich gegen die normale Medizin und auch kein großer Freund der Homöopathie und meine Kritik an der “wissenschaftlichen” Umgangsweise mit derselben heißt nicht, dass ich sie befürworte.
    Sie selbst haben mal die Auskunft gegeben, dass etwa 80% aller angewandten medizinischen Therapien nicht mit einer wissenschaftliche Studie aufwarten können. Ich setze noch eins drauf: von den restlichen 20 % sind nur rund ein Viertel mit einem positiven Ergebnis versehen. D.h. nur etwa 5 % aller med. Therapien haben einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis. Der Rest ist meist Erfahrungssache. Dagegen habe ich grundsätzlich nichts. Merkwürdig kommt mir in diesem Zusammenhang nur vor, dass die Gegner der H. immer gebetsmühlenartig wiederholen : liebe Homöopathie, wenn du glaubst, du hast eine Wirkung, dann bringe doch mal einen Beweis in Form einer positiven wissenschaftlichen Studie dafür bei. Nur einen! Und ich werde nie wieder gegen die Homöopathie etwas sagen.
    Das mutet doch ein wenig komisch an, wenn man selbst nur etwa 5% in die Waagschale werfen kann.
    Ihr Hinweis auf die Medizinkritik läuft in diesem Zusammenhang auch ins Leere. Die Kritik an den unmoralischen Gewinnmaximierungsmethoden von Kaufleuten, hier die Pharmaindustrie, kann keine Kritik an der Medizin sein, nur weil es hier um die Herstellung von Produkten geht, die von der Medizion benutzt werden.

  19. #30 miesepeter3
    13. August 2015

    @ IO

    Diese Zahlenspielchen sind meist sehr unbefriedigend, da es exakte Angaben zu wer geht mit was zum Arzt nicht gibt. In Deinen Zahlen sind auch diejenigen Kranken erfaßt, die mit einer Erkältung oder Hautausschlag zum Arzt gehen. Die wird auch ein sehr schlechter Arzt nur schwer ohne Vorsatz umbringen können. Selbst wenn wir da großzügig rechnen, wird es wohl kaum die Hälfte an Erkrankten geben, deren Leben ernsthaft durch Fehlbehandlung gefährdet wäre.

    “Schon mal die Rechnung der Toten für die homöopathischen und sonstigen Quacksalber gemacht?”

    Hier wird die Rechnerei noch abenteuerlicher, da hier noch weniger verläßliche Zahlenangaben vorliegen. Aber gut machen wir uns mal den Spaß:
    Ich habe nur sehr wenig bei Dr. Google recherchieren können. Die einzig mir verläßlich erscheinende Zahl lautet
    368.379 (mein Gott, wie genau) im Zeitraum von 1990 bis heute und das weltweit. Ich nehme nur mal die wichtigsten Staaten mit 128 an. Wir brauchen uns nicht über die 128 zu streiten, mir ist auch jede zwische 80 und 160 recht. Also, 368.379 durch 25 Jahre geteilt durch 128 Staaten macht ???
    Genau: 0,0078 Fälle pro Jahr. Und würde füe ALLE alternativen Anwendungen gelten, nicht nur für die Homöopatie. Kleines Eigentor????

  20. #31 miesepeter3
    13. August 2015

    @ IO

    Tut mir leid, kann heute wohl meinen Taschenrechner nicht richtig bedienen. Es muß heißen 115 Fälle pro Jahr. Trotzdem immer noch etwas weniger als bei den Medizinern, oder?

  21. #32 Dr. Webbaer
    13. August 2015

    Die Homöopathie wäre OK, wenn sie den wissenschaftlichen Anspruch ließe.

  22. #33 Joseph Kuhn
    14. August 2015

    Nur der Vollständigkeit halber: Bei dem Thema unvermeidlich hat sich Albert Wilfert auch wieder zu Wort gemeldet, er befindet sich ja derzeit im Status des betreuten Kommentierens, d.h. ich schalte von ihm nur frei, was irgendwie der Diskussion dienlich sein könnte.

    In seinem ersten Kommentar bezweifelt er die “geistigen Ressourcen” wissenschaftlich denkender Menschen, vermutlich im Vergleich zu seinen Gedankengebirgen, im zweiten Kommentar gibt er eine interessante Sicht auf Wissenschaftlichkeit zum Besten:

    Eingereicht am 13.08.2015 um 20:24
    “Die Wissenschaftlichkeit der Homöopathie ergibt sich aus der Tatsache dass für das gleiche Symptombild immer das gleiche Mittel anzuwenden ist. Die Mittelwahl geschieht also nicht zufällig oder nach Gutdünken sondern folgt den in der Arzneimittelprüfung festgestellten Symptombildern. Und das würde ich schon als wissenschaftliche Methode bezeichnen.”

    Schöner kann man es nicht sagen, wenn man Wissenschaftlichkeit und Beharrlichkeit verwechselt. Einfach immer das gleiche machen, egal ob es hilft oder nicht. Nein, Herr Wilfert, das mit der Wissenschaft geht anders.

  23. #34 Natalie Grams
    14. August 2015

    @Joseph Kuhn @Herr Wilfert: Zumal bei drei verschiedenen homöopathischen Behandlern sicher auch nicht drei Mal das gleiche Mittel gewählt würde. Es handelt sich nämlich doch um Gutdünken und Zufall, welche Mittel man letztlich wählt. Ich kenne das aus großen Homöopathie-Fortbildungen mit Live-Anamnese: die Spannbreite der Mittelverordnungen war grotesk. Die Homöopathie bietet mitnichten eine nachvollziehbare Behandlungssystematik, ja, noch nicht mal Anamnesesystematik! Und das ist noch einer der harmloseren Kritikpunkte…

  24. #35 IO
    16. August 2015

    @miesepeter

    ” Diese Zahlenspielchen sind meist sehr unbefriedigend, da es exakte Angaben zu wer geht mit was zum Arzt nicht gibt. ”

    Es ging um die Größenordnung. Ich finde das Resultat nicht unbefriedigend.

    Die Risiken bei der Anwendung evidenzbasierter Medizin sind verschwindend gering und kein Grund sich Quacksalbern anzuvertrauen.

    ” In Deinen Zahlen sind auch diejenigen Kranken erfaßt, die mit einer Erkältung oder Hautausschlag zum Arzt gehen. Die wird auch ein sehr schlechter Arzt nur schwer ohne Vorsatz umbringen können. Selbst wenn wir da großzügig rechnen, wird es wohl kaum die Hälfte an Erkrankten geben, deren Leben ernsthaft durch Fehlbehandlung gefährdet wäre. ”

    Spielt keine Rolle: Wenn wir dieselben Daten für die Quacksalber auch nehmen könnten, da dorthin auch Patienten gehen, die allerhand unbedeutende Wehwehchen haben.

    Dabei darf man vermuten, dass bei den Quacks sogar wesentlich weniger Leute mit ernsthaften Erkrankungen aufschlagen, denn die meisten Menschen wissen doch noch, dass sie wenn es ernst wird doch besser zum Arzt gehen.
    Und dass bedeutet auch, dass die Rate schwerer Erkrankungen und auch der Todesfälle infolge Fehlbehandlung bei den Medizinern höher sein wird, und eben nicht nur, weil es etwa viel mehr Mediziner als Quacksalber gibt (ca. 35000 “Heilpraktiker” sollen es 2012 gewesen sein, dazu Mediziner, die ihren wissenschaftlichen Hintergrund vergessen und unverantwortlicherweise “Alternativmedizin” praktizieren).

    Könnten wir Risiken von Fehlbehandlung ernster Krankheiten in einer vergleichbaren Studie haben, wäre mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Todesrate durch Fehlbehandlung bei den Quacks erheblich ist. Wenn man solche Behandlungen sogar lehrt, ist alles möglich …
    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alternativmedizin-weissbrot-gegen-krebs-1.2349722

  25. #36 IO
    16. August 2015

    ” Die Homöopathie wäre OK, wenn sie den wissenschaftlichen Anspruch ließe. ”

    Nein, sie wäre auch dann nicht OK.

    Quacksalberei, die Menschen mit wissentlichen* Falschbehauptungen Geld aus der Tasche zieht, ist niemals OK.

    PS:
    Man kann wissen, dass Homöopathie nicht funktionieren kann, da sie diverse Naturgesetze verletzt. Mit derselben Sicherheit, mit der man wissen kann, dass Evolution stattfindet oder dass es den Urknall gegeben hat.

  26. #37 IO
    16. August 2015

    @miesepeter

    Ich hatte meine Zahlen wenigstens aus statistischen Daten, deren Herkunft man nachprüfen kann, wenn man will.

    Deine Zahl ist eine private Sammlung von Anekdoten und kommt aus:
    http://whatstheharm.net/homeopathy.html
    Warum erscheint Dir das “verläßlich”, wenn jemand auf einer Webseite unkontrolliert Nachrichten-Meldungen sammelt?
    An und für sich zeigt ja jeder Fall dort, soweit belegbar, dass die Quacksalberei nicht hilft, aber es ersetzt keine ernstzunehmende Datensammlung.

    Um mit Deinem süffisanten Unterton zu sprechen:
    “Kleines Eigentor?” (Die überzähligen Fragezeichen, die offenbar ein Hänger in Deiner Tastatur produziert, habe ich heraus ediert).

  27. #38 miesepeter3
    17. August 2015

    @ IO

    “Warum erscheint Dir das “verläßlich”, wenn jemand auf einer Webseite unkontrolliert Nachrichten-Meldungen sammelt?”

    Nun, wenn sich jemand die Mühe macht, über 25 Jahre die Medien nach dem Versagen der sogenannten Alternativmedizin durchzuflöhen, so hatte er wohl kaum die Absicht, diese zu beschönigen. Da es keine mir bekannte wissenschaftliche Untersuchung über dieses Thema gibt, erscheint mir diese Sammlung verläßlicher zu sein, als “es könnte soundsoviele sein ” Aussagen sind. Ich halte es für wahrscheinlich, dass nicht alle Vorkommnisse dieser Art so veröffentlicht werden und damit Eingang in die oben genannte Zahl gefunden haben. Auch halte ich es für möglich, dass es viele Sterbenskranke gibt, denen weder von der einen noch der anderen Medizin das Leben erhalten werden kann, die “nur” deswegen zur Alternativmedizin wechseln oder diese zsätzlich benutzen, weil diese Ihnen möglicherweise die Restlebenszeit ein wenig erleichtern kann. Aber die Größenornung erscheint mir doch richtig.
    Komm mir jetzt nicht mit den guten Ergebnissen der Palliativmedizin. Es gibt viel zu wenige für die große Anzahl der Sterbenskranken. Nun denn, halte ich es durchaus für möglich, dass in einer Anekdotensammlung der Alternativmedizin eine gehörige Portion solcher Menschen enthalten sind, die so oder so gestorben wären. Das der AM vorzuwerfen, wäre doch wohl ziemlich unwissenschaftlich, oder? In den 40Tsd Toten durch Fehlbehandlung sind da meines Wissens keine solche von erfaßt.
    Übrigends, der Quacksalber war im Mittelalter der umherreisende Wanderarzt, also weit vor Einführung unserer heutigen Art der Medizin. Darunter waren viele Kenner der Naturheilmittel und von verhältnismäßig primitivem Operationsmethoden. Also Leute, die durchaus die Absicht hatten, Kranken zu helfen. Leben mußten sie natürlich auch davon. Es waren viele angesehene Persönlichkeiten darunter und das Wort Quacksalber hatte seinerzeit keinen verachtungsvollen Klang. Was Du meinst soll wohl der Scharlatan sein.

  28. #39 Dr. Webbaer
    18. August 2015

    Man kann wissen, dass Homöopathie nicht funktionieren kann, da sie diverse Naturgesetze verletzt. Mit derselben Sicherheit, mit der man wissen kann, dass Evolution stattfindet oder dass es den Urknall gegeben hat.

    Beim ‘Urknall’ wäre der Schreiber dieser Zeilen vorsichtig.
    >.->
    Auch beim Wesen der Evolution könnte Vorsicht geboten sein, eine dbzgl. klare Definition liegt nicht vor.
    Und sogenannte Naturgesetze sind von erkennenden Subjekten, sogenannten Erkenntnissubjekten, wie der Begriff bereits nahelegt, gesetzt.
    Sie unterscheiden sich von anderer physikalischer Theoretisierung hauptsächlich dadurch, dass die empirische Lage sozusagen besonders klar ist, die Theorie sozusagen besonders bewährt.

    Insofern würde der Schreiber dieser Zeilen anders formulieren und argumentieren, also dass die Homöopathie, die Lehre von der besonderen Wirksamkeit geringer Wirkstoffmengen, es wird dort sage und schreibe mit Globuli hantiert, eine Art Kugelkunde betrieben, “Bull” ist, weil sie im Rahmen der heute durchgehend verwendeten skeptizistischen Wissenschaftlichkeit, es wird ja nicht mehr verifiziert, in concreto: im Rahmen der Medizin, nicht in Lage ist Theoretisierungen zu liefern, die empirisch belastbar ist.
    Die Homöopathie bleibt ganz im Gegensatz zur evidenzbasierten Medizin, zur sogenannten Schulmedizin, esoterisch und “Bull”.
    BTW, die skeptizistische moderne Naturwissenschaftlichkeit ist exoterisch, jeder kann mitmachen sozusagen, bei der Homöopathie nur Eingeweihte oder Esoteriker.

    HTH
    Dr. W

  29. #40 Dr. Webbaer
    18. August 2015

    *
    nicht in [der] Lage ist Theoretisierungen zu liefern, die empirisch belastbar [sind]

    @ Herr Dr. Kuhn :
    Hat das eigentlich “System” oder einen besonderen Grund, dass Kommentare nicht, bspw. innerhalb eines gewissen Zeitraums, seitens der Geber korrigiert werden können?
    (Das in diesem Publikationsverbund genutzte WordPress kennt derartige Funktionalität durchaus.)

    • #41 Joseph Kuhn
      18. August 2015

      Das ist eine zentrale Einstellung, ich kann das für diesen Blog nicht regeln.

  30. #42 Alex
    25. August 2015

    “…unterscheidet sich in Nichts (!) von der Tabaklobby.”
    -> Können wir uns auf “…ist nicht besser als die Tabaklobby.”, oder so, einigen? Ich denke, es gibt schon ein paar wichtige Unterschiede, die mich überlegen lassen, ob die Homöopathen nicht erheblich mehr an der Waffel haben. Wer schonmal eine Raucherlunge gesehen hat, und trotzdem raucht, der soll mir egal sein. Er wird zumindest nicht seinen Kindern Zigaretten geben und ihnen erzählen, was für positive Wirkungen sie haben. Jeder weiß, wie schädlich Rauchen ist und kaum jemand behauptet, die herumgezeigten Raucherlungenbilder seien teil einer großen Verschwörung.

  31. #43 Dr. Webbaer
    25. August 2015

    Herr Dr. Kuhn meinte womöglich, dass Homöopathen und Tabaklobbyisten der Sorte, die Risiken des Tabakkonsums nicht sehen (wollen), in ein und derselben Liga spielen.
    Wer in dieser Liga dann vielleicht besser oder schlechter spielt, pers. Geschmackssache bleibt.
    Auch Homöopathie, besonders der individuelle Patienten-Glaube daran, kann sehr gefährlich sein.

  32. #44 Fossilum
    53113 Bonn
    10. September 2015

    Vererhrter Herr Kuhn,

    Homöopathen sind Menschen wie Sie und ich. Sie machen Fehler und irren sich, genauso wie Sie und ich. Sie haben ihre Überzeugungen, genauso wie Sie und ich.

    Nun wollen Sie, dass ich Sie respektiere, mit all ihren schulmedizinischen und wissenschaftlich gewonnenen Überzeugungen, dann darf ich doch verlangen, dass Sie mich auch respektieren, mit meinen in langen aus Überlegungen, Erfahrungen und Gedankenaustausch gewonnen Überzeugungen (ich bin übrigens Naturwissenchaftler, berufe mich in diesem Moment aber nicht auf die Wissenschaft). Sie sind dabei im Irrtum, wenn Sie sie mich als Person von meinen Überzeugungen (gleich welcher Art) trennen wollen, oder wenn Sie meinen, ich könnte Sie von Ihren trennen. Sie müssten wissen, dass Respekt nur dann da ist, wenn Sie meine Überzeugung tolerieren. Das könnte den Unterschied zwischen uns ausmachen. Ich teile Ihre Überzeugungen nicht, aber ich toleriere sie – Sie tun das letztere nicht, dann respektieren Sie mich auch nicht.

    Wir beide als Personen sind bei dieser Diskussion auch unwichtig. Wichtiger scheint mir die Frage, wie stehe ich zu den Menschen, die zu den Homöopathen hin gehen. Halte ich die für dumm, weil die das machen ? Sind diese von Homöopathen schon so verdummt worden, wie Sie meinen, dass sie besser eine Anleitung durch Sie benötigen, wie sie sich zu verhalten hätten ? Das hat auch etwas mit Respekt zu tun, nämlich dem Patienten gegenüber, dass man nicht aus einer Grundsatzhaltung heraus bevormundend daherkommt, möglichst noch systematisch, ich denke, das fördert den Heilvorgang nicht. Ich bin aber kein Mediziner, ich habe meine Lebenserfahrung, die sagt mir, das heilt nicht.

    Ich lasse Ihnen Ihren Glauben an die Wirkmächtigkeit der wissenschaftlichen Medizin, das ist o.k., dieser Glaube steht den unantastbaren Grundüberzeugungen, die mit mir herumschleppe, nicht im Wege, auch wenn ich diesen Glauben– aus gewachsener Erfahrung – nicht teile. Wenn ich Sie respektieren soll, dann erwarte ich, dass Sie auch meinen Glauben respektieren, z.B. daran, hochkomplexe organische Strukturen in ihren Wirkmechanismen noch nicht erschlossen sind (und vielleicht grundsätzlich nicht erschliessbar sind), und dass da auch mit systematischen Methoden Heilvorgänge initiiert können, für die die Wissenchaft die Ursachen nicht kennt.

    Eine Diskussion über diese Frage im gegenseitigen Respekt ist ja möglich und wünschenswert, sie sieht aber anders aus. Es ist daher besser, wenn Sie das Wort Respekt aus Ihrem Vokabular herauslassen, es hört sich – mir fällt kein anderes Wort ein und Sie verzeihen es mir hoffentlich – heuchlerisch an.

    Es grüßt Sie trotzdem mit Respekt

    Fossilijm

  33. #45 Adent
    10. September 2015

    @Fossil irgendwas
    Nicht sehr geschätzter F, es geht hier nicht um Glauben und subjektiv verbrämte Erfahrungen sondern um Belege und Wirkungserklärungen. Von letzerem konnte die HP in nun mehr als 200 Jahren nichts erbringen, daher darf man sie getrostet unter “Religion” ablegen und vergessen.
    Was die Leute betrifft, die zu Homöopaten gehen, die muss man wirklich versuchen besser aufzuklären oder noch besser, man sagt ihnen einfach die Wahrheit, wie wäre es damit? Darauf können Sie sich doch sicher einlassen oder bevorzugen Sie die Lüge über die Wahrheit?
    Die Wahrheit ist, es gibt keinen plausiblen Wirkmechanismus für die HP und in den meisten Fällen noch nicht einmal Wirkmoleküle in der verabreichten Substanz, also wirkt die HP allenfalls wie ein Placebo (ungerichtet und unvorhersehbar). Warum sagt man diese schlichte Wahrheit nicht den HP-“Patienten”?
    Darüberhinaus wird die HP heutzutage auch noch in den allermeisten Fällen (wenn nicht sogar allen) falsch angewendet, denn wie schon ihr Begründer Hahnemann schrieb müssen die HP behandelten etwa eine Seite von Dingen tunlichst lassen, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen.

  34. #46 Hans-Werner Bertelsen
    10. September 2015

    Symptome kommen und gehen. Wird vor dem Verschwinden der Symptome im Kreis getanzt, dann war der Tanz heilsam. Wir Menschen haben alle ein Kausalitätsbedürfnis.

    http://www.dr-bertelsen.de/documents/Homoeopathie-Journal-8-11_2.pdf

  35. #47 Joseph Kuhn
    10. September 2015

    @ Fossilum
    Respekt vor Personen bedeutet nicht, ihre Meinungen nicht kritisieren zu dürfen, im Gegenteil, damit zeigt man, dass man sie ernst nimmt. Ob ich Sie ernstnehmen kann, weiß ich allerdings noch nicht.

  36. #48 klauszwingenberger
    10. September 2015

    “Sie müssten wissen, dass Respekt nur dann da ist, wenn Sie meine Überzeugung tolerieren. ”

    Sagen Sie das auch Ihrem Sprössling, wenn der der Überzeugung ist, 2 + 2 sei 5 ?

  37. #49 Fossilum
    53113 Bonn
    10. September 2015

    Lieber Herr Kuhn,

    meinen Sie, dass die Bezeichnung „Zuckerverein“ und „selbstgewisse Dreistigkeit“ sachliche Kritik sind? Sie machen sich doch in Ihrem Beitrag lustig über „diese Leute“. Das sind nun mal keine Worte, die zur Sache gemeint sind, sondern das sind abfällige Äusserungen über Personen.

    Das kann man sogar mal unter einem ironischen Mantel machen, wenn man sich ansonsten ernsthaft mit ihnen auseinandersetzt. Insofern müsste ich Ihre anderen Beiträge einmal lesen. Ich glaube aber nicht, dass Sie die Homöopathen ernst nehmen. Und deren Patienten.

    Dafür haben Sie sicher viele Gründe, die können auch Gewicht haben. Ich verteidige die Homöopathen, aber es ist nun mal so: ich habe auch gute Gründe.

    Der Unterschied zwischen uns besteht darin, dass Sie mir vertrauen können, weil ich Ihre Argumente ernst nehme. Ich habe mich mit Ihnen lange und umfassend beschäftigt. Aber umgekehrt kann ich Ihnen nicht vertrauen, Ich traue Ihnen nicht zu, dass Sie mich anhören, und meine Argumente bedenken und abwägen. Jemand der das tut, schreibt seine Beiträge anders.

    Damit sind die Voraussetzungen nicht da, sich miteinander über die Sache auszutauschen.

    Ich glaube, dass Sie Dinge, die die Homöopathie betreffen, sehr eng sehen. Ich habe das früher auch getan. Es ist mir als Wissenschaftler sehr schwer gefallen zu akzeptieren, dass es eine produktive und erkenntnisreiche Sicht auf die Welt und den Menschen auch ausserhalb des wissenschaftlichen Blickwinkes gibt. Aber den Blickwinkel ab und zu mal zu wechseln hat sich gelohnt. Man wird dadurch kein schlechter, sondern besserer Wissenschaftler, weil man die Methoden der Wissenschaft und ihre Grenzen besser beachtet. Und es führt zu einem grösseren Verständnis über Sinn und Ziel des eigenen Forschens.

    Also es lohnt sich.

    Grüsse
    Fossilium

  38. #50 Joseph Kuhn
    14. September 2015

    @ Fossilium:
    Warum sollte ich Ihnen vertrauen? Ich kenne Sie nicht, Sie verbergen Ihre Identität hinter einem Pseudonym und Sie schreiben seltsame Dinge. Vielleicht sind Sie ja trotz Ihrer Ansichten ein vertrauenswürdiger Mensch, dem mit Respekt zu begegnen ist. Das lässt sich in einem Blogthread kaum klären. Daher sollte man sich hier auf inhaltliche Argumente konzentrieren. Diese verdienen allerdings keinen “Respekt”, sondern Anerkennung, wenn Konsens herrscht, sonst bestenfalls kritische Würdigung, wenn sie diskutabel sind. Mehr können Sie auf der inhaltlichen Ebene nicht erwarten. Diskutable Argumente zur Verteidigung der Homöopathie kenne ich allerdings nicht.

  39. #51 Adent
    15. September 2015

    @Fossil

    Es ist mir als Wissenschaftler sehr schwer gefallen zu akzeptieren, dass es eine produktive und erkenntnisreiche Sicht auf die Welt und den Menschen auch ausserhalb des wissenschaftlichen Blickwinkes gibt.

    Das verstehe ich nicht, natürlich gibt es eine erkenntnisreiche Sicht auf die Welt und den Menschen, die nennt sich als Fach Psychologie, die Menschen, die Psychologie oder verwandtes bearbeiten/erforschen sind doch auch Wissenschaftler, oder meinen Sie mit Wissenschaft nur die Naturwissenschaften als sozusagen Aussenstehende, die nichts vom Menschen kapieren? Das wäre in der Tat eine sehr seltsame Sicht der Dinge.
    Ich bin Naturwissenschaftler und habe keinerlei Problem damit, wenn Nicht-Naturwissenschaftler neue Erkenntnisse produzieren, allein es sollte hinter diesen Erkenntnissen auch irgendwas greifbares und damit auch irgendwie überprüfbares sein, denn ansonsten gerät man schnell isn Reich des Glaubens und Aberglaubens und ist dann eben überzeugter Homöopath (zum Beispiel), der leider nicht im geringsten weiß warum das, was er als homöopathisches Mittel einsetzt wirken sollte. Noch schlimmer derjenige weiß noch nicht einmal, dass es gar nicht wirkt sondern er glaubt nur es wirke das HP-Mittel wobei in der Realität allein (mit Glück) der Placebo Effekt wirkt. Wenn ein Heilpraktiker oder ein HP-Verfechter dass einfach zugeben würde, dann wären wir schon ein ganzes Stück weiter und könnten unbeeinflußt vom Marketing der Homöopathen den Placeboeffekt vielleicht durch kontrollierte Studien etwas besser zu fassen kriegen.
    Nochmal, wenn Sie HP ernst meinen, dann haben Sie keinen Wirkstoff in den Zuckerkugeln und darüberhinaus in jedem Glas Wasser (oder sonstigem Getränk) mehr Moleküle des “angeblich potenzierten” Wirkstoffs aus dem HP-Mittel. Daraus kann man ganz ohne jede Wissenschaft, allein mit gesundem Menschenverstand schlußfolgern, dass das Mittel an sich keine Wirkung hat.

  40. #52 s.s.t.
    16. September 2015

    @Adent

    …und darüberhinaus in jedem Glas Wasser (oder sonstigem Getränk) mehr Moleküle des “angeblich potenzierten” Wirkstoffs aus dem HP-Mittel.

    Ich denke, die meisten Leute wissen nicht wie viele Moleküle/Atome schon in einer Handvoll eines Stoffes enthalten sind.

    Es gibt ein paar Gedankenexperimente, die das verdeutlichen. Z.B. Caesars letzter Atemzug. (Haben sich alle Moleküle davon gleichmäßig verteilt, nimmt jeder beim Einatmen mindestens eines davon auf.) http://physik.uni-graz.at/~cbl/mm/mm-Aufgaben.php?section=21&aufgabe=3

    Oder Shakespeares Atome (Bei gleichmäßiger Verteilung enthält jeder von uns 200 Milliarden davon.) http://www.jupiterscientific.org/review/shnecal.html

    Eigentlich ist alles und jedes ein Homöopathikum mit (nahezu) unendlich vielen ‘Wirkstoffen’.

  41. #53 Adent
    17. September 2015

    @s.s.t.
    Exaktemento 😉 Aber Fossilirgendwas behauptet ja Wissenschaftler zu sein, insofern sollte er zumindest die Avogadro-Zahl kennen und deshalb verstehe ich nicht, wieso er an solchen Hokuspokus glaubt.

  42. #54 Dr. Webbaer
    17. September 2015

    @ Adent :

    Es ist mir als Wissenschaftler sehr schwer gefallen zu akzeptieren, dass es eine produktive und erkenntnisreiche Sicht auf die Welt und den Menschen auch ausserhalb des wissenschaftlichen Blickwinkes gibt. [Fossilium]

    Das verstehe ich nicht (…)

    Es gibt (viele) unterschiedliche Erkenntnis-Systeme, von denen einige nicht wissenschaftlich greifbar sind, typischerweise: weil esoterisch, aber nicht notwendigerweise, bspw. können bestimmte Einstellungen des Primaten nur sehr schwierig bis kaum bis gar nicht beforscht werden.
    Hängt “ein wenig” damit zusammen, dass Gendatenhaltung wie CPU (zumindest aus skeptizistischer Sicht) letztlich unverstanden bleiben müssen, jedenfalls wenn es um “Details” geht.

    MFG
    Dr. W (der allerdings mit der (mittlerweile: breit gestreuten) Aussagenmenge von Herr Fossilium auch nie so richtig warm geworden ist)

  43. #55 lindita
    18. September 2015

    Ich glaube, damals war ich 17, als wir zusammen mit einer Schulfreundin nach der Schule eine Veranstalltung an der Volksschule besucht haben. Es war Kennenlernabend mit HP. Das erste Mal, dass ich davon hörte.

    Ich kann schon die Anziehung verstehen. Etwas mystisches, unerklärliches, und doch ganz simple, kann sogar selbst mein eigener Heiler werden.

    Ok, die geglaubte Wirkung kann man wissenschaftlich nicht erklären (die Wissenschaft braucht überhaupt erst eine nachgewiesene Wirkung, um in die Erklärung dieser zu investieren. Thema gegessen.).

    Ok, es gibt andere nichtwissecnschaftliche, mystische, esoterische Techniken, um die geglaubte Wirkung zu erklären.

    Mystik, Esoterik usw. ist doch super alt. Wie kommt das, dass die alten Ägypter/Inder/Kelten – der Inbegriff der Mystik – nie das mystische System der HP bemerkt haben? Ich meine, sie wussten immerhin, dass die Seele wiederkehren kann, aber sowas Simples wie HP nicht?

    Was heilt und was nicht, – damit haben sich die alten Ägypter sehr wohl beschäftigt, und Wirkungen bestimmter Pflanzen sehr wohl erkennen können. Oder waren sie zu sehr Wissenschaftler und weniger Mystiker, wenn sie sich mit der offensichtlichen Wirkung der Pflanzen befasst haben?

    Warum erst vor 200J und warum keine parallelen Entdeckungen auf der anderen Seite der Welt, wie es oft mit Entdeckungen passiert. Pyramiden z B wurden verschiedenen Kontinenten unabhängig voneinander gebaut. Oder, dass die Erde keine Scheibe ist, ist ja keine Denke der Neuzeit.

    Ich Weiss nicht, ob meine Argumentation klar ist. Ich frage mich halt, ob sich die Mystiker auf ihrem Niveau nicht gleichermassen fremdschämen, wie es die Wissenschaftler tun.

  44. #56 Fossilum
    19. September 2015

    Verehrter Herr Kuhn,

    Sie behaupten: „Diskutable Argumente zur Verteidigung der Homöopathie kenne ich allerdings nicht.“

    Geht Ihnen nicht auf, wie verquer Sie hier argumentieren ?

    Sie kennen keine diskutablen Argumente zur Verteidigung der Homöopathie. Na gut. Sie kennen aber eine Menge Argumente gegen die Homöopathie. Daraus schliesse ich, dass Sie wissen, was die Homöopathie zu ihrer Verteidigung behauptet. Nur ist von all diesen Behauptungen nichts diskutabel.

    Sie wissen also so viel und meinen nun, ich sollte mit Inhalten kommen. Gleichzeitig sagen Sie mit all Ihrem Wissen, es gibt keinen Inhalt, der diskutabel sei. Was ist jetzt ? Soll ich Ihnen nun Inhalte nennen oder nicht ?

    Ihre Ermahnung, mich auf Inhalte zu konzentrieren, ist scheinheilig, solange Sie sich diskutable Argumente meinerseits nicht vorstellen können.

    Falls ich mich irre, und Sie sich doch diskutable Argumente zur Verteidigung der Homöopathie vorstellen können, dann nennen Sie mir doch einige davon.

    Sie outen sich als jemand, der sich über jede Diskussion (über die Homöopathie) erhebt, gleichzeitig anderen vorwirft, sie würden diese nicht suchen. Das stimmt, mit so einem suche ich die Diskussion nicht.

    Es grüsst Sie
    Fossilium

    • #57 Joseph Kuhn
      20. September 2015

      @ Fossilium:

      “Geht Ihnen nicht auf, wie verquer Sie hier argumentieren ?”

      Nein. Erklären Sie es mir. Ich kenne eben keine guten Argumente zur Verteidigung der Homöopathie (genauer gesagt: zur Verteidigung des Wirkprinzips der Globuli – was andere Aspekte angeht, darf ich auf meinen Beitrag “10 Gründe, an die Homöopathie zu glauben, oder es sein zu lassen” verweisen).

      “Soll ich Ihnen nun Inhalte nennen oder nicht ?”

      Ja bitte, über was sollen wir sonst noch diskutieren? Über Ihre Vorwürfe, ich würde die Homöopathie nicht gelten lassen? Natürlicht nicht, ich kenne, wie gesagt, keine guten Argumente, sie gelten zu lassen.

      “Falls (…) Sie sich doch diskutable Argumente zur Verteidigung der Homöopathie vorstellen können, dann nennen Sie mir doch einige davon.”

      Sie machen Witze? Siehe oben. Nennen Sie mir einige – oder wenigstens eines (aber bitte nicht, dass die Naturwissenschaft noch nicht alles erklären kann und darum auch die Homöopathie ihre Berechtigung hat – wie grüner Käse auf dem Mars).

      “mit so einem suche ich die Diskussion nicht”

      Dann lassen Sie es doch. Wie gesagt, hier zählen Argumente, wenn Sie keines haben außer dem Wunsch, dass man die Homöopathie gelten lassen müsse, dann sollten sie in der Tat “mit so einem” wie mir die Diskussion nicht suchen.

  45. #58 Adent
    21. September 2015

    @Fossilum
    Joseph sagte:

    Diskutable Argumente zur Verteidigung der Homöopathie kenne ich allerdings nicht.

    Daraus wird bei Ihnen:

    Gleichzeitig sagen Sie mit all Ihrem Wissen, es gibt keinen Inhalt, der diskutabel sei.

    Preisfrage, merken Sie was Sie falsch verstehen?
    Hinweis: “Kenne keine” (mit der Aufforderung an Sie welche zu nennen) versus “Es gibt keinen”.

  46. #59 Dr. Webbaer
    21. September 2015

    @ Herr Dr. Kuhn :

    Daher sollte man sich hier auf inhaltliche Argumente konzentrieren. Diese verdienen allerdings keinen “Respekt”, sondern Anerkennung, wenn Konsens herrscht, sonst bestenfalls kritische Würdigung, wenn sie diskutabel sind. Mehr können Sie auf der inhaltlichen Ebene nicht erwarten.

    Nur ergänzend und im Klein-Klein ein wenig mäkelnd:
    1.) Konsens nicht so-o wichtich.
    2.) ‘Kritische Würdigung’ eigentlich immer gut.
    3.) ‘Bestenfalls’ kann hier nur die (gut gemeinte, aber nicht immer) Ignoranz meinen, wenn grundsätzlich diskutabel, also nicht inkohärent vorgetragen wird, aber doch eher abwegig.
    Kommentatorenkollege Fossilium hält sich von inkohärentem Vortrag (idealerweise) fern.
    4.) ‘Respekt’, besondere Rückschau meinend, bspw. wenn sich der Jüngere vom Älteren verabschiedet, zu Zeiten des alten Rom beispielsweise, muss sich verdient werden, korrekt.

    MFG
    Dr. W

  47. #60 zimtspinne
    3. November 2015

    Hej, die Notfalltropfen für Grünzeug sind interessant – da ich darüber schon mal vor einigen Jahren auf dem gaertnerblog gestoßen war und mit meiner eher skeptischen Haltung ziemlich auf Widerstand traf.

    Ich hab keine Ahnung, ob es sich um die gleichen Tropfen handelt oder eine neue Idee.

    Als großer Botanikfan (auch privat) stöbere ich ja seit Jahren ständig im internet in Pflanzenforen herum und bin dabei immer wieder auf einige mysteriöse Zaubermittel gestoßen.

    Bei denen ich zu gerne wüsste, ob was dran sein könnte oder es sich doch nur um groben Unfug (oder Geldmacherei) handelt.

    Superthrive ist sowas. Als ich mal recherchierte, fand ich nur eine hochgeheime Zutatenliste…. also keine Angabe von Inhaltsstoffen. Sowas würde ich nie kaufen. Nicht für Lebendes jedenfalls.

    Kürzlich lief mir eine “Kindelpaste” über den Weg, die halbtote und komatöse Orchideen dazu animieren soll, vor ihrem traurigen Ableben sich doch noch auf ihre Lebensaufgabe zu konzentrieren und Nachwuchs in Form von Stammkindel zu produzieren.

    Sowas tät ich schon brauchen….. aber ich traue dieser Paste, die angeblich (hab ich nicht genauer recherchiert) mit Hormonen arbeitet nicht so recht über den Weg.

    Falls da nix drin ist, ist es Geldverschwendung.
    Falls doch -irgendwas- drin ist, könnte es zu sonstwelchen Auswirkungen führen, die ich gar nicht überblicken kann.

    Also, falls mal jemand hier Langeweile hat, könnte er der Sache mit Superthrive mal auf den Zahn fühlen.

  48. #61 frank jansen
    10. Dezember 2017

    ich weiss nicht ob ich über die ganze Homöopathiediskussion wütend ,traurig, verzweifelt ,
    irritiert oder verärgert sein soll…..
    eines weiss ich aber mit absoluter Sicherheit :
    mein Kaffee schmeckt DEFINITIV NICHT
    nach mehr Kaffee / bzw.wird stärker
    wenn ich WENIGER Pulver verwende oder die
    Plörre immer weiter verdünne ….sorry ,potenziere…